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Full text of "Wilhelm Gesenius' hebräische Grammatik"

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364 



I 




o 

A WILHELM GESENIUS' 

HEBRÄISCHE GRAMMATIK. 



NACH 



E. RODIGEB 



VÖLLIG UMGEARBEITET UND HEEAUSGEGEBEN 



VON 



R KAÜTZSCH, 

DBB THBOLOGIB UND PHILOSOPH!« DOCTOB, OBD. PBOFBBSOB DBB THEOLOOIS 

AN DBB UiaVBB8rTÄT ZU BABBL. 



22. AUFLAGE. 



MIT EDOBB 8CHBIFTTAFBL VON Db. J. EUTTNG. 



LEIPZIG, 

VERLAG VON F. C. W. VOGEL. 

1878. 



Das Recht der Uebersetzung dieser neuen Auflage in fremde Sprachen ist vorbehalten. 



VORWORT. 

In der Vorrede, mit welcher der Beiige Bödiger (f 15. Juni 1874) die 
letzte von ihm bearbeitete Auflage dieser Grammatik begleitete, heisst es 
im Eingange: „Die hebräische Grammatik des verewigten Gesenivs sollte 
schon ihrer ersten Anlage nach hauptsächlich dazu dienen, den Lernenden 
auf Gymnasien und Universitäten in möglichst einfacher und leichtfasslicher 
Weise in das Studium der hebräischen Sprache einzuführen. Sie stellt 
daher die Spracherscheinungen als solche überall in den Vordergrund und 
zeigt die Fäden ihres Zusammenhanges mehr nur andeutend auf der hintern 
Scene, erkennbar für das geübtere Auge, aber auch nicht störend für das 
schwächere, welches sich erst noch mit den hervortretenden Formen be- 
kannt zu machen hat. Ebenso hat die Anordnung dieser Grammatik 
etwas äusserlich Gegliedertes, daher für den Anfänger Durchsichtiges und 
Bequemes. Jene methodische Anlage und diese Gliederung sollte der neue 
Herausgeber im Allgemeinen festhalten, und auch der äussere Umfang des 
Buches sollte ungefähr derselbe bleiben. Es war keine leichte Aufgabe 
für mich, innerhalb dieser durch die Umstände gebotenen äusseren Schranken 
darzulegen, was theils die eigene Anschauung und fortschreitende Beob- 
achtung, theils die eingreifenden Forschungen Anderer an die Hand gaben." 

Der neue Herausgeber kann sich diese Worte der letzten Vorrede 
in ihrem ganzen Umfang aneignen. Er ist mit Vergnügen in die Arbeit 
des sei. Mödiger eingetreten, weil er in vieljähriger Thätigkeit auf clem 
Gebiete des hebr. Elementarunterrichts die oben dargelegten Gesichts- 
punkte, sofern sie sich auf das Bedürfoiss der „Lernenden auf Gymnasien 
und Universitäten" beziehen, als die richtigen erkannt hat. Dazu ist auch 
diesmal die äussere Anlage des Buches durchaus dieselbe geblieben, ob- 
schon der frühere Umfang (abgesehen von dem etwas grösseren Format) 
um einige Bogen überschritten werden musste. Ich kann nicht leugnen, 
dass ich die Gruppirung des Stoffes in manchen Puncten anders gewünscht 
hätte, zumal dieselbe nicht selten zu Wiederholungen nöthigte, die bei 
einem Eingreifen in die Anordnung des Buches zu vermeiden gewesen 
wären. Aber alle Bedenken in dieser Hinsicht kamen gegenüber dem 
zweifellosen praktischen Bedürmiss nicht in Betracht. Einestheils schien 
es nicht angemessen, den Lehrern, die durch jahrelangen Gebrauch mit 
dem Buche vertraut waren, die Einarbeitung in eine völlig andere Anord- 
nung desselben zuzumuthen: anderntheils galt es, Rücksicht zu nehmen 
auf die zahllosen Citate aus dieser Grammatik, die sich in den am weitesten 
verbreiteten Commentaren zum A. Test, (wie namentlich in denen von 
Delitzsch) und nicht minder in der trefflichen Neubearbeitung des Gesenius'- 
sehen Handwörterbuchs von Mühlau und Volck*) eingestreut finden. Alle 

*) G^esemu8 , hebr. u. chald. Handwörterbuch ü. d. A. T. Achte Auflage. 
Neu bearbeitet von F. Mühlau u. W. Volck. 1878. 15 M. Leipzig, F. C. W. Vogel. 



IV Vorwort. 

diese Citate würden durch eine veränderte Zählung der Paragraphen 
illusorisch geworden sein und dieser Eventualität gegenüber war es dringend 
geboten, lieber das kleinere Uebel einer hie und da nöthigen Wiederholung 
desselben Stoffes mit in den Kauf zu nehmen. 

Eine ganz andere Frage für den neuen Herausgeber war die, wie weit 
er sich innerhalb des gegebenen äusseren Rahmens an Form und Inhalt 
der letzten Auflage gebunden erachten sollte. Der sei. BÖdiger durfte mit 
Recht sagen, dass dieses Buch Dank seinen Bemühungen „allmählich ein 
anderes und den gesteigerten wissenschaftlichen Bedürfnissen entsprechen- 
deres" geworden sei (s. den Schluss der Vorrede zur 21. Auflage). Bei 
alledem waren ihm die grossen Mängel, die sich von Auflage zu Auflage 
fortvererbt hatten, keineswegs verborgen und nach einer Mittheilung des 
Herrn Verlegers trug er sich lange mit dem Gedanken einer gründlichen 
Erneuerung des Buches. Was ihn an der Ausführung des Planes hinderte, 
war selbstverständlich nicht der Mangel an Beherrschung des Stoffs, son- 
dern einerseits eine fast übertriebene Vorsicht in der Aufnahme neuer 
Meinungen, sobald sie ihm irgend noch den Charakter der blossen Hypo- 
these zu tragen schienen, anderseits eine Pietät gegenüber der ursprüng- 
lichen Arbeit des Verfassers, die sich selbst auf die rein formelle Aussen- 
seite derselben erstreckte. Eine Vergleichung der früheren Auflagen hat 
mich gelehrt, dass sich nicht nur zahlreiche jetzt veraltete Redewendungen, 
sondern auch die hie und da bedenkliche stilistische Fassung ganzer Para- 
graphen zurückverfolgen lässt von der 21. Auflage bis zur ersten von 1813! 
Schwerlich wird es mir nun jemand als blosse Neuerungssucht anrechnen, 
wenn ich es nach 65 Jahren an der Zeit fand, ein Neues zu pflügen, und 
wenn darnach das Buch innerhalb des alten Rahmens eine dermassen ver- 
änderte Gestalt gewonnen hat, dass nur in wenigen Fällen drei Zeilen 
hinter einander ganz unangetastet geblieben sein dürften. Es versteht sich 
von selbst, dass es bei einer so totalen Umgestaltung und bei der Rück- 
sicht auf die praktische Brauchbarkeit des Buches ganz unmöglich gewesen 
wäre, dieZuthaten und Neuerungen der 22. Auflage von dem Text der vorigen 
zu unterscheiden. Gern verzichte ich daher im Voraus auf die Priorität in 
allen den Punkten, wo eine solche für Gesenius oder Mödiger in Anspruch 
genommen werden möchte; zugleich aber geht aus Obigem hervor, dass ein 
billiges Urtheil über -die mühevolle Arbeit des jetzigen Herausgebers nur 
aus einer genauen Vergleichung der neuen Auflage mit der letzten von 
Rüdiger 1 s Hand gewonnen werden kann. 

Neben der durchgehenden Verbesserung der stilistischen Form des 
Buches und der möglichst präcisen Fassung der Regeln war mein Haupt- 
augenmerk darauf gerichtet, in der Aufstellung der Sprachformen dem 
gegenwärtigen Stand der masoretischen Textkritik bis ins Kleinste Rech- 
nung zu tragen. In den kritischen Ausgaben von Baer-Delitzsch zu Genesis, 
Jesaja, Psalmen und Hiob, in dem 1876 erschienenen 1. Theil der Massora 
magna von Frensdorff, sowie in der Ausgabe des Codex babylonicus von 
Strack und anderen Arbeiten des letztgenannten Gelehrten war ein Material 

feboten, welches dringend zu einer umfassenden Verwerthung aufforderte. 
>ieselbe erstreckte sich indess nicht bloss auf eine correctere Wiedergabe 
der Sprachformen, sondern auch auf die gründliche Umgestaltung und Er- 
gänzung ganzer Abschnitte, die in keiner Weise mehr dem gegenwärtigen 
Bedürmiss genügten. Wir nennen beispielsweise den Abschnitt über die 
Accente (6. 15), in welchem nunmehr eine Scheidung zwischen den prosai- 
schen und poetischen Accenten vollzogen ist, den Abschnitt Über das 
Metheg (§. 16, 2), Über das Dages euphonicum und die mit demselben zu- 



Vorwort V 

sammenhängenden Betonungsregeln (§• 20, 2), über die Pausa (§. 28) u. a. m. 
de unscheinbarer eich die Resultate solcher rein formellen Untersuchungen 
ausnehmen, desto mehr hofft sich der Herausgeber den Dank derer ver- 
dient zu haben, welche das Mühevolle und Zeitraubende derselben zu be- 
urtheilen wissen und gleichzeitig überzeugt sind, dass sich diejenigen im 
Irrthume befinden, welche mit vornehmer Geringschätzung auf jene Minutiora 
der grammatischen TTeberlieferung herabsehen zu können meinen. So zweifel- 
los es ist, dass die Arbeit der Masoreten von Missverständnissen und Irr- 
thümern nicht unbeeinflusst geblieben ist, so sehr setzt sie doch den Forscher 
in Staunen, je tiefer er in das Ganze des Systems eindringt; und so lange 
wir für die Erkenntniss des Hebräischen in erster Linie auf die masore- 
tische Ueberlieferung des alttestamentlichen Textes angewiesen sind, wird 
es immer die vornehmste Aufgabe eines gewissenhaften Grammatikers sein 
und bleiben, sich unbeschadet seiner abweichenden Anschauungen mit 
jenem System in seiner correcten Gestalt vertraut zu machen. 

Was die Hereinziehung von sprachvergleichenden Bemerkungen be- 
trifft, so hatte schon der sei. Rödiger dem zweifellos Stichhaltigen aus dem 
System Olshausen's in ziemlichem Umfange Rechnung getragen. Schon 
von den letzten Auflagen galt daher keineswegs mehr das landläufige 
Urtheil, dass die Gesenius'BChe Grammatik nur den empirischen Stoff ohne 
rationelle Begründung biete. Die gegenwärtige Neubearbeitung ist auf 
dem von Röaiger eingeschlagenen Wege noch einige Schritte weiter ge- 
gangen. Nicht dass ich den Lernenden mit den jetzt so beliebten „Ent- 
wickelungsreihen" behelligt hätte. Dieselben sind an ihrem Platze in rein 
wissenschaftlich gehaltenen Abrissen zum Gebrauche des Semitisten von 
Fach und mögen diesem als Grundlage un<| Anreizung zu weiterer Forschung 
' dienen. In einer Schulgrammatik dagegen könnten sie nur störend wirken, 
zumal dabei gar oft Hypothesen mit unterlaufen, die einen lebhaft an 
Gleichungen mit mehreren Unbekannten erinnern. Dem gegenüber erschien 
mir die Methode Rüdigers durchaus zweckentsprechend, nur solche Parallelen 
aufzustellen, welche auch von dem des Arabischen u. s. w. Unkundigen 
leicht ergriffen und für das Yerständniss der hebräischen Lautgesetze und 
Formenbildung thatsächlich genützt werden können. Der Fortschritt, den 
ich in dieser Neubearbeitung angestrebt habe, besteht darin, dass die Ver- 
weise auf die sogen. Grundformen nicht bloss gelegentlich bei einzelnen 
Puncten, sondern consequent bei allen in Betracht kommenden Fällen 
wiederholt sind, so dass sich der Lernende z. B. der Wahrnehmung nicht 
entziehen kann, in welchem Umfang die Verdünnung eines urspr. ä zu t 
in der hebr. Formenbildung Platz gegriffen hat. 

In der Darstellung der Verbalformen war ich ausserdem bemüht, den 
früheren Text durch eine möglichst vollständige und correcte Aufzählung 
aller irgendwie abnormen Bildungen zu ergänzen. Wie auf anderen Ge- 
bieten leistete hier ausser Qimchi's Mikhlol (Grammatik in der Ausgabe 
von Rittenberg, W. W. B. in der Ausgabe von Biesenthal und Lebrecht) 
die noch nicht genug gewürdigte Grammatik des Abraham de Balmis 
(dna« ropa Venet. 1523) vorzügliche Dienste. 

In der Lehre vom Nomen musste aus den oben erörterten praktischen 
Gründen die bisherige Numerirung der verschiedenen Bildungen in §. 84 
und 85 beibehalten werden, so viel sich auch gegen die Anordnung der- 
selben einwenden liesse. Dagegen wird es mir niemand verübeln, dass ich 
in der Aufstellung und Erläuterung der Nominal-Paradigmen gründlich 
mit dem Bisherigen aufgeräumt habe. Dieser Abschnitt ist wegen des 
(aus der ersten Auflage fortgepflanzten) roh äusserlichen Schematismus der 



VI Vorwort. 

9 Declinationen, in welchem ganz verschiedene Bildungen zusammenge- 
würfelt, zusammengehörige dagegen auseinandergerissen sind, schon längst 
als die partie honteuse des ganzen Buches erkannt worden. Sollte es trotz- 
dem noch jemanden bedünken, als ob die frühere Fassung der §§. 93 und 
95 gerade wegen ihres äusserlichen Schematismus für die Zwecke der 
Schule nicht übel gewesen sei, so dürfen wir ihn bitten, es erst noch auf 
einen Versuch ankommen zu lassen, ob nicht die gegenwärtige auf wissen- 
schaftlicher Basis beruhende Darstellung nicht nur schneller von dem 
Schüler begriffen, als auch besser auf die Dauer behalten werde. 

Die grössten Schwierigkeiten bot begreiflicher Weise eine den jetzigen 
Anforderungen entsprechende Umarbeitung der Syntax. Wie viel es auf 
diesem Gebiete trotz der eingreifenden Bemühungen Rüdigers noch zu 
thun gab, dürfte für den Kundigen aus der Thatsache hervorgehen, dass 
der für die Syntax in engerem Sinne grundlegende Unterschied des Nominal- 
und Verbalsatzes bisher kaum mit einem Worte angedeutet war. Zur 
Beseitigung dieses Uebelstandes ist in der gegenwärtigen Auflage ein 
längerer Abschnitt (§. 144 a) neu eingeschaltet und weiterhin als Grund- 
lage der syntaktischen Erörterungen verwerthet worden. Wenn auch sonst 
dieser „Dritte Haupttheil" der Grammatik ein ganz anderes Gepräge trägt, 
als früher, so rührt dies hauptsächlich von der Notwendigkeit her, mit 
zahlreichen Resten einer veralteten Exegese aufzuräumen und die bisherigen 
Belegstellen vielfach durch neue und zutreffendere zu ersetzen. Mit beson- 
derem Danke erkennt dabei der Herausgeber die grosse Beihülfe an, welche 
ihm die Oommentare von Delitzsch gerade in diesem Theile seiner Arbeit 
gewährt haben. 

Nicht minder aber gebührt Herrn Dr. V. Ryssel in Leipzig der 
wärmste Dank für die sachkundige und sorgfältige Ausführung der Correctur 
dieses Werkes, sowie Herrn Dr. J. Eiding in Strassburg für die An- 
fertigung der beigefügten Schrifttafel, von der wir hoffen dürfen, dass sie 
nach Form und Inhalt als eine Zierde des Buches gewürdigt werden wird. 
Wenn ich endlich auch dem Herrn Verleger an dieser Stelle auf das 
nachdrücklichste dafür danken muss, dass er keine Mühe und Kosten ge- 
spart hat, um alle Vorschläge und Wünsche des Herausgebers zu befrie- 
digen, so mag dieser Umstand zugleich als eine Rechtfertigung für mich 
dienen, wenn ich mich nicht entschliessen konnte, um geringfügiger Ab- 
änderungen willen eine Erneuerung der kostspieligen Stereotypplatten zu 
den Paradigmen am Schlüsse des Buches zu fordern, zumal eine solche 
erst noch bei Gelegenheit der 21. Auflage stattgefunden hatte. 

So möge denn dieses Buch, obwohl es nur Dienstleistungen im Vorhof 
des Heiligthums für sich in Anspruch nimmt, auch in seiner neuen Gestalt 
den Wunsch erfüllen helfen, mit welchem die letzte Vorrede des sei. 
Madiger abschliesst, dass in ihm „die hebräische Sprachwissenschaft und 
damit das Verständniss der heiligen Schriften des Alten Testaments ge- 
fördert und verbreitet werde. u 

Basel, im April 1878. 

E. Kautzsch. 



INHALT. 



Einleitung. 

8eite 

§. 1. Ton den semitischen Sprachen überhaupt 1 

§. 2. Uebersicht über die Geschichte der hebräischen Sprache .... 7 

§. 3. Grammatische Bearbeitung der hebräischen Sprache 15 

§. 4. Eintheüung und Anordnung der Grammatik ......... 17 

Erster Haupttheil. Elementarlehre oder von den 
Lauten und den Schriftzeichen. 

Erstes Capitel. Von den einzelnen Lauten und Schriftzeichen. 

§. 5. Von den Consonanten. Gestalt und Namen derselben 19 

§. 6. Aussprache und Eintheüung der Consonanten 22 

§. 7. Von den Vocalen überhaupt, Vocalbuchstaben und Vocalzeichen 26 

§. 8. Von den Vocalzeichen insbesondere 29 

§. 9. Charakter und Geltung der einzelnen Vocale . . 33 

§. 10. Von den halben Vocalen und dem Sylbentheiler (S e wä) .... 38 

§. 11. Von den übrigen Lesezeichen 41 

§. 12. Vom Dägeg überhaupt und DageS forte insbesondere 42 

§. 13. Vom DägeS lene 42 

§. 14. Mapplq und Bäphe 43 

§. 15. Von den Accenten 44 

§. 16. Vom Maqqeph und Metheg 47 

§. 17. Von dem QM und dem K^thib 49 

Zweites Capitel. Eigenthümlichkeiten und Veränderungen der 

Laute, von den Sylben und dem Tone.^ 

§. 18. Im Allgemeinen 50 

§. 19. Veränderungen der Consonanten 50. 

§. 20. Verdoppelung der Consonanten, wo sie statt hat oder unterbleiben 

mus8 52 

§. 21. Aspiration der Tenues, wo sie eintritt und wo nicht ...... 55 

§. 22. Eigenschaften der Kehllaute 57 

§. 23. Von der Schwäche der Hauchlaute « und n 60 

§. 24. Veränderungen der schwachen Buchstaben i und ^ 62 

§. 25. Feste (unverdrängbare) Vocale 64 

§. 26. Von der Sylbenbüdung und deren Einfluss auf Länge und Kürze 

der Vocale . , . . 65 

§. 27: Veränderung der Vocale, vorzüglich in Betreff der Quantität . • 68 

§. 28. Hervortreten neuer Vocale und Sylben • . . . 72 

,§. 29. Vom Tone, dessen Veränderungen und der Pausa ....... 74 



VHI Inhalt. 

Zweiter Haupttheil. Formenlehre oder von 

den Bedetheilen. 

8«ite 
§. 30. Von den Wortstammen und Wurzeln (Bilitera, Trilitera, Quadri- 

litera) 78 

§. 31. Tom grammatischen Formenbau 83 

Erstes Capitel. Vom Pronomen. 

§. 32. Vom Personalpronomen. Pronomen separatum 84 

§. 33. Pronomen suinxum 87 

§. 34. Das Pronomen demonstrativum 88 

§. 35. Der Artikel 89 

§. 36. Das Pronomen relativum 91 

§. 37. Das Pronomen interrogatiyum und indefinitum 91 

Zweites Capitel. Das Verbum. 

§. 38 — 41. Allgemeine Uebersicht 92 

L Das starke Verbum, 

§. 42. Im Allgemeinen 97 

A. Die einfache Form oder Qal. 

§. 43. Form und Bedeutung derselben 98 

§. 44. Perfectum Qal und dessen Flexion 98 

§. 45. Infinitiv 101 

§. 46. Imperativ • 102 

§. 47. Imperfect und dessen Flexion 103 

§. 48. Verkürzung und Verlängerung des Imperfect und Imperativ : Jusriv 

und Cohortativ 107 

§. 49. Perfect und Imperfect mit Wäw consecutivum 109 

§. 50. Vom Particip 112 

B, Verba derivativa oder abgeleitete Conjugationen. 

§. 51. Niph'al 113 

§. 52. Pi'el und Pu'al 115 

§. 53. Hiph'il und Hoph'al 119 

§. 54. Hithpa>el 122 

§. 55. Seltenere Conjugationen 124 

§. 56. Quadrilitera 126 

C. Starkes Verbum mit Pronominal-Suffixen. 

§. 57. Im Allgemeinen 126 

§. 58. Die Pronominal-Sufflxe des Verbi 127 

§. 59. Perfectum mit Pronominal-Suffixen 13° 

§. 60. Imperfectum mit Pronominal-Suffixen ..... .^ 132 

§. 61. Infin., Imper. und Partie mit Pronominal-Suffixen 133 

n. Das schwache Verbum. 
A. Verba mit Gutturalen. 

§. 62. Im Allgemeinen ' J34 

§. 63. Verba primae gutturalis • . . . . 135 

§. 64. Verba mediae gutturalis • * • • • *38 

§. 65. Verba tertiae gutturalis 140 

B. Verba contraeta. 

§. 66. Verba primae radicalis Nun (f ») . J*J 

§. 67. Verba mediae radicalis geminatae (9 9) 143 

C. Schwächste Verba. (Verba quiescentia.) 

§. 68. Verba »"» •„ • * • • u ™ 

§. 69. Verba *"t. Erste Classe oder ursprüngliche^ t 150 

§. 70. Verba *"t. Zweite Classe oder eigentliche ^» 154 

§. 71. Verba *"d. Dritte Classe, mit Assimil. des Jod 155 

§. 72. Verba i"* ™ 

§. 73. Verba •>"* lö1 



Inhalt. IX 

Seite 

§. 74. Verba * u h .163 

§. 75. Verba n'*> 164 

§. 76. Verba mit doppelter Schwäche . . • 172 

§. 77. Verwandtschaft der schwachen Verba unter einander 173 

78. Verba defectiva 174 



Drittes Capitel. Das Nomen. 

§. 79. Uebersicht 175 

§. 80. Von der Geschlechtsform der Nomina . 176 

§. 81. Abstammung der Nomina 179 

§. 82. Nomina primitiva 179 

§. 83. Nomina verbalia überhaupt 180 

§. 84. Nomina derivata vom starken Stamme 182 

§. 85. Nomina derivata von schwachen Stämmen . • 186 

§. 86. Nomina denominativa 188 

§. 87. Vom Plural 189 

§. 88. Vom Dual 192 

§. 89. Der Genetiv und der Status constructus 194 

§. 90. Reste alter Gasusendungen 196 

§. 91. Das Nomen mit Pronominal-Suffixen 200 

§. 92. Vocalveränderungen im Nomen 204 

§. 93. Paradigmen der Masculina 206 

§. 94. Die Bildung der Feminina 216 

§. 95. Paradigmen der Feminina 218 

§. 96. Nomina von eigentümlicher Bildung 222 

§. 97. Zahlwörter a) Cardinalia 224 

§. 98. b) Ordinalzahlen 227 

Viertes Capitel. Von den Partikeln. 

§. 99. Uebersicht 228 

§. 100. Adverbia 230 

§. 101. Präpositionen 232 

§. 102. Präpositiones praefixae 232 

§. 103. Präpositionen mit Pronominal-Suffixen und in Pluralform . . . 234 

§. 104. Conjunctionen 237 

§. 105. Interjectionen 239 

Dritter Haupttheil. Syntax. 

Erstes Capitel. Syntax des Nomen. 

§. 106. Umschreibung des Adject. durch Subst., Abstractum pro Concreto 240 

§. 107. Bezeichnung des Geschlechts der Nomina 241 

§. 108. Vom Plural und den Collectivis 245 

§. 109—111. Gebrauch des Artikels 249 

§. 112. Verbindung des Substantivs mit dem Adjectiv 254 

§. 113. Von der Apposition 255 

§. 114. Vom Genetiv 255 

§. 115. Umschreibung des Genetiv 257 

|. 116. Weiterer Gebrauch des Status constructus 258 

§. 117. Darstellung der übrigen Casus 260 

§. 118. Gebrauch des Accusativ 261 

§. 119. Umschreibung des Comparativ und Superlativ 263 

§. 120. Syntax der Zahlwörter 265 

Zweites Capitel. Syntax des Pronomen. 

§. 121. Gebrauch des Personalpronomen 267 

§. 122. Vom Demonstrativ- und Fragepronomen 270 

§. 123. Relativpronomen und Relativsätze 271 

§. 124. Ausdruck solcher Pronomina, für welche die hebräische Sprache 

keine eigenen Formen hat 274 



Inhalt. 



Drittes Capitel. Syntax des Verbi. geite 

§. 125. Gebranch der Tempora im Allgemeinen 276 

§. 126. Gebrauch des Perfect 276 

§. 127. Gebrauch des Imperfect 281 

§. 128. Gebrauch des Cohortativ und Jussiv 285 

§. 129. Gebrauch des Imperfect mit "Wäw consecutivum 287 

§. 130. Vom Imperativ 288 

§. 131. Gebrauch des Infinitivus absolutus 289 

§. 132. Infinitivus coristructus 293 

§. 133. Verbindung des Inf. constr. mit Subject und Object 294 

§. 134. Gebrauch des Particip * 296 

§. 135. Construction des Particip 298 

§. 136. Ausdruck des Optativ 299 

§. 137. Personen des Verbi 299 

§. 138. Verba mit dem Accusativ 301 

§. 139. Verba mit doppeltem Accusativ 303 

§. 140. Verba mit Präpositionen 304 

§. 141. Oonstructio praegnans . 304 

§. 142. Verbindung zweier Verba zu Einem Begriffe . 305 

143. Construction der Passiva 307 



Viertes Capitel. Verbindung des Subjects mit dem Prädicate. 

§. 144 a Unterschied des Nominal- und Verbalsatzes . 308 

§. 1446 Ausdruck der Copula im Nominalsatz 310 

§. 145. Stellung der Redetheile im Satze. Casus absoluti 311 

§. 146—147. Verhältniss des Subjects und Prädicats in Rücksicht auf 

auf Genus und Numerus 312 

§. 148. Construction zusammengesetzter Subjecte 316 

Fünftes Capitel. Gebrauch der Partikeln. 

§. 149. Allgemeines 317 

§. 150. Von den Adverbien ; . . . . 317 

§. 151. Construction der Adverbien 319 i- 

§. 152. Von den Verneinungswörtern 320 « 

§. 153. Von den Fragewörtern und -Sätzen 322 

§. 154. Von den Präpositionen 324 

§. 155. Von den Conjunctionen 329 

§. 156. Von den Interjectionen 334 

Paradigmen * 335 

Register 358 

Zusätze und Berichtigungen 370 



EINLEITUNG. 



§. l. 
Von den semitischen Sprachen überhaupt. 

1. Die hebräische Sprache ist ein Zweig eines grösseren vorder- 
asiatischen Sprachstammes, welcher in Palästina, Phönicien, Syrien, 
Mesopotamien, Babylonien, Assyrien und Arabien, also in den 
Ländern vom Mittelmeer bis über den Euphrat und Tigris hinaus 
und von den armenischen Gebirgen bis zur Südküste Arabiens ein- 
heimisch war, aber schon im Alterthume von Arabien aus auch 
über Habessinien und durch phönicische Colonien über mehrere 
Inseln und Küsten des Mittelmeeres und namentlich über die kar- 
thagische Küste sich verbreitete. Es fehlt an einem zusammen- 
fassenden antiken Namen für die Sprachen und Völker dieses 
Stammes: indess ist der Name Semiten, semitische Sprachen (davon 
entlehnt, dass nach 1 Mos. 10, 21 ff. fast sämmtliche diese Sprachen 
redende Völker von Sem abstammen) jetzt allgemein angenommen 
und auch von uns beibehalten 1 . 

2. Die Verzweigung der bisher näher bekannten semitischen 
Sprachen stellt sich in folgender Uebersicht dar: 

I. Südsemitischer od. Arabischer Zweig. Zu demselben gehört 
ausser der klassischen Schriftsprache der Araber u. dem modernen 
sogen. Vulgärarabisch: das auf Inschriften erhaltene ältere Süd- 
arabische od. Himjarische und als eine Abzweigung desselben das 
Aethiopische (in Habessinien). 

II. Mittelsemitischer od. Canaanitischer Zweig. Hierher gehört 
das Hebräische des A. T. mit seinen Ausläufern (Sprache der 



1 Von Sem werden a. a. O. abgeleitet die aramäischen und arabischen Stämme 
nebst den Hebräern , aber nicht die Canaaniter (Phönicier), welche auf Harn zurück- 
geführt sind (Vs. 6. 15 ff.), obwohl ihre Sprache entschieden zu den jetzt sogenannten 
semitischen gehört. Die Sprache der Assyrer, über die man lange in Ungewissheit 
war, hat sich als eine semitische erwiesen, wie denn auch Assur 1 Mos. 10, 22 unter 
den Semiten steht. 

Gesenius, hebt. Grammatik. XXII. Aufl. 1 



2 Einleitung. 

Mischna oder Neuhebräisch, Rabbinisch u. s. w.), ferner das Phö- 
nicische mit dem Punischen (in Karthago und dessen Colonien) und 
die anderweitigen Reste canaanitischer Dialekte (Ortsnamen, Denk- 
mal des moabitischen Königs Mesa u. s. w.). 

III. Nordsemitischer od. Aramäischer'Zweig. Derselbe zerfällt 
in 1) das Ostaramäische oder Syrische (die Schriftsprache der 
christlichen Syrer), von welchem die Religionsbücher der Mandäer 
(Nasoräer, Sabier, sogen. Johannesjünger) einen sehr gesunkenen 
Dialekt repräsentiren; eine jüdische Umbildung des Syrischen stellt 
sich in der Sprache des babylonischen Talmud dar. 2) das West- 
aramäische oder Palästinensische Aramäisch (fälschlich auch Chal- 
däisch genannt). Letzterer Dialekt ist im A. T. durch zwei Worte 
1 Mos. 31, 47, durch den Vers Jer. 10, 11 und die Abschnitte Dan. 2, 
4 — 7, 28. Ezra 4, 8 — 6, 18 und 7, 12 — 26 vertreten, ausserdem 
aber durch ein umfängliches Gebiet der jüdischen Literatur (Tar- 
gumim, palästin. Gemaren u. s. w.). Zu demselben Zweige gehört 
auch das (mit hebräischen Formen gemischte) Samaritanische und 
das Idiom der sogen. Nabatäischen Inschriften (abgesehen von der 
mehr arabischen Färbung der Eigennamen) auf der Sinaihalbinsel, 
im Osten Palästinas u. s. w. 

Als ein besonderer Zweig (der „ostsemitische") kann endlich 
auch IV. die Sprache der assyrisch-babylonischen Keilinschriften 
(3. Gattung der sogen. Achämenideninschriften) betrachtet werden. 
— Reducirt man obige Viertheilung auf zwei Hauptgruppen, so 
ist No. I als das Südsemitische den drei andern Zweigen als dem 
Nordsemitischen gegenüberzustellen. 

Alle diese Sprachen stehen in einem ungefähr ähnlichen Verhältniss zu 
einander, wie die der germanischen Sprachenfamilie (Gothisch, Altnordisch, 
Dänisch, Schwedisch; Hoch- und Niederdeutsch in älteren und jüngeren 
Mundarten), oder wie die slawischen Sprachen (Littauisch, Lettisch; Alt- 
slawisch, Serbisch, Bussisch; Polnisch, Böhmisch). Sie sind jetzt theils ganz 
ausgestorben, wie das Phönicische und Assyrische, theils existiren sie nur 
noch in alterirter und verkümmerter Form, wie das Neusyrische bei Juden 
und syrischen Christen in Mesopotamien und Kurdistan, das Aethiopische 
(Geez) in den neueren habessinisohen Dialekten (Tigre, Amharisch), auch das 
Hebräische bei einem Theile der heutigen Juden (in deren Schriften jedoch 
häufig auch eine Beproduction der Sprache des A. T. angestrebt wird). Nur 
die arabische Sprache hat nicht nur ihre ursprünglichen Wohnsitze, das 
eigentliche Arabien, bis heute behauptet, sondern ist auch nach allen Seiten 
hin in andere Sprachgebiete vorgedrungen. 

Begrenzt wird der semitische Sprachstamm im Osten und Norden von 
einem andern noch weit ausgebreiteteren, welcher sich von Indien her bis in 



§. 1. Von den semitischen Sprachen. 3 

den Westen Europa's erstreckt und, da er in den verschiedensten Ver- 
zweigungen das Indische (Sanskrit), Alt- und Neupersische, Griechische, 
Lateinische, Slawische, das Gothische nebst den übrigen germanischen 
Sprachen umfasst, der indogermanische genannt wird. Mit der altägyptischen 
Sprache, deren Abkömmling die koptische ist, hat das Semitische von ältester 
Zeit her manches Gemeinsame; anderseits aber zeigen sich auch tiefgehende 
Unterschiede. Einen dem Semitischen ganz fremden Charakter tragen die 
Sinesi8che, die Japanische, die Tatarischen und andere Sprachen. 

3. Der grammatische Bau des semitischen Sprachstammes zeigt, 
anderen Sprachstämmen und insbesondere auch dem indogerma- 
nischen gegenüber, viele Eigenthümlichkeiten, welche in ihrer Ge- 
sammtheit seinen besonderen Charakter bilden, wenn auch manche 
derselben sich einzeln in anderen Sprachen wiederfinden. Solche 
sind: a) Unter den Gonsonanten, welche überhaupt den Kern und 
Körper dieser Sprachen bilden, eigenthümliche Kehllaute in meh- 
reren Abstufungen; die Vocale, von den drei Hauptlauten (a, i, u) 
ausgehend, unterliegen innerhalb desselben Consonantengerippes 
starken Veränderungen zum Ausdruck von mehr untergeordneten 
Unterscheidungen; b) die fast durchgängige Triliteralität (Zu- 
sammensetzung aus drei Consonanten) der Wortstämme; c) die 
Beschränkung auf nur zwei Tempus-Formen mit eigenthümlich ab- 
gegrenztem Gebrauch im Verbum und d) auf nur zwei Geschlechter 
(Masc. und Femin.) im Nomen; ausserdem kommt bei letzterem 
die vielfach eigenthümliche Darstellung der Casusverhältnisse in 
Betracht; e) die Bezeichnung der Casus obliqui des Pronomen 
person., sowie des gesammten Pron. possess. und des Object- 
accusativs beim Verbum durch angehängte Formen (Suffixa); f) der 
fast gänzliche Mangel an Compositis, sowohl im Nomen (abgesehen 
von zahlreichen Eigennamen), als im Verbum; g) die grosse Ein- 
fachheit in der Darstellung der syntaktischen Verhältnisse (geringe 
Zahl der Partikeln, Vorherrschen der einfachen Aneinanderreihung 
ohne periodische Gliederung). Doch bildet in dem zuletzt ge- 
nannten Punkte das classische Arabisch eine nicht unerhebliche 
Ausnahme. 

4. Auch in lexicalischer Hinsicht entfernt sich der Sprachschatz 
der Semiten wesentlich von dem der indogermanischen Sprachen; 
immerhin zeigt sich hier anscheinend mehr Uebereinstimmendes, 
als in grammatischer Hinsicht. Gar manche Stamm- und Wurzel- 
wörter treffen dem Laute nach mit gleichbedeutenden des indo- 
germanischen Sprachstammes zusammen. Aber abgesehen von den 
geradezu entlehnten Ausdrücken (s. nachher), scheint sich das 

l* 



4 Einleitung. 

wirklich Aehnliche theils auf schallnachahmende Wörter (Onomä- 
topoetica), theils auf solche zu beschränken, bei denen eine gleiche 
oder ähnliche Bedeutung schon aus der Natur der gleichen Laute — 
auf Grund eines den verschiedensten Sprachstämmen gemeinsamen 
Bildungstriebes — hervorging. Weder das eine noch das andere 
begründet historische (gentilicische) Verwandtschaft, zu deren 
näherem Erweis ohnedies auch die Uebereinstimmung des gram- 
matischen Baues nothwendig gehören würde. 

Als Onomatopoetica oder wegen gleicher Natur der Stammlaute lassen sich 
z. B. zusammenstellen ppfc, T£?^, Xsfyco, lingo, sanskr. lih, engl, to lick,' franz. 
lecher, lecken; bba (verw. SäK, iiS), x(XX<o, x£XX<o, xu\{<o, volvo, quellen, 
wallen, engl, to well; *i^a, ü^in, ti^ri, yapaLTTu), pers. kharidan, ital. grattare, 
franz. grauer, engl, to grate, to Scratch, kratzen; p^)B frango, brechen u. s. w. 
Ein Beispiel etwas anderer Art ist am, ham (satn), gam, kam in der Bedeutung 
sammt, zusammen: im Hebr. ÖBK (wovon rtQK Volk, eigentlich Versammlung), 
D3 mitsammt, ööä (wovon öä dazu), arab. Saä sammeln; pers. ham, hamah, 
zugleich; sanskr. amä, mit, griech. &|xa (ä|A<pa>), 6ja6c, 6(xou (5(xtXoc, 8|xa8oc) 
und härter xotvo;, lat. cum, cumulus, cunctus, mit dem correspondirenden 
Zischlaute sanskr. «am, griech. <jov, £uv, £ov6c = xotväc, goth. »awa, unser 
sammt, sammeln: obwohl manches von dem Angeführten noch seine erheb- 
lichen Bedenken hat. 

Wesentlich verschieden von jenem mehr innerlichen Zusammen- 
hange ist ein solches Vorkommen derselben Wörter in verschie- 
denen Sprachen, welches auf direkter Entlehnung der einen Sprache 
aus der andern beruht. Solche Lehnwörter sind: 

a) Im Hebr.: einige Bezeichnungen für Dinge, die ursprünglich in Indien, 
Persien oder Aegypten einheimisch waren; z. B. ik 1 ? (ägypt. ior, iero, iaro) 
Strom, Nil; *fiK (ägypt. dke) Nilschilf; DViÖ (altpers. pairidiz = irapaSstcioc) 
Lustgarten, Park; fraS 1 ^ Darikus, persische Goldmünze; ta**3ft, Pfauen, vom 
sanskr. gikhi, malabar. togäi. Einige derselben sind auch im Griechischen 
vorhanden, wie fcfip (sanskr. kapi) Affe, xtjitoc, xrjßoc; 00^3 (pers. kirpäs, 
sanskr. karpäsa) Baumwolle, xapiraooc, carbasus. 

b) Im Griechischen etc.: einige urspr. semitische Benennungen asiatischer 
Producte und Handelsartikel, z. B. ^a ßo<j<jo$, byssus; riihb XCßavo;, Xißavto- 
t6<;, Weihrauch; hajj xdvT), xavvot, canna Bohr; *p3d x6jmvov, cuminum 
Kümmel; 1b |xu^a, myrrha; n^Sjp xaaaCa, cassia; b»S xajiTjXos, camelus; 
lfiyys> a£(iaßu>v, arrhabon, arrha Handgeld. Solche Uebergänge mögen 
besonders -durch den phönicischen Handel vermittelt sein. 

5. Wie die Schrift niemals so vollkommen ist, dass sie die 
Laute einer Sprache in allen ihren Färbungen bezeichnen könnte, 
so hat die Schrift der Semiten von Haus aus eine besonders auf- 
fallende Unvollkommenheit darin, dass in derselben nur die Con- 
sonanten (die allerdings den Kern und Körper der Sprache 



§. 1. Von den semitischen Sprachen. 5 

ausmachen) als wirkliche Buchstaben an einander gereiht, yon den 
Vocalen dagegen höchstens die gedehnten durch gewisse stell- 
vertretende Consonanten ausgedrückt wurden (§. 7). Erst später 
kamen, um sämmtliche Vocale für das Auge darzustellen, beson- 
dere kleine den Consonanten untergeordnete Zeichen (Punkte oder 
Striche unter und über denselben) hinzu (§. 8), welche aber für 
Geübtere auch wieder ganz weggelassen werden. Ausserdem hat 
die semitische Schrift sehr beständig die Richtung von der Rechten 
zur Linken 1 , — Alle semitischen Schriftarten gehen trotz ihrer 
theilweise grossen Verschiedenheit von einem und demselben Ur- 
alphabet aus, dessen treuestes Abbild unter den noch vorhandenen 
Schriftarten die altphönicische Schrift bewahrt hat, mit welcher die 
althebräische nahezu identisch war (§. 5, 1) und von welcher auch 
die altgriechische und mittelbar alle europäische Schrift abstammt. 

S. die beigegebene Schrifttafel, welche das Verhältniss einiger der älteren 
semitischen Schriftarten zu einander und besonders die Entstehung der 
jetzigen hebräischen Schrift aus der früheren zeigen soll. Eine etwas voll- 
ständigere Ueb ersieht s. in Gesenius Scripturae linguaeque Phoeniciae monu- 
menta, P. I (Lipsiae 1837. 4.) S. 15 ff. und P. DI, Tab. 1 — 5, auch dessen Art. 
Paläographie in Ersch und Gruber's Encyclop. Sect. in, Bd. 9. Durch seit- 
dem aufgefundene zahlreiche Monumente ist jedoch unsere Kenntniss der 
semitischen Schrift, besonders auch der phönicischen , bedeutend erweitert 
und berichtigt worden. Vergl. besonders die Tafeln de YoguVs in VoL XI 
der Bevue archeol. (Par. 1865) und in desselben Melanges d'archeologie 
Orientale (Par. 1868) hinter pg. 141; ferner: Paul Schröder, die phönic. 
Sprache (Halle 1869. 8.) S. 75 ff.; Lenormant Essai sur la propagation de 
TAlphabeth Phenicien dans l'ancien monde. Tom. L 2 me ed. Paris 1875 (nicht 
ohne Vorsicht zu gebrauchen). — Die beste und reichhaltigste Schrifttafel 
ist zur Zeit die von Jul. Euting im Anhang zu Curtiss engl. Uebersetzung 
von Bicketts Grundriss der hebr. Sprache (Leipz. 1877). 

6. Was das relative Alter der semitischen Sprachen betrifft, so 
liegen uns die ältesten semitischen Schriftstücke in den älteren 
Texten des Alten Testaments in hebräischer Sprache vor (s. §. 2); 
die jüdisch-aramäischen beginnen um die Zeit des Cyrus (im Buche 
Ezra), die des arabischen Stammes gar erst in den nächsten Jahrhh. 
n. Chr. (himjarische Inschriften, äthiop. Bibelübersetzung im 4. Jh., 

1 Die himjarische Schrift läuft bisweilen auch von der Linken zur Rechten und 
selbst abwechselnd in beiden Eichtungen {bustrophedon), doch in der Regel von rechts 
nach links. In der äthiop. Schrift ist die Richtung von links nach rechts herrschend 
geworden, vielleicht in Folge griechischen Einflusses; einige alte Inschriften zeigen 
indess noch die umgekehrte Richtung. Auch die assyrische Keilschrift läuft von links 
nach rechts, ist jedoch ohne Zweifel von einem nichtsemitischen Volke entlehnt. 



6 Einleitung. 

nordarab. Literatur seit d. 6. Jh. n. Chr.). Aber eine andere Frage 
ist es, welche von diesen Sprachen dem ursprünglichen semitischen 
Typus am längsten und am meisten treu geblieben, also in einer 
älteren Phase ihrer Entwickelung auf uns gekommen ist. Denn 
die langsamere oder raschere Umbildung der Sprachlaute und 
Sprachformen im Munde der Völker und Volksstämme ist noch 
durch ganz andere Ursachen bedingt, als durch das Sichaufthun 
einer Literatur, und oft ist der Organismus einer Sprache, beson- 
ders durch frühzeitiges Zusammenstossen mit Völkern . fremder 
Zunge, schon stark alterirt, ehe es zu einer Literatur kommt. So 
sind auf semitischem Gebiete die aramäischen Dialekte am meisten 
und am frühesten verfallen; demnächst das Hebräisch-Canaanitische 
und in seiner Weise das Assyrische; am längsten aber bewahrte 
das Arabische die natürliche Fülle und ursprüngliche Reinheit der 
Laute und Wortformen, da es bei den abgeschlossenen Stämmen 
der Wüste ungestörter in seinem vollständig ausgeprägten Orga- 
nismus beharren konnte 1 , bis durch die Umwälzung des Muham- 
medanismus auch hier stärkerer Verfall eintrat, so dass es nun um 
so viel später ungefähr die Stufe erreichte, auf welcher wir das 
Hebräische schon im A. T. finden. 

Daher die Erscheinung, dass das Althebräische in seinem grammatischen 
Bau mehr mit dem Neuarahischen als mit dem Altarabischen zusammen- 
stimmt, und dass das letztere, obwohl es als Schriftsprache erst in einer 
jüngeren Periode hervortritt, doch einen in vieler Hinsicht vollkommneren 
Bau und frischere Lautverhältnisse bewahrt hat, als die anderen semitischen 
Sprachen, und daher unter diesen eine ähnliche Stellung einnimmt, wie das 
Sanskrit unter den indogermanischen Sprachen oder das Gothische in dem 
engeren Kreise der germanischen. Wie sich eine Sprache mitten unter ver- 
fallenden Schwestern den volleren Organismus bewahren kann, zeigt z. B. die 
littauische gegenüber den eigentlich sogen, slawischen Sprachen. In ähnlicher 
Weise hielt das Dorische mit zäher Ausdauer an älteren Lauten und Formen 
fest; so das Friesische und Isländische unter den german. und nordischen 
Sprachen. Aber auch der zäheste Sprachorganismus verkümmert oft wenig- 
stens in einzelnen Formen und Bildungstrieben, während umgekehrt bei sonst 
allgemeinem Verfall hie und da Ursprüngliches und Alterthümliches stehen 
bleibt. So geschah es auch bei den semitischen Sprachen. Auch die arabische 
Sprache hat ihre Lücken und ihren jüngeren Zuwachs; im Allgemeinen 
jedoch gebührt ihr, vorzüglich in Hinsicht des Vocalismus, der Vorrang. 

Die nähere Begründung und weitere Ausführung dieser Sätze gehört in 
eine vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. Aus dem Gesagten 



1 Noch heute zeigt sich die Sprache der Wüstenbeduinen viel reiner und alter- 
thümücher, als die der Stadtaraber. 



§. 2. Geschichte der hebräischen Sprache. 7 

ergiebt sich jedoch: 1) dass die hebräische Sprache, wie sie in der alten 
heiligen Literatur der Hebräer auftritt, in Betreff ihres Organismus schon 
bedeutendere Verluste erlitten hat, als die weit später in unsern historischen 
Gesichtskreis tretende arabische Sprache; 2) dass wir der letzteren dem- 
ungeachtet nicht geradezu und in allen Stücken die Priorität einräumen 
können; dass wir es aber 3) für einen Fehlgriff halten müssen, wenn Manche 
das Aramäische wegen seiner (erst durch Verkümmerung des Organismus und 
durch Zusammenschrumpfen der Formen herbeigeführten) Einfachheit als 
die ursprüngliche Gestaltung des Semitismus betrachten wollen. 

Ueber Charakter, Literatur, grammatische und lexicalische Bearbeitung 
der semit. Sprachen s. u. A. die Vorrede zu Gesenius hebr. Handwörterb. 
von der zweiten Ausgabe an; de Wette- Schröder, Lehrbuch der hisk-krit. 
Einleitung in die kanon. u. apokryph. Bücher des A. T. (8. Aufl. Berlin 1869) 
pg. 71 ff.; F. Bleek, Einleitung in das A. T. (8. Aufl. von Ad. Kamphausen, 
Berl. 1870) pg. 37 ff.; L. Diestel, Gesch. des A. T. in der christl. Kirche 
(Jena 1869). 

§. 2. 

Uebersicht über die Geschichte der hebräischen Sprache. 

8. Gesenius Geschichte der hebr. Spraohe und Schrift. Leipzig 1816. §. 6 — 18. E. Benan, bistoire 
generale des langues semitiques. I. 4. Ausg. Par. 1864. Th. Nöldeke, Art. „Sprache, hebräische'' 
in Schenkel'a Bibel-Lexikon. Bd. V. Leipzig 1876. Bertheau „Hebräische Sprache" in Hersogs 

Bealencyklopädie. 

1. Mit dem Namen der hebräischen Sprache bezeichnen wir ge- 
wöhnlich die Sprache der heiligen Schriften des israelitischen 
Volkes, welche die kanonischen Bücher des Alten Testaments aus- 
machen. Man nennt sie auch wohl althebräisch im Gegensatz zu 
dem Neuhebräischen in jüdischen Schriften der nachbiblischen Zeit 
(§. 3, 1). Der Name: hebräische Sprache (tV*\l? 'filöb, yXÄooa xtov 
'Eßpauov, Ißpaioti) kommt im A. T. selbst nicht vor; statt dessen 
findet sich Jes. 19, 18 die (dichterisch gefärbte) Bezeichnung Sprache 
Canaans (vom Lande, in welchem sie gesprochen wurde), und tWMFVj 
judäisch 2 Kön. 18, 26. 28 (vgl. Jes. 36, II. 13), Nek 13, 24, in 
letzterer Stelle schon dem späteren (nachexilischen) Sprach* 
gebrauche zufolge, welcher die Benennung Juden, jüdisch, all- 
mählich auf die ganze Nation ausdehnte (so bei Haggai, Nehem. 
und im B. Esther). 

Der Name Hebräer ip^W 'Eßpouot, Hebraei) unterscheidet sich von 
Israeliten (btitiV* *33) so, dass letzterer mehr die Geltung eines nationalen 
und zugleich religiös bedeutsamen Ehrennamens hatte, welchen sich das Volk 
selbst beilegte mit Beziehung auf seine Abkunft von glorreichen Vorfahren, 
während ersterer als der vermuthlich ältere, aber minder bedeutungsvolle; 
Volksname erscheint, unter welchem die Nation bei den Ausländern bekannt 



8 Einleitung« 

war. Demgemäss ist im A. T. von Hebräern fast nur die Bede, wo es sich 
entweder um eine Selbstbezeichnung gegenüber Ausländern (1 Mos. 40, 15. 
2 Mos. 2, 7. 3, 18 al. Jon. 1, 9) oder um eine Bezeichnung im Munde von 
Nichtisraeliten (1 Mos. 39, 14. 17. 41, 12 al.) oder endlich um einen nationalen 
Gegensatz handelt (1 Mos. 14, 13. 43, 32. 2 Mos. 2, 11. 13. 21, 2; -auffällig ist 
der Gebrauch 1 Sam. 13, 3. 7 u. 14, 21. Bei den Griechischen und Bömischen 
Schriftstellern, so wie bei Josephus, findet sich von jenen beiden Namen nur 
'Eßpouoi, Hebraei etc. Von den zahlreichen Deutungen des Gentüicium **OS 
scheint sprachlich nur die Herleitung von *G9, jenseitiges Land, mit der 
Ableitungssylbe **— — (§. 86, 2, 5) berechtigt. Der Name bezeichnete darnach 
eigentlich den Jenseitigen, d. h. jenseits (östlich) vom Euphrat wohnenden 
und hätte somit ursprünglich nur im Munde der Völker diesseits des Euphrat 
einen Sinn. Allerdings wäre denkbar, dass er sich auch nach der Ueber- 
schreitung des Euphrat durch die Abrahamiden als ein althergebrachter 
erhalten und in gewissen Grenzen (s. o.) bei ihnen selbst eingebürgert hätte. 
Immerhin bleibt bei dieser Erklärung noch manche Schwierigkeit und es 
dürfte schliesslich doch auf alter und richtiger Erinnerung beruhen, wenn 
die hebr. Genealogen durch ihre Zurückführung auf das Patronym Eber 
(1 Mos. 10, 2. 4 Mos. 24, 24 dem Namen eine ursprünglich viel umfassendere 
Bedeutung beilegen, obschon die uns zugängliche Ueberlieferung von keinen 
andern Söhnen Ebers mehr weiss, als eben den Israeliten. 

Der Ausdruck kfipa'iazi findet sich zur Bezeichnung des Althebräischen 
zuerst im Prolog zu Jesus Sirach (um 130 v. Chr.), im N. T. Offenb. 9, 11; 
dagegen dient er Joh. 5, 2. 19, 13. 17, vielleicht auch 19, 20. Offenb. 16, 16 
zur Bezeichnung der damaligen (mehr aramäischen) Landessprache Palästinas 
im Gegensatz zum Griechischen. In letzterem Sinn ist ohne Zweifel auch die 
£ßpat< äiaXextoc Apostelgesch. 21, 40. 22, 2 und 26, 14 zu verstehen. Auch 
Josephus braucht hebräisch sowohl vom Althebräischen, wie von der 
aramäischen Landessprache seiner Zeit. 

Heilige Sprache heisst die hebräische Sprache zuerst in den jüdisch- 
aramäischen Uebersetzungen des A. T. als Sprache der heiligen Bücher, im 
Gegensatz zur lingua profana, d. h.der aramäischen Volkssprache. 

2. Ausser dem Alten Testament giebt es nur sehr wenige alt- 
hebräische Schriftmonumente, nämlich 1) Eine im ehemaligen Ge- 
biete des Stammes Rüben, etwa 4 Stunden östlich vom todten 
Meere in den Ruinen der in alter Zeit von Gaditen bewohnten, 
später moabitischen Stadt Dibon (jetzt Dhibän) gefundene, leider 
sehr beschädigte Inschrift von 34 Zeilen, in welcher der moabitische 
König Mesa (Anf. des 9. Jahrh. vor Chr.) über seine Kämpfe mit 
Israel (vgl. 2 Kön. 3, 4 ff.), seine Bauunternehmungen u. A. be- 
richtet 1 ; — 2) Zwanzig geschnittene (Siegel-) Steine mit Schrift, 



1 Dieser in seiner Art einzige Denkstein wurde zuerst im August 1868 an Ort 
und Stelle von dem deutschen Missionar H, A. Klein gesehen, dann aber von den 
Arabern zertrümmert, so dass nur eine unvollständige Oopie der Inschrift zu Stande 



§. 2. Geschichte der hebräischen Sprache. 9 

zum Theil vorexilisch, doch fast nur Namen enthaltend 1 ; — 
3) Münzen des Makkabäischen Fürsten Joh. Hyrkan (135 ff. t. Chr.) 
und seiner Nachfolger 9 . 

3. In der ganzen Reihe der althebräischen Schriften, die uns 
im A. T. vorliegen, wie auch in den ausserbiblischen Denkmälern 
(s. No. 2), erscheint die Sprache — soweit sich nach ihren conso- 
nantischen Bestandtheilen urtheilen lässt — ihrem allgemeinen 
Charakter nach und abgesehen von geringeren Wandlungen der 
Form und von stilistischen Verschiedenheiten (s. No. 6 u. 7) unge- 
fähr auf derselben Stufe der Ent Wickelung; sie mag in dieser Form 
als Schriftsprache frühzeitig fixirt worden sein, und dass die im 
A. T. enthaltenen Bücher als heilige Schriften überliefert waren, 
musste solcher beharrlichen Gleichförmigkeit nur förderlich sein. 

Dieser althebräischen Sprache stand unter allen semitischen Sprachen die 
der canaani tischen oder phönicischen 3 Volksstämme am nächsten, wie einer- 
seits aus den vielen im A. T. vorkommenden canaanitischen Personen- und 
Ortstiamen mit hebräischer Form und Bedeutung (z. B. p'TS—'Sb», *ifiÖ n?^J? 
u. s. w.), andrerseits aus den vorhandenen Ueberresten der phönicischen und 
punischen Sprache erhellt. Die letzteren finden wir in ihrer eigenthümlichen 



gebracht werden konnte. Yergl. Ch. ClermonUQanneau (damals Ganzler des französ. 
Consulats in Jerusalem), La stele de Mesa roi de Moab, Paris 1870., und dess. La 
stele de Dhiban, in d. Bevue archeol., Mars 1870, p. 184 ff. (mit verbesserter Copie); 
Schlottmann, die Siegessäule Mesa's, Halle 1870, und dessen Bevision in Zeitschr. der 
D. Morgen!. Ges. Bd. XXIV, 1870, S. 253 ff. 438 ff. 645 ff. Bd. XXV, 463 iL; 
Nöldeke, die Inschr. des K. Mesa, Kiel 1870., sowie dess. Art. „Mesa" in Schenkel* 8 
Bibellex. Bd. IV. u. a. Abhdll. von Deutsch, Renan, Neubauer, Qinsburg, Frahkel, 
Derenbourg, Harkavy, Geiger, Hitzig, W. Wright (in The North British Beview, Oct. 
1870), Kaemßf. (Vgl. zur Geschichte der Auffindung und zur Literatur des Steins 
bes. den Art. im „Ausland" 1874. No. 48, S. 951 ff. — Eine Photographie der beiden 
grössten Bruchstücke nach den Zeichnungen des Kapitain Warren wurde vom engl. 
Palest-Explor.-Fund veranstaltet. Die hauptsächlichsten Bruchstücke des Steins be- 
finden sich jetzt im Louvre zu Paris. 

* S. Bödiger in Zeitschrift der D. Morgenl. Ges. Bd. HI. (1849) S. 243 u. 347; 
De Vogüi, Melangcs d*archiologie Orientale, Par. 1868, p. 131 — 140; M.A.Levy, Siegel 
u. Gemmen, Bresl. 1869. S. 33 ff. 

2 De Saulcy, Becherches surla numismatique judaique, Paris 1854. u. dess. Numis- 
matique de la terre sainte, Par. 1874.; M. A. Levy, Gesch. der jüd. Münzen, Bresl. 
1862.; Madden, History of Jewish coinage, Lond. 1864. Vergl. die Liter, in Schürer's 
Lehrb. der neutest. Zeitgesch. (Leipz. 1874) S. 11 ff. 

3 1^3, n ??p3 ist der gemeinschaftliche einheimische Name sowohl für die canaa- 
nitischen Stämme in Palästina, wie für die am Fusse des Libanon und an der syrischen 
Küste wohnenden, welche wir Phönicier nennen, während sie sich selbst auf ihren 
Münzen "j^DD nannten. Auch die Punier nannten sich so. 



10 Einleitung. 

Schrift (§. 1, 5) in Inschriften (über 350 an der Zahl) nnd auf Münzen (Ab- 
bildungen gesammelt von Qesenius Monumm. Phoeniciae, Judas, Bourgade, 
Davis, de Vogüi, Levy, P. Schröder, v. Maltzan u. A.). Unter jenen befinden 
sich nur einige wenige öffentliche Documenta, z. B. zwei Opfertarife; bei weitem 
die meisten sind Grab- oder Votivsteine. Von hervorragender Wichtigkeit 
ist die Inschrift auf dem Sarkophag des Königs Esmünazar von Sidon 
(gefunden 1855, jetzt im Louvre, zuerst genau abgebildet in des Herzogs De 
Luynes Memoire sur le sarcophage et Tinscription funeraire d'Esmunazar, roi 
de Sidon, Paris 1856, zuletzt ausführlich erklärt von Schlottmann, Halle 1868 
und von Kaempf, Prag 1874). Hierzu kommen noch einzelne Wörter bei 
griechischen und lateinischen Schriftstellern und die punischen Texte in 
Plauti Poenulus 5, 1 — 3. Aus jenen Monumenten ersieht man die ein- 
heimische Orthographie, aus den griech. und latein. Transscriptionen die 
Aussprache und Yocalisation; beides zusammen giebt ein ziemlich deutliches 
Bild dieser Sprache und ihres Verhältnisses zum Hebräischen. 

Phönicische (punische) Wörter, die in Inschriften vorkommen, sind z. B. 
ba Gott, D1K Mensch, p Sohn, ra Tochter, "]ba König, ^O* Diener, fl* 
Priester, TOT Opfer, i$n Herr, tttott Sonne, "pK Land, D* Meer, pK Stein, 
CpS Silber, im Eisen, HS Zeit, *T3p Grab, K3a Denkmal, Dpa Ort, =DWa 
Buhestätte, ta alles, nna einer, ttAtü drei, ttftatl fünf, ttflü sechs, Ä3W sieben, 
^ittJS zehn, Satt) hören, rttiB öffnen, ^*13 geloben, *pQ segnen, töpa suchen 
u. s. w. Eigennamen: pS Sidon, *12£ Tyrus, WPl Hanno, b$33n Hannibal u. s. w. 
Vgl. M. A. Lern/, phön. Wörterbuch, Bresl. 1864. 

Abweichungen der phönicischen Orthographie und Formenlehre von der 
hebräischen sind z. B. die fast stetige Weglassung der Vocalbuchstaben 
(§. 7, 2), wie ra f. rTO Haus, ip f. Vip Stimme, p* f. yiTtt, D3TD f. ÖWJD- 
Priester, b&K (bei Plaut, alonim) Götter, das Fem. auch im Stat. absol. auf 
n (ath) endigend (§. 80, 2) neben K (6) u. a. m. Auffallender sind die Ab- 
weichungen der Aussprache, besonders im Punischen. Hier sprach man das 
i herrschend wie ü, z. B. BBtü süßt (Richter), Xtbti Salus drei, &n rüs = ttfeh 
Kopf; für i und e häufig den dunkeln stumpfen Laut y, z. B. *3|ri ynnynnu 
(ecce eum), ru$ (WK) yth; das 3> als o, z. B. lp*a Mocar (vgl. has» LXX 
1 Mos. 22, 24 Mto^a). S. die Zusammenstellung der grammatischen Eigen- 
tümlichkeiten bei Qesenius Monumm. Phoen. S. 430 ff.; bei Movers Art. 
Phönizien in Ersch und Gruber's Encyclop. Sect. III, Bd. 24. S. 434 ff.; Paul 
Schröder, die phönic. Sprache, Halle 1869; B. Stade, Erneute Prüfung des 
zwischen dem Phönic. und Hebr. bestehenden Verwandtschaftsgrades (in den 
„Morgenland. Forschungen" Leipz. 1875). 

4. Wie die (No. 2) erwähnte hebräische Stein- und Münzschrift 
nur aus Gonsonanten besteht, so haben auch die Verfasser der alt- 
testamentlichen Bücher sich lediglich der Consonantenschrift be- 
dient (§. 1, 5), und noch heute dürfen nach altem Herkommen die 
geschriebenen Gesetzrollen der Synagogen keine weiteren Zuthaten 
enthalten. Die jetzige Aussprache dieser Consonantentexte , ihre 
Vocalisation, Betonung und gesangartige Vortragsweise beruht auf 
der Ueberlieferung , wie sie sich durch Gewohnheit und in den 



§. 2. Geschichte der hebräischen Sprache. 11 

jüdischen Schulen erhalten hatte und schliesslich durch das 
Punctationssystem (§. 7 ff.) um das 7. Jahrhundert nach Chr. von 
jüdischen Gelehrten festgestellt wurde. 

Eine frühere Entwicklungsstufe der hebräisch-canaanitischen 
Sprache indess, eine Gestaltung derselben, wie sie vor den auf uns 
gekommenen schriftlichen Aufzeichnungen existirt und der gemein- 
samen noch einheitlichen Sprache des semitischen Stammes näher 
gestanden haben muss, lässt sich in ihren Hauptzügen noch jetzt 
erkennen und ermitteln 1) aus manchen in den überlieferten 
Schriften aufbehaltenen Archaismen, besonders in den aus älterer 
Zeit vererbten Personen- und Ortsnamen und in einzelnen vorzüg- 
lich in der Dichtersprache verwendeten Formen, 2) durch Rück- 
schluss aus den überlieferten Wortformen überhaupt, sofern sie 
nach den Gesetzen und Analogieen des Lautwandels deutlich auf 
eine ältere Sprachgestalt zurückweisen, und 3) durch Vergleichung 
der verwandten Sprachen, vorzüglich der arabischen, in welcher 
sich jener ältere Zustand zu einem bedeutenden Theile noch bis in 
spätere Zeit erhalten hat (§. 1, 6). In zahlreichen Fällenr gelangt 
man auf jedem dieser drei Wege bei der Untersuchung sprach- 
licher Erscheinungen zu demselben und dann um so zuverlässigeren 
Ergebniss. 

Obwohl die zusammenhängende historische Ermittelung des oben ange- 
deuteten Sprachprocesses der vergleichenden semitischen Sprachkunde zufällt, 
so ist doch das Zurückgehen auf jene ursemitischen Grundformen und die 
Vergleichung der ihnen entsprechenden arabischen Formen für die wissen- 
schaftliche Behandlung des Hebräischen unentbehrlich. Selbst die Elementar- 
grammatik, die von dem vorliegenden alttestamentlichen Bestände der Sprache 
ausgeht, bedarf zur Erläuterung der bestehenden Formen nicht selten des 
Hinweises auf jene Grundformen. 

5. Aber selbst in der im Allgemeinen so gleichmässigen Sprache 
des A. T.'s ist ein gewisser Fortschritt von einem älteren zu einem 
jüngeren Stil sichtbar, und es lassen sich in dieser Hinsicht etwa 
zwei Zeitalter unterscheiden : das erste oder goldene Zeitalter bis zu 
, Ende des babylonischen Exils, und das zweite oder silberne Zeit- 
alter nach dem Exil. 

Dem ersteren gehört, abgesehen von einzelnen Spuren einer 
späteren Redaction, die grössere Hälfte der alttestam. Bücher an, 
namentlich a) von den prosaischen und historischen Schriften der 
Pentateuch, Josua, die BB. der Richter, Ruth, Samuel und Könige; 
V) von poetischen die Psalmen (mit Ausnahme einer Anzahl spä- 
terer), die Sprüche, das Hohelied, das Buch Hiob ; c) die Schriften 



12 Einleitung. 

der älteren Propheten in folgender chronologischer Ordnung: Joel, 
Arnos, Hosea, Jesaia, Micha, Zephanja, Nahum, Habakkuk, 
Obadja (?), Jeremia, Ezechiel. Die beiden letzteren waren noch 
während des Exils thätig, auf dessen Ende auch der Inhalt 
einiger Abschnitte (besonders Cap. 40 — 66) des Buches Jesaia 
hinweist. 

Der Anfang dieser Periode und somit der hebräischen Literatur überhaupt 
ist sicherlich schon in Mose's Zeit zu setzen, auch wenn man den Pentateuch 
in seiner jetzigen Gestalt als ein Werk späterer Ueberarbeitung betrachtet. 
Für die Sprachgeschichte reicht es hin zu bemerken, dass der Pentateuch 
trotzdem gewisse sprachliche Eigentümlichkeiten bietet, die für Archaismen 
gelten können. So neben manchen alten Wörtern, welche in den übrigen 
Büchern nicht mehr vorkommen, der epicoene (aber erst später fast con- 
sequent auf den ganzen Pentateuch ausgedehnte) Gebrauch von *123 Jüngling 
auch für Jungfrau (wie 6 icau und ^ irais); gewisse härtere Wortformen, 
z. B. p§S schreien, pns lachen, die im Pentateuch herrschend sind, wechseln 
in anderen Büchern mit weicheren, wie p$t, pnto. 

Auf der anderen Seite finden sich bei Jeremia und noch mehr bei Ezechiel, 
sowie in den jüngeren Psalmen, entschiedene Annäherungen an die aramai- 
• sirende Sprache des zweiten, silbernen Zeitalters (s. No. 7). 

6. Schon in den Schriften dieses ersten Zeitraums, welcher 
ungefähr tausend Jahre umfasst, treten, wie sich erwarten lässt, 
nicht unbedeutende Verschiedenheiten der sprachlichen Form und 
Darstellungsweise hervor, die theils in der Verschiedenheit der 
Zeit und des Ortes der Abfassung, theils in der individuellen Be- 
gabung und Eigenthümlichkeit der Schriftsteller ihren Grund 
haben. Jesaia z. B. schreibt ganz anders, als der spätere Jeremia, 
anders auch als sein Zeitgenosse Micha; in den historischen Büchern 
dieser Periode haben die aus älteren Quellenschriften aufgenom- 
menen Texte eine merklich andere sprachliche Färbung als die aus 
jüngeren Quellen geflossenen oder dem letzten Redactor selbst an- 
gehörenden Worte. Doch ist der Bau der Sprache und, von Ein- 
zelnem abgesehen, selbst der Wortvorrath und Sprachgebrauch, 
namentlich der prosaischen Bücher, im Grossen und Ganzen 
derselbe. 

Von der Prosa aber unterscheidet sich vielfach die Dichter- 
sprache, und zwar nicht bloss durch einen in strenger abgemessenen 
parallelen Satzgliedern sich bewegenden Rhythmus, sondern auch 
durch eigenthümliche Wörter und Wortbedeutungen, Wortformen und 
syntaktische Fügungen, welche sie neben den in der Prosa üblichen 
gebraucht, wenn auch dieser Unterschied nicht so weit geht, wie 
z. B. im Griechischen. Die meisten jener poetischen Eigenheiten 



§. 2. Geschichte der hebräischen Sprache. 13 

treten uns in den verwandten Sprachen, namentlich im Ara- 
mäischen, als das Gewöhnliche entgegen, und sind wohl theils als 
Archaismen zu betrachten, welche die Poesie festhielt, theils als 
Bereicherungen, welche die des Aramäischen kundigen hebräischen 
Dichter in ihre Sprache herübernahmen 1 . Uebrigens sind die 
Propheten, wenigstens die älteren, in Bezug auf Sprache und 
Rhythmus fast ganz als Dichter zu betrachten, nur dass sich bei 
diesen poetischen Rednern die Sätze häufig länger ausdehnen und 
der Parallelismus weniger abgemessen und regelmässig ist, als bei 
den eigentlichen Dichtern. Die Sprache der späteren Propheten 
nähert sich dagegen mehr der Prosa. 

Ueber den Rhythmus der hebr. Poesie s. ausser den Commentaren über 
die Psalmen von de Wette, Delitzsch, Hupfeld u. A. besonders Ä Ewald, 
Allgemeines über die hebr. Dichtung und über das Psalmenbuch (Dichter des 
A. B. Th. I. 1. Hälfte), Göttingen 1839, 2. A. 1866; E. Meier, die Form der 
hebr. Poesie (Tübingen 1853), u. A. 

Worter, die in der Poösie neben den in Prosa gewöhnlichen gebraucht 
werden, sind z. B. ttftfc Mensch = Ö1K; trk Pfad = Tf-tt; fifeo Wort = ia*i; 
iTrfi schauen = rtt**i; rina kommen = xia. 

TT TT' T T 

Zu den poetischen Wortbedeutungen gehört der Gebrauch gewisser poet. 
Epitheta für das Substantiv, als ^3K der Starke für Gott; ^3K der Starke 
f. Stier, Pferd; rianb alba f. luna; rrw 1 } unica, oder solitaria, nämlich 
anima, vita. 

Von Wortformen merke man z. B. die längeren Formen der Orts-Präposi- 
tionen (§. 103, 3) «to = i?, -bx = bü, *ns = *??; die Endungen i— , 1 am 
Nomen (§. 90); die Pronominal-Suffixa i», 1*B— , io-^-f. Ö, Ö-^-, Ö-j- (§. 58); 
die Pluralendung y^- f. D^— (§. 87, 1, a). — In die Syntax gehört der weit 
sparsamere Gebrauch des Artikels, des* Pronomen relativum, der Accusativ- 
partikel Pitt; der St. constr. auch vor Präpositionen (§. 116); das verkürzte 
Imperf. in der Bedeutung der gewöhnlichen Form desselben (§. 128, 2, Anm.); 
überhaupt eine kräftige Kürze des Ausdrucks. 

7. Das zweite oder silberne Zeitalter der hebräischen Sprache 
und Literatur von der Rückkehr aus dem Exil bis zu den Makka- 
bäern (gegen 160 v. Chr.) charakterisirt sich vornehmlich durch 
die immer stärkere Annäherung der Sprache an den verwandten 
westaramäischen Dialekt. Hierbei ist jedoch weniger an einen 
Einfluss der aramäischen Umgebung im Exil zu denken — denn 
gerade die Propheten aus dem Ende desselben schreiben ein ver- 
hältnissmässig reines Hebräisch — als vielmehr an den Einfluss 

1 Dass zu Jesaia's Zeit (2. Hälfte des , 8. Jh. vor Chr.) die gebildeten Hebräer, 
wenigstens die Staatsbeamten, Aramäisch verstanden, aber nicht so das Volk in Jeru- 
salem, erhellt aus 2 Kön. 18, 26 (Jes. 36, 11). 



14 Einleitung. 

der Aramäer, welche in enger Berührung mit der wenig volkreichen 
neuen Colonie Jerusalem lebten, und deren Mundart schon als die 
officielle Sprache der Westhälfte des persischen Reiches von Be- 
deutung war. Bei alledem ging die Verdrängung des Hebräischen 
durch das Aramäische nur ganz allmählich vor sich. Für das Volk 
bestimmte Schriften, wie das hebr. Original des Jesus Sirach und 
das B. Daniel, zeigen nicht nur, dass das Hebr. gegen die Mitte 
des 2. Jahrh. v. Chr. noch immer als Büchersprache im Gebrauche 
war, sondern auch, dass es vom Volke wenigstens noch verstanden 
wurde. 

Man kann sich das Verhältniss der in dieser späteren Zeit neben einander 
bestehenden Sprachen füglich wie das des Hochdeutschen und Plattdeutschen 
in Niedersachsen, oder des Hochdeutschen und der Volksmundarten im süd- 
lichen Deutschland und der Schweiz denken, sofern hier auch bei den 
Gebildeteren der Volksdialekt im mündlichen Verkehr vorherrscht, während 
das Hochdeutsche wesentlich als Schrift- und Cultussprache dient und von 
allen Gliedern des Volkes wenigstens verstanden wird. Ganz unhaltbar und 
aus einer falschen Erklärung von Neh. 8, 8 geflossen ist die Vorstellung, dass 
die Juden schon unmittelbar nach dem Exil die hebräische Sprache völlig ver- 
gessen und daher von Priestern und Sachkundigen hätten erlernen müssen. 

Die alttestamentlichen Schriften, welche diesem zweiten Cyclus 
angehören, und in welchen allen jene aramäische Färbung, wiewohl 
in verschiedenen Abstufungen, hervortritt, sind: die BB. Ezra, 
Nehemia, Chronik, Esther; die prophetischen Bücher Jona, Haggai, 
Zacharja, Maleachi, Daniel; von den poetischen der Prediger und 
die späteren Psalmen. Auch in schriftstellerischer Hinsicht stehen 
diese Bücher z. Th. hinter denen der ersten Periode sehr wesent- 
lich zurück: doch fehlt es auch jetzt nicht an Productionen, welche 
an Reinheit der Sprache und ästhetischem Werthe den Schriften 
des goldenen Zeitalters wenig nachgeben, z. B. mehrere spätere 
Psalmen (120 ff., 137, 139). 

Spätere (aramaisirende) Wörter sind z. B. •)«] = n? Zeit; bap = hßb 
nehmen; 5)1*0 = Y& Ende; X&tä — ^ia herrschen; Cjgri = yw< stark sein. — 
Spätere Bedeutungen sind z. B. *i»K (sagen) f. hefehlen; M35 (antworten) die 
Bede anheben. — Orthographische nnd Grammatische Eigentümlichkeiten: 
die häufige scriptio plena des i und 1-7-, *X*ft (sonst W), selbst titfip f. Xtrip, 
ai^ f. ah; die Verwechselung des M— und K— am Ende; der häufigere 
Gebrauch der Substantiva auf )% *)— , Wl u. s. w. 

Uebrigens sind nicht alle Eigentümlichkeiten dieser späteren Schriftsteller 
Aramaismen; mehrere finden sich im Aram. nicht, und müssen schon in 
früherer Zeit der hebräischen Volkssprache angehört haben, besonders, wie 
es scheint, im nördlichen Palästina. Dort mögen u. a. gewisse Theile des B. 
der Bichter und das Hohelied entstanden sein ; daher schon in diesen älteren 



§. 3. Gramm. Bearbeitung der hebräischen Sprache. 15 

Büchern z. B. das im Phönic. (neben tfet) gebräuchliche -XO für "rätt (§. 36), 
das in einigen jüngeren Psalmen und im Prediger wiederkehrt. 

Anm. 1. Ueber dialektische Verschiedenheiten in der althebräischen Sprache 
findet sich im A. T. nur eine ausdrückliche Angabe, näml. Bicht. 12, 6, 
wonach die Ephra'imiten das XD wie 18 oder ö aussprachen. Ob Neh. 13, 24 
unter dem Asdodischen ein hebräischer oder ein (ganz abweichender) 
philistäischer Dialekt zu verstehen sei, ist nicht auszumachen. Dagegen sind 
wohl manche von den Eigenheiten der oben erwähnten nordpalästinischen 
Bücher (incl. des Hosea) als Dialektunterschiede zu betrachten, und ebenso 
einiges Abweichende in der moabitischen M€sa'-Inschrift (s. oben No. 2). 

2. Es lässt sich nicht erwarten, dass in den noch vorhandenen Ueberresten 
der althebräischen Literatur der ganze Vorrath der alten Sprache erhalten 
sein werde ; bildete doch die canonische Literatur des A. T.'s sicher nur einen 
kleinen Bruohtheil der einst vorhandenen gesammten Nationalliteratur der 
alten Hebräer. 

§.3. 
Grammatische Bearbeitung der hebräischen Sprache. 

(Geaenius Gesch. der hebr. Sprache |. 19 — 89). 

1. In der Zeit, in welcher die althebräische Sprache allmählich 
abstarb und die Sammlung des alttestam. Canon sich ihrem Ab- 
schluss näherte, begannen die Juden diesen ihren heiligen Codex 
theils zu erklären und kritisch zu bearbeiten, theils in die in ver- 
schiedenen Ländern unter ihnen herrschend gewordenen Landes- 
sprachen zu übersetzen. Die älteste Übersetzung ist die zu 
Alexandria unter Ptolemäus Philadelphus mit dem Pentateuch be- 
gonnene, aber erst später vollendete griechische der sog. siebzig 
(genauer 72) Dolmetscher (LXX), die von verschiedenen Verfassern, 
zum Theil noch mit lebendiger Kenntniss der Grundsprache, ab- 
gefasst und zum Gebrauch der griechisch redenden (bes. alexan- 
drinischen Juden) bestimmt war. Etwas später entstanden in all- 
mählicher Ueberarbeitung in Palästina und Babylonien die 
aramäischen Uebersetzungen oder Targume • (DWOTR, d. h. Ver- 
dolmetschungen). Die Erklärungen, welche man zum Theil aus 
angeblicher Tradition schöpfte, bezogen sich fast ausschliesslich 
auf das Civil- und Ritual-Gesetz und die Dogmatik, und haben 
eben so wenig einen wissenschaftlichen Charakter, wie ein grosser 
Theil der textkritischen Ueberlieferungen dieser Zeit. Beide Arten 
von Ueberlieferungen finden sich im Talmud niedergelegt, welcher 
seinem ersten Theile (Mischna) nach gegen das Ende des 2. Jahr- 
hunderts, seinem zweiten Theile (Gemara) nach theils (jerusalemer 



16 Einleitung. 

od. palästinensische G.) um die Mitte des 4., theils (babylon. G.) um 
die Mitte des 6. Jahrh. nach Chr. endgültig redigirt worden ist. 
Die Mischna bildet den Anfang der neuhebräischen Literatur, wo- 
gegen die Sprache der Gemaren überwiegend aramäisch ist. 

2. In den Zeitraum zwischen der Abfassung des Talmud und 
den ersten grammatischen Schriftstellern fällt der Hauptsache nach 
die Vocalisation und Accentuation des bis dahin unpunktirten Textes 
des A. TVs nach der in den Synagogen und Schulen überlieferten 
Aussprache (§. 7, 3), sodann der grösste Theil der Sammlung kri- 
tischer Bemerkungen, die den Namen Masora (STiiott traditio) führt, 
und von welcher der seitdem in strenger Gleichmässigkeit durch 
die Handschriften fortgepflanzte und noch jetzt recipirte Text des 
A. TVs den Namen des masorethischen Textes erhalten hat. 

Einer der wichtigsten und ältesten Bestandteile der Masora sind die 
Varianten des Q^, §. 17. Man hüte sich übrigens, die Punktation des Textes 
mit der Zusammenstellung der Masora zu confundiren; jene wurde in einer 
früheren Zeit festgestellt und ist die Frucht einer viel eindringenderen Arbeit 
als die Masora, welche bedeutend später zum Abschluss kam. 

3. Erst um den Anfang des 10. Jahrh. wurde von den Juden 
nach dem Beispiel der Araher mit grammatischen Zusammen- 
stellungen begonnen. Von den zahlreichen grammatischen und 
lexikalischen Arbeiten des R. Saadja hat sich nur die arabische 
Erklärung der 70 (richtiger 90) Hapaxlegomena des A. TVs er- 
halten; gleichfalls arabisch geschrieben, aber vielfach auch ins 
Hebr. übersetzt, sind die noch erhaltenen Arbeiten der Gramma- 
tiker R. Jehuda ibn Chajjüg (auch Abu-Zakaria Jachja genannt, um 
das Jahr 1000) und R. Jona (Äbü-'l-Walid Marwän ibn Gandch^ um 
das Jahr 1030); auf diese Vorarbeiten gestützt, gewannen dann 
vorzüglich Abraham ben Ezra (gewöhnlich Abenesra genannt; 
f 1167) und R. David Kimchi (f nach 1232) durch ihre hebräisch 
geschriebenen Grammatiken ein klassisches Ansehen. 

Von diesen ersten Grammatikern rühren manche methodische Einrich- 
tungen und Kunstausdrücke her, die noch jetzt zum Theil beibehalten 
werden, z. B. die Benennung der sogen. Conjugationen und der schwachen 
Verba nach dem Paradigma i$B, die voces memoriales, wie MDS'Wa u. dgl. 1 

1 Ueber die ältesten hebr. Grammatiker s. die Vorreden zu den hebr. "Worterbb. 
von Qesenius und von Fürst; Ewald u. Dukes Beiträge z. Gesch. der ältesten Aus- 
legung und Spracherklärung des A. T. (Stuttg. 1844. 3 Bde.), Hupfeld, de rei gram- 
maticae apud Judaeos initiis antiquissimisque scriptoribus (Hai. 1846. 4.), Munk notice 
sur Abou'l-Walid et sur quelques autres grammairiens hebreux du X. et du XI. 



§. 4. Eintheilung und Anordnung der Grammatik. 17 

4. Der Vater der hebräischen Sprachkunde bei den Christen 
wurde der auch um die griechische Literatur so verdiente Joh. 
Reuchlin (f 1522), der sich jedoch, wie auch die Grammatiker der 
nächstfolgenden Zeit bis auf Joh. Buxtorf (f 1629), noch fast ganz 
an die jüdische Ueberlieferung hielt. Erst seit der Mitte des 
17. Jahrhunderts erweiterte sich allmählich der Gesichtskreis, und 
das Studium der verschwisterten Sprachen wurde vorzüglich durch 
die Häupter der sogen, holländischen Schule Alb. Schultern (f 1750) 
und Nie. W. Schröder (f 1798) für die hebräische Grammatik 
fruchtbar gemacht. 

Die seitdem der hebräischen Grammatik gewidmeten Be- 
mühungen 1 , soweit sie überhaupt von bleibendem wissenschaft- 
lichen Werthe sind, wird man am richtigsten würdigen, wenn man 
sich die an den grammatischen Bearbeiter einer alten Sprache zu 
stellenden Forderungen überhaupt vergegenwärtigt. Sie gehen im 
Allgemeinen dahin: 1) dass er die vorhandenen Spracherschei- 
nungen möglichst vollständig und richtig beobachte und, nachdem 
er sie in einen organischen Zusammenhang gebracht, beschreibe 
(empirisches und historisch -kritisches Element); 2) dass er jene 
Thatsachen theils durch ihre Vergleichung unter sich und mit der 
Analogie der Schwestersprachen, theils aus der allgemeinen Sprach- 
wissenschaft zu erklären suche (philosophisches, rationelles 
Element). 

§.4. 

Eintheilung und Anordnung der Grammatik. 

Die Eintheilung und Anordnung der hebräischen Grammatik 
ergiebt sich aus den drei Bestandtheilen jeder Sprache. Diese sind: 
l) articulirte Laute, dargestellt durch Schriftzeichen, und verbunden 
:u Sylben, 2) Wörter, und 3) Sätze. 

Der erste Theil (gew. Elementarlehre) enthält hiernach die 
iehre von den Lauten und deren Darstellung durch die Schrift. 

scle, im Journ. asiatique 1850; Böttcher, Ausführl. Lehrb. der hebr. Sprache, Einl. 
i Bd. I (ed. Mjihlau, Leipzig 1866) u. A. 

1 Die hierher gehörige Literatur bis zum J. 1850 s. fast vollständig in Stein- 
neider's Bibliograph. Handbuch für hebr. Sprachkunde. Leipz. 1859. Die neueste 
octie der liebr. Sprachkunde datirt von J. Olshausen's Lehrb. der hebr. Sprache 
•aunschw. 1861), einem consequenten Versuch, die bestehenden Formen auf die 
auszusetzenden ursemitischen (die sich nach 0. wesentlich in den altarabischen 
alten haben) zurückzufuhren. 
Gesenias, hebr. Grammatik- XXII. Aufl. 2 



18 Einleitung. 

Er beschreibt die Natur und die Verhältnisse der Sprachlaute, 
lehrt die Schriftzeichen aussprechen (Orthoepie), belehrt über die 
herkömmliche Schreibung (Orthographie), betrachtet sodann die 
Laute in ihrer Verbindung zu Sylben und Wörtern und giebt die 
Gesetze und Bedingungen an, unter welchen die Verbindung zu 
Stande kommt. 

Der zweite Theil {Formenlehre) betrachtet die Wörter in ihrer 
Eigenschaft als Bedetheile und enthält: 1) die Lehre von der Wort- 
bildung oder der Entstehung der verschiedenen Redetheile aus den 
Wurzeln oder aus einander; 2) die Lehre von der Wortbiegung 
(Flexion) oder von den verschiedenen Gestalten, welche die Wörter 
je nach ihrem Verhältniss zu andern und zum Satze annehmen. 

Der dritte Theil (Syntax, Wortfügungslehre) hat theils zu 
zeigen, wie die in der Sprache gegebenen Wortbildungen und 
Flexionsformen für den Ausdruck verschiedenartig gefärbter Be- 
griffe verwendet, und wie andere , für welche die Sprache keine 
Formen ausgeprägt hat, durch Umschreibung ausgedrückt werden, 
theils die Gesetze anzugeben, nach welchen die Bedetheile zu Sätzen 
verbunden werden (Satzlehre, Syntax im engeren Sinne). 



ERSTER HAUPTTHEIL 



ELEMENTARLEHRE 

ODER 

VON DEN LAUTEN UND DEN SCHRD7TZEICHEN. 



ERSTES CAPITEL. 

VON DEN EINZELKEN LAUTEN UND SCHEIPTZEICHEN. 

§•5. 
Von den Consonanten. Gestalt und Namen derselben. 

(Vgl. die SchrifttafeL) 

1. Die jetzt gebräuchlichen hebräischen Schriftzüge, mit wel- 
chen auch die Handschriften des A. T.'s geschrieben und unsere 
Bibelausgaben gedruckt sind, gewöhnlich Quadratschrift (25HÜ *rte), 
auch assyrische Schrift (^fitBB '3) genannt, sind nicht die ursprüng- 
lich gebrauchten. Althebräische Schrift, wie sie im Anfang des 
9. Jahrh. vor Chr. in öffentlichen Denkmälern angewendet würde, 
zeigt uns die Stein-Inschrift des Mesa c , mit welcher die makka- 
bäische Münzschrift des 2. Jahrh. vor Chr., sowie die der alten ge- 
schnittenen Steine noch viele Aehnlichkeit hat (vgl. §. 2, 2 und die 
Schrifttafel). Mit dieser althebräischen Schrift ist die Phönicische 
(s. §. 1, 5. §. 2, 3 und die Schrifttafel) nahezu identisch. Nach 
Analogie der Geschichte anderer Schriftarten wird man annehmen 
dürfen, dass sich aus und neben jener Steinschrift bei dem Schreiben 
auf weichere Stoffe (Thierhäute, Baumrinde u. dgl.) frühzeitig ein 
etwas flüchtigerer Typus bildete, welchen die Samaritaner nach 
ihrer Trennung van den Juden in ihren Pentateuch-Handschriften 
beibehielten, während ihn die Juden allmählich (im 6. — 4. Jahrh.) 
mit einem aramäischen vertauschten. Aus letzterem entstand dann 
(etwa vom 4. bis Ende des 3. Jahrh.) die sogenannte Quadratsckrift, 
die daher mit den noch vorhandenen aramäischen Schriftarten, wie 

2* 



20 



1. Hauptth. Elementar]. 1. Gap. Laut u. Schrift. 



der Aramäisch -Aegyp tischen, der Nabatäischen, und namentlich 
der Palmyrenischen grosse Aehnlichkeit hat. Von hebr. Inschriften 
in älterer Quadratschrift gehört eine in das Jahr 176 vor Chr. 1 

2. Das Alphabet besteht, wie alle semitischen Alphabete, ledig- 
lich aus Consonanten, 22 an der Zahl, von denen jedoch einige 
auch Vocalpotenz haben (§. 7, 2). Figur, Namen, Aussprache und 
Zahlwerth (Anm. 3) derselben zeigt folgende Tabelle : 



Figur 


Name 


Aussprache 


Zahlwerth 


M 


Äleph 


' Spiritus lenis 


1 


1 


Beth 


b (bh) 


2 


A 


Gimel 


g W 


3 


T 


Däleth 


d (dh) 


4 


n 


He 


h 


5 


i 


Wäw 


W, wie engl, w, sehr nahe dem u 


6 


r 


Zdßn 


Z nach franz. Aussprache (gelindes s) 


7 


n 


Cheth 


ch starker Kehlhauch 


8 


13 


feth 


£ stark am Hintergaumen 


9 


1 


Jod 


• 

3 


10 


5 am Ende 1 


Käph 


k (kh) 


20 


!» 


Lämed 


l 


30 


19 am Ende & 


Mem 


m 


40 


3 am Ende f 


Nun 


n 


50 


D 


Sämech 


s 


60 


9 


'Aßn 


4 eigenthüml. Kehllaut (s. unten) 


70 


S) am Ende 5| 


PS 


p (ph) 


80 


2 am Ende f 


$ädö 


§ starkes am Hintergaumen gebild. s 


90 


P 


Qöph 


q starkes am Hintergaumen gebild. k 2 


100 


i 


BSS 


r 


200 


l* 


Sin 

V 


s 


Uoo 


Itö 


Sin 


s zu sprechen wie das deutsche seh 


J 


n 


Tärv 


t (th) 


400 



3. Von den 5 Buchstaben, welche am Ende des Worts eine 
andere Figur haben (Finalbuchstaben , von den jüd. Grammatikern 



* De Voffüi in Bevue archeol., nouv. serie, IX. (1864) p. 205 f. u. Taf. VII, 
Nr. 2; vgl. Nöldeke in Ztschr. d. D. Morgenl. Ges. Bd. XIX. S. 640; zur Ent- 
mckelung der hebr. Schrift überh. Merx, Art. „Schreiben" in Schenkels Bibell. Bd. V. 

2 Zur Bezeichnung dieses Lautes ist das lat. q. insofern ganz passend, als es im 
Alphabet die Stelle des semit. p (griech. xoriTra) einnimmt. 



§. 5. Von d. Conflonanten. Gestalt u. Namen derselben. 21 

zu der Vox memor. 'pDS'O? Kamnäphäs verbunden) , unterscheiden 
sich T, 1, 5|, f von der gewöhnlichen Figur dadurch, dass der 
Schaft gerade herab gezogen wird, während ihn die gewöhnliche 
Figur umgebogen zeigt. Bei D schliesst sich der Buchstabe in sich 
selbst ab. 

4. Man liest und schreibt von der Rechten zur Linken. Am 
Ende der Zeilen dürfen die Wörter nicht gebrochen werden: da- 
mit aber kein leerer Kaum bleibe, werden in Handschriften und 
Drucken gewisse dazu geeignete Buchstaben am Ende oder in- 
mitten der Zeile gedehnt. Solche literae dilatabiles sind in unseren 
Drucken folgende fünf: 

ca, tn, S, n, >* (nnbna) 

Anm. 1. Die Buchstabenfiguren stellen ursprünglich die rohen Umrisse 
sinnlicher Gegenstände dar, deren Namen je mit dem Consonanten beginnen, 
welcher durch sie bezeichnet werden soll (Princip der Äkrophonie). Z. B. 
Jod, in den älteren Alphabeten die rohe Gestalt einer Hand, bedeutet eig. 
Hand (*TJ), als Buchstabe aber bloss den Laut * (j), mit welchem dieses Wort 
beginnt; 'Afin, ursprünglich ein Kreis, eig. Auge Cp3>) steht für den Conson. 
S. Besonders im phönic. Alphabet lässt sich die Aehnlichkeit der Figuren 
mit dem durch den Namen bezeichneten Gegenstande grösstenteils noch er- 
kennen (s. d. Tafel); bei einigen Buchstaben hat sie sich selbst in der Quadrat- 
schrift noch erhalten, wie bei 1, t, tt, b, tö. 

Die wahrscheinlichste Bedeutung der Buchstabennamen ist: t)bg Bind, rV2 
Zelt, Haus, baä Kameel, rto Thür, an Luftloch (?), Gitterfenster (?), 11 Haken, 
TU Waffe, n^h Gehege, Zaun, mg Windung (?), vielleicht Schlauch, nach And. 
Schlange, Th Hand, t)3 gekrümmte Hand, Tob Ochsenstachel, ÖTO Wasser, 1*13 
Fisch, TfOÖ Stütze (?), yw Auge, KQ Mund, -»TO Fischerhaken (?), Sfip Hinterkopf, 
BP» 1 ? Kopf, *p18 Zahn, ItJ Zeichen, Kreuzeszeichen. 

So gewiss es einerseits ist, dass es Semiten waren, die dieses Alphabet zuerst 
aufstellten, so grosse Wahrscheinlichkeit hat es doch auf der andern Seite, 
dass dabei die ägyptische Hieroglyphenschrift und die aus ihr entstandene 
hieratische Schrift — vielleicht weniger den Figuren nach, wohl aber dem 
(akrophone tischen) Principe nach — zum Muster diente; denn jene hiero- 
glyphischen Bilder bezeichnen ebenfalls meist den Anfangslaut des Namens 
des abgebildeten Gegenstandes, z. B. die Hand tot den Buchstaben t, der Löwe 
laboi das l. 1 

2. Die Folge der Buchstaben im Alphabet (worüber wir ein altes Zeugniss 
in den akrostichischen Gedichten des A. T.'s besitzen, Ps. 9. 25. 34. 37. 111. 

* Vgl. Hitzig, die Erfindung des Alphabets, Zürich 1840. J". Olshausen, über den 
Ursprung des Alphabets, Kiel 1841. F. Böttcher, unseres Alphabetes Ursprünge, 
Dresden 1860. Ed. Böhmer, das Alphabet in organischer Ordnung. Ztschr. der D. 
Morgenl. Ges., Bd. XVI, S. 579 ff; — Der Versuch W. Deecke's (Ztschr. der D. 
Morgenl. Ges., Bd. XXXI, S. 102 ff.), das altsemitische Alphabet aus der neuassy- 
rischen Keilschrift abzuleiten, scheitert schon an den chronol. Gegengründen. 



22 1. Hauptth. Elementarl. 1. Gap. Laut u. Schrift. 

112. 119. 145. Klagel. 1—4. Spr. 31, 10—31), mag allerdings ursprünglich von 
einer physiologischen Betrachtung der Laute ausgegangen sein, wie die Auf- 
einanderfolge der drei weichsten Lippen-, Gaumen- und Zungenlaute 3, ä, 1, 
sodann der drei Liquidae i, £, 3 zeigt. Doch scheinen dabei auch andere 
Bücksichten gewaltet zu haben; es ist sicher nicht zufällig, dass zwei Buch- 
staben, welche eine Sand abbilden (Jod und Käph), ebenso zwei, die den 
Kopf darstellen (Qoph und BM), und überhaupt mehrere Zusammengehöriges 
bedeutende Figuren (Mem und Nun, 'Affin und Pe) neben einander stehen. 

Sowohl die Folge als die Namen der Buchstaben nebst ihrem Zahlwerth 
sind von den Phöniciern an die Griechen übergegangen, in deren Alphabet die 
Buchstaben A — T dem altsemitischen entlehnt sind. Ebenso sind mittelbar 
oder unmittelbar die altitalischen, sowie das römische und alle von diesem 
und vom griechischen ausgehenden Alphabete von dem phönicischen abhängig. 

3. Die Hebräer haben keine besonderen Ziffern, sondern bedienen sich der 
Consonanten zugleich als Zahlzeichen. Die frühesten Spuren dieses Gebrauchs 
sind jedoch erst auf den makkab. Münzen (s. o. §. 2, 2, 3) nachzuweisen. 
Später verwendete man die Zahlbuchstaben bes. zur Bezeichnung der Oapitel- 
tmd Verszahlen in den Bibelausgaben. Die Einer werden durch fct — O, die 
Zehner durch **— 2£, 100—400 duroh p — n bezeichnet. Die Zahlen von 
500—900 bezeichnen Einige durch die 5 Finalbuchstaben, *| 500, Ü 600, ) 700, 
t) 800, y 900, Andere durch T\ = 400 mit Hinzusetzung der übrigen Hunderte, 
als pn 500. Bei zusammengesetzten Zahlen steht die grössere voran (rechts), 
als Ä* 11, fcOp 121. Nur 15 wird durch 1ö 9 + 6 ausgedruckt, nicht m (weil so 
der Gottesname rTlrr* anfängt), un^ meist schreibt man aus gleicher Bücksicht 
auch TB für 16 statt V. Die Tausende werden bisweilen durch die Einer mit 
zwei darüber gesetzten Punkten bezeichnet, als Ix* 1000. 

Anm. Die Angabe der Jahreszahlen in jüd. Schriften (gew. fTPart nach 
der Weltschöpfung) folgt entw. der grossen Zeitrechnung (Vh$ o'ntl od. > tb) 
mit Beifügung der Tausende, oder der kleinen Z. CjiB£ / S&) mit Weglassung 
derselben. Bei Angabe von Jahreszahlen aus dem ersten christl. Jahrtausend 
erhält man das christl. Jahr durch Addirung von 240, im zweiten christl. 
Jahrtausend durch Addirung von 1240. Die Tausende der Schöpfungsaera 
bleiben in beiden Fällen unberücksichtigt. 

4. Abbreviaturen von Wörtern sind im Texte des A. T. nicht überliefert; 
wohl aber kommen dergleichen auf den Münzen vor und überaus häufig ist 
ihr Gebrauch bei den späteren Juden. Als Zeichen der Abkürzung dient ein 
schräger Strich, als ly; für i&rfeft 'ö für *fyf aliquis, IM für TgU 1 ! et com- 
plens, d. i. und so weiter, J*j oder *»J (auch 'tt) für HjlTJ. 



§.6. 

Aussprache und Eintheilung der Consonanten. 

1. Eine genaue Eenntniss des ursprünglichen Lautwerthes 
eines jeden Consonanten ist von der grössten Wichtigkeit, weil 
sehr viele grammatische' Eigentümlichkeiten und Veränderungen 
(§. 18 ff.) von der Natur der Laute und ihrer Aussprache abhängen 



§. 6. Aussprache und Eintheiltrog der Consonanten. 23 

und durch diese allein begreiflich werden. Wir gewinnen diese 
Kenntniss theils aus der Aussprache der verwandten Sprachen, 
namentlich des noch lebenden Arabischen, theils durch die Be- 
obachtung der Annäherung und Verwechselung der Laute im 
Hebräischen selbst (§. 19), theils aus der Ueberlieferung der 
Juden 1 . 

Vielfach verdorben ist die (zum Theil der syrischen ahnliche) Aussprache 
des Hebr. bei den heutigen polnischen und deutschen Juden, reiner dagegen 
die (mehr mit der arabischen stimmende) der spanischen und portug. Juden. 
Der letzteren folgt (nach dem Vorgang Keuchlins) fast durchweg die Aus- 
sprache des Hebr. bei den Christen. 

Eine ältere und wichtigere Ueberlieferung liegt in der Art, wie die LXX 
hebräische Kamen mit griechischen Buchstaben umschreiben; nur mangeln 
dem grieoh. Alphabet für mehrere Laute (19, 3, X, p, tf) die entsprechenden 
Zeichen und man musste sich behelfen, so gut man konnte. Gleiches gilt von 
der latein. Umschreibung hebräischer Wörter bei Hieronymus (nach der Aus- 
sprache von Juden seiner Zeit). Ueber die Aussprache der heutigen Juden 
im nördlichen Afrika s. Bargt* im Journ. asiat. 1848. Nov.; über die der süd- 
arab. Juden J. Derenbourg Manuel du leoteur etc. (aus einer Yemenischen 
Hdschr. vom J. 1890), Paris 1871 (Extrait 6 des Journ. asiat. von 1870). 

2. Im Einzelnen ist über die Aussprache der verschiedenen 
Kehl- und Zischlaute, sowie des TD und p, folgendes zu bemerken: 

f 1« Unter den Kehllauten ist K der leiseste, entsprechend dem Spiritus lenis 

der Griechen (dessen Setzung auf der richtigen Beobachtung beruht, dass 
jedem anlautenden Vocal kraft seiner Natur ein leiser Hauch vorangeht). 
Schon vor einem Vocale geht er für das Ohr fast verloren fTO$ au-dp), wie 
das h im franz. habit, komme, im engl, hour; und nach einem Vocale fliesst 
er mit diesem meist zusammen (&t$q mäfä §. 23, 1 ; doch vgl« B$KJ je? schäm). 

Das n vor einem Vocale entspricht ganz unserem h (Spiritus asper); nach 
einem Vocal ist es entweder gleichfalls Kehlhauch (so immer am Ende einer 
Sylbe, die nicht letzte Sylbe ist» z. B. 'rjfcTti nfthpakh; am Wortende hat das 
consonantische Fl nach §. 14 einen Punkt — Mappiq — in sich) oder es steht 
unhörbar am Wortende, in der Begel als rein orthographischer Ersatz eines 
abgeworfenen n oder Halbvocals; z. B. Ji^J, gälä t gäläj; vergl. §. 7, 2 
und 75, 1. 

S ist dem fct verwandt, aber ein weit stärkerer, dem semitischen Organ 
eigentümlicher Kehllaut: wo er am härtesten tönt, ein am Hintergaumen 
gebildetes schnarrendes g, als hj$ LXX T6X/1, FHfeSJ T6[i.ofäa; anderswo ein 

■ ■■■>■*■— ■■■bfc«i ■■!■ * fc i » l >ail il l i i * ä. h*m I .Jim J ■ « i ■ <■ ■ *i^». ■■■»■ !■■■■>■ ii^i * ■ ■ rillif i i iiii ■«*■ ■ ■■ ■■ - ~ 

i Wichtige Dienste leisten dabei «och genauere physiologische Beobachtungen 
des gesammten Lautsystems und seiner Bildung durch die Bedeorgane. B. E. Brüche, 
Grundzüge der Physiologie u. Systematik der Sprachlaute, Wien 1850 (2. Aufl. 1876). 
C. L. Merkel, Physiologie der menschlichen Sprache, Leipz. 1866. F. DeUUseh, 
Physiologie und Musik in ihrer Bedeutung für die Gramm., bes. die Hebräische, 
Leipz. 1868. K Sievers, Grundzüge der Lautphysiologie, Leipz. 1876. 



24 1. Hauptth. Elementarl. 1. Cap. Laut u. Schrift. 

schwächerer Laut dieser Art, den die LXX nur durch Spiritus (Unis oder 
asper) wiedergeben, z. B. ^3 'HX(, pbaS 'AfxaXex. Im Munde der Araber 
glaubt man in ersterem Falle ein gelindes gutturales r, in letzterem einen 
vocalartigen Ton wie a zu hören. — Es ist im Grunde ebenso unrichtig, das 
2 beim Lesen und Umschreiben der Wörter ganz zu übergehen (^5 Eli» 
pbttS Amalek), als es geradehin wie g oder wie nasales ng zu sprechen. Den 
stärkeren Laut könnte man annähernd durch gh oder r g umschreiben; da 
aber im Hebr. der gelindere wohl vorherrschend war, so mag eine Andeutung 
desselben durch das von uns gewählte Zeichen r gentigen, wie SSIB 'arba', 
mbs ta mörä. 

Das H ist, der festeste Kehllaut, ein tiefes gutturales ch, wie es z. Th. die 
Schweizer sprechen, etwa wie in Achat, Macht, Sache, Docht, Zucht (nicht 
wie in Licht, Knecht) ähnlich dem spanischen x und j: wie das 2, wurde es 
jedenfalls in manchen Wörtern weicher, in andern härter gesprochen. 1 

Auch das 1 haben die Hebräer mehr als schnarrenden Kehllaut, nicht als 
bebenden Zungenlaut ausgesprochen, weshalb es sich nicht bloss an die 
Liquidae (l, m, n, r), sondern in manchen Beziehungen auch an die Kehl- 
buchstaben anschliesst (§. 22, 5). 

f 2. An Zischlauten ist die hebräische Sprache ungewöhnlich reich, aber 

sie sind zum Theil aus Zungenlauten entstanden, die sich als solche im 
Aramäischen und mit Aspiration behaftet auch im Arabischen erhalten 
haben (s. im Wörterbuch die Buchstaben t, 2t und TU). 

tt5 und tt) waren ursprünglich (wie noch jetzt in der unpunktirten Schrift) 
ein Zeichen, ttJ, welches zwei nahe verwandte Laute, 8 (wie deutsches seh) 
und £ (scharfes s) ausdrückte. Beide Laute wurden dann von den Gram- 
matikern durch den diakritischen Funkt in Xb 8 (welohes häufiger ist) und iö 
8 geschieden. 

iD stand demnach in der Aussprache dem XO sehr nahe, und hatte somit 
einen stärkeren und dichteren Laut, als das einfachere, wenn auch scharfe 8 
des D. Diese Verschiedenheit des Lautes begründet bisweilen einen Unter- 
schied in der Bedeutung, z. B. 13Ö verschliessen, ^5$ um Lohn dingen; bsö 
thöricht sein, lato klug, weise sein. Die Syrer brauchen für diese beiden 
8-Laute bloss das D, und auch im spätem Hebräisch werden sie zuweilen 
verwechselt, als *\Xf = 13$ dingen Ezr. 4, 5; tvhdto f. r&bsö Thorheit 
Pred. 1, 17.2 

f ist ein gelindes säuselndes 8, das griech. ( (das auch die LXX dafür 
setzen), das franz. und engl, z (ganz verschieden von dem deutschen Doppel- 
laute z). 



1 In der arab. Schrift hat man die gelindere und die härtere Aussprache des S 
und n (sowie gewisse Verschiedenheiten in der Aussprache des \ O, 21) durch dia- 
kritische Punkte geschieden und so jeden dieser Consonanten in zwei zerlegt, 9 in 
das gelindere £ { Äin und das härtere £ r Oain; Fl in das gelindere c Cha und das 
härtere £ Kha. 

2 Die heutigen Samaritaner dagegen sprechen beim Lesen ihres hebr. Pentateuch 
das itt überall wie & aus. 



§. 6. Aussprache und Einth eilung der Consonanten. 25 

3. Das 2 wird, wie auch ö und p, mit starker Artikulation und Zusammen- 
pressung der Organe im Hintermunde ausgesprochen. Die beiden letzteren 
unterscheiden sich dadurch wesentlich von n und 5, die unserem t und & ent- 
sprechen und ausserdem oft der Aspiration unterliegen (s. no. 3 des §). Das 
2t unterscheidet sich durch seine eigentümliche Artikulation von jedem 
andern *, auch entspricht es keineswegs dem deutschen z oder ts; es mag 
durch 8 ausgedrückt werden. 

3. Sechs Consonanten, die weichen und mittelharten mutae 

n, &, d, x s, a (r©^*) 

nd uns in doppelter Aussprache überliefert: 1) einer härteren 
ls tenuis), wie unser b, g, d, k, p, //und 2) einer weicheren, von 
lern gelinden Hauche begleiteten (als aspirata). Der härtere 
tut ist der ursprüngliche. Er hält sich im Anlaut der Sylben 
, wo kein unmittelbar vorhergehender Vocal (vermöge der ihm 
iwohnenden Verwandtschaft mit dem Hauche) auf die Aussprache 
Lwirkt, und wird durch einen in den Consonanten gesetzten Punkt, 
geS lene (§. 13), bezeichnet, nämlich a ft, 5 #, 1 d, 3 k, öp, n /. 
3 aspirirte Aussprache tritt ein in Folge eines unmittelbar vor- 
•gehenden Vocallautes, und wird in Handschriften durch das 
phe (§. 14, 2) bezeichnet, in gedruckten Texten aber nur an dem 
hlen des Däges erkannt. Bei 1, ä und 1 ist der Unterschied für 
jer Ohr minder merklich (der Neugrieche spricht indess sein 
f, 8 deutlich als aspirata, der Däne das d zu Ende der Wörter: 
nso unterscheidet sich im Deutschen z. B. in beben das durch 

vorhergehenden Vocal aspirirte zweite b von dem ersten und 
lt minder das g in gegen; das aspirirte *7 hat ungefähr den 
Lt des gelinden engl, th in that, angels. 3); bei den mittelharten 
i, n unterscheiden sich beiderlei Laute auch für uns deutlicher 

k und (weiches) ch, p und ph, t und (engl.) th, wie auch die 
3chen hier für die doppelte Aussprache besondere Zeichen 

en: 3 x, D X5 B ^ ö 95 ^ T > ^ &• 

Das Genauere über die Fälle, in denen die eine oder andere Aussprache 
tattfindet, s. §.21. — Die neueren Juden sprechen das aspirirte Ü wie v, das 
tspirirte T\ wie 8, z. B. rTOfet^ rebls, S5 rav* 

4. Je nach dem Organ, mit welchem sie ausgesprochen werden, 
allen die Consonanten in a) Kehllaute (gutturales) n, fi, 2, M 
WO; V) Gaumenlaute (palatales) p, D, ä, *» (pD^ä); c) Zungenlaute 
^uales) tD, D, *i nebst 3 und b (ttjbOT); d) Zahnlaute (dentales) 
• Zischlaute (sibilantes) 2, 10 (10 und te), D, t (TÖSOt); e) Lippen- 
? (labiales) ö, 1, B, 1 (tfJtfte). Das 1 schwebt zwischen der ersten 
dritten Classe (vergl. über die doppelte Aussprache des r bei 



26 



1. Hauptth. Elementar!. 1. Oap. Laut u. Schrift. 



den Tiberiensern Delitzsch, Physiol. u. Musik, S. 10 ff.). Abgesehen 
vom Organ werden auch die Liquidae (n, 5, B, b) als eine besondere 
Glasse zusammengefaßt. 

Näher stellt sich das Lautsystem des Hebr. in folgender 
Uebersicht dar: 





Mutae 


Liquidae 


Sibüantes 


Spirantes 




w. m. 6. 


ribrir. sanl semivoc. 


w. m. 6> 


w. m. h. 6» 


Guttural. 




M 




Ä^nn [*] 


Palatal. 


a s p 


1 






Lingual.l 
Dental. J 


n n tt 


n b 5 


t ototi i 




Labial. 


2 & 


B 1 







X 



Anm. 1. Die Buchstaben in den Ueberschr. bedeuten: w. = weich, m. = 
mittelhart , h. =*= hart, e. ** emphatisch. Consonanten, die durch dasselbe 
Organ hervorgebracht werden, heissen homorgan (z. B. H, 5 als Falatales), 
Consonanten von gleicher Natur des Lauts homogen, z. B. & u. 3 als Liquidae. 
Auf der Homorganität u. Homogenität beruht die Möglichkeit eines Laut- 
wechsels sowohl im Innern der Sprache, als zwischen den verwandten 
Dialekten. Im AUgem. wechselt dabei der weiohe Laut mit dem weichen, 
der harte mit dem harten u. s. w. (z. B. T =* t, n = ttJ, D =» 21). Doch sind 
dadurch weitere Uebergänge nicht ausgeschlossen, wie z. B. der Wechsel von 
n ü. p (T\ = D =*= p). Von Wichtigkeit ist dabei die Beobachtung, ob der 
Wechsel im Anlaut oder Innenlaut oder Auslaut stattfindet; der Wechsel im 
Innenlaut begründet z. B. nicht immer die Möglichkeit eines Wechsels im 
Anlaut. 

Anm. 2. In Betreff des geschichtlichen Ganges, welchen die Aussprache 
im Hebr. genommen hat, ist zu bemerken, dass sie ursprünglich und in den 
älteren Zeiten im Allgemeinen fester und härter war, in den späteren schlaffer 
und gelinder wurde, indem zugleich frühere feinere Unterschiede vernach- 
lässigt wurden und verloren gingen. Dies zeigt sich theils in der Wahl der 
weicheren Consonanten für die härteren, z. B. p££, p$t (s. §. 2, 5, Anm.), 
auch im Syr. p9T; theils in der Aussprache der einzelnen. So ist z. B. das 
stärkere S r g, das die LXX noch kennen (s. oben no. 2, Anm. 1), den Späteren 
zum Theil ganz abhanden gekommen; von den Samaritanern und Galiläern 
wurde 3> sowie h nur wie K ausgesprochen! ebenso im Aethiop. 3 wie K, Fl 
wie Ä, tt wie 8, 

§.7. 

Von den Vocalen überhaupt, Vocaltmchstaben und Vocalzeichen. 

1. Dass die Lautreihe der fünf Yocale a, e, i, o, u von den 
drei Grundvocalen A, J, U ausgeht, ist im Hebräischen und den 
übrigen semitischen Sprachen noch deutlicher zu erkennen, als in 



§. 7. Von den Vocalen überhaupt. 27 

lern Sprachen. E und sind hier überall aus Trübung oder 
ntraction der reinen Laute hervorgegangen, namentlich ä durch 
tibung aus i oder a, kurzes ö aus u, ferner e aus der Contraction 
i A und /, d. h. aus dem Diphthong AI, ebenso ö theils aus 
ibung von ö, theils aus Contraction von ^£ r , nach folgendem 
lema: 

A 

ö aus ö 
e— ai / \ ö «= au 




2, e aus * / \ ö, ö aus ö 

In der arabischen Schrift giebt es Yocalzeichen nur f ür A I U; die Diph- 
thonge ai und au werden daher uncontrahirt festgehalten, z. B. xyitä arab. 
*at«£, ö^ 1 *? arab. i avnain. Erst später wurden sie in der Aussprache zu £ und 
>, wenigstens bei schwächeren Oonsonanten, wie *pa arab. bain, b$n, öl 1 * arab. 
aton, jdm. Biese Contraction der Diphthonge zeigt sich auch in andern 
Sprachen, z. B. dem Griech. und Lat. (Kafoap, Caesar, daufta, ion. Öüjjao, 
Dlaustrum = plostrum), in der franz. Aussprache des ai und au, und nicht 
ninder in unsern Volksdialekten (Oge f. Auge, Steen f. Stein u. s. w.). Ebenso 
pielt die Trübung der Vocale in den verschiedensten Sprachen eine Bolle 
b. B. die des a im Neupers., Schwedischen, Englischen u. s. w.). 

2. Mit jener Dreiheit der Grundvocale hängt die ältere noch 
spärliche Vocalbezeichnung in der hebräischen Schrift zü- 
rnen. Dieselbe bediente sich (jedoch nicht immer und in ältester 
vielleicht überhaupt nicht) der halbvocal. Oonsonanten (Vocal- 
istahen) *i und •% und zwar des 1 (vergl. latein. V) zur Be- 
mung des U und Ö, des *» (vergl. latein. J) zur Bezeichnung 
[ und £. Das A, den häufigsten aller Vocale, bezeichnete man 
3r Kegel gar nicht 1 . Nur am Ende des Wortes setzte man in 
ssen Fällen einen Hauchbuchstaben zur Bezeichnung des aus- 
mden A, gewöhnlich fi, seltener K a ; doch stehen diese beiden 
für auslautendes E und 0. 

--—•-■ — — — -i — --- — . . . -_ - — - . — _ - . , , - - — 

J3beaso wird im Sanskrit, in der altpersischen Keilschrift «nd im Aethiopischen 
allen Vocalen nur das kurze a nicht bezeichnet, und der Consonant an sich 
u-sem a gesprochen. 

Der innere Zusammenhang zwischen den Hauchlauten «"»> M und dem A-Laute, 
*» w und dem U-Laute, dem * =» j und dem I-Laute wird physiologisch leicht 
h aus der Bildung dieser Oonsonanten* und Vocallaute durch die Organe des 
ss. Das A bildet sich bei Oeflhung des Mundes, wie jene Hauchlaute; das TT 



28 1. Hauptth. Elementarl. 1. Cap. Laut u. Schrift. 

Alle übrigen Abstufungen, namentlich die kürzeren Vocal- 
laute und die Abwesenheit eines Vocals, wurden nicht bezeichnet; 
selbst die Bestimmung, ob der Vocalbuchstabe im einzelnen Falle 
Vocal oder Consonant sei, blieb dem Leser überlassen. 

So konnte z. B. http gelesen werden qätal, qätel, qätöl, tftöl, qotel, qittel, 
qaftel, quftal; *tt*i däbär (Wort), dkblr (Pest), dibblr (er hat geredet), Jobber 
(reden), dbber (redend), dabür (geredet), dubbar (es ist geredet worden); rYra 
mäweth (Tod), müth, mbth (sterben); m bajit, btt 

Wie unvollkommen und mehrdeutig eine solche nur die härteren Elemente 
der Spraohe abbildende Schrift war, sieht man leicht: und doch haben die 
Hebräer während des ganzen Zeitraums der lebenden Sprache und noch lange 
nachher keine andere Vocalbezeichnung gekannt. Das Lesen war hiernach 
eine schwierigere Aufgabe, als das unserer vollkommneren Schriftarten, und 
die Kenntniss der Sprache als der lebenden Muttersprache musste Vieles 
ersetzen. * 

3. Als die Sprache ausgestorben war, und man die Viel- 
deutigkeit einer solchen Schrift immer störender finden und 
fürchten musste, auch die richtige Aussprache zu verlieren, erfand 
man zur Fixirung der letzteren die Vocalzeichen oder Vocalpunkte, 
durch welche alles bisher unbestimmt Gebliebene auf das Genaueste 
festgestellt wurde. Ueber die Entstehungszeit dieser Vocalisation 
des alttestam. Textes fehlt es zwar an historischen Nachrichten; doch 
lässt sich aus der Gombination anderer geschichtlicher Thatsachen 
soviel erschliessen , dass sie allmählich und unter dem Einflüsse 
verschiedener Schulen im 6. und 7. Jahrh. nach Chr. durch sprach- 
kundige jüdische Gelehrte zu Stande kam, welche dabei in der 
Hauptsache, wenn auch mit selbständiger Kücksicht auf die Eigen- 
art des Hebräischen, dem Vorgange und Muster der älteren syrischen 
Punctation folgten. 

S. Geßeniu8 Gesch. d. hebr. Spr. S. 182 ff. und Eupfeld in den Theolog. 
Studien und Kritiken, 1830. H. in (wo nachgewiesen wird, dass Hieronymui 
und der Talmud noch keine Vocalzeichen erwähnen); Abr. Geiger, „Zur 
Nakdanim- [Punctatoren-] Literatur" (Jüd. Ztschr. für Wissensch. u. Leben, 
Jahrg. X, Breslau 1872, S. 10 ff.); Geiger, „Massorah bei den Syrern" (Ztschr. 

entsteht im Vordermunde, bei gerundeten Lippen, wie das "W; der Vocal I am vordem 
Gaumen, wie der Gaumen-Gonsonant j. (Das £ entsteht am Hintergaumen zwischen 
i und a; das O im Vordermunde zwischen u und a). 

i Ungefähr auf derselben Stufe, wie die althebräische, ist auch die samaritanische 
Schrift stehen geblieben. — Die Phönicier bezeichneten selbst die gedehnten Vocale 
nur in den seltensten Fällen; ihre ältesten Monumente haben so gut wie gar keine 
Vocalbezeichnung. Ebenso sparsam stehen die Vocalbuchstaben in der Inschrift des 
Meia' (9. Jahrh. vor Chr.; vergl. §. 2, 2). 



§. 8. Yon den Yocalzeichen insbesondere. 29 

der DMO. Bd. XXVII, Leipz. 1873, S. 148 ff.; H. Strack, „Prolegomena critica 
in Vet. Test. Hebr. a , Lips. 1873; Strack, „Beitrag zur Gesch. des hebr. Bibel- 
textes" (TheöL Stud. u. Krit. 1875. IV. 8. 736 flf.). 

4. Diesem Vocalsystem liegt im Wesentlichen die Aussprache 
palästinensischen Juden zu Grunde, wie sie damals (um das 
Tahrh. n. Chr.) auf Grund einer viel älteren Ueberlieferung bei 
a feierlichen Vorlesen der heiligen Schriften in den Synagogen 
l Schulen beobachtet wurde. Die Consequenz des Systems, 
r ie die Analogie der verwandten Sprachen, zeugen in hohem 
kde für die Treue der Ueberlieferung. Dabei wurde dieselbe 
solcher Genauigkeit wiedergegeben, dass auch für die kleineren 
jtufungen der Vocale und Vocalanstösse (§. 10), sowie für die 
rillkürlichen Hülfslaute, welche in ändern Sprachen nur selten 
ch die Schrift angedeutet werden, besondere Zeichen erfunden 
den. Bei derselben Bearbeitung des Textes kamen auch die 
jchiedenen übrigen Lesezeichen (§. 11 — 14) und die Accente 
15. 16.) hinzu. 

§.8. 

Von den Vocalzeichen insbesondere. 

1. Die vollen Vocale, ausser welchen es a^uch noch halbe 
ale oder Vocalanstösse giebt (§. 10, 1. 2), sind nach den drei 
iptvocallauten (§. 7, 1. 2) die folgenden: 

Erste Ciasse. A-Laut. 

{1. — Qäme$, ä, ä, T Jäd (Hand), tag qäm (er stand auf) 1 . 
2. 4~ Pdthäch, ä, riÄ bäth (Tochter)/ 
a3,— S e göl, offenes £, e (ä), als Umlaut von « a , wie in der 
ersten Sylbe von DDI? jeä e chem (eure Hand) busjäcFchem, 
TOB pesäch (irdo^a), auch mit i zusammentreffend, 
T 5 !? jädechä (deine Hände), fip5ä g e lenä. 



1 Die Bezeichnung ä, 6, 6 gilt hier den wesentlich (von Natur od. durch Con- 
on) langen, die Bez. ä, e, 6 den erst durch den Ton gedehnten u. daher wandel- 
., ä, e, ö den kurzen Vocalen. Bei den anderen genügt die Unterscheidung von 

i, ü und ü. Siehe §. 9. — Das Zeichen < steht im Folgenden üher der Ton- 
hehr. Wörter, besonders wenn dieselbe nicht, wie gewöhnlich, die letzte, sondern 
orletzte Sylbe des Wortes ist, z. B. Flöß. Vgl. §. 15, Anm. 3. 

So am häufigsten; daher bei jüdischen Grammatikern auch klein Päthäch 
fi£Ö) genannt. 



30 



1. Hauptth. Elementarl. 1. Gap. Laut u. Schrift. 



£ ■ 







V K 



Zweite Classe. J- und E-Laut. 

1. ^oder (defectiv geschrieben, s. no. 4) — Chireq longum 
(magnum), i, z. B. d^p* 5 !? §addiqim (Gerechte). 

2. — Chireq breve (parvum), t, bbp^ fiqföl. 

3. *—§eri, doch gewöhnl. fjlerö mit Jod, und — $er£ ohne /otf, 
ersteres S, letzteres e, z. B. friä beth (Haus), Dtö £#» 
(Name). Selten auch — (defectiv, s. no. 4) für e. 

4. — S<göl, e, entw. Verkürzung von e, z. B. -'jtg (Zahn) f. )10 
(Grundf. §iri); oder Abstumpfung von *, z. B. ^WV 
(Grundf. chiphs). 

Dritte Classe. Für den Laut U und 0, 

1. 1 Süreq, ü, ffitt mw*A (sterben), selten auch für ü. 

2. — Qibbü$, ü, z. B. d^O sülläm (Leiter), aber auch ü als 
defective Schreibung (s. lio. 4) für Süreq, ifrtt müthi 
(mein Sterben). 

3. i und — Chölem, ö und ö, ersteres auch Chölem magnum; 
bip #0/ (Stimme), in rö& (Menge). Oft auch defectives 
— - für d, selten i für o. 

4. (— ) Qäme$-chä(üph, ö, z. B. -pn cä## (Satzung). 

5. Dazu auch hier das stumpfe — £, unter dem Ton e % 
wenn es aus u oder o abgestumpft ist, wie in dT)$ 
'attem (ihr), TU* 'ÄA (aus nia). 

Die Namen der Yocale sind fast alle von der Gestalt und Wirksamkeit des 
Mundes bei Hervorbringung der Vocallaute hergenommen, nämlich tTTiÖ 
Oeffhung; **\i Spaltung, Riss (des Mundes), auch *13Ö, Brechung (vergl. das 
arab. kasr); p^n Knirschung; öVih Verschluss, nach andern VollfuUe, sc. des 
Mundes (auch WS) fc&a Fülle des Mundes) j pyn5 Pfiff (<7opt<7[AÖ<;); )«iap Zu- 
sammenziehung (des Mundes). Die letztere Bedeutung hat auch ^EJJ. Dass 
das lange A und das kurze (Spörj 'pajb Qchnef correptum) .dasselbe Zeichen 
und dieselbe Benennung fuhren, rührt daher, dass die Erfinder der Vocal- 
zeichen das lange A etwas dunkel und dem ähnlich aussprachen, wie es 
denn bei den heutigen deutschen und polnischen Juden völlig zu geworden 
ist (vgl. das syr. ä bei den Maroniten = o, das schwedische a und die schon 
alte Trübung des ä zu ö im Hebr. selbst §. 9, 10, 2). 1 Ueber die Unter- 
scheidung derselben s. §. 9, Anm. S e gol (bttö Traube) hat seinen Namen von 
der Gestalt; ebenso rvnpp tt8«$ (4rei Punkte), wie Manche das Qibbüf nennen. 



* In der babylon. Punctation (s. u. No. 2, Anm. 1) werden ä und ö genau unter- 
schieden, ebenso in guten Hdschr. mit der gewöhnl. Punctation (durch Zusetzung 
eines SHoä auch zu dem Beinvocal ö). Die völlige Gleichheit beider Zeichen ist 
jedoch wohl das ursprüngliche. 



§. 8. Von den Vocalzeichen insbesondere. 31 

Uebrigens hat man die Namen meist so gestaltet, dass der Laut eines 
eden Vocals in der ersten Sylbe gehört wurde; und um dieses consequent 
lurchzuführen, schreiben Manche auch Sägol, Qomef-chafüf, QÜbbüf. 

2. Wie die gegebenen Beispiele zeigen, steht in der Regel das 
alzeichen unter dem Gonsonanten, nach welchem es zu sprechen 
^ r«, *5 rä, *} re, *i ru u. s. w. Nur das sogen. Päthäch furtivum 
!2, 2, b) macht davon eine Ausnahme, indem es vor dem Conso- 
ten gesprochen wird, tTH rü"ch (Wind, Geist). Das Chöttm 
le Wärv) steht links oberhalb von dem Consonanten: h rö\ 

Wenn das Chößm ohne Waw mit dem diakritischen Punkte über tt (ttJ, ttf) 
usammenstösst, so wird statt beider nur Ein Punkt gesetzt, als Rjjto söne 
hassend) st. fcOiö, TOtt md&, nicht rittte. iö mit zwei Punkten ist, wenn es 
elbst keinen Vocal unter sich hat, so, als lati iomer (Wächter), wenn kein 
r ocal vorangeht, os, als XßtsTf] jirpös (er tritt mit Füssen), ö*wp*rj Jes. 45, 20 
es hanno8*im (die tragenden). 

Die Figur i ist zuweilen öw auszusprechen, so dass 1 % Consonant ist und 
as — — vor dasselbe gehört, z. B. hli ti>wh (leihend); zuweilen auch wo, so 
ass das Chölem hinter dem Waw gelesen wird, als "p** *äwon (Sünde) f. filS. 
a genaueren Drucken unterscheidet sich wenigstens S (wo) von i (d. i. ent- 
weder 6 oder, wenn hinter dem Waw ein anderer Vocal folgt, öw). 



Erst neuerdings ist ein von dem gewöhnlichen mehrfach verschiedenes Vocali- 
jsystem bekannt geworden, und zwar aus einigen früher in Odessa, jetzt in 
bürg befindlichen Handschriften. Die Vocalzeichen stehen dort, abgesehen von \ 
her den Consonanten und weichen fast durchgängig auch in der Figur ab, ja 
Cheü selbst in Betreff des Lautbereichs, für welchen sie gebraucht werden. So 
B. betontes Päthäch und betontes Segöl durch ein und dasselbe Zeichen aus- 
ikt, während die unbetonten kurzen Vocale verschieden bezeichnet werden, 
dem sie in einer durch Däge§ forte (§. 12) geschärften Sylbe stehen oder nicht, 
ccente weichen weniger ab und stehen zum Theil auch unter der Consonanten- 

Die ältere * Literatur über diese sogen, bdbylon. Punctation (^«?^5 *Wp?) s. in 
'kavy und H. L, StracVs „Catalog der hebr. Bibelhandschr. der Kaiserl. öffentl. 
hek zu St. Petersb.", Th. I. u. II., Petersb. u. Leipz. 1875, S. 223 ff. — Ein 
icheres Studium des Systems wurde ermöglicht durch H. Strack's facsimilirte 
be des „Prophetarum posteriorem codex Babylonicus Petropolitanus" (Peters- 
876. gr. Fol.) vom Jahre 916, welchen Firkowitsch 1839 in der Synagoge zu 
~titkale auf der Halbinsel Krim entdeckte (vergl. die Vorrede Strack's über die 
chte des Codex, die gesammte Literatur zur babyl. Punctation und über sonstige 
chriften mit jenem System). Ein Bruchstück desselben Codex gab Streich in 
i et Joel prophetae ad fidem cod. Babylon. Petrop." Petersb. 1875 heraus. — 
m angestellten Untersuchungen hat sich ergeben, dass sich beide Systeme (das 
> od. babylonische und das westliche od. tiberiensische) nicht nach einander, 
i neben einander entwickelt haben, dass aber dem westlichen ein höherer Grad 
riginalität, resp. Annäherung an die ältesten Grundlagen der gesammten 
tion, eigen ist. 



32 1. Hauptth. Elementarl. 1. Cap. Laut u. Schrift. 

3. Die Vocale der ersten Glasse werden, abgesehen von ^- in 
der Mitte und von n— , tf— , n- am Ende des Worts (§. 9, 1. 3), 
bloss durch Vocalzeichen (§. 7, 2) dargestellt, dagegen die langen 
Vocale der I- und U-Classe meist durch Vocalbuchstaben, deren 
Laut durch das davor- oder darinstehende Vocalzeichen näher 
bestimmt wird. So kann 

i bestimmt werden durch Chir8q, §ere, S'göl, 

1 durch Süreq und Chölem (*| und i) 1 . 

Im Arabischen wird regelmässig auch das lange ä durch einen Vocalbuch- 
staben, nämlich 'Äleph (K— ), ausgedrückt, so dass dort 3 Vocalbuchstaben 
den 3 Vocalclassen entsprechen. Im Hebräischen ist der Gebrauch des fct als 
Vocalbuchstab sehr selten (s. §. 9, 1 und §. 23, 3, Anm. 1). 

4. Wenn der Vocalbuchstab bei den langen Vocalen der I- 
und U-Clacsse ausgelassen ist, so nennt man dies scriptio defectiva 
im Gegensatz zur scriptio plena. bip, D*lp sind plene, ribp, Dp defective 
geschrieben. 

Was die Wahl der vollen oder defectiven Schreibart betrifft, 
so giebt es allerdings einige Fälle, in welchen nur die eine oder 
die andere zulässig ist. So ist die volle Schreibart für ü, %, e, sowie 
für e in njh etc. (§. 9, 8) nothwendig am Ende des Wortes, 
z. B. ifcpjj, ^nbjbp, vrs *oVa. (Nur Jes. 40, 31 fordert die Masora 
^"pl f. ijp'l.) Dagegen ist die defective Schreibart herrschend, wenn 
dem Vocal der homogene Vocalbuchstab als Consonant vorher- 
geht, z. B. tt$ (Völker) f. D^ia, thra (Gebote) f. rfrtttj. 

Ausserdem aber hing dabei viel von der Willkür der Abschreiber ab, so dass 
dasselbe Wort sehr verschieden geschrieben wird, z. B. ^rYia^pH Ezech. 16, 60, 
*Tfopn Jer. 23, 4, ^rriapsrj ebend. in andern Ausgg. Vgl. §. 25, 1. Nur lässt 
sich bemerken: 

a) dass die defective Schreibart vorzüglich, obwohl nicht durchgängig dann 
gewählt wurde, wenn in demselben Wort noch andere Vocalbuchstaben vor- 
kamen, so dass die Häufung derselben vermieden wurde; vergl. als pwi*, 
Dipl»; VifcrYfcp; 



i Das Vocalzeichen, welches zur Bestimmung eines Vocalbuchstaben dienen kann, 
nennt man homogen mit demselben. Nach dem Vorgange der jüdischen Gram- 
matiker ist der Ausdruck üblich geworden, der Vocalbuchstab ruhe (quiesciere) in 
dem Vocalzeichen, woher auch die Buchstaben •» und 1 (nebst K und ri s. §. 23) literae 
quiescibiles genannt werden, und zwar in dem Falle, wo sie als Vocale dienen, 
quiescentes, wo sie Consonanten sind, mobiles. In Wahrheit wird jedoch vielmehr der 
Vocalbuchstab selbst als Vocal ausgesprochen oder vertritt die Stelle des Vocals. Die 
Vocalbuchstaben werden von den Grammatikern auch Lesemütter (matres lectionis) 
oder Stützen (fulcra) genannt. 



§. 9. Charakter u. Geltung d. einzelnen Vocale. 33 

b) dass in den spätem Büchern des A. T. die volle, in den früheren die 
defective Schreibart vorherrscht. 1 

5. Wenn dem Vocalbuchstaben ein nicht verwandter (hete- 
gener) Vocal vorhergeht, z. B. V-» Vr» h — * 80 ersteht in den 
rwandten Sprachen, wenn dieser Vocal a ist, ein Diphthong (au, 
>. Im Hebräischen aber behalten 1 und % sofern nicht Contraction 
ltritt, nach der überlieferten Aussprache ihren Consonantenlaut; 
in spricht somit ätv, äj\ äj, z.B. 11 rväw (Haken), ifi chäj (lebendig), 
d so auch *ü göj (Volk), *ito* € äsüj (gemacht), 1* gerv (Rücken). 
- ist in der Aussprache einerlei mit 1—, nämlich dw, als Y^M 
wräw (seine Worte); daher oft auch y^ defective für f — 
schrieben wird. 

Die LXX drücken in solchen Fällen meist einen wirklichen Diphthong ans 
(wie im Arabischen) und dies wird für eine frühere Stufe der Aussprache gelten 
müssen, während die gewöhnliche jüdische Pronunciation der der Neugriechen 
ähnlich ist, welche <x&, eÜ> wie av, ev sprechen. In Handschriften wird das 
Jod und Wato in Fällen wie *rj, 1ä sogar mit Mappiq bezeichnet (§. 14, 1). 
Doch sprechen die italienischen Juden jene Sylben mehr diphthongisch, z. B. 
chäi, geu, und so auch baith (r^a). 

§.9. 

Charakter und Geltung der einzelnen Vocale. 

So zahlreich die Vocalzeichen in der hebräischen Schrift sind, 
reichen sie doch nicht völlig aus, um die verschiedenen Modifi- 
onen der Vocallaute, namentlich in Beziehung auf Länge und 
•ze, Schärfe und Dehnung, vollständig auszudrücken: dazu 
lmt noch, dass die Bezeichnungen des Sprachlautes durch jene 
;hen nicht immer vollkommen zweckmässig genannt werden 
nen. Wir geben daher zu näherem Verständniss im Folgenden 
n kurzen Commentar über Charakter und Geltung der einzelnen 
ale, besonders in Hinsicht auf die Länge und Kürze, sowie die 
idelbarkeit derselben (§. 25. 27). 

I. Erste Glosse: A-Laut. 

1. Das QämSs (— ) ist zwar überall langes 0, aber seiner Natur 
Entstehung nach von zwiefacher Art: 

^ 

Dasselbe historische Verhältniss lässt sich im Phönicischen (§. 7 , 2. Anm. 1) 

beim 2X als Vocalbuchstab im Arabischen nachweisen. Uebrigens sind höchst* 

cheinlich wenigstens zu den älteren Texten der Bibel die Vocalbuchstaben 

tlich oder doch zum Theil erst später von Abschreibern beigefügt worden, 
•enins, hebr. Grammatik. XXII. Aufl. 3 



34 1. Hauptth. Elementar! 1. Cap. Laut u. Schrift. 

1) naturlanges ä (im Arab. regelmässig 8— geschrieben), das nicht 
leicht verkürzt und nie ganz verdrängt wird (§. 25, 2), als airö 
kfthäb (Schrift), asä g ännäb (Dieb), D£ qäm (surrexit), sehr selten 
mit folg. », wie D»jj Hos. 10, 14. 1 

Dieses ä ist im Hebr. selten, weil es häufig zu d getrübt ist, s. unten 
No. 10, 2. 

2) nur prosodisch gedehntes (tonlanges) ä, sowohl in der Tonsylbe 
selbst, als zunächst vor oder nach derselben. Es ist überall 
aus ursprünglichem ä hervorgegangen 2 und findet sich sowohl 
in offenen d. i. vocalisch auslautenden Sylben (§. 26, 3), z. B. rjb, 
bttjj, DIpJ, ^D» (arab. läkä, qätälä, jäqüm, *äszr), als in geschlos- 
senen d. i. consonantisch auslautenden, wie *V, aste (ar. jäd, 
kaukäb). In der geschlossenen Sylbe kann es jedoch nur stehen, 
wenn dieselbe den Tön hat, *&\, tif&\ in offener dagegen ist 
es besonders häufig vor der Tonsylbe, als *&\, ijbj, ühb. Bei 
fortrückender oder verminderter Betonung tritt im ersten Falle 
das kurze ä {Pdthäch) leicht wieder hervor, im letztern ver- 
flüchtigt sich das Qäme§ zu einem Sfwä (§. 27, 3), DDn D?n 
(ch*käm) ; *n^ w (d e bär) ; bog Dbttjj. 

Im Auslaute kann das Qäme$ allein stehen (PfcbjJ, *£), ist aber 
häufig schon in der Consonantenschrift zugleich durch n bezeichnet 

(nnbb£, nna, nraa)- Vgl. §. 7, 2. 

2. Das Pdthäch, oder das kurze ä, steht im Hebräischen fast 
nur noch in geschlossener Sylbe mit und ohne Ton (bb£, Dfibüfj)): 
da, wo es jetzt in offener Sylbe zu stehen scheint, lag ursprünglich 
eine geschlossene Sylbe vor, die erst durch die Einsetzung eines 
Hülfslautes (ä, i, e) in zweiter Sylbe halb geöffnet wurde, z. B. bnS 
(Grundform nacht), rrji (arab. bait), s. §. 28, 4. Sonst ist Pdthäch 
in offener Sylbe fast durchweg in ä ( — ) übergegangen, s. oben 
No. 1, 2. 

lieber die seltene (und nur scheinbare) Verbindung des Päthach mit K 
0*—) s. §. 23, 2, über ä als Hülfslaut (Pdthäch furtivum) §. 22, 2, b u. §. 28, 4. 

3. Das S'göl (8, e) gehört seinem Ursprünge nach zuweilen der 
zweiten, seltner der dritten, am häufigsten aber der ersten Vocal- 
classe an (§. 27, Anm. 1. 2. 4). Zur ersten gehört es als Umlaut 
des a (wie Bad, Bäder; Land, Länder), sowohl in unbetonter Sylbe, 

i Andrer Art sind die Fälle, wo ein K seinen ursprünglichen Gonsonantenlaut 
durctf Erweichung verloren hat, §. 23, 1. 2. 

2 Im Arabischen hält sich dieses ä überall auch in oflfber Sylbe. 



§. 9. Charakter u. Geltung d. einzelnen Vocale. 35 

B. DD-n (f. DDT!), als in betonter, z. B. -pk aus pa, )*$> arab. 
m, mag arab. qämch; sogar in betonter Endsylbe, z. B. brna (aus • 
rzäl); im Auslaut mit n, wie SifcHtt arab. mar'ä, ja selbst in der 
lwersten Tonsylbe am Ende des Satzes (in Pausa), wie 5fb«a f p*ja. 
der Regel wird jedoch in solchem Falle das dem e zu Grunde 
gende Pdthäch zu Qdme$ gedehnt, z. B. trag, "flg. Scheinbar aus 
t><2 verlängert, in Wirklichkeit aber gleichfalls auf urspr. ä 
rückgehend, steht S'göl in Pausal- Formen, wie *ifi (Grundf. 
V)> W C/W) u. s. w. 

J7. Zweite Glosse: I- und E-Laut. 

4. Das lange i ist häufig schon in der Gonsonantenschrift durch 
■» ausgedrückt (plene geschriebenes Chirtq, V~); doch kann 

jh ein yon Natur langes i vermöge orthogr. Licenz defective ge- 
rieben sein (§. 8, 4) , z. B. y^t (gerecht) pl. Ü^t $addiqim; 
*; (er fürchtet) pl. I8*n. Ob ein defectiv geschriebenes Chxräq 
g sei, erkennt man am sichersten aus der Entstehung der Form, 
auch schon aus der Beschaffenheit der Sylbe (§. 26) oder, wie 
ttO?, aus dem beigefügten Metheg (§. 16, 2). 

5. Das kurze Chir$q (stets defectiv geschrieben) ist besonders 
Lfig in geschärften (btop, ^Etf), sowie in tonlosen geschlossenen 
ben (^TüTt) Psalm). Nicht selten ist es durch Verdünnung aus 
atstanden, wie in ipiä (meine Tochter) von na, ^OT von ^yj, 
2 (Grundform sädq), oder es ist ursprüngliches ¥, das in betonter 
be zu e geworden war, wie in rffjk (dein Feind) von n^fc (Grundf. 
)). Zuweilen ist I auch blosser Hülfsvocal (rpä f. tPä §. 28, 4). 

Die älteren Grammatiker nennen jedes plene geschriebene ChirVq Ch, 
magnum, jedes defectiv geschriebene Ch. parvum, — in Bücksicht des Lautes 
3ine schiefe Unterscheidung. 

6. Das längste i 1-7- ist aus dem Diphthong aj (ai) w con- 
lirt (§.7, 1), z. B. byin (Palast) arab. und syr. haikal. Als 
hthong ist dieses 1-7- länger, als der entsprechende ßeinvocal 
I-Classe (^-7-) und wird nur selten defectiv geschrieben (13? f. 
Jes. 3, 8). 

7. Das $eri ohne Jod ist das lange e zweiten Ranges, welches 
(ähnlich dem tonlangen 0, No. 1, 2) nur in und vor der Ton- 

e hält, und immer aus urspr. if verlängert ist. Es steht in 

1er Sylbe mit und vor dem Tone, z. B. löo (Grdf. siphr) Buch, 

(arab. sinät) Schlaf, in geschlossener nur mit dem Tone, wie 

ohn, tAtt stumm. 

3* 



36 1. Hauptth. Elementarl. 1. Oap. Laut u. Schrift. 

8. Das S e gdl der I(E)-Classe ist am häufigsten ein stumpfes e 1 
•verkürzt aus tonlangem e (beim Weichen des Tones), z. B. -"jto aus 
fla (gieb), Spat 8 * von i tg L » (Schöpfer). Als blosser Hülfslaut erscheint 
Srgdl in Fällen wie ijjb f. TOD, b£ f. byj (§. 28, 4). 

HE. Dritte Masse: TJ- und O-Laut. 

9. In dieser dritten Classe findet ein ähnliches Verhältniss statt, 
wie in der zweiten. Beim U-Laut zunächst unterscheide man: 

1) das lange ü, entweder a) plene geschrieben *i Süreq (entsprechend 
dem •»— der 2. Classe), z. B. b*Qä (Grenze), oder b) defectiv 
geschrieben — (analog dem langen — der zweiten Classe), 
also ein Qibbüs , welches nur orthographisch für Süreq steht 
und somit eigentlich Süreq defectivum heissen sollte Obaa, "pWffp, 

2) das kurze w, das eigentliche Qibbüs (entsprechend dem kurzen 
Chiräq), in tonloser geschlossener und besonders häufig in ge- 
schärfter Sylbe, als 'jrttö (Tisch), r\so (Hütte). 

Für das letztere setzen die LXX o, z. B. dilS 'OSoXXdjx, woraus indess nur 
folgt, dass dieses ü ziemlich unrein ausgesprochen wurde; drücken doch die 
LXX auch das scharfe CMrlq durch e aus, z. B. *)&£ = 'Efipi^p. Unrichtig 
ist die vordem gewöhnliche Aussprache des Qibbüs durch ü,'obschon die 
theilweise Aussprache des U-lauts durch ü zur Zeit der Punktatoren wenig- 
stens für Palästina bezeugt ist (Yergl. türk. bülbül f. pers. bulbtd, und die 
Aussprache des arab. dunjä in Syrien wie dünjä). 

Bisweilen ist auch das kurze ü in geschärfter Sylbe plene geschrieben, 
z. B. *A^ = *A\ S. §. 27, Anm. 1. und Delitzsch, Gomm. über die Psalmen 
(1873) zu Ps. 31, 3. 

10. Der O-Laut verhält sich zu U, wie in der zweiten Classe 
E zu I. Er hat vier Abstufungen : 

1) das längste ö, aus dem Diphthong au entstanden (§. 7, 1), meist 
plene geschrieben *» (Chöl&n plenum), als thb (Geissei) arab. 
sauf, nVtt (Bosheit) aus SrfetJ, seltener defectiy wie rptt (dein 
Stier) yon "rttö, arab. taur. 

2) das lange d, welches im Hebräischen frühzeitig durch eine 
weitgreifende Trübung aus ursprüngl. 4 entstanden ist, während 
sich letzteres im Arabischen und Aramäischen erhalten hat. 
Es wird in der betonten Sylbe meist plene, in der unbetonten 
meist defectiy geschrieben, als bttp arab. qdtil, aram. qdfel, 
fcSb» arab. 'ildh, aram. 'ildh, plur. twfc«; pW (Schenkel), arab. 
sdq; vaa (Held), arab. gäbbdr; orfin (Siegel), arab. hdtäm, 
ywr\ (Granatapfel), arab. rümmän, fltabtö (Herrschaft)^ aram. 
•jübtö, arab. sül(dn; Dibtj (Friede), aram. übt}, arab. säldm. 



§. 9. Charakter u. Geltung d. einzelnen Vocale. 



37 



Bisweilen besteht noch die Form mit ä neben der mit ö, wie 
IptÖ und f^lö (Panzer). Vgl. auch §. 68, 1. 

3) das tonlange o, welches aus urspr. ü oder daraus entstandenem 
ö durch den Ton gedehnt ist, und beim Weichen desselben 
sofort wieder kurz erscheint, als & (alles), "ta (köl), Dto 
(külläm); bb|?», tyüfp.j «ibttp^ (hier bis zum S*wä verflüchtigt^: 
jiqflü, arab. jaqtülü). Dieses tonlange o wird nur ausnahms- 
weise plene geschrieben. 

4) — Qämes chä\üph> stets kurzes d, steht in demselben Ver- 
hältniss zum Chöl&n, wie das S'gdl der 2. Classe zum $eri, "ta 
köl, D£*l fvajjäqöm. Ueber die Unterscheidung desselben vom 
Qämes s. die Anm. 

11. Ueber das S'göl der U-Classe (als Abstumpfung aus urspr. 
u) y z. B. in DT)», DPfcttJJ, vgl. §. 27, Anm. 4, b. 

12. Folgende Tabelle giebt eine Uebersicht über die Ab- 
stufung der 3 Vocalclassen nach der Quantität der Vocale: 



Erste Classe: A. 


Zweite Classe: I und E. 


Dritte Classe: U und 0. 


— längstes ä (arabisch 


i — $ diphthongisch (aus 


i d diphthongisch (aus 


T «->. 


*W). 


aw). 


T 


i-^- l (aus oq). 


i oder — 6 aus d getrübt. 




*-^~ oder — langes 1 


H oder — langes ü. 


— tonlanges ä (aus kur- 


— tonlanges e (aus — £ 


— tonlanges ö (aus — ö 


zem ä oder — ) in der 

•• 


oder — 2) in der Ton- 


oder — - ü) in der Ton- 


Tonsylbe und vor der- 


sylbe und zunächst vor 


sylbe. * 


selben. 


derselben. 




-^- theils tonlang £, theils 


— & betont b 

•• * 


— — l (Abstumpfung aus t*) 


kurz 2 (beide Male Um- 


• 


— kurzes ö 


laut aus ä) 




* 


-^- kurzes ä 


— kurzes ¥ 


— kurzes ü, bes. in ge- 


— * Verdünnung aus ä 




schärfter Sylbe 


Aeusserste Verflüchtigung 


Aeusserste Verflüchtigung 


Aeusserste Verflüchtigung 


zu — a — * od. — • 


zu — od. — 


zu — ° od. — 



Anm. Ueber die Unterscheidung des Qämfy und Qäm&s-chäfophA 
Nach §. 8, 1 wird in Handschriften und Drucken das lange a (Qätpfy) 
und das kurze o (Qämify-chäfüph) meist durch dasselbe Zeichen ( T ) ausge- 
drückt, z. B. DP qäm, "b3 hol, obschon die alten Punktatoren u. Grammatiker 
ö urspr. mit S*w<i (J versahen; vergl. Baer-Del., Liber Jobi, pg. 41 zu Job. 
17, 9. Zur Unterscheidung des ä und ö halte sich der Anfänger, welcher die 



1 Diese Bestimmungen müssen, um sie genauer zu fassen, in Verbindung mit der 
Iiehre von den Sylben (§. 26) und dem Mitheg (§. 16, 2) studirt werden. 



38 JL Hauptth. Elementarl. 1. Cap. Laut u. Schrift. 

grammatische Ableitung der zu lesenden Wörter (allerdings den sichersten 
Wegweiser) noch nicht kennt, vorläufig an folgende zwei Hauptregeln: 

1. Das Zeichen ( r ) ist ö in tonloser geschlossener Sylbe, denn 
eine solche kann keinen langen Vocal haben .(§. 26, 5). Obiger Fall tritt ein: 
o) wenn ein &wä als Sylbentheiler folgt, wie in rraan chöch-ma (Weisheit), 

ftiast 'tikh-la (Speise); mit einem MeV&g dagegen ist das Q) ä, und stellt 
in offioter Sylbe; das folgende &wä ist dann halber Vocal (äHoä mobile), 
z. B. nba* 'ä-kh e la (sie as«), nach §. 16, 2. 

b) wenn Sylbenschluss durch DägeS forte stattfindet, als ^fn chönneni (er- 
barme dich meiner); dagegen dTFQ (mit Metheg) battim. 

c) wenn die betr. Sylbe durch folgendes Maqqeph (§. 16, 1) enttont wird, z. B. 
d'TfctiT'iÄ köl-häädäm (alle Menschen). 

d) in tonloser geschlossener Endsylbe, z. B. Dg*} wajjäqöm (und er stand auf). 
— In den Fällen, wo ein langes ä in der Endsylbe durch Maqqeph (§. 16, 1) 
tonlos geworden ist, und dennoch ä bleiben muss, z. B. n^rrnrö Esth. 4, 8, 
*»?THÖ 1 M. 4, 25, hat es in correcten Handschriften und Drucken Mfflüg 
oder einen stellvertretenden Accent bei sich (z, B. ^pbrrTOB, Ps. 16, 5). 

In Fällen wie fifcAg, JTb5 lamma lehrt der Ton, dass ( — ) als ä zu lesen ist. 

2. Eine besondere Betrachtung erheischen die Fälle, wo ( — ) in offner 
Sylbe zu stehen scheint und dennoch ö zu lesen ist. Dies ist der Fall a) wenn 
Chäfeph-QcmZf folgt (z. B. ftgö, sein Thun) oder einfaches lautbares ^Hoä 
(z. B. 'jn'Yj, Stachel); b) vor einem anderen QämZf-cMfüph, z. B. ?jjb9t} dein 
Thun; c) in den beiden Pluralen ö^g Heiligthümer, und ö , *ttH$ Wurzeln 
(neben der Schreibung Tg und "iti). Die Masora setzt in allen diesen Fällen 
ein MetMg zu dem ( — ) und zeigt dadurch, dass sie — wie ä gelesen haben 
will, 1 also: i>ö-°fö, dä&bän, pär°Pkhä, qä-däSim. Diese Tradition wird nicht 
nur durch die babylonische Punktation (s. o. §. 8, 2. Anm. 1), welche ö und ä 
genau unterscheidet, sondern auch duroh die jüdischen Originalgrammatiker 
ausdrücklich bestätigt Trotz alledem gestattet weder die Entstehung dieser 
Formen, noch die analogen Bildungen im Hebr. und den verwandten Sprachen, 
noch endlich die Umschreibung der hierher gehörigen Nomina propria bei 
denLXX, jene Tradition für richtig zu halten, mag nun das Metheg ursprüng- 
lich eine andere Bedeutung haben, oder auf Irrthum beruhen. Vielmehr ist 
abzutheilen und zu lesen: pö°-lö (f. plf-lö), pö°-l e khä, qödä-8im (rein orthogr. 
für q°däMm). Ebensowenig wäre MhtK&g als Zeichen der Dehnung zu ä be- 
greiflich in fclgrnria (2 Mos. 11, 8), wohl aber in *»^Ö 6ö-°nf, auf der Flotte, 
indem hier das ä des Artikels unter das Beih getreten ist. 

§. 10. 

Von den halben Vocalen und dem Sylbentheiler. tS°wl) 

1. Ausser den vollen Vocalen hat das Hebräische noch eine 
Reihe von Vocallauten, die man halbe Vocale nennen kann. Das 
Punktationssystem bedient sich derselben zur Darstellung äusserst 

I r ill 

1 VergL Baer-Delitzsch, Liber Jobi (Lips. 1875), Praef. pag. VI. 



§. 10. Halbe Vocale und Sylbentheiler. (S e wä.) 39 

flüchtiger Laute, die als Beste von volleren und bestimmteren 
Vocallauten aus einer früheren Sprachperiode zu betrachten sind. 
Hierher gehört zuerst das Zeichen — , welches einen kürzesten, 
flüchtigsten und seiner Aussprache nach gleichsam indifferenten 
Vocallaut, etwa ein dunkles halbes ä (-*-) ausdrückt. Es heisst 
S'rvä 1 , und zwar einfaches S'rvä {S'rvä simplex) im Gegensatz zu 
dem zusammengesetzten (s. No. 2) , lautbares S'rvä {S'rvä mobile) 
im Gegensatz zum S'rvä quiescens, welches stumm ist und als 
blosser Sylbentheiler (No. 3) unter dem die Sylbe schliessenden 
Consonanten steht. Von dem lautbaren S'rvä sind wiederum fol- 
gende Arten zu unterscheiden: 
1) das eigentl. S'rvä mobile unter solchen Consonanten, welche 
sich als eine Art Vorschlag eng mit der darauf folgenden Sylbe 
verbinden, sei es a) im Anfang des Wortes, wie bbp ^öZ(tödten), 
tAtfü m'malle (füllend), oder b) in der Mitte des Wortes, wie 
rfitfljp qö-flä, *ttjr Jiq-flü, *ßjj qif-flü. 
2. das sogen. S'rvä medium oder schwebende S'rvä unter solchen 
Consonanten, welche am Ende einer Sylbe mit kurzem Vocal 
stehen und so wenigstens einen lockeren Schluss derselben 
bewirken, andererseits aber auch als Vorschlag zu einer 
folgenden Sylbe dienen. Das S'rvä medium steht darnach in 
der Mitte zwischen dem S. quiescens und dem eigentl. S. mobile; 
hinsichtlich der Aussprache und sonstigen Eigenschaften ist es 
jedoch dem letzteren beizuzählen; vergl. z. B. ijaft hin'ni 
(welches für» ijsn hin-n'ni steht) , nagtfe la-m'na$$e?ch (für 'lab), 

'obtt ma-l'khi. 

- < - 

Der Laut 2 mag als Normallaut des einfachen S*wä mobile gelten, obwohl 
sicher ist, dass es oft an andere Yocale angeklungen hat. Die LXX drücken 
es durch s, selbst i) aus, 0^*1*13 XepooßCp,, ny&bt dXXrjXotSta, häufiger durch 
a, ifittöttj 2ajA007)X, sehr häufig aber so, dass sich dieser flüchtige Yocalaut 
nach dem folgenden Hauptvocal richtet, als tHo 268oja<x, ftfefatf 2qXojaü>v 
(neben 2ctX<ofi<i>v), rYi8SS Saßawfr, bionp NaftavaijX 3 . Aehnliches berichten 
noch die jüdischen Grammatiker im Mittelalter von der Aussprache des &wä*. 

1 Der Käme KJIÜ wird auch RM? [geschrieben und ist seiner Ableitung und 
eigentlichen Bedeutung nach streitig. 

2 Dieselbe Erscheinung zeigt sich überaus häufig in den griech. und latein. 
Umschreibungen phönicischer Wörter, z. B. R$i» Malaga, b^fcö? gvbvXim (Schröder, 
die phönic. Spr., S. 139 ff.). Vgl. das latein. Augment in momordi, pujpugi mit dem 
griechischen in xlxucpa, TeTup.p.£vo< und dem alten memordi. 

3 8. besonders Juda Chajjug 8» 4 f . u. S. 130 f. der Ausg. von Nutt (Berlin 
1870) -» S. 200 der Ausg. von Dukes (Stuttg. 1844), auch in Ibn Ezra's $achoth S. 3. 



40 1. Hauptth. Elementarl. 1. Gap. Laut u. Schrift. 

Wie der tf c t0ä-Laut durch Verflüchtigung eines vollen Yocals entstanden 
ist, zeigt z. B. MD*nsi (wofür noch fW? vorkommt, s. No. 2, Anm.) aus baraka, 
wie dieses Wort auch im Arabischen lautet. Die arabische Sprache hat über- 
haupt für das JSPwä mobile regelmässig noch den vollen kurzen Vocal. 

2. An das S'rvä mobile simplex schliesst sich das sogenannte 
S'rvä compositum oder Chä\eph (correptum), d. i. ein S'rvä, dessen 
Aussprache durch Beifügung eines kurzen Vocals näher bestimmt 
ist. Solcher gefärbter S'rv flaute giebt es drei, entsprechend den 
drei Vocalclassen (§. 7, 1) : 

( ) Chäfeph-Pdthäch, z. B. yvnft ch a mör, Esel. 

( w ) CM\eph-S e göl> z. B. yas ''mör, sagen. 

( ) Chä{eph-Qäm2$, z. B. *»bn eh°li, Krankheit. 
Vorzugsweise stehen diese Chä\eph's, wenigstens die beiden ersteren, 
unter den vier Gutturalbuchstaben (§. 22, 3), indem diese ihrer 
Natur nach eine bestimmtere Färbung des an sich indifferenten 
S'rvä mobile simplex herbeiführen. Im Anlaut der Sylbe kann eine 
Gutturalis nie blosses S'rvä simplex haben. 

Anm. Unter Nicht-Gutturalen kommen nur ( n ) und (J vor.| 
Das Chateph-Päthäch findet sich so statt S e wä mobile simplex, besonders 
a) unter verdoppelten Consonanten, sofern eben die Verdoppelung die deut- 
lichere Aussprache des &ioä mobile bewirkt, h ]?2itt5 (Zweige) Zach. 4, 12. Aus- 
drücklich gefordert wird die Setzung des Chäteph von der correcten Masora 1 , 
wenn in einem verdoppelten Consonanten mit SPwä das Zeichen der Ver- 
doppelung (Dägei fort e) ausgefallen ist, z.B. *natbtt*n Jud. 16, 16; nicht minder 
überall da, wo auf einen Consonanten mit JSPwä derselbe Consonant nochmals 
folgt (zu schärferer Trennung beider, daher auch stets MUheg vorher), z. B. 

Ö^TT'ö ^ 8# 68 > 7 > *]*?^i? 1 Mos. 27 > 13 (ausgenommen einige besondere Fälle, 
wie *^:tt siehe mich) und endlich unter Resch nach langem Yocal und vor dem 
Ton, z. B. *OtJ3 P ß « 1° 3 > 1; b) unter den Zischlauten im Anfang des "Wortes 
nach * copulativum, z. B. 3lTT*i 1 Mos. 2, 12; ttgttto 1 Mos. 27, 26, zur schärferen 
Hervorhebung der Lautbarkeit des &"t#d; aus gleichem Grunde unter dem 
emphat. Q6ph in "S'Jß; Ps. 55, 22, und unter Bosch in ttsn* Ps. 28, 9. <?) unter 
Liquida, Zischlaut oder Qöph nach kurzem t, z. B. rYh»K Ps. 12, 7, "tßöa 
Ps. 74, 5, aus demselben Grunde, wie die Fälle unter 6). 

Das CMfeph-QämZf bindet sich weniger an die Gutturalen, als die ersten 
beiden, und steht öfter für das einfache &wä mobile y wenn ein zu Grunde 
liegender 0-Laut nicht ganz verloren gehen sollte, z. B. ***£) für W Anblick 



Qesentus Lehrgebäude der hebr. Sprache S. 68. Ausdrückliche Vorschriften über die 
verschiedene Lesung des S*wä mobile enthält auch das o. §. 6, 1 angef. „Manuel 
du lecteur". 

1 S. Delitzsch, „Bemerkungen über masoretisch treue Darstellung des alttestam. 
Textes", in Del. und Ghuerickes Ztschr. f. luth. Theol. u. Kirche, Bd. 24 (1863), 
8. 409 ff. 



§. 11. Von den übrigen Lesezeichen. 41 

(vergl. u. §. 93), ?gmj für das gewöhnliche *gW Ez. 35, 6, von tj*ni; ilg^lj 
sein Scheitel von *ipfg Ps. 7, 17 al.; auch, wie , bei ausgefallenem DägeS 
forte htjgb f. rUTf* 1 M. 2, 23. Hier wie in rri&OJ 1 Kön. 13, 7, und *p$X} 
Jer. 22, 20 beruht das Chäteph-Qämes ebenso auf dem Einfluss der folgenden 
Gutturalis, wie des vorangehenden ZJ-Lautes; in "^riöji (ü-fhör) Job 17, 10 
ausserdem auf dem Einfluss des nachfolg. 0-Lautes. 

3. Das Zeichen des einfachen S*wä — dient aber zugleich auch 
als blosser Sylbentheiler. In diesem Falle wird es in der Aussprache 
nicht berücksichtigt und S'rvä quiescens (arab. Sukün Ruhe) ge- 
nannt. Es steht in der Mitte des Worts unter jedem Consonanten, 
der eine Sylbe schliesst; am Ende der Wörter wird es dagegen 
weggelassen, ausgenommen (zu besserer Unterscheidung von "j fin.) 
bei *i fin., z. B. -fbü (König), und in dem seltneren Falle, wo ein 
Wort mit einer Muta nach einem anderen yocallosen Consonanten 
schliesst, wie in Ttt (Narde), na (du, fem.), ftbü)? (du fem. hast 
getödtet), £flä*3 (und er tränkte), äiri*5 (und er nahm gefangen), 
fttäl-rttf (trinke nicht). 

Doch nähert sich in den letzteren Beispielen das o*wä am Schlüsse eher 
einem lautbaren aPtcä, zumal fast überall Verflüchtigung eines auslautenden 
Vocals stattgefunden hat, nämlich ft$ atP aus "«Fitt attt, Pibü£ aus ^nbüg, 2&* 
ji8b e aus JiStth u. s. w. 1 , wie denn das Arabische in den analogen Formen 
wirklich einen kurzen Yocal hat. Bei dem aus dem Indischen entlehnten *TO, 
sowie bei rwjp (qö8p, Spr. 22, 6, und bei fjOirr?» (ne addas) Spr. 30, 6 zieht 
die auslautende Muta von selbst einen, wenn auch noch so leisen Yocalanstoss 
nach sich. 

§.H. 

Von den übrigen Lesezeichen. 

In dem genauesten Zusammenhange mit der Vocalsetzung 
stehen die wahrscheinlich gleichzeitig eingeführten Lesezeichen. 
Ausser dem diakritischen Punkte über te und tD wird ein Punkt in 
dem Consonanten gebraucht, um anzuzeigen, dass derselbe fester 
oder gar doppelt laute; dagegen ein horizontaler Strich (Räphe) 
über dem Consonanten zum Zeichen, dass er den starken oder den 
doppelten Laut nicht habe. Jener Punkt ist nach seiner ver- 
schiedenartigen Anwendung ein tfm'facher: DägeS forte oder Ver- 
doppelungszeichen (§. 12); DägeS lene oder Zeichen der harten 
(nicht aspirirten) Aussprache gewisser Consonanten (§. 13); Mappiq 
oder Zeichen zur Hervorhebung des vollen Consonantenwerthes 



1 So schon unter den jüdischen Grammatikern Juda Chajjug S. 5 f. 



42 1. Hauptth. Elementarl. 1. Cap. Laut u. Schrift. 

solcher Buchstaben, die sonst auch als Vocalbuchstaben dienen 
(§. 7, 2), insbesondere des H am Ende des Wortes (§. 14, 1). Das 
Räphe, durch welches die Setzung eines der genannten Puncte aus- 
geschlossen wird, ist in unsern hebräischen Drucken fast ganz 
ausser Gebrauch gekommen (§. 14, 2). 

§.12. 
Vom Däges überhaupt und dem Däges forte insbesondere. 

1. Das DägeS, ein in der Mitte des Consonanten befindlicher 
Punkt 1 , bezeichnet nach §.11 a) die Verdoppelung eines Con- 
sonanten (DägeS forte) , z. B. btDj? qißel; oder b) die härtere Aus- 
sprache der Aspiraten (DägeS lene). Ueber eine Abart des letzteren, 
die in unseren Drucken fast durchweg aufgegeben ist, vergl. 
§. 13, 2, Anm. 

Das Stw. ttfan bedeutet im Syr. : (mit scharfem Eisen) durchstechen, durch- 
bohren, und hiernach erklärt man gew. DägeS lediglich nach der Gestalt 
durch Stich, punctum, Punkt Allein die Namen aller ähnlichen Zeichen be- 
ziehen sich "vielmehr auf die grammatische Bedeutung. Darnach dürfte 8U1 
im Sinne der Masora bedeuten: acuere (literam), d. i. sowohl den Buchstaben 
scharfen (durch Verdoppelung), als ihn harten, d. h. hart und ohne Aspiration 
sprechen. Somit wäre töjtt acuens (literam), Zeichen der Schärfung und Ver- 
härtung (wie Mapptq p^fiB proferens für Signum prolationis), wozu nun eben 
ein Stich des stilus, ein punctum gewählt wurde. Der Gegensatz ist MSH 
weich, §. 14, 2. (Vergl. zur Bedeutung beider Namen noch §. 22, 4, Anm. 1) 

2. Von grammatischer Bedeutung ist besonders das DägeS forte 
oder Verdoppelungszeichen , dem Sicilicus der Römer (Luculus für 
Lucullus) oder dem Querstrich über dem deutschen m und n ver- 
gleichbar. In unpunktirter Schrift wird es, gleich den Vocalen 
und übrigen Lesezeichen, weggelassen. 

Ueber die verschiedenen Arten des DägeS f. vergl. §. 20. 

§• 13. 

Vom Däges lene. 

1. Das DägeS lene oder Zeichen der Verhärtung wird in den 
gewöhnlichen Drucken lediglich in die sogen, ntolto (§. 6, 3) ge- 
setzt, zum Zeichen, dass dieselben mit ihrem ursprünglichen 

1 Das Wäw mit Däges 00 ist in unseren Drucken nicht zu unterscheiden von 
einem als Süreq punktirten Wäw fl): im letzteren Falle sollte der Punkt hoher stehen. 
Das * u ist jedoch leicht daran zu erkennen , dass es vor und unter sich keinen 
Vocal haben kann. 



§. 14. liappiq und Räphe. 43 

härteren Laute (ohne Aspiration) zu sprechen seien, z. B. -fbia 
melech, aber teVa mal-kö; -\W\ täphdr, aber ^ferp jith-pör; nntö Säth r t, 
aber nntt^ jil-te. 

■ « 

2. Die Fälle, in denen 2>^££ /. zu setzen ist, lehrt §.21 : nämlich 
ausschliesslich zu Anfang der Wörter und Sylben. Von Bäg. forte 
kann man es insofern leicht unterscheiden, als dieses immer einen 
Vocal vor sich hat, Bäg. lene hingegen niemals; darnach muss das 
BägeS in ifiB appi, tPT\ rabbim ein B. forte sein, dagegen ein B. lene 
in D^ifi partim, \fih* jigdal. 

Eine Abart des DägeS lene ist der in correcten Handschriften übliche 
und in den Textausgaben von Baer- Delitzsch wieder eingeführte Punkt in 
anderen Consonanten, als den Begadkephat > um schärfer den Anfang einer 
neuen Sylbe hervorzuheben: a) wenn derselbe Consonant vorhergeht, z. B. 
^alb-isa Ps. 9, 2; hier wird durch DägeS das Zusammenfliessen der beiden 
Lamed verhütet, b) in FäUen, wie *nprna Ps. 62, 8 = machst (nicht etwa 
machest). VergL Delitzsch, luth. Ztschr. 1863, S. 413. 

3. Wenn das BägeS forte in eine Aspirata zu stehen kommt, so 
schliesst die Verdoppelung von selbst die Aspiration aus, indem 
der zweite der beiden Consonanten an sich BägeS L haben müsste, 
z. B. i»tf (aus ißitf) eig. ap-pi. 

§. 14. 

fflapptq und Räphö. 

1. Das Mappiq, ebenfalls ein Punkt in dem Consonanten, wie 
das BägeS , dient in "nrttf zum Zeichen, dass sie als volle Con- 
sonanten, nicht als Yocalbuchstaben zu betrachten seien. In den 
gewöhnlichen Textausgaben beschränkt es sich bloss auf das con- 
sonantische n am Ende der Wörter (denn in der Mitte kann T\ 
überhaupt nie Vocalbuchstab sein) , z. B. £D| gäbdh (hoch sein), 
fl?ptf 'ar$äh (ihr Land) mit consonantischem Auslaut (verkürzt 
aus — hd), verschieden von rfcpH 'dr§ä (zur Erde) mit vocalischem 
Auslaut. 

Ohne Zweifel wurde ein solches He dann auch deutlich gehaucht, wie das 
arabische He am Ende der Sylbe. 

In Mas. steht Mappiq auch wohl bei fit, 1, % um sie ausdrücklich als Con- 
sonanten zu bezeichnen, z. B. *i$ {goj) t .1)J (qäw), in gedruckten Ausgaben* nur 
sehr selten beim lAleph fi( od. K (1 M. 43, 26. 3 M. 23, 17. 5 Mos. 12, 11. 
Hi. 33, 21. Ezr. 8, 18). 

Der Name p^Big bedeutet proferens d. i. Zeichen, welches den Buchstaben . 
deutlich (Als Consonanten) hervorzieht. Man wählte dazu dasselbe Zeichen, 



44 1. Hauptth. Elementarl. 1. Cap. Laut u. Schrift. 

me zu dem DägeS, denn beide haben die Bestimmung, den starken Laut de» 
Buchstaben anzuzeigen. Daher dient auch RäpM (s. No. 2) als Gegensatz. 
zu beiden. 

2. Das Räphe (rven d. i. weich), ein horizontaler Strich über 
dem Buchstaben, bildet eigentlich einen Gegensatz zu den beiden. 
DdgeS und zu Mappiq, insbesondere aber zu DägeS lene, so dass in 
genauen Handschriften jede ftte^Jö entweder Dägel lene oder Räphr 
hat, z. B. ffex* melekh, ^fen, rirnö. In den neueren gedruckten Aus- 
gaben wird das Räphe fast durchgängig (ausser in den masorethisch. 
correcten Ausgaben von Baer-Delitzsch zu 1 Mos., Ps., Jes., Hiob) 
weggelassen und steht höchstens da, wo man ausdrücklich die Ab- 
wesenheit eines Bägel oder Mappiq anzeigen will. 

§.15. 
Von den Accenten. 

1. Die Accente haben zunächst die Bestimmung, den musi- 
kalischen (cantillirenden) Vortrag des heiligen Textes bis ins* 
Einzelnste zu regeln, sind also in erster Linie eine Art musi- 
kalischer Noten. Ihre Bedeutung als solche ist jedoch bis auf 
wenige Spuren in der Ueberlieferung verloren gegangen. Dagegen 
ist in ihrer ursprünglichen Bestimmung zugleich ein doppeltes 
enthalten, was noch jetzt für die Grammatik (incl. der Syntax) 
von höchster Wichtigkeit ist, nämlich ihre Bedeutung ä) als Ton- 
zeichen für die richtige Betonung der einzelnen Worte, b) als Inter- 
punktionszeichen zur Andeutung des logischen (syntaktischen) Ver- 
hältnisses der einzelnen Worte zu den umgebenden und so zum 
ganzen Satze. 

2. Als Tonzeichen für das einzelne Wort steht der Accent fast 
durchweg bei der Sylbe, welche im Worte den Hauptton hat; dies 
ist meist die letzte, seltener die vorletzte Sylbe. Bei den jüxL 
Grammatikern heisst ein Wort mit betonter Ultima milra (aram* 
y^te d. i. unten betont), z. B. bttjj qä\dl; ein Wort mit betonter 
Paenultima MiYel (VtfVa aram. oben betont), z. B. -jbtt meUkh. 
Ausserdem wird in vielen Fällen ein Nebenton im Worte durch 
MetMg hervorgehoben (vergl. §. 16); die jüdischen Grammatiker 
betrachten sogar Beispiele, wie *Wj rtjütt Jes. 50, 8, als Pro- 
paroxytona. 

3. Als Interpunktionszeichen zerfallen die Accente in trennende 
{Distinctivi oder Domini) und verbindende (Conjunctivi oder Servi). 



§. 15. Von den Accenten. 46 

"Weiter aber ist hierbei ein doppeltes Accentuationssystem zu unter- 
scheiden a) das prosaische in 21 Büchern (den sogen, k'd, d. i. 21) 
und b) das poetische in den drei ersten Büchern der Hagiographa, 
den Psalmen, Sprüchen und Hiob (yox memor. nach den ersten 
Consonanten der Namen D^JTFi Psalmen, ^btte Sprüche, ni*K 
Hiob — » fitÄ oder richtiger nach der urspr. Reihenfolge DK'n, also 
w!t\ W so viel als Accente [Sing. D??] der drei poetischen 
Bücher). Das letztere System ist nicht nur an sich reichhaltiger 
und complicirter, sondern auch musikalisch bedeutsamer, als die 
prosaische Accentuation 1 . 

I. Prosaische Accente. 

A. Distinctivi (Domini). 

I. Grösste Distinctivi (Imperatores): 1. (— ) Sillüq (Ende), stets 
bei der Tonsylbe des letzten Wortes vor dem (t) Söph päsüq oder 
Versabtheiler, z. B. Jf^Än. 2. (— ) 'Athnäch od. kthnachtä (respi- 
ratio)j zerlegt den Vers in zwei Hälften. 3. (— ) S'göltä, ein 
accentus postpositivus , d. h. stets über dem letzten Consonanten 
des Wortes stehend, daher nicht zur Ermittelung der Tonsylbe zu 
verwerthen. 4. (l— ) SaUeleth mit folg. Päseq (i). 

II. Grosse Distinctivi (Reges): 5. (— ) Zäqeph qä\ön. 6. (— ) 
Zäqeph gädöl. 7. (— ) Bfbt*. 

III. Kleine Distinctivi (Duces): 8. (— ) Pat\ä (postpos.). 9. (— ) 
J'thib (praeposit, d. h. stets bei dem ersten Consonanten, rechts 
unten). 10. (— ) fiphchä. 11. (— ) T'bhir. 12. (— ) Zarqä (postpos. 
links oberhalb des Endcönsonanten). 

IV. Kleinste Distinctivi (Comiies): 13. (— ) GereS oder feres, 
auch 'Azlä. 14. (— ) G'räSdjim od. Doppel-^er^. 15. (i— ) L'garmeh 
od. Münach (s. No. 21) mit folg. Päseq. 16. (— ) Päzer. 17. (— ) 
Qarne-phärä od. Gross-Päzer. 18. (— ) 'PliSä g'dölä oder Gross- 
TeliSä (praepositiv, rechts oben). 



1 Von neueren "Werken über die Accente vergl. W, Heidenheim, MiSp^ ha-^ e ämim, 
Rödelh. 1808 (über die pros. Accente); über die poet. Accentuation 8. Baer, Thorat 
>e meth, Bödelh. 1852, und dess. Beigabe zu Delitzsch Psalm encommentar , Th. II, 
Ijeipz. 1860. (Auszug daraus in Baer-Delitzsch Liber Psalmorum hebr., Lips. 1861 
und 1875.) Ausser den beiden letztgenannten wurde für obige Aufzählung der 
Accente bes. Delitzschs Uebersicht in Cttrtiss' engl. Uebersetzung von BickeWs 
Grundriss (Leipz. 1877) §. 18 — 21, benutzt. 



46 1. Hauptth. Elementarl. 1. Gap. Laut u. Schrift. 

B. Conjunctivi (Servi). 

19. (— ) Mer'khä. 20. (— ) Mer'kha k'phülä oder Doppel- 
MSfkha. 21. (— ) Münach. 22* (— ) Bargä. 23. (— ) Qadmq, über 
dem letzten Conson. der Tonsylbe vor PaSfä. 24. (— ) Mahpäkh 
od. M'huppäkh. 25. (— ) THxlä q'\annä od. Klein-T'/tfä (postposit.), 
26. (— ) Jerach od. Galgal. [27. (— ) M''ailä zur Bezeichnung des 
Gegen tons in Worten, die &*//«# od. Athnäch haben.] 

IL Poetische Äccente. 

I. Distinctivi: 1. Sillüq (s. o.). 2. (— ) Mir'khä m'huppäkh 
{Mer'khä mahpakhatum) oder 0/^ v'jöred, stärkerer Trenner als 
3. 'Athnäch (s. o.). In kleineren Versen reicht ^Athnäch als Haupt- 
distinctivus aus; in grösseren dient als solcher Mer'khä m'huppäkh, 
worauf dann stets Athnäch als Haupttrenner der zweiten Vers- 
hälfte steht. 4. (— ) Ä*M« C gädöl ( Gross -R'bi"'). 5. (—) B'bi a< 
mugräS, d. i. B e bi a * mit GereS über demselben Wort. 6. Salleleth 
(s. o.) 7. (— ) §innör (Zarqä) als postpos. leicht zu unterscheiden 
vom Sinnörith, welches nicht selbständiger Accent ist, sondern nur 
über solchen Sylben steht, die einem Consonanten mit Mir'kha od. 
Mahpäkh vorangehen. 8. (— ) B'bi a< qätön (Klein-iW"') unmittel- 
bar vor Mir'khä m'huppäkh. 9. (— ) B'chl od. !fiphchä praepositivum, 
d. h. stets unter dem Anfangsconsonanten des Wortes, z. B. *i*n 
(also nicht tonangebend!). 10. Päzer (s. o.). 11*. (i— ) M'huppäkh 
l'garmeh y d. i. Mahpäkh mit Päseq (dem Einhalter). ll b . (i— ) Azlä 
l'garmeh, d. i. Uzlä mit Päseq. 

II. Conjunctivi. 12. Mer'khä (s. o.). 13. Münach (s. o.). 
14. (— ) l Illuj oder Münach superior. 15. ( — ) ^archä (unter der Ton- 
sylbe, daher leicht von No. 9 zu unterscheiden. 16. Galgal oder 
Jerach (s. o.) 17. Mahpäkh (s. o.) 18. Üz/ä (s. o.) 19. Salseleth 
qetannä (Klein-£.) Die drei letzten unterscheiden sich durch das 
Fehlen des Päs^-Striches von den gleichnamigen Trennern. 

Anmerkungen zu den Accenten. 

I. Ah Tonzeichen, 

1. Wie im Griechischen und Deutschen (vgl. et[x( und elju, überlegen und 
überlegen, Gebet und gebet), unterscheiden sich bisweilen auch im Hebräischen 
gleichlautende Wörter durch den Accent, z. B. *i5ä banü (sie bauten), ttä bänu 
(in uns); Jiajb qäma (sie stand auf), S"ra£ gamä (aufstehend fem.). 

2. In der Begel steht der Accent bei der Tonsylbe des Wortes, und zwar 
bei dem Anfangsconsonanten derselben. Eine Ausnahme machen von den 



§. 16. Vom Maqqeph und Metheg. 47 

prosaischen Accenten die praepositivi No. 9 und 18, sowie die poetpositivi 
No. 3. 8. 12. 25; von den poetischen der praepos, No. 9 und der postpos. No. 7. 
Bei diesen ist somit die Tonsylbe unabhängig vom Accent zu bestimmen. 

3. Zum Behuf einer ausdrücklichen Hervorhebung der Tonsylbe ist in 
diesem Buche das Zeichen — verwendet. 

n. Als Interpunctiomaeichen. 

4. In dieser Hinsicht betrachtet man jeden Vers als eine Periode, welche 
mit Sillüq schliesst, oder, wie sich die bildliche Sprache der Grammatiker 
ausgedrückt hat, als ein Gebiet (ditio), welches von dem grossen Distinctivus 
am Ende (Imperator) beherrscht wird. Jenachdem der Vers lang oder kurz, 
das Gebiet also gross oder klein ist, stehen unter ihm mehrere grössere und 
kleinere Domini als Beherrscher grösserer und kleinerer Abtheilungen. 

5. Im Allgem. werden nur eng verbundene "Wörter, z. B. ein Nomen mit 
folgendem Genetiv, ein Substantiv mit einem Adjectiv, durch einen Con- 
junctivus (Servttö) verbunden. Zur engsten Verbindung zweier oder mehrerer 
"Wörter dient daneben die Linea Maqqeph (§. 16, 1). 

6. Die Reihenfolge der einzelnen Accente (besonders auch die Zusammen- 
stellung der disjundivi mit den zugehörigen conjunciivi) unterliegt bis ins 
Einzelste genauen Bestimmungen, für deren nähere Kenntniss wir auf die 
oben angeführten Schriften verweisen müssen. An dieser Stelle ist zur Ver- 
meidung von störenden Missverständnissen nur noch auf das Gesetz aufmerk- 
sam zu machen, dass in der poetischen Accentuation das JfrbV* mugräS vor 
Sillüq und das D e chi vor 'Athnäch in einen Conjunctivus verwandelt werden 
müssen, wenn den beiden Haupttrennern nicht wenigstens zwei unbetonte 
Sylben vorangehen. Hierbei gilt &ioä mobile nach QämZf, Hjferö od. ChöUm 
(mit Mlthtg) als sylbenbildend. — Beiläufig bemerken wir noch, dass die 
Accentlehre bei dem corrupten Zustande unserer gewöhnlichen Texte nur an 
correcten Ausgaben, wie die von Baer-Delitzsch, studirt werden kann. 

§. 16. 
Vom Maqqeph und Metheg. 

Beide stehen in genauer Verbindung mit den Accenten. 

1. Maqqeph (S|g>tt d. i. Verbinder), eine kleine Querlinie ober- 
halb zwischen den Wörtern, verbindet dieselben so, dass sie in 
Bezug auf Ton und Interpunction eine Einheit bilden, daher auch 
nur Einen Accent haben. Es können auf diese Art 2, 3 bis 4 Wörter 
verbunden werden, als önarte jeder Mensch, llöT^yTto alles Kraut 
1 M. 1, 29, 1>*!löartS-na alles was ihm (war) 25, 5. 

• * T • v 

Gewisse einsylbige Wörter, als "bat zu, "b? auf, "JB dass nicht, kommen fast 
nur so mit einem folgenden Maqqeph vor. Man verbindet aber auch ein 
längeres Wort durch Maqqeph mit einem darauf folgenden einsylbigen, z. B. 



48 1. Hauptth. Elementarl. 1. Cap. Laut u. Schrift. 

»i'j-q|nnn 1 M. 6, 9, IJprTJ 1, 7, oder zwei mehrsylbige, z. B. ^ito-HÄIÖ 
siebenzehn 7, 11. Vergl. die griechischen Proclitica Iv, Ix, et<;, sl, <2k, oft, die 
sich als dkova dem folgenden "Worte anlehnen. 

2. Metheg (ättb d. i. Zaum), eine kleine Perpendiculärlinie 
unterhalb, zur Linken des Vocals, bezeichnet den Nebenton oder 
Gegendruck gegen den durch die Accente gegebenen Haupttön, 
und zeigt an, dass man den obwohl unbetonten Vocal der be- 
treffenden Sylbe nicht übereilen, sondern gehörig ausklingen 
lassen soll (daher die anderen Namen des Metheg: Mä a rikhj d. i. 
Verlängerer, oder Gajä, d. i. Erhebung der Stimme) 1 . 

Näher ist zu unterscheiden: 1) das leichte Mitheg. Dieses zerfallt wieder 
in: a) das gewöhnliche MUKeg des Gegentons, in der Hegel in der zweiten 
Sylbe vor dem Ton, z. B. Ö^&tfJ; doch auch in der dritten, wenn die zweite 
geschlossen ist, z. B. ö^äa^ii und, wenn sich auch die dritte nicht eignet, 
selbst in der vierten (offnen) Sylbe vor dem Ton. Dieses Metheg kann in der 
vierten Sylbe vor dem Ton wiederholt werden, wenn es bereits in der zweiten 
vor dem Tone steht. Endlich* tritt es überall zu dem Vocal einer offenen 
JJndsylbe, die durch Maqqeph mit einem Wort verbunden ist, welches mit 
&wä vor der Tonsylbe beginnt, z. B. sjV-i», iferTriA» etc. Zweck ist, die 
Aussprache des S e wä als eines ruhenden zu verhüten. 

Das gewöhnl. leichte M. fallt nur hinweg bei dem flüchtigen *l copulat. * 
also nicht: Ü n ?3;l n. s. w. (ebenso nicht **»* u. s. w. — gegen lit.-5, ot; wohl 
aber *nrtt*i u. s. w. nach b, 8, vergl. §. 10, 2 Anm.). 

b) das feste oder unentbehrliche Metheg. a) bei allen langen Vocalen, denen 
&wä mobile und sodann die Tonsylbe folgt, z. B. S"»5og u. s. w. ß) zur Hervor- 
hebung eines langen Vocals unmittelbar vor Maqqeph, z. B. "»i-niö 1M.4 25 
(nicht etwa Söt-H). 7) bei $eri, welches durch Zurückziehung des Tons tonlos 
geworden ist, um die Aussprache desselben ate S e gol zu verhüten, z. B. SriS 
{nicht etwa 'ötöb). 8) bei jedem Vocal vor 8 e wä compositum, z. B. ^rbSi 
D*»pS& u. s. w., ausser wenn der folgende Consonant verdoppelt ist, z. B. teäts^ 
Jes. 62, 2, denn die Schärfung durch DägeS schliesst die Retardirung des 
Vocals durch Mitheg aus. e) In der Vorsylbe aller Formen von ftVi sein und 
fpn leben, in welchen das n u. H mit S*wä quiescens steht (zur schärferen 
Hervorhebung desselben), z. B. MW, hjrrtn (fih-fi, tih-je) u. s. w. C) bei dem 
Qänies der Pluralformen von r^S Haus (also D^fia bättim u. s. w.) und bei 
kSk bitte ! zur Verhütung der Aussprache böttim, önnä. — Alle Arten des 
leichten Methe'g können unter Umständen in einen Verbindungsaccent ver- 
wandelt werden. 

2. Das schwere Mttl&g (Ga'jä im engern Sinn) dient nicht zur Dehnung 
sondern nur zu deutlicheren Hervorhebung eines kurzen Vocals oder eines 



* Vergl., als Quelle des Obigen die gründliche Darstellung von 8. Baer über die 
„Metheg-Setzung nach ihren überlieferten Gesetzen" in A. Merx, Archiv für die 
wissenschaftl. Erforschung des A. Test., Heft I (Halle 1867), S. 56 ff., und Heft H, 
fl. 194 ff. (1868). 



§. 17. Von dem Q«ri und KHhib. 49 

anlautenden jfrwä; so besonders bei dem Pdthäch des Artikels oder den 
Praefizen b, S, 3, wenn j&trä folgt, z. B. F&ÖBlJ, ^^^9^ u * 8 - w *> doch nicht vor 
■j (ausgen. WJ und WJ, wenn sie vor MÜh&g oder mit dem Accent PaStä 
stehen) oder dem Wortton, auch nicht vor od. nach gewöhnlichem MUK&g; 
ferner bei dem Fragewort ft mit Pdthäch, und zwar rechts von demselben, 
z. B. T^tffJ (ausser vor *], Dägei forte od. dem Wortton). Das sogen. &Ho&~ 
• Gajä ist besonders in der poetischen Accentuation für die musikalische 
Becitation bedeutsam; es steht vor allem in Wörtern, deren Hauptton durch 
einen Disjunctivus ohne vorhergehenden Conjunctivus bezeichnet ist. 

3. Bas euphonische Gajä zur Beförderung der deutlichen Aussprache 
solcher Consonanten, die in Folge der Enttonung leicht vernachlässigt werden 
könnten, z. B. ft 51^1 1 Mos. 24, 0: Ö*W *W£ 28, 2 u. s. w. 

Für die richtige Aussprache giebt das MHheg besonders in den unter 1. b. a) 
. genannten Fällen einen Fingerzeig, indem es ä von ö und ¥ von i unterscheiden 
lehrt; z. B. rtj$?3 *ä-kh*lä (sie hat gegessen), dagegen rij$?9 *ökhlä (Speise), 
weil das ( — ) jetzt in unbetonter geschlossener Sylbe steht, somit kurzer 
"Vocal sein muss; ebenso *&*£ fi-r*ü (sie fürchten); dagegen *&*v? jirü (sie 
sehen). Allerdings betrachten die jüdischen Grammatiker auch die durch 
MHK&g • gedehnten Sylben nicht als offene, sondern das JS*wä gilt ihnen in 
Fällen, wie F&3K als ruhendes, zum vorhergehenden Yocale zu ziehendes 
(vergl. Baer, Thorat 'Emeth, 8. 9 und in Merx Archiv I, 8. 60, Anm. 1.). 

§•17. 

Von dem Q°ri and K^Mb. 

Am Bande der Bibelhandschriften und Ausgaben finden sich 

alte Varianten (§. 3, 2), welche man *np das zu lesende nennt, weil 

sie nach der Ansicht der jüdischen Kritiker der Texteslesart oder 

dem Wfi, d. h. dem im Text Geschriebenen, vorzuziehen sind und 

geradezu statt desselben gelesen werden sollen. Zu diesem Behufe 

sind die Vocale der Bandlesart (des (Pri) unter die Consonanten 

des Textes gesetzt, und man muss nun, um beide Lesarten richtig 

zu verstehen, die Vocale des Textes zur Bandlesart ziehen, für 

die Textlesart (das K'tMb) aber die Vocale selbst finden. Z. B. Jer. 

42, 6 steht im Texte 15$, am Bande *np ISHSK. Man lese im Texte 

*DH| wir, am Bande Wät Ein Zirkelchen (circellus) oder Sternchen 

im Texte verweist jedes Mal auf die Bandlesart. Bei einigen sehr 

häufigen Wörtern, die immer anders gelesen werden sollen, als 

das K'tMb eigentlich fordert, hat man nicht für nöthig gehalten, 

das Q*ri an den Band zu setzen, sondern nur dessen Vocale dem 

Textwort beigegeben. Die viefr Fälle, in denen dieses sogen. Qfri 

perpetuum vorliegt, sind: K1F (Q. brn) im Pentateuch, an den 

Stellen, wo um für das Feminin steht (§. 32, Anm. 6); nDttfri (Q. 

Gesenios, hebr. Grammatik. XXII. Aufl. 4 



50 Elementarl. 2. Gap. Eigenth. u. Veränd. d. Laute. 

*X$&) 1 Mos. 30, 18 u. s. w., vergl. Gesen. Wb. und Baer-Delitzsch, 
Liber Genesis, pag. 84; tfe^rn (0. trt#n£)i eig. db#ny, TXTP t (Q. 
■»jhK der Herr), eig. njn? JahwS (vgl. §. 102, 2, Anm.). 



ZWEITES CAPITEL 

EIGENTHÜMLICHKEITEN UND VEBÄNDEBUNGEN DEB LAUTE; VON 

DEN SYLBEN UND DEM TONE. 



§.18. 



Die Veränderungen, welche mit den Formen der verschiedenen 
Redetheile vor- sich gehen, gründen sich theils auf die eigentüm- 
liche Beschaffenheit gewisser Buchstabenclassen und den Einfluss 
derselben auf die Sylbenbildung, theils auf gewisse Sprachgesetze 
in Betreff der Sylben und des Tones. 

§. 19. 
Veränderungen der Consonanten. 

Die Veränderungen, welche mit den Consonanten durch Wort- 
bildung, Flexion, Streben nach Wohlklang oder auch durch 
geschichtliche Einflüsse vorgehen, stellen sich im Einzelnen als 
Vertauschung, Assimilation, Wegwerfung und Hinzusetzung , Ver- 
setzung oder Erweichung dar. 

1. Eine Vertauschung kann zwischen solchen Consonanten 
stattfinden, die entweder homorgan oder homogen sind (vgl. §. 6> 
Anm. 1 nach der Consonantentabelle) , z. B. pb?, ob?, Tb? froh- 
locken, ru*b, nnb, aram. K?b ermüden, ü^-r und )^- r (als Plural- 
endung), fhb und f n drängen, "tiö und ^x verschliessen, übfc und 
ttbft entschlüpfen. Namentlich hat man im Laufe der Zeit und 
z. Th. unter dem Einfluss des Aramäischen die härteren und 
rauheren Laute mit weicheren vertauscht, z. B. pnte für prvt lachen, 
bw für b?ä verwerfen, desgleichen die Sibilanten mit den ent- 
sprechenden platten Lauten, als *r für T, n für tf, td für s. In ver- 
schiedenen Fällen kann übrigens diese sogen. Abplattung als eine 
Bückkehr zu einem älteren Stadium der Aussprache betrachtet 
werden. 



§. 19. Veränderung der Consonanten. 51 

Das Gebiet des Consonantenwechsels kommt indess mehr für 
die lexicalische Behandlung der Wurzeln 1 , als für die grammatische 
Flexion in Betracht. Zu letzterer gehören: a) die Verwechselung 
des n mit ü im Hithpa'el (§. 54, 2); b) des Wäw und Jdd in den 
Verbis primae Jdd (§. 69), *ty für ^ u. s. w. 

2. Die Assimilation findet am gewöhnlichsten so statt, dass ein 
sylbenschliessender Consonant in den Anfangsconsonanten der 
folgenden Sylbe übergeht und mit diesem einen Doppellaut bildet, 
wie illustris für inlustris, affero für adfero, auXXa(ißdvö> für OüvXajx- 
ßdtvu). Im Hebräischen assimilirt sich: 

ä) am häufigsten 5, z. B. tatjtj (für dtfaö) von da, TXTü (für Wtt?) 
von diesem, "jrj*» (für im 1 ;) er #ie&f. Nicht assimilirt wird 3 
nach der Praefixe b, z. B. 5|5ob u. s. w., ferner in der Regel vor 
den Gutturalen (ausser bisweilen vor n) nnd als dritter Con- 
sonant des Stammes, z. B. MDti (doch vergl. tjM für MM); 
endlich in vereinzelten Fällen, wie 5p3fc Ps. 68, 3 (hier und 
anderwärts wohl absichtliche Emphase in grosser Pausa, vgl. 
Jes. 29, 1. 58, 3. Deut. 33, 9). 

b) seltener und nur in einzelnen Fällen b, \ fi, % z. B. TW* (für 
np^) er nimmt; *>>« für *b ^»(k), s. §. 36; atesn für Ktejnpi; 

nnä für nnna. 

- - xt 

c) in einzelnen Fällen *>nfiÄ, z. B. HKöKöä Jes. 27, 8; &ttt aus im 

' t:-j ' ' T IT T 

fctt; endlich 1 und *> meist vor Zischlaut in Bildungen wie *y)t[ 
für *Vr^, vergl. §. 71. 

In allen diesen Fällen erscheint statt des assimilirten Con- 
sonanten ein Dage$ forte in dem folgenden. Dieses fällt aber weg, 
wenn der zu verdoppelnde Consonant an das Ende des Worts zu 
stehen kommt, weil hier die Verdoppelung unhörbar ist (§. 20, 3, a), 
z. B. 5|K Nase (für $g), tT\ geben (für Mn), tb gebären f. pqb. 

Seltener wird auf dem Wege der Rückwärts-Assimilation ein zweiter 
schwächerer Laut von dem vorangehenden festeren verschlungen, z. B. *lri5üp 
aus W&ttp (§. 59, Anm. 3), 13&Q (van ihm) aus Wijajö §. 103, 2. Aramaeisch- 
artig ist p&K für piöX (§. 66, 2). 

3. Der gänzlichen Wegwerfung können nur schwächere Con- 
sonanten unterliegen, und zwar von den Liquidis S und b, von den 
Hauchlauten g und n, endlich die beiden Halbyocale 1 und \ Näher 
ist zu unterscheiden die Wegwerfung: 



1 S. im Wh. den je ersten Artikel jedes Buchstaben. 

4* 



52 Elementarl. 2. Cap. Eigenth. u, Verand. d. Laute. 

ö) am Wortanfang (ApJiaeresis); Bedingung für dieselbe ist, dass 
der betr. schwache Consonant (x i b 3) nicht durch festen Vocal 
gestützt ist, sondern nur S'wä unter sich hat; z. B. WD (i^tr) 
neben wiSx; y? für urspr. TT[; np f. npb; « f. «53 (nwi t Piro 
2 Sam. 22, 41 ist eine Abnormität). 

b) in der Mitte (Syncope), wenn dem schwachen Consonanten ein 
S'wä Torhergeht ; so bei X z. B. in tftQ £ ttttTD (in der Regel 
Wird jedoch das X in solchem Falle orthographisch bei- 
behalten, z. B. fnftn f. pWl) 5 häufig bei n, z. B. ifeeh f. ^anb 
(§.23,4 u. §. 35, Anm. 2), b»0%> t bm$TP i (§.53, 1). — 
Syncope des X mit iFjrtf findet statt in Fällen, wie VÄSi; 
Syncope des X im Anfang der Sylbe z. B. in r&npÄ f. tTX*!}Ä — 
beide Male -mit orthogr. Beibehaltung des X. In das Gebiet 
der Syncope gehört endlich auch die Elision des Halbvocals 1 
am Sylbenschluss nach heterogenem Vocal, z. B. TTJ f. Ttfj, 
sowie des 1 und 1 in den Verbis jfb (§. 75, 3). 

c) am Ende (Apocope), z. B. }bpj^ für urspr. "pfetp^; rfcä nom. pr. 
einer Stadt (vergl. ■flV»*); X*i*i (mit orthogr. Beibehaltung des 
thatsächlich weggeworfenen x) u. s. w. Ueber die Apocope der 
Halbvocale in den Verbis r(b s. §. 75. 

Einzelne weit freiere und kühnere Veränderungen (bes. gewaltsame Apo- 
cope) haben in früheren Epochen der Sprache stattgefunden. Namentlich 
gehört dahin die Abstumpfung der Femininendung n— ätk zu M — ö, s. 
§. 44, 1 nnd §. SO, 2. 

4. Ein zur Erleichterung der Aussprache vorgesetzter Hülfs- 
laut ist das sogen. 'ÄUph prostheticum mit seinem Vocal zu Anfang 
der Wörter, z. B. r^T und rr\X* Arm. Vgl. X&&> ^X*^J Spiritus, 
franz. esprit). 

5. Die Versetzung (Transpositio) kommt in der Grammatik selten 
in Betracht, z. B. "ttgRtin für "VQtJnn (§. 54, 2), aus euphonischem 
Grunde; häufiger in lexicalischer Hinsicht (ta? und itö Lamm, 
TbfdD und TVdAj Kleid), doch fast nur bei Sibilanten und Liquidis. 

6. Erweichung findet z. B. statt in Mfe Stern, aus 151? = 131?. 

§. 20. 

Verdoppelung der Consonanten, wo sie statt hat oder unterbleiben muss« 

1. Die Verdoppelung eines Consonanten, durch DägeS forte 
bezeichnet, findet statt und ist eine nothw endige und wesentliche 
(Ddgei necessarium), 



§. 20. Verdoppelung der Consonanten. 53. 

a) wenn zwei identische Consonanten zusammentreffen, ohne 
durch einen Vocal oder &*wä mobile auseinandergehalten zu 
werden. So wird *03np nätän-nü zu ^ahp, Witö zu *ifitS. 

b) wenn sie durch Assimilation (§. 19, 2) entstanden ist, z. B. "jp^ 
für 1F0\ In beiden Fällen nennt man das Dägei D. compen- 
sativum (Ersatz-ddgef). 

c) wenn sie durch den formalen Charakter der betreffenden Bil- 
dung gefordert wird, z. B. "flob et; hat gelernt, *reb er hat gelehrt 
{Dägei characteristicum). 

Die Zusammenziehung beider Consonanten durch Dägei forte unterbleibt 
nach Obigem, wenn der erste derselben einen Vocal oder ÄPtcä mobile unter 
sich hat. In letzterem Falle ist dann nach correcter Masora z. B. D*Win, 
r&>£ u. s. w. mit S^wä compositum nach MbtK&g zu schreiben (vergl. §. 16). 
Biese Schreibung unterbleibt zwar vor dem Suffix r| z. B. in ^p^Sft 1 M. 27, 4» 
aber auch hier hat das erste 5 lautbares 8 e tcä (da ohnedies das zweite 5 Dägei 
lene haben müsste). Auch in den Fällen, wo der erste der beiden Consonanten 
bereits durch Dägei forte verdoppelt ist, kann derselbe nur lautbares frwä unter 
sich haben und eine weitere Zusammenziehung ist somit unmöglich; dies gilt 
auch da, wo das Dägei forte (s. u. 3. b.) ausgelassen worden ist, z. B. in Ain 
eig. *Mbfi = AaJ-Wß. Die Form ^ijjn Ps. 0, 14 (nicht r^asari) könnte alslmperat. 
Pf eZ = ■*55$n erklärt werden ; im. Imper. Qal wäre die Einschiebung eines 
S*wä mobile unter dem ersten 3 ebenso auffällig, wie in 1Ttt3 Jer. 49, 28 und 
in dem Imperf. Ö?W} J 6 ** 5 > 6 » 

2. Ausserdem findet die Verdoppelung zuweilen bloss aus 
euphonischen Gründen statt {Dägei euphonicum), und ist dann 
minder wesentlich. Hierher gehören folgende Fälle: 
a) die enge Verbindung zweier Wörter durch das sogen. Dägei forte 
conjunctivum: 1) im Anlaut eines einsylbigen oder vornbetonten 
Wortes, dem in enger Verbindung durch Maqqeph ein anderes 
vorhergeht, welches auf betontes n— od. fi— endigt (ausser wenn 
n— Endung der 3. masc. Sing. Perf. eines Verbum n"b oder 
eines Substantivs, resp. Infinitivs ist), das sogen. ptTTT pulsum 
der jüd. Grammatiker. Einige beschränken das dächiq auf die 
engste Verbindung eines einsylbigen Wortes mit einer folgenden 
B'gadk'phat, doch gehören hierher auch Fälle, wie ittllHlJI 
Jer. 23, 6 (denn ifct} gilt als eine betonte Sylbe); hrifTtngb 
1 Mos. 2, 23; ^rmrj'Ps. 91, 11, und selbst bei Bei 1fTn&$ s P r - 
15, 1; qo|^3ttol(l.M.43, 15). In allen diesen Beispielen liegt der 
Ton abgesehen vom Maqqeph auf der Ultima des ersten Wortes. 

Anm. 1. Sehr fraglich ist, ob hierher auch der enge Anschluss des Frage- 
wortes Jia (fra) an das folgende Wort durch Dägei forte zu rechnen ist. 
Nach Olshausen beruht dieses Dägei auf der Assimilation des eigentlich 



54 Elementarl. 2. Gap. Eigenth. u. Veränd. d. Laute. 

consonantischen Hi. Dafür spricht a) die Schreibung rc~fta u. s. w. , in 
welchen das 2Z3 nur noch orthographisch beibehalten ist (daher auch geradezu 
fWa 2M.4, 2; ÖDfeü Jes. 3, 15); b) dass die enge Verbindung auch bleibt, wenn 
nicht ein einsylbiges oder Vornbetontes "Wort folgt, z. B. P)S^B"ho 1 M. 38, 29. 
Anm. 2. Keinesfalls gehören hierher Beispiele, wie h&ä hijtt 2 Mos. 15, 1. 
2%. (vergL V. 11 fiSbS, V. 13 rftga, V. 16 "flgS). In allen diesen Fällen kann 
das DägeS nur als DägeS lene betrachtet werden; s. §. 21, 1, Anm. 

2) im Anlaut eines einsylbigen oder vornbetonten Wortes nach 
einem eng verbundenen Mifel, das auf Qäm2$, n— oder n— 
ausgeht. Ein solches Mifel heisst bei den jüd. Grammatikern 
p^TYj'a ViK Verdens e longinquo (sc. hinsichtlich des Tones) ; die 
Attraction der folgenden Tonsylbe durch Bägel forte conj. be- 
ruht auch hier auf einem rhythmischen Drange, z. B. lafti FftttS 
Ps. 68, 19; biKE n^niH Jes. 5, 14 (nur die Praefixa n/?,b," "1 
bleiben in solchem Falle undagessirt). Als Mifel gelten auch 
Formen, wie 1XW fitfbfc Ps. 26, 10; i«a TXgrn Hi. 21, 16, sowie 
^JT» HTOft Jes. 50,8 mit betonter Antepaenultima(?). Die Dages- 
sirung findet auch dann statt, wenn das attrahirte Wort nicht 
mit dem Hauptton, sondern mit Jf^A^sylbe beginnt: WY>J ftan, 
Ps. 37, 9; npyj rteg, Jes. 44, 21; IVPttp tt>fc*, 2 M. 25, ''29. 

Anm. Mit Unrecht hat man hierher Fälle gezogen, wie *IKS !|»*ij; 1 Mos. 
19, 14 (Vergl. 2 Mos. 12, 15. 31. 5 Mos. 2, 24). Hier ist das DägeS nicht con- 
jtmctiVj sondern orthophonisch, um die Verschiebung des Zischlauts zu ver- 
hüten; 8. Delitzsch, Psalmencommentar II, 129 Anm. 1 (zu dem orthophoni- 
schen DägeS in HJ Ps. ^94, 12). 

V) die Schärfung eines Consonanten mit S'wd durch das sogen. 
DägeS f. dirimens, um die Lautbarkeit des S'tvd hervorzuheben. 
Fast in allen Fällen erklärt sich die Schärfung leicht aus 
der Natur des betreffenden Consonanten, da fast nur Liquidae, 
Sibilanten und das emphatische Qöph in Betracht kommen; 
vergl. **?? 5 Mos. 32, 32 (/. ^ijy); Hi. 17, 2 (bei*); Jes. 57, 6 
(bei b); i'Sarn. 1, 6 (bei n); 1 Mos. 49, 10 (p); Jes. 58, 3 (*); Jes. 
5, 28 (©). Ausserdem bei D Hos. 3, 2; bei n Jes. 9, 3 u. s. w. 
In zahlreichen Beispielen dieser Art lässt sich übrigens zu- 
gleich ein Einfluss des nachfolgenden Consonanten nachweisen. 

c) die nachdrückliche Hervorhebung eines Vocals, besonders in 
grosser Pausa, durch das sogen. Bägel f. affectuosum im fol- 
genden Consonanten. So in nachfolgender Liquida Hi. 29, 21 
OÖTf*); Ez. 27, 19 (in 3); in n Jes. 33, 12. 41, 17. 

d) die" Verdoppelung der Liquida durch das sogen. Bägel f. ftrma- 
twum in den Pronominibus TVßh, nah, ttik und in rv$5 warum, 



§.21. Aspiration der Tenues. 55 

um dem vorhergehenden betonten Vocal grössere Festigkeit zu 
verleihen. 

3. Aufhebung der Verdoppelung od. doch Ausfall des Dägei f. 
findet statt: 

a) fast immer im Endconsonanten der Wörter, indem hier ein 
Doppelconsonant nicht leicht hörbar gemacht werden kann 1 . 
Vielmehr wird in solchen Fällen häufig der vorhergehende 
Vocal verlängert (§. 27, 2, b), z. B. a'l (Menge) von aan; D? 
(Volk), mit Accentus distinctivus und nach dem Artikel D? von 
Dtilf. Ueber Ausnahmen, wie ftg du, f, Pünj du hast gegeben 
Ez/ 16, 33, vergl. §. 10, 3, Anm.' 

b) sehr hänfig in gewissen Gonsonanten mit § e rvd mobile, indem 
der Mangel eines festen Vocals die Verdoppelung minder stark 
hervortreten lässt. In erster Linie kommen hierbei 1 und % 
sowie die Liquidae fc, S und b in Betracht, sodann die Zisch- 
laute (ausser T), besonders wenn Gutturalis nachfolgt, endlich 
das emphatische p. Von den B'gadk'phat findet sich nur n 
einmal (Jes. 22, 10) ohne Dägei. Beispiele: ü*y;?, Wj (so stets 
das Praefixum »j im Imperf. der Verba), T\%Vcb, *9}n» *lbbn, &&[, 
*)HJ^ u. s. w. In correcten Handschriften wird der Ausfall des 
Dägei durch den Äöp^-strich (§. 14) über dem Consonanten 
angezeigt. Uebrigens lehrt der vorhergehende kurze Vocal, 
der in offner Sylbe verlängert werden müsste, dass wenigstens 
eine virtuelle Verdoppelung jener Gonsonanten durch ein sogen. 
Dägei f. implicitum stattfindet (s. §. 22, 1, Anm.). 

c) in den Gutturalen, s. §. 22, 1. 

Anm. Eine abnorme Erscheinung ist die (bes. in den späteren Büchern 
vorkommende) Aufhebung der Verdoppelung durch Dehnung des vorher- 
gehenden kurzen Vocals, der dann meist Chireq ist (vgl. mite st. mitte), z. B. 
yrprr er schreckt sie für ]WT; (Hab. 2, 17), nip^t Jes. 50, 11 für nijw. 

§. 21. 

Aspiration der Tenues, wo sie eintritt und wo nicht. 

Der durch Dägei lene bezeichnete härtere und dünnere (tenuis) 
Laut der sechs Aspiratae (fito^JQ) ist, dem allgemeinen Gange der 
Sprachen gemäss, als der ältere und ursprüngliche zu betrachten, 

i Aehnlich im Lat. fei (für feil) gen. feUis, mel, mellis, oa t ossis. Im Mittel- 
hochdeutschen tritt Gemination der Gonsonanten nie auslautend, nur inlautend ein, 
■wie schon im Althochd., z. B. val (Fall) gen. volles, swam (Schwamm) u. s. w. Grimm» 
deutsche Gramm. 2. Ausg. I, 383. 



56 Elementarl. 2. Gap. Eigenth. u. Veränd. d. Laute. 

aus welchem sich der weichere, behauchte Laut erst abgeschwächt 
hat (§. 6, 3 und §. 13). Der ursprüngliche härtere Laut erhält sich 
im Anlaut und nach einem Gonsonanten, wogegen er im unmittel- 
baren Anschluss an einen Vocal oder S'wd mobile durch deren 
Einfluss erweicht und aspirirt wird, z. B. "pnö pära$, f^f\ ßphröf, 
bb köl, bbb l'khöl. Hiernach haben die Aspiratae das DdgeS lene 

1) im Anfange der Wörter (im Anlaute), ä) ohne Ausnahme, 
wenn das vorhergehende Wort auf einen vocallosen Gonsonanten 
ausgeht, als 13"b? 'aUken (deswegen), ^ö f9 *e$ p'ri (Fruchtbaum); 
b) im Anfange eines Abschnittes, als rptjtf^a 1 M. 1, 1, sowie zu 
Anfang eines Satzes und selbst eines kleineren Satztheiles nach 
distinctivem Accent (§. 15, 3), auch wenn das nächstyorhergehende 
Wort auf einen Vocal ausgeht. Denn der Trennungsaccent ver- 
hindert in solchem Fall die Einwirkung des Vocals auf die folgende 
Tenuis, z. B. "ltÖKS *W5 und es geschah, als Bicht. 11, 5 (dagegen 
JD-W 1 M. 1, 7)/' 

Anm. 1. Die Vocalbuchstaben ft i 1 K bewirken als solche natürlich keinen 
Sylbenschluss , haben also in enger Verbindung aspirirte IPgadkPpkat nach 
sich, z. B. ftn K3&*l u. s. w. Dagegen erfolgt Sylbenschluss durch consonanti- 
sches 1 und \ sowie durch H$ mit Mappty, daher z. B. DägeS lene in ö*T*B *b$ 
und so stets nach JtjrYj, weil dieses Qfrt perpetuum (§. 17) die Lesung *YV& 
voraussetzt. 

Anm. 2. In einer Reihe von Fällen wird DägeS lene gesetzt, obgleich in 
enger Verbindung ein Vocal vorhergeht. So fast ausnahmslos in dem ersten 
Gonsonanten der Lautverbindungen 33, 33, 33, 33, 33 (also B*gadk. mit & e wä 
vor einer andern Aspirata); über A3 herrscht Schwanken; *13, *T3 und 33 
sollen nach Dav. Qimchi aspirirt bleiben. Bisweilen werden sogar literae 
B'gadk, mit festem Vocal vor folgender Aspirata dagessirt, und nicht minder 
gehören hierher die oben §. 19, a) 1. Anm. 2 erwähnten Fälle (tenuis vor Ä). 
Ueberall liegt hier das Bestreben zu Grunde, eine zu grosse Häufung der 
Aspiration zu verhüten. — Zwiefach anormal sind die Formen ^3*13 Jes. 54, 12 
und ^3i>5 Jer. 20, 9. 

2) in der Mitte der Wörter nach S'rvd quiescens, also zu Anfangs 
der Sylbe unmittelbar nach einem vocallosen Consonanten, wie 
Wy\jirpä (er heilet), Df)bü£ ihr habt getödtet; dagegen nach S'rvd 
mobile z. B. kd^ r'phä (heile), FVDS sie war schwer. 

Ueber *$BJJ, W und ähnliche Formen s. §. 10, 3. 

t Ob ein S e wd lautbar sei, also Aspiration der Tenuis nach sich ziehe, hängt 

von der Entstehung der betreffenden Formen ab. Immer ist dies der Fall: 

a) da, wo das SHoä durch die Verflüchtigung eines festen Vocals entstanden ist, 
z. B. IBrft verfolget (nicht *lö^) von Cp^; igtog (nicht 13b») weil eig. *&Q 
(dagegen isb», von sba), nrpa nach Hause (nicht f"B-P5) von rv?3, =» bau. 



§. 22. Eigenschaften der Kehllaute. 57 

b) bei dem 3 der Pronomina Suffixa der 2. Person r| — , D3 — , *|3 — , denn 
das &toä mobile vorher gehört zum Charakter dieser Formen' (s. §. 58, 3, &.). 

Anm. Formen wie Plriixy du (Fem.) hast geschickt, und ähnliche, in denen 
man nach dem Yocal aspirirtes T\ erwarten sollte, sind ans ftftVtt u. s. w. ent- 
standen; der flüchtige Hülfs-Vocal Pathach übt auf die Tennis keinen Ein- 
fluss aus. Ygl. §. 28, 4. 

§.22. 

Eigenschaften der Kehllaute. 

Die vier Gutturalen r\, il, ?, tt haben in Folge ihres eigen- 
thümlichen Lautes mehrere besondere Eigenschaften, wobei sich 
jedoch die beiden schwächeren K und y in mehreren Stücken von 
den stärkeren T\ und n unterscheiden: 

1. Sie dulden kein DägeS forte, da man einen Hauchlaut zwar 
verstärken, aber nicht eigentlich verdoppeln kann. Doch ist hier- 
bei sorgfältig zu unterscheiden zwischen a) der vollständigen Auf- 
hebung der Verdoppelung, und b) dem blossen Abprall der Ver- 
doppelung (gewöhnlich halbe, besser virtuelle Verdoppelung 
genannt). 

j; Im ersteren Falle kommt der kurze Yocal vor der Gutturalis nunmehr in 
offene Sylbe zu stehen und muss demgemäss verlängert werden 1 . So meist 
bei K (immer nach dem Artikel, s. §. 35), in der Regel auch bei 9, seltener 
bei ft und am wenigsten bei T\. Im anderen FaUe (virtuelle Verd.) fällt zwar 
DägeS gleichfalls aus, aber die Verdoppelung wird trotzdem als vollzogen an- 
gesehen und es erhält sich somit der vorhergehende Yocal kurz oder begnügt 
sich wenigstens, wenn er Päthäch vor einer Gutturalis mit Qämef ist, mit der 
Steigerung zu S e gol. Diese virtuelle Verdoppelung erleiden nach dem Obigen: 
am häufigsten fi, gewöhnlich ft, seltener 3 und sehr selten K. Beispiele zu 

a) )»n (f. •)*»), ü^n f. öW; twri; 'tfjri; «rn (f. k^). Zu b) «mn, ihk, 

sm, trtrra (aus trtnsn); &«nn, övirih; -15a, liSri (dagegen vor 5> als Anlaut der 
Tonsylbe immer Qäm^8 des Artikels, z. B. S'WJ, und ebenso meist vor rt, 
z. B. "tfjn, während "ifjrj 1 Mos. 6, 19 eine Ausnahme bildet); y&:, tjKrt u. s.w. 
— In allen diesen Fällen von virtueller Verdoppelung ist das DägeS forte 
wenigstens als implicite vorhanden anzusehen (daher DägeS forte implicitum, 
occultum, delitescens genannt. 

2. Sie lieben vor sich kurzen ^4-Laut, weil dieser Vocal 
organisch den Kehlhauchen am nächsten steht. Daher 



1 Vgl. terra und das franz. terre; Rolle und das franz. rble; drollig und franz. 
dröle. In dem Aufgeben der Verdoppelung liegt eine Erschlaffung der Sprache. Die 
frischeren und dem Ursprünglichen näher stehenden Lautverhältnisse der arabischen 
Sprache (§. 1, 6) gestatten noch überall die Verdoppelung der Kehllaute. 



58 Elementarl. 2. Gap. Eigenthüml. u. Yeränd. d. Laute. 

a) tritt statt jedes anderen kurzen Vocals, wie I, £, sowie statt 
des nur prosodisch langen e und ö vor einer Ghitturalis gern 
kurzes ä (Päthäch) ein , als rDf Opfer, nicht rDJ, tfütt Gerücht, 
nicht tfüTö. Dies geschieht besonders dann, wenn das a in 
der betreffenden Wortform der ursprüngliche Vocal oder auch 
sonst zulässig ist. So im Imp. und Imperf. Qal gutturalischer 
Verba : rtilö schicke, tfolä* er wird schicken (nicht ffttp.) ; Per f. 
Pi. nW (nicht nVö); n?5 Jüngling; te taTj er iwrrf begehren (nicht 
^jbrK). In den drei letzten Fällen ist das ä der ursprüngliche VocaL 

Anm. Nur bei dem schwachen K bleibt 8 e gol im Auslaut in Fällen, wie 
K-fe, Kttft u. s. w. 

• • • • 

b) Nach einem heterogenen langen Vocal, d. h. nach allen ausser 
Qämä§, fordern die harten Gutturalen (also nicht tf) , wenn sie 
am Ende des Wortes stehen, die Einschiebung eines flüchtigen 
ä (Päthäch furtivum) zwischen sich und dem Vocal. Dieses 
Päthäch wird unter die Gutturalis gesetzt, klingt aber vor der- 
selben; es ist somit lediglich ein orthographischer Fingerzeig, 
den Gutturallaut in der Aussprache nicht zu vernachlässigen, 
z, B. : Jtn (rü'ch), yb, y}, H^tfn, Wba (denn consonantisches 
n ist im Auslaut nothwendig mit Mappiq versehen) ; dagegen 

bTOttil und ebenso bei den harten Gutturalen im Anlaut der 
• i • 

Sylbe, z. B. TAI u. s. w., da in diesem Falle das flüchtige ä 
nicht mehr gehört wird. 

Analog ist das i a ch u. dergl. bei den Ostschweizem für ich; auch hier drängt 
sich vor dem tiefen Kehllaut unwillkürlich ein Päthäch furtivum ein. Im 
Arabischen ist es in Wörtern, wie metft a ch, gleichfalls hörbar, ohne jedoch in 
der Schrift bezeichnet zu werden. Die LXX schreiben statt des Päthäch 
furtivum e, zuweilen a, fib Neue, ttt? 'Ieö8o6a (neben 'IaöSoi). 

Anm. 1. Seltener ist es (bes. bei M) der Fall, dass die Gutturalis auf den 
folgenden Vocal wirkt, z. B. ijg (nicht *i2«) Jüngling, b?S (nicht tob) Thai; 
dagegen auch Dft'n u. s. w. 

2. Da wo in der jetzigen Gestalt der Sprache vor oder nach einer Guttu- 
ralis in der Vordersylbe ein aus Päthäch verdünntes i stehen sollte, tritt für 
dasselbe häufig das zwischen ä und i stehende S e gol ein, z. B. UJ2IT) (neben 

«tarn), w» f «ian, t vwo 9 m»* u. s. w. 

Wenn dagegen die Sylbe durch DägeS geschärft ist, wird auch unter 
Gutturalen das dünnere und schärfere CMrZq festgehalten, als iitt, JtDJi, 
hltfl ; fällt aber jene Schärfang weg, so tritt leicht wieder S*göl ein, z. B. 

fnjn constr. fnah, fm constr. yhm. 

3. Statt des &wd mobile Simplex hat die Gutturalis im Sylben- 
anlaut ohne Ausnahme gefärbtes S e rvä (S. compositum) unter sich, 
z. B. bfettt, wntf, ^fa». D^bna u. s. w. 



§. 22. Eigenschaften der Kehllaute. 59 

4. Wenn eine Guttnralis mit ä'wd quiescens an den Schluss 
einer inneren Sylbe zu stehen kommt, so kann sich der feste Sylben- 
schluss (durch ruhendes & e wd) behaupten; so besonders bei n und 
y am Ende der Tonsylbe, z. B. ttn!5t}, PtifTJ, doch auch vor dem 
Ton (s. die Beispiele unter No. 2, Anm. 2) und zwar ebenso bei n 
und K. Meist aber wird in der Sylbe vor dem Ton und weiter 
rückwärts die geschlossene Sylbe künstlich geöffnet, indem an die 
Stelle des &wd quiescens ein (durch die Natur der Kehllaute be- 
günstigtes) Cha\eph tritt, und zwar dasjenige, welches als Nachhall 
des vorhergehenden Vocals dienen kann, z. B. nttT£ (neben Ittfrr) ; 
pflT» (neben pTTT>) ; ft*8 pö°ld (f. •ftyfi). Sobald Jedoch in Folge 
einer Flexionsänderung der auf das Chafeph folgende feste Vocal 
zu S'wd mobile verflüchtigt wird, so geht das Chafeph in den ent- 
sprechenden festen Vocal über, z. B. *tt£J£ (von *foT) y Wn?3, T|bjjg 
(pö°Fkhä von b?fe). 

Anm. 1. Das &Hoä simplex unter Gutturalen nennen die Grammatiker das 
harte (ttj} 1 ?), das &wd compositum das weiche (rtt^). Das Weitere s. beim 
Verbum gutturale §. 62—65. 

2. Ueber die Wahl unter den drei Chafephl&uten gilt: 

a) n, h, * lieben im Anlaut (— ), K aber (— ), z. B. Tian Esel, aSn tödten, 
"ifefc$ sagen; nur bei weiterer Entfernung von der Tonsylbe weicht auch 
unter K das (— ) dem leichtern (— ), als *b» zu, aber ö| , 4» zu euch; hb» 
essen, aber -bas ^ a khöl, durch Maqqeph enttont). Vgl. §. 27, Anm. 5. 

b) in der Mitte des Wortes richtet sich die Wahl des &*wä comp, nach dem 
Vocal, welcher ursprünglich oder nach der sonstigen Form des Wortes der 
Gutturalis vorangeht, z. B. Perf. Hiph. ^»SffJ <s. o. No. 2, Anm. 2), Inf. 
Yna^n (gew. Form V'üp?), Pf. Eoph. ^^(gew. Form i^pj). Vergl. 
§. 27, Anm. 2. 

5. Das n, welches seinem Laute nach ebenso zu den Guttu- 
ralen, wie zu den Lingualen gehört (s. §. 6, 4), theilt mit den vollen 
Gutturalen wenigstens die erste und einen Theil der zweiten Eigen- 
schaft, nämlich 

a) die Unfähigkeit zur Verdoppelung; statt der letzteren tritt 
fast durchweg Verlängerung des vorhergehenden Vocals ein, 
z. B. -püt er hat gesegnet für -pte, Spte segnen für -j^St. 

b) die Bevorzugung des ä als vorangehenden Vocals, z. B. Vdifa 
und er sah (aus nitfVj), ^0*3 für *iö** (twd er wich zurück) wie 
auch für ^0*5 (tmd er machte zurückweichen). 

Die wenigen Ausnahmen von lit. a. sind n^ mörrät Spr. 14, 10, rV?D körrät 
und 1J5^ iörrekh Ez. 16, 4 (vergl. Spr. 3, 8); ^fitottj H. L. 5, 2, önWH 1 Sam. 



60 Elementarl. 2. Cap. Eigenth. u. Yeränd. d. Laute. 

10, 24. 17, 25. 2 Eon. 6, 32. Eine Art virtueller Yerd. findet sich (nach O 
für "ja) in Cpttg 1 Sam. 23, 28, 2 Sam. 18, 16 und in ^JÄ^ Jes. 14, 3. Bei 
den Samaritanern und Arabern hat sich die Verdoppelung überall erhalten, 
und die LXX schreiben z. B. rTniü 2a^a. 

§• 23. 

Von der Schwäche der Hauchlaute tt und ft. 

1. Das K, als leiser, kaum hörbarer Kehlhauch, verliert seinen 
schwachen Gonsonantlaut in der Kegel gänzlich, sobald es vocallos 
am Ende der Sylbe steht; es dient dann (ähnlich dem deutschen hin 
roh, geh, nahte) höchstens noch als Zeichen für die Länge des voran- 
gehenden Vocals, z. B. asü, abtt, tf>sSn, «'s*, tfte, rutite (f. rwrn), 

ttSKitttt. In Fällen, wie *n*\ *ttt$, KtDH u. s. w. hat das K rein nur 
noch orthographische Bedeutung. 

2. Dagegen behält das K seinen Consonant- und Gutturallaut 
im Allgemeinen überall da, wo es entweder im Anlaut der Sylbe 
steht, z. B. niMJ, *iONrta, oder in geschlossener Sylbe mit §?wä 
quiescens, z. B. TOg nä'där, oder wo es in lose geschlossener Sylbe 
durch ein Chafeph geschützt ist, z. B. bbtfb. Doch ist auch in 
diesen Fällen eine gänzliche Yerschlingung des K möglich, und 
zwar: a) wenn es im Innern des Wortes mit langem Vocal nach 
einem Sftvä mobile steht; in diesem Fall wird der lange Vocal an 

y 

die Stelle des S'rvä zurückgeworfen und fct nur noch als Vocal- 
buchstab oder rein orthographisch beibehalten, z. B. D^tftH Häupter 
(für tMjsJTj), Q'IQWJ 200 (für d^ntfü), D*n'ä f. ötffä; rein ortho- 
graphisch steht g noch in fWin. f/fittS^i; rnKö f. m*& Jes. 10, 33, 
d^Kph chöfim 1 Sam. 14, 33 f. öWDh, u.s. w. Noch gewaltsamer wird 
in einigen Fällen K sogar im Sylbenanlaut nach schwebendem §*wä 
verschlungen, was dann eine weitere Umgestaltung der voraus- 
gehenden Sylbe zur Folge hat, z.B. S"D*6fc (Geschäft) f. HD^Vö, 
fiinpb für WHpb, und selbst nach S'wä quiescens, z. B. bK^tttF für 
bvtyü(0\ b) wenn es mit ( ) oder ( w ) steht, welchem der ent- 
sprechende feste Vocal vorangeht, so wird der letztere bisweilen 
gedehnt und behält g nur noch als Vocalbuchstaben (oder rein 
orthographisch) nach sich, z. B. b*8*5 4 Mos. 11, 25 f. b*K*5; b?fch 
getrübt aus b?«J f. b?*r; "lbab f. ^btfb u. s. w. Völlige Verschlingung 
mit Beibehaltung des kurzen Vocals findet statt in *flXt\ u. s. w. 
(s. §. 102, 2), n*W Jes. 41, 25 u. s. w. 

Anstatt des seines Oonsonantwerthes beraubten K wird nach Maassgabe 
der Aussprache nicht selten einer der Vocalbuchstaben 1 und i geschrieben, 



§. 23. Schwäche der Hauchlaute K und h. 61 

ersterer bei ö, letzterer bei $ und f, z. B. *ria (Cisterne) £. "IJO, Ö^n (Büffel) f. 
OK*), fish*} (der erste) Hiob 8, 8 für )imy, vgl. auch ft f. fcft (nicht) 1 Sam. 
2, 16 u. ö. im KHhxb; am Ende des Worts auch fi für K, ni& (er füllt) f. 
»I» 1 ; Hiob 8, 21. 

3. Das so quiescirende g fällt bisweilen auch ganz aus, z. B. 
Tii? f. T^ES T>?* Hiob 32, 18 f. ^radta; ^ttk (ich sage) beständig 
für^tt»«; &fc f. *fett Ezech. 28, 16, nirifib 2 Kön. 19, 25 im K'thib 
f. n^tSnb (vergl. Jes. 37, 26). 

Anm. 1. Im Aramäischen ist das fct noch viel weicher und flüssiger als 
im Hebräischen; im Schriftarabischen dagegen zeigt es sich als Consonant 
fast durchgängig fest. Nur dient nach arabischer Orthographie das M auch 
zur Bezeichnung des gedehnten ä: während im Hebräischen die Beispiele 
selten sind, wo es geradezu Yocalbuchstab für langes a ist, wie in BKJJ Hos. 
10, 14 für dg er stand auf, WtC} Spr. 10, 4. 13, 23 für tth arm. Vgl. §. 7, 2. 

2. In einigen Fällen erhält K im Anlaut des Wortes statt eines &wä comp. 
den entsprechenden gedehnten Vocal, z. B. Tim Gürtel f. •"litg, d^bnk ZeUe f. 

• TTJ 

3. Am Ende des Worts ist zuweilen hinter auslautendem ü, i und 6 noch 
ein « angefügt, z. B. WöVh für tobn Jos. 10, 24, tfQK Jes. 28, 12 (vergl. 
noch ferner fc^pj f. **pj rein, fctti f. «ib trenn, K16K für i&K also, &05n f. ian 
Myriade Neh. 7, 66. 72. 8. auch über WM und Ä*>h §. 32, Anm. 6. 

4. Stärker und fester als £ ist das T\. Dasselbe verliert seinen 
Consonantlaut (oder quiescirt) in der Mitte des Wortes niemals 1 ; 
dagegen steht es am Wortende immer als blosser Vocalbuchstab, 
sobald es nicht durch Mappiq ausdrücklich als fester Consonant 
bezeichnet wird (§. 14, 1). Doch wird bisweilen der Consonantlaut 
des tt am Ende des Wortes aufgegeben, so dass blosses n oder 
correcter h mit Räphe (zu deutlicher Hervorhebung der Auf- 
weichung) an seine Stelle tritt, z. B. hb (ihr) 4 M. 32, 42 für ftb; 
Hiob 31, 22. 2 M. 9, 18. In sehr vielen Fällen findet endlich eine 
vollständige Elision des consonantischen T\ durch sogen. Syncope 
statt : a) durch Zurückwerfung seines Vocals an die Stelle eines 
vorausgehenden Pwä mobile (s. §. 23, 2. a bei«), z. B. "lJÄb f. ^j?änb 
{Syncope des fi des Artikels, wie fast stets); 'pkä für "jH^nä; '"PpD? 
{Impf. HiptiiT) für T>J?Brp; ^rtfr für Jhjira b) durch Contraction 
des dem 51 vorangehenden und nachfolgenden Vocals, z. B. io*iö 

1 Nur scheinbare Ausnahmen sind Nomm. propr. wie ?Krito3>, ^xrrtB, welche 
aus zwei Worten zusammengesetzt und daher auch bisweilen getrennt geschrieben 
sind (neben Formen wie ^KJtJ für b&Öljri). Sonst gehört noch hierher ftjBW; als 
Iiesart mancher Hdschr. für die künstlich distrahirte Form MJB"iTfi , J in den gedruckten 
Ausgaben, Jer. 46, 20. 



62 Elementarl. 2. Cap. Eigenth. u. Veränd. d. Laute. 

(auch wie nblö geschrieben) aus IHölö (a + u == 6). — Gewaltsam 
ist die Unterdrückung des n sammt seinem Vocal in DS (aus 
ona) u. s. w. 

Anm. Bei ö und e wechselt das n, welches lediglich den vocalischen Aus- 
laut bezeichnet» gelegentlich mit 1 und ■» (ifcn = r«n, W = rtän Hos. 6, 9), 
und in allen Fällen nach späterer und aramäischer Orthographie mit fet, be- 
sonders bei ä, z. B. fc«tf (Schlaf) Ps. 127, 2 f. rttti, tittfe Jer. 23, 39 f. ritt) 
u. s. w. Aus alledem geht deutlich hervor, dass dem als sogenannter Vocal- 
buchstab auslautenden ft fast nur eine orthographische Bedeutung zukommt. 

§.24. 

Veränderungen der schwachen Buchstaben 1 und \ 

Das 1 rv und i / sind als Consonanten so schwach und weich, 
und grenzen so nahe an die entsprechenden Yocale u und i, dass 
sie unter gewissen Verhältnissen sehr leicht in dieselben zerfliessen. 
Besonders wichtig ist dies für die Bildung derjenigen schwachen 
Stämme, in welchen 1 oder i als einer der drei Stamm-Consonanten 
erscheint (§. 69 ff. §. 85, III— VI. §. 93). 

1. Die Fälle, in denen 1 und * ihren Consonantlaut aufgeben 
und in einen Vocal zerfliessen, beziehen sich lediglich auf den In- 
und Auslaut der Wörter; im Anlaut halten sie sich als Con- 
sonanten 1 . Näher sind zu unterscheiden die Fälle: 

y 

ä) wenn 1 oder i mit S'rvä quiescens unmittelbar hinter einen 
homogenen Vocal an das Ende der Sylbe zu stehen kommen. In 
diesem Fall besitzen sie nicht Halt und Stärke genug, um ihren 
Consonantlaut zu behaupten, sondern zerfliessen in dem homo- 
genen Vocal; genauer: sie gehen in ihre Vocalsubstanz über 
und werden so mit dem vorangehenden Vocal zu einem (not- 
wendig langen) Vocal contrahirt, orthographisch jedoch meist 
als Vocal- (quiescirende) Buchstaben beibehalten. So atfan für 
xmn oder win; p£*; f. *fir*\; rmmsi (in Juda) f. H^ima; und 
so auch am Ende des Wortes, z. B. ^pSf (Hebräer) eig. 'ibrij\ 
daher fem. n*u* ; *to Hiob 41 , 25 für Tito* (vergl. rWto* 
1 Sam. 25, 18 K'thib). Ist dagegen der vorangehende Vocal 
heterogen, so erhalten sich 1 und •» als feste Consonanten 
(s. §. 8, 5), z. B. ibto ruhig, IT Maimonat, ^ Volk, ift} enthüllt. 
Nur mit einem vorangehenden kurzen a werden 1 und i meist 
zu den Diphthongen ö und e contrahirt, s. unten 2, b. 
• 

* Eine Ausnahme bildet nur * für ) und, s. §. 26, 1 und §. 104, 2, c 



§. 24. Veränderungen der Buchstaben 1 und \ 63 

b) wenn dem 1 oder i ein S*wä mobile vorangeht, also Formen 
entstehen würden, wie q*wom, b*n>o, so lösen sie sich gleichfalls 
in ihre Vocalsubstanz auf und verdrängen so das §*rvd mobile. 
Daher tfö f. tfö, tftp (aufstehen) f. oSp. Wenn dagegen ^ und i 
vocallos nach S*wä quiescens am Wortende stehen, so werden 
sie entweder völlig abgeworfen und nur noch orthographisch 
durch n ersetzt (z. B. HM aus ^M, neben der regelmässig ent- 
wickelten Form •pa fletus; vgl. über diese Formen §. 93) oder 
wiederum aufgelöst. Im letzteren Fall zieht i mit dem ihm 
homogenen ChirSq auch den Ton an sich, während der vor- 
hergehende Vocal zu &n>d verflüchtigt wird (z. B. ^8 aus 
^fi, eig. *nB); 1 geht z. Th. in tonloses t* über (z. B. WiÄ 
aus inr\). 

c) wenn 1 und i auf beiden Seiten von festen Yocalen umgeben 
sind, so werden sie meist unter Verdrängung des vorangehenden 
Vocals in ihre Vocalsubstanz aufgelöst, z. B. DVljJ wird D^p; 

tmg wird tnp. 

Im Syrischen, wo die schwachen Buchstaben noch flüssiger sind, liest man 
auch zu Anfange der Wörter statt "j und •; bloss i und dem entsprechend 
schreiben die LXX für m*m 'Ioo&it, für pW 'ba&x. Hieraus erklärt sich 
das auch im Hebräischen vorkommende syriachartige Vorziehen des Vocals i 
unter einen vorhergehenden Buchstaben, der eigentlich einfaches S*wä mobile 
hatte, z. B. yhrVO Pred. 2, 13 f. plPa, sogar Ärr* 1 ) Hiob 29, 21 (in einigen 
Ausgg.) für ^^ (nach QimcAf sprach man sogar ibj^j = 'ity)/ und punktirte 
deshalb in der 1. Person ^bpK, um Verwechslungen zu vermeiden; in der That 
hat die babylon. Punctation immer i statt 2). 

2. In Betreff der Wahl des langen Vocals, in welchem 1 und *» 
nach erfolgter Auflösung und Contraction quiesciren, gilt somit 
folgendes: 

ä) Mit kurzem homogenen Vocal werden 1 und * zur entsprechenden 

Länge contrahirt (s. o. 1. a). 
V) Mit kurzem ä bilden sie nach §. 7, 1 die Diphthongen ö und e, 

z. B. a^tt aus nTDTü: a^flfr aus ^tfl^ u. s. w. 1 

Anm. Die oben No. 1. b. erwähnte Abwerfung der Halbvocale 1 und * 
tritt besonders am Ende der Wörter nach heterogenem Vocal (ä) ein, wenn 



1 Beispiele, wo nach ä keine Contraction stattfindet, sind: ä^pa^Q 1 Chron. 12, 2; 
G^ÖTK Hos. 7, 12; "VflVö Hiob 3, 26. Bisweilen bestehen beiderlei Formen neben 
einander, als TOIJ und flW$; vgl. ^ lebendig, etat, constr. "Ml. Analog ist die 
Contraction von njö (Qrundf. rjfe) Tod constr. nia, "p? (Grundf, fj?) At^e 
constr. *p?. 



64 Elementarl. 2. Gap. Eigenth. u. Veränd. d. Laute. 

nach dem Charakter der Form die Gontraction zu einem Diphthongen unthun- 
lich erscheint. So bes. in den sog. Verbis tY\ z. B. urspr. 'ÄJ = p)iÄ = rta, 
indem ä nach Abwerfung des •* in offene Sylbe zu stehen kommt, also zu ä 
gedehnt werden muss: fi tritt dann rein orthographisch als Zeichen für den 
langen Vocal hinzu; ebenso fiittj für tVttf. 1 Ueber die Entstehung von rAa 1 ? 
aus 'Aa* s. §. 75, 1; über dg als Perf. von Ölp §. 72, 2; über nb? u. s. w. 
von *Äl §. 69, 1. 

§. 25. 

V 

Feste (uaverdrängbare) Vocale. 

Welche Vocale im Hebräischen fest und unverdrängbar seien, 
lässt sich mit Sicherheit und Vollständigkeit nur aus der Natur 
der grammatischen Formen und z. Th. aus der Vergleichung des 
Arabischen erkennen (vergl. §. 1 No. 6). Namentlich gilt dies von 
den wesentlich oder von Natur langen Vocalen im Gegensatz zu den 
bloss rhythmisch (d. h. auf Grund der specifisch hebräischen Ge- 
setze über den Wortton und die Sylbenbildung) gedehnten Vocalen. 
Die letzteren fallen bei Veränderung des Tonfalls oder der Sylben- 
abtheilung leicht in die ursprüngliche Kürze zurück oder werden 
gänzlich verflüchtigt. Im Einzelnen merke man vorläufig: 

1. Die wesentlich langen und somit in der Regel unwandel- 
baren Vocale der zweiten und dritten Classe i, ü, i, ö, sind meistens 
schon in der Schrift an den beigesetzten Vocalbuchstaben erkenn- 
bar (w, w, *|, *); z . B. a^pv; er thut wohl, bann Palast, Vqji Grenze, 
bSp Stimme. Die defective Schreibung (§. 8, 4) ist zwar häufig genug, 
z. B. ap^ und a^tf für a^?, baä für biaä, bp für bSp, übt jedoch 
als rein orthographische Licenz keinerlei Einfluss auf die pro- 
sodische Währung eines solchen Vocals aus; das ü in baa ist eben 
so nothwendig lang, wie in bia*. Vgl. §. 8, 4. 

Ausnahmsweise wird bisweilen auch ein bloss tonlanger Vocal jener beiden 
Classen plene geschrieben, z. B. Viüjp? für ibp\ 

2. Das wesentlich oder von Natur lange d hat im Hebräischen 
(soweit es nicht zu ö getrübt ist, vgl. §. 9, No. 10, 2) in der Begel 
keinen Vertreter in der Gonsonantenschrift, während es im Arabi- 
schen regelmässig durch den Vocalbuchstaben tt kenntlich gemacht 
wird (über die seltenen Fälle dieser Art im Hebr. vergl. §. 9, 1. 

1 Der Araber schreibt in diesem Falle oft etymologisch n ?£, spricht aber galä. 
So die LXX TÖ 2tva. Für "AlÖ wird aber auch im Arabischen fc&B geschrieben 
und salä gesprochen. 



§. 26. Von d. Sylbenbildung u. deren Einflußg auf d;e Yocale. 65 

§. 23, 3. Anm. 1). Die Unterscheidung des von Natur langen ä und 
des bloss tonlangen ä hängt somit im Hebr. von der genaueren 
Kenntniss der Formen ab. 

3. Unwandelbar sind ferner die kurzen Vocale in geschärfter 
Sylbe, d. h. vor BägeS forte, z. B. ajä Diel, sowie in consonantisch 
geschlossenen Sylben (§. 26, 2, c), auf welche eine andere ebenso 
geschlossene folgt, z. B. mahn Kleid, pVi» arm, *\2TQ Wüste. 

4. Unwandelbar sind endlich auch die langen Vocale, welche 
nach Aufhebung der Verdoppelung einer nachfolgenden Gutturalis 
oder eines Bei durch Dehnung aus den entsprechenden kurzen 
Vocalen entstanden sind, z. B. "jörta für ■jspa, Spi für ^jfc. 

§. 26. % 

Von der Sylbenbildung und deren Einfluss auf die Länge und Kürze 

der Vocale. 

Abgesehen von den unwandelbaren Vocalen (§. 25) hängt die 
Setzung der kurzen und langen Vocale, resp. die Dehnung und 
Verkürzung oder Verflüchtigung derselben, durchaus von der 
Theorie der Sylbenbildung ab. Näher kommt hierbei theils der An- 
laut, theils der Auslaut der Sylbe in Betracht. 

1. Der Sjlben-Anlaut. Jede Sylbe beginnt nothwendig mit 
einem Consonanten. Die einzige Ausnahme von dieser Regel bildet 
die Gopula, welche sich vor S'rvä und den Lippenbuchstaben aus 1 
und in die entsprechende Vocalsubstanz *i auflöst, z. B. ^ITl, rfbtW. 
Dagegen ist in Fällen wie itiK das g als consonantischer Anlaut 
zu betrachten. 

2. Der Auslaut. Eine Sylbe kann schliessen: 

ä) mit einem Vocal und heisst dann offene oder einfache Sylbe, 
z. B. in ntbttjj die erste und letzte. S. No. 3. 

b) mit einem Consonanten: geschlossene oder zusammengesetzte 
Sylbe, wie die zweite in bttjj, Mb. S. No. 5. Hierher gehören 
auch die durch nachfolgende Verdoppelung geschärften Sylben, 
wie die erste in btgj? qa\-\el, s. No. 6. 

c) mit zwei Consonanten, wie pttp qöSf, Pibttjj. Vgl. §. 10, 3. 

Hinsichtlich der Vocalsetzung in diesen verschiedenen Arten 
von Sylben gilt nun insbesondere: 

3. Die offenen oder einfachen Sylben haben langen Vocal, sie 
mögen betont sein, z. B. Tja in dir, *\Bö Buch, tthp Heiligihum, oder 

Gesenius, hebr. Grammatik. XXII. Aufl. 5 



66 Elementar!. 2. Cap. Eigenth. u. Veränd. d. Laute. 

unbetont, wie bog, :a5? Traube 1 . Herrschend ist langer Vocal 
(Qämgs, seltener fjfere) namentlich in offener Sylbe vor dem Tone 
(Vorton- Vocal), z. B. onb, rtpj, bo£, Mb 2 . 

Kurze Vocale in offener Sylbe finden sich mehr oder weniger scheinbar: 

a) in zweisylbigen Wörtern, die durch Annahme eines Hülfsvocals (§. 28, 4) 
aus einsylbigen entstanden sind (Segolata), wie bti3 Bach, rv?i Saus, yy* er 
sei viel, aus ih3, rv;5J, 3n\ Aber der Hülfsvocal kann strenggenommen nicht 
als voller Yocal gelten, d. h. er bewirkt nicht völlige Aufhebung des Sylben- 
schlusses; Formen, wie ifij (arab. nachl u. s. w.), sind somit vielmehr als 
eine geschlossene Sylbe zu betrachten. 

b) im Verbalsuffix der 1. Pers. Sing. CO— mich), z. B. ^Jjüg (arab. qätälänf). 
Doch beweist hier die nicht seltene Schreibung i$-~, dass das betonte 
Pdthäch eine Schärfung der folgenden Liquida bewirkt, also virtuell in 
geschlossener Sylbe steht, auch wenn das Nun nicht ausdrücklich dages- 
sirt wird. 

c) zuweilen vor dem tonlosen sogen. H— loccde (§. 90, 2), z. B. fi'JSi'TQ nach 
der Wüste hin; so jedoch nur im stat. conatr. (1 Kön. 19, 15), indem durch 
das tonlos angehängte tt— der Charakter der Form (zumal bei rascher 
Aussprache in enger Verbindung) nicht alterirt wird; anderwärts dagegen 

man». 

T T S • 

In allen diesen Fällen wird der kurze Vocal zugleich durch den Hauptton 
des Wortes gestützt (vergL die Wirkung der Arsis auf den kurzen Vocal in 
der classischen Prosodie). Anderswo wenigstens durch Nebenton (MHheg), 
nämlich 

d) in der Vocalfolge , . , z. B. iaso sein Geschmack, 4d&o er 

wird binden, TOÖ seine That. In allen diesen Fällen liegt eigentlich ge- 
schlossene Sylbe vor, und erst die Gutturalis hat das Chäfeph und damit 

1 Gegenüber diesem Grundgesetz des Hebräischen (langer Vocal in offener Sylbe) 
zeigt sich im Arabischen, wie zum Theü in den anderen semitischen Sprachen, noch 
überall der ursprüngliche kurze Vocal (natürlich abgesehen von den naturlangen 
Vocalen). So lauten die oben angefahrten Beispiele im Arabischen Inka, s\fr, guds, 
qätälä, l inab. Wenn es darnach zweifellos ist, dass auch im Hebräischen in einer 
früheren Periode kurze Vocale in offener Sylbe gesprochen wurden, so scheint doch 
die Annahme bedenklich, dass die jetzige Aussprache lediglich auf einer künstlichen 
Gewöhnung zum Behuf der feierlichen Recitation des alttestam. Textes beruhe. Denn 
bei dieser Theorie bleiben Erscheinungen, wie z. B. die sicher sehr alte Dehnung 
von i und ü in offener Sylbe zu e und ö, unerklärt. 

2 Das Arabische hat für diesen Vorton- Vocal stets kurzen Vocal (lähwn, jäqüm 
u. s. w.), das Axamäische ein blosses S^joä mobile (finbi D V2» b^jS, Mb); auch im 
Hebräischen wird bei Fortrückung des Tones der Vorton-Vocal sofort zu SHoä ver- 
flüchtigt, s. §. 27, 3, a. Letzteres darf jedoch nicht etwa zu dem Irrthum verführen, 
als ob der Vortonvocal erst wegen nachfolgender Tonsylbe für S^ä eingetreten wäre. 
Vielmehr geht er stets aus einem ursprünglich kurzen Vocal hervor, indem ein solcher 
in offener Sylbe vor dem Ton immer gedehnt, bei weiter rückendem Ton aber ver- 
flüchtigt wird. 



§. 26. Von d. Sylbenbildung u. deren Einfluas auf die Vocale. 67 

die OeflhuBg der Sylbe bewirkt (doch vergL z. B. "fofiO neben "Ö*}}). Ueber 
Fälle wie Wi vergl. §. 104, 2. 

e) in Formen wie Iptng j&ch&f-qü (sie sind stark), rfätf pö-'ö-P-hhä (deine 
That). Auch in diesen Fällen handelt es sich um nachträgliche Oeflhung 
geschlossener Sylben (daher z. B. auch *pjf£ ; das andere Beispiel lautet eig. 
pö'Mhä). 

Nicht hierher gehören Fälle, wie tthnn, &**$! (s. No. 6); ebensowenig das 
tontragende, aus ä gedehnte S*gdl in Suffixen (z. B. tftt) und anderen Fällen. 
Ueber n*xar$ und D^ÖTg (ö für — ) s. o. S. 39. 

4. Den oben beschriebenen selbständigen Sylben mit festem 
Yocal geht häufig ein Vorschlag in Gestalt eines Consonanten mit 
S'wä mobile ( Simplex od. compositum) voraus. Ein solcher Vorschlag 
hat nie den Werth einer selbständigen Sylbe; vielmehr lehnt er 
sich so eng an die folgende Sylbe an, dass er mit derselben gleich- 
sam eine Sylbe bildet, z. B. *rb (Kinnbacke) l'chi; *bn (Krankheit) 
ch°li; TTDb 1 ; jilm'dü. Insbesondere gehören hierher die sogenannten 
Präfixa nV i, D, b, s. §. 102. 

Allerdings sind die S*icä mobile unter solchen Yorschlagsconsonanten stets 
aus einem festen Yocal verflüchtigt (z. B. AöJ?? arab. jaqtülü, 5ja arab. bfkä 
u. 8. w.); daraus kann jedoch nicht gefolgert werden, dass die Masoreten 
solche Vorschläge als eine Art offener Sylben betrachtet hätten, indem diess 
ihrem Grundgesetz vom langen Yocal in offener Sylbe noch stärker wider- 
sprechen würde, als die No. 3 angeführten Ausnahmen. Auch die Setzung 
des MeUßg zu SPwä in besonderen Fällen (s. §. 16, 2) beweist nichts für jene 
angebliche Auffassung der Masoreten. 

5. Die auf Einen Consonanten ausgehenden (geschlossenen) 
Sylben haben, wenn sie unbetont sind, nothwendig kurze Vocale, 
sowohl zu Anfang, als am Ende der Wörter 1 , z. B. robtt Königin, 
pa»n Verstand, n^DH Weisheit, ^ö*} und er wich zurück, DJ?J5, DjJJ? 
(fvajjäqöm). 

In betonter geschlossener Sylbe können sowohl lange, als kurze 
Vocale stehen; von den letzteren jedoch nur Pdthäch und S e göl 2 . 
Die betonte geschlossene Paenultima duldet von langen Vocalen 
nur die tonlangen (ä, e, ö), nicht die längsten Vocale i, $, ü, ö. 
So lautet zu 1^tD{£ (3. plur. masc. imperf. Hiph.) die 3. pers. 
plur. fem. njbtDfjtt mit Keducirung des i auf e; zu Wip (2. plur. 

1 Bei Ausnahmen, wie ^V"™ l Mos. 4, 25 (wo durch den Charakter der Form 
Sät gefordert wird, obschon die betreffende geschlossene Sylbe durch nachfolgendes 
Maqqeph enttont ist) bewahrt das MtthZg vor falscher Aussprache. 

1 S. §. 9, 2. i kommt so nur in den Partikeln DK, ÖS, "jB vor, die aber in der 
Kegel C)tt sogar immer) durch folgendes Maqqeph tonlos werden. 

5* 



68 Elementarl. 2. Gap. Eigenth. u. Yeränd. d. Laute. 

imperat. Qal) die Femininform njttp (ö in geschlossener Sylbe auf 
reducirt). 

6. Eine besondere Art von geschlossenen Sylben sind die ge- 
schärften d. h. solche, die auf denselben Consonanten auslauten, 
mit welchem die folgende Sylbe anlautet, z. B. ^Etf y im-mi, i^S kül-lö. 
Wenn unbetont, haben sie gleich den übrigen kurze Vocale; wenn 
betont, ebensowohl kurze: 130, *töfn, als lange: TTBtt, HEn. 

Ueber die Aufhebung der Verdoppelung eines Consonanten am Ende des 
Wortes s. §. 20, 3, a. 

7. Zusammengesetzte Sylben, die mit zwei Consonanten 
schliessen, kommen nur am Ende der Wörter vor, und haben am 
natürlichsten kurze Vocale, )Pibtt)J, at?^, bisweilen auch §erö, als 
T!?' !PK5> oder ßW*** Wp. Vgl. jedoch §. 10, 3. In der Regel 
wird die Härte in der Aussprache solcher Formen durch einen 
Hülfsvocal (§. 28, 4) beseitigt. 

§.27. 
Veränderung der Vocale, vorzüglich in Betreff der Quantität. 

Die Lautwandelungen, welche die hebräische Sprache durch- 
laufen hat, ehe sie die Gestalt gewann, in der wir sie aus der 
masoretischen Darstellung des alttestam. Textes kennen (s. §. 2, 4), 
haben namentlich auch ihren Vocalismus betroffen. Die nähere 
Kenntniss dieser Vocalwandelungen, die für ' das Verständniss des 
grössten Theiles der jetzigen Sprachformen unentbehrlich ist, er- 
giebt sich theils aus den Erscheinungen, welche die Sprache selbst 
in den Gesetzen der Wortbildung und Flexion darbietet, theils aus 
der Vergleichung der verwandten Dialekte, obenan des Arabischen. 
Auf beiden Wegen gelangt man für das Hebräische besonders zu 
folgenden Jhatsachen: 

1) dass die Sprache jetzt in offener Sylbe häufig nur einen Vocal- 
anstoss (S e rvä mobile) bewahrt hat, wo ursprünglich ein voller 
kurzer Vocal stand, z. B. rktö (Grundform: 'ägälät) Wagen, 
T\$yL (Grdf. fädäqäf) Gerechtigkeit, *6t3jj (arab. qätälü), btö^ 
arab. jüqatttlü. 

2) dass ursprünglich kurze Vocale jetzt in der Tonsylbe, wie 
auch in offener Sylbe vor derselben, grossentheils in die ent- 
sprechenden tonlangen Vocale, ä in ä, i in e, ü in ö, über- 
gegangen sind (s. §. 9, No. 1, 2. No. 7 und No. 10, 3), die aber 



§. 27. Veränderung der Vocale. 69 

bei weichendem oder vermindertem Tone in die ursprüngliche 
Kürze zurückfallen, oder hei grösserer Entfernung vom Tone 
noch weiter verkürzt, resp. zu blossem S*wä mobile verflüchtigt 
werden, oder endlich durch Veränderung der Sylbenabtheilung 
ganz in Wegfall kommen; z. B. Itttt (arab. tnäfär) Regen, in 
enger Anlehnung an einen folgenden Genetiv (im Status con- 
structus) *\iya; 1p? (arab. 'äqib) Ferse, Dual. D^p*, constr. 
*>5{5?; bog 1 ; (arab. jäqtül), Plur. *ibo{p. (arab. jäqtülü). "* 

Auf Grand der Vocaltabelle §. 9 No. 12 ergiebt sich für die drei Vocal- 
klassen folgende Stufenleiter von Verlängerungen und Verkürzungen: 

A- Klasse ä (8) ä. Verkürzung: ä (8) ä, endlich Verdünnung des ä zu i. 
I-Klasse i (2) c. Verkürzung: i e 2 i . 
U-Klasse ü ö ö. Verkürzung: ö ü (als Senkung von 0) 5 ö ü. 

Nebenher geht in allen drei Klassen die Verflüchtigung ursprünglich fester 
Vocale (besonders auch der in oder vor dem Tone gedehnten ä e 0) zu blossem 
&wä mobile. 

Nach Maassgabe von §. 26 und obiger Tabelle ist über den Vocal- 
wechsel im Einzelnen folgendes zu bemerken: 

1. An Stelle eines durch den Ton lang gewordenen Vocals 
wird der ursprüngliche oder ein ihm verwandter kurzer wiederum 
restituirt, wenn eine geschlossene Sylbe den Ton verliert (§. 26, 5). 
Z. B. bei fortschreitendem Tone, T Hand, STin^T 1 Hand Jahve's; 
•ja Sohn, -fbian-ja Sohn des Königs; bb Gesammtheit, ttjrrbs die G. 
des Volkes; ebenso bei zurücktretendem Tone, Dp^, Dp*} (rvajjäqöm); 
$??> $?!-. Ferner, wenn an Stelle einer offenen Sylbe mit ton- 
langem Vocale durch Erweiterung des Wortes eine geschlossene 
entsteht, z. B. ^3DD Buch, ^jpp mein Buch; tß-fp Heilig thum, ^fl^rp 
mein Heiligthum. In solchen Fällen geht nach Obigem e in I oder 2 
nnd ö in ö über. Beim Uebergang einer geschlossenen Sylbe mit 
langem Vocal in eine geschärfte wird e auf das ursprüngliche 3f, 
ö auf ü zurückgeführt, z. B. DK Mutter, TDHi meine Mutter; pH 
Gesetz, Plur. D^pn. 

2. Verlängerung des kurzen Vocals in den entsprechenden 
langen wird noth wendig: 

a) wenn eine Zusammengesetzte Sylbe durch Hinüberziehung 
ihres Schlüssconsonanten zu einem vocalisch anlautenden 
Bildungszusatze geöffnet wird, z. B. bttp, ib|ttp er hat ihn ge- 
tödtet; in | D10 zunächst von hölö. 

b) wenn eine Sylbe durch die völlige Aufhebung der Verdoppelung 
ihres Endconsonanten geöffnet worden ist; hierbei kommt 



70 Elementarl. 2. Gap. Eigenth. u. Veränd. d. Laute. 

ebenso die Aufhebung der Verdoppelung bei Gutturalen und 
Bii (z. B. *n|si für Jfja s. §. 22, 1), wie die am Ende des 
Wortes (vgl. §. 20, 3, a) in Betracht. 

c) wenn sich ein auf den kurzen Vocal folgender schwacher Con- 
sonant (k 1 i) nach §. 23, 1. 2. 24, 2 in dem Vocal auflöst, 
z. B. KSta für BXta (denn mit dem Consonantenwerth verliert 

TT - T >■ 

tt auch die Kraft, die Sylbe zu schliessen, und die offene Sylbe 
fordert langen Vocal). 

d) sehr häufig durch den Einfluss der sogenannten Pausa, d. h. des 
Haupttones im letzten Wort eines Satzes oder Satztheiles 
(§. 29, 4). 

3. Wenn ein Wort hinten wächst und in Folge dessen der 
Ton fortrückt, kann ein voller (kurzer oder tonlanger) Vocal je 
nach. veränderter Sylbentheilung zu S'rvä mobile verflüchtigt werden, 
oder auch ganz wegfallen, so dass an seine Stelle nur der Sylben- 
theiler (S'wä quiescens) tritt. Beispiel für den ersteren Fall: DTÖ 
(Name) pl. rrtotö, aber **tpb (mein Name), DTtifcTÖ (ihre Namen); 
für den zweiten Fall: nyja (Segen) constr. fiypa. Ob der volle 
Vocal sich erhält, oder verflüchtigt wird (tfy Tö$; DE, ^ütt), und 
welcher von beiden in zwei auf einander folgenden Sylben schwindet, 
hängt von der Beschaffenheit des Wortes ab : im Allgemeinen gilt, 
dass in der Nominalflexion meist der erste Vocal verflüchtigt wird, 
während sich der zweite wenigstens unmittelbar vor der Tonsylbe 
(als Vorton-Vocal) erhält, z. B. »ngj (theuer) fem. TVyff\i dass da- 
gegen in der Verbalflexion die Verflüchtigung gewöhnlich den 
zweiten Vocal trifft, wie ^ (er war theuer) fem. rttgj jäq*rä. So 
werden verflüchtigt: 

ä) das Qäme$ und §er£ der ersten Sylbe (vorzüglich in der 
Nominalflexion), z. B. ^"n Wort, Plur. D^M; bfl| gross, fem. 
n!?hä; IIb Herz, ^äab mein Herz; a^ilfe sie wird zurückkehren. 

Plur. nrown. 

T V t 

b) die kurzen oder nur tonlangen Vocale a, e, o der letzten Sylbe, 
besonders in den Verbalformen, z. B. bt?£ fem. nbtDg qäPlä; 
bbjj 1 ;, *OJr. Jtyftö* Das Hülfs-S e gol fällt ganz weg (wird S'wä 
quiescens), z. B. SjMa König (Grundform Jfbti); *$?& mein K. 
Bleibi der Ton unverrückt, so hält sich auch der Vocal trotz 
der Verlängerung des Worts, z. B. *ktätf\ als Pausa zu *fttyp\ 

Wo der Ton um zwei Stellen fortrückt, können sogar beide 
Vocale eines zweisylbigen Wortes, der eine verkürzt, der zweite 



§. 27. Veränderung der Vocale. 71 

verflüchtigt werden. Vgl. lyj Wort; im Plur. D^OT, mit sogen, 
schweren Suffix DTTnM (vgl/§. 28, 1) ihre Worte. UebeF die Ver- 
kürzung (Verdünnung) des ä zu * s. noch Anm. 3. 

Anm. 1. Der Diphthong ist seiner Natur nach stets länger, als der ent- 
sprechende reine Vocal. So ist i 6 (aus av = au, aber auch als Trübung von 
ä, s. §. 9, 10, 2) länger als * ü, und jenes wird daher beim Fortrücken des 
Tones bisweilen in dieses verkürzt (gesenkt). Z. B. dipj, ni£*pp (s. Parad. Perf. 
Niph.); öi» Flucht, fem. ft^t», mit Suf. *Wy. Dem entsprechend ist auch 
das diphthong. **— $ länger, als der Beinvocal *— £, vergl. §. 75, 2. 
f Als Verkürzung von *\ steht in betonter geschlossener Sylbe tonlanges o, in 

unbetonter <f, z. B. d*lpj (er wird aufstehen), d^J (Jussiv: er stehe auf), Dg^ 
(und er stand auf). Ebenso steht als Verkürzung von I (1-7-) in betonter ge- 
schlossener Sylbe e, in unbetonter 2, z. B. d^pj (er wird aufrichten), dgj (er 
richte auf), djjjl (und er richtete auf). 

2. An die Stelle von ä (Päthäch) tritt nach §. 9, 3 nicht selten iier Um- 
laut desselben 2 (S e got): 

a) in geschlossener Antepaenultima, z. B. "injÄfc (n. pr.) für "KJjafc; ferner in 
geschlossener Paenultima, z. B. Sptt|?, und in lose geschlossener Paenultima, 
z. B. d^ eure Hand für d3T\ in allen diesen Fällen ist zugleich der 
Charakter der umgebenden Consonanten (bei d3*P auch das Streben nach 
Consimilation .der Vocale) von Einfluss gewesen. 

b) regelmässig vor einer Gutturalis mit Qämtf, deren Verdoppelung aufgegeben 
ist (sofern nicht Dehnung des Päthäch zu Qänüs erfolgen muss); z. B. ThSJ 
seine Brüder f. WK; xött lügnerisch f. löh»; 'litt der lebendige (mit dem 
Artikel tt) und so stets vor h. Vor n und 3> steht 8 e gol nur in der zweiten 
Sylbe vor dem Ton, z. B. d^fTtt die Berge, yiaffi dte Fer«cA«Wun^; unmittel- 
bar vor dem Ton wird Päthäch zu (Vorton-) Qäm^s gedehnt, z. B. "ifttt, 
dSFj. Vor den schwachen Consonanten fit und 1 (vergl. §. 22. 1. 5) erfolgt 
fast stets die Dehnung des Päthäch zu Qämfy, z. B. 3#i der Vörfer, pl. 
rtiajh; löfihn der Zop/j pl. d^jn (Ausn. rnfi gebirgwärts in betonter Sylbe 
für rtjn; ^JäW, nom. pr. f. sirro'W); über n als Form des Frageworts q (h) 
s. §. 100, 4; über h» f. na (nq) §. 37, 1. Endlich gehört noch z. Th. hierher 
Tjias 2 Mos. 33, 3, in Folge aufgehobener Verdoppelung für *$5$t 

c) als Umlaut des ursprüngl. Päthäch in der ersten Classe der sogen. Segolat- 
formen, wenn nach dem zweiten Consonanten ein Hülfsvocal (§. 28, 4) ein- 
geschoben ist; so wird die Grundform 3Ä3 Hund nach Annahme eines Hülfs- 
Stgol zu sba umgelautet (auch im Arab. jetzt kelb gesprochen 1 ), rW Monat 
mit Hvlfa-Päthäch zu rVlJ. Dieselbe Erscheinung zeigt sich in der Verbal- 
bildung in Fällen wie ii* (Jussiv des Hiph. von rftö) mit Hülfs-fifyöJ für bi\ 

3. Sehr häufig ist die Verdünnung des ä zu i, in unbetonter fest oder lose 
geschlossener Sylbe. Beispiele 

a) bei festem Sylbenschluss : i*ra sein Maass f. i*tg (in geschärfter Sylbe) ; 
Sppfrb'j ich habe dich gezeugt von W&; mit dem Suffix *] (vergl. 3. M. 11, 44. 
Ez. 38, 23); 



1 So schreiben die LXX MeX/toe^x f. pWSii?. 



72 Elementarl. 2. Gap. Eigenth. u. Yeränd. d. Laute. 

b) bei lockerem Sylbenschluss: Q^o'n euer Blut f. öS» 1 -! und so bei einer grossen 
Zahl der sogen. Segolatformen nach der Grundform iüj?, z. B. *pyt meine 
Gerechtigkeit für ^S; ^aa s£a£. constr. pl. von ^ja OjäS) Kleid. In den 
meisten Fällen dieser Art begreift sich die Verdünnung leicht aus der Natur 
der umstehenden Consonanten. Eine consequente Durchführung dieser Ver- 
dünnung ergiebt sich endlich aus der Vergleichung der Dialekte für sehr 
zahlreiche Fälle der hebr. Nominal- und Verbalbildung, -wie je am betreffen- 
den Ort gezeigt werden wird. 1 

4. 8 e gol entsteht, ausser den Anm. 1 und 2 angegebenen Fällen, auch 

a) aus Abschwächung eines ä (Qämef) im Auslaut, in den vereinzelten Fällen 
(JT-^ für ri-^): 1. Sam. 28, 15. Ps. 20, 4. Jes. 59, 5. 

b) Betontes S e gol aus Abstumpfung eines u, wie &ft$ (ihr) aus ursprünglichem 
attum (arab. äntüm) s. §. 32, Anm. 5 und 7; örib (ihnen) aus ursprüngl. 
(auch arab.) lahum. Vgl. S. 31. 

V 

5. Unter den gefärbten SPwä ist (_) kürzer und flüchtiger als ( w ), daher 

auch die Vocalgruppe ( ) kürzer als ( —) ; z. B. diifc Edom, dagegen 

*W&t (wegen fortschreitenden Tones vorn verkürzt) Edomiter ; tto&J ( e metÄ) 
Treue, ifrflK «eine Tretie; dSss verborgen, pl d"Äb*3; ^Pn3$n, aber ■*pro$m. 

§.28. 

Hervortreten neuer Voeale und Sylben. 

1. Nach §. 26, 4 kann ein sogen. Sylbenvorschlag (Consonant 
«mit S'rvä mobile) nur in enger Anlehung an eine selbständige Sylbe 
stehen. Folgt dagegen ein anderweitiger Sylbenvorschlag mit ein- 
fachem S'rvd, so geht das &n>d des ersten in einen festen kurzen 
Vocal über. Dieser Vocal ist fast stets Chireq, und zwar steht 
dieses in den meisten Fällen wohl als Verdünnung eines urspr. ä, 
nicht als blosser Hülfsvocal (in anderen Fällen mag der Anschluss 
an die herrschende Analogie zur Wahl des i geführt haben). So 
werden die Präfixe 1 D b vor einem Consonanten mit ( ) zu 1 p b, 
z. B. ■naa, 'HM, *ns>b; S vor i = HTTPS (aus 'rva nach §. 24, 1 a): 
ebenso mit Waw copulativum nWP'i für 'tv+\. Sehr häufig ist diese 
Kestituirung des ursprünglichen Vocals, d. h. eines ä oder eines 
daraus verdünnten i, bei gewissen Sylbenvorschlägen in der Verbal- 
bildung, welche anderwärts (d. h. vor Consonanten mit festem 
Vocal) mit blossem S e wä gesprochen werden. — Bisweilen ver- 
bindet sich der erste Vorschlag nach Kestituirung des kurzen 
Vocals mit dem zweiten zu einer fest geschlossenen Sylbe, z. B. 



1 Analog dieser Verdünnung des ä in i ist das lat. tango, attingo; laoeus, pro- 
lixus; der Anm. 2 angegebenen des ä in 2 das lat carpo, decerpo; spargo, conspergo. 



§. 28. Hervortreten neuer Vocale und Sylben. 73 

biwb 4 Mos. 14, 3 (und so fast immer nach b) für bfob linfphöl; ver- 
einzelt auch bei d: ^ST3 Jer. 17, 2. 

2. Vor einer Gutturalis mit Chä\eph erhält der Vorschlags- 
Gonsonant statt des einfachen S e wä den im Chä{eph enthaltenen 
kurzen Vocal, und es entstehen so die Vocalgruppen (^), ( n ), (^), 
z. B. ipfcjp und ich, ^WiO wie, *7l^b zu dienen, bb*6 zw essen, ^bnb w 
Krankheit, statt ^iöks>, *7h2b, bb*6, ^bnb. Der neue Vocal hat Metheg 
nach §. 16, 2, a. Bisweilen tritt übrigens auch hier fester Sylben- 
schluss ein; in solchem Fall behält der Vorschlags-Consonant den 
kurzen Vocal, den das unterdrückte Chä\eph haben würde (z. B. 
abnb f. yprb; *\bvb neben ^bsb; sogar *ixy\ Hi. 4, 2). Bei (Üen 
Verbis rpn sein und njn leben behauptet sich sogar einfaches S'rvä 
mobile unter der Gutturalis nach einem Präfix, z. B. lrVV>S"6 zu sein. 
^«T und seid! (nur fpffi tmtf 5«*/ und rpm und lebe mit Styo/ 
des Präfix, für fVW). 

3. Auf dem Widerwillen gegen zwei aufeinander folgende S'wd 
beruht auch das Gesetz, dass ein Chä\eph im Innern des Worts vor 
S'wä mobile in den kurzen Vocal verwandelt werden muss, mit 
welchem es zusammengesetzt war. Hierher gehören bes. die Fälle, 
in denen das Chä\eph unter einer Gutturalis für S*wä quiescens 
steht (als Nachschlag zu dem vorhergehenden kurzen Vocal), z. B. 
nta£ er wird stehen (für nb^), dag. Plur.: ^W^jaäm'dü f. na??, 
ebenso *D)pn!J neheph e khü f. IDBFü sie haben sich gewendet, $\bya pö*öl e khä 
dein Werk. Vgl. §. 26, 3, e. Abzutheilen ist jaä-m*dü und das 
zweite ä ganz so zu beurtheilen, wie das TlüHs-Pdthäch inW u. s. w. 

4. Am Ende des Wortes kommen Sylben vor, die mit zwei 
Consonanten schliessen (§. 10, 3. §. 26, 7), jedoch nur wenn der 
letzte derselben ein emphatischer Laut (tD, p) oder eine Tenuis ist 
(namentlich a, 'n, *J, fi 1 ), z. B. tpte? (er weiche ab), £t$** (und er 
tränkte), rflfcM* (du fem. hast gesagt), jfijj (und er weinte), TV;i 
(und er herrsche), aflM (und er nahm gefangen). Zur Vermeidung 
dieser härteren Lautverbindung wird jedoch gewöhnlich zwischen 
den beiden letzten Consonanten ein Hülfsvocal gesprochen, und 
zwar meist S'göl, bei Gutturalen 2 Päthäch, nach i Chireq, z. B. b}*>1 



r — 



i Mit schliessendem 5) findet sich nur £)Ö1ft Spr. 30, 6 (in mehreren Hdschrr. 
und Ausgg. steht incorrect p) ohne Däges). 

2 Nur der schwächste Guttural, K, hat S*göl als Hülfsvocal vor sich, z. B. K^Ö 
onager, NW junges Qrün. Anderwärts verliert K seinen Lautwerth gänzlich und 
wird nur noch orthographisch beibehalten; so in Kart Sünde, &Oa Thal (neben ^ä), 
Kitt* Eitles (Hi. 15, 31 r«M. IttJ). 



74 Elementarl. 2. Cap. Eigenth. u. Ver&nd. d. Laute. 

und er offenbarte, für byn; yfi er mehre sich, f. an 1 *; tfip f . tft)? 
Heiligthum; bn5 f. bn? JtocÄ; nn!5tt f. nribti du hast geschickt; if% 
Haus, f. rvä. Diese Hülfs-Yocale haben selbstverständlich nie den 
Ton und werden vor Bildungszusätzen sogleich zu dem urspr. S*rvd 
verflüchtigt, z. B. nrpä nach Hause, *»tp*Tg m«n Heiligthum. 

5. Ueber das Hervortreten eines vollen Vocals an Stelle eines 
blossen S*wd durch den Einfluss der Pausa 8. §. 29, 4. 

§. 29. 

Vom Tone, dessen Veränderungen und der Pausa. 

1. Der Hauptton der Wörter ruht nach der masoretischen 
Accentuation (vergl. §. 15, 2) meist auf der letzten Sylbe*, z. B. 
bü£, *qß; ro*!, D'nan, Dfebtsg, *bp£, fmp (nach den 5 letzteren 
Beispielen also auch auf Bildungszusätzen zu dem Wortstamm, 
seltener auf der vorletzten, wie in nW5 Nacht, IjbttjJ, *ÖÖ, TOJJ. 

Eine Art Nebenton oder ein Gegendruck gegen den Hauptton 
wird durch Metheg bezeichnet (§. 16, 2). Wörter, welche durch 
Maqqeph eng mit einem folgenden verbunden sind (§. 16, 1), können 
höchstens einen Nebenton haben. 

2. Der ursprüngliche Ton eines Wortes ändert sich jedoch 
häufig theils in Folge von Wandelungen, die mit dem Worte selbst 
vorgehen, theils in Folge enger Verbindung mit anderen Wörtern. 
Wächst das Wort hinten, so rückt der Ton je nach der Länge des 
Zusatzes um eine oder zwei Stellen nach hinten (descendit) : *Wj 
Wort, Plur. ffnOT, Dä'nitt eure Worte; trfp Heüigthum, Plur. D^TD'Tjj; 
nbttg , mit Suffix Vinb'pp. Ueber die damit zusammenhängenden 
Vocalveränderungen s. §. 27, 1. 3. 



1 In dieser Form (§. 65, 2) ist selbst das D&gei lene im Schluss-Töte trotz des 
vorhergehenden Vocals geblieben, zum Beweise, dass das Hvlfs-Päthäch gar nicht als 
voUwerthiger Vocal, sondern nur als orthographische Andeutung eines äusserst flüch- 
tigen Lautes zum Behuf der richtigen Aussprache zu betrachten ist. Sonach wird 
ftftjb^ sumsisti auch in der Aussprache zu unterscheidenfsein von rt?&? ad sumendum. 
Ganz irrig ist die früher von Manchen vertheidigte Aussprache dieser Formen, wie 
säldächt u. 8. w. (auf Grund falscher Zusammenstellung des Külfs-PätJiäch mit dem 
sog. Päthäch furtivum vor einer! Gutturalis am Wortende). Analog dein W^Stj ist 
W; jichäd (von ttTTi, 8. §. 75, Anm. 3, d). 

3 Gegen die Accente betonen jetzt die deutschen und polnischen Juden meist 
die Paenultima (nach aramäischer Art), z. B. K"JS rvÖR^ä btrSsis böro. 



§• 29. Vom Tone, dessen Veränderungen u. d. Pausa. 75 

3. Umgekehrt tritt der ursprüngliche Ton auch von der letzten 
Sylbe auf die vorletzte zurück (ascendit), 

a) in zahlreichen Formen des Imperfects, wenn das sogen. Wäw 
consecutivum (*5 s. §. 49, 2) vor dieselben tritt, z. B. Tbfch er 
wird sagen, Tafcftl und er sagte; iffr er wird gehen, *jb*5 und 
er ging. 

b) aus rhythmischen Gründen, bei enger Verbindung eines hinten- 
betonten Wortes mit einem einsylbigen oder vornbetonten, um 
das Zusammenstdssen zweier Tonsylben zu vermeiden 1 . Diese 
rhythmische Zurückwerfung des Tons (tihst äiöj rückweichend 
bei den jüdischen Grammatikern genannt) ist jedoch an die 
Bedingung geknüpft, dass die Paenultima, die nun den Ton 
aufnimmt, eine offene Sylbe (mit langem Vocal) ist, während 
die enttonte Ultima entweder eine offene Sylbe mit langem 
Vocal oder eine geschlossene mit kurzem Vocal sein muss. 
Nur §erS kann sich in enttonter geschlossener Ultima halten, 
wird aber dann in correcten Ausgaben mit einem retardirenden 
Metheg versehen, um die Aussprache als S e göl zu verhüten, 
z. B. "pg toA Num. 24, 22. Anderwärts erfolgt die Verkürzung 
zu S e göl wirklich, wie in D?B Dbih der den Ambos schlägt Jes. 
41, 7 für D?B D?in; andere Beispiele für diese Zurückwerfung 
des Tones: IM. 1, 5. 3, 19. 4, 17. Hiob 3, 3. 22, 28. Ps. 5, 11. 

c) durch die Pausa, s. No. 4. 

Ein anderes Mittel, das Zusammenstossen zweier Tonsylben (Ut. b) zu ver- 
meiden, ist die Verbindung durch Maqqeph, z. B. &^~aPD*1 und er schrieb da- 
selbst Jos. 8, 32, wobei das erste Wort den Ton ganz verliert. 

4. Sehr wesentliche Ton- und Vocal-Veränderungen werden 
durch die Pausa bewirkt. So nennt man die starke Betonung der 
Tonsylbe in dem Schlussworte eines Satzes (Verses) oder Satz- 
abschnittes, die mit einem grossen accentus distinctivus bezeichnet 
ist (Sillüq/Athnäch; ausserdem' Öle w'jöred in der j)o'et. Accentuation); 
abgesehen von diesen Hauptpausen finden sich jedoch nicht selten 
pausale Veränderungen auch bei kleineren distinctivis (bes. bei 
Zäqeph qäfön, B e M"', Päzer, selbst bei pphchä u. s. w. 2 ). Wenn nämlich 

* Auch die bebr. Prosa schreitet nach der Accentuation in einer Art von jambi- 
schem Rhythmus fort: dass man diesen bei der Tonbezeichnung mit Bewusstsein 
erstrebt hat, lässt sich namentlich aus der Setzung des MHhig erkennen. 

* Die Annahme OUhausen's u. a., dass die Erscheinungen der Pausa lediglich 
auf liturgische Bücksichten zurückzuführen seien, nämlich auf die „bequeme Ent- 



76 Elementarl. 2. Cap. Eigenth. u. Veränd. d. Laute. 

ä) die Tonsylbe an sich einen kurzen Vocal hat, so wird derselbe 
in Pausa tonlang, z. B. bttjp, bljjj (kä{ät)\ D^jb, D^tt; Ijbbg, fcbttjj; 
auch das zu S € göl umgelautete ä wird in Pausa gewöhnlich zu 
ä, z. B. 'TOjb (Grdf. qä§r), *rtjjg 2 Kön. 11, 14; «pk, TT'IK Jer. 
22, 29. — W wird in P. zu W. 

Bisweilen wird jedoch das helle, schärfere ä in Pausa absichtlich beibehalten, 
bes. wenn der Schlussconsonant Dägei f. implicitum hat, der Vocal also 
eigentlich geschärft ist, z. B. Tä Jes. 8, 1 al.; 'doch auch anderwärts, z. B. 15 
1 Mos. 49, 27. 

b) Wenn ein voller Vocal in betonter Endsylbe vor einem Bildungs- 
zusatz enttont und zu S*wä verflüchtigt war, so wird er in 
Pausa als Tonvocal restituirt und — wenn er ein kurzer war — 
verlängert, z. B. bb)j, femin. nbpjj (qäfla), in Pausa itbtjg (qä\älä) ; 

wa6($Lmfü) ft.'vwä (vom Sing, yatS); nabtt, w6tt; Aojy;, *ibb{^. 

(£m#. bog 1 * 1 ). In Segolatformen, wie ^nb, ^fi (Grundf. ^nb, 
^b) kehrt das ursprüngliche ä wenigstens als betontes S'gdl 
wieder, also ^rfJ, 'nife; ursprüngl. 2 als £, z. B. ^xn, Jtawsa ^xn; 
urspr. d (u) als o, z. B. ibn (Grundf. *>bn), Pöns« ^btf. Analog 
den Formen, wie *>n5 u. s. w., wird aus den verkürzten Imper- 
fectis *>m und im in JPat/sö inS in* (denn in den vollen Formen 
rPST er wird sein und rplT er wird leben ist das CMreq aus 
urspr. a verdünnt). Noch gehört hierher D?TÖ Nacken, P. DDt£ 
(Grundf. tpTö) und das Pronomen 15» «cA, P. 13», sowie die Re- 
stituirung des urspr. ä als £ vor dem Suffix S|— tft/, dich, z. B. 
^l^ dem Wort, P. ^yi; ^fctr;, P. ^tttf; (dagegen wird nach 
den Praepositionen a, b, Ina \(ty&) aus Sp, *|b, r|nfc in P.: *JS, 

c) Dieselbe Neigung, den Ton in Pausa auf Paenultima zurück- 
zuziehen, zeigt sich ausserdem in Fällen, wie *6bB ich, P. iDblj; 
HfiÄ tfu, W)B; T\V& nun, Wtf; und sonst vereinzelt, wie in *ibib 
Ps."37, 20 für «fo; 1*5 Hio'b 6, 3 für «üb (von TV)). 

Von anderweitigen Einflüssen der Pausa sind noch anzufahren: 1) der 
Uehergang eines (aus 1 gedehnten) e in das hellere ä (s. o. Anm. zu lit. a), 



wickeltmg der musikalischen Geltung der Schlussaccente durch vollere Formen" beim 
gottesdienstlichen Vortrag, scheitert an der Thatsache, dass sich ähnliche Erscheinungen 
noch in der heutigen arabischen Yulgärsprache beobachten lassen, wo sie nur auf 
allgemein gültigen rhythmischen Gründen beruhen können. 

1 Zuweilen wird eine solche Pausalsylbe noch durch die Verdoppelung des folgen- 
den Oonsonanten verstärkt, s. §. 20, 2, c« 



§. 29. Vom Tone, dessen Veränderungen u. d. Pausa. 77 

z. B. tnn für tnn Je». 18, 5; teg Jes. 33, 9; TOl 1 M. 17, 14 u. 8. w., meist 
vor Liquida oder Zischlaut (doch auch 3tt?h Jes. 42, 22, und ausser der Pausa 
inn Klagel. 3, 48). Ebenso lautet die Pausa von t]Wj (verkürzt aus ^5;) ^5*3; 
vergl. Klagel. 3, 1 ^5'^ ; Eicht. 19, 20 "jbn für ^n. 2) der Uebergang von ä in e 
in der Ultima; so stets in der Formel: vy &V*^ tf 01 **?) * mmer un ^ ewig. 
3) das^attöafe Qämls der Eithpd el-iormen (für ^erä), z. B. *r$WJ Hi. 18, 8 
für T^rP. 4) die Bestituirung eines zu S e wä verflüchtigten Vocals als Vorton- 
vocal bes. vor der Pausalsylbe, z. B. fn^y\ Hi. 21, 11 für ^^Jf?J. 5) Die 
Bestituirung eines vom Ende des Stammes abgeworfenen Jod sammt dem vor- 
angehenden Vocal, z. B. sp|a, *nr« Jes. 21, 12 (für WS, «mg; letzteres jedoch 
auch ausser der Pausa Jes. 56, 9. 12); vergl. Hi. 12, 6 und dieselbe Erschei- 
nung sogar in dem Worte vor der Pausa 5 M. 32, 37; Jes. 21, 12. 



ZWEITER HAÜPTTHEIL. 



, FORMENLEHRE 

ODER 

VON DEN REDETHEILEN. 



§. 30. 

Von den Wortstämmen und Wurzeln. Bilitera, Trilitera, 

Quadrilitera. 

1. Die Wortstämme der hebräischen wie der übrigen semitischen 
Sprachen haben die Eigentümlichkeit, dass sie weitaus der Mehr- 
zahl nach aus drei Consonanten bestehen» An diesen letzteren haftet 
zugleich wesentlich die Bedeutung, während die wechselnden Vocale 
mehr zum Ausdruck der verschiedenen Modificationen des Begriffs 
dienen; z. B. pw er war tief, pb* tief, pfcfr Tiefe, p£? Tiefland, 
Ebene. Ein solcher Wortstamm kann an sich ebensowohl als 
Verbal- wie als Nominalform auftreten, und gewöhnlich bietet die 
Sprache beide neben einander dar, z. B. ^T er hat gesäet, yij 
Saat; D?n er war weise, DDn ein Weiser. Aus praktischen Gründen 
ist es jedoch von Alters her üblich, dass man die dritte Singular- 
Person des Perfect, als eine der einfachsten, durch keinerlei 
Bildungszusätze vermehrten Verbalformen, als Wortstamm aufstellt 
und ihr nicht nur die übrigen Bildungen des Verbi selbst, sondern 
auch die Nominalformen und damit zugleich die vom Nomen aus- 
gehende Mehrzahl der Partikeln anreiht und gewissermaassen von 
ihr herleitet; z. B. p 1 !* er war gerecht, pit Gerechtigkeit, p^a 
gerecht u. s. w. Zuweilen bietet der uns überlieferte Sprach- 
vorrath neben dem Verbalstamm keine ihm entsprechende Nominal- 
form dar, z. B. bpo steinigen, pTX: brüllen; und umgekehrt fehlt 
zu einem vorhandenen Nomen bisweilen das entsprechende Verbum, 
so z. B. zu pk Stein, 2tä Süden. Da sich jedoch die dem Hebräi- 
schen jetzt fehlenden Nominal- oder Verbalstämme meist in einem 



§. 30. Von den Wortstämmen und Wurzeln. 79 

oder mehreren der übrigen semitischen Dialekte vorfinden, so wird 
in der Regel anzunehmen sein, dass sie auch das Hebräische als 
lebende Sprache noch besessen hat. (So existirt zu flÄ im Arab. 
der Yerbalstamm y äUnä, dick, hart werden; zu 2*2 im Aram. das 
Verbum n'gdb, trocken, dürr sein). 

Anm. 1. Die jüdischen Grammatiker nennen den Wortstamm, namentlich 
die 3. Person Sing, im Perfect, Wurzel ttNb. In Folge dessen wurde bei den 
christlichen Grammatikern die Bezeichnung des Stammes als Radix, sowie die 
der drei Stamm -Consonanten als literae radicales üblich, im Gegensatz zu 
den literae serviles oder Bildungsbuchstaben, üeber die richtige Anwendung des 
Begriffs Wurzel s. No. 2. 

2. Einige Etymologen haben die drei Stamm-Consonanten in dem Sinn als 
Wurzel bezeichnet , dass sie — vocaUos und unaussprechbar gedacht — die 
gemeinsame Grundlage für den daraus entwickelten Verbal- und Nominal- 
stamm reprasentire , wie im Pflanzenreiche (welchem der bildliche Ausdruck 
entlehnt ist) die Stamme aus der unsichtbaren Wurzel hervorgehen. Z. B. 

Wurzel : "]ba (noch indifferenter Begriff des Herrschen*) 

. -L: > 

Yerbalstamm: T)^9 er hat geherrscht. Nominalstamm: ?)ba König. 

Allerdings kann die tiefere wissenschaftliche Sprachforschung einer solchen 
Abstraction, wie die Annahme unaussprechbarer, ihrer Bedeutung nach in- 
differenter Wurzeln, nicht entbehren; für den historischen Bestand der Sprache 
ist dieselbe jedoch ohne Belang. Hierzu kommt, dass der Name Wurzel in 
der allgemein von den Linguisten recipirten Bedeutung nicht auf die drei- 
lautigen semitischen Wortstämme übertragen werden kann (s. No. 2). 

3. Die 3.Pers. Sing. Perf., die man nach Obigem lexicalisch und grammatisch 
als Grundform aufzuführen pflegt, stellt sich jetzt im Hebräischen herrschend 
als zweisylbige Bildung dar; z. B. iö£. Bei Stämmen mit einem schwachen 
Buchstaben (V) als mittlerem Stammconsonanten, entsteht erst durch Contraction 
eine einsylbige Bildung (D£ aus ttf£); ebenso in der Begel bei Stämmen, deren 
2. und 3. Stammconsonant identisch ist, z. B. 1$ neben *nx. Jene zweisylbigen 
formen sind jedoch ohne Zweifel erst durch Abwerfung des Endvocals aus 
dreisylbigen entstanden, z. B. bü£ aus qätälä (so noch im Arab.); D£ (D3£) 
aus qävämä (arab. noch qämä). 

2. Das Gesetz des dreibuchstdbigen Stammes ist, wie in den 
semitischen Sprachen überhaupt, so auch in der hebr. Verbal- und 
Nominalbildung in solchem Grade herrschend, dass die Sprache 
bisweilen zu künstlichen Mitteln gegriffen hat, um bei einsylbig 
gewordenen Stämmen doch den Schein der Dreibuchstabigkeit zu 
retten (z. B. DT; für DT im Imperf. Qal der Verba tf$). Auch 
solche Nomina, wie itf Vater, DK Mutter, T\H Bruder, die man früher 
für ursprünglich einsylbige Bildungen (sogen. Nomina primitiva) 
erklärte, erweisen sich schon durch ihre Flexion als Verstumme- 



80 2. Hauptth. Formenl. oder von den Red et heilen. 

hingen dreilautiger Stämme, wenn auch bisher det Nachweis des 
entsprechenden Verbalstamms noch nicht bei allen gelungen ist. 

Anderseits weist in der That eine grosse Zahl von jetzt tritt- 
teralen Stämmen auf eine Uliterale Grundlage zurück, und eine 
solche kann dann mit Recht als eine Wurzel (radix primaria, bitt- 
teralis) bezeichnet werden, da sie in der Regel für mehrere triliterale 
Modifikationen desselben Grundbegriffs den Ausgangspunkt bildet. 
An sich unaussprechbar, pflegen solche 'Wurzeln mit einem ä 
zwischen den beiden Consonanten gesprochen, in der Schrift aber 
durch das Zeichen V dargestellt zu werden, z. B. l^o als Wurzel 
von *n3, rn|, TD, ^Dtf. Die Reducirung eines Stammes auf die 
zu Grunde liegende Wurzel ist besonders da in den meisten Fällen 
mit Sicherheit zu vollziehen, wo der Stamm neben zwei starken 
Consonanten einen schwachen aufzeigt oder den zweiten Con- 
sonanten nochmals als dritten wiederholt. So gehen z. B. die 
Stämme •p'j, -p*!, KOT, HD^ sämmtlich auf den Begriff stossen, zer- 
stossen zurück. Als gemeinsame Wurzel ergeben sich deutlich 
die beiden starken Consonanten yj (dak). Sehr häufig beruht 
jedoch die Erweiterung der Wurzel zum Stamme auch auf der 
Hinzufügung eines starken Consonanten; und zwar scheinen als 
Zusatzbuchstaben Zischlaute, Liquidae und Gutturalen zu über- 
wiegen. Weitere Modifikationen derselben Urrvurzel erfolgen 
endlich dadurch, dass sowohl die Wurzelconsonanten, als der Zu- 
satzbuchstab nach den Gesetzen des Lautwechsels in einen ver- 
wandten Laut übergehen (s. u. die Beispiele) ; in der Regel ist mit 
einem solchen Lautwechsel zugleich eine Nüancirung der Be- 
deutung verbunden. 

Beispiele: Von der Wtfrzel "j^p, welche (ohne Zweifel onomatopoetisch oder 
schallnachahmend) den Grundbegriff des Abhauens, Zerschneidens darstellt, 
gehen zunächst aus: ysp und rrcfcp abhauen, abschneiden; letzteres auch über- 
tragen: entscheiden, richten (davon *p2S£ arab. qädi Bichter); ferner Sü£ ab- 
schneiden, scheeren, t)2Cg reissen , brechen , 2tt£ einschneiden, l$]r abschneiden, 
mähen. Mit weicherem Zischlaut top, Dp, wovon öb£ abschneiden , tötüp und 
Hto£ abschälen, abreiben; und mit Zungenlaut statt des Zischlautes Bp und 
1p, wovon SO£ zerschneiden, verderben, bojj niederhauen, tödten, t)ü£ abreissen, 
abpflücken, T?£ zerschneiden, spalten. Vorn erweicht lautet dieselbe Wurzel 
öS, wovon TO| abschneiden und DÖS abscheeren; DM syr. schlachten (opfern), 
tödten. Mit stärkster Erweichung zu w und *W: tja abschneiden, scheeren; 
ma Steine behauen, na, bta, Sta, bta, ita abhauen, abschneiden, abreissen, ab- 
fressen; desgl. Tia einschneiden, Tft abhauen; vgl. auch ITia, Cfta, *Ha. Hieran 
schliessen sicji endlich noch als verwandter Kreis diejenigen Stämme, welche 
statt der Palatalis mit einer Outturalis (fi) anlauten, als: Till spalten, schneiden 



§. 30. Von den Wortstammen und Wurzeln. 81 

(vergl. auch bin, pm, *Mft, tthn und weiter Wh, y%n, nm, tm, Söh, DöH, 6)On, 

ibh, döt», cpn, nsn, ran, *pm, wi im Wörterb. 8. Aufl.). 

Die Wurzel DM drückt den Laut des Summens, Brummens, der mit ge- 
schlossenem Munde hervorgebrachten Töne aus (fi.610), davon Ü3ft, Wn, frort, 
öhj (däW), arab. drroh (hamhama) brummen, summen, knurren u. s. w. 

Als Erweiterungen der Wurzel 3*1 vergl. die Stämme T? 1 }, b?"j, D3H, SS 1 }, pyj, 
tkH. Nicht minder zahlreich sind auch die Erweiterungen der Wurzel *D 
(1B, bfi) u. a. m. 

Bei näherer Betrachtung dieses Gegenstandes ergeben sich folgende Be- 
obachtungen: 

a) Jene Wurzeln sind zunächst nur eine Äbstraction aus den wirklich ge- 
bräuchlichen Wortstämmen und für sich selbst nicht im Gebrauch. Sie 
repräsentiren vielmehr nur die verborgenen Keime (semina) der in der 
Sprache zu Tage tretenden Wortstämme. Doch haben die letzteren bis- 
weilen durch Contraction eine so kurze Form gewonnen, dass sie eben nur 
die Wurzelelemente darstellen , wie z. B. DP) vollendet sein, bp leicht. Die 
Ermittelung der Wurzel und ihrer Bedeutung ist lexicalisch von höchster 
Wichtigkeit. Eine ganz andere und vielumstrittene Frage ist es jedoch, ob 
es je eine Entwickelungsstufe der semitischen Sprachen gegeben hat, wo 
lediglich biliterale Wurzeln, sei es in starrer Isolirung oder bereits in Ver- 
bindung mit Flexionszusätzen, zur Gedankenmittheilung dienten. Man 
müsste dann annehmen, dass sich die Sprache anfangs mit äusserst wenigen 
Grundbegriffen beholfen und dieselben erst allmählich zum Behuf feinerer 
Nuancirungen mit vermehrten Lauten dargestellt hätte. Jedenfalls würde 
dieser Umbildungsprocess in eine Sprachperiode fallen, die sich gänzlich 
unserer Beurtheilung entzieht. Höchstens die allmähliche Vermehrung der 
Stämme durch das Mittel des Lautwechsels (s. u.) lässt sich geschichtlich 
nachweisen. 

b) Viele von diesen einsylbigen Wurzeln sind deutlich schallnachahmend, und 
fallen zuweilen mit gleichbedeutenden Wurzeln des indo- germanischen 
Sprachstammes (§. 1, 4) zusammen. Von anderen Wurzeln wird ausdrück- 
lich bezeugt, dass sie dem semitischen Sprachbewusstsein als Onomatopoetica 
gelten, während das indogermanische Sprachgefühl keine Schallnachahmung 
in ihnen zu erblicken vermag. 

c) Die Stämme mit härteren, stärkeren Consonanten sind im Allgemeinen 
(§. 6, 4, Anm.) als die älteren zu betrachten, während, eine Reihe jüngerer 
Stämme erst durch Consonanten-Erweichung aus jenen entstanden sein mag; 
vergl. -ITB und *it3, ph* und pMiö, p3tt und p$t, yb$ und tte (t&3), PP"> und 
Tp"% sowie die fast durchgängige Erweichung von anlautendem 1 zu \ Ander- 
wärts ist jedoch erst spät der härtere Stamm aus dem Aramäischen auf- 
genommen worden (z. B. MSB, hebr. rtSn). In vielen Fällen endlich mögen 
von Haus aus die härteren und weicheren Stämme neben einander bestanden 
haben, indem so nicht selten durch eine Art Lautmalerei die emphatische 
Handlung von der minder emphatischen unterschieden wird ; s. o. yxp ab- 
hauen, TW scheeren u. s. w. 

d) Bei der Verbindung zweier Consonanten zu einer Wurzel tritt in der Begel 
der emphatische Laut zu dem emphatischen, der mittelharte zum mittel- 

Gesenius, hebr. Grammatik. XXII. Aufl. 6 



82 2. Hauptth. Formenl. oder von den ßedetheilen. 

harten, der weiche zum weichen Laut, z. B. yp, öp, 05, W, *tt (nie fS, pn, 
öä, Öä, tp). Innerhalb der (triliteralen) Stämme sind der erste und zweite 
Consonant niemals identisch ; die scheinbaren Ausnahmen beruhen auf Be- 
duplication der "Wurzel, z. B. im, arab. RIKI, oder andern Gründen, vergl. 
z. B. ftaa im WB. Der erste und dritte Consonant können nur bei den 
sogen, hohlen Stämmen (mit mittlerem 1 od. i) identisch sein, z. B. *p, "p2S. 
Sehr häufig ist dagegen die Identität des 2. und 3. Stammconsonanten (§. 67). 1 

e) Die unter föt. c) erwähnte Erweichung ist zuweilen so stark, dass namentlich 
l t n, r, besonders als mittlere Stammconsonanten, geradezu in einen Vocal 
übergehen, z. B. ybü, |«i« (vgl. Ö3K) drängen, pressen; t)i*, C|W; DWi f. 
"5*1-!, awb aus SEiS. Vgl. salvare, sauver; calidus, ital. coWo, in Neapel 
caudo, franz. chaud; falsus ital. /afeo, in Calabrien fauzu, franz. /awa?, und 
die Aussprache des Englischen talk, walk. 

f) Die Fälle , in denen die Zurückführung des dreilautigen Stammes auf eine 
biliterale Wurzel nicht mit Sicherheit vollzogen werden kann, mögen z. Th. 
auf einer Composition zweier "Wurzeln beruhen, indem erst auf diesem Wege 
ein entsprechender Ausdruck für einen complicirteren Begriff geschaffen wurde. 

3. Einer secundären Sprachbildung gehören die Wortstämme 
von vier, oder sogar (beim Nomen) von fünf Consonanten an. 2 
Dieselben beruhen auf einer Erweiterung dreilautiger Stämme: 
a) durch Hinzufügung eines vierten Stammconsonanten; &)in einigen 
Fällen wahrscheinlich durch Composition und Verschmelzung zweier 
dreiconsonantiger Stämme, wodurch dann selbst Quinquelitera zum 
Vorschein kommen. Stammbildungen, welche durch blosse Wieder- 
holung des einen oder zweier der drei ursprünglichen Stamm- 
consonanten entstanden sind, z. B. SjDpp von *pö; ^ltilTO von ^riD 
pflegt man nicht zu den Quadriliteris , sondern zu den sogen. Con- 
jugationsformen zu rechnen (§. 55), ebenso die wenigen Wörter, 
die durch Yorsetzung von tD gebildet sind, wie Minbti Flamme von 
inb, aram. Conj. Sapliel ürt?tD. 

Zu lit, a. Zwischen den ersten und zweiten Badical finden sich besonders 
r und l eingeschoben, z.B. ÖÖ3, öblÄ abfressen; D^SHtt) = MIO Scepter (diese 

* • • • • 

Insertion eines r ist bes. im Syrischen häufig); MKpT Oluth von fcßt glühen. 
Vergl. aram. ijpS , wälzen, als Erweiterung von bä? (Conjug. Pdel, entspr. 
dem hebr. Fi el). Im Lat. entspricht die Erweiterung von fid, seid, tud, jug 
zu findo, scindo, tundo, jungo. — Am Ende findet sich besonders die Er- 
weiterung durch iund ), z. B. )1*to Axt, ia^S Fruchtland (von D'nS), iätta 
Blüthenkelch (S^nä Kelch). 

* Consonanten, welche in den Wurzeln und Stämmen nicht neben einander vor- 
kommen, heissen incompatibiles. Hierher gehören insbesondere die Consonanten der- 
selben Lautklasse, wie M, py, p5, Ü*l, öty C|S f tp, ^t, Öt, pt, öS, 5>X, SH u . s. w. 
sammt den Umkehrungen. 

2 Im Hebr. sind dieselben verhältnissmässig selten, zahlreicher in den übrigen 
semitischen Sprachen, bes. im Aethiopischen. 



§. 31. Vom grammatischen Formenbau. 83 

Zu lit. b. So sind höchstwahrscheinlich componirt WES Frosch* thtsn 
Herbstzeitlose u. a., obschon sämmtlich unsicherer Erklärung. Manche Wörter 
dieser Art, die man früher aus dem hehr. Wortvorrath zu erklären versuchte, 
haben sich nachträglich als Lehnwörter (§. 1, No. 4) erwiesen und fallen da- 
mit natürlich ausser Betracht. 

4. Eine besondere Classe von Bildungen sind gegenüber den 
vollentwickelten drei- und vierconsonantigen Stämmen: a) die Inter- 
jectionen (§. 105), welche als unmittelbare Nachahmung von Natur- 
lauten ausserhalb der sonstigen Bildungsgesetze stehen; b) die 
Pronomina. Ob diese als verstümmelte Beste bereits entwickelter 
Wortstämme zu betrachten seien, oder als Denkmale einer Sprach- 
periode, in welcher die Bildung der Stämme noch nach anderen 
Gesetzen erfolgte, muss dahingestellt bleiben. Jedenfalls er- 
fordert ihre vielfach eigenthümliche Bildungsweise 1 eine gesonderte 
Behandlung (§. 32 ff.). Dagegen sind alle anderen sogen. Partikeln 
(Adverbia, Präpositionen, Gonjunctionen) im Hebräischen aus voll- 
entwickelten Nominalstämmen hervorgegangen, wenn auch bei 
einigen derselben die zu Grunde liegende Form in Folge äusserster 
Verkürzung nicht mehr erkennbar ist. S. §. 99 ff. 

§. 31. 

Vom grammatischen Formenbau. 

1. Für die Bildung der Redetheile aus den Stammformen (Wort- 
bildung) und für die Flexion der ersteren giebt es einen doppelten 
Weg: a) die innere Ausbildung der Stammformen besonders durch 
Vocalwechsel, und V) die äussere durch vorn oder hinten an- 
gefügte Bildungssylben. Dagegen gehört die Daf Stellung grammati- 
scher Verhältnisse vermittelst Umschreibung durch gesonderte 
Wörter (z. B. des Comparativ und eines Theils der Casusverhält- 
nisse im Hebr.) nicht der Formenlehre, sondern der Syntax an. 

Die unter b) genannte äussere Bildung durch Agglutination von Bildungs- 
sylben, wie sie sich z. B. im Aegyptischen findet, scheint im Allgemeinen die 
ältere zu sein. Doch haben sich andere Sprachstämme, unter ihnen vorzugs- 
weise der Semitische, daneben sehr früh auch der innern Ausbildung zu- 
gewandt und darin zur Zeit ihrer Jugendkraft einen lebendigen Bildungstrieb 
entwickelt; die. zunehmende Erschlaffung desselben in den späteren Sprach- 



i Vgl. Hupfeld, System der semit. Demonstrativbildung und der damit zusammen- 
hängenden Pronominal- und Partikelnbildung, in der Zeitschr. für die Kunde des 
Morgen!. Bd. II. S. 124 ff. 427 ff. 



84 2. Hauptth. Formenlehre. 1. Oap. Vom Pronomen. 

epochen machte mehr und mehr den Gebrauch syntaktischer Umschreibungen 
nöthig. Denselben Gang hat z. B. auch das Griechische (mit Einschluss des 
Neugriechischen) und das Lateinische in seinen romanischen Verzweigungen 
genommen. 

2. Im Hebräischen bestehen beide Bildungsweisen neben ein- 
ander. Die innere Bildung durch Vocalwechsel ist eine ziemlich 
manigfaltige (bttjj, büp, Vttjj; bt?J?, btöp u. s. w.): zu ihr gesellt 
sich in zahlreichen Fällen zugleich die äussere Bildung (blöprin, 
bitDjjfy ^)?? u - 8 » w 0? un ^ selbst diese Bildungszusätze unterliegen 
z. Th. wieder der inneren Umbildung, z. B. btajrtl, btöptin« An- 
fügung von Bildungssylben findet, wie fast in allen Sprachen, 
besonders bei der Bildung der Personen des Verbi statt, und zwar 
ist hier die Bedeutung der angefügten Sylben meist noch voll- 
kommen deutlich (s. §. 44. 47); ausserdem zum Behuf der Unter- 
scheidung des Genus und Numerus im Verb um und Nomen. >Von 
Casusendungen haben sich dagegen im Hebräischen nur noch 
kümmerliche Reste erhalten (s. §. 90). 



ERSTES CAPITEL. 

VOM PRONOMEN. 



§. 32. 

Vom Personalpronomen, Pronomen separatum. 

1. Das Personalpronomen gehört (wie das Pronomen über- 
haupt) zu den ursprünglichsten und einfachsten Bestandteilen 
der Sprache (§. 30, 4). Es ist vor dem Verbum zu behandeln, weil 
es bei der Flexion desselben eine wichtige Bolle spielt (§. 44. 47). 

2. Die selbständigen Hauptformen des Personalpronomens, 
welche (wie im Griechischen und Lateinischen) fast nur zur Hervor- 
hebung des Subjects- Nominativs dienen (doch vergl. §. 121, 3), 
sind folgende: 

Sing. 1. COmm. ^Dbtf, in Pausa ^»; 
Und ^tf , in Pausa ^K, ich. 

Im. nn« (ng) , in p. ntj«, 
auch rmk } du. 

f. tttf(^^eig.^ntf)inP.r\tf 



{m. tflH er. 
f. *On sie. 



Flur. 1/ comm. Wßtf, in P. wnf«, 
GDrt in P. w5), OD«) wir. 

2 Im. ans • 1 

' [f. n3ig«(n?n»; , }p\«, , jr!K)J 

3 >.an(^n),nan | ^ 

(/. njn, nachPräf . auch "Jh, inj 



§. 32. Vom Personalpronomen. 85 

Die in Parenthese stehenden Formen sind die seltener vorkommenden« 
Eine Zusammenstellung dieser Pronomina mit den abgekürzten Formen (Pro- 
nomina suffixa) s. am Schluss der Gramm. Parad. A. 

Anmerkungen. 

I. Erste Person, 

1. Die Form ■Obfcj; ist minder häufig als die (wahrscheinlich aus ihr ver- 
kürzte) Form iJK. Jene findet sich im Phönic, Moabit, und Assyrischen, sonst 
in keiner der verwandten Sprachen 1 , von dieser gehen die Suffixa (§. 33) 
aus. Im Pentateuch herrscht ^btt vor, fehlt dagegen ganz in einigen der 
spätesten Bücher (vergl. das W.-B.), sowie fast ganz im Talmud. Das Ö beruht 
wahrsch. auf Trübung eines ursprüngl. a (vergl. aram. fcO», arab. 'äna» 

2. Die Pluralbildung hat bei dieser und den folgenden Personen zwar eine 
gewisse Analogie mit der Pluralbildung im Nomen, zeigt aber doch (wie auch 
im Pronomen anderer Sprachen) vieles Eigenthümliche und Abweichende. 
Die kurze Form ttK, an welche sich das Suffix ansohliesst, kommt nur Jer. 
42, 6 im KHMb vor, die Form ttn5 nur sechs Mal, z. B. 4 M. 32, 82 (1 M. 
42, 11 in P. Itftt); im Arab. ist nächnu die stehende Form. In der Mischna 
sind die längeren Formen völlig durch tt£ verdrängt. 

3. Nur in der 1. Person ist das Pronomen durchaus gen. comm., weil die 
gegenwärtige und redende Person für sich selbst nicht einer näheren Ge- 
schlechtsbezeichnung bedurfte, wie die angeredete zweite (im Griech., Lat., 
Deutschen fehlt sie auch hier) und noch mehr die abwesende dritte. 

n. Zweite Person. 

4. Die Formen der zweiten Person ftftK, FW, ÖPi& Jnjny; u. s. w. sind con- 
trahirt aus ntjj£ u. s. w. Die verwandten Sprachen haben noch das n vor 
dem n, z.B. arab. änta f. änti du, pl. äntum f. antünna ihr. Im Syr. schreibt 
man M& fem. TQg, spricht jedoch in beiden Fällen ai; im Westaram. ist das 
gewöhnliche FIJK für beide Geschlechter. 

FW (ohne h) kommt fünf Mal vor, z. B. Ps, 0, 4 und zwar immer als KHMb 
mit dem Q^t rtFiK. Da die Vocale des Textes dem Q e ri angehören (§. 17), 
so kann die Textlesart auch ft$ gelautet haben als Verkürzung von hFW 
nach aram. Weise (s. o.), wie denn FW wirklich an einigen Stellen als Masc. 
steht (4 M. 11, 15. 5 M. 5, 24. Ez. 28, 14). 

Die Femininform lautete ursprünglich *<RK, wie im Syr., Arab., Aethiop.; 
diese Form kommt sieben Mal als KHMb vor (z. B. Bicht. 17, 2. 1 Kön. 
14, 2) und zeigt sich auch in der entsprechenden Personalendung der Yerba 
(s. §. 44, Anm. 4), bes. (nbthwendig) vor Suffixen (^F\iö£ §. 59, 1, c). Das 
auslautende % wurde jedoch in der Aussprache allmählig aufgegeben (wie es 

1 Im Phönic. und Moabit. (Masa stein, Z. 1) wird "pK geschrieben, ohne die 
Endung **-t-, punisch anee (Plaut. Poen. 5, 1, 8) od. anech (5, 2,- 35) gesprochen. 
Vergl. Schröder, Phöniz. Sprache, S. 143. — Im Assyr. entspricht die Form anaku, 
im Altägypt. anek, kopt. anok, nok. 



] 



86 2. Hauptth. Formenlehre. 1. Gap. Vom Fronomen. 

nach Obigem auch im Syr. zuletzt nur noch geschrieben, nicht gesprochen 
wurde). In Folge dessen unterblieb schliesslich die Beifügung des i, daher 
die Masoreten auch an jenen sieben Stellen im Texte ^nx punctirt haben, 
als Hinweis auf das Q e rt PiM (s. §. 17). Dasselbe auslautende 1-7- zeigt sich in 
den seltenen Formen des Suffixi "o m , W-r- (§• 58 « 91). 

5. Die Pluralformen dflK und "jtnx fln») sind abgestumpft (vgl. §. 27, 
Anm. 4, b) aus D*IPW (arab. äntüm, aram. *ptn$, "Jltna^e) und 'pttK oder 'pPjK 
(arab. äntünnä, aram. ^PJK, 'pnag). Auf diesem Ursprung beruht es ohne 
Zweifel, dass die Suffixe der 2. Pers. Plur. Perfecti an die Endung ^IH (statt 
ÖH, in) angefügt werden. Uebrigens findet sich "jFjK (so ausdrücklich Qimchi; 
andere: *|XnH) nur Ezech. 34, 31; n$P)K (wofür in Codd. auch ftlTM) nur vier 
Mal: 1 M. 31, 6. Ez. 13, 11. 20. 34* 17 (13, 20 zugleich dnx für das Femin.). 

III. Dritte' Person. 

6. In fcOn und &on, gesprochen hü und M t scheint das K (entsprechend dem 
Elif der Wahrung im Arab., vergl. §. 23, 3, A. 3) nur als orthographischer 
Abschluss des auslautenden langen Vocals beigegeben, wie in fcttb, fc^pj u. s. w. — 
Doch ist die Schreibung mit K im Pron. separ. beständig 1 , und erst als ton- 
loses Suffixum (§. 33, 1) wird fc«n zu tfi, &W aber zu n. Im Arabischen 
schreibt man (wie im Syr.) in und ^n, spricht jedoch hüwä, hüä, hü& und 
hijä, Me*. Diese arab. Aussprache würde allerdings an sich nichts entschei- 
den, da der Yocalnachschlag auch durch die mehr consonan tische Aus- 
sprache des 1 und i erzeugt sein könnte; wohl aber lehrt das aethiop. tot tu 
für fettri, jeti für fcOn die Ursprünglichkeit des M als eines Hinweises auf den 
ursprünglich vocalischen Auslaut jder beiden Wörter (vergl. Nöldeke in der 
Ztschr. der DMG. Bd. XX, S. 459). 

Die Form 6Wn steht im Consonantentext (KHMb) des Pentateuch mit Aus- 
nahme von 11 Stellen zugleich für das Femin. fcOn. In allen Fällen dieser 
Art hat die Masora durch die Panctation Kin auf das Q e rt tWi (als sogen. 
Q. perpetuum, s. §. 17) hingewiesen. Die herrschende Erklärung erblickt in 
jener Erscheinung einen Archaismus (ähnlich dem epicoenen Gebrauch von 
1?3 für Knabe und Mädchen), der von den Masoreten mit Unrecht beseitigt 
worden sei. Diese Annahme erweist sich jedoch als unhaltbar, wenn man 
erwägt, 1) dass keine andere semitische Sprache die (ganz unentbehrliche) 
Unterscheidung der Geschlechter im Pron. separ der 3. Pers. aufgehoben 
hat; 2) dass sich diese Unterscheidung doch auch 11 Mal im Pentat. findet 
und zwar 1 Mos. 38, 25 Bin und fcon dicht nebeneinander; 8) dass sie ausser- 
halb des Pentateuch in den ältesten Texten durchgeführt ist, also an eine 
nachträgliche Wiederaufnahme des &W aus dem Aram. nicht gedacht werden 
kann; 4) dass die Theile des Buches Josua, welche zweifellos einen Bestand- 
teil von Quellenschriften des Pentateuch ausmachten, nichts von jenem 
epicoenen Gebrauch des fcWn wissen. Somit bleibt nur die Annahme, dass 
die Schreibung Min für fcOM auf einer orthogr. Eigentümlichkeit beruht, die 
bei irgend einer Becension des Pentateuchtextes (aber nur dieses Textes, denn 
1 Kön. 17, 15. Jes. 30, 33. Ps. 73, 16. Hi. 31, 11. Pred. 5, 8 sind die Aen- 



i In der Inschr. des K. Mesa s. §. 2, 2) sogar fetn für *ttn Z. 6. 



§. 33. Pronomen Suffixum. 87 

derungen der Masora unnöthig) fast consequent durchgeführt, nachmals aber 
von den Masoreten mit Recht beseitigt wurde. Alle Beachtung verdient die 
Vermuthung Levy% dass ursprünglich Krt für beide Formen geschrieben 
(s. u. Note 1 über den Mesa* stein), dieses aber ohne Bücksicht auf das Ge- 
schlecht fast überall zu Klft ergänzt worden sei. 

7. Die Pluralformen Drt (rrari) und MJh (nach Prae fixen •)$, 1*1) scheinen 
aus fcWtt und K*ft gebildet, wie DftK aus TO$. Im Arab., wo sie hüm, hünna 
lauten, ist der dunkle Yocal geblieben, der im Hebr. auch in den Suffix- 
Formen Dh und )n zu S e gol abgestumpft erscheint (vergl. §. 27, Anm. 4, b). 
Das rt — an hau und h.'h hat ohne Zweifel demonstrative Bedeutung. — Im 
Westaram. "pön, lan (p*h, "pr«), ßyr. Aen#n fenÄn), Arab. hümu (archaist. 
für hum) und Aethiop. tötnü findet sich ein d f ü angehängt, welches im Hebr. 
in den poet. Suffixformen ia, IE-7-, 1*0— r wiederzukehren scheint (§. 58, 8, 
Anm. 1). — An einigen Stellen steht Mari für das Feminin (Zach. 5, 11. H. L. 
6, 8. Ruth 1, 22). Das ganz abnorme Dri-TO 2 Kön. 9, 18 wird in Dirns zu 
ändern sein. 

8. Die Pronomina der 3. Person können sich ebensowohl auf Sachliches, 
wie auf Personen beziehen. — Ueber ihre demonst rative Bedeutung s. §.122, 1. 



§. 33. 

Pronomen Suffixum. ' 

1. Durch die im vorigen §. angegebenen selbständigen Haupt- 
formen des Personalpronomen (das Pronomen separatum) wird 
nur der Nominativ bezeichnet 1 : der Accusativ und Genetiv aber 
durch meistens kürzere Formen, welche hinten an das Verbum, 
Nomen und die Partikeln angehängt werden (Pronomina suffixa, 
oder kurzweg Suffixa); z. B. in (tonlos) und i (beide von tfin) eum 
und eius, impfcttp ich habe ihn getödtet, Wpftüjj oder (ähü in ö con- 
trahirt) isnbttp du hast ihn getödtet; initf und irnitf lux ejus. 

Dieselbe Bildungsweise haben alle übrigen semitischen, wie auch die ägyp- 
tische, die persische, die finnischen, tartarischen und andere Sprachen; im 
Griech., Latein, und Deutschen kommt nur Einzelnes von verwandter Art 
vor, z. B. er gab's, griech. icaT7)p jaou f. TraxTjp Ijaoo, lat. eccum, eccos u. s. w. 
bei Plautus und Terentius f. ecce eum. 

2. Der Casus, welchen diese Suffixa darstellen, ist: 

a) wenn sie an Verba gehängt werden, der Accusativ (vgl. jedoch 
§. 121, 4), z. B. OTinVüj? ich habe ihn getödtet; 

b) wenn sie an Substantiva gehängt werden, der Genetiv (wie 
7uaTT^p (jloü; pater eius), so dass sie dann die Stelle der 
Pronomina possessiva vertreten, z. B. iltf (äb-i) mein Vater, ioiö 

* Eine scheinbare Ausnahme s. §. 121, 3. 



88 2. Hauptth. Formenlehre. 1. Cap. Vom Pronomen. 

sein Boss (und zwar ebensowohl equus eins als equus suus, vgl. 
§. 124, 1, b); 

c) an Partikeln sind sie Genetive oder Accusative, je nachdem 
die Partikel ursprünglich einen Nominal- oder Verbalbegriff 
darstellt, z. B. iJ^Sl, wörtl. interstitium mei, zwischen mir (vgl. 
mea causa) ; dagegen ^T\ siehe mich, ecce me; 

d) da, wo nach indogerm. Casusauffassung der Dativ (od. Ablativ) 
des Pronomens erfordert wird, erscheinen im Hebr. die Suffixa 
an den jene Casus umschreibenden Praepositionen (b Zeichen 
des Dativs, 51 in, )*n von §. 102), z. B. ib ihm (ei) und sich (sibi\ 
ia in ihm, ^M von mir. 

3: Die Suffixa der 2. Person (?j— u. s. w.) sind, statt mit 
T-Laut, wie die Pronomina separata der 2. Person, sämmtlicji mit 
einem Jü'-Laut gebildet auf Grund eines auch sonst zu belegenden 
Wechsels zwischen K- und T-Laut. 

So in allen sentit. Sprachen; im Aethiop. sogar in der Verbalform qataüca 
(du hast getödtet) = hebr. P&BjJ. 

4. Das Suffixum Verbi (der Accusativ) und das Suffixum Nominis 
(der Genetiv) stimmen in den meisten Formen überein; verschie- 
den sind dagegen z. B. 15 mich, •»--- mein. 

Eine Uebersicht sämmtlicher Formen des Pronomen separatum und der 
Suffixa giebt das Paradigma A, die näheren Erläuterungen über das Suffixum 
Verbi und dessen Anhängung an das Yerbum §.58 ff., über das Suffixum 
Nominis §. 91, über die Präpositionen mit Suffixen §. 103, über Adverbien 
mit Suffixen §. 100, 5. 

§.34. 

Das Pronomen demonstrativem. 

Sing. m. HT dieser 1 . 

f. nriir (fit, iT) diese. 
Plur. comm. r6ä (selten btf) diese. 

Die Femininform ftHf ist ohne Zweifel (durch Trübung eines urspr. ä zu 
6) entstanden aus rW (vergl. zu NJ = nt das arab. hä-dä, dieser; zu PI als 
Femininendung §. 80), und % ht, welche beide selten sind, daraus verkürzt 
durch Abwerfung des fi (Ps. 132, 12 steht iT in relativer Bedeutung; vergl. 



1 In vielen Sprachen beginnen die Demonstrativa mit cZ-Laut (daher Deutelaut 
genannt), welcher indess auch mit einem Zischlaut wechselt. Vergl. Aram. 1»?> **P 
düser, &tt, "H? diese; sanskr. sa, sä, tat, goth. sa, so, thata; unser da; der, die, 
das u. s. w. 



§. 34. 35. Pronomen demonstrativum. Der Artikel. 89 

unten tt). Für hKt findet sich Jer. 26, 6 im KHMb Hrwn (mit dem Artikel 
und der Demonstrativendung M-^-). Zu ftt und n*(t bildet riiM und ix zwar 
nicht der Etymologie, wohl aber dem Gebrauche nach, den Plural. Die Form 
bx findet sich nur im Pentat. (immer mit Art. = bwi) und 1 Chron. 20, 8 
(ohne Art.). — Sowohl der Sing., als der Plural können sich nicht nur auf 
Personen, sondern auch auf Sächliches beziehen. 

Die Nebenform *it findet sich nur poet. und zwar meist für das 
Belativum (wie im Deutschen der f. welcher) gebraucht. Wie 
*ngÄ (§. 36) steht sie für beide Numeri und Geschlechter. 

Anm. 1. Den Artikel (mn, r««i, F&fch, bah) erhält dieses Pronomen 
nach derselben Begel, wie die Adjectiva, vergl. §. 111, 2 und 122, 1; z. B. 
TOtt ttTW dieser Mann, dagegen ttP&tfj ht dies ist der Mann, 

2. Seltnere Nebenformen (mit verstärkter Demonstrativ-Kraft) sind: fttirt 
1 M. 24, 65. 37, 19; ttSn fem. Ezech. 36, 35, und abgekürzt tifi theils tnasc. 
Bicht. 6, 20. 1 Sam. 17, 26, theils fem. 2 Kön. 4, 25. Im Arab. entspricht 
ällädt als Belativpronomen. 

3. Auch die Fronomina personalia der 3. Person haben oft demonstrative 
Bedeutung, s. §. 122. 1. 

§. 35. 

Der Artikel. 

Der Artikel, welcher seiner Natur nach eine Art Demon- 
strativ-Pronomen ist, erscheint im Hebräischen* nie als selbstän- 
diges Wort, sondern immer in engster Verbindung mit dem Worte, 
welches durch ihn näher bestimmt wird, und lautet gewöhnlich 
•H, mit scharf gesprochenem ä und Verdoppelung des folgenden 
Consonanten, z. B. thafen die Sonne, nirjn der Fluss (nach §. 20, 
3, b für nfc*n). 

Kommt dagegen der Artikel vor eine Gutturalis zu stehen, 
welche (nach §. 22, 1) nicht eigentlich verdoppelt werden kann, 
so treten je nach der Beschaffenheit derselben folgende Fälle ein : 

1) Bei dem schwächsten Guttural 8, sowie bei n (§. 22, 1 u. 5, 
vgl. §. 27, Anm. 2, b) findet völlige Aufhebung der Ver- 
doppelung statt. In Folge dessen wird das Päthäch des 
Artikels (weil in offner Sylbe stehend) stets zu Qäme$ gedehnt ; 
z. B. 18H der Vater, nrjtfH der Andere, Dtfrt die Mutter, tD^n 
der Mann, niKH das Licht, D^rtb«n & de6c, bann der Fuss, 
ttfehn der Kopf, Wnn der Frevler. 

2) Bei den übrigen Gutturalen tritt entweder die sogen, virtuelle 
oder schwache Verdoppelung ein (§. 22, 1) — so besonders 
bei den stärkeren Lauten n und T\ f seltener schon bei 2 — 



90 2. Hauptth. Formenlehre. 1. Oap. Vom Pronomen. 

oder die völlige Aufhebung der Verdoppelung. Im ersteren 
Falle bleibt das Pdthäch des Artikels, da die Sylbe noch immer 
als eine geschlossene gilt; im andern Falle erfolgt entweder 
die leichtere Dehnung des Pdthäch (durch Umlautung) zu 
S e göl oder die volle Dehnung zu Qäme§. Näher sind dabei 
folgende Fälle zu unterscheiden: 

A) Hat die Gutturalis einen anderen Vocal, als ä (— ) oder ö 
( — ), so bleibt 1) vor den stärkeren Lauten n und n regel- 
mässig n; z. B. awnn dieser, tthnn der Monat, b^nn die 
Kraft (vor n steht ä nur in ^nn 1 M. 6, 19; D^p^nn Jes. 
3, 22; D^nrj 17, 8 und so immer tmrxn, Ütrn). 2) vor 2 
tritt meist die Dehnung zu Qäm$$ ein, z. B. "pin das Auge, 
nwi die Stadt, TWn der Knecht, pl. D*^a*H; auch 1 Mos. 

• t ' v v t * * • t -f rr ' 

10, 17 ist die bessere L.-A. ijn?n. (Ausn.: ia?D Jes. 24, 2; 
raj 42, 18; mm Jer. 12, 9*; ttljim Spr. 2, 17.) 

B) Hat die Gutturalis ein ä ( — ), so lautet der Artikel 1) un- 
mittelbar vor betontem fi und ? stets n, ausserdem aber 
n; z. B. D*n das Volk, *\T\n der Berg, ^;n (in Pausa), 
•Tinn zum Berge hin; dagegen: D^Snn die Berge, "p'^n die 
Schuld; — 2) vor n lautet der Artikel ohne Rücksicht 
auf den Xon beständig n; z. B. DDrtn der Weise, ynT\ das 
Fest; und ebenso 3) vor n, z. B. D^flhnn die Monate. 
(Dagegen n^Dnn nach A, 1.) 

Genus und Numerus des Nomens sind ohne allen Einfluss auf 
die Form des Artikels. 

Anm. 1. Die Form des hebr. (auch phönic.) Artikels -H scheint aus ift 
hervorgegangen zu sein, dessen i sich stets dem folgenden Consonanten assi- 
milirt hat (wie in n^ aus ftj?V?, §. 19, 2). Die consequente Assimilation 
erklärt sich aus der enklitischen Natur des Artikels. Im Arab. entspricht die 
Form 1$ (bei einem Theile der heutigen Beduinen hal, s. Wallin in d. 
Zeitschr. d. DMG. Bd. VI. S. 195, 217), deren i sich gleichfalls wenigstens 
allen 8- und £-Lauten, sowie dem l, n und r assimilirt, z. B. al-Qorän, aber 
assanä (beduin. has-sana) = hebr. njti&n das Jahr. — Der arabische Artikel 
liegt im A. T. wahrscheinlich vor in dem arab. N. pr. "ttiaba 1 M. 10, 26, 
in D^&obx 1 Kön. 10, 11. 12 (auch D^abg 2 Chr. 2, 1. 9, 10. 11), d. i. 
wahrsch. Sandelholz, ferner in Wpbx (arab. alqaum in der Bed. der Heerbann) 
Spr. 30, 31, und vieUeicht in tt^S^K Hagel, Eis = tt^nj (arab. gibs) Ezech. 
13, 11. 13. 38, 22. 
t 2. Wenn die Präpositionen a, b, S (§. 102) vor den Artikel treten, so 

unterliegt das h des Artikels der Syncope, während sein Vocal unter die 
Präposition zurücktritt und das S e icä derselben verdrängt (§. 19, 3, b und 
23, 4), z. B. biBTSS im Himmel f. D*na«na; D3Ä f. D*rf> dem Volke, D^*ma 

1 '• • ~ T , •* T " I' TT TT| * «TT 



§. 36. 37. Pronomen relativum, interrogativum u. indefinitum. 91 

auf den Bergen, b*n£irja in den Monaten. Ausnahmen von dieser Kegel 
finden sich fast nur in den jüngeren Büchern (Ez., Pred., Neh., Ohron. ; doch 
vergl. 1 Sam. 13, 21. Ps. 36, 6. Anderwärts, z. B. 2 Kön. 7, 12, fordert die 
Masora im Qfri die Synoope). In der Formel öi*JTD ist ft an 8 Stellen ge- 
blieben (1 Mos. 30, 11 u. s. w.), weit öfter aber steht D'frS. Nach der Gopula 
•J (und) findet die Syncope des h nicht statt; z. B. ttOTi. 



§.36. 

Das Pronomen relativum. 

Als Pronomen relat., wie als Partikel der Relation überhaupt 
(vergl. §. 123) dient das indeclinable ^tDÄ welcher, welche, welches 
u. s. w. In den späteren Büchern (bes. Pred., Klagel., späten 
Psalmen; vereinzelt auch 2 Kön. 6, 11, Ezra, Chron.), sowie 
durchgängig bereits im HL. und einige Male im Buche der Richter, 
steht dafür ti (mit Wegfall des X und Assimilation des n, §. 19, 2.3), 
seltener 40 Rieht. 5, 7. HL. 1, 7 (Hi. 19, 29?); vor K einmal tö 
Rieht. 6, 17 (sonst vor Guttur. ti), vor H sogar tD Pred. 3, 18 und 
nach einigen, z.B. Qimchi, auch 2, 22 1 . — Ueber die wahrsch. Be- 
deutung von ntDWt s. das W.-B. 8. Aufl. 

§.37. 
Das Pronomen interrogativum und indefinitum. 

1. Das fragende Pronomen ist: <*n wer? (von Personen); nfc 
was? (von Sachen). 

Nach Olsh. lautete ha was urspr. 1TO mit consonant. ft, welches in enger 
Verbindung (s. u.) dem folgenden Gonsonanten assimilirt worden sei. Doch 
erklärt sich die Schreibung -Stü, -B u. s. w. (mit folgend. Dägeö f conjunet.) 
genügend auch aus der engen Zusammensprechung. Näher ist zu bemerken: 
a) in engster Verbindung durch Maqqeph steht "JTO mit folg. DägeS (§. 20, 
2, a), z. B. Tji-ftB was ist dir? und sogar in einem Wort: ösfeo was ist euch? 
Jes. 3, 15; vergl. 2 Mos. 4, 2. — b) vor Gutturalen steht bei enger Ver- 
bindung durch Maqqeph oder accentus conj. entweder rro mit virtueller Ver- 
doppelung der Guttur. (§.22, 1), so bes. vor fi und 1 M. 31, 36. Hi. 21, 21 vor h, — 
oder es findet völlige Aufhebung der Verdoppelung statt. In letzterem Falle 
erfolgt entweder (vergl. §. 35, 1) die volle Dehnung zu Qämef (so stets vor 
K und 1) oder die leichtere Dehnung zu S*gdl, so bes. vor 3 fl h (vor 

i Im Phönicischen kommt die vollständige Form "W& nicht vor, sondern WM 
(gespr. asse « ttJX, esse, aber auch as, es, is, ys, us) oder — bes. im spätem Punisch 
und" im Poen. des Plautus — tt) (sa t si, sy, su), Vergl. Schröder Phon. Sprache 
S. 162 ff. und oben §. 2, 7. Auch im Neuhebr. ist *&$ herrschend geworden. 



92 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Verbum. 

letzterem jedoch auch *Tö). Die Aufhebung der Verdoppelung findet aber 
bei den harten Gutturalen in der Kegel auch statt, wenn dieselben nicht 
Qämef haben, und es steht dann rra oder iro, letzteres besonders vor ri S, 
wenn Maqqeph folgt. Endlich bleiben die längeren Formen rxn und rro auch 
vor Nichtgutturalen, wenn nicht Verbindung durch Maqqeph, sondern nur 
durch acc. conjunctivi stattfindet. In der Regel steht dann rra, jedoch bei 
weiterer Entfernung von dem Hauptton des Satzes auch rra Jes. 1, 5. Ps. 
4, 3 (über ftn in den Verbindungen Waa, rta3 und selbst rraS 1 ßam. 1, 8, 
vergl. §. 102, 2, d). — c) In grosser Pausa steht ohne Ausnahme h»; bei 
kleineren distinetivis ebenfalls in der Kegel fi», so bes. fast immer vor 
Gutturalen (nur in sehr seltenen Fällen ha); dagegen steht MB bisweilen vor 
Nichtgutturalen bei weiterer Entfernung vom Hauptton des Satzes, z. B. 
1 Sam. 4, 6. 2 Kön. 1, 7. 

2. Ueber ^tt und #Tö als Pronomen indefinitum in der Bedeutung 
quicunque, quodcunque vergl. das W.-B. 



ZWEITES CAPITEL. 

DAS VEKBUM. 



§. 38. 

Allgemeine Uebersicht 

1. Das Verbum ist im Hebräischen der am vielseitigsten aus- 
gebildete und in mehrfacher Hinsicht wichtigste Redetheil; dena 
der Verbal-Stamm stellt nicht nur in den meisten Fällen die 
eigentliche Bedeutung des betr. Stammes überhaupt dar (vergl. 
§.30), sondern dient auch in seinen manigfachen Gestaltungen 
als Norm für eine grosse Zahl von Nominalbildungen — abge- 
sehen von solchen Nominibus, welche direct von Verbalformen 
ausgehen. 

2. Die Verbalstämme sind entweder ursprüngliche oder abge- 
leitete. Darnach pflegt man zu unterscheiden 

ä) eigentliche Verbalstämme (sog. Verbaprimitiva), die den Stamm 
ohne irgendwelche Zuthat darstellen, z. B. tfyn er hat ge- 
herrscht. 

b) Derivativa verbalia, d. h. vom reinen Stamm (lit. a) abgeleitete 
secundäre Verbalstämme, z. B. tthj? heiligen, tftptyn sich heiligen^ 
von tth£ heilig sein; gewöhnlich Conjugationen genannt (§. 39). 



§. 38. 39. Uebersicht. Verba derivativa. 93 

c) Verba denominativa, die von Nominibus abgeleitet sind, wie 
köpfen von Kopf sowohl in der Form der Primitiva, als der 
Derivativa, z. B. bilK und brw das Zelt aufschlagen, zelten, 
von bilÄ Zelt; lt^tÖT\ wurzeln und flhflS entwurzeln, von flhö 

• • • 

Wurzel. 

Hierbei ist nicht ausgeschlossen, dass zu Nominibus, von denen Verba 
denominativa abgeleitet sind, der entsprechende (ursprüngliche) Verbalstamm, 
sei es im Hebr. oder in den Dialekten, noch vorhanden ist; doch lehrt dann 
schon die Bedeutung die Herkunft der Denominativa vom Nomen, nicht vom 
Verbalstamm, z. B. ttjrfb Backstein (Verbalstamm: f& weiss sein), denomin.: 
•jab Backsteine fertigen; Jtt Fisch (Verbalst. fi}*t sich vermehren), denom. : 
äto fischen. 

§. 39. 

1. Als die Grundform des Verbi pflegt man lexicalisch und 
grammatisch die dritte Singular-Person des Perfects in der Form 
des reinen Stammes (d. i. des Qal, s. No. 4) aufzuführen, z. B. 
bl3£ er hat getödtet, TM er war schwer, "jbp er war klein 1 . Von 
dieser Form leiten sich die übrigen Personen des Perfect ab und 
an sie schliesst sich auch das Participium an. Als anderweitige 
Grundform kann daneben VtDf? oder Vofj (gleichlautend mit dem 
Infinitiv) betrachtet werden; an sie schliesst sich der Imperativ und 
das Imperfect (s. §. 47) an. 

Beiden Formen liegt in letzter Linie ein Nominalbegriff zu Grunde (s. 

§. 44, 1) und beide haben daher in der Nominalbildung ihre Analogieen; 

näher betrachtet stellt die zweite kürzere Form (arab. qätl, qitl, qütl) den 

StammbegrifF mehr in abstracto, die erstere vollere (arab. qätälä, qtiMlä, 

qütilä) mehr in concreto dar. 

Bei den Verbis, deren zweiter Badical 1 ist, zeigt sich der vollständige 
Stamm nur in der zweiten Form und wird daher lexicalisch und grammatisch 
immer in dieser aufgeführt, z. B. S*ltt3 zurückkehren (3. Per f. S\ü); ebenso 
meist bei Stämmen mit mittlerem % z. B. •ffcj richten. 

2. Vom reinen Stamm oder Qal werden nach feststehender 
Analogie die Derivativ -Stämme gebildet, in welchen sich der 
Stammbegriff je nach der veränderten Form in den verschiedensten 
Nuancirungen darstellt (intensiv, frequentativ, privativ, causativ, 
reflexiv, reciprok, zum Theil mit entsprechenden Passiv-Bildungen), 
z. B. Tttb lernen, Tab lehren; MIO liegen, l^Tün legen; Bötö richten, 

* Der Kürze wegen pflegt indess, wenigstens in den hebr.-deutschen Wörter- 
büchern, die Bedeutung im Infinitiv angegeben zu werden, also 1B? lernen^ eig. er 
hat gelernt. 



94 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Verbum. 

t3B.tD? rechten. In anderen Sprachen betrachtet man solche Bil- 
dungen als neue, abgeleitete Verba, z. B. fallen, fällen; stechen y 
stecken; sinken, senken;- haften, heften; trinken, tränken; streichen,, 
streicheln; lactere saugen, lactare säugen; jacere werfen, jacere 
liegen; yivofxai, yevvdü>: im Hebräischen dagegen, wo allerdings 
die Begelmässigkeit dieser Bildungen ohne Vergleich grösser und 
durchgreifender ist, als z. B. im Deutschen, Lat. und Grieche 
nennt man dieselben seit Reuchlin gewöhnlich Conjugationen (bei 
den jüd. Grammatikern D^5Ä d. i. Formationen, richtiger etwa 
Species) der primitiven Form, und behandelt sie grammatisch und 
lexicalisch in steter Verbindung 1 . 

3. Die Veränderungen der primitiven Form beruhen theils 
auf innerer Umbildung durch Vocalwechsel und Verdoppelung 
des mittleren Consonanten (bt?J?, btap; Vüip, büip; vgl. liegen^ 
legen; fallen, fällen), theils auf der Wiederholung eines oder zweier 
Stammconsonanten (bbtDJ?, btAüg), theils endlich auf dem Vor- 
treten von Bildungszusätzen (büjtt), zu welchem sich ausserdem 
(in b^tDjttl? btDglnn) noch innere Umbildung gesellt. Vergl. §. 31, 2. 

Im Aramäischen wird die Bildung der sog. Conjugationen weniger durch. 
Vocalwechsel, als durch Bildungszusätze bewirkt; die vocalischen Unter- 
scheidungen sind dort meist ausser Gebrauch gekommen, so dass z. B. alle 
Passiva durch die Beflexiva mit der Vorsylbe fiK, P\fc$ ersetzt werden. Da- 
gegen hat das Arabische nach beiden Seiten hin einen grossen Beichthum 
bewahrt, während das Hebräische auch in diesem Stücke die Mitte hält 
(§. 1, 6). 

4. Die Zahl und Anordnung dieser sogen. Conjugationen wird 
von den Grammatikern verschieden angegeben; doch wird jede 
Irrung schon dadurch vermieden, dass man sie gewöhnlich mit 
den alten grammatischen Kunstausdrücken benennt. Die ein- 
fache Form heisst Qal (bj? die leichte, weil sie keinerlei Bildungs- 
zusätze hat); die übrigen (D^M schwere, mit Bildungszusätzen 
gleichsam belastete) haben ihren Namen von dem bei den ältesten 
jüdischen Grammatikern gebräuchlichen Paradigma"" b?ö er hat 
gethan 2 . Mehrere derselben haben Passiva, die sich durch dunklere 

1 Die Benennung Conjugationen hat somit hier einen ganz andern Sinn, als in 
der griech. und lat. Grammatik. 

2 Dieses (von den arab. Grammatikern entlehnte) Paradigma war der Gutturalis 
wegen unpassend und wurde deshalb später gewöhnlich mit 1&& vertauscht. Für 
dieses spricht, dass alle abgeleiteten Conjugationen im A. T. wirklich vorkommen;, 
dagegen hat es den Nachtheil, dass in Formen wie *J^pB> ÖPj^TpB die Deutlichkeit 
der Aussprache leidet. Das (seit Danz) übliche Paradigma bg£ vermeidet diesen. 



§. 39. 40. Conjugationen, Tempora, Modi. 95 

Vocale von ihren Activis unterscheiden. Die gewöhnlichen Con- 
jugationen sind (incl. Qal und der Passiva) folgende sieben, die 
jedoch nur bei sehr wenigen Verben sämmtlich zu belegen sind: 

Act. Pass. 

1. Qal büg (tödten). (fehlt.) 

2. Niptial bü£3 (sich tödten; selten passiv). 

3. Piel btöf? (Viele tödten, morden). 4. Pual bt?£. 
5. Hiptiil VvDfpn (tödten lassen). 6. Hoptial VdJ?H- 
7. Hithpdelbwpr\?) (sich tödten). [Sehr selten: Hothpd al bt?J?)nn]. 

Ausser diesen -finden sich noch mehrere seltnere, die jedoch 
zum Theil in den verwandten Sprachen häufiger und auch im 
Hebräischen (beim schwachen Verbum) zuweilen die regelmässigen 
Stellvertreter der gewöhnlichen Conjugationen sind (§. 55). 

Im Arab. ist die Manigfaltigkeit der Conjugationen grösser und ihre An- 
ordnung angemessener. Die hebr. Conjugationen würden nach arabischer 
Weise also folgen: 1. Qal. 2. Pi'el und Pual. 3. Pö'el und Pool (s. §.55, 1). 
4. mpKV und EopKal 5. Hithpdel und Hothpd al. 6. mthpd'el (§. 55, 1). 
7. Niptial. 8. Hithpael (s. §. 54, Anm. 2). 9. Pi'lel (§. 55, 2). Fassender wird 
man drei Classen unterscheiden: 1) die Intensivform PVel y nebst den von 
ihm abstammenden und ihm analogen Formen Pual und Hithpdel', 2) das 
causative Hipfitl nebst seinem Passiv Hoptial und den ihm analogen Formen 
(SapKel, Tiph'el); 3) das reflexive oder passive NipKal. 



§.40. 

1. Erhält die hebräische Verbalbildung durch diese Derivativa 
oder Conjugationen einen gewissen Eeichthum und Umfang, so 
ist sie dagegen arm hinsichtlich der Tempora und Modi. Das 
Verbum hat nur zwei TVwpws-Formen (Perfect und Imperfect, s. 
die Note zu §. 47, 1), ausserdem einen Imperativ (jedoch nur in 
den Activis), zwei Infinitive und ein Participium. Alle absolute 
und relative Zeitverhältnisse werden theils durch diese Formen 
(daher eine gewisse Vieldeutigkeit derselben, §. 125 ff.), theils 



XJebelstand und ist vorzüglich geschickt für die comparative Behandlung der semiti- 
schen Dialekte, sofern es sich mit geringer Veränderung (arab. und äthiop. 3fip) in 
allen vorfindet. Im Hebr. ist es allerdings selten und kommt nur im Qal, obendrein 
nur dichterisch vor; doch mag es als hergebrachter Typus beibehalten werden. 
Störender ist der XJebelstand, dass eine Reihe von Formen des Paradigma ?ttp 
den Anfänger über die Dagessirung oder Nightdagessirung der B*gadtephat und 
somit über die richtige Sylbenabtheilung im Zweifel lassen. 



96 



2. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Verbum. 



durch syntaktische Fügung ausgedrückt. Von eigentlichen Modis 
finden (ausser dem Imperf. und Imperativ) nur der Jussivus und 
Optativus zum Theil ihren Ausdruck durch bedeutsame Modifi- 
cationen der Imperfect-Form (§. 48). 

2. Die Flexion der Personen des Verf. und Impf, weicht inso- 
fern von den abendländischen Sprachen ab, als in den meisten 
Fällen für die beiden Genera verschiedene Formen vorhanden 
sind, entsprechend den verschiedenen Formen des Pronomen per- 
sonale, durch dessen Vereinigung mit dem Verbalstamme die Personal- 
Bildungen dieser Tempora entstehen. 

Zur vorläufigen Uebersicht für den Anfänger folgen nach- 
stehend die Bildungssylben (Afformativa und Praeformativa) der 
beiden Tempora, wobei die drei Stammconsonanten des starken 
Verbi durch Punkte bezeichnet sind. Näheres s. §. 44 ff. in Ver- 
bindung mit den Paradigmen. 



Perfect. 



Sing. 



Plur. 



3. m. 








3. c. 


«I . 


• • 


3. f. 


n— . 

T 












2. m. 








2. m. 


an . 

•• 


. • 


2. /. 


• 






2. /. 


n • 


. • 


1. c. 


in . 

• 






1. c. 


*D . 


• . 






Imperfect. 










Sing. 






Plur. 




3. m. 




*» 




3. m. 


1 . 


1 


3. /. 




. . n 




3. /. 


na 


. . n 


2. m. 




. . n 




2. m. 


*i . 


. . n 


2./. 


• 


. . n 




2. /. 


na . . 

T 


. . n 


1. c. 




. . » 




1. c. 




a 



Dieselben Gesetze der Verbalbildung, die sich in ganz nor- 
maler Weise in den Stämmen mit starken (unwandelbaren) Con- 
sonanten darstellen, gelten auch für alle übrigen Verba, und die 
vorkommenden Abweichungen von der Norm des starken Verbi 



§.41. 42. Flexion, starkes Verbum. 97 

sind nur Modificationen, welche durch die eigenthümliche Natur 
und die Schwäche mancher Consonanten hervorgerufen werden, 
und zwar 

ä) wenn einer der Stammconsonanten eine Gutturalis ist. In 
diesem Fall sind jedoch nur Veränderungen der Vocalisation 
(nach §. 22), nicht des Consonantenbestandes möglich Die 
Verla gutturalia (§. 62 — 65) sind daher nur eine Abart des 
starken Verbi. 

V) wenn ein Stammconsonant durch Assimilation (§. 19, 2) oder 
durch Contraction zweier identischer Laute wegfällt (Verla 
contracta, wie t»3, niD, §. 66. 67); 

c) wenn einer der Stammconsonanten ein schwacher Buchstab 
ist. In diesem Fall treten durch Aphäresis, Elision, Ver- 
tauschung oder Auflösung des betr. Consonanten mancherlei 
erhebliche Abweichungen von der normalen Bildung ein. Vgl. 
über diese sogen. Verla quiescentia, wie lt£, D*lp, 8Xtt, 5ib|, 
§. 68 ff. 

Mit Zugrundelegung des alten Paradigma bStt pflegt man nach dem Vor- 
gang der jüd. Grammatiker jeden ersten Stammconsonanten ß, den zweiten 
S, den dritten b zu nennen, dab. der Ausdruck: Verbum fct'fl für primae 
radicali8 fet; 1"£ für mediae radicalis 1; 3"* für ein Verbum, dessen zweiter 
und dritter Stammconsonant identisch ist. 



I. DAS STABKE VERBUM. 

§.42. 

Da die Bildung des starken Verbi auch für die Bildung des schwachen 
normativ ist, so hat der Erörterung des Einzelnen zunächst eine Zusammen- 
stellung der allgemein gültigen Bildungsgesetze voranzugehen. 

Eine vollständige TJebersicht der normalen Formen bietet (neben der §. 40, 2 
aufgestellten Tabelle der Personal-Praeformative und Afformative) das Para- 
digma B; eine ausführliche Erklärung dazu geben die hier folgenden Para- 
graphen (§. 43 — 55). In diesen ist jeder Gegenstand da erläutert, wo er zuerst 
in Betracht kommt, also z. B. die Flexion des Perfecti, Imperfecta und die 
Modificationen des letzteren gleich bei Qal; die Formen und Bedeutungen 
der Conjugationen bei den betr. Bildungen des starken Verbi u. s. w. 



Geaenioa, bebr. Grammatik. XXII. Aufl. 



98 1. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Starkes Verbum. 

A. Der reine Stamm oder Qal. 

§.43. 

Form und Bedeutung des Qal. 

Die gewöhnliche Form der 3. Person Sing. masc. des Per f. Qal 
ist bttjj, mit ä (Pdthäch) in der zweiten Sylbe, besonders bei Verbis 
transitivis. Ausser derselben existiren noch zwei andere, eine mit e 
($ere) und eine mit b (Chöttm) in der zweiten Sylbe; beide finden 
sich jedoch fast nur bei Verbis, welche intransitive Bedeutung haben 
und zur Bezeichnung von Zuständen und Eigenschaften dienen, 
z. B. TM schwer sein, ^bg klein sein. Zuweilen wird durch die 
Vocalisation eine transitive und intransitive Bedeutung desselben 
Stammes unterschieden, z. B. tfbtt füllen (Esth. 7, 5), *6tt voll sein 
(vgl. §. 47, Anm. 2); anderwärts finden sich verschiedene Formen 
mit gleicher (intrans.) Bedeutung, z. B. yyg und iTjj sich nähern. 

Im Paradigma B. findet man nach Obigem ein Verbum mediae o, ein Verbum 
mediae e, und ein Verbum mediae ö neben einander gestellt ; das zweite Bei- 
spiel ist so gewählt, dass an ihm zugleich die Setzung oder Nichtsetzung des 
DägeS lene anschaulich wird. 

Anm. 1. Der Vocal der zweiten Sylbe ist der Hauptvocal; an ihn knüpft 
sich daher auch der Unterschied der transitiven und intransitiven Bedeutung. 
Das Qämfy der ersten Sylbe ist zwar aus urspr. ä gedehnt (vergl. arab. qätälä), 
vermag sich aber im Hebr. nur unmittelbar vor dem Ton (oder höchstens im 
Gegenton mit Metheg) zu halten; anderwärts wird es, wie überhaupt die so- 
gen. Vorton- Vocale (ä, e), zu jS^wä verflüchtigt, z. B. öPAö£ 2. Pers. plur masc 
In den aramäischen Dialecten wird der Vocal der ersten Sylbe beständig ver- 
flüchtigt, also büp = hebr. btt£ tu s.w. — Die intrans. Formen lauten im Arab. 
qätälä, qätülä; somit ist im Hebr. (nach Abwerfung des schliessenden Vocals) 
\ in betonter Sylbe regelrecht zu c, ü zu ö gedehnt. 

2. Verba denominativa in Qal sind: Iah verpichen, von "mfi Pech; rftö 
salzen, von r&a Salz. S. oben §. 38, 2, c. 

Flexion des Perfectum Qal. 

1. Die Bildung der Personen erfolgt im Perfect so, dass abge- 
kürzte Formen des Personalpronomen, sowie die Bezeichnungen 
der 3. Pers. fem. Sing, und der 3. Plur. hinten (als Afformativa) an 
den Verbalstamm angehängt werden, welcher letztere den Prädicats- 
begriff enthält und in der Bedeutung des Particips oder Verbal- 



§. 44. Perfectum Qal und dessen Flexion. 99 

Adjectivs gedacht werden kann 1 , für sich allein aber die 3. Sing. Per f. 
ausdrückt, also : btDjj er hat getödtet, FrtüjJ du hast getödtet (gleich- 
sam tödtend du, oder Tödter du, ein Tödter warst du, HP\K btDp); 
*n? er war fürchtend, DtraV ihr wäret fürchtend (aus DFjÄ AT»)« 
Wie bei den zweiten Personen, leuchtet auch bei der 1. Plur. die 
Zusammensetzung von selbst ein : *Dbl3j2 wir haben getödtet für btDp 
*DK. Schwieriger ist die Erklärung des Afformativ *»Fi in der 1. Pers. 
Sing. CifibtDJj). Nach den einen (Gesen., Rödiger) wäre vor den Kern 
des Pronomens (i— ) das demonstrative m getreten, wie wenn man 
nach Analogie von nr\K du bilden wollte: ^FpK, *QR ich. Viel ein- 
facher ist jedoch die Annahme {Olsh. u. a.), dass *T\ vermöge eines 
Wechsels von D und in (vergl. §. 33, 3) direct auf ^D3K ich zurückgehe. 
In der dritten Person ist |th- (ursprünglich tv-, vergl. Anm. 4) 
Bezeichnung des Feminin, wie bei einem grossen Theil der Nomina 
(§. 80, 2) und } Endung des Plural (urspr. *p, wie noch 5. Mos. 8, 
3. 16. Jes. 26, 16; vergl. ünä als Endung des Mäsculinplurals der 
Nomina im Schriftarabischen). 

In den indogermanischen Sprachen ist die Personalflexion auf ähnlichem 
Wege (durch Anhängung von Pronominalformen) entstanden, z. B. im Sanskrit 
und im Griechischen: vom Stamme as (sein) sanskr. asmi, etpf, dor. £/*/*/ (f. hfii) 
ich bin, wo die Endung pJ zu fioi und fie gehört; sanskr. asi, dor. ha/ du bist, 
wo <M= öv; sanskr. ast% } eari, er ist, wo ri dem Pronomen ro entspricht u. s. w. 
Allerdings ist die Etymologie dort meistens schon mehr verwischt, wie z. Th. 
auch in den semitischen Sprachen; z. B. 1. Fers. Sing. arab. qataltü, syr. qeflet 
(mit Aufgebung des charakteristischen t). 

2. Das charakteristische Pdthäch der zweiten Sylbe wird vor 
vocalisch anlautendem Afformativ, wo es in offene Sylbe treten 
würde, zu S e wä verflüchtigt (also Sl5t3ß, *)5p£; dagegen in Pausa: 
nbüj;, *ftbjj). Vor consonantisch anlautendem Afformativ bleibt 
Pdthäch, sowohl in der Tonsylbe (ftbüjj, rftttjj, h t?btb)j, *Dbt>g; Pausa: 
Pibtjjj u. s. w.), als vor derselben. Im letzteren Fall unterliegt 
jedoch das Qäme$ der ersten Sylbe, weil nicht mehr Vorton-Vocal, 
der Verflüchtigung, also Dnbttj?, *JP)büpp; vergl. §. 27, 3, und §. 43, 
Anm. 1. 

•J- Anm. 1. Die Verba med. e lassen im Hebräischen (wie im Aethiop., nicht 

im Arab. und Aram.) den 2£-Laut in der Flexion meist in Päthäch übergehen. 

1 Ueber die Verwandtschaft der Form des "Perfecta und des Verbal- Adjectivs s. 
schon §. 39, 1. Bei Intransitiven lauten beide völlig gleich, z. B. K?B er war voll, 
und voll; *)&£ er war klein, und Hein. Yon den Tansitiven lautet das Particip anders 
(?üp); doch lässt sich mit 3öjJ die Nominalform ?ÜJ5 vergleichen, welche sehr häufig 
inhärirende Eigenschaften bezeichnet, wie Ö5H weise, tthn neu, 2ftT (eig. gelbglänzend) 
Gold. Vergl. §. 84, 1. 

7* 



100 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Starkes Verbum. 

Diese Unterordnung unter den Typus der häufigeren Verba med. a erklärt sich 
zugleich aus den Gesetzen der Yocalisation in betonter geschlossener Paenul- 
tima, welche Sere nur ungern, das aus §ere verkürzte Chireq aber gar nicht 
duldet. Dagegen hält sich Sero in offener Sylbe, so durchgängig bei den 
schwachen Stämmen K"b (§. 74, Anm. 1), und in gewissen Pausalformen des 
starken Stammes, z. B. tXQ%^ sie klebte Hiob 29, 10 (nicht Hga^), vgl. 2 Sam. 
1, 23. Hiob 41, 15; sogar in geschlossener Pausalsylbe, z. B. IDlÖ 5. Mos. 33, t2 
(ausser der Pausa l^ttj, Jes. 32, 16). 

2. Bei einigen schwachen Stämmen med. a geht zuweilen das Pathach hinter 
dem 2. Badical in geschlossener tonloser Sylbe in -7-, in einem Beispiel auch 
in — über. So von lö'r?: fiFTC5 h ]' ,,, i und du sollst sie besitzen, 5 Mos. 17, 14; öfeuzhil 
5 Mos. 19, 1; tan^Tl 5 M -*> 1 n. ö.; von ^gebären, zeugen: ^W'fc'J S* 8 « 2 » 7 
(vergl. 4. Mos. 11, 12; Jer. 2, 27. 15, 10); von tifcB: ÖFntfM Mal. 3,' 20; Von 
£$tf : VVbwÜ ich habe ihn erbeten, 1 Sam. 1, 20. (Bicht. 13, 6) und drei Mal 
öfjSltfö 1 Sam. 12, 13. 25, 5. Hi. 21, 29. Schon Qimchi erwähnt die Erklärung, 
nach welcher das % (e) der betr. Formen von bfcttö und tth^ ursprünglich ist, 
indem neben b&tlti und ttJ 1 ^ auch iwtf und 1l3*n existire (s. das W. B.) Die 
Möglichkeit dieser Erklärung kann (bes. bei ttJ^iJ, s. §. 69, Anm. 4) nicht ge- 
leugnet werden; ebensowohl könnte jedoch auch in diesen Formen das 1 auf 
blosser ' Verdünnung aus ä beruhen (§. 27, Anm. 2, 3), wie eine solche jeden- 
falls für die übrigen Beispiele angenommen werden muss. Beachtung verdient 
übrigens, dass in allen obigen Fällen das 1 durch die Natur des folg. Con- 
sonanten (Zisch- oder Zungenlaut) und in den meisten zugleich durch das 
Streben nach Consimilation der Vocale begünstigt wird. (Vergl. §. 64, Anm.l). 

3. Bei den Verbis med. hält sich das Cholem in der Tonsylbe, z. B. trthj 
du zittertest. *ibb* in Pausa f. Ä3^ sie konnten: dagegen wird es in unbetonter 
Sylbe zu Qämef-chäföph verkürzt: lti» 1 ; super avi eum Ps. 13, 5; fifSJ! ( 8m 
§. 49, 3) und du wirst können 2 M. 18, 23. 

4. Seltenere Formen 1 sind: Sing. 3. fem. auf rv_ (wie im Arab., Aeth., 
Aram., z. B. tibtfij sie ist verschwunden 5 M. 32, 36. [Regelmässig hat sich 
diese ursprüngliche Femininendung -ät noch erhalten vor Suffixen, s. §. 59, 
1, a; ebenso bei den Stämmen ü"i, theils in der Form ät (wie häufig auch bei 
den fcffc §. 74. Anm. 1), theils mit Verflüchtigung des Pathach vor der pleona- 
stischen Endung Jl— z. B. Jlrtä §. 75, Anm. 1. — Ez. 31, 5 steht für nrna 
nach aram. Orthographie K^ÜJ. — 2. masc. TXR für Xj (nur orthographisch ver- 
schieden), z. B. iTF)*]äa du bist untreu gewesen Mal. 2, 14, vgl. 1 IC. 8, 12 
u. ö. — 2. fem. hat zuweilen Jod am Ende, wie in 'Visfcrt du gehst Jer. 31, 21 
(bes. häufig bei Jeremia und Ezechiel). Gemeint ist eig. ^Pisin und die Vocal- 
zeichen, die im Texte stehen, gehören zur Bandlesart ft&ft (ohne ^), wie bei 
dem entsprechenden Pronomen *^ OfiK) §. 32, Anm. 4. Die gewöhnliche 
Form hat das auslautende i abgeworfen, dagegen kehrt es nothwendig wieder 
in der Verbindung mit Pronominal-Suffixen (§. 59, 1, c). — }. comm. zuweilen 

1 Viele von diesen im Hebräischen selteneren Formen begegnen uns in den übrigen 
semitischen Dialekten als die gewöhnlichen und können insofern Aramaismen (Syriasmen) 
oder Arabismen genannt werden, nur dass dabei nicht an Entlehnung, sondern an 
eine Bückkehr zu ursprünglichen Formen zu denken ist. 



§. 45. Infinitiv. 101 

ohne Jod, wie 1W; Ps. 140, 13. Hiob 42, 2. 1 Kön. 8, 48. Ez. 16, 59 (überall 
im K'thib). Dar Q*ri fordert die gewöhnliche Form, zu welcher eigentlich die 
im Text stehenden Vocale gehören, während das K e thib wahrscheinlich als 
eine Verkürzung, analog der 2. fem. (ri?Bg, vergl. aram. 1 pers. rtüp) anzu- 
sehen ist. — Plur. 2. fem. auf hifi- (nach And. han-) Arnos 4, 3 (da H folgt, 
vielleicht nur Dittographie ; doch vergl. ftJPjK §. 32, Anm. 5). — 3. comm. hat 
drei Mal die alte Pluralendung "p (wie öfter im Aram. und Samar.): "jiyTj sie 
wissen 5 M. 8, 3. 16 (wohl zur Vermeidung eines Hiatus; ausserdem noch Jes. 
26, 16); über y\ im Imperf. s. §. 47, Anm. 4. Ein überflüssiges 'Äleph ist beige- 
fügt (nach arab. Orthographie, s. §. 23, 3, Anm. 3) Jos. 10, 24. Jes. 28, 12 u. a. 

5. Die Afiformativa in (Fl) *v\, *ü sind für gewöhnlich unbetont, die mit 
ihnen gebildeten Formen also MiVel (F&öjJ u. 8. w.), alle übrigen dagegen 
Milra 1 (§. 15, 2). Eine Veränderung der Tonstelle kann jedoch eintreten 
a) durch die Pausa (§. 29, 4), sobald der verflüchtigte Vocal nach dem zweiten 
Stammconsonanten durch dieselbe restituirt wird; so in rtüfj für tt!5üg (ngä'J 
f. fijbnj) und in Aü£ für ftüg OiaSs f. si&je) — b) in gewissen Fällen nach 
dem Wäw consecutivum Perfecti (s. §. 49, 3). 



§.45. 

Infinitiv. 

1. Der Infinitiv ist im Hebr. durch zwei Formen vertreten, eine 
kürzere und eine längere ; beide sind indess strenggenommen selb- 
ständige Nomina (Substantiva verbalia). Die kürzere Form, der sog. 
Infinitivus constructus (im Qal bbjp), steht in manigfaltigster Weise, 
theils in Verbindung mit Pronominal-Suffixen, sowie als Regens 
eines Substantivs im Genetiv oder eines Objects-Accusativ (§. 133), 
theils in Verbindung mit Präpositionen (bb{A zu tödten, §. 132, 2), 
theils endlich in Abhängigkeit von Substantiven (als Genetiv) oder 
von Verbis (als Accusativ des Objects). Dagegen beschränkt sich 
der Gebrauch der längeren Form, des Infinitivus äbsolutus (im Qal 
biüjj), auf die Fälle, bei denen es sich mehr um die Hervorhebung 
des Verbalbegriffs in abstracto handelt, ohne Eücksicht auf Subject 
oder Object der Handlung; am häufigsten steht der Infin. absol. 
als Accusativus adverbialis bei einem Verbum finitum von demselben 
Stamm (s. das Nähere in der Syntax §. 131)\ 

Der Beweglichkeit und Vielseitigkeit des Inf. constr., sowie der 
Steifheit und Unbeweglichkeit des Inf. abs. entspricht auch die 
Vocalisation beider. Der letztere hat schlechthin unwandelbare 



* In den Paradigmen ist der Infinitivus constr, als Hauptform unter dem Kamen 
Infinitiv überhaupt vorangestellt. 



102 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Starkes Verbum. 

Vocale,' während das ö des Inf. constr. verdrängbar ist (z. B. mit 
Suffix: *4tD)j qöß, mein Tödteri). 

Seltenere Formen von starker Bildung sind im Inf. constr. des Qal: 

a) bü)3, z. B. aati liegen 1 M. 34, 7, büXQ sinken Pred. 12, 4; so besonders bei 
Verbis, welche im Imperf. in zweiter Sylbe ä haben, oder bei solchen, deren 
2. oder 3. Stammconsonant eine Gutturalis ist (häufig neben der gewöhnlichen 
Form). Vor Suffixen lautet die Form büj3=büj? oder mit Verdünnung des 
azut büp, z. B. ^Va Hi. 7, 19. 

b) rAüg und daraus verdünnt fiböp; !"&*?£ und Jiiipp (Femininformen zu i^j3 
und bbfp, meist von intrans. Verbis und z. Th. neben Formen ohne Feminin- 
endung in Gebrauch), z. B. M?3ttJ$ sich verschulden, 3 M. 5, 26, TW2® hassen; 
Fö*!»? sich nähern 2 M. 36, 2, tfxün schonen Ezech. 16, 5. (Dagegen ist in 
rftoh 1 M. 19, 16 urspr. ä zu e umgelautet; vergl. Jes. 8, 11.) 

lieber den Gebrauch dieser Formen als Nomina verbalia s. §. 84, No. 10. 11. 

2. Eine Art von Gerundium bildet der Inf. constr» mit der Prä- 
position b: bb)A interficiendo, ad interficiendum; bö?b atf cadendum, 
zu fallen. 

Die Verschmelzung des b mit dem Inf. constr. zu einer gramm. Form 
scheint durch den festen Sylbenschluss angedeutet (vergl. Vö:b mit DägeS 
lene in 6 = lin-pol; also wohl auch liq-töl u. s. w. ; dagegen Vfipa bin e phöl Hi. 4, 
13; VfiJ3 2 Sam. 3, 34). Ausnahmen nur "pnA 1 ] ttWnA Jer. 1, 10,*rhlöS> 47, 4 
und nach einigen nhdb 4 Mos. 21, 4; anderseits ^Bfi 1 M. 19, 21; 2 M. 12, 27. 
1 Chr. 4, 10. 

§. 46. 

Imperativ. 

1. Die Grundform des Imperativ bbp (VdJ?), also gleichlautend 
mit dem Inf. constr. (§. 45), ist dieselbe, die auch der Bildung des 
Imperfect zu Grunde liegt (§. 47)\ Sie stellt die zweite Person dar 
und bildet ein Femininum und einen Plural. Die dritte Person 
wird durch das Imperf. als Jussiv vertreten (§. 127, 3, c); auch die 
'zweite muss stets durch den Jussiv vertreten werden, wenn eine 
Negation hinzutritt, z. B. bbf?Pi b» ne occidas (nicht VtDf? b«). Die 
Passiva haben keinen Imperativ, wohl aber die Reflexiva, wie 
Niph'al und Hithpa'el 2 . 

2. Die Afformativa der 2. sing. fem. und der 2. plur. masc. 
und fem. entsprechen durchaus denen des Imperfect (§. 47, 2). 

1 Auch der Inf. absol. wird, wie der griechische Inf., bisweilen für den Imperativ 
gebraucht (§. 131, 4, b), Ueber den Infio. überhaupt vergl. Koch „Der semitische Inf. a 

^Schaffh. 1874). 

2 Nur zweimal (Ez. 32, 19. Jer. 49, 8) findet sich ein Imper. im Hoph., aber 
der Bedeutung nach dem Beflexivum nahe stehend. 



§. 46. 47. Imperativ. Imperfect und Mezion desselben. 103 

Ebenso hat der Imper. der 2. masc. sing, mit dem Imperfect die 
Verlängerung durch das sog. n— paragogicum gemein, wie ander- 
seits gewisse verkürzte Formen derselben Person ihre Analogie im 
Jussiv finden (§. 48, 5). 

Anm. 1. Statt der Form büJ3 (bisweilen auch plene Wop; vor Maqqeph "büp 
mit Qämfy chäfüph) bilden die Yerba med. e den Imper. nach der Form ittp 
(mit a, wie im Infin. und Lmperf.; s. das Paradigma); ebenso eine Anzahl anderer 
(jedoch nur intransitiver Yerba, die im Perf. a haben, z. B. S3Ö liege, 2 Sam. 
13, 5; Pausa ysti (wiederum entsprechend dem lmperf. 2Stt^). 

2. Seltener findet sich in der ersten Sylbe der Femininform des Sing, und 
der Masculinform des Plural, welche übrigens mit &wä mobile zu sprechen 
sind (qtpti, qif e lü, daher ^3SW3 u. s. w. ohne Däg. lene; doch vergl. ^pöfct Jer. 10, 
17 und in derselben Lautverbindung ^Bfetfl Jes. 47, 2), statt des «ein ö, z. B. ^bv 
herrsche Bicht. 9, 10; tottpo ziehet Ez. 32, 20. Diese Zurückwerfung des urspr. 
ü der zweiten Sylbe (denn ö ist aus u getrübt) wäre eigentlich das Begelmässige 
und die Formen mit ? beruhen nur auf einer Abschwäch ung des charakteristi- 
schen Vocals. — Die Pausa der 2. plur. masc. lautet wie lltä 1 Kön. 3, 26; 
von Saü = Vöti5 u. s. w., ebenso von 2. sing. fem. in Pausa i*]3s Jes. 23, 12 
(sogar ausser der Pausa ^aiöfp 1 Sam. 28, 8 im KHhtb); von Hab = VjifO 
Joel 2, 21. 

3. In der 2 fem. plur. findet sich einmal 1?0^ 1 Mos. 4, 23 (für HJÄTÖ) mit 
Abfall des ir-^- und Einsetzung eines Hülfs- Vocals. Statt des abnormen 1&pp 
2 Mos. 2, 20 (für fijfc^p) ist vielleicht, wie Buth 1, 20, ^tflfö zu lesen. 

§. 47. 

Imperfect und Flexion desselben 1 . 

1. Die Personen des Imperfect werden im Gegensatz zu denen 
des Perfect in der Weise gebildet, dass abgekürzte Formen des 
Personal-Pronomen (Praeformativa) vor den Stamm und zwar vor 

f i Der Name Imperfect ist hier im geraden Gegensatz zum Perfect und in weiterem 
Sinne zu nehmen, als in der lat. und griech. Grammatik« Das hehr, (semitische) Perf % 
bezeichnet im Allgemeinen das Abgeschlossene, Vollendete und Vergangene, das Ge- 
schehensein und das Gewordene, zugleich aber auch das als vollzogen Vorgestellte, sollte 
es auch in die Gegenwart hineinreichen oder gar in Wirklichkeit noch zukünftig sein. 
Das Impf, beschreibt dagegen das Eintretende, noch Unvollendete und Andauernde, 
das eben Geschehende, das im Werden Begriffene und daher auch das noch Zukünftige, 
aber ebenso auch das wiederholt oder in zusammenhängender Folge Geschehende in 
der Vergangenheit (latein. lmperf.). Aus dem Obigen ergiebt sich, dass die früher üb- 
liche Bezeichnung des lmperf. als Futurum nur eine Seite des Begriffe hervorhebt. 
Ueberhaupt hat die Uebertragung der indogermanischen Tempus-Namen auf die semi- 
tischen Tempora, wie sie durch den Einfluss der griech. Grammatiker von den Syrern 
und nach deren Vorgang von den Arabern, dann von den jüdischen Gelehrten .vollzogen 
wurde, mancherlei falsche Auffassungen mit sich gebracht. Dem semitischen Tempus- 
begriff, der das Geschehen nur unter dem Gesichtspunkt der vollendeten oder unvoll- 



104 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Starkes Verbum. 

die abstracto Stammform (bb£) treten. Indem jedoch der Ton auf 
dem charakteristischen Vocal der Stammform festgehalten wird 
oder sogar (in der 2. fem. sing., der 3. und 2. rnasc. plur.) auf die 
Afformativa übergeht, zeigen sich die Praeformativa des Imperf. bei 
weitem stärker verkürzt, als die Afformativa des Perfect, so dass 
überall nur Ein Consonant (% n, 8, 5) übrig geblieben ist. Da aber 
dieses mit der Stammform verwachsende Präformativ nicht immer 
hinreichte , zugleich die Unterschiede des Genus und Numerus zu 
bezeichnen, so musste diese Unterscheidung bei mehreren noch 
durch besondere Afformativa bewirkt werden. Vergl. die Tabelle 
§• 40, 2. 

2. Die Ableitung und Bedeutung sowohl der Praeformativa, 
als der Afformativa ist meistens Jioch deutlich. 

In der ersten Person VtDpK, Plur . bfaj», ist g aus 15», 5 aus «ore 
abgekürzt, und hier bedurfte es keiner Bezeichnung des Genus und 
Numerus durch eine besondere Endung. Was die Vocalisation an- 
belangt, so weist' das Arabische auf die Grundformen 'äqtül und 
näqtül hin; das K der 1. Plur. ist somit (wie in den übrigen Prae- 
formativen) aus a verdünnt. Das S e göl der 1. Sing, erklärt sich 
wohl aus der Vorliebe des K für diesen gefärbten Laut (nach QimcM 
aus dem Bestreben, den Gleichklang von bb£tf und bbp., welches 
letztere man darnach gleichfalls iqtöl gesprochen hätte, zu ver- 
meiden). 

Das m praeformativum der zweiten Personen (bbpft, Grundf. 
täqtül u. s. w.) ist ohne Zweifel auf das t\ von nriK, DP)K u. s. w. zurück- 
zufuhren, das *v T - afform. der 2. fem. Sing. ^bppFi auf die Feminin- 
endung in in« (s. §. 32, Anm. 4); das 1 afform. der 2. plur. Masc. 
«ibüpn (vollständiger "p, s. Anm. 4) ist Bezeichnung des Plural, wie 
in der 3. Pers. und schon im Perfect (§. 44, 1), hier auf das Mascul. 
beschränkt 1 , während das afform. nj (wofür auch "j) der 3. und 



endeten Handlung anschaut, ist das indogerm. Fachwerk dreier Zeitsphaeren (Ver- 
gangenh., Gegenw., Zuk.) von Haus aus fremd. — In der Bildungsweise der beiden 
Tempora zeigt sich ein Unterschied besonders darin, dass im Perfect der Verbalstamm 
vorangeht und die Personenbezeichnung wie eine nachträgliche Bestimmung hinzutritt, 
im Impf, hingegen das Subjeot, von welchem die Handlung ausgeht oder ein Zustand 
ausgesagt wird, durch ein voranstehendes Pronomen ausgedrückt wird. 8. das Weitere 
in der Syntax §. 125 ff. 

1 Dieses ist auch das eigentliche Genua der Pluralsylbe ün, ü. Im Perl wird 
sie zwar im Hebräischen für beide Geschlechter gebraucht, in den verwandten Sprachen 
jedoch auch dort nur für das Maaadinum, z. B. im Syr. (pfälün, neben der Feminin- 
form quälen, im Arab. qätälü, Fem. qätälnä, Aeth. qätälü, qätälä. 



§. 47. Imperfect und Flexion desselben. 105 



2. fem. Plur. entweder auf nsn eae nnd rcFUt vos (fem.) oder auf 
eine alte Endnng des Feminin-Plurals (aram. "j— ) zurückweist. 

Die Praeformativa der dritten Personen (i im Mose. bbp.\ Grdf. 
Jäqtül, Plur. nbopj, Grdf. jäqtülü; M im Fem. VüJJPi, /Vwr. njbDpn) 
haben noch keine befriedigende Erklärung gefunden. Bei D könnte 
man noch am ehesten an die urspr. Femininendung n— der Nomina, 
sowie der 3. Sing. fem. Perf denken. Ueber die Afformativa i (•p) 
und rw s. o. 

T 

3. Der charakteristische Vocal der zweiten Sylbe wird vor den 
yocalisch anlautenden betonten Afformativen zu S*wä verflüchtigt, 
hält sich dagegen (in der Tonsylbe) vor dem tonlosen Affofm. ro. 
Also ^5p£P, *&Qf*j 'Ötpjpri \in Pausa dagegen '»bojjTi u.s. w.) näüppu 

Anm. 1. Als Dehnung eines urspr. ü in der Tonsylbe ist das ö der zweiten 
Sylbe (wie im Inf constr. und Imper.) nur tonlang (§. 9, No. 10, 3). Daraus 
folgt: a) dass es nur ausnahmsweise, wenn auch ziemlich häufig, plene ge- 
schrieben wird; b) dass es vor Maqqeph in Qämef-chäfüph übergeht, z. B. 
DTT-nn^l und er schrieb daselbst Jos. 8. 32: c) dass es vor den betonten Affbr- 
mat. "»-7- und * verflüchtigt wird (s. o. No. 3). Ganz abnorm sind die drei 
Beispiele, welche statt der Verflüchtigung zu ä*wd langes ü aufweisen: ttttferö^ 
C£ 2 Mos. 18, 26, unmittelbar vor grosser Pausa, aber nach Qimchi (ed. Bütenb. 
pg. 18 b ) gegen unsere Ausgaben mit dem Ton auf der Ultima; ebenso m l& 
rua ^nrn Buth 2, 8; Q^nam (in grosser Pausa) Spr. 14, 3. In den beiden 
ersten Fällen ist vielleicht toiBizn und iTiita (für ttttfar» u. 8. w.) kraft eines 
Zurückwirkens der Pausa beabsichtigt, während das * Spr. 14, 3 nur als laut- 
liches Aequivalent fur^ (vergl. z. B. £z. 35, 6) erklärt werden könnte. 

f 2. Dieses ö findet sich fast ausschliesslich nur bei den Yerbis med. A. wie 

bü£. Die Intransitiva med. E erhalten im Impf, ä (P&thäch), z. B. Vja, \ft£* 
gross werden] auch von med. O wie pg klein sein lautet das Imperf. *)Q|7\ 
Zuweilen existiren beide Formen neben einander so, dass die mit ö transitive, 
die mit ä intransitive Bedeutung hat, z. B. *TOp^ er schneidet ab, ISJt^ ** *** a ^" 
geschnitten d. i. kurz; ttftfi Impf, ö: besiegen, Impf, ä: hinfällig sein, 2 M. 17, 
13. Hiob 14, 10. Seltener stehen beide ohne Unterschied, z. B. tf& und tpÖ* 
er beisst, ytin? und yW2 er ist geneigt (doch trans. = er biegt nur letzteres 
Hiob 40, 17). Bei einigen Verbis *t (§. 69, 1) u. K'to (§. 68, 1) findet sich statt 
ä oder ö wandelbares Jferi in der zweiten Sylbe; ausserdem nur in ftf] t fQl* 
von yn: geben. Wir nennen diese drei Arten von Jmper/ccf-Formen nach ihrem 
Charaktervocal Impf. O, Impf. A, Impf. E. 



1 Die gewöhnliche Ableitung des h aus dem 1 des Pron. Wi mit Vergleichung 
von MJ für awj (§. 69) hat wenig für sich, erklärt auch nicht das Jod praeform. des 
Plurals. Rüdiger vermuthete, dass ehedem ein entsprechendes Pronomen der 3. Person 
(Ja?) existirt habe, und vergleicht amhar. jth (dieser) und ja (welcher), vorausgesetzt, 
dass diese altsemitisch seien. Beachtung verdient übrigens, dass im Arab. und West- 
aram. Jod auch als Praeformativ der 3 Plur. fem. erscheint (s. u. Anm. 3.) 



106 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Gap. Starkes Verbum. 

3. Für die 3. plur. fem. JiAS^ft kommt dreimal (wie zum Unterschiede von 
der 2. Person) die Form ttAbp^ vor, mit dem Präform. * (wie stets im "West- 
aram., Arab., Aeth, Assyr.): 1 M. 30, 38. 1 Sam. 6, 12. Dan. 8, 22. Dagegen 
scheint fijbSptn in einigen Fällen missbräuchlich geradezu für das Fem. der 
3. P. oder das Mose, der 2. P. Sing, gesetzt zu sein, wie rijhblün Bicht. 5, 26 
(wo jedoch wahrscheinlich iiSrftttJn zu lesen ist), und Obad. 13 (für 2. Mose, 
Sing., nach Olsh. verstümmelt aus T; r&ti$P); vergl. Jes. 28, 3 (27, 11?). Hiob 
17, 16. Bei dieser geringen Anzahl von Beispielen ist man kaum berechtigt, 
in den genannten Stellen die Beste einer emphatischen Imperfect- Bildung zu 
finden (analog dem Modus energicus I mit der Endung ärtTiä im Arab.). — Für 
rtt steht häufig (bes. im Pentateuch u. meist nach Wäw consecut., s. §. 49, 2) 
bloss t 1 nä, z. B. 2 M. 1, 18. 19. 15, 20, im Arab. stets nä. Vom starken Verb 
ist nach Elias Levita Jtt^ta (2 Sam. 13, 18) das einzige Beispiel dieser Art. 
Eine vereinzelte Anomalie ist iiiiriaättl sie waren hoch Ez. 16, 50 (mit ein- 
geschobenem *-^- nach Art der Verba 9"9 und Y'9 §. 67, 4. 72, 5) ; nach Olsh. 
ein Fehler, der durch die nachfolgende Form veranlasst ward. 

f 4. Statt der Plural-Formen auf * finden sich nicht selten, bes. in den älteren 

Büchern, Formen mit der vollständigeren Endung "p, meist mit merklichem 
Nachdruck, daher am häufigsten am Ende der Sätze (vor grosser Pausa), wo- 
bei gewöhnlich zugleich der Vocal der zweiten Sylbe festgehalten ist. So ent- 
stehen volltönende Formen, wie *pB^b? sie sammeln Ps. 104, 28, "PUT? sie zittern 
2 M. 15, 14, yijattSF! ihr sollt hören 5 M. 1, 17. Ausserhalb der Pausa z. B. Ps. 
11, 2: ntijj 'jsiD-rn, vgl. 4, 3. 1 M. 18, 28. 29. 30—32. Jes. 8, 12. 1 Sam. 9, 13. 
In einigen dieser Beispiele mögen euphonische Gründe mitgewirkt haben (sicher 
z. B. 1 Sam. 9, 13); dass jedoch vor allem die Pausa einen Einfluss auf die 
Bestituirung dieser alten volleren Endung ausgeübt hat, erhellt deutlich aus 
Jes. 26, 11 : «fohil wn tt-tm ba sie schauen nicht .-mögen sie schauen und sich 
schämen. Alles dies gilt auch für die entsprechenden Imperfectformen der ab- 
geleiteten Conjugationen *. Im Aram. und Arab. ist diese ursprünglichere 
Endung "p (altar. ünä) die herrschende ; doch ist sie in der arab. Vulgärsprache 
gleichfalls zu ü geworden. — Mit angehängtem K (nach arab. Orthographie, 
§. 44, Anm. 4) fiadet sich im Impf, nur Jer. 10, 5: titiOV): doch ist die Form 
wohl nur irrthümliche Metathesis für Wk?!'?, veranlasst durch das vorher- 
gehende Kiittj. 

5. Entsprechend dem "p für * tritt in der 2. Fem. Sing., wenn auch viel 
seltener, die vollere Endung "p-^- (wie im Aram. und Arab. ; altar. tnä) für *— r - 
auf, wiederum gewöhnlich in grosser Pausa und fast überall mit Festhaltung 
des Vocals in der vorletzten Sylbe; vergl. l pP?7? Rutl1 2 > 8 « 21, vgl. 3, 4. 18. 
1 Sam. 1, 14. Jer. 31, 22. Jes. 45, 10. 

6. TJeber die Bestituirung des verflüchtigten ö der Formen *b&tfe\ u. s. w. in 
Pausa s. o. No. 3; dem entsprechend restituiren auch die Imperfecta mit ä 
diesen Vocal in Pausa und dehnen ihn zugleich (als Tonvocal) zu ä, also z. B. 
^Watn, &i}\ Diese Einwirkung des Pausal- Tones erstreckt sich sogar auf 



* Zu bemerken ist, dass die Chronik öfter das Nun weglässt, wo es die Parallel- 
steile in den BB. der Könige bietet; s. 1 Kön. 8, 38. 43, vgl. 2 Chr. 6, 29. 33. — 
1 Kön. 12, 24. 2 Kön. 11, 5, vgl. 2 Chr. 11, 4. 23, 4. 



§. 48. Verkürz, u. Verläng, des Impf. u. Imp., Jussiv u. Cohortativ. 107 

die Formen, welche keine Afformativa haben, z. B. Vwi lautet in Pausa iwi. 
Nur die volleren Formen auf un und in haben den Ton stets auf der Endsylbe 
(die Vocale ü und i in geschlossener Ultima gestatten nie die Zurückziehung 
des Tones). 

§. 48. 

Verkürzung und Verlängerung des Imperfect und des Imperativ. 

Jussiv und Cohortativ. 

1. Einen gewissen Ersatz für den Mangel an besonderen Formen 
für die Tempora relativa und gewisse Modi des Verbs bieten einige 
Veränderungen , welche an der Form des Imperfect vorgenommen 
werden, und dann beständig oder doch fast stets eine bestimmte 
Nuancirung der Bedeutung ausdrücken. 

2. Man unterscheidet nämlich von der gewöhnlichen Form des 
Imperfect noch eine verlängerte (Cohortativ-) und eine verkürzte 
(Jussiv-)FoTm desselben 1 . Die erstere findet sich (mit wenigen Aus- 
nahmen) nur in der ersten , die letztere mehr nur in der zweiten 
und dritten, seltener auch in der ersten Person. Uebrigens verbot 
im Hebräischen nicht selten die Rücksicht auf die Gesetze der Be- 
tonung und Sylbenbildung , den Jussiv durch eine wirkliche Ver- 
kürzung der Form kenntlich zu machen; derselbe fällt daher häufig 
mit der gewöhnlichen (Indicativ-) Form des Imperfect zusammen. 

Im classischen Arab. ist der Unterschied fast"überall deutlich; man unter- 
scheidet dort neben dem Indicativ jäqtülü noch a) einen Subjunctiv jäqtülä; 
b) einen Jussiv, jäqtül; und c) einen doppelten sogen, modus energicus des 
Impf., jäqtülännä und jäqtülän, in Pausa jäqtülä, welche letztere Form somit 
dem hebr. Cohortativ entspricht. 

3. Der Charakter der Cohortativ-F orm besteht in einem an die 
erste Person angehängten langen ä n— , z. B. nbp£tf aus bb£tf 
(vergl. das verwandte tt— der Richtung am Nomen §. 69, 2 a). Sie 
kommt in allen Conjugationen und allen Classen des starken und 
schwachen Verbi (ausser, wie natürlich, in den Passivis) yor, und 
die Endung n— hat den Ton in allen den Fällen, wo ihn die Affor- 
mativa } und i— haben. Wie vor diesen Endungen der wandelbare 
Vocal der letzten Sylbe zu S e wä verflüchtigt wird, so auch vor dem 
n — cohort., z. B. im Qal rntttÖÄ (ich will wahren), im PL npnj? 
(wir wollen zerreissen) Ps. 2, 3 ; dagegen hält sich der unwandel- 
bare Vocal der Endsylbe als Tonvocal vor dem i"l— , also z. B. im 

* Im Perfect wird für die entsprechenden Verhältnisse lediglich die einzig vor- 
handene Form verwendet, die auch den Indicativ ausdrückt (s. §. 126, 5). 



108 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Starkes Verbum. 

Hiph. TM^ttk (ich will preisen). Endlich wird (wie vor ü und f) 
auch der verflüchtigte Vocal in Pausa als Tonvocal restituirtf zu 
dem Cohort. rnttttf» lautet also die Pausa mbtfct (Ps. 59, 10). 

Die Abstumpfung des ti— zu rt-^- findet sich nur 1 Sam. 28, 15 und an der 
3. Per 8. Ps. 20, 4 (dort in einer durch nachfolg. DägeS f. conjunct. geschärften 
Sylbe). Ausserdem findet sich Sl— cohort, an der dritten Person: Jes. 5, 19 
(zweimal); Ez. 23, 20 (und darnach auch V. 16 im Q e rt gefordert, beide Male 
übrigens ohne Einfluss auf die Bedeutung, wie auch Spr. 1, 20 und 8, 3). Wahr- 
scheinlich gehört hierher auch Hi. 11, 17, obschon dort iiBSFj mit Qimchi auch 
als 2. masc. betrachtet werden könnte. Mehrfach abnorm ist hrjaoälj 5 M. 33. 
16 (für hfip'äin = tfhxn). Uebrigens ist in einigen der genannten Stellen die Mög- 
lichkeit nicht ausgeschlossen, dass das bedeutungslose iT-^- als zweite (pleo- 
nastische) Femininbezeichnung zu betrachten ist. 

Der Cohortativ drückt die Richtung des Willens auf eine Hand- 
lung aus, und bezeichnet somit vorzüglich eine Selbstermunterung 
(in der 1. plur. zugleich eine Aufforderung an andere), einen Ent- 
schluss, oder einen Wunsch (als Optativ) u. s. w. (s. §. 128). 

4. Der allgemeine Charakter der Jussiv-Form des Imperfect ist 
eine Beschleunigung der Aussprache, verbunden mit der Neigung, 
den Ton von der Endsylbe zurückzuziehen, um so die Emphase des 
feefehls gleich in der ersten Sylbe zum Ausdruck zu bringen. Dieses 
Bestreben hat in gewissen Formen sogar eine erhebliche Verkürzung 
des Wortendes bewirkt, so dass der Ausdruck des Befehls auf eine 
einzige Sylbe concentrirt erscheint. Anderwärts muss sich jedoch 
der Jussiv mit einer Verkürzung des Vocals der zweiten Sylbe be- 
gnügen, ohne demselben den Ton entziehen zu können, und sehr 
häufig gestattet die Beschaffenheit der Form überhaupt keine Ver- 
änderung (s. o. No. 2). Doch ist nicht unmöglich, dass sich auch 
in einem solchen Falle der Jussiv in der lebendigen Rede durch 
andere Betonung von dem Indicativ unterschied. Im starken Verbum 
ist der Jussiv äusserlich nur im HiphHl vom Indicativ geschieden 
(Juss. bt}fj5, Ind. b^ttjr;); ausserdem im Qal und HiphHl der Verba V* 
(nfaj und nt£, Ind. rfltt} und fVW) und in allen Conjugationen der 
Verba fi"b, wo nach der Abwerfung (Apocope) der Endung n— im 
Qal und Hiph. sogar einsylbige Bildungen entstehen, mit oder ohne 
Hülfsvocal unter dem zweiten Stammconsonanten, z. B. Qal Ind. 
r6}\ Juss. bjp; Hiph. Ind. nba\ Juss. b^; aber auch im Pi'el W 
vom Indic. tV\T\ (sogen. Imperfecta apocopata). Doch fallen auch 
hier sämmtliche Pluralformen des Jussiv mit denen des Indicativ 
zusammen, nur dass im Jussiv die vollere Endung *p ausgeschlossen 
ist. Ebensowenig können die Formen der 2. Pers. Sing, fem., wie 



§. 49. Perfect und Imperfect mit Waw consecutivum. 109 

h W?I*S Trotttj, ^bl}Pi u. s. w., im Jussiv verändert werden, desgleichen 
alle sowohl Singular- als Plural-Formen, welche mit Suffixen ver- 
bunden sind, z. B. ^frttPi als Ind. Jer. 38, 15, als Jussiv 41, 8. 

Die Bedeutung dieser Form ist der des Cohortativ ähnlich, nur 
dass sich im Jussiv der Befehl oder Wunsch fast ausschliesslich 
auf die 2. oder 3. Pers. erstreckt. Ueber besondere Anwendungen 
der Jussivform, z. B. in hypothetischen Sätzen (sogar in der l.Pers.) 
s. §. 128, 2. 

5. Der Imperativ lässt, entsprechend seiner sonstigen Verwandt- 
schaft mit dem Imperf. in Form und Bedeutung, dieselbe Art der 
Verlängerung (durch n— , arab. Imp. energ. mit der Endung -ännä 
oder -an, in Pausa -4) und der Verkürzung zu. So lautet im Qal 
des starken Verbum die Verlängerung zu nbt3: IX^ütO (Söm'rd, vergl. 
•»bpf? qifli, §. 46, Anm. 2) bewache; zu a?ti: Hlptä liege; der verkürzte 
Imp. bei den Verbis n"b, z. B. im Pi'el b| aus röj. Im ffiphHl wird 
das t der zweiten Sylbe auf e reducirt, wenn die Sylbe geschlossen 
ist, z. B. bttjrti; dagegen hält sich i in offener Sylbe, z. B. "Wjgn 
(beide Fälle ganz so, wie im Jussiv). Die Nuancirung der Bedeutung 
ist bei den Imperativen mit n— nicht immer so merklich, wie bei 
den Cohortativ-Formen des Impf., doch steht die längere Form 
häufig mit Emphase, z. B. tfip stehe auf, rojRp auf! )P± gieb, TWF\ 
gieb her! 

§.49. 
Perfect und Imperfect mit Waw consecutivum. 

1. Der Gebrauch der beiden Tempusformen ist, wie die Syntax 
des Weiteren lehrt (§. 126. 127, vergl. oben §. 47 Note), keineswegs 
auf den Ausdruck der Vergangenheit oder Zukunft beschränkt. Zu 
den auffallendsten Eigenthümlichkeiten der hebräischen Consecutio 
temporum 1 gehört aber die Erscheinung, dass bei der Darstellung 
einer Reihe von vergangenen Ereignissen nur das erste Verbum im 
Perfect steht und sodann in Imperfectis fortgefahren wird, umge- 
kehrt aber bei der Darstellung einer Reihe von zukünftigen Ereig- 
nissen mit dem Impf, begonnen und in Perfectis fortgefahren wird. 
2 Kön. 20, 1 : In Jenen Tagen erkrankte (Perf.) Hiskia . . und es kam 
(Impf.) zu ihm Jesaia . . und sprach (Impf.) zu ihm u. s. w. Dagegen 

i Die übrigen semitischen Sprachen zeigen diese Eigentümlichkeit nicht, ausge- 
nommen das dem Hebräischen nächstverwandte Phönicische, und selbstverständlich auch 
das transjordanische (moabit) Hebräisch der Mesa'-Inschrift. 



110 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Gap. Starkes Verbum. 

Jes. 7, 17: Bringen wird (Impf.) der Herr über dich . . Tage, wie 
sie u. 8. w. 18. Und es wird geschehen (Perf.: 5T»rn) an jenem Tage . . 
Dieser Fortschritt in der Zeitfolge wird herrschend durch ein be- 
deutsames und, das sog. Wäw consecutivum 1 , bezeichnet, welches an 
sich zwar nur eine Abart des gewöhnl. Wäw copulativum bildet, 
zum Theil aber (im Imperf.) mit einer sonst ungewöhnlichen 
Yocalisation erscheint. Hierzu kommt, dass die mit Wäw consec. 
zusammengesetzten Tempusformen zum Theil einer veränderten 
Betonung und in Folge dessen leicht auch anderweitigen Verände- 
rungen unterliegen. 

2. Das Wäw consecutivum Imperfecti wird a) mit Päthäch und 
folgendem DägeS forte ausgesprochen, bbj^l und er tödtete, vor dem 
tt der ersten Person Sing, (nach §. 22, 1) mit Qäm#$, bbpfcFi und ich 
tödtete; im Praeform. »j fällt das DägeS f. (nach §. 20, 3 b u. Note) 
fast immer aus. b) wo eine Verkürzung der Imperfect-Form mög- 
lich ist (vergl. §. 48, 4), tritt dieselbe nach Wäw consec. in Kraft, 
z. B. im Hiph. büp*5 (§. 53, Anm. 4). Das Bestreben, den Ton von 
der Endsylbe zurückzuziehen, wirkt nach Wäw consec. sogar noch, 
stärker, als im Jussiv; mit der Zurückwerfung des Tons auf die 
Paenultima ist dann nothwendig die möglichste Verkürzung des 
Vocals der zweiten Sylbe verbunden, da derselbe nun in tonlose 
geschlossene Sylbe zu stehen kommt, z. B. tflp?, Juss. DpJ, mit Wäw 
consecut. Dp*} und er stand auf (§. 67, Anm. 2 u. 7. §. 68, 1. §. 69. 
Anm. 3. §.71. §. 72, Anm. 4 u. 7. §. 73, Anm. 2) 2 . Nur bei der 
ersten Person, zumal im Singular, ist die Zurückziehung des Tones 
und selbst die Keducirung des langen Vocals in der zweiten Sylbe 
(ü zu ö, i zu <) nicht gewöhnlich, auch die Apocope bei den n"b 
seltener, z. B. ötets W)pK1 (wofür orthogr. auch Dptfl) und ich stand 

1 Dieser Name drückt am besten das obwaltende syntaktische Verhältniss aus, 
denn durch Wäw consec. wird stets eine Handlung als direkte oder wenigstens zeit- 
liche Folgt einer vorangegangenen Handlung dargestellt. (Wenn ganze Bücher [3 u. 
4 Mos., Jos. Rieht. Sam. 2 Kön. Ez. Ruth Esth. Neh. 2 Chron.] mit Imperf. consec., 
andere [2 Mos. 1 Kön. Ezra] mit Wäw copuL beginnen, so soll damit eben eine enge 
Verbindung mit den [jetzt oder ursprünglich] vorangehenden Geschichtsbüchern her- 
gestellt werden; vergl. dagegen den selbständigen Anfang des Hiob und Dan.) Bein 
äusserlich ist die früher übliche Bezeichnung des Wäw consec. .als Wäw conversivum, 
weil es die Bedeutung des betr. Tempus jedesmal in die entgegengesetzte verwandle 
(sc. nach früherer Auffassung das Futur, ins Praeter.' und umgekehrt). 

2 Auch die Plural-Formen auf "p kommen nach dem Wäw consecut. seltener vor, 
doch vergl. l^Tfi Rieht.- 8, 1. 11, 18. Arnos 6, 3. Ezech. 44,8. 5 M. 4, 11. 5, 20; 
niemals findet sich nach Wäw consec. die 2. fem. Sing, auf "p— . 



§. 49. Perfect und Imperfect mit "Waw consecutivum. 111 

auf; Hiph. D*»p8i; Twr\$) und ich sah (häufiger als *n*£). Dagegen 
wird hier öfter, zumal in den späteren Büchern, die Cohortativ- 
Form mit der Endung fi— gebraucht, z. B. finbÖKI und ich sandte, 
1 M. 32, 6. Rieht. 6, 9. 10. Ps. 3, 6. Nehem. 2*/ 13. 5, 7. 8. 13. 

6, 11. 13, 7 — 11 u. s. w. (z. Th., wie Ps. 3, 6, nicht ohne eine ge- 
wisse Emphase des Ausdrucks). — Weiteres s. §. 129. 

f Seiner Bedeutung nach ein verstärktes Waw copulativum schliesst sich dieses 

°1 in der Aussprache derjenigen Form an, welche sich im Arab. auch in der 
gewöhnl. Copula (wä) erhalten hat. Die enge Verbindung dieses wä mit dem 
folg. Consonanten zog im Hebr. die Dagessirung des letzteren nach sich, zu- 
mal sich ä in offener Sylbe nicht hätte halten können. Vergl. hna, JTBJ, »Tb!| 
(f. fna]?), wo die Präpositionen S, Ä, b auf dieselbe "Weise eng mit rta verbun- 
den sind. 

Die Zurückziehung des Tones findet sich auch in ähnlichen Verbindungen, 
wie rna5 (für Stii). — Das Zusammentreffen zahlreicher Consecutiv- formen 
mit den Jussiv-iormen derselben Conjugation darf nicht dazu verführen, eine 
innere Verwandtschaft beider Modi anzunehmen. Vielmehr wird bei den 
Consec.-formen die Vocalverkürzung (resp. die Zurückziehung des Tons) ledig* 
lieh durch die Lautverstärkung der Praeformativsylbe bewirkt, bei den Jassiren 
dagegen beruht sie auf dem Charakter der Form selbst. 1 

3. Dem Wäw consec. Imperfecti steht gegenüber das Wäw con- 
secutivum Perfecti, durch welches Perfecta als die zukünftige Folge 
von Handlungen oder Ereignissen hingestellt werden, die unter dem 
Gesichtspunkt der unvollendeten Handlung (also im Imperf., Imper. 
oder selbst Partie.) vorhergegangen sind. Dieses Wäw ist seiner 
Form nach ein gewöhnliches Wäw copulativum und theilt daher 
auch die verschiedenen Vocalisationen desselben (*], *i, J z. B. 2 Kön. 

7, 4, l); z. B. rwTj (nach einem Impf. u. s. w.) und da geschieht es « 
und es wird geschehen: doch hat es die Wirkung, dass in gewissen 
Verbalformen der Ton von der Paenultima in der Kegel auf die 
Ultima geworfen wird, z. B. ^rp5r ich bin gegangen, Consec.-Form: 
■»rpbrr^ und ich werde gehen Rieht. 1, 3 (coordinirt mit einem andern 
Per f. consec, welches Consecutiv eines Imper. ist); nV^ri» Cons.: 
rfrVZTy) und sie wird theilen 2 M. 26, 33 (doch gehört diese Ent- 
tonung eines i in zweiter Sylbe schon zu den Ausnahmen; vergl. 
u. lit. b). Näheres über den Gebrauch s. §. 126. 

Wie obiges erste Beispiel zeigt, hält sich das Qämef der ersten Sylbe im 
starken Perf. consec. Qal, wie vorher im Vorton, nunmehr im Gegenton (da- 
her nothwendig mit Metheg versehen). Dagegen wird das ö der zweiten Sylbe 

1 Die Meinung früherer Grammatiker, wonach ibp*3 durch Zusammenziehung 
aus iöj3"' h^ft (= ,l "0*3) entstanden sein sollte, welches man erklärte : es geschah (dass) 

# • X X X X * ^ 

er tödtete, hat nur den "Werth eines Curiosums; ebenso die Ableitung aus ?b)3^ IWV 



112 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Starkes Verbum. 

bei den Verbis med. ö nach Verlust des Tones zu ö. z. B. tftyi 2 Mos. 18, 
23. — Die Fortrückung des Tones nach dem Wäw consec. Perf. ist jedoch nicht 
consequent durchgeführt. Sie unterbleibt namentlich a) immer in der 1. pL, 
z. B. MqjJ'j 1 M. 34, 16; b) meistens auch (wenigstens im Qal) bei den Verbis 
&"b und ft"\ z. B. roifen 2 M. 26, 4. 6. 7. 10 ff.; nur vor nachfolgendem 8 wird 
häufig aus orthophonischem Grunde sogar der durch Contraction lange Vocal 
im Perf. Qal jener Verba enttont, z.B. i&f; r&O* 1 M. 6, 18. c) beständig, wenn 
ein solches Perfect in Pausa steht, z. B. nrnbl 5 M. 11, 16, und häufig auch 
vor einer unmittelbar darauf folgenden Tonsylbe (nach §. 29, 3, 6), wie hpajjjjl 
Jna 5M. 17, 14; vergl. 23, 13; Arnos 1, 4. 7. 10. 12 (doch auch ni gpörj 1 ! 'ö M.' 
21, 11. 23, 14. 24, 19). Anderwärts findet die Zurückziehung des Tones sogar 
vor dem Mhtlieg des Gegentones statt, z. B. Zeph. 1, 17. 



§. 50. 
Vom Particip. 

1. Qal hat ein doppeltes Participium: ein Part, activum, nach 
seiner Form Pö'el (b?fe) genannt, und ein Part passivum, Pä'ül 
(btte) 1 . 

Letzteres ist ohne Zweifel ein Ueberbleibsel von einer Passivform des Qal, 
welche im Arab. noch vollständig vorhanden, im Hebr. aber verloren gegangen 
ist. In ähnlicher Weise sind im Aram. die Passiva des Pi'el und Hiphll bis 
auf die Participialformen verloren gegangen. 

2. Bei den intransitiven Verbis med. e und med. o trifft die 
Form des Partie, activ. im Qal mit der 3. Sing. Perf. zusammen, 
z. B. *jth schlafend, von *jt£; ^iäj (nur orthogr. verschieden vom 
Perf. *\ty fürchtend. (Vergl. die Bildung des Part; im Niph., 
§. 51, 1.) Dagegen hat das Particip der Verba med. a die Form 
Vüp; das ö derselben ist durch Trübung aus ä entstanden und da- 
her unwandelbar, vergl. §. 9, 10, 2. Die Form bttjj, welche (mit 
zwei wandelbaren Qäme() den Formen "jth und ^ entsprechen 
würde, ist nur als Nomen verbale gewöhnlich, vergl. §. 84, 1. Von 
anderer Art ist die Bildung des Part, im Pi'el, Hiph% Hithpa'el. 

3. Die Bildung des Feminins (itbttp oder nbttp) und des Plurals 
entspricht der der übrigen Nomina (§. 87. 94). 

Anm. 1. Aus Obigem ergiebt sich: das ä der Form *|tt5j ist aus ä gedehnt, 
folglich wandelbar (z. B. Femin.: Sijltf']); das 6 von btip dagegen ist aus un- 
wandelb. ä getrübt. Im Arab. entspricht der Form qätel das Adject. verbale 



1 Die jüdischen Grammatiker nennen das Partie, act. auch ^titt (Mittelwort), 
jedoch nicht im Sinne * der latein. Benennung, sondern sofern es seiner Bedeutung 
nach (als partic. praesens) die Mitte halte zwischen Praeter, und Futurum; dem ^^S 
stellen sie dann die Passivform (wo) als Part, praeterüum gegenüber. 



§.51. Niph'al. 113 

nach der Form qätil, dem qöfel das Partie, qättl. In beiden Fällen ist also 
das e der zweiten Sylbe ans ? gedehnt, somit wandelbar (z. B. htip Plur.: d^Dp; 
135, Stat. constr. Plur. ^JD!S). — Abnorm erscheint statt der Form qotel Ps. 
16, 5 ^ait*; doch wäre möglich, dass vielmehr TpBl'in (mit incorrecter Plene- 
Schreibung) gemeint ist (vergl. y*2b 2 Kön. 8, 21) oder auch Imperf. Hiph. 
von Tp? 1 }. Die Form fcpW" 1 », welche Jes. 29, 14. 38, 5. Pred. 1, 18 scheinbar als 
Partie, (für t]tp) steht, wird an allen diesen Stellen besser als 3 Sing. Imperf. 
Hiph. erklärt (vergl. zur Oonstruction Jes. 28, 16); b^ü 1 Chr. 27, 30 kommt 
als Nom. pr. und Fremdwort nicht in Betracht. — Weshalb öVih Jes. 41, 7 
steht für Öiplii, erhellt aus der Lehre vom Tone §. 29, 3, b. 

2. Das Participium der Form Pä'ül wird zuweilen auch von Verbis in- 
tran8itivi8 gebildet, die eigentlich kein Passivum zulassen, und bezeichnet dann 
wenigstens einen passiven Zustand oder eine inhärirende Eigenschaft, z. B. 
ITlttä vertrauend Ps. 112, 7, *}*Dlä wohnend Eicht. 8, 11, ähnlich den lat. Deponens- 
Formen confisus, commoratus; sogar von einem transitiven Verb WhtJ haltend 
Uli* 3, 8. 

JB. Verba derivativa oder abgeleitete Conjugationen. 

§.51. 
Niph'al. 

1. Der Char acter dieser Conjugation besteht wesentlich in einem 
vor den Stamm tretenden 5. Dieses ist entweder vocallos und wird 
dann durch ein vorausgeschicktes n vernehmbar gemacht (vergl. 
die entsprechende arab. Conjug. VII: 'inqätälä) oder es verbindet 
sich durch einen kurzen Vocal (urspr. ä, welches' jedoch im starken 
Verbiim überall zu i verdünnt erscheint) mit dem ersten Stamm- 
consonanten. Die Erweiterung zu 351 tritt in denjenigen Formen 
ein, die nach dem ersten Stammconsonanten einen festen Vocal 
haben. So lautet (mit Assimilation des S) der Imp. und Inf. constr. 
btt^Sl> der Inf* a ^sol. bbjjn, und weiter mit Syncope des fi das 
Imperf. bttjp.. Dagegen wird 3 vermittelst eines kurzen Vocals mit 
dem ersten Stammconsonanten verbunden, wenn dertetztere vocal- 
los ist; so im Per f. bt?p3, Part bü£3, Inf. absol. zuweilen bb}53. Die 
Flexion des Niph. ist völlig der des Qal analog. 

Die Kennzeichen des Niph'al sind somit im Perfect und Particip das vor- 
gesetzte Nun, im Imp., Inf. und Impf, das DägeS im ersten Stammconsonanten. 
Diese Kennzeichen gelten auch für das schwache Verbum: bei anlautender 
Gutturalis, welche nach §. 22, 1 DägeS f. nicht erhalten kann, zieht die Auf- 
hebung der Verdoppelung beständig die Dehnung des vorhergehenden "Vocals 
nach sich (s. §. 63, 4). 

2. Hinsichtlich der Bedeutung hat Niph'al Aehnlichkeit mit dem 
griechischen Medium: es ist a) zunächst Reflexiv vom Qal, z. B. ^ütife 

Geseniud*, hebr. Grammatik. XXII. Aufl. 1 g 



114 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Starkes Verbum. 

sich hüten, <puXdaaeodat, ^no? sich verber g en; hierher gehört auch 
der häufige Gebrauch des Niph'al zum Ausdruck von Affecten, die 
auf das Gemüth zurückwirken: DHü sich betrüben, njatt seufzen (sich 

— • Tri * 

beklagen), vergl. 686peoöat, lamentari, contristari; b) Darstellung 
von reciproken, gegenseitigen Handlungen, wie TOID richten, Niph. 
mit einander rechten; f?J rathen, Niph. Rath pflegen, vergl. die 
Media und Deponentia ßouXe6eodat (f yb), (idxeodat (Drftt) , tf/ter- 
(?ärn, luctari (H£?, am* einander hadern), proeliari; c) wie Hithpa. 
(§. 54, 3, c) und das griech. Medium hat es auch die Bedeutung 
des Activs mit dem Zusätze sich (sibi), für sich, z. B. btflDp sieh 
(etwas) erbitten (1 Sam. 20, 6. 28. Neh. 13, 6), vergl. atToö(xat oe 
toöto, ev&üoaodat ^ixcova (sich den Rock anziehen), d) In Folge 
einer frühzeitigen Abschwächung des Sprachbewusstseins vertritt 
endlich Niph'al in zahlreichen Fällen das von der Sprache auf- 
gegebene Passivum des Qal, z. B. *ib* gebären, Niph. geboren werden; 
15JJ begraben, Niph. begraben werden. In Fällen, wo Qal intransitive 
Bedeutung hat oder nicht gebräuchlich ist, erscheint Niph'al auch 
als Passivum des Pi. und Hiph'ü, z. B. ^M geehrt sein, PL ehren, 
Niph. geehrt werden (neben dem Pu. ^213) ; "ins Pi. verhehlen, Hiph. 
austilgen, Niph. beides passivisch. In solchem Falle kann Niph. der 
Bedeutung nach mit Qal wieder zusammentreffen (nbn Qal und Ni. 
krank sein) und sogar einen Accusativ zu sich nehmen (§. 138, 2, 
Anm. 1). 

Beispiele von Denominativis sind: ""iSJ? männlich geboren werden 2 M. 34, 19 
(von *DT; doch ist dort wohl *t3jrj zu lesen); Mb) cordatwn fieri Hiob* 11, 12 
(von Mb cor). 

Wenn ältere Grammatiker Niph'al geradezu als das Passivum von Qal hin- 
stellten, so hatten sie damit entschieden Unrecht: denn Niph. hat keineswegs 
den Charakter der sonstigen Passiva, und im Arabischen entspricht ihm eine 
besondere Conjugation (Hnqätälä) mit eignem Passiv. Ueberdiess deutet nicht 
nur das Part. Pass. bw$ (§. 50, 1) auf ein anders geartetes Passivum des Qal, 
sondern aucff zum Niph. selbst findet sich im Hebr. die Spur eines Passivs 
in der Form bfcp: Jes. 59, 3. Klagl. 4, 14. Obwohl frühzeitig eingedrungen und 
ziemlich häufig geworden ist doch der passive Gebrauch des Niph. gegenüber 
dem reflexiven durchaus sekundär. 1 Dass das h in der Vorsatzsylbe tfi sammt 
seinem Vocal nur dazu dient, das charakteristische 3 aussprechbar zu machen, 

1 Auch in andern Sprachen lässt sich der U ebergang des RefLexivum in das 
Passivum beobachten. So ist im Sanskrit und im Griechischen noch deutlich, wie das 
Medium der Passivbildung vorangeht; das r in der Endung des latein. Passiv ist das 
Reflexivpronomen = se; im Altslawischen und Böhmischen steht amatse für amatur; 
im Dakoromanischen io me laudu ich werde gelobt. S. Pott, etymolog. Forschungen 
1. Ausg. Tb, 1. S. 133 ff. Th. 2. S. 92. Bopp, vergleichende Gramm. §. 476 ff, 



§. 51. 52. Niph'al. Pfel und Pu'al. 115 

wird durch das arab. 'inqätdlä wahrscheinlich, hei welcher Form das anlautende 
Elif sammt seinem Vocal der Synaloephe unterworfen ist, sobald ein Yocal 
vorhergeht. Die dem jn analoge Vorsatzsylbe r*i des Hithpdel (gleichfalls 
mit reflexiver Bedeutung) lautet auch im (ausserbiblischen) Aram. n& oder ftfet 

• * 

Anm. 1. Die Form des Infinit, absol. iiöJ33 schliesst sich an das Perfect an, 
und verhält sich zu demselben, wie im Qal Wog zu ittJJ der zweiten Sylbe 
aus urspr. ä getrübt). Beispiele: tpD3 1 M. 31, 30; öi-fa Eicht. 11, 25; bktfe 
1 Sam. 20, 6. 28. sämmUich in Verbindung mit dem Perfect Ein Beispiel der 
andern Form, welche sich in Verbindung mit Imperfectis findet, ist ihjH Jer. 
32, 4; einmal tth^K Ez. 14, 3, wobei vielleicht das nachfolgende OT^K zur irr- 
thüml. Umsetzung des h in K geführt hat. Dass auch in diesen Formen Ö aus 
urspr. ä getrübt ist, lehrt die Analogie des Arab. und Aram. — Uebrigens steht 
nicht selten auch die Form des Iuf. c. iojyft für den Infin. absoL, z. B. 4 M, 
15, 31. 5 M. 4, 26. 1 Kön. 20, 39. 

2. Statt des fjfert der letzten Sylbe des Impf, findet sich in Pausa öfter 
Pdthäch, z.B. iaä*} 1M.21, 8; vergl. 2 Sam 12, 15 (bei auslautendem TÖ); 17, 23 (bei 
p); Jon. 1, 5 (bei »); 8. §. 29, 4, c. In der 2. und 3. Pers. j?Zt*r. fem. ist Pdthäch 
herrschend, z. B. fiJ*)3jFi Jes. 65, 17; §ere findet sich nur in HJl^n Buth 1, 13 
(von *}ä3, also mit Aufhebung der Verdoppelung für rt|55!n; vergl. h^aKB 
Jes. 60, 4). 

3. Wenn auf das Impf., den Inf. (auf e) und Imper. ein einsylbiges oder mit 
der Tonsylbe beginnendes "Wort folgt, so weicht der Ton in der Begel von der 
Endsylbe auf die vorletzte zurück ; die enttonte letzte Sylbe erhält dann 8 e gol 
statt §er$; z. B. ttn itt^j Ez. 33, 12; Ü ^näg]) 1 M. 25, 21 ; sogar mit Pdthäch 
in zweiter Sylbe y^ nt^F) Hi. 18, 4 (vgl. dagegen Wfa* ^rW 2 Sam. 21, 14). 
Während jedoch in einzelnen Fällen (z. B. Ezr. 8, 23) die Zurückziehung des 
Tons trotz nachfolgender Tonsylbe unterbleibt, ist sie bei gewissen Bildungen 
herrschend geworden, auch wenn das nächste Wort mit unbetonter Sylbe be- 
ginnt; so bes. nach 1 consec, z. B. ötti*} 4 M. 21, 1 u. ö. — Vom Imperativ 
findet sich mit Abwerfung des anlautenden ft: 132)33 Jes. 43, 9 (Joel 4, 11 in P. 
sizcjf?; vergl. ?&5 Jer. 50, 5) für ^grt. 

4. Für die 1. Pers. Sing, des Impf, ist neben bögtf gleich häufig böjstt, z. B. 
ttHn« ich lasse mich finden Ez. 14, 3, ?a^« ich schwöre 1 M. 21, 24; und so 
stets im Cohortativ, z. B. rrapJK ich will mich rächen Jes. 1, 24. Vgl. §. 69, 
Anm. 5. 



§. 52. 

Pi'el und Pu'al. 

1. Der Charakter dieser Conjugation besteht in der Ver- 
doppelung des mittleren Stammconsonanten. Von dem einfachen 
Stamm Vüf? (vergl. §.43, Anm. 1) würde sich für das Per f. des 
Activ (Pi'el) eigentlich btDJ? ergeben (vergl. arab. Conjug. II qättälä) ; 
das Pdthäch der ersten Sylbe ist jedoch mit einer Ausnahme (siehe 
Anm. 1) im Perf. überall zu i verdünnt. In der zweiten Sylbe hat 

8* 



116 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Oap. Starkes Verbum. 

sich ä in der Mehrzahl der Fälle gehalten (daher die Conjugation 
richtiger Wal heissen sollte) ; sehr häufig ist jedoch auch hier die 
Verdünnung zu % eingetreten, welches dann regelmässig durch den 
Einfluss des Tones zu e gedehnt wird (vergl. im Aram. btDj?; im 
bibl. Aram. jedoch fast stets btDg). Ueber die drei Fälle, wo ä vor 
auslautendem ^ oder ö in e übergegangen ist, s. u. Anm. 1. — So 
entstehen für die 3. Sing. masc. Per f. Formen, wie ^ätf, TOb, tfop; 
Bflä, ^33 u. s. w. — Vor Afformativen hat sich dagegen ä überall 
erhalten, also ljbt?p, DfibtDp, *0btaj? u. s. w. In den Infinitiven (absol. 
bis)?, aus qattäl getrübt; constr. btDg), Imperf. (btDJT) und Part. 
(btDptt) tritt überall das urspr. ä der ersten Sylbe wieder hervor. 
Das S e rvä mobile der Praeformative scheint aus einem kurzen Vocal 
verflüchtigt (vergl. das arab. Imperf. Jüqättil, Part, müqättil). 

Das Passiv (Pu'al) charakterisirt sich durch den dunklen Vocal 
(#, wofür sehr selten auch ö) in erster Sylbe, während die zweite 
durchweg ä (in Pausa ä) zeigt. Ueber die Verwendung des dunkeln 
Vocals zum Ausdruck des Intransitiven vergl. §.43; auch im Arab. 
werden die Passiva durchaus mit ü in erster Sylbe gebildet. 
Uebrigens ist die Flexion beider Conjugationen der des Qal analog. 

Das » praeformativum, welches auch in den folgenden Conjugationen vor 
das Participium tritt, scheint mit dem Pron. interrog. (oder indefin., vergl. 
§. 37) *»» qui8? quicunque (fem. rra) zusammenzuhängen. 

Das DägeSf. t welches nach Obigem im ganzen Pi'el und Putal charakter- 
istisch ist, fällt abgesehen von den Yerbis mediae gutturalis (§. 64, 3) auch 
sonst bisweilen aus, wenn der mittlere Stammconsonant Sßtvä unter sich hat 
(vergl. §. 20, 3, 6), z. B. ftttitö für txHipb Ez. 17, 7; -iniüpa 2 Chron. 15, 15. Die 
Lautbarkeit des S e wä unter der litera dagessanda wird in solchem Falle bis- 
weilen durch die Setzung eines Chä^eph ausdrücklich hervorgehoben; so in Wjgi 
1 Mos. 2, 23 (mit n durch den Einfluss des vorhergehenden u; vergl. ftgB für 
ft^j u. s. w.); 1 Mos. 9, 14. Rieht. 6, 16. — Im Imperf. und Part, kann zu- 
gleich das jfrioä unter den Praeformativen (unter K in der 1. Sing. Imperf. 
Chafeph Päthäch) als Merkzeichen beider Conjugationen dienen. 

2. Der Grundbegriff des Pi'el, auf welchen alle die manig- 
faltigen Nuancirungen in der Bedeutung dieser Conjug. zurück- 
geführt werden können, ist: sich angelegentlich mit der im Stamm- 
begriff enthaltenen Handlung beschäftigen. Im Einzelnen stellt sich 
diese Intensivirung des Stammbegriflfs, die äusserlich durch die 
Schärfung der ersten Sylbe ausgedrückt wird, dar als: ä) Ver- 
stärkung und Wiederholung der Handlung (vergl. die Nomina inten- 
siva und iterativa mit verdoppeltem mittleren Stammconsonanten 



§. 52. Pi'el und Pu'al. 117 

§. 84, 6 — 9) 1 , z. B. pra lachen, Pi. scherzen, Scherz treiben (wieder- 
holt lachen), baitf "bitten, Pi. betteln; daher auch hei der Beziehung 
einer Handlung auf Viele, z. B. *D£ (Einen) begraben 1 M. 23, 4, 
Pi. (Viele) begraben 1 Kön. 11, 15^ (so häufig im Syr. und Arah.). 
Andere Abstufungen der intens, od. iterat. Bedeutung sind z. B. tlFö 
öffnen, Pi. lösen ; ^JDO zählen, Pi. erzählen. — Das eifrige Betreiben 
einer Handlung kann auch darin bestehen, dass man Andere zu 
derselben treibt und veranlasst. Daher hat Pi. auch b) causative 
Bedeutung, wie Hiph'il, z. B. ^üb lernen, Pi. lehren. Oft ist es 
durch lassen, wofür erklären oder halten (sogen, declaratives Pi'el), 
helfen aufzulösen, z. B. tt*n leben lassen, pTO für gerecht erklären, 
^ gebären helfen. — c) Häufig werden auch in dieser Gonjugation 
Denominativa gebildet, welche im Allgemeinen eine Beschäftigung 
mit dem betreffenden Gegenstand ausdrücken, sei es, um denselben 
herzustellen oder zu verwenden, z. B. "jap Nest machen, nisten (von 
1P), nw mit Staub werfen, stäuben (von ib!J), )tö von )19 die Wolken 
versammeln: oder sei es, um denselben wegzuschaffen, zu verletzen 
u. dergl. (sog. privatives Pi'el, vergl. unser köpfen, grasen, raupen), 
z. B. thtö (von thtt) entwurzeln, ausrotten; SaT eig. den Schwanz 
(15J) verletzen, dah. den Nachtrab (eines Heeres) schlagen, dem- 
selben zusetzen; 'jUSh die Asche ()tft) wegschaffen, üstV einem die 
Knochen abnagen (von DS?; vergl. in ders. Bedeutung ffiä von 0*5$). 
Solche Denominativa liegen deutlich in einigen Fällen vor, wo sich 
das zu Grunde liegende Nomen nicht mehr nachweisen lässt, 
z. B. b)j>p steinigen, mit Steinen werfen (in dieser Bedeutung auch 
im Qal gebräuchlich) und entsteinigen (den Acker), die Steine weg- 
schaffen (vergl. das engl. Yo stone in beiden Bedeutungen) 2 . 

Die Bedeutung des Passivs (Pu'at) ergiebt sich aus Obigem von 
selbst, z. B. asa stehlen, Pi. dass., Pu. gestohlen werden. 

1 Analoge Beispiele, in welchen die Verdoppelung gleichfalls verstärkende Kraft 
hat, sind im Deutschen reichen, recken; streichen (stringo), strecken, vgl. Strich, 
Strecke; wacker von wachen; andere, in welchen sie causative Bedeutung hat: stechen, 
stecken; wachen, wecken; t£XXo> zu Ende bringen (vgl. das Thema t£Xoi endigen in 
t£Xoc, TeX£a>); fewöcco zeugen, vom Thema if£va> entstehen (vgl. yIvoc). Die obigen 
deutschen Beispiele zeigen zugleich, wie sich ch in Folge der Umsetzung der vor- 
hergehenden Diphthongen in einen kurzen Vocal zu kk (ck) verdoppelt; ähnlich wird 
im Hebr. nach §. 13, 3 eine aspirirte B«gadk°phat durch die Verdoppelung not- 
wendig zur Tenuis. 

2 Im Arabischen stehen Denominativa der Oonj. JT. häufig von der Verletzung 
eines Gliedes, dem Wegschaffen von Ungeziefer und schädlichen Dingen. Doch ist 
diese Bedeutung auch der einfachsten Conj. I. nicht fremd. Vgl. auch hebr. Qal 
*OW (von "9^) Getreide kaufen und verkaufen; lat. causari, praedari u. a. 



118 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Starkes Verbum. 

Im Pfel hat sich bisweilen die eigentliche and sinnliche Bedeutung eines 
Verbi erhalten, wenn Qal eine tropische angenommen hat, sofern erstere als 
die stärkere, mehr in die Sinne fallende gedacht wird. Z. B. K^S PL hauen, 
aushauen, Qal: schaffen; rAa Fi. aufdecken, Qal: offenbaren, auch auswandern 
(das Land entblössen). 

Auch mit intransitiver Bedeutung kommt Fi. als Intensivform vor, jedoch 
nur in poetischer Sprache, z. B. TT\r\ PL zerbrochen sein Jer. 51, 56; 'fliB er- 
beben Jes. 51, 13. Spr. 28, 14; fina offen sein Jes. 48, 8. 60, 11; hjn trunken 
sein 34, 5. 7. 
f Anm. 1. Die (häufigere) Form mit Päthäch in zweiter Sylbe erscheint be- 

sonders vor Maqqeph (Pred. 9, 15. 12, 9) und in der Mitte der Sätze in fort- 
laufender Eede, während am Ende (in Pausa) öfter die Form mit §er$ steht. 
Vergl. Vna Jes. 49, 21 mit i?Ä Jos. 4, 14. Esth. 3, 1; ttiö Ez. 33, 5 mit lÄB 
Pred. 9, 15. — 8 e gol haben in der 3. Sing. Perf. 12tt reden, IM entsündigen, 
und ÖS3 Kleider waschen (neben Ö3Ä 1 Mos. 49, 11), aber in Pausa I2tt, DSD 
(von 1B3 kommt die Pausalform nirgends vor). 

Nur einmal steht in der ersten Sylbe Päthäch (wie im Aram. u. Arab.), 1 M. 
41, 51 : tw% vergessen machen, zur deutlicheren Hervorhebung der Anspielung 
auf den Namen rrttba. Ebenso findet sich Päthäch in der dem Pi'el analogen 
Quadrüiteral-Bilämig X&Vß, s. §. 56. 

2. Im Impf., Inf. und Jmp. Piel (wie auch Eithpdel) wird das £er2 der 
letzten Sylbe vor nachfolgendem Maqqeph meist zu S e gol verkürzt, z. B. "TöJKa*; 
ft er fittcAtf wA Jes. 40, 20; ^Vnzfrng weiAe wir 2 M. 13, 2. In der ersten Person 
Sing, findet sich unter dem K praeform. für Chäfeph Päthäch zweimal E-Laut: 
rTjJH 3 M. 26, 33 (ohne Zweifel unter dem Einfluss des vorhergeh. D3) und 
ö5?5$ Zach. 7, 14 (nach §. 23, 3, Anm. 2). Abnorm ist die Punktation des 
Wäw consec. vor fit praeform. in ttha«3 Eicht. 6, 9 (für 'ä^J). Für i"$$?£Fi 
finden sich auch Formen wie MjVttpFl, z. B. Jes. 3, 16. 13, 18 (in beiden Fällen 
vor Zischlaut und in Pausa). 

3. Der Inf. absol des PL hat zwar bisweilen die im Paradigma aufgeführte 
besondere Form itöp, z. B. "ib? castigando Ps. 118, 18; viel häufiger aber steht 
dafür die Form des Inf. constr. iö£. Letzterer hat ausnahmsweise auch die 
Form bx$p (mit Verdünnung des ä zu t, wie im Perf.), nämlich 3 M. 14, 43 
(pirt), 1 Chr. 8, 8 (irftttj); des Gleichklang's wegen selbst an Stelle des Inf. absol. 
2 Sam. 12, 14 (Piaßg y$3). 

4. Im Pual findet sich bisweilen ö statt ü in erster Sylbe, z. B. Ö-!K» roth- 
gefärbt Nah. 2, 4, vgl. 3, 7 flwmj); Ez. 16, 4. Ps. 72, 20. 80, 11. Nur ortho- 
graphische Licenz ist die Plene- Schreibung des kurzen u, z. B. I^P Rieht. 
18, 29. 

5. Als Inf. absol. Pu. findet sich'ssa 1 M. 40, 15. — Vom Inf. constr. Pu. 
kommt im starken Verbum kein Beispiel vor. 

6. Vom Partie. Pual finden sich einige Beispiele mit abgeworfener Prae- 
formative (ö), z. B. i3K 2 M. 3, 2; ity* (für iVja) Rieht. 13, 8; ngi 2 Kön. 2, 
10. Vom Perf. unterscheiden sich diese Parti cipia (wie im Niph.) durch das 
ä der letzten Sylbe. Andere Beispiele s. Jes. 30, 24. Ez. 26, 17. Pred. 9, 12. 
Durch die Rücksicht auf anlautendes & scheint die Abwerfung des » begünstigt: 
Jes. 18, 2. 7. Spr. 25, 19." 



§. 53. Hiph'il und Hoph'al. 119 

§. 53. 

HipMl und Hoph'al. 

1. Der Charakter des Actiys (Hiph'it) ist ein Torgesetztes n, im 
Perfect n (mit Verdünnung des ä zu *, wie im Pi'el), welches mit 
dem ersten Consonanten des Stammes eine geschlossene Sylbe 
bildet. Die zweite Sylbe hatte im Perf. ursprünglich gleichfalls ä 
(vergl. die arab. Conjug. IV: 'dqtälä und im Hebr. die Wiederkehr 
des Päthäch in der 2. und 1. Pers. nbbpn u. s.w.); nach der Ver- 
dünnung desselben zu i hätte in der , Tonsylbe regelrecht die 
Dehnung zu e erfolgen sollen (wie im Ar am. Vü£Ä, neben bttpn im 
bibl. Aram.). Statt dessen ist jedoch im starken Verbum durch- 
weg % eingetreten. Ebenso im Inf. constr. (b^V^ti), im Imperf. und 
Participium (V»pJ£ und b^pptt, beide Formen syncopirt aus b^pfttT! 
und b^pjtftp). Auf ursprüngliches if in zweiter Sylbe weisen hier die 
entsprechenden arabischen Formen (juqtil u. muqtil) hin. Im Hebr. 
tritt die regelrechte Dehnung dieses i zu e im starken Verbum wenig- 
stens im Jussiv und dem Imperf. consec. ein (s. Anm. 4), sowie im 
Imperativ der 2. Pers. Sing. masc. (Anm. 3). — Im Passiv (HopWal) 
wird das Praeformativ mit dunklem Vocal gesprochen, während 
die zweite Sylbe charakteristisches ä (in Pausa a) hat, also: Perf. 
bttpn oder bttjjn, Imperf. bttp;> (syncopirt aus bttjttyj) oder Vüf£, 
Part, büptt oder bttjtta (aus bttjttTü); nur der Infin. absol. bildet 
bttjjn. (Ueber die Entstehung des praeform. fi vergl. §. 55, No. 6.) 

Kennzeichen beider Conjugationen sind demnach das tt praeform. im Perf. 
Imp. Inf; im Impf und Part. Hiph. das Pathäch, im Hoph. das ö oder ü unter 
den Präformativen. 

2. Die Bedeutung des Hiph'il ist zunächst und noch häufiger als 
bei Pi'el (§. 52, 2, b) die eines Causativ yom Qal, z. B. «£J herausgehen, 
Hiph. herausbringen, -führen, -ziehen; th)j heilig sein, Hiph. heiligen. 
In die Kategorie des Causativs gehört auch hier (wie bei Pi'el) die 
declarative) Bedeutung, z. B. p^sn /8r gerecht erklären; Jptthfi 
zum Frevler machen (für schuldig erklären). Wenn Qal bereits 
transitive Bedeutung hat, nimmt Hiph. einen doppelten Accusativ 
zu sich (s. §. 139, 1). Von einigen Verbis existiren Pi. und Hiph. 
in derselben Bedeutung neben einander, z. B. 72&periit, Pi. und 
Hiph. perdidit; in der Regel ist jedoch nur eine Ton beiden Con- 
jugationen im Gebrauch, oder sie weichen in der Bedeutung von 
einander ab, z. B. ^33 gravem esse, Pi. ehren, Hiph. zu Ehren bringen^ 



120 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Gap. Starkes Verbum. 

auch beschweren. Verba, die im Qal intransitiv sind, werden im 
Hiph. einfach transitiv, z. B. ntft sich neigkn, Hiph. neigen, beugen. 

Unter den Gesichtspunkt des Causativen und Transitiven fallen nach he- 
bräischer (und überhaupt semitischer, bes. arab.) Anschauungsweise noch eine 
Beine von Handlungen und Begriffen, deren Darstellung durch die Hiph'ilform 
wir uns nur mittelst Umschreibungen anschaulich machen können. Zu diesen 
innerlich transitiven oder intensiven HiptiiVs gehören a) Hiph'il-Stämme, welche 
das Bekommen oder Annehmen einer körperlichen oder geistigen Eigenschaft 
ausdrücken. (Im Folgenden sind der Kürze wegen die einfachen Stämme auf- 
geführt, unter Beifügung der Bedeutung, die dem Hiptiil — oft neben anderen 
Bedeutungen — zukommt). ifiK, bin, Ifit, SSP, "pS glänzen, leuchten (Glanz aus- 
strahlen); Gegens. "^lttfi finster werden; Ö1K roth sein (Roth ausstrahlen), *pi 
weiss sein; paa, laa, ptn stark sein (Kraft entwickeln), cps schwach sein; TpK 
lang sein (Länge gewinnen); FOb hoch sein; ölfi toben, pST schreien, 3fi1, *p1 
lärmen, jubeln; t)bn sprossen (Sprossen treiben), vergl. mß blühen, tpS, pltü 
überströmen; tthn, fittjfi, fOÖ, rrax schweigen (silentium facere, Plin.); prto 
süss sein; Tbl Gelingen haben; btvb niedrig sein, b) Stämme, welche im Hiph. 
das Eintreten in einen bestimmten Zustand und weiter das Sein in demselben 
ausdrücken: yaa fest werden, vertrauen; ma, fi3t stinkend werden; nt siedend 
werden, überwallen; fibfi krank werden, öifi gesund werden; löfi in Mangel 
gerathen; filfi hitzig werden; itfn^ trocken, beschämt werden; 1rY> Vorzug er- 
füllten; ttfoa, 31p nahe kommen; "pö vertraut werden; 115, *pp wach werden; 
fclp zuvorkommen; fiitfp hart werden; 3tti, öpttJ ruhig werden (Ruhe^halten); 
ÖOttJ staunen, c) Stämme, welche ein Handeln in irgend einer bestimmten 
Bichtung ausdrücken: Kofi sündigen; pbfi schmeicheln (glatt handeln); 3Ü 1 * 
gut handeln, wohlthun; bau thöricht h., ioiü fc/t^ ä.; dir &s% Ä.; S32C demüthig 
h.; 3)51, Stth schlecht, gottlos h.; nffitf, 33>n verderbt, abscheulich h.; D^ttS fried- 
lich h., befriedigt, ergeben sein u. s. w. 

Weiter findet sich im Hiph. eine ziemliche Anzahl von Denominativis, welche 
das Hervortreiben, Erzeugen einer Sache ausdrücken und somit richtig als 
Causativa dargestellt werden 1 , z. B. 133 eine Erstgeburt hervorbringen, üttta 
regnen lassen; SIT Samen erzeugen; biß Klauen bekommen oder haben; *jlp 
Hörner bekommen oder haben; teitf abortiren; Ati schneeweiss werden oder «ein; 
•jEttS i?e# ansetzen, fett werden; tthttS Wurzeln treiben u. s. w. Anderer Art 
sind die Denominativa von "jt&t (schwerlich die OAren spitzen, sondern) mit 
dem Ohr handeln, hören; vergl. *ptöin züngeln, verläumden; 131Ö Getreide ver- 
kaufen; Ö3tt5 /rwÄ aufbrechen (den Nacken beladen?). 

3. Die Bedeutung des Hoph'al ist 0) zunächst die eines Passivs 
vom Hiph'il, z. B. Spbiön proiecit, tfblO'n oder Sfbtin proiectus est; 
V) zuweilen vertritt Hoph. auch die Stelle eines Passivs vom Qal % 
wie Dg: rächen, DJ?H gerächt werden. 

1 Dieselben Begriffe werden auch durch das Verbum tW$ {machen) umschrieben, 
z. B. Fett machen f. an seinem Körper erzeugen Hiob 15, 27; Früchte machen. 
Zweige machen f. treiben, hervorbringen Hiob 14, 9. Hos. 8, 7, vgl. im Lat. corpus, 
robur, sobolem, divitias facere und im Ital. far corpo, far forte, far frutto. 



§. 53. Hiph'il und Hoph'al. 121 

Anm. 1. Das $ der 3. Sing. masc. Perf. Hiph. bleibt ausnahmslos auch in 
'der 3. fem. (in der Tonsylbe). Dass es jedoch erst aus kurzem Yocal gedehnt 
und somit wandelbar ist, lehren die Formen des Imper. und Imperf., wo e 
(durch den Einfluss von Gutturalen auch ä) an seine Stelle tritt. In offner 
Sylbe behauptet sich i fast durchweg; nur in ganz vereinzelten Fällen ist die 
Verflüchtigung zu SPtvä eingetreten (s. Anm. 4 und 5). 

2. Der Inf. abs. hat herrschend §er$ ohne Jdd, z. B. W\Jn Eicht. 17, 3; 
selten (und incorrect) ist die "Plene- Schreibung, z. B. T'äOT Arnos 9, 8. Mit 
K statt ii (nach aramäischer Weise) findet sich O^StfÄK Jer. 25, 3. Seltene Aus- 
nahmen, wo die Form mit §er$ für den Inf. constr. steht, sind z. B. 5 M. 32, 8. 
Jes. 57, 20. Statt der gewöhnlichen Form des Inf. constr. b^öjph steht einige- 
mal b^öpsi, z. B. Y^oiön vertilgen 5 M. 7, 24. 28, 48; vergl. Jos. 11, 14. Jer. 50, 
34, und nisj^rt für m'SJjh 3 M. 14, 43 von nag. — üeber die Syncope des n 
nach Präfixen s. Anm. 7. 

3. Im Imperativ behauptet sich nach Anm. 1 das I überall in offener Sylbe, 
also auch vor Suffixen (s. §. 61, 2) und vor dem M-^- paragog., z. B. fi^öjjh, 
merke auf. Dagegen erscheint in der 2. Sing. m. das ursprüngliche i (vergL 
arab. 'äqtät) zu e gedehnt, z. B. *)Biön mache fett und wird vor Maqqeph zu S e gol, 
z. B. XJ-'jSDn HL 22, 21. — Abnorm erscheint einigemal die Form ViBpi für 
iöjai: Ps. 94, 1 (77, 2?). Jes. 43, 8. Jer. 17, 8; anderwärts hat die Masora die 
incorrecte Plene -Schreibung (V*öjjh) vorgezogen, z. B. 2 Kön. 8, 6. — Klaget 
5, 1 wird für W21M im Q?r% ftü^art gefordert. 

4. Im Impf. Hiph. ist die kürzere] Form mit §eri für den Jussiv in der 
3. und 2. m. sing, herrschend, z. B. betritt mache nicht gross Obad. 12; rHD? 
er rotte aus! Ps. 12, 4, und ebenso nach dem 1 consecut., z. B. V-O?] und er 
theilte IM. 1, 4. (Dagegen behauptet sich i gewöhnlich in der 1. P. Sing., 
z. B. ^oiüHl Arnos 2, 9.) Vor Maqqeph geht jenes §eri in S e gdl über, z. B. 
larptW Rieht. 19, 4. Im Plur. bleibt wiederum % in den Formen ^V^Op, A^IJPJ 
auch im Jussiv und nach 1 consecut., z. B. -Ip^äw Bicht. 18, 22. Die einzigen 
Ausnahmen, wo das i (nach Art des Aramäischen) zu JSPwä verflüchtigt er- 
scheint, sind -la^n^ 1 Kön. 20, 33; «D^W Jer. 9, 2 und ^pSW 1 Sam. 14, 22. 
31, 2 ; ausserdem findet sich diese Verflüchtigung im Imperf. noch in 3. und 2. 
masc. Sing, vor Suffixen (1 Sam. 17, 25. Ps. 65, 10. Hi. 9, 20). Es ist indess 
fraglich, ob wir in diesen vereinzelten Beipielen wirklich eine Spur der Grund- 
form (jaqtil) und nicht vielmehr ein Verkennen der Defectiv-Schreibung (to^Yi*. 
u. s. w.) zu erblicken haben, welche letztere sonst als rein orthographische 
Licenz in zahlreichen Fällen vorliegt (sogar in 3. Sing, übwn Jes. 44, 28). 

5. Im Particip könnte ^tnöa Jes. 53, 3 auf die Grundform (maqttl) zurück- 
geführt werden, wenn man nicht lieber mit Delitzsch in jener Bildung ein 
Substantiv erblicken will (vergl. auch K2tSa Ps. 135, 7, wo sich indess §er$ 
zur Noth auch aus der Zurückziehung des Tons erklären lässt). Verflüchtigung 
des Vocals (s. o. Anm. 4) liegt vor in: tFöVrjö Jer. 29, 8, Ö^JSfB 2 Chron. 28, 
23 und im Q e rt Oestro 1 Chron. 15, 24 al. — Das Fem. lautet gewöhnlich 
wie m3Ta 4 M. 5, 15* raä» 3 M. 14, 21. 

6. Im Perfect finden sich einigemal Formen wje 43&$bn 1 Sam. 25, 7; vgl. 
Hi. 16, 7. — In *V&KäK ich habe besudelt Jes. 63, 3 steht vorn K statt h, wie 
im Aramäischen; vergl. DU Anm. 2. 



122 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Gap. Starkes Yerbum. 

7. Im Impf, und Particip wird das charakteristische M regelmässig nach 
den Praeformativen syncopirt, also Viü)^, V^öpa; dagegen hält es sich im In- 
finitiv nach Praepositionen, z. B. i^üpni. Ausnahmen sind im Imperf. z. B. 
yntfirri er wird retten für rpittfti Ps. 116^ 6 (in Pausa); rrrirn er wird loben für 
fTth Neh. 11, 17 al. (so jedoch nur hei den Verhis 1"B); im Infin.: y&A für 
yvoiorA Ps. 26, 7; n^&6 für a*i$A t?erw?ÄmacÄkn ^i« fassen 1 Sam. 2, 33; *TO«Ä 
zu zerstören Jes. 23, ll^rraiA Am.' 8, 4; Iva für Wa Ps. 73, 20; rYhai 78, 17. 

f 8. Hinsichtlich des Tones ist zu merken, dass die Afformativa -1, Jt-^- und 

•»-7- im Hiph'il den Ton nicht haben, auch nicht im Perf. mit Wäw conse- 
cutivum (Ausn. 2 M. 26, 33. 3 M. 15, 29 al. (zur Vermeidung eines Hiatus, weil 
h oder fit in unbetonter Sylbe folgt) ; wohl aber zieht die Pluralendung "p — 
den Ton auf sich, z. B. •J'Q'IJJP) 5 M. 1, 17. 

9. Das Passivum (Hoph'al) hat in der ersten Sylbe neben ö auch u (^öp"0> 
jedoch selten im starken Yerbum; z. B. SSttfci er ist hingelegt worden Ez. 32, 
32 (neben J"D3öh 32, 19); *#&* Part, ^büa 2 Sam. 20, 21 (neben «J=foorj Jes. 
14, 19); dagegen haben die Verba f'B (in geschärfter Sylbe) stets ü: *ian, W 
(vergl. §. 9, 9, 2). 

10. Der Inf. absolutus hat im Hoph. (wie Hiph.) in der letzten Sylbe Hjtere\ 
z. B. tertrt Ez. 16, 4; Ijtfi Jos. 9, 24. Ein Inf. constr. kommt im starken Verbum 
nicht vor, 

11. In Betreff des Imper. Hoptfal s. oben §. 46, Note 2 . 



§.54. 
Hithpa'el. 

1. Das Hithpa'el schliesst sich an PL an, indem es der Stamm- 
form desselben (bt?J?) die Sylbe nn vorsetzt (westaram. n$, doch 
im bibl. Aram. nn; syr. tiK 1 ). Wie an dem praeformativen 5 (sn) 
des Niph'al, haftet auch an tin der Begriff des Reflexiven. 

2. Mit dem t) dieser Vorsatzsylbe gehen jedoch, wie auch im 
Hithpö k el und Hithpa'lel (§. 55), unter Umständen folgende Ver- 
änderungen vor: 

ä) Wenn der Stamm mit einem der Zisch-Laute D, 2, tO beginnt, 
so wechseln das n und der Zischlaut ihren Platz (vergl. über 
diese Metaihesis §. 19, 5); zugleich geht dann n nach 2 in den 
entsprechenden emphatischen Laut tD über, also: ^H?TÖn sich 
hüten für ntitönn; banon lästig werden für baonn; p^tÄH sich 
rechtfertigen von pTO. (Einzige Ausnahme Jer. 49, 3 bei tö zur 
Vermeidung der Eakophonie, die durch drei S-Laute nach ein- 
ander entstehen würde.) 

i So im Hebr. 1$T?n* 2 Ohr. 20, 35; vgl. Ps. 76, 6. 



§. 54. Hithpael. 123 

b) Wenn der Stamm mit einem T-Laut (*j tt n) beginnt, so assi- 
milirt sich demselben das n des Praeformativs (§. 19, 2), 
z. B. fcte'nn zermalmt werden, *int?n sich reinigen, ütäRT) redlich 
verfahren. (Ausn. Eicht. 19, 22.) Ausserdem findet sich Assi- 
milation des n an D und d, z. B. fetäs«! weissagen, neben KSßriFi 
(vergl. Ez. 5, 13); Ijfen für )^bt)T\ sich bereit machen; an W 
Pred. 7, 16; an n Jes. 33, 10. 

Anm. Beim Zusammenstoss von t\ und f sollte nach lit. a gleichfalls 
Metathesis beider und Uebergang des n in 1 stattfinden. In dem einzigen 
Beispiel dieser Art (134)1 Jes. 1, 16) ist statt dessen T\ dem f assimilirt. 

3. Wie der Form, so ist auch der Bedeutung nach Hithpa'el 
zunächst a) Reflexivum vomPi'el, z. B. 'ttMnri sich gürten, ttfa)?rin sich 
heiligen. Tritt in diesen Beispielen die Intensivbedeutung nicht 
merklich hervor, so doch anderwärts, z. B. DJ??tin sich rachgierig 
erweisen (Ni. einfach sich rächen), und in den zahlreichen Fällen, 
wo das Hithpa' el ausdrückt: sich zu dem machen, was der Stamm- 
begriff aussagt, sich in einer gewissen Eigenschaft verhalten, zeigen, 
dünken, stellen. Z. B. b^rin sich gross machen, gross thun; D?ntin 
sich klug, listig beweisen; ^tt??r)fi sich reich (machen, d. i.) stellen; 
Vßtit)T) 1 Sam. 18, 10: sich heftig nach Art eines Propheten geberden, 
rasen. Zuweilen fällt dann Hithp. der Bedeutung nach mit Qal zu- 
sammen und ist neben demselben gebräuchlich, z.B. bltf trauern, 
im Qal nur poet., in T?to$x Hithpa.; vergl. über den Accusativ nach 
einem (transitiv gefassten) Hithpa. §. 138, 2, Anm. 1. — b)reciprok, 
wie Niph. §..51, 2, lit. b, z. B. rWHPin sich gegenseitig ansehen 1 M. 
42, 1; — öfter aber c) zeigt es eine mehr mittelbare Rückwirkung 
auf das Subjekt an, besagend, dass es die Handlung an sich oder 
für sich, in seinem besonderen Interesse vollziehe (vergl. Niph. 
§. 51, 2, c); in diesem Falle nimmt dann Hithpa. leicht einen 
Accusativ zu sich, z. B. ttttötnn exuit sibi (vestem), ni??nn solvit sibi 
(vincula) ; ohne Acc. ^Tifin für sich einhergehen (ambulare). — Nur 
selten hat es d) passive Bedeutung, z. B. rtefltin vergessen werden 
Pred. 8, 10, indem die Reflexiv-Bedeutung (sich in Vergessenheit 
bringen) gänzlich zurückgetreten ist. Vergl. Niph. §. 51, 2, d. 

Die Passiv-Form Hothpaal findet sich nur in folgenden wenigen Beispielen: 
ÄBErt verunreinigt werden 5 M. 24, 4; Inf. OSisn gewaschen werden 3 M. 13, 
55. 56; ftltöih (f. nSwnn, indem fi3 nach Weise des Afform. fem. plur. be- 
handelt ist) sie ist mit Fett getränkt worden Jes. 34, 6. Ueber •l'fpg*?? s.Anm.2. 

Denominativa mit reflexiver Bedeutung sind Ift^rtfi sich zum Judenthum 
bekehren, von W] (MT^) Juda; ^v$n sich zur Reise beköstigen, von rvr** 
Reisekost. 



124 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Starkes Verbum. 

f Anm. 1. Wie im Pi. so hat sich auch im Hithpa. in der letzten Sylbe des 

Perf. sehr häufig das ursprüngliche Päthach erhalten (während es in der ge- 
wöhnlichen Form zu % verdünnt und dann «u e gedehnt ist), z. B. p?nr\Ti sich 
befestigen 2 Chr. 13, 7. 15, 8; ebenso im Impf, und Imper., z. B. dsfir© Pred. 
7, 16; plJj^r? ermanne dich 1 Kön. 20, 22. Durchweg kehrt das urspr. ä in 
Pausa als Qamfy wieder, z. B. *n *Kfin er hat sich umgürtet Ps. 93, 1 ; iagn? 
Ez. 7, 27; ifem* Hiob 18, 8; ■HSfctJ'; 38, 30; «Ittijjpnr heiligt euch/ Jos. 3, 5. — 
Wie im Pi'el hjbiipn (§. 52, Anm. 2), finden sich auch im Hühpa. Formen 
wie n»!5nwn Zach. 6, 7; vergl. Am 8, 13. 

2. Zu dem hier behandelten an P% el sich anschlissenden Reflex, PttJDttfr 
rechnet man gewöhnlich auch einige Beflexiv-Formen des Verbi Tgö (mustern), 
welche nach dem ersten Stammconsonanten statt eines Päthach in geschärfter 
Sylbe vielmehr Qämef in offner Sylbe haben, nämlich sj^jpanTl Bicht. 20, 15. 
17. Impf, ^pön 1 ? 20, 15. 21, 9. Viermal findet sich dazu die entsprechende passive 
Form ^tjgnh 4 M. 1, 47. 2, 33. 26, 62. 1 Kön. 20, 27. Diese Formen scheinen 
aber vielmehr einem Reflexiv (^pfirti) vom Qal anzugehören in der Bedeutung 
sich zur Musterung stellen, gemustert werden, nach Art des aramäischen *Ithpeel 
(westaram. iüpns, syr. iöpt«) und des äthiop. taqaPla, arab. 'iqtatala, letzteres 
stets mit Versetzung des t hinter den ersten Badical (vgl. oben No. 2). — Ein 
solches an Qal sich anlehnendes Reflex., und zwar mit versetztem t, ist auch, 
zu erkennen in ünräfr (nach Analogie des alttestam. Hebräisch auszusprechen 
dfiF&h) in der Inschrift des moabit. Königs Mesa c , und zwar in der Bedeutung 
des alttestam. Niph l al örAi kämpfen, Krieg fuhren (s. jene Inschrift Z. 11. 15. 
19 u. 32; "in den beiden ersteren Stellen Impf, mit Wäw consecut. ötoVkJ; Z. 
19 Infin. mit Suff.: *o irbripftha, bei seinem Streiten wider mich). 



§. 55. 

Seltenere Conjugationen. 

Die selteneren Conjugationen (§. 39/4, Anm.) können theils mit 
Pi'el, theils mit Hiph'il zusammengestellt werden. Zu den ersteren 
gehören diejenigen, welche durch Vocaldehnung oder durch Wieder- 
holung eines oder selbst zweier Stammconsonanten, überhaupt 
durch innere Um- und Ausbildiftig des Stammes entstehen; zu den 
letzteren diejenigen, welche mit einem Vorsatzconsonanten (analog 
dem n des Hiph'il) gebildet werden. Innerhalb der dem PPel ana- 
logen Conjugationen kommen noch die Passiv-Bildungen mit unter- 
scheidenden Vocalen, sowie die Reflexiva mit vorgesetztem mn 
(nach Analogie des Hiihpa'eT) in Betracht. 

An PPel schliessen sich (auch hinsichtlich der Flexion) folgende 
Conjugationen an: 

1. Pd'el btfip pass. Pb'al iöip, reflex. Hithpo'el iüipnn, entsprechend der 
arab. Conj. III qätälä, pass. qütilä, und Conj. VI reflex. täqätälä; Impf, ittip 1 ;, 
Part, böipö, Impf. pass. htiip* u. s. w. Darnach ist im Hebr. das 6 der ersten 



§. 55. Seltenere Conjugationen. 125 

Sylbe überall ans ä getrübt, während sich die Passivbildung einfach durch den 
A-Laut in zweiter Sylbe unterscheidet. Im starken Yerbum sind diese Con«» 
jugationen ziemlich selten. Beispiele sind: Part. ^ttßtDa mein Gegner, der mit 
mir rechtet Hiob 9, 15; wnj sie haben ausgeströmt Ps. 77, 18; TOp'n ich habe 
bestellt 1 Sam. 21, 3 (wenn' nicht zu lesen ist WTin); W Hos. 13, 3; TÖ'TO 
wurzeln, pass. Xinw, Denom. von tf'TO Wurzel; von Hithpoel Jer. 25, 16. 46, 
8; Jes. 52, 5 (Part, yitäv für •pjerro). Desto häufiger ist diese Bildung bei den 
Verbis med. gem. (§. 67), z. B. bbin, Mio, ^in u. s. w. 

Die Bedeutung des Po. ist, wie die des Pi., öfters causativ vom Qal; weiter 
aber kommt Po. neben Pi. theils in gleicher Bedeutung mit demselben vor 
(z. B. yfh und päp bedrücken), theils hat es seine besondere, eigentümlich 
gefärbte Bedeutung, z. B. naö wenden, ändern, Mio umgehen, umgeben; bbi 
rühmen, bbin thöricht machen (vonbbti glänzen, aber auch prahlen, übermüthig 
oder thbricht sein); "j|ri lieblich machen, ^in bemitleiden; tthtf enf wurzeln, tNö 
WurzeJ schlagen. 

An ^ttip schliesst sich die Bildung der Quadrilitera durch Einschiebung 
eines Consonanten zwischen dem ersten und zweiten Stamm-Buchstaben (§. 30, 
3. §. 56). 

2. Pi'lel (Pi l lal), Pu'lal und Exthpa'Ul: ttüp und ttop (* in erster Sylbe 
aus urspr. ä verdünnt; ebenso geht e in der letzten Sylbe wiederum auf i und 
dieses auf ä zurück), pass. K?öp, reflex. W?öpW7, ähnlich den arab. Conjj. IX 
*iqtällä und XI *iqtäUä, gern von bleibenden Zuständen, z. B. Farben gebraucht, 
vergl. T^fcOÖ ruhig sein, *ja3p grün sein, Pass. bi»Ä verwelkt sein, sämmtlich nur 
im Per f. vorhanden und ohne eine entsprechende Qal -"Form. Häufiger sind 
diese Bildungen in den Verbis V3>, wo sie an die Stelle von Pi. und Hiph. 
treten (§. 72, 7). Vgl. auch §. 75, Anm. 18. 

3. P"al'al: böiöfp, mit Wiederholung der beiden letzten Stammbuchstaben, 
von rasch sich wiederholenden Bewegungen gebraucht: ^n^rjO schnell umgehen, 
pochen (vom Herzen) Ps. 38, 11, von "irjö herumgehen; Pass. la'jsn heftig 
gahren, brausen Hiob 16, 16. Klagl. 1, 20. 2, 11. (Ueber die Verwendung dieser 
Form in der Nominalbildung vergl. §. 84, 23). Nahe verwandt ist 

4. Pilpel (Pass. Pölpal), mit Verdoppelung der beiden wesentlichen Stamm- 
consonanten in Stämmen 3"3> und I"*, z. B. iaia wälzen, von b| = bift; b?te 
von i*i3, Pass. tebs; Reflex, iabanft sich einherwälzen. Auch diese Form steht 
gern für schnell sich wiederholende Bewegungen, wofür alle Sprachen die 
Wiederholung des Lautes lieben 1 , z. B. E]2t&3 zirpen; vgl. im Wörterbuch die 
von den Stämmen V>"1, Tnä, P]W u. s. w. abgeleiteten Nomina. 

An HiphHl dagegen schliessen sich folgende Bildungen: 

5. Tiph l el: bü(3P), mit vorgesetztem n, vergl. "»nba^tn gehen lehren, leiten 
(denom. von bä'n jFVss) Hos. 11, 3; von einem Stamme frt: rrm, Impf. n^W! 



1 Vgl. tinnio, tintinnus; unser Ticktack, Wirrwarr, Klingklang. Schon die 
Wiederholung desselben Buchstaben in den Verbis med. gem. bringt diese Wirkung 
hervor, wie z. B. in ppi lecken, P&J klopfen, t)Bü tappen, trippeln. Sonst drückt 
man dergleichen auch wohl durch Verkleinerungsformen aus, im Lat. durch Bil- 
dungen auf -illo, wie cantülo, im Deutschen auf -em, -ern, wie flimmern, triUern^ 
tröpfeln u. s. w. 



126 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Gap. Starkes Verbum. 

wetteifern Jer. 12, 5; Bart. 22, 15 (von iTTTj hitzig, eifrig sein). Im Aram. ähn- 
lich önn dolmetschen, wovon auch im Hebr. das Part. pass. öä^a Ezr. 4, 7. 
6. Saph'el: büpö, im Syr. häufig, z. B. srAlö von arA flammen. Im Hebr. 
nur im Nomen ror&ttS Flamme, §. 84, No. 34. (Diese Conjug. liegt vielleicht 
dem SxpWU zu Grunde, so dass das n desselben vermöge eines auch sonst zu 
belegenden Lautwechsels aus einem Zischlaut abgeschwächt wäre.) 



* * 

* 



Nur in einzelnen Beispielen vorkommende Formen sind: 7. tAtpp, pass. 
ttiüp; so OBörro abgeschuppt, schuppenartig 2 M. 16, 14 von t)öH, tjiüh schälen, 
abschuppen. 8. ?pö]5, wie in dem Nomen CpJ^t Platzregen, von CßJ. 9. bößTO 
(im Neuhebräischen häufiger), eine Axt von NipKal zulßthpa'el: 'HÖ-D *• *"Np3P0 
sie lassen sich warnen Ezech. 23, 48; "IB33 für *iBSn> gesühnt werden 5 M. 21, 8. 

Merkwürdig ist noch 10. ^SÜXn trompeten, denom. von rVJSiatrj Trompete, 
und gleich diesem schallnachahmend, wie taratantara vom Tone der Tuba, 
Enn. ap. Servium ad Aen. 9, 503. 

§. 56. 

Quadrilitera. 

Ueber die Entstehung dieser durchaus secundären Bildungen 
vergl. §. 30, 3. Den ziemlich zahlreichen Nominibus quadriliteris 
stehen im Verbum nur folgende Beispiele gegenüber: 

a) nach Analogie des Ptel: DD")2> Impf. hSöOW er frisst sie ab Ps. 80, 14 
von dpa, vergl. ötft. Pass. tB&tfn wieder aufgrünen Hiob 33, 25. Part. ia^M 
gegürtet, angethan (vergl. aram. tas binden) 1 Chr. 15, 27. Weiter rechnet 
man gewöhnlich hierher auch Ttt^B Hi. 26, 9 als Per f. mit unverdünntem 
Päthäch (nach aram. Weise). Eichtiger aber nimmt man es mit Delitzsch als 
Infin. absol. einer iVfeJ-Bildung von iö^B ausbreiten, mit euphonischer Um- 
wandlung des ersten iü in U5, des zweiten in t. Uebrigens ist auch die Lesart 
Tü5*iB sehr gut bezeugt und daher von Baer in dessen Hiobtext aufgenommen 
(vergl. die Anm. pg. 48). — b) nach Analogie des Hiph. : braten syncopirt 
b^Mötön und Vnttjri sich links wenden (denom. von iitttB) 1 M. 13, 9. Jes. 
80, 21 id. 

C. Starkes Verbum mit Pronominal -Suffixen 1 . 

§.57. 

Der Accusativ des Personalpronomen, welcher von einem 
Verbum activum abhängt, kann 1) durch ein besonderes Wojt, die 

1 Die Lehre von den Verbalsuffixen folgt hier im Anschluss an das starke 
Verbum, damit zunächst die Sufüx-Formen und die allgemeinen Gesetze ihrer Ver- 
bindung mit den Verbalformen ersichtlich werden. Dagegen werden die Regeln, 
welche für die Verbindung der Suffixe mit schwachen Verbis in Betracht kommen, 
bei den einzelnen Classen der schwachen Verba dargestellt werden. 






§. 58. Die Pronominalsuffixe des VerbL 127 

nota accusativi n» (ttÄ, ri*) mit dem Pronominalsuffix (§. 117, 2), 
ausgedrückt werden; z. B. irt* bttjj {er hat ihn getödtet); oder 
2) durch ein blosses Pronomen suffixum, *in5t?p oder ibttp {er hat 
ihn getödtet). Das Letztere ist das Gewöhnliche (§. 33), und nur 
Yon diesem Fall ist hier die Rede 1 . — Keines von beiden aber 
findet statt, wenn der Accusativ des Pronomen reflexiv ist; in 
diesem Falle wird vielmehr ein Verbum reflexivum, wie nament- 
lich Niph'al und Hithpa'el (§. 51 u. 54), gebraucht, z. B. tfapnn 
er heiligte sich, nicht ittfop, welches nur bedeuten könnte: er 
heiligte ihn. 

Näher kommen hier zwei Stücke in Betracht: die Gestalt des 
Suffixum selbst, und die Gestalt der Verbalform in der Verbindung 
mit dem Suffixum. Von ersterer wird §. 58, von letzterer §. 59 — 61 
die Rede sein. 

§. 58. 

Die Pronominal -Suffixe des Verbi. 

1. Die am Verbum vorkommenden Pronominal-Suffixe drücken 
den Accusativ des Pronomen personale aus, und zwar: 

Sing. 1. comm. ^^-; ^S- 1 (in Pausa ^p- 1 -); 15-^- mich. 

2. f m ; J Ü~ ( i CÄ " ) .' in u "f * uch *" 1 **»- 

1 /• Sj; }— > 1- — ; selten *— J 

f m. in—, i; in—, (ri), i; m4- ihn. 

' 1 f- ty 1 -* *— ; *?r sie ( eam )- 

Plur. 1. comm. «B-^-; 1^-7 uns (nos). 
2. i m ; °*' D? ~^ \ euch (vos). 

Jm. Dn a , D; D — (contr. aus on — ), D . ' ; ü-r (contr. aus 
DST-"» * n Pausa jedoch auch D— Ps. 118, 10 ff.); 
poet. iE- 1 -, itt-fj itt-4- «fc (eos). 

. /*• 10*> i; 1—' hr^n— sie ( eas )- 

2. Dass diese Suffixa abgekürzte Formen des Pronomen perso- 
nale (§. 32) sind, ist grossentheils an sich klar, und nur einige 
Formen bedürfen einer Erläuterung. 

i Ueber die Fälle, wo H* stehen muss, s. §. 121, 4, Anm. 

2 Dil kommt als Verbalsuffix nur einmal (5 M. 32, 26), *)ft gar nicht vor« Sie 
sind jedoch oben als Grundformen mit aufgestellt, zumal sie am Nomen und an Prä- 
positionen häufig sind. 



128 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Starkes Verbum. 

Die Suffixa **?, *o, W und fi haben niemals den Ton; derselbe 
fällt vielmehr stets auf die ihnen vorangehende Sylbe. 

Bei dem Suffixum der zweiten Person (5j, -f, DD, ^d) scheint eine 
verloren gegangene Nebenform des Pron. HPiK mit D statt jn Orte?*** 
ttS>K, D?tf) zu Grunde zu liegen 1 , welche man hier vielleicht wählte, 
um die Suffixa von den Afformativen des Perf. (§. 44, 1) zu unter- 
scheiden. 

Bei der dritten Pierson entsteht im Masc. aus W-f- (nach Aus- 
stossung des schwachen h: ä-u) durch Contraction häufig ö (§. 23, 4), 
gewöhnlich i, weit seltener ri geschrieben. Im Femin. sollte das 
Suffix n mit dem Bindevocal a (gemäss der Analogie von ty-) fj— , 
ST-^- lauten; statt H-^- aber wurde mit Abwerfung des Endvocals 
bloss ft— gesprochen (mit consonantischem n, daher Mappiq; doch 
findet sich auch die Aufweichung zu T\— , s. No. 3, Anm. 1). 

Einmal steht fctfv^- für ft— , Ez. 41, 15, wie imWestaram. und Arabischen» 

3. Die Manigfaltigkeit der Formen hat ihren Grund hauptsäch- 
lich darin, dass sich dieselben nach Maassgabe der Form und des 
Tempus des Verbi, an welches sie treten, verschieden modificiren. 
Es lassen sich nämlich fast bei jedem Suffixum drei Formen unter- 
scheiden: 

a) eine consonantisch anlautende, wie ij— , *in— , ^D-^-, (DH) 
D u. s. w. Sie wird an solche Verbalformen angehängt, die auf 
einen Vocal ausgehen, z. B. ^bpfp; WinVüfx 

V) eine zweite und dritte mit den sogenannten Bindevocalen* (^5-^- r 
15-^-) für solche Verbalformen, die auf einen Consonanten aus- 
gehen (Ausnahme §. 59, Anm. 3). Und zwar treten die mit dem 
Bindevocal a an die Formen des Perfect: ^5tt£, «OÄDJJ, tabt)Jj t 
die mit dem Bindevocal e (selten auch solche mit a) an die 
Formen des Imperf. und des Imperativ, z. B. in5tDf5% Dbpjj. Zu 
den Suffixen des Perfect gehört auch i, da es aus w-^- ent- 
standen ist. Bei tJ, DD, 15 dient als Bindelaut nur S'wä mobile 

1 Spuren derselben finden sich noch in den Afformativen des äthiopischen Verbi r 
qatalka du hast getödtet, sowie im Samaritanischen (s. Petermann, Brevis linguae 
Samarit. grammatica etc. Berol. 1873, pg. 21). Ueberhaupt wechseln t und k nicht 
selten unter einander. 

2 Wir behalten die gewöhnliche Benennung Bindevocal bei, obwohl dieselbe auf 
einer rein äusserlichen Betrachtungsweise beruht. In Wahrheit enthalten jene Binde- 
laute vielmehr die Beste der alten Verbalendungen, ähnlich dem C im Fem. der 2. P. 
Bing. IFM?^!?. Man erwäge e. B. die hebr. Form q^äUani in Vergleich mit der 
arab. qatäla^ni, und dagegen hebr. g?fälat-ni, arab. qatalat-ni. 



§• 58. Die Pronominal-Suffixe des Verbi. 129 

(entstanden durch Verflüchtigung eines ursprünglich kurzen 
Vocals): ?|— , D5-7-, p-p* z* B. ^btjj? {q € \äl e khä\ oder, wenn der 
Schlussconsonant der Verbalform eine Gutturalis ist, ^ — , 
z. B. tjnbtö. In Pausa kehrt der urspr. kurze Vocal (ä) als be- 
tontes S e göl wieder : q-^ (vgl. jedoch auch *j-^- 5 M. 28, 24 u. ö.). 

Anm. 1. Als seltene Formen bemerke man: Sing. 2. Pers. m. Txz — 1 Kon« 
18, 44, in Pausa auch TO-^- (s. u. No. 4); fem. ^3, ^S-^Ps. 103, 4. 137, 6 und 
öfter in den späteren Psalmen, (^-j- gegen die Regel am Perfect Bicht. 4, 
20.) — In der 3. masc. ri 2 M. 32, 25. 4 M. 23, 8; in der 3. fem. rv^ ohne 
Mappiq 2 M. 2, 3. Jer. 44, 19; Am. 1, 11 (mit Zurückziehung des Tons). — 
Die Formen io-^-, iö-7-, lö— r- sind lediglich poetisch (ausgenommen 2 M. 23, 
31): statt Sa— steht einmal *a— 2 M. 15, 5. Ueber die Entstehung dieser 
Formen s. §. 32, Anm. 7. 

2. Vergleicht man diese Suffixa Verbi mit den Suffixa Notninum (§. 91), 
so bemerkt man: a) bei den ersteven herrscht eine grössere Manigfaltigkeit der 
Formen, als bei den Nominalsuffixen (weil die Formen und Verhältnisse des 
Verbi selbst manigfaltiger sind) ; b) das Verbalsunix hat da, wo es sich vom 
Nominalsuffix unterscheidet, längere Formen: vergl. z. B. 1?— , ^a-—, ^S-t- (mich) 
mit •*-;- (mein). Denn das pronominale Verbalobject verbindet sich minder 
eng mit dem Verbum, als das (genetivische) Pronomen possessivum mit dem 
Nomen: daher auch ersteres durch ein besonderes Wort ausgedrückt werden 
kann (§. 117, 2). 

4. Noch mehr Halt und zum Theil beabsichtigte Emphase ge- 
winnt das Suffix dadurch, dass sich zwischen demselben und der 
Verbalform an Stelle der blossen Bindevocale eine besondere Binde- 
sylbe einschiebt, nämlich 3-7-. Da aber diese Sylbe stets den Ton 
auf sich hat, so wird ä (ausser zum Theil in der 1. Pers. Sing.) be- 
ständig zu S e göl gedehnt. Dieses sogen. Nun epentheticum oder 
demonstrativum findet sich jedoch vorzugsweise nur am Imperfect 
und hauptsächlich in der Pausa , z. B. injrTQ'] er wird ihn segnen 
(Ps. 72, 15)^ 'Wia?'; er wird mich ehren (Ps- 50, 23). Weitaus in 
den meisten Fällen ist jedoch dieses Nun dem folgenden Conso- 
nanten (d, d) assimilirt oder hat denselben durch Rückwärts- Assi- 
milation in sich aufgenommen (so bei n) ; auf diese Weise entsteht 
folgende Reihe von Suffixformen: 

1. Pers. 13-^, 13- 1 - f. VJ3— , ^3—; 

• • • ■ * 

2. Pers. *j-f- , einmal J?-f (Jer. 22, 24) und in Pausa H3-7 

(Spr. 2, 11). 

3. Pers. *i^ für 1815-7-, einmal auch «fa (4 M. 23, 13); fem. fis-f 

f. ns— ; 

1. Pers. Plur. «a-^- f. TO-7-. 
Bei den übrigen Personen kommt Nun epenthet. nicht vor. 

Gesenius, hebr. Grammatik. XXII. Aufl. 9 



130 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Starkes Verbum. 

Anm. Die nicht contrahirten Formen sind selten und bloss poetisch (2 M. 
15, 2. 5 M. 32, 10. Jer. 5, 22. 22, 24); in der 3. fem. Sing, und 1 Plur. fehlen 
sie gänzlich. Dagegen sind die contrahirten Formen ziemlich häufig, auch in 
der Prosa, besonders in Pausa. (Sehr selten jedoch *3-^- als 1. Pers. Plur. : 
Hos. 12, 5; vergl. **|n siehe uns 1 M. 44, 16. 50, 18. 4 M.*14, 40 für ttä?). 

f Dass die Formen mit Nun epenthet. dazu dienen sollen, der betreffenden 

Verbalform einen grösseren Nachdruck zu verleihen, ergiebt sich aus ihrem 
überwiegenden Vorkommen in Pausa. Ausserdem aber findet sich Nun epenth. 
auch bei der Verbindung der Suffixa mit gewissen Partikeln (§. 100, 5). 

Im Westaram. ist dieses Nun häufig; im Samarit. wird es auch dem Perfect 
angefügt, und in ähnlichen Fällen auch T) eingeschaltet (Petermann, gramm. 
Samar., pg. 12 ff.); im Syr. kommt so ein eingeschobenes % und ai vor. Auch 
das Arab. hat eine entsprechende nachdrückliche Imperfectform mit den Pro- 
nominal -Suffixen, wie jaqtulan-ka oder jaqtulannarka; dieselbe wird jedoch 
auch ohne Suffix gebraucht. Vgl. §. 48, 2. 

§. 59. 

Perfectum mit Pronominal -Suffixen. 

1. Die Endungen (Afformativa) des Perfect haben in der Ver- 
bindung mit Pronominalsuffixen zum Theil eine etwas andere Ge- 
stalt als gewöhnlich. Nämlich: 

a) in der 3. Sing. fem. n-7- oder n-7- (die ursprüngliche Feminin- 
endung) für tv- ; , 

b) 2. Sing. masc. neben 13 auch P\, woran sich unmittelbar der 
Bindevocal anschliesst; doch tritt dies deutlich nur bei *b-^- 
hervor 1 . 

c) 2. Sing. fem. ^n, ursprüngliche Form für Pi (vergl. ^tf, TFibttJ? 
§. 32, Anm. 4. §. 44, Anm. 4). Diese Form ist von der ersten 
Person nur durch den Zusammenhang zu unterscheiden. 

d) 2. Plur. masc. *tn für DI-), welcher Wechsel sich aus dem arab. 
'antum, qataltum, aram. , ptin», 'ßpfettg für hebr. DF\K, Dnbttjj er- 
klärt (§. 32, Anm. 5). Beispiele finden sich nur 4 M. 20, 5. 
21, 5. Zach. 7, 5. Das Fem. IPfettp kommt nirgends mit Suf- 
fixen vor; vermuthlich lautete es ebenso wie das Masculinum. 

Wir stellen zuerst die Formen des Perfect HipWü auf, wie sie 
in Verbindung mit Suffixen lauten, weil dort im Stamme selbst, 
abgesehen von der Betonung (s. No. 2), keine weiteren Verände- 
rungen stattfinden: 



1 Auch hier gehört das ä eigentlich zur Verbalform. Siehe §. 58, 3, 6, Note. 



§. 59. Perfectum mit Pronominal-Suffixen. 131 

Sing. Plur. 

3. ro. VitDpH 3. c. *^tDpn 

2. m. nbtDpin, nbüpn 2. w. *inbüpn 

2. /. ^nbüpn, nbüpn 

l. c. ^btjpn ' l. c. ^büpn 

Der Anfänger mag zuvörderst die Verbindung der Suffixa mit diesen HipfcU- 
Formen einüben, und dann zur Verknüpfung derselben mit dem Perf. Qal 
übergehen (s. No. 2). 

2. Die Anhängung des Suffixes bewirkt in den meisten Fällen 
ein Fortrücken des Tones nach dem Ende zu, da er ohnediess z. Th. 
auf die drittletzte Sylbe fiele; bei den sogen, schweren Suffixen 
(s. Anm. 1) geht sogar der Ton auf das Suffix selbst über. Die 
Rücksicht auf den Ton hat nun vorzüglich im Perfect Qal gewisse 
Vocalveränderungen zur Folge; indem a) das Qämfy der ersten 
Sylbe, weil es nicht mehr vor dem Tone steht, durchweg verflüch- 
tigt wird; b) das urspr. Pdthäch der zweiten Sylbe, welches in der 
3. Pers. Sing. u. Plur. verflüchtigt war, nunmehr wieder hervor- 
tritt, und zwar (in offner Sylbe vor dem Tone) zu Qämfy gedehnt; 
ebenso urspr. % zu e gedehnt, z. B. TpäftÄ 1 Sam. 18, 22. Die Formen 
des Perf. Qal gestalten sich darnach so: 

Sing. Plur. 

3. m. btt{5 3. c. *ibtjp 
3. f. nbtip (rtttp, Anm. 3) 

2. m. nbpfj (nbttp, Anm. 4) ' 2. m. vfcttp 

2. /. •fetjj) (fkpp, Anm. 4) 

1. c. ^bttp I.e. ttbttp 

Die Verbindung dieser Formen mit sämmtlichen Suffixen zeigt das 
Paradigma C. Dasselbe lehrt auch, wie das Seri im Perfect Pi ( el 
theils in S e göl, theils in S e wä mobile übergeht. 

Anm. 1. Die Suffixa der 2ten Person des Plural, ÖD und p, werden (wie 
auch Oft und )ti), weil sie consonantischen Auslaut und dazu beständig den 
Ton haben, als schwere Suffixe (Suffixa gravid) von den übrigen (leichten S.) 
unterschieden. Vgl. die Verbindung derselben mit dem Nomen §. 91. Mit 
einem Perfect kommt nur ÖD vor (Ps. 118, 26). Die Form iü£, welche als 
Verbindungsform vor ÖD und ID in 3. Sing. masc. aufgeführt zu werden pflegt 
(auch bei Qimchi und in Paradigma C dieser Gramm.), ist nur eine Analogie- 
bildung und nach einer Bemerkung des Abraham de Balmis im A. T. ohne 
Beleg. 

2. In der 3. Sing. masc. wird ^|ü|5 häufig zusammengezogen in ftttfp nach 
§. 23, 4 ; ebenso in der 2. Sing. masc. Vfljhöjp in ifftttjj. 

9* 



132 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Starkes Verbum. 

3. Die 3. Sing. fem. nböfp (= r&ttg) hat die doppelte Eigen thümlichkeit, 
dass a) die Endung ath durchgängig den Ton auf sich zieht 1 , und dabei die 
Suffixa, welche für sich eine Sylbe ausmachen ( n 3, *|, ^«i, ft, *D), ohne Binde vocal 
annimmt, gegen die allgemeine Regel §. 58, 3, a; b) vor den übrigen Suffixen 
wird zwar der Bindevocal angenommen, aber der Ton auf Paenuttima zurück- 
gezogen, so dass sie mit verkürzten Vocalen lauten ^— — — , ö— — — , z. B. T^ijOK 
sie liebt dich Buth 4, 15; önija sie hat sie gestohlen 1 M. 31, 32^ ör^to es ver- 
brennt sie Jes. 47. 14. Für ian— -, *irw- u. s. w. steht in Pauset ijn — Ps. 
69, 10, ^n — HL. 8, 5, un^l so auch des Gleichklangs wegen ausser der Pausa 
Tjrijari sie hat dich geboren HL. a. a. 0. — Die Form Ifi^JD (z. B. Buth 4, 15) 
ist entstanden durch Rückwärts -Assimilation des h (vergl. §. 58, 4) aus der 
Form 1hnj5ü|3, welche sich daneben sogar in Pausa findet ßhTCtiitt 1 Sam. 18, 
28; sonst in Pausa z. B. 'inrüaö Jes. 59, 16); ebenso hrfjjöpaus ftn5ö|? (vergl. 
1 Sam. 1, 6. Jes. 34, 17. Jer. 49, 24. Buth 3, 6; in Pausa Ez. 14, 15, überall 
nach dem Zeugniss Qimchi's ohne Mappiq im schliessenden ti). 

4. Bei der 2. Sing. masc. liegt meist die Form Piiöp zu Grunde und die 
Suffixa haben daher keinen Bindevocal, z. B. itiftSlb WnhSY du hast uns ver- 
worfen, hast uns zerstreut Ps. 60, 3; nur mit Suff, der 1. Sing, lautet die Form 
^an^Df, z. B. n ?PHgri Ps. 139, 1, und erst bei stärkerem Trennungs-Accent (in 
Pausa) mit QätnZf z. B. "Wat* Ps. 22, 2; Bicht. 1, 15 (bei Zäqeph qätöri). — 

- In der 2. Sing. fem. wird *in- auch defectiv geschrieben n ?pEn 1 Sam. 19, 17. 
Bicht. 11, 35. Jer. 15, 10. HL. 4, 9; einigemal findet sich das Suffix an die 
kürzere Form (PI— p) gehängt, nämlich *ianS3«tfri du (fem.) beschwörst uns HL. 
5, 9. Jos. 2, 17. 20, vgl. Jer. 2, 27, und mit §er$ tttjvpin du (fem.) hast uns her- 
abgelassen Jos. 2, 18. 

5. In den Yerbis med. E bleibt dieses E auch vor Suffixen (s. o. No. 2), 
z. B.7|ärw5 M. 15, 16, ^nin^ 1 Sam. 18, 28; vergl. 18, 22. Von einem Verbum 
med. kommt vor T'Piia'j ich habe ihn besiegt Ps. 13, 5, von bbj mit ö statt 
ö in tonlos gewordener Sylbe (§. 44, Anm. 3). 



§• 60. 

Imperfectum mit Pronominal -Suffixen. 

In den Formen des Imperfect Qal, welche keine Afformativa 
haben, verflüchtigt sich der Vocal ö der zweiten Sylbe meist zu * 
(einfachem S'rvä mob.), bisweilen zu ° (— ) Jos. 23, 5. Jer. 31, 33. 
Ez. 17, 23. 35, 6; vor ?|— , DD—, p-^- aber wird er zu ö (Qäm2$- 
chäfiph) verkürzt, z. B. TpW; (in Pausa jedoch ^StttS 1 *), DDIttfli 1 *. u.s. w. 
Statt npbbf?r\ steht vor Suffixen *)bpj?n 2 als 2. und 3. Person, Jer. 2, 
19. Hiob 19, 15. HL. 1, 6. Die Formen mit Nun epentheticum (§. 58, 4) 
finden sich besonders am Ende des Satzes. 



* Eine Ausnahme j^]??*} HL. 8, 5. Nur 03 und )5 würden wahrscheinlich auch 
hier den Ton haben (Anm. 1); doch finden sich im A. T. keine Beispiele der Art 
2 Welche Form auch ohne Suffix als Fem. vorkommt Jer. 49, 11. Ezech. 37, 7. 



§.61. Infinitiv, Imperativ u. Particip mit Pronominal-Suffixen. 133 

Anm.1. Die Verba mit a in der zweiten Sylbe des Imperf. Qal (wohin 
namentlich die Verba tertiae und mediae guttur. gehören §. 64 u. §. 65) ver- 
flüchtigen im Impf, (wie auch im Imper., s. §. 61, 2) das Päthäch nicht vor 
Suffixen; vielmehr wird dasselbe, da es nun in offne Sylbe vor dem Tone zu 
stehen kommt, zu QämZf gedehnt, z. B. ift^V^ und es zog mich an Hiob 29, 
14; *»m$Kf? Hiob 3, 5; önVtfj und er sandte sie aus Jos. 8, 3; 'inaOfy; sie rufen 
ihn an Ps. 145, 18. 

2. Ausnahmsweise, jedoch nicht ganz selten kommen am Imperfect auch 
Suffixa mit dem Bindevocal q vor, z. B. ^g^TO 1 M. 19, 19, vergl. 29, 32. Jes. 
56, 3. Hiob 9, 18; ÖTöaV? 2 M. 29, 30, vergL 2, 17; sogar "iBW (ö aus ahu) Hos. 
8, 3 ; vergl. Ps. 35, 8 u. s. w. 

3. Auch an die Pluralformen auf *p werden die Suffixa zuweilen gehängt, 
z. B. laft&O'TPi ihr zermalmet mich Hiob 19, 2; ?|y«J"Jttfr (hier nothwendig mit 
Bindevocal) Jes. 60, 7 und 10. Spr. 5, 22 (i); sonst immer ohne Bindevocal 
"*?afc*n|p*7 und zwei weitere Beispiele Spr. 1, 28. Jer. 2, 24. 

4. In Pi. wird das §eri der letzten Sylbe zu S*wä verflüchtigt, wie o in 
Qal; vor den Suffixen ?]— , ö?-p, *J5-r" verkürzt es sich dagegen zu S e gdl t 
z. B. tyäfe* er wird dich sammeln 5 M. 30, 4 (bei schliessender Gutt. jedoch 
7(hb&K IM. 32, 27); seltener ist die Zuspitzung zu CMreq, z. B. &3fögM ich 
werde euch stärken Hiob 16, 5, vergl. 2 M. 31, 13. Jes. 1, 15. 25, 1. 52, 12. 

5. Im Hiph. bleibt das lange $, z. B. ^aä^sAtn du bekleidest mich Hiob 10, 
11 (nach Wäw consec. häufig defectiv geschrieben: ättfob^ 1 M. 3, 21 u. s. w.); 
selten sind Formen wie MS^ltto du bereicherst sie Ps. 65, 10. 1 Sam. 17, 25. 
Vgl. §. 53, Anm. 4. 



§. 61. 

Infinitiv, Imperativ und Particip mit Pronominal-Suffixen. 

1. Der Infinitiv constr. eines Verbi activi kann mit einem Accu- 
sativ construirt werden, und nimmt dann das Suffixum Verbi (d. h. 
den Accus, des Personalpronomen) zu sich: ^5p)j mich tödten; als 
Nomen kann er jedoch auch ein Nominalsuffix (den Genetiv) zu sich 
nehmen: ibttg mein Tödten (s. §. 133, 1. 2). Der Inf. Qal lautet 
dann gewöhnlich wie bpp mit Zurückwerfung des (urspr. kurzen) 
Vocals unter den ersten Stammconsonanten. Die so entstehende 
Sylbe ist eine lose geschlossene, z. B. iaroa bei seinem Schreiben 
Jer. 45, 1 (nicht iarö Icöth-bö, s. §. 21, 2, a); nur vor tj— , DD-7- tritt 
fester Sylbenschluss ein, z. B. ^öDtta 2 M. 23, 16. 3 M. 23, 39, 
falls nicht die Zurückwerfung des Vocals überhaupt unterbleibt 
(s. Anm. 2). Zu der Form bbjp überhaupt sind die nahe verwandten 
Nomina der Form bpp (vor Suffix bttjj oder bü£) §. 84, No. 10. 11 
und §. 93 zu vergleichen. 

Anm. 1. Die Infinitive der Form SSltf lauten vor Suff, wie TOStD 1 M. 19, 
33 für inaaiö mit Verdünnung des d zu t. 



134 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Schwaches Verbum. 

2. Abweichend von der Analogie der entsprechenden Nomina, finden sich 

vor den Suff. ?|-7-, ö?-p, y3rr aucl1 Formen » ™ e fi 5^9$ euer E* 8en * M. 3, 5, 
»fpaS dein Stehen Obad. 11 (also mit derselben Verkürzung des ö, wie im Im- 
perf.; s. §. 60); der Analogie der Nomina gemäss sind dagegen Formen, wie 
Ö?*?2p euer Ernten 3 M. 19, 9 (mit Wiederkehr des urspr. u) und Ö3tt$g 
(mbWkh&m) euer Verachten Jes. 30, 12. — Im Infin. des Pi l el geht e vor den 
5m/. *|— , ÖD-7-, "jD-p in S*g$l über, z. B. TJ'W? 2 M. 4, 10, und mit Zuspitzung 
zu % dpiü'nö Jes. 1, 15 (s. §. 60, 4). 

2. Die Häuptform des Imperativ Qal vor Suffixen (bttjj) beruht 
wiederum auf der Zurückwerfung des Vocals unter den ersten 
Stammconsonanten, wie beim Infinitiv (s. No. 1). Auch im Imper. 
steht ö in lose geschlossener Sylbe, z. B. DDfte köth'bhem (nicht 
Dans) u. s. w. Die im Paradigma nicht aufgeführten Formen *»bt3j?, 
ibttp bleiben unverändert. Statt snÄtäp wird die Masculinform *ibtt& 
gesetzt, wie im Imperfect. — In den Verbis, welche den Imper. mit 
a bilden, wie nbttJ (wozu namentlich die Verla mediae und tertiae 
gutturalis gehören, §. 64 und 65), bleibt dieses a bei der Verbindung 
mit Pronominalsuffixen an seiner Stelle, wird aber natürlich (in 
offener Sylbe) zu Qämfy gedehnt (ganz wie bei den Imperfecta Qal 
auf a §. 60, Anm. 1), z. B. ^hbti sende mich Jes. 6, 8, ipärö prüfe 
mich Ps. 26, 2, ijapjj rw/* /»fcßPs. 50, 15, 'Wlflatf Aöre* mich 1 M. 
23, 8. Abnorm ist D?iia Am. 9, 1 (für D?S3) mit tonlosem am, wie 
im Per/*, nach 3. Sing. fem. §. 59, Anm. 3. — Im Imper. ffiph. ver- 
bindet sich mit den Suffixen nicht die Form der 2. masc. Sing. 
büpn, sondern b^pfjn (mit {, weil in offener Sylbe; vergl. §. 60, 5), 
z. B. wh^pSl bringe ihn dar Mal. 1, 8. 

3. Die Participia verkürzen vor den Suffixen ihre Vocale nach 
Maassgabe der betreffenden Nominalformen, z. B. von der Form 
b'dp: Vrs "fefn u. s. w.; dagegen vor S e wd mobile tfyg* u. s. w., oder 
mit Zuspitzung *prto 2 M. 23, 4 al., ^cp» 2 Kon. 22, 20; von btDgtt: 
*»btDJ?tt, ^btöptt u. s. w. (mit Zuspitzung des 2 zu % Jes. 52, 12). 

Ueber den Unterschied von '»top und ^.Süp s. §. 135, 2. 

IL DAS SCHWACHE VERBUM 1 . 

A. Yerba mit Gutturalen. 

§.62. 

Die Verba, in denen einer der drei Stammconsonanten eine 
Gutturalis ist, weichen in ihrer Flexion vom starken Verbum nach 
Maassgabe d er allgemeinen Regeln §. 22 ab. Diese A bweichungen 

* S. die Uebersicht der Classen desselben §.41. 



§. 62. 63. Verba primae gutturalis. 135 

alteriren allerdings nirgends den Consonanten-Bestand des Stam- 
mes, und es ist somit richtiger, die Verba gutturalia als eine Ab- 
theilung des starken Verbum zn betrachten : höchstens kann noch 
das völlige Aufgeben der Verdoppelung bei einem Theil der Verba 
med. gutt. (und im Imperf. Niph. bei den primae gutt.) als eine 
wirkliche Schwäche bezeichnet werden (§. 63, 4. 64, 2). Anderseits 
hat sich in den gutturalischen Stämmen einiges Ursprüngliche er- 
halten, welches in dem gewöhnlichen starken Verbum entartet ist 
(z. B. das ä der ersten Sylbe im Imperf. Qal: Tbr^, während sonst 
die Verdünnung zu i eingetreten ist: bbjpj. — £ und T\ kommen 
hier nur in Betracht, sofern sie ihren vollen Consonantlaut dar- 
stellen und denselben festhalten, nicht als Stellvertreter von 
Vocalen, wie X in einem Theile der Verba a"fe §. 68, sowie in 
einigen tf"2 §. 73, Anm. 4, und in sämmtlichen tf"b §. 74. In allen 
diesen Fällen ist jedoch g ursprünglich voller Consonant, während 
n in den Verbis n"b von Haus aus nur als Vocalbuchstabe dient; 
vergl. §.75. Wirklich consonantisches fi ist am Wortende durch 
Mappig kenntlich. — Auch das halbgutturalische ^ nimmt an 
einigen Eigenthümlichkeiten der Verba guttur. Theil (§. 22, 5). Im 
Folgenden sind zur bequemeren Uebersicht die Fälle unterschieden, 
wo die Gutturalis erster, zweiter oder dritter Stammconsonant ist 
(Vergl. die Paradigmen D. E. F., in welchen nur die ganz regel- 
mässigen Conjugationen ausgelassen sind). 



§. 63. 

Verba primae gutturalis, z. B. Ttt* stehen. 

Die Abweichungen vom gewöhnlichen starken Verbum lassen 
sich hier auf folgende Fälle zurückführen: 

y 

1. Statt des einfachen S'rvd mobile erhält die anlautende Guttu- 
ralis ein S*wd compositum (Chd\eph, §. 10, 2. §. 22, 3). So ent- 
sprechen den Formen bb£ (Inf.) und Dfibttp (2. Plur. masc. Perf.) 
die Formen Tb*, bbtf essen, Dft'tttf, DMBH von fün geneigt sein. 

2. Wenn vor die anlautende Gutturalis ein Praeformativ tritt, 
können beide entweder eine geschlossene Sylbe bilden oder der 
Vocal des Praeformativs klingt als Chdfeph unter der Gutturalis 
nach. In beiden Fällen lässt sich wiederum eine doppelte Bildung 
unterscheiden, je nachdem der ursprüngliche Vocal des Prae- 
formativs (ä) wiederkehrt oder die Verdünnung desselben (zu ¥) zu 



136 2. Hauptth. Formenlehre. Gap. 2. Schwaches Verbum. 

Grunde liegt. Beispiele a) für festen Sylbenschluss nach dem 
ursprünglichen Vocal des Praeformativs: Tbn?, bbn?, SÖTt? u. s. w. 
(und so meist bei anlautendem n im Impf. Qal, bisweilen neben 
Formen mit Nachschlag des ä als Chäfeph unter der Gutturalis, 
z. B. atörp u. s. w.); ebenso im Imperf. Hiph. T*pn? u. s. w. Sehr 
selten ist die Wiederkehr des urspr. ä in geschlossener Sylbe unter 
dem 5 praeform. des Per f. Niph'al: t$k%T\l 1 M. 31, 27; vergl. 1 Sam. 
19, 2. Jos. 2, 16 (ziemlich häufig ist dagegen in dieser Form ä 
unter dem Praeformativ mit nachschlagendem Chäfeph Pdthäch, 
z. B. ftte£ u. s. w.; ebenso im Particip yyn Ps. 89, 8 u. s. w. 
b) loser Sylbenschluss (Nachschlag eines Chä{eph) nach dem 
ursprünglichen Vocal: öbrp, ^b^, Dhit; (und so fast stets bei * 
und n im Imperf. Qalun&Hiph'if); wn, "Tü^j im Hoph'al). — Das 
aus ä verdünnte % des Praeformativs geht vor der Gutturalis fast 
immer in S'göl über (vergl. jedoch Anm. 5) ; dieses S'göl wiederum 
erscheint theils c) in geschlossener Sylbe, z. B. IDSTT?, *non\ "W*;?, 
?ÖFJ, DTD8? und so fast immer in den Imperf ectis Qal mit ä in zweiter 
Sylbe (vergl. jedoch Anm. 2); im Niph. z. B. ^sn: u. s. w., im Hiph. 
^ÖHH u. s. w., theils d) in lose geschlossener Sylbe (mit Nach- 
schlag von Chä\eph S'göl), z. B. 5|D8£, 5|tolY; im Imperf Qal (jedoch 
nie bei 2); *rwn im Hiph., «TÖg im Niph'al. 

Anm. Im Einzelnen ist zu obigen Beispielen noch folgendes zu bemerken: 
1) Die Formen mit festem Sylbenschluss (sogen, harte Verbindung) kommen 
häufig in demselben Verbum neben Formen mit losem Sylbenschluss (der sogen, 
weichen Verbindung) vor. 2) In der 1. Sing. Imperf. Qal erhält das Prae- 
formativ K beständig S e gdl, sei es in fest oder lose geschlossener Sylbe. 3) Das 
Fortrücken des Tones nach dem Ende hin zieht häufig einen Uebergang des 
Päthäch des Praeformativs in S e gol und umgekehrt nach sich, z. B. niöSa, aber 
hrtöSg in 3. Sing, fem.; fcpaj, aber ^BÖtfn; ^»5$, aber öPTraS* u. s/w., und 

so fast immer mit Uebergang der schwereren Chäfeph S'göl- Gruppe ( ) 

in die leichtere Chafeph Pä£A&?Ä-Gruppe, wenn der Ton um eine Stelle weiter 
nach hinten rückt (vergl. §. 27, Anm. 5). 4) S e gdl kann in allen den oben auf- 
geführten Beispielen auch als Umlaut des urspr. ä betrachtet werden. In 
diesem Falle würden sämmtliche Bildungen der Verba primae guttur. auf einer 
Bestituirung des urspr. Vocals der Praeformative beruhen. Vergleiche jedoch 
denselben Uebergang aus t in 2 im Imper. (Anm. 1). 

3. Wenn in Formen, wie "rfayi, "flSW» der Vocal der letzten 
Sylbe in Folge des Hinzutretens eines Afformativs (1, *>-;-, n — ) zu 
&wä mobile verflüchtigt wird, so geht das S'wä compositum des 
Gutturals in den entsprechenden kurzen Vocal über, z. B. "rter* 
Plur. *trasn (sprich jtfäm'dü) ; röWfc sie ist verlassen. Auch hier 
findet sich jedoch häufig $ie härtere Form daneben, z. B. *fcärn sie 



§. 63. Verba primae gutturalis. 137 

pfänden (neben bhr£) ; ^pttT? neben *»p?rn sie sind stark. Vgl. über- 
haupt §. 22, 4. §. 28, 3. ' ' 

4. Im Inf., Imp. und Impf. Niph., wo der erste Stammconsonant 
verdoppelt werden sollte (bfc^n, bttjpj, unterbleibt die Verdoppe- 
lung stets, und der Vocal des Praeformativs wird in §ere verlängert: 
"■njJJ f. 'Ttjap. u. s. w. Vergl. §. 22, 1. 

Anmerkungen. 

I. Zu Qal. 

1. Bei den Verbis K*B hat der Inf. constr. und Imper. im Anlaut Chafeph 
S e gol nach §. 22, 4, Anm. 2, z. B. *IT£ £#rte Hiob 38, 3, nn« ?tcftc Hos. 3, 1, 
ibK ea&n, mit Praef. th«b, bb«b. Daneben kommt jedoch bisweilen auch 
Chäfeph Pathäch vor, z. iTln/*. m» 1 Kön. 6, 6, mii ibK3 4 M. 26, 10. 

Auch bei den übrigen Formen des Imp, äussert nicht selten die Gutturalis 
einen Einfluss auf den Yocal, indem sie den Uebergang von t in 2 bewirkt, z. B. 
nD*T3? stelle dich Hiob 33, 5 ; ^tfSSn entblösse Jes. 47, 2 (vergl. über das anormale 
Dägei §. 46, Anm. 2), besonders wenn auch der zweite Stammconsonant 
guttural ist, z. B. tatta Ps. 31, 24. Pathäch kommt vor in 'inSan pfände ihn 
Spr. 20, 16 und vielleicht Ps. 9, 14 (iMjrj). 

2. Die oben unter No.2 erwähnte Aussprache der Imper fecta auf ä mit S e gol 
des Praeformativs in fest geschlossener Sylbe (z. B. auch b'nnj, Ö3r£) weicht 
bei den Yerbis, die zugleich rrt sind, in der Begel der sogen, weichen Ver- 
bindung, z. B. rtSJ), Frctrn u. s. w. (vergl. jedoch auch T\ anj u. s. w.). Seltener 
ist die weiche Verbindung im starken Verbum, z. B. pt)W neben ptfi\ Ganz 
vereinzelt steht SäSFfi Ez. 23, 5. — Die Form fcp^J, Ps. 7, 6, nach Qimchi eine 
Mischform aus $a/ (Cp*£) und Pi. (tß^YJ), kann nur als eine weitere Umbildung 
von t)T£ (vergl. §. 64, Anm. 3 zu pnxg) begriffen werden ; ähnlich ist ^ftn 
2 M. 9, *23. Ps. 73, 9. 

n. Zu HipKH und HopKal. 

- 3. Die oben No. 2, Anm. 3 erwähnte Verkürzung von — — — zu — — — tritt 
im Perf. Hiph. besonders dann ein, wenn das Wäw consecutivum vorgesetzt 
und in Folge dessen der Ton auf das Affbrmativ fortgerückt wird, z. B. Ffra?FJ 
du stelltest, dagegen t^ro?™ und du wirst stellen 4 M. 3, 6. 8, 13. 27, 19; ^^5jn, 
dagegen ^rnatfT] Jer. 15, 14. Ezech. 20, 37. 

4. Im Perf Hi. ist einige Male in und im Ho. in - 

verwandelt, indem der durch Metheg gestützte kurze Vocal zu einem langen 
gedehnt ist: PH 35*1 du führtest hinüber Jos. 7, 7, r&Mi er bringt herauf Hab. 
1, 15, rb&n Bicht. 6, 28. 2 Chr. 20, 34. Nah. 2, 8. Ueber einen weiteren Fall 
dieser Art OroS j ) s. §. 63, 2. Aehnliches findet sich in der Nominalbüdung bei 
den sogen. S e golatformen nach der Form qötl; vergl. §. 93. 

ni. Im Allgemeinen. 

5. "In den Verbis ftjii sein und h^fi leben ist die Gutturalis bei der Ver- 
bindung mit Praeformativen fast stets ohne Einfluss, also Impf. Qal fWj und 



138 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Schwaches Verbum. 

W, Niph. iTffi?; nur im Perf. Eiph. fi;nh (2 Plur. örWfi Jos. 2, 13). Da 
wo n und H im Anlaut mit oKflä mobile stehen sollte, tritt zwar immer Chcfyeph 
8 e gol ein, z. B. rnri, ir?h, hiin, örv^n (ausgen. in 2. Sing. fem. des Imper. #aZ: 
^n 1 M. 24, 60 al, ^Tj Ezflö/e^und im Inf. drYhn Jos. 5, 8); nach den 
Praefixen *J a :p !? geht jedoch dieses Chtyeph 8 e gol in $ e wä über und das 
Praefix erhält t t wie sonst vor starken Consonanten mit S e wä, also im Perf. 
Qal örn^fil, Imper. Wi, Inf. rYhhb, tn'hna u. s. w. Eine Ausnahme bildet nur 
die 2. jSfo#. *na*c. des Imper. nach Waw>; fnhri l M. 12, 2 al., 1TW 1 M. 20, 7. 

§• 64. 

Verba mediae gutturalis, z. B. tan» schlachten. 

Die unbedeutenden Abweichungen von der gewöhnlichen Bil- 
dung beschränken sich vorzüglich auf Folgendes 1 : 

1. Wo die Gutturalis im Sylben- Anlaut mit einfachem JSPtvd 
stehen sollte, erhält sie nothwendig ein zusammengesetztes, und 
zwar Chä\eph Pdthäch, z. B. Perf. TOTO, Impf. Wnth, Imp. Ni. WH1BH. 
Im Imper. Qal tritt vor den Afformativen i und 1 in der ersten 
Sylbe das ursprüngliche Pdthäch wieder ein, mit Nachschlag eines 
Chä\eph Pdthäch, weil die Sylbe nur lose geschlossen ist, also ^pJPT, 
npjpj u. s. w.; nur in *nn« hat die Vorliebe des « für S'göl den 
Uebergang von ä in e herbeigeführt, und in ^!Xv6 Hi. 6, 22 ist sogar 
i (vor harter Gutturalis) geblieben. 

Ebenso im Inf. Qal fem., z. B. MSJtk liehen^ Ftttf-! verschmachten. 

2. Da die Vorliebe der Gutturalen für den ^4-Laut weniger auf 
den nachfolgenden, als den vorhergehenden Vocal einwirkt, so er- 
hält sich nach mittlerer Gutturalis nicht bloss das Chölem im Inf. 
Qal, ühti, üirtTÖ, sondern auch meistens das §erö im Impf. Ni. und 
PL, z. B. DfiV; er kämpft, DfiS*; er tröstet, und selbst das schwächere 
S*göl nach Wärv consecut. in Formen, wie ün^\ Nur im Imper. 
und Impf. Qal erhält die letzte Sylbe durch den Einfluss der Gut- 
turalis meistens Pdthäch, auch in VerUs transitivis, z. B. TDH1D, 
B™frj P?!> P?TS *W?, *!W;, mit Sayf.; Imp. ijSna, ^Wi, /«ip/: 
«in^läö 1 ;. Mit o findet sich im Imper. Qal nur bb? 2 Sam. 13, 17; 
Th« 2 M. 4, 4. 2 Sam. 2, 21, /*/w. ^TTO! Ruth 3, 15* (so nach QimcM 
im Wurzelwörterb. , mit ungewöhnlichem Nachklingen des ver- 
drängten ö als Chä\eph Qäme$\ dagegeü. im Plural regelmässig *)Tn») ; 
■*72ö Rieht. 19, 8 (dagegen kann ^20 19, 5 mit QimcM nur s?äd ge- 

1 Hoph'al, welches im Paradigma nicht mit aufgeführt ist, folgt der Analogie des 
Qal; Hiph'il ist regulär. 



§. 64. Verba mediae gutturalis. 139 

lesen werden, mit abnormer Dehnung für ^\yq); endlich gehört 
hierher auch jtü^V f. nw, 4M. 23, 7, s. §. 63, Anm.4. Ebenso selt#n 
sind Imperfecta med. Gutt. auf ö, wie DHD^, ThfcP, vergl. Jes. 27, 4. 
Ez. 16, 33. Auch im Perf. Pi. steht Päthäch noch etwas häufiger, 
als im starken Verbo, z. B. DHD trösten. 

3. Im Pi., Pu. und Hithp. kann DägU forte im mittleren Stamm- 
consonanten nicht stehen; in der Mehrzahl von Beispielen, nament- 
lich vor n, n, ?, bleibt jedoch der vorhergehende Vocal kurz und 
scharf (die Gutturalis ist somit wenigstens als virtuell verdoppelt 
zu betrachten, vergl. §. 22, 1). Z. B. Pi. pnte, Inf. pnte scherzen, 
Pu. ft^\ gewaschen werden, Hithpa. Imp. Tinton reiniget euch. Die 
völlige Aufhebung der Verdoppelung und somit die Dehnung des 
vorhergehenden Vocals erfolgt nur vor ^ beständig, z. B. -pü segnen, 
Impf, tny, Pual SpVä; vor & findet sie sich regelmässig in den 
Stämmen ^ä3, bfcti, latta, ^lÄD und in den Hithpa eis von ttfeta, n*n 
und n»Tö; dagegen ist & virtuell verdoppelt in den Perfectis 5|ä3 
(einmal im Impf., Jer. 29, 23) ehebrechen, *pj3 verachten (zweimal 
ausserdem im Partie. Jes. 60, 14. Jer. 23, 17), n»? verabscheuen 
Klagel. 2, 7 (neben nisTttg Ps. 89, 40) und bxtO Ps. 109, 10; ferner 
in dem Inf. 10& Pred. 2, 20 nach bester Lesart; in dem Pu. W\ 
Hi. 33, 21 ist & nach correcter Masora sogar mit DägeS forte zu 
schreiben. 

Anm. 1. Bei dem Verbum bwti fragen, bitten scheint in einigen Formen 
des Perf. Qal eine Nebenform med. e zu Grunde zu liegen, vergl. ^Kö$ 1 M. 
32, 18. Bicht. 4, 20, iMiwtf Ps. 137, 3, tt&K$ 1 Sam. 12, 13. 25, 5. Hi. 21, 29, 
Sfi'irfbwb Bicht. 13, 6. lSam. 1, 20 (auch Hiph. ^ribxrän 1 Sam. 1, 28). 
Vergl. jedoch die ähnlichen Fälle (Verdünnung eines urspr. ä) §. 69, Anm. 4 
und bes. §. 44, Anm. 2. In den drei ersten Beispielen läge dann Dehnung des 
aus ä verdünnten i zu e (vor dem Tone), in den drei nächsten Umlautung des 
% zu 2 vor. 

2. Im Pi. und Hithpa. hat nicht selten die Dehnung des Vocals vor der 
Gutturalis dazu geführt, dass der Ton auf paenultima zurückgezogen, und in 
Folge dessen das Ijfert der letzten Sylbe in 8 e gol verkürzt wurde. So a) vor 
einsylbigen Wörtern, nach §. 29, 3, b y z. B. öltf rntyb um daselbst zu 
dienen 5 M. 17, 12, sogar bei virtuell verdoppelter Gutturalis 1 M. 39, 14. 
BQob 8, 18. b) nach Wäw consecutivum, z. B. tft^l- und er segnete 1 M. 1, 22 
und oft, tthäil und er vertrieb 2 M. 10, 11. 

3. Einige seltenere Abweichungen sind: im Impf. Qal pH2£ 1 M. 21, 6 (sonst 
pn:ßn u. s. w., in Pausa pW, vergl. §. 63, Anm. 2); in»J 1 M. 32, 5 (für 
^rigKJ); ferner im Perf. Pi. WW Bicht. 5, 28 für Wn& sie zögern, und ähnlich 
■wäirp sie empfing mich Ps. 51, 7 für wrattj; endlich im Imper. Hiph. pfifft 
Hi. 13, 21 und TOQft Ps. 69, 24, in beiden Fällen nicht ohne den Einfluss des 



140 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Schwaches Verbum. 

8chlie8senden Consonanten, und zugleich mit Bevorzugung des Päthäch (als 
des helleren und schärferen Yocals) in Pausa. 

4. Einige Beispiele, in denen K als media gutturalis seinen Consonantwerth 
gänzlich verliert und in einen Vocal zerfliesst, s. §. 73, Anm. 4. 



§. 65. 

Verba tertiae gutturalis, z. B. rbw senden. 

1. Nach Maassgabe von §.22, 2 treten hier für den Fall, dass 
die letzte Sylbe einen der Gutturalis heterogenen Vocal hat (d. h. 
nicht A-Laut), zwei Möglichkeiten ein : entweder hält sich der nor- 
male Vocal und die Gutturalis bekommt dann Päthäch furtivum r 
oder er wird durch Päthäch (in Pausa Qäm&$) verdrängt. Näher 
ist zu bemerken: 
ä) Die unwandelbaren Vocale v-^ i, *) (§. 25, 1) halten sich auch 
hier stets; mithin lautet der Inf. absol. Qal ttftlB, Part. Pass* 
rnbw, ffiph. rrtfljn, Impf. rrttJ?, Part, rpbtte. Ebenso erhält sich 
fast beständig das minder feste ö im Inf. constr. rblö (vergl. 
jedoch in enger Verbindung mit einem Substantiv mblO Jes. 58, 9 
und *5ä 4 M. 20, 3). 

b) Das Imperfect und der Imper. Qal zeigen überall ä in zweiter 
Sylbe, z. Th. wohl erst durch den Einfluss der Gutturalis (für 
tonlanges ö, urspr. w; vergl. das Nachklingen eines solchen in 
TOtaMI Jes. 27, 4), z. Th. von Haus aus, also fibüK nbtß u. s. w. ; 
mit Suff. ^hbtJ\ ^hb», s. §. 60, Anm. 1. 

c) Wo die letzte Sylbe tjferi haben sollte, existiren zum Theil beide 
Formen (mit e a und mit ä) neben einander; über die Wahl der 
einen oder anderen entscheiden die gerade obwaltenden Ver- 
hältnisse der Betonung, nämlich: 

Im Status absol. des Parücip Qal und Pfel ist die Form nbiö, hittkj aus- 
schliesslich herrschend; dagegen bewirkt die engere Verbindung im Stat. constr. 
die straffere Aussprache fiV», risflfo. 

Ebenso steht im Impf, und Inf. Niph., im Per/:, Inf. vatälmpf. IH. die kürzere 
Form mit ä gewöhnlich in engerer Verbindung (im Context des Satzes), die 
vollere Form mit e a dagegen in Pausa, vergl. z. B. sna? 4 M. 27, 4, mit ?^Ä* 
36, 3; -3?J?an Hab. 3, 9, mit ?g5Jn Ezech. 13, 11; 3&2 verschlingen Hab. 1, 13l 
4 M. 4, 20 mit ?ia Klagel. 2, 8. Bern entsprechend lautet 5 M. 22, 7 und 
1 Kön. 11, 22 der Inf, absol. PFel Hk5 (Inf. constr. immer hilö). Ausserhalb 
der Pausa findet sich nat 1 ; Hab. 1, 16 und sogar nat^T 2 Kön. 16, 4; ferner im 
Imper. Pi. hak? Ps. 86, \ (mit IPchi): dagegen in Pausa hSKh Ez. 21, 11 als 
Imper. Niph'al. Ein Beispiel f ür ä im Imper. Pi l el durch den Einfluss eines 
schUessenden "I ist ~*)Pi3 Hi. 36, 2. 



< §. 66. Verba primae rad. Nun. 141 

In der 2. Sing. masc. des Imper., sowie im Jussiv and Imperf. consec. des 
Siph"U findet sich nur a, z. B. H^Äi beglücke, nan? er tose verfraßen, H g ff l 
wuJ er Ztess sprossen. Im Jn/; afool. bleibt £er2, z. B. I?2ün äocä machen; als 
Jn/". constr. findet sich auch hDin (Hiob 6, 26) in enger Verbindung. 

2. Da wo die Gutturalis mit S e tvä quiescens im Sylbenschluss 
steht, bleibt (abgesehen von der Verbindung mit Suffixen) die ge- 
wöhnliche starke Bildung, z. B. tyrÖtO, *Tttj%l6. Nur in der 2. Sing, 
fem. des Perfect tritt an die Stelle des S e tvä ein Hülfs -Pdthäch: 
P\r#T» (§• 28, 4); doch vergl. auch pingb 1 Kön. 14, 3. 

Die sogen, weichere Verbindung mit Shoä compositum findet sich nur in 
der 1. Plur. Perf. mit Suffixen, weil in derartigen Formen der Ton um eine 
Stelle weiter nach hinten gerückt ist, z. B. »päarn wir kennen dich Hos. 8, 2« 
vergl. 1 M. 26, 29. Ps. 44, 18. 132, 6, sowie vor den Suffixen 5j, ÖD, "jD; z. B. 
anVttfo ich will dich senden 1 Sam. 16, 1 : WihJKI 1 M. 31, 27: W^attfci Jer. 18, 2. 

Ueber die schwachen Verba 6TP s. insbesondere §. 74. 



Ä Verba contraeta. 

§. 66. 

Verba primae rad. Nun (?"&), z. B. flfaa sich nahen. 

Die Schwäche des anlautenden JVtJn besteht vor allem darin, 
dass es in einem Theile dieser Verba im Inf. constr. und Imper. der 
Aphaeresis unterliegt (vergl. §. 19, 3, ä). Dagegen kann die Assi- 
milation des Nun (s. u.) nicht eigentlich als Schwäche betrachtet 
werden, da trotz derselben die Dreilautigkeit des Stammes (durch 
die Verdoppelung des zweiten Consonanten) erhalten bleibt. Im 
Einzelnen ist zu merken: 

1. Die Aphaeresis des Nun ä) im Inf constr. Dieselbe tritt nur 
(jedoch nicht nothwendig) bei solchen Verbis ein, die im Imperf. 
in zweiter Sylbe a haben, also TOJ, Imperf. räp, Inf eig. iö|, aber 
stets durch Fi femin. zu der S°golatform twi erweitert; mit Suff. 
imöä 1 M. 33, 3 (verdünnt aus intte); ferner bei der Concurrenz 
einer Gutturalis ?$J berühren, Imperf $|* , Inf. fi?| (neben ?5ü); 
?t?p pflanzen, Inf. m?b (neben ?ttt). Die Femininendung dient in 
diesem Fall als ein Mittel, den Schein der Dreibuchstabigkeit künst- 
lich wiederherzustellen. (Ueber das Verbum )n geben s. insbes. 
Anm. 3.) Dagegen unterbleibt die Aphaeresis bei den Verbis, die 
im Imperf ö haben, z. B. böp fallen, Imperf bir, Inf bbD, mit Suff. 
iböi neben iböi (welches auf bö?, ite? zurückgeht). — b) Im Imper. 
Hier findet sich überall die Wegwerfung des Nun bei den Verbis 



142 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Schwaches Yerbum. 

mit a im Imperf, z. B. TWJ, Imper. 1B| (häufig mit paragog. äh ntp|, 
vor Maqqeph auch -tfo 1 M. 19, 9), TOä u. s. w., daneben jedoch auch 
mit ö ^T»ä Ruth. 2, 14 und Wä 2 Chr. 29, 31; in beiden Fällen ausser 
der Pausa. Mit beibehaltenem Nun findet sich nur }n? 2 Eon. 4, 24 
(Impf. *np oA/ie Assimilation des Nun; vergl. auch yon Verbis n*V, 
die zugleich ffe sind: ftrt: Ez. 32, 18, nrß 1 M. 32, 34). Dagegen 
unterbleibt auch hier die Aphaeresis stets bei den Verbis, die im 
Imperf. ö haben, z. B. "ttt, phi u. s. w. 

2. Wo das iVtm in Folge des Vortretens eines Praeformativs 
an das Ende der Sylbe zu stehen kommt, assimilirt es sich leicht 
dem zweiten Stammconsonanten (§. 19, 2); so im Impf. Qal, z. B. b&i. 
für bö^ er wird fallen; 1D& für fljjys )PT} für ypjp er wird geben (vergl. 
über dieses einzige Beispiel eines Imperf e Anm. 3) 1 ; ferner im 
Perf Niph. ttfoj für fltoj , in ganz Hiph. 1F»|H u. s. w. und im Hoph. 
(welches hier nach §. 9, 9, 2 stets Qibbü$ hat) tD|H. 

Alle übrigen Formen sind durchaus regulär, z. B. Perf, Inf. 
absol. und Part. Qal, ganz Pi., Pu. u. s. w. 

Im Paradigma H sind nur die von der gewöhnlichen Bildung 
abweichenden Gonjugationen aufgeführt. 

f Das Kennzeichen dieser Yerba ist in allen Formen mit einem Praeforma- 

tivum das Däges* nach demselben im zweiten Stammconsonanten. Doch finden 
sich solche Formen auch bei gewissen Verbis i"b (§.71) und selbst 9*3 (§. 67, 5). 
Der Inf. rwi und der Imp. Uta, auch "rä (1 M. 19, 9) und *)$, berühren sich 
mit den entsprechenden Formen der Verba 1*to (§. 69). — TJeber fi^, Mg und 
MTp von hgb nehmen s. Anm. 2. — Bei dip^ (Imperf. Niph. von d*p) und ähn- 
lichen Formen der Yerba 1"? (§. 72) zeigt in der Hegel die Plene- Schreibung 
des 6, dass man nicht an ein Imperf. Qal von dg3 u. s. w. zu denken habe. — 
Auch p&K (Ps. 139, 8) ist nicht von pö5 abzuleiten, sondern contrahirt aus 
piöK von ph'o aufsteigen, s. §. 19, 2, Anm. 

Anm. 1. Yerhältnissmässig selten unterbleibt die Assimilation des Nun 
vor festen Consonanten, z. B. *iüj, Jmp/v^by? er bewahrt Jer. 3, 5 (sonst *ntö^); 
ferner von *I2J immer in der Pausalform ■rtfo'; (ausser der Pausa 3*tiT Spr. 20, 
28); ebenso steht Ps. 61, 8. 140, 2. 5. Spr. 2, 11 die Beibehaltung des Nun über- 
all mit der Pausa in Zusammenhang. Im Niph. finden sich keine Beispiele 
dieser Art, im Hiph. und Hoph. äusserst selten; z. B. TpFtiiib zu schmelzen Ez. 
22, 20, Ipnjtft sie sind abgeschnitten Rieht. 20, 31. Dagegen unterbleibt die 
Assimilation in der Regel bei allen Verbis, deren zweiter Stammconsonant 
eine Gutturalis ist, z. B. in.'i er wird besitzen-, selten sind hier Fälle, wie hrn 
(neben Wir) er totrtf herabsteigen; Niph. fitt? für dhtt er Äa£ aieft getröstet. 

t 2. Wie das JVun der Yerba fB wird auch das P des Yerbi rtpb nehmen 

behandelt (§. 19, 2). Daher Impf Qal hjs% Imp. Hg, Pausa und vor £i*/f. njj, 

1 Wenn im Paradigma ein Impf, a OÖ*?) aufgestellt worden ist, so ist das nur 
geschehen, weil es von diesem Yerbum gerade gebräuchlich war. 



§. 67. Verba mediae rad. geminatae. 143 

paragog. Wj)J; ^p n. s. w. (doch vergl. auch Hgi 2 M. 29, 1. Ez. 37, 16. Spr. 
20, 16, ^njA i Kön. 17, 11); Inf. constr. nrijb, mit Suff. iwjg; Hoph. Impf.np*; 
doch Niph. beständig ripb?. 

3. Das oben No. 2 erwähnte Yerbum "pS geben bildet als einziges Beispiel 
eines Imperf. e (fä*] für *)ft3']) dem entsprechend auch den Imper. "jFi oder (sehr 
häufig) JiJFi, vor Maqqeph **)&, /m. *>Dn u. s. w. Ausserdem zeigt aber dieses 
vielgebrauchte Yerbum die Eigentümlichkeit, dass sich auch das schliesssende 
Nun als schwacher Nasallaut assimilirt: ^Pt£5 für ^PiJTO, fcfij (sehr häufig nijna 
mit einer Art von orthographischem Ersatz für das assimilirte Nun); Niph. 
Perf. öfiP)5 3 M. 26, 25. Ezr. 9, 7. — Auch im Inf. constr. Qal ist die Grund- 
form FtiF) nicht zu rotn erweitert (vergl. Ttibt von tl»5), sondern zu RR contrahirt 
und dieses alsdann regelrecht zu hft gedehnt, mit Ausfall des Dägeö f., s. 
§. 20, 3 a; daher mit Suffixen ^Rtn, l'rttn u. s. w. (vor Maqqeph mit dem Praefix 
b=*nnb z. B. 2 M. 5, 21, doch auch sonst in enger Verbindung, z. B. 1 M. 15, 7; 
übrigens findet sich auch die starke Bildung des Inf. constr. in "jhp 4 M. 20, 
21 und -,n : 1 M. 38, 9). — In andern Stämmen hält sich 3 als 3. Badical, z. B. 
PüDttj, ^Pijpt. Ueber die gänzlich abnorme Aphaeresis des Nun mit festem 
Vocal inWj (für rjna) 2 Sam. 22, 41 vergl. §. 19, 3, a. 



§.67. 

Verba mediae rad. geminatae 0"*), z. B. 220 umgeben. 

1. Die hauptsächlichste Eigenthümlichkeit dieser Verba besteht 
darin, dass die beiden identischen Consonanten des Stammes in 
allen den Bildungen, wo sie ursprünglich nur durch einen kurzen 
Vocal von einander getrennt sind, zu einem verdoppelten Con- 
sonanten zusammengezogen werden können. Ueber die mit der Con- 
traction verbundene Zurückwerfung des Vocals s. No. 2. Beispiele: 
*ÖO (zusammengezogen aus der Grundf. säbäbü) für *Q2ö, 20 für 
2hp ; 10 (aus der Grundf. säbäbä contr. säbbä) für 220. (Doch gehört 
gerade die letzterwähnte Form zu den ziemlich zahlreichen Bei- 
spielen, in denen die Contraction beständig unterbleibt; s. Anm. 10). 
Nicht contrahirt werden dagegen alle die Formen, in welchen die 
beiden identischen Consonanten durch unwandelbare Vocale ge- 
trennt sind, oder wo die Contraction durch DägeS f. im mittleren 
Stammconsonanten unmöglich gemacht ist, z. B. 2i20, 22iö, 210. 

2. Der durch Contraction einsylbig gewordene Stamm erhält 
nun durchgehends den Vocal, welcher in der zweiten Sylbe der 
uncontrahirten Bildung stehen müsste oder welcher in der Grund- 
form stand, indem gerade dieser Vocal zum Charakter der Form 
gehört (§. 43, Anm. 1), z. B. Verf. 20 für 220; H30 für H220 (Grdf. 
säbäbät); Inf. 20 für 2ho; ffiph. 20H für 220H (vgl. darüber^No. 6). 



144 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Schwaches Verbura. 

3. Als Zeichen der vollzogenen Contraction sollte eigentlich 
der neu entstandene Doppelconsonant durchgängig DägU f. er- 
halten. Doch unterbleibt die Setzung desselben nach §. 20, 3, a 
immer im Endconsonanten des Wortes (z. B. 10, 10, nicht 1p, lb); 
immerhin ist das DägeS auch hier wenigstens implicite vorhanden 
und tritt sogleich wieder hervor, wenn die Form durch Afformative 
oder Suffixe nach hinten wächst, z. B. *üp, 110, Impf. plur. 
130'' u. s. w. 

4. Wenn das Afformativ mit einem Consonanten (Vti) beginnt 
und in Folge dessen der Doppelconsonant eigentlich an das Ende 
einer geschlossenen Sylbe zu stehen kommt, so wird zwischen die 
Stammsylbe und das A&ormativ ein sogen. Trennungs- Vocal ein- 
geschoben, und zwar im Perfect \ im Imperativ und Imperfect •*---, 
z. B. JnilO, *ßilO, Impf. •Wlpft (für sabb-ta, $abb-nu, Psobb-na). Die 
künstliche Oeffnung der Sylbe durch den Trennungsvocal hat ledig- 
lich den Zweck, die Verdoppelung wiederum hörbar zu machen, 
was ohnedies nicht geschehen würde (§. 20, 3, Anm.) 1 . 

5. Die Praeformativa des Impf Qal, Verf. Niph'al, sowie des 
ganzen HiphHl und Hopftal, welche nach erfolgter Contraction der 
beiden identischen Consonanten eine offene Sylbe bilden (lb |i statt 
lllo^), erhalten in Folge dessen (nach §. 27, 2, a) vor dem Tone 
einen langen Vocal, z. B. Impf. Hiph. ipj für 1105, Imper. 10H für 
llptt u. s. w. Da, wo die Praeformative gegenwärtig i haben, wird 
theils das ursprüngliche ä (aus welchem i verdünnt ist) restituirt 
und dann gedehnt, z. B. löj im Imperf Qal aus urspr. 1105, theils 
das l selbst zu e verlängert, z. B. lp«l Ter f. Hiph. f. llpn (s. das 
Nähere unter No. 6). Der so gedehnte Vocal vermag sich jedoch 
nur vor dem Tone zu halten (ausgenommen das aus urspr. ü ge- 
dehnte ü des Hopftal ip*in für llpSl) ; beim Fortrücken des Tones 



1 Eine befriedigende Erklärung dieser Trennungsvocale ist noch nicht gelungen. 
Da in keiner der betreffenden Formen von der Wiederkehr eines ursprünglichen 
Yocals die Bede sein kann, so bleibt nur die Annahme, dass wir es mit der Insertion 
eines wirklich neuen Yocals zu thun haben, als einem Nothbehelf der Aussprache, 
um den oben angegebenen Zweck zu erreichen. Die Verweisung Rüdigers auf die 
Analogie der Verba rfi in Bildungen, wie PP*$i ^J^Xn, reicht deshalb nicht aus, 
weil dort der betonte Vocal nicht neu entstanden, sondern von Haus aus vorhanden 
gewesen ist. Mit Becht aber erinnert Röd. an die Analogie des Vulgärarabischen, 
welches für das schriftarabische madädta, madädti, madädtu die Formen maddet, 
maddeti, maddet und selbst madddt braucht. Letztere Form könnte darauf hindeuten, 
dass auch das 6 im Per/, der $"3 aus urspr. ä getrübt ist. 



§. 67. Verb* media« rad. geminatae. 148 

wird er nach §.27, 2 nothwendig zu &tvä verflüchtigt (tmd zwa* 
unter M und n zu S*wd compositum, z. B. abft aber niftiöPi; aöW aber 

ny*aon; ffiph. Per f. ^rtäon u. s. w. 

f Ausser der gewöhnlichen Bildung der Imperfecta giebt es noch" eine andere 

im Aramäischen herrschende, nach welcher Impf. Qal ab*, Impf, HipH. Oft?, 
Hoph. ny> lautet. Biese künstliche ßcbärfnng de« ersten Stamnsoonsonanten 
dient offenbar nur dem Zweck, den biliteral gewordenen Stamm wieder zum 
triliteralen zu erheben; zugleich folgt auch der Yocal des Praeformativs (der 
vor Dägei natürlich kurz ist) der Analogie der gewöhnlichen starken Bildung. 
Die letztere wird dann sogar auf Formen mit Afformativen oder Suffixen über- 
tragen, so da&8 selbst vor solchen Zusätzen die Verdoppelung des zweiten 
Stammconsonanten unterbleibt, z» B. ^^ für «rnp^i und sie neigten sich; V\S£3 
und sie schlugen (vonnrq); (yergl. jedoch auch **$*} Bicht. 18, 23, to^ Hiob 
4, 20). In dieselbe Kategorie scheinbar starker Bildungen gehört ftjb&n (ohne 
Trennungsvocal für ttjikch) sie werden klingen Jer. 19, 3. Dagegen bewirkt die 
Auslassung des Trennungsyocals in dem Perf. Wtih 4M. 17, 28. Jer. 44, 18 (für 
WttFi wir kamen um) eine Annäherung an die Verba 1"? (vergl. *üifljb yon Wp). — 
Ueber die verschiedenen Bildungen des Niph'al s. Anm. 5. 

6. Die No. 5 erwähnte Restitution ursprünglicher Vocale Ändet 
statt a) im Praeformativ des Imperf. Qal ab} aus aap? (vergl. §. 47, 
2; 63, 2, und bei tfen Verbis V* §. 72); b) im Per/. Niph. ao: aus 
aao? (§. 51, 1), sowie im Imperf. 20* aus aaD^ (vergl. über ä in der 
Endsylbe starker Imperfecta Niph. §.51, Anm. 2); c) im Hoph. 
apVt aus aapn, Impf. aöT* aus aao^ u. s. w. — Dagegen liegt der 
bereits verdünnte Vocal (i) zu Grunde: in den intransitiven Imper- 
fectis Qal mit ä in zweiter Sylbe, z. B. m?? für yg\ (s. Anm. 3). 
Die Dehnung des urspr. ä ("Wj) würde hier zu Verwechselungen 
mit der 3. Sing. Perf. führen; ferner im Praeformativ des Hiph. 
apn aus aapSi (Grundf. aapn §. 53, 1). Ebenso liegt in der zweiten 
Sylbe i zu Grunde, welches aus urspr. ä verdünnt, im starken 
Verbum aber anormal zu i gedehnt ist (§. 53, 1). Das aus \ ge- 
dehnte e ist natürlich nur tonlang, daher ausser dem Ton vor 
Dägei f. z. B. Iniapn. (Ueber die Wiederkehr des urspr. ä in zweiter 
Sylbe vergl. Anm. 6). 

7. Hinsichtlich des Tones gilt im Allgemeinen, dass sich der- 
selbe auf der Stammsylbe zu halten sucht, also nicht (wie im 
starken Verbum) auf die Afformative n— , 1 und ^ (2. fem. Sing. 
Imperf) übergeht. Z. B.: 3 §ing. fem. Imperf. mrin, Pausa nr\h; 
bei n und Gutturalen rnb (für rryb), TVrytb Ps. 44, 26 ; dagegen mit 
Wätv consec. T\ky\ Jes. 6, 12. In der 3. Plur. Perf. schwankt die 
Betonung; neben «&%, *&}? findet sich $n und $J?, ^frtä (Hab. 3, 6) 
u. s. w.; nur in Pausa immer *tinn, ran u. s. w., und umgekehrt im 

Geseuius, hebr. Grammatik. XXII. Aufl. 10 



146 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Schwaches Verbum. 

Verf. consec. sfitt 1 ] u. s. w. (doch vergl. lErf Jer. 44, 12 vor nach- 
folgender Tonsylbe). Ebenso bleibt der Ton auf der Stammsylbe 
im Imperf. Qal bei ^a6r\, naö 1 *, Hiph. iäÖn, «filCP (Per f. Hiph. Häön, 
«Don) ii- s. w. In den Formen mit Trennungsvocalen rückt jedoch 
der Ton auf diese fort, z. B. fiiäö, Waon u. s. w. (ausser vor den 

' - ' t v \ : x 

stets betonten Endungen Dtt und *jri im Perfect). Dieses Fortrücken 
des Tones bewirkt natürlich die Verkürzung der bloss tonlangen 
Vocale e und ö zul und u (ö, s. Anm. 2), daher iniäöil von ao«i» 
FOTapn von lb^ (über die Verflüchtigung des Vocals der Prae- 
formativa s. o. No. 5). 

8. Statt Pi., Pu. und Hithpa. kommt in derselben Bedeutung 
von mehreren Verbis y"9 die seltenere Conjugation P&'el (§. 55, 1) 
mit ihrem Passiv und Reflexiv vor, z. B. bbi£ übel behandeln, Pass. 
bbi?, Reflex, bbfarin (von bb?); von einigen auch Pilpel (§. 55, 4), 
z. B. bäbä rvälzen 9 bäbäfin sich wälzen (von bba), Pass. 910910 gelieb- 
#os* werden (von 2?ti). Diese Formen erleiden so wenig eine Con- 
traction, als Pi., Pu. und Hithpa k el. 

Anmerkungen. 

I. Zu Qal. 

1. Vom Per/ 1 , kommen einzelne Beispiele mit Chößbn (urspr. u in zweiter 
Sylbe) vor (wie bb* §. 43, 1), nämlich ton von bto 1 } sie erheben sich Hiob 24, 
24, *I2H von ah} 1 M. 49, 23; wahrscheinlich auch VrC Jes. 1, 6 von *nt. 

2. Das ChöUm des Jw/l, Jwp. und Zwip/ 1 . (ab, abj) ist nur tonlanger Vocal 
und daher in der Begel defectiv geschrieben (mit wenigen Ausnahmen, be- 
sonders in der spätem Orthographie, z. B. Xhb für lh\ zu plündern Esth. 3, 
13. 8, 11). Beim Weichen des Tones wird dieses ö in geschärfter Sylbe zu ü t 
nicht selten jedoch auch zu ö (s. o. No. 7), z. B. a) in tonloser Endsylbe, also 
vor Maqqeph und im Imperf. consec., wie ~fi (rön) jubeln Hiob 38, 7; afc*3 
Rieht. 11, 18 (dagegen im Plur. laD^, fem. ft^a&Pfl); b) vor betontem Affor- 
mativ oder Suffix, z. B. Imper. 2 Sing. fem. if'n, ^ä (vergl. Anm. 12); ^5|IJ 
erbarme dich meiner; W&i er verwüstet sie Spr. 11, 3 Q e ri. In TJjrn 1 M. 43, 
29. Jes. 30, 19 (für ^srj'j) ist dieses ö unter das Praeformativ zurückgeworfen. 
In iWiag 4 M. 22, lV. 17 und 'ty-tvy* 22, 6. 23, 7 ist die Anhängung des 
h-^-paragog. ohne sonstige Veränderung der Form erfolgt; zu erwarten wäre Map, 
rnk. Noch auffälliger ist iiajj verfluche ihn 4 M. 23, 13 (für \&% <> der 'ag)V 

3. Beispiele der Form mit Päthäch im Inf., Imp. und Impf, sind: Iptf sich 
bücken Jer. 5, 26]; \ft walze Ps. 119, 22; *td; er ist bitter Jes. 24, 9; ^p; er i*£ 
wcicA 7, 4 ; ijbptt «ie ward gering 1 M. 16, 4 (doch auch vornbetont, z. B. 3H*i 
IM. 21, 11 al.). Vgl. über diese intrans. Imperfecta obenNo. 6. — Von Imper- 
fectis mit urspr. u in zweiter Sylbe finden sich auch Beispiele mit Dehnung 
dieses ü zu ü (statt ö), z. B. «p*i; Spr. 29, 6; ^tt5; Ps. 91, 6; "p-n (von yX"\) 
Jes. 42, 4 al. (sogar defectiv Y^O] ^ e( i. 12, 6). Derselbe Anschlüss an die 



§. 67« Yerba mediae rad. geminatae. 147 

Analogie der Verba 1*5 zeigt sich in den Infinitiven *ttab für *i2l) Pred. 9, 1 ; 
ipna Spr. 8, 27 (vergl. ipiriSi 8, 2ft) für Spha. Beispiele des aramaisirenden 
Impf, sind: ab 1 ?, neben ab;; BW?, er «famne* 1 Kön. 9, 8; *W] ne schweigen 
Hiob 29, 21: mit # z. B. b^, Htt^ u. s. w. 

4. Vom Particip findet sich die aramäische Form OKtö für Ööiö Jer. 30, 16 
K e thib (das Q e ri denkt an ein Partie, von Wr). 

n. Zu Niptial. 

5. Neben der gewöhnlichen Form des Perf. ab3 mit Pdthäch (Pausa at T ) 
und des Part. ab5 mit Qämef in der zweiten Sylbe findet sich noch eine andere 
mit §er$, und eine dritte mit ChöUm (analog iög, naa, bb; §. 43, 1). Z. B. 
Pe*/. bg: es ist ein Geringes (neben bpj) Jes. 49, 6, fiaoj (f. fiabj) Ez. 26, 2; 
Part öe3 zerflossen, räudig l Sam. 15, 9; mit ö z. B. *iif 2 #e werden zusammen- 
gerollt Jes. 34, 4, vgl. 63, 19. 64, 2. Arnos 3, 11. Nah. 1, 12; im Impf. Vis 1 ? er 
wird beschnitten 1 M. 17, 12 ff.; 'naSpi dt« «nr** ausgerottet Jer. 48, 2. Ja im 
Inf. kommen nur Formen mit e und 5 vor, z. B. Ö53T1 zerschmelzen Ps. 68, 3, 
tiaft geplündert werden Jes. 24, 3; im Iwper. nur *narj reiniget euch Jes. 52, 
11 und tortn erhebet euch 4M. 17, 10; sfoän Jer. 4, 4 folgt der Analogie der V$ 
(wie das Imperf. Aä*1 1 M. 34, 24). — Beispiele von Niph'al mit Schärfang der 
ersten Sylbe sind brjp er ist entweiht Ez. 25, 3. 22, 16 (von Wrj) ; "in: (von *Hfi) 
Ps. 69, 4. 102, 4 (neben "DT Jer. 6, 29); hhi fractus est (von nnh) Mal. 2, 5. — 
Abnorm erscheint Mich. 2, 4 im Perf. *3*w55 Ä statt o als TrennungsvocaL 

IH. Zu ffiptiU und HopKal. 

6. Die zweite Sylbe hat im Hi. statt Sere auch Pdthäch, besonders unter 
dem Einflus8 von *i und Gutturalen, z. B. irrt er verbitterte, Ttän er beugte, 
"■»n er brach 1 M. 17, 14 (in Pausa); Inf. *iari reinigen Jer. 4, 11, aber auch 
sonst, z. B. p'Tn er arerfrötwwierfe 2 Kön. 23, 15, P/ur. *$&} 1 Sam. 5, 10 (und 
so gewöhnlich, ausser vor *i und Gutturalen, z. B. IS^ln); Imper. Stttfh verklebe 
Jes. 6, 10; Imperf. Snt; dt* verderbtest; Part, bsp beschattend Ez. 31, 3. — 
Das e der zweiten Sylbe kann ausserhalb des Tones zu 2 werden, z. B. ^a bfifj 
IM. 31, 7. Statt des Chäfeph Pdthäch erscheint vor H auch Päthäch (mit 
virtueller Schärfung des tt) in Formen, wie tjhft£ Jes. 9, 3. 

7. Im Imperf. findet sich die Zurückziehung des Tones und in Folge dessen 
die Verkürzung des e zu 2 nicht bloss im Jussiv und mit Wäw consec. (z. B. 
iä^ 1 M. 29, 10; bei schliessender Gutturalis 3T>*1 1 Kön. 6, 11), sondern auch 
sonst, z. B. T(ö5 er schützt Ps. 91, 4. Ganz eigentümlich ist ptjfl Bicht. 9, 53 
mit % für & 

8. Aramaisirende Formen sind im HipKil und HopKal: a$^i 2 M. 13, 18, 
«"ö?3 und sie zerschmetterten 5 M. 1, 44, bhK profanabo Ezech. 39, 7; im Perf. 
tibi*tir\ sie verachten sie Klagel. 1, 8. Im Hoph.: siaEM sie werden vernichtet 
Hiob 24, 24, rwj er wird zerstossen Jes. 24, 12, siplrrj in Pausa Hiob 19, 23 f. 
«iprn, auch ve&* 4, 20. 

Im Allgemeinen. 

9. Am nächsten verwandt sind die Yerba 9*9 hinsichtlich der Flexion mit 
den Verbis 1*5 (§. 72). Die Form der 3*5 ist meist die kürzere (vgl. z. B. ab J 

10* 



148 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Schwaches Verbum. 

und D*ipJ, Sott und ü^p^); in einigen Fällen treffen jedoch beide Verbalclassen 
völlig zusammen, z. B. im Impf. Qal und Hiph'tl mit Waw consecut., im HopH al, 
und in den selteneren Conjugaüonen (s. ov No. 8). 

f 10. Die No. 1 erwähnten uncontrahirten Formen sind besonders häufig in 

der 3. Pers. Sing. u. Plur. des Perf. Qal, z. B. bbn, Tnö, 3 fem. rmj, 3 plwr. 
WS (Pausa *l*H J) u. 8. w.; bisweilen neben den contrahirten Formen, z. B. 
«inÄü und «ifnö/tta plündern, Plur. «itta, tttta 5 M. 2, 35 neben «WS 3, 7 ; 
ausserdem in 1. Pers. nur ift&BT Zach. 8, 14. 15. Im Infin. nach b: li*T& 
Jer. 47, 4, mb l M. 31, 19 (neben täb 38, 13), mit Äu/f. öDJ.snb Jes. 30, 18 
und von derselben Form 'fc'n mit zurückgeworfenem und zugleich umge- 
lautetem Vocal fojjnb Ps. 102, 14; Imper. *fntf Jer. 49, 28; im Imperf. 
ni*n Nah. 3, 7 (Ps^es, 13. 1 M. 31, 40) von TO:' die starke Bildung war hier 
nach Assimilation des Nun unumgänglich. Abnorm ist dagegen &7T?! ^ er * 
b, 6 für &^p^; die bereits contrahirten Oonsonanten sind nachträglich durch 
Einschiebung eines S*wä mobile wieder distrahirt; ausserdem vergL noch 
«grg Am. 5, 15 (sonst "jh;). Im Niph. aai? HL 11, 12; im Hiph. alle Formen 
von *p\ also Imper. W'Tri, Impf. «pp-jB u. s. w.; im Pari. öt»tt» Bz. 3, 15. 
Bass die uncontrahirten Formen eine gewisse Emphase in sich schliessen, 
lehrt der häufige Gebrauch derselben in Pausa (so Ps. 118, 11 nach der con- 
trahirten Form). 

11. Die oben (No. 5 Anm.) erwähnte Vernachlässigung der Verdoppelung 
in aramaisirenden Formen, wie Wn* und dergl., findet sich auch sonst ziem- 
lich häufig: im Perf. Qal Wal? für ttittQ 4 M. 17, 28 (Jer. 44, 18); Imperf. 
ni'nj 1 Sam. 14, 36 (*t— parag. ohne Einfluss auf die Bildung, vergl. Anm. 2); 
sogar mit Verflüchtigung des festen Vocals: hSaj 1 M. 11, 7 f. hi'ä} wir 
wollen verwirren (Oohortativ von bb^); lor; für ttaij ebend. V. 6 sie werden 
ersinnen; Perf. Niph. h^tM für nabj Ez. 41, 7, dtn^oj für ör&oj 1 M. 17, 11 
(von bb^ beschneiden), vergl. Jes. 19, 3. Jer. 8, 14; Part. ÖTOT5 für OTR. 
Jes. 57, 5. Im Hiph. tobbin (f. rjinn) Bicht. 16, 10 (2 Sam. 15, 34); h T 2rt für 
nj|n Spr. 7, 13 (vergl. HL. 6, 11. 7, 13) und ganz auffällig ^n&nrn Jer. 49, 37 
aus hachtat-ti) von nnn. 

12. Beispiele für das Fortrücken des Tones auf die Afformativa (s. im 
§. No. 7) sind: a) im Perf. *ihr\ (multi sunt) Ps. 3, 2. 104, 24. Jer. 5, 6, 
1 Sam. 25, 10; län (sie sind weich) Ps. 55, 22, rtg (sie sind schnell) Jer. 4, 13. 
Hab. 1, 8, lfbi (sie sind reih) Hiob 15, 15. 25, 5; b) im Imp. (Aufforderung 
in erregtem Tone) ^ (jubele!) Jes. 54, 1. Zeph. 3, 14. Zach. 2, 14, tf"; Je«. 
44, 23. 49, 13. Jer. 31, 7 (dagegen W klage! KlagL 2, 19), *än feiere (deine 
Feste) Nah. 2, 1. Jer. 7, 29. Ueber die Zuspitzung der tonlangen Vocale ö 
und e vor Dägei f. zu ü (8) und t s. im §. No. 7 ; über die Verflüchtigung 
der Vocale des Praeformaüvs, sobald dieselben nicht mehr vor dem Tone 
stehen, s. No« 5. 



§. 68. Verba tfto. 149 

C. Schwächste Verba. (Verba quiescentia.) 

§. 68. 

Verba *"&, z. B. ba$ essen. 

Sofern tt als Gutturalis seinen vollen Consonantwerth behauptet, 
theilen diese Verba alle in §.63 angegebenen Eigenschaften der 
Verba primae gutturalis. Als schwache. Verba kommen die »*to 
jedoch da in Betracht, wo & seinen Consonantwerth aufgiebt und 
mit dem vorhergehenden (urspr. kurzen) Vocal in einen langen 
zusammenfliesst. Diess geschieht indess nur in einigen sehr häufig 
' gebrauchten (gleichsam abgenutzten) Verbis und Formen nach fol- 
genden Bestimmungen: 

1 . Im Impf. Qal lassen fünf Verba ("DK zu Grunde gehen, Hl» 
wollen, bDÄ essen, ya& sagen, rtSÄ backen) das & beständig in langes 
ö aufgehen, z. B. tefcb 1 . Bei einigen anderen findet sich die ge- 
wöhnliche (starke) Bildung daneben: Tfiah nnd ThfcP er ergreift; 
&|D S * (s. No. 2, Anm.) neben £)öfc£ er sammelt. Jenes ö ist zunächst 
durch Trübung aus ä entstanden (§. 9, 10, 2), dieses ä aber aus — — 
contrahirt. In der zweiten Sylbe zeigt sich nie ö (für urspr. #), 
sondern entweder e (urspr. X) oder ä\ und zwar e fast durchgängig 
in Pausa, sowie vor dem betönten schweren Afformativ *p, dagegen 
ä bei Verbindungsaccenten im Context des Satzes (als leichterer 
Vocal), z. B. *itih ^Qan Ps. 9, 19, dagegen nifc&t Ps. 1, 6 (vergl. 
einen ähnlichen Wechsel von e und ä §. 65, 1, lit. c). Wenn der 
Ton zurücktritt, hat die letzte Sylbe der Imperfecta von ^iwj 
und b?K bei verbindendem Accent gleichfalls beständig Päthäch, 
z.B. Di 1 * *TMb Hiob 3, 3, te^i und er ass; bei 'TB« findet sich die 
Enttonung der letzten Sylbe nur in der Form mit Wäw consec. und 
dann ausser der Pausa stets mit S e göl: y&ibfa und er sprach. In 
Pausa lautet dagegen das Imperf. consec. stets bstf*}, *Ä8*5, nur im 
poetischen Theil des Buches Hiob Tü8*5 (MiVöt). Von m« lautet 
das schwache Impf, stets rrph und m«*n (doch Tnfcj Rieht. 20, 6; 
vergl. bDfrj 1 M. 3, 12 in Pausa). — roa und nwTsind zugleich 
Verba T\% daher Impf. rq*h (§. 75, 1). ' T 

In einigen Fällen findet sich statt des 6 in erster Sylbe 3, d. h. Contractdon 
der Gruppe w statt ; so in ttfi&tf) «c wird kommen Micha 4, 8 aus 

MIWJ (von r»j$); an« (f. i?K) tcÄ liebe Spr. 8, 17 neben Sfifc Mal. 1, 2 al. 

* So wird auch in der heutigen arab. Volkssprache des südl. Palästina ja'kul 
(er isst) zu jökul. 



150 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Schwaches Verbum. 

(jedoch nur in 1. Sing. ; sonst ShKJ u. 8. w., von S*7Ä, Sft&t) ; *>tt&0 un ^ *°^ 
verzog 1 M. 32, 5. Endlich gehört hierher der Inf condr. von "wax mit b, 
welcher stets ito&A dicendo für "itoKb lautet. 



*»rr 



2. In der ersten Person Sing, des Imperfect, wo zwei & auf 
einander folgen würden, fallt das zweite (radicale) beständig aus 
(§. 23, 3), also ittfc (für ^itta'a) u. s. w. Auch in den übrigen Fällen 
ist das 8, welches gewöhnlich als in 6 oder S quiescirend aufgefasst 
wird, nur orthographisch und um der Etymologie willen bei- 
behalten. Daher die Möglichkeit des Ausfalls in folgenden Bei- 
spielen : 

Beständig in den contrahirten Formen von tjÖK^also t)Ch für tpstkft Ps. 104, 
29; C)Ö^J 2 Sam. 6, 1; vergl. noch in 1. Pers. Micha 4, 6 und ?flDök 1 Sam. 
15, 6 (mit % nach §. 60, Anm. 4); ferner VTöia 2 Sam. 19, 14; mfefi 2 Sam. 
20, 9; ^Tfi du gehest weg (von bm) Jer. 2, 36;' an*1 5 M. 33, 21 (für ttrtt£), 
nach and. Lesart Kn^, W^i oder fc<n^ u. s. w. (s. Anm. 1). 

Das Paradigma /giebt neben den schwachen Formen des Imperf. 
Qal von den übrigen regelmässig gebildeten nur Andeutungen. 

Anm. 1. In den abgeleiteten Conjugationen kommen nur vereinzelt 
schwache Formen vor: Perf. Niph. Wi«5 Jos. 22, 9; Hiph. bx*&} und er 
nahm weg 4 M. 11, 25; a^$3 (für a*W}?) und er legte einen Hinterhalt 1 Sam. 
15, 5; *pt$ ich horche Hiob 32, 11, b^afi« (6 aus ä) ich gebe zu essen Hos. 11, 4, 
IT^aiK (ebenso) ich will vertilgen Jer. 46, 8, 'pta aufmerkend Spr. 17, 4. Imp. 
spnn bringet (von fthK) Jes. 21, 14. Jer. 12, 9. 

2. Im Pi'el fä}lt ausserdem K zuweilen durch Syncope aus (wie ri in 
V*öpT|, b^üpy, so fc)i» (wie im Aram. und Samar.) lehrend für nitfa Hiob 
35, 11; ir£ für in» 1 ; Jes. 13, 20; ifttrn dt* ^tfrfefes* mich 2 Sam. 22,*40 für 

■warn (Ps. 18, 40 . ' 

§. 69. 

Verba y 'fe. Erste Classe oder ursprüngliche fto, z. B. at?? wohnen. 

Die Verba, welche gegenwärtig ohne Praeformative mit Jdd 
anlauten, zerfallen ihrem Ursprung und daher vielfach auch ihrer 
Flexion nach in zwei Classen: a) in Verba, welche ursprünglich 
(wie noch im Arab. und Aethiopischen) mit Wätv anlauteten, 
z. B. ib"' gebären^ arab. und aethiop. rvälädä. Zufolge eines Laut- 
wechsels, der sich mit wenigen Ausnahmen auch im Nomen geltend 
macht, ist dieses Wäw im Hebr. und Aram. wenigstens im- Anlaut 
tiberall in Jdd übergegangen, während es nach Praeformativen ent- 
weder wiederum hervortritt oder gleichfalls in Jdd übergeht oder 
endlich ganz elidirt wird; b) in Verba, welche (wie im Arabischen) 
von Haus aus mit Jdd anlauten (sogen. Verba cum Jod originario, 



§. 69. Verba *t. Erste Classe oder ursprüngliche Vd. 15i 

s. §. 70). Eine besondere Classe bilden dann noch einige Verba 
(theils mit urspr. Wärv , theils mit urspr. 7#tf), welche das Wäw 
oder Jod nach Analogie des Nun in den Verbis )"t in gewissen 
Formen assimiliren (s. §. 71). 

Hinsichtlich der Verba ffe (d. i. ^fe mit urspr. Wäw) gilt 
folgendes: 

1. Im Impf., Imp. und Inf constr. Qal findet eine doppelte 
Bildungs weise statt, je nachdem das Wäw vollständig abgeworfen 
oder nur in Jdd verwandelt wird. Die vollständige Abwerfung 
(resp. Elision) findet sich regelmässig bei 8 Verbis (s. die Anm.) 
nach folgender Analogie: 

Impf M£ mit tonlangem $ere in beiden Sylben. Statt des ursprüng- 
lichen ä erscheint als Vocal des Praeformativs bereits l 
(aus ä verdünnt); nach der Elision des Wäw musste 
dieses t in offner Sylbe nothwendig in tonlanges e über- 
gehen (höchst selten und incorrect ist die Plene- Schrei- 
bung, wie Itp;;). In zweiter Sylbe haben 5 dieser Verba 
urspr. i, welches in der Tonsylbe gleichfalls zu tonlangem 
e wird; drei Verba jedoch (unter dem Einfluss einer Gut- 
turalis) ä: yj;, *)£, nn\ 
Das tonlange e der zweiten Sylbe ist natürlich der Verkürzung, 
resp. der Verflüchtigung unterworfen, z. B. atp*% *ü,1Dh u. s. w.; 
ebenso wird ä verflüchtigt in Fällen, wie Vt; u. s. w., hält sich 
aber zu Qämäf gedehnt in Pausa (VT) und vor Suffixen D2PT;. Wie 
letzteres Beispiel zeigt, hält sich das tonlange e der ersten Sylbe' 
nicht bloss vor dem Ton (y&l u. s. w.), sondern auch im Gegenton. 

Imp. y(0 mit Aphaeresis des Wäw und tonlangem e (aus *, wie 

im Impf). 
Infin. FOtt aus itf durch Anhängung der Femininendung (fi) zur 

sogen. S e golatform erweitert; wie bei den ]"fe (vgl. §. 66, 1) 

bietet diese Erweiterung einen gewissen Ersatz für die 

Aphaeresis des Anlauts. 
In der grösseren Hälfte der Verba Y'fe unterliegt das Wäw in 
den oben genannten Formen nur der Umwandlung in Jdd. Letzteres 
erscheint im 

Imp. tot und Inf *ib* als fester Consonant, dagegen im 
Impf, tn^ eig. th^ ta ., mit dem vorhergehenden i zu i verschmolzen. 
In zweiter Sylbe hat das Imperf. beständig ä. 

Dass letztere Formen von Verbis mit urspr. Wato (nicht etwa Jdd) her- 
stammen, lehrt theils die Flexion derselben Yerba im Niph. Hiph. Hoph. (wo 



152 2. Hauptth. Formenlehre. Cap. 2. Schwache* Verbum. 

überall das urspr. Wato wieder hervortritt), theils das Arabische , wo den 
Y erbig 1*B ebenfalls eine doppelte Bildungsweise zukommt; vergl. wälädä, 
Impf. jäMdu (mit Elision des Wäw) und wägüä, jaugalu (mit Beibehaltung 
des Wäw, s. Anm. 8). 

Bisweilen kommen sogar in demselben Verbum beide Formen, die schwächere 
und die stärkere, vor; vergl. p% 2 Kön. 4, 41 und p£] giease Ez. 34, 3 (vergl. 
Infin. Dg* 2 M. 38, 27); «*3 1 Kön. 21, 15, tth (in Pauset für tth) 5 M. 2, 24, 
und tt^ fcrifee, mit Jt-^ paragog. mS 1 ; 5 M. 33, 23. Im Jmp/1 *rp* 5 M. 
32, 22 und ^Tg? Jes. 10, 16 er wfrrf brennen; ^p^5 er war theuer 1 Sam. 18, 
30 und "IR Ps. 49, 9 (vergl. ip* Ps. 72, 14). 

Der Analogie von 3tt£ u. s. w. folgen die Verba: iVj gebäre*, K2£ Aeraa«- 
gehen, aii£ sitzen, wohnen, 1*1} hinabsteigen; ferner injt a in der zweiten 
Sylbe des Jmjj/1 : 5HJ wissen, Ihj s?cA vereinigen, 3>g; «ic& üerrenÄtfn. Beispiele 
für die andere Bildungsweise (tt3^ u. s. w.) sind Cgj' ermüden, ys* rathen, 
y£h schlafen u. s. w. 

2. AJs fester Consonant hat sich das ursprüngliche Wäw er- 
halten« a) im /»/"., Imp. und /wp/. iWpÄ. unter dem Schutz der Ver- 
doppelung: 3TÖW, yifa* (also völlig starke Bildung, wie bt)£H, 
btjjp); &) im Hithpa'el einiger Verba, nämlich y-ntiil von $T», n?5tiH 
von H3^ JT53W7 v( >n rTT (ausserdem ist Wäw im Anlaut des Stammes 
nur noch in einigen Nomina vorhanden, wie ^bj proles von ^V» ^e- 
bäreri). Am Ende der Sylbe wird JTäw mit dem homogenen Vocal 
(ü) zu ü verschmolzen; so im ganzen Hoph'al, z. B. 3tnn (f. W]H); 
mit vorangehendem a dagegen wird Wäw zu ö (i) contrahirt; so 
im Perf. und Part. Niph. und im ganzen Hiph'U, z. B. atüip (aus 
urppr. UIÖIJ), 5*»lpin (aus urspr. ffUjOT). — Als /dJ erscheint der 
erste Stammconsonant beständig im Per f. xmiPart. Qal, atDJ u. s. w M 
3HP, VIP?» &m& wenn •} vortritt, z. B. ajF» 1 ] (jedoch bfi^j*), nach 
§. 24, 1, a), ferner in ganz Pi. und Pw., z. B. brp harren, "ty ge- 
boren werden, auch im Impf, und Pör^., brp 1 ;, yy^a gekannt (von 
y»Tj), und so in der Regel auch im Hithpa., z. B. ^Witt? 3??)nn, 
tolWin (neben ygjtjil u. s. w. mit JFä/i;). 

f Per Anfänger erkennt die Verba 1*8 im Impf. Qal zum Theil am JgerB 

unter den Praeformativen, im Niph., JERph. und Hoph. am TFaw (1, 1", *) vor 
dem zweiten Stammconsonanten. (Defective Schreibung wie *rbh ist selten.) 
Die Formen wie attJ, nittj haben die 1 V B mit den ft gemein; ebenso ist 
Hoph'al gleichlautend mit dem der Yerba 9*9 und 1*2. 

Anm. 1. Der Inf. Qal der schwächeren Bildung (rati, Grdf. ri^Ö) lautet 
mit Suff, wie 'WttS u. s. w. (mit Verdünnung des ä zu T). Nur sehr selten 
findet sich die Masculinform, wie 3ft wissen Hiob 32, 6. 10, oder die Feminin- 
endung tt-^, z. B. h^j 2 M. 2, 4, h^i Jes. 37, 3, rrn hinabgehen 1 M. 46, 8. 
Statt rW bildet 3n; unter dem Einfluss der Gutturalis r&h, mit Äu>f. TOta 
u. s. w. '(dagegen WT : nfiOK aus tvA). Von 15; findet sich Ps. 30, 4 im ^Vt 
■»n^ höchst auffälliger Weise die starke Bildung (für Wpig). rriSl gebären 



§. 69. Yerba *%. Erste Classe oder ursprüngliche i*)d. 153 

ist 1 Sam. 4, 19 zusammengezogen in tb (eig. PfA, sodann 1 dem T\ assimilirt, 
vergL §. 19, 2). Beispiele der starken Form sind ikV] fürchten Jos. 22, 25, mit 
Präp. Ib4 Jes. 51, 1«, mit Suff. "WS Hiob 38, 4, vergl. Ezr. 3, 12; selten 
mit n /ewin., z. B. niS 1 ; können 4M. 14, 16; nTO"; abtrocknen 1 M. 8, 7 (neben 
rä 1 ; Jes. 27, 11). 

2. Der Jwperoftv Qal hat häufig die Verlängerung durch fi— , z. B. ft^ltf 
setze dich, rn^ gfet^e Acra6. Von attj geben, arab. wähäbä, ist im Hebr. nur 
der Imper. im Gebrauch; derselbe lautet aft ^te&, verlängert haii meist in der 
Bedeutung age, wohlan! (vor fet, z. B. 1 M. 29, 21 ftnft zur Vermeidung des 
Hiatus); fem. *OT Buth 3, 15, wahrsch. MiVra* nach Analogie des Plurals 
*än (nur Hi. 6, 22\or der Tonsylbe 12%; vergl. dagegen 5 M. 32, 3). 

3. Im Impf mit elidirtem Wäw findet sich ä in zweiter Sylbe ausser den 
oben No.l Anm. genannten Fällen noch in *l^P) Jer. 13, 17 und in der Pausal- 
form "rjbj Hiob 27, 21 (von ^bn, s. Anm. 8). Begelmässig kehrt dagegen ä 
wieder vor dem Afform. M3 (riä*n^irf5 u. s. w.). Die Formen mit e in zweiter 
Sylbe verkürzen dasselbe bei der Zurückziehung des Tones (vor nachfolgen- 
der Tonsylbe und nach Wäw cons.) zu S e göl, z. B. *y-ntt£ 1 M. 44, 33; TT*!, 
1Xtfi\ in Pauset, aber theils niö*\ theils Wi (nur in 1. Pers. Sing, stets «rött 
u. s. w.). — Das Impf nach der Form tth 1 ^ wird häufig (bes. vor Afforma- 
tiven) auch defectiv geschrieben; das t ist in solchem Falle stets durch Metheg 
als langer Vocal kenntlich (s. §. 16, 2, b) t z. B. »£ Jes. 40, 30, &£ 65, 23. — 
Von bbj vermögen, können lautet das Jmp/ 1 . <J>aJ abweichend is^, welches 
nur durch Vocalsenkung aus bai» (Grdf. bai*) entstanden sein kann; vergl. 
arab. jauruu (Joruu) von waru a; jaugalu (jogalu) von wayila, sowie vulgär- 
arab. (bei den Städtern) jüsalu u. s. w. von wasala. Andere halten h^ für 
ImpfHoph. (er wird ermächtigt = er kann), welches beständig statt des Impf 
Qal gebraucht worden sei. 

4. Die §. 44, Anm. 2 (vergl. §. 64, Anm. 1) behandelte Verdünnung des ä 
zu t im Perf (in tonloser geschlossener Sylbe) findet sich bei den 1" B in 
einigen Formen von ^J (4 M. 11, 12. Ps. 2, 7 u. s. w., stets nach voraus- 
gehendem *]), sowie vontthj, z. B. tiWthT'1 u. s. w. 5 M. 4, 1. 8, 1. 19, 1. 26, 1 
(jedoch nur nach *} für "jl). In beiden Fällen könnte man die Verdünnung 
aus dem Streben nach Vocalconsimilation erklären, zumal wenn man "j im 
Anlaut nach syrischer Weise wie * sprach (§. 47, 2); doch ist bei tö^; eine 
Nebenform tönj (vergl. §. 44, Anm. 2) deshalb wahrscheinlich, weil auch im 
Arab. das Verb um wärttä lautet. Aus der Bückkehr dieses % erklären sich 
am einfachsten auch die Formen Tp»W Ez. 36, 12 und riW^^J Ps. 69, 36 al. 

5. Im Impf NipKal findet sich ausnahmsweise * statt des 1 in fcrif *3 und 
er wartete 1 M. 8, 12, vergl. 2 M. 19, 13 ; 1 Sam. 13, 8 KHMb. — Die erste 
Person lautet immer wie SttjJK, nicht attJJ«, vergl. §. 51, Anm. 4. 

6. Im Impf Pi*el ist nach Wäw consecut. einigemal Syncope des ersten 
Stammconsonanten (i) eingetreten (ähnlich wie bei K §. 68, Anm. 2); so in 
njffi für m^ und er betrübte Klagl. 3, 33, Wl für wni und sie warfen 
ebend. V. 53. Ebenso von einem Verbum ^"fi 2. 01. VifisM für ^imöa?^ und er 
trocknete es aus Nah. 1, 4; vergl. ÖW 2 Chr. 32, 30 Q e rt. 

7. Im Imper. Hiph. findet sich statt der gewöhnl. Form aiöiri auch t in 
zweiter Sylbe: OTTih Jes. 43, 8; ywih Ps. 94, 1 (vor h, also wohl nur ver* 
schrieben für nsw'fi); ri^ih Spr. 19, 25. Bei schliessender Gutturalis hat die 



154 2. Hauptth. Formenlehre. Cap. 2. Schwaches Verbum. 

zweite Sylbe in der Kegel a, z. B. Witt, SttHn, vergl. auch "ij3h Spr. 25, 17. 
Dagegen tritt $ überall in offener Sylbe wieder hervor, also JiSpÖiii, **!3*HÖiFi 
und so auch vor Suffixen (§. 61, 2). — Das Impf. Hiph. mit zurückgezogenem 
Tone erhält in zweiter Sylbe S e gol (wie im Qal) z. B. tijctfi er füge hinzu 
Spr. 1, 5; t)W und er fügte hinzu (abnorm jjjüiPl Spr. 30, 6); in Pausa jedoch 
auch Cjöin als Jussiv Hi. 40, 32 (gewöhnl. Jussiv in Pausa attfii u. s. w.; 
letztere Form sogar ausser der Pausa nach Wäw consec. 1 M. 47, 11. 2 Sam. 
8, 4 al.). Bei schliessender Gutturalis ni^fr (Jussiv) und fDi*] u. s. w. — 
Ueber Formen wie SWiii 1 ? s. §. 53, Anm. 7. — Im Hoptial steht ein paar Mal 
1' statt *l in ytiJi (für 3W7) 3 M. 4, 23. 28 und vielleicht in Ä-Jh (für rw) Spr. 
11, 25; doch vergl. Delitzsch z. d. St. . 

t 8. An die Verba 1"B schliesst sich zum Theil auch das Verbum ^«7 gehen 

an, denn es bildet (wie von rf?i) Impf. ^?£, mit Wäw consecut. ^W}, in Pausa 
tjbjl, Inf. constr. n:&, mit Suff, inrf?; Jmp. T]]?, ""$, verlängert ft& und S|i; 
Hiph. ^hiti. Selten und fast nur später oder poetisch finden sich daneben 
die regelmässig von T^ri gebildeten Formen Impf, ^iil? (2 M. 9, 23. Ps. 73, 9: 
^t?, vergl. §. 64, 1 und Anm. 3); Inf. rpft (4 M. 22, 14. 16. Pred. 6, 8. 9), 
Imp.pl. -"obn (Jer. 51, 50); dagegen Perf. Qal stets ^brj, Part. *^Vn, Inf. äbs. 
■^ftii, Niph. t^Fö, Pi. ^|?7, Hithp. tfäWn, so dass ein i als erster Stamm- 
consonant nirgends entschieden hervortritt. Zur Erklärung obiger Formen 
nimmt man indess gewöhnlich ein obsoletes ^bj an; doch liesse sich auch 
denken, dass in dem viel gebrauchten Worte das anlautende schwache ti der- 
selben Aphaeresis (oder Elision) verfiel, wie das 1 von 3tt?J u. s. w.; der so 
bewirkte Anschluss an die *\*t führte dann auch ( im Hiph. zu der Analogie- 
bildung ^^ifl u. s. w. Vergl. übrigens auch die Auflösung der anlautenden 
Gutturalis in einem Theil der K*B; so entspricht z. B. *&& ganz der Form 
litt) (§. 68, 2) von btK. 



§.70. 

Verba y 'fc- Zweite Classe oder eigentliche y 'fc, z. B. Mj gut sein. 

Die eigentlichen Verba Vfe unterscheiden sich von den Y'fe in 
folgenden Punkten: 

1. Im Qal unterliegt das anlautende Jöd nie der Aphaeresis 
oder Elision; daher lautet der Inf. nb*| ,das Impf. y&\ TP**.* P^. 
(Pausa ppl), auch y&[ u. s. w. geschrieben; und so stets mit be- 
tontem ä in zweiter Sylbe, selbst nach Wäw consec., z. B. I p]? w > 
(ausgen. f#to\ 1 M. 9, 24 und *ir*j 2, 7. 19, falls hr* nicht den 
Verbis Y'fc beizuzählen ist. 

2. Im HiphHl wird die zu Grunde liegende Form H^H regel- 
recht^ zu l^n contrahirt (sehr selten l^ün, St^n u. s. w. ge- 
schrieben); Impf. 1^5, yo*fc\- Uncontrahirt findet sich (mit dem 
Diphthong ai) TÜF* Spr. 4, 25; wn (Imper.) Ps. 5, 9 £*ri, vergl. 
1 M. 8, 17 pH. 



§. 71. Verba ^B. Dritte Classe oder Verba mit assimilirtem J6d. 155 

Verba dieser Art sind nur: no; gut sein, p3J saugen, yßl erwachen, "öP 
bilden (doch s. o. No. l), bb* Hiph. b^ft wehklagen, itt£ gerade, recht sein, 
auch tttaj (arab. jäbisä) trocken sein (obwohl Hiph. nach Analogie der 1"B 
tt^niü), und das 2ZipA. (denom. von )*&) )^r\ rechts gehen. 

Anm. In einigen Beispielen des Imperf. Hiph. ist vor die bereits con- 
trahirte Form nochmals ein Praeformativ getreten: a^ü^ HL 24, 21; Mb"?*! 
er wehklagt Jes. 15, 2. 3. 16, 7; M^K Jer. 48, 31; Plur. ^by\ Hos. 7, 14, 
vergl. Jes. 65, 14 (sogar im Impf. Qal von einem Verbum Vß: Tt^ Ps. 138, 6). 
Qimchi u. a. erklären obige Formen aus einem Lautwechsel zwischen Jod 
und Ht, indem die nicht syncopirte Form W 1 *^ (vergl. Jes. 52, 5) u. s. w. 
zu Grunde liege. Dann müsste man jedoch auch syj mit Qimchi als Hiph. 
erklären. Richtiger dürfte die Annahme sein, dass ursprünglich die regel- 
mässigen Bildungen (a^, V4^) beabsichtigt waren, diese aber in der spä- 
teren Aussprache distrahirt wurden, um das mit dem ersten Stammconsonan- 
ten verschmolzene Praeformativ künstlich wiederherzustellen. — Vereinzelte 
Anomalien sind noch: Per f. Hiph. ^rShühl Ez. 36, 11 (mit Trennungsvocal 
(für ^nDV?) nach Art der f * ; intpn (Impf. Qal für *2&n) Nah. 3, 8 ; *mp?ni 
Impf. Hiph. nach Art der 1"S, 2 k7 2, 9. Ebenso wird für Y*p*2 von yp* 
immer das Hiph. *ppi (von "pp) gebraucht, üeber «TlÖa^ Nah. 1, 4 s. §. 69, 
Anm. 6. 



§. TL 

Verba ^"d. Dritte Classe oder Verba mit assimilirtem Jdd. 

In einigen Verbis i"fc wird das Jdd (oder urspr. Wärv) nicht in 
den vorhergehenden Vocal aufgelöst, sondern als fester Consonant 
behandelt und gleich einem Nun dem folgenden Consonanten assi- 
milirt. Die betreffenden Bildungen gehören somit eigentlich in 
die Kategorie des starken Verbums. Beständig findet sich die 
Assimilation bei tt£ (eig. VY\) unterbreiten, Hiph. ?^2tn, Hoph. 22H ; 
DT» verbrennen, Impf. tl&, Niph. fia?, Hiph. ^WJ Wp Hiph. XWn 
hinstellen, Hoph. }&!■»; ausserdem vereinzelt neben der gewöhnlichen 
Bildung: pk^ (von psj giessen) in trans. Bedeutung, neben ps** 
(intrans. 1 Kön. 22, 35) ; in gleicher Bedeutung aber tgw und nk 1 ; 
(Jes. 44, 12. Jer. 1, 5) von nsj WM«i Vergl. noch tnöK Hos. 10, 10 
und nyytfr!} (für 'isq nach §7 47, Anm. 3) 1 Sam. 6, 12. üeberall 
findet dabei die Assimilation an einen Zischlaut statt, ausser in 
1^5 1 Kön. 3, 15 (wo indess Andere pp*? lesen) und in trfSt^ 
(1 M. 40, 20. Ez. 16, 5) Inf. Hoph. von ^\ 



156 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Schwaches Verbum. 

§. 72. 

Verba l"** z. B. twp aufstehen. 

1. Der mittlere Stammconsonant 1 wird vermöge seiner 
Schwäche beständig elidirt (die wenigen Ausnähmen s. Anm. 10), 
und zwar nicht bloss in den 8. 24, 1, ft erwähnten Fällen nach 
#7t;tf /wö&ife (tth'a für flfiä &'w>ö£) , sondern auch nach festem Vocal, 
z. B. dlp Parf. itoss. für d*np (urspr. all)?) und selbst dip Inf. äbsol. 
für tfhjj. 

2. Der durch Elision des Wäw einsylbig gewordene Stamm er- 
hält fast immer den Vocal der zweiten Sylbe, indem derselbe 
wesentlich zum Charakter der betreffenden Verbalform gehört 
(§. 43, Anm. 1. §. 67, 2). Doch ist dabei zu bemerken a) dass der 
an sich kurze Vocal in offener Sylbe, sowie in betonter geschlossener 
Ultima (ausser im Hoph., s. No. 3) nothwendig lang wird, z. B. 3 Pers. 
Per f. dp aus dip, fem. Hipp, Plur. TOp, dagegen in geschlossener 
Paenultima nipp u. s. w. 1 ; b) dass in den jetzigen Bildungen z. Th. 
abnorme Dehnungen des ursprünglichen kurzen Vocals vorliegen, 
z. B. Impf. Qal ölp? aus d^p? (die normale Dehnung des ü kehrt 
wieder im Jussiv dp}, Imperf cons. dpfl); Imper. dip (aus urspr. 
dip, normal gedehnt in 2. fem. plur. HJttp, da sich langes ü in ge- 
schlossener Paenultima nicht zu halten vermochte). Vergl. hierzu 
No. 4. 

Das Verbum intrans. med. e lautet im Perf Qal wie mg (Grdf. 
mäwtt) er ist gestorben; das Verbum med. o wie *iiK (Grdf. y ätvür) 
luxit, töiä er war beschämt. Vergl. Anm. 1. 

3. Im Impf Qal, Perf Niph. und im ganzen HiphHl und Hoph'al 
wird der kurze Vocal der Praeformative in offner Sylbe vor dem 
Tone zum entsprechenden (tonlangen) Vocal. Im Qal und Niph. 
liegt dabei statt des aus ä verdünnten i das ursprüngliche ä zu 

1 Im Aram. allerdings immer *?££> auch in hebr. Grammatiken vor Qimchi 
findet man *J?j?» h ^?1? u. s. w., in unseren Ausgaben nur in Pausa, z. B. **&£%, 
Mich. 7, 8, ttng 2 Kön. 7, ,3. 4. Wollte man (mit Olsh. u. a.) das ä des Perf Qal 
ö£ aus einer Contraction zweier ä erklären, die nach Elision des 1 in Glp übrig 
blieben, so müsste angenommen werden, dass sich die Sprache (oder die Masora) über 
den Ursprung dieses a später getäuscht hätte; denn ein ä, das aus ää contrahirt 
wäre, könnte schwerlich verkürzt werden, wie es in ftttp u. s. w. geschieht Ebenso- 
wenig könnte sich 6 in ^FntfSl u. s. w. (s. Anm. 1) in geschlossener Paenultima halten, 
wenn es durch Contraction aus bäüschti und nicht vielmehr durch Dehnung aus 
büschti entstanden wäre. 



§. 72. Verba T*. 157 

Grunde (§. 67, 6), also ffipj für mj£ (tWp?); fffpj für Dipg; ffipn für 
D^pn; dJWi für Dpfi (vergL jedoch No. 4 über t$ix>). 

Ein solcher vor dem Tone gedehnter Vocal ist natürlich wandelbar und 
wird beim Fortsehreiten des Tones zu &*wä verflüchtigt, z. B. ttrw* er wird 
ihn tödten; so auch in der 3. Pers. Flur. Impf. Qal mit dem sogen. Nun 
paragogicum: •pfrra'j (ohne Nun «unÄ;). — Nur im Hoph. behauptet sich das 
ü durchweg als unwandelbarer Vocal, nachdem es sich einmal (wie im Hoph. 
der Yerba 3*3>) vermöge abnormer Dehnung für ein tonlanges ö festgesetzt hat. 

4. Die unter No. 2 erwähnten Fälle ungewöhnlicher Vocal- 
dehnung sind: Impf. Qal ö*ipj (auch arab. jäqümu), dagegen Jussiv 

dpj, mit Zurückziehung des Tones Dg* (J**ifon)* ö g*5 (P ail8a tajpjl); 
Imper. mp (normale Dehnung des ü findet sich hier in der 2. fem. 
plur. HJttp, s. o. No. 2); Inf. constr. tWp. Im Hiph. entspricht die 
Dehnung des urspr. I zu i (d^gH, Impf. D^g?, Jussiv dg?, mit Zurück- 
ziehung des Tones dg*, DgJ)) durchaus der Analogie des starken 
Verbum (vergl. §. 53, 1). Einer besonderen Erörterung bedürfen 
noch folgende Formen: das Part. Qal dp ist auf die Grundform mit 
ungetrübtem ä zurückzuführen (arab. qdtil, §. 9, 10, 2. §. 50, 2); 
nach Ausstossung des 1 ergab sich so qdim 1 und' dieses wurde 
mit Verschlingung des K durch das praedominirende ä zu dp. Für 
diese Entstehung spricht auch die Unwandelbarkeit dieses ä (Plur. 
d^ttg, constr. ^üp u. s. w.). — Im Imperf. Qal finden sich neben 
den Formen mit urspr. u (jetzt ü) wiederum Formen mit urspr. ä. 
Dieses wurde nach Elision des Wäw zu ä gedehnt und dann weiter 
zu ö getrübt; so bes. »inj (&?), »iajj u. s. w. vom Perf. Kla (er ist 
gekommen). In dem Impf. flHl5 von tHä sich schämen ist das e des 
Praeformativs aus i (als Verdünnung des urspr. ä) gedehnt und 
so ß-bäsch zu fi-bäsch, endlich je-bösch geworden. Auf derselben 
Trübung eines aus ä gedehnten ä beruht endlich Niph. dipj (nä-qäm), 
Impf, dip*; aus ßq-q(aw)äm = Jiqqäm. 

5. Im Perf. Niph. und Hiph. wird vor den consonantisch an- 
lautenden Afformativen der 1. und 2. Person ein h und im Impf. 
Qal vor der Endung fij ein i— eingeschoben. Wie bei den Verbis 
*"* (§. 67, 4) dienen diese Trennungsvocale zur künstlichen Oeffnung 
der vorhergehenden Sylbe, um den langen Vocal derselben zu be- 



1 So im Arabischen (eig. qä ?m, indem die beiden Yocale durch Insertion eines 
K auseinandergehalten werden; vergl. Aram. ÖNjJ), doch bisweilen auch zusammen- 
gezogen, z. B. 8&8 für «Ä'fo, här für hä'vr. — Nach andern wäre Ö£ (wie das Per/., 
s. o. No. 2, Anm.) ausurspr. &31? entstanden; vergl. die Nomina verbalia der Form ^öp 
§. 84, 1. 



158 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Schwaches Verbum. 

hauptei^; doch findet sich im Per f. Hiph. vor dem i ziemlich häufig 
die Keducirung des % auf e (als normale Dehnung des urspr. *), 
bes. nach Wärv consec. sowie vor den Afformativen dm und IM oder 
vor Suffixen. Denn in allen diesen Fällen geht der Ton von dem i 
auf die nachfolgende Sylbe über, und dieses Fortrücken des Tones 
zieht zugleich eine stärkere Enttonung des i nach sich; ^also d^ptt> 
mitten (oder 'pH), aber ijbgrp u. s. w. (doch vergl. auch *D£prn 
Mich. 5, 4). Ebenso wird in der 1. Pers. Sing, des Per f. Niph. das 
ö vor dem Trennungsvocal beständig zu ü gesenkt (^tii'xttp?). Im 
Impf. Qal ist der Trennungsvocal w stets betont (nj^pr\). 

Ohne Trennungsvocal und dann nothwendig mit den tonlangen Vocalen 
ö und e statt ü und t findet sich im Impf. Qal ^S'ni Ez. 16, 55 (neben 
hj^ä-llün in demselben Verse); im Hiph. z. B. Xnjpjn 2 M. 20, 25 neben ^niß'yiri 
Hiob 31, 21 ; nsnäto Hiob 20, 10. Gänzlich abnorm ist ftj^ptj Jer. 44, 25^ 
wahrsch. irrthümliche Vertauschung von B* 1 (für iiJ^apFi), wenn nicht in- 
correcte Schreibung (Jija^tn oder fija^pp)) zu Grunde liegt. 

6. Wie bei den #"? hält sich auch bei den Y'2 der Ton vor den 
Afformativen n — , % 1-7- meist auf der Stammsylbe, also Http (doch 
nach Wärv consec. auch Http 1 ]), Wjj (doch auch TOp, TOpl), *Wpp f 
*t!CNp2 (dagegen vor Suffix und mit Nünparag. wäo^J 2 Chr. 28, 15; 
■ptflp 1 ; 5 M. 33, 11 al. 

7. Die Conjugationen Pi., Pu., Hithpa. sind von schwachen 
Verbis Y'2 (vergl. Anm. 10) nicht gebräuchlich; das einzige Bei- 
spiel eines Pi'el mit verdoppeltem Wärv ist 152 umgeben von Ttf; 
in einigen anderen ist das 1 in ^ übergegangen: d*p, Inf. D?p Esth. 
9, 31. 32 al. von dlp; dPQW Dan. 1, 10 von n*in schuldig sein. 
Diese letztere Bildungsweise gehört dem jüngeren Hebraismus an, 
und ist aus dem Aramäischen entlehnt. Dagegen ist in der Be- 
deutung des PL und als Stellvertreter desselben die sonst seltenere 
Conjugation Pi'lel (§. 55, 2) mit ihrem Passiv und Reflexiv herr- 
schend, z. B. dtrip aus d£*)p oder (nach Elision des 1) aus qämem 
mit Trübung des ä zu ö (vergl. §. 67, 8) aufrichten von tWp; Dtrin 
erhöhen , itoss. dtfh von d*tt; Reflex. n^Win steA aufmachen, von 
*W. Seltener ist die Conjugation JWp# (§. 55, 4), z. B. tabs er- 
halten, ernähren^ Pass. b?!p3, von Vö. 

Anmerkungen. 

t 1. Beispiele von Verbis med. e und 0, bei welchen, wie im starken Verbum 

(§. 50, 2), Perf. und Part, übereinstimmen, sind na er ist gestorben, fem. rtnik 
2 masc. nna, 1 Sing. ^Fra, ipflgj (selbst in Pausa 1 M. 19, 19); Plur. «ni^ 



§. 72. Verba f*. 159 

1 Pers. siani, Pausa Wo. Von ttia er Äa* «icÄ geschämt: ^rnöä, ttitfä, *ntfia; 
Titf er Aörf geleuchtet, Plur. m'&; niö (gut sein), ttö. Parf. na Todter; d^ttfta 
«icA schämende Ez. 32, 30. 

Vereinzelte Anomalien sind im Perf. fiittj 1 ] (mit der nrspr. Endung des 
Pemin. für *%&) Ez. 46, 17 (s. §. 44, Anm. 4); •pp* Jes. 26, 16 (Nun parag. 
am Per/*, nur noch 5 M. 8, 3. 16). — In ttif 1 Sam. 25, 8 (für ttKa von Kia) 
ist gegen die Gewohnheit K ausgefallen. In *Ka Jer. 27, 18 (statt ^a) scheint 
die Masora auf das zu erwartende Imperf. *iKhj hinzudeuten; da Jod vorher- 
geht, ist wohl einfach ein Schreibfehler anzunehmen. 

Die Form djj findet sich (nach arab. Orthographie, §. 9, 1) mit K geschrieben, 
in dem Perf, dtfjj Hos. 10, 14, sowie in den Participien OX* heimlich Bicht. 
4, 21, d^BWÖ verachtende Ez. 28, 24. 26, fem. 16, 57. Analog den Participien 
der Verba med. 5 (wie ttil'a) steht ö'ip für d|5 2 Kön. 16, 7, und sogar mit 
transitiver Bedeutung tsft oecultans Jes. 25, 7; d^öia Zach. 10, 5. 

2. Den Imperfecta mit ü entspricht fast durchaus auch der Imper. und 
Inf. constr. mit Ä, also MpJ, Imper. und Inf. d*lp; doch findet sich zu ttfc*TJ 
er drischt (Inf. Wi) der Imper. itöta (/em.) Mich. 4, 13; zu Oioj er t#an&£ 
der Inf. öia; vergl. his (neben ftta) und yii Jes. 7, 2 (sonst 3fl3) zu den Im- 
perf ectis httj und 3fl5\ Von Imperf. mit o hat auch der Jmper. und Inf. 
beständig o, also zu Kia; = Kia, ttia^ = ttfta u. s. w. — Der Inf. dbs. hat stets 
3, z. B. Wip; dip Jer. 44, 29. 

3. Im Imper. haben die Formen mit Afformativen C^p, *ia*lp) den Ton 
auf der Stammsylbe (doch vergl. ^fi9 Rieht. 5, 12 in beabsichtigtem Wechsel 
mit i'TÖ, und "ntt Jes. 21, 2 gleichfalls aus rhythmischen Gründen). Ebenso 
die verlängerte Form, wie narä Jer. 3, 12. Ps. 7, 8, tiyS Vs. 7; wenn da- 
gegen in enger Verbindung M nachfolgt, lautet der verlängerte Imper. zur 
Vermeidung eines Hiatus fi^p u. s. w., z. B. Bicht. 4, 18. Ps. 82, 8; daher 
auch so vor hirrj als Qfrt perpetuum für ^jStf (§. 17), z. B. Ps. 3, 8. 7, 7, und 
bisweilen auch, wenn nicht tt folgt, z» B. Ps. 74, 22 (rt^'l). 

4. Im Jussiv findet sich neben der Form d'pj (s. o. No. 4) auch dipj mit 
incorrecter Pfene-Schreibung, und selbst d^J, welches jedoch nur ortho- 
graphisch verschieden ist von der vollen Form ÖlpJ. In der Form mit Wäw 
consec. (bg}1, Pausa fipf^i s. o. No. 4) kann bei der Concurrenz einer Guttu- 
ralis oder eines "i ä in letzter Sylbe an die Stelle des ö treten, z. B. firfj und 
er ruhete; 3W und er hebte; *ibjl und er trat beiseite Buth 4, 1 {doch auch 
■■ö^ von *uia fürchten)) Cßfl und er ermattete Bicht. 4, 21. 1 Sam. 14, 28. 31 
(dagegen in offener Sylbe stets ttMpyi, TOüJI u. s. w.). 

Beispiele der betonten vollen Pluralendung *fi (s. o. No. 6) sind "pttöFl 1 M. 
3, 3. 4, IW; Ps. 104, 7, ■jWl'; Joel 2. 4. 7. 9. 

n. Zt* NipHal. 

5. Der Form der 1. sing. Perf. ^niä^ipr, die mehrmals vorkommt (iftSfea» 
■vS*lfi5), sind im Paradigma auch die 2. sing. rViittpp, niasipa und die 1. plur. 
W'&p? nachgebildet, obwohl von diesen Formen keine Beispiele vorkommen^ 
ebenso die 2. plur., von welcher sich indess nur Beispiele mit 6 (nicht ü) 
finden, nämlich dnisb: ihr seid zerstreut worden Ezech. 11. 17. 20, 34. 41, 

' _ VII t l t 

und dnfep ihr ekelt euch, ebend. Vs. 43. — Auf i (statt ä) des Präformativs 



160 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Gap. Schwaches Verbum. 

geht das Per f. Tfcw Zach. 2, 17 zurück (Impf, •tiy; für •Ton). — Der In/ 1 , conrfr. 
lautet einmal abweichend Wtn Jes. 25, 10; in *H'k]j Hi. 33, 30 nimmt die 
Masora Syncope des ii (für Tifcttt!?) an: doch ist vielleicht "fl'&A (Qal) gemeint. 
Vergl. noch Anm. 9. 

m. Zu Hiph'il. 

6. Zu den Beispielen vom Perf. ohne Trennungsvocal (s. No. 5 des §.) ge- 
hören noch: tjKSFj (und so durchweg, von fcO'a); *XP\bn (von Wo) du tö'dtest 
(mit Assimilation des n an das Afformativ, vergl. §. 20, 1 a und Fälle wie 
rttjOT 3 fem. Perf. Hiph. von rflö oder rTO 1 Kön. 21, 25; -isari l Pfar. Perf. 
Hiph. von 1*13 2 Chr. 29, 19), sogar örraq (§. 27, Anm. 3) 4 M. 17, 6 u. a.; 
mit Wäw consec. TOnrri Jes. 14, 30: vergl. i&Vttm Jer. 16, 13 und Mttm 
2 M. 29, 24 al. — In diesen Fällen hält sich das e der ersten Sylbe im Gegen- 
ton; anderwärts wird es in drittletzter zu — verflüchtigt, häufiger jedoch zu 
— , in viertletzter nothwendig zu — (z. B. ^nbjpiTj 1 M. 6, 18, und so stets 
vor Suffix. — Wie bei den 5f 2> (§. 67, Anm. 6) findet sich vor Gutturalen auch 
Päthäch statt — ; so in allen hierher gehörigen Formen von *tö3> 2 M. 19, 
23 al. und *W Jes. 41, 25. 45, 13. 

7. Im Imp. findet sich neben der kurzen Form Dj2ft auch die verlängerte 
tvapfa}. Mit Suff, ^iö^pn u. s. w. Abnorm ist aoafi Jer. 17, 18 (für V&ti 
1 M. 43, 16); vielleicht ist traft (wie 1 Sam. 20, 40) gemeint oder es stand 
urspr. SWaft. — Im Inf. findet sich Syncope des Si in feoab Jer. 39, 7. 2 Chr. 
31, 10 (für feOanb). — Die Participia haben als Vocal des Präform, c, wie die 
3>"S; für tag (lkön. 21, 21 al. im KHMb) hat das Q?rt überall fipa*. 

Ueber die verkürzten Formen des Impf, (ögj, ößjl» dagegen stets fctajl) 
8. No. 4 des §.; bei Concurrenz einer Gutturalis oder eines 1 erhält die letzte 
Sylbe auch hier meistens Päthäch (wie im Qal), z. B. trjj er rieche 1 Sam. 
26, 19; rnjl 1 M. 8, 21; 1!Oh und er nahm weg 1 M. 8, 13. Die 1. sing, lautet 
gewöhnlich wie a'nptfi Neh. 2, 20, seltener wie awi Jos. 14, 7. 



TIT ' ' ~ Trr 



IV. Im Allgemeinen. 

8. Am nächsten sind die Verba 1"9 mit den Verbis 3f 9 (§. 67) verwandt, 
daher man beim Analysiren vorzüglich auf die Verschiedenheiten in der Bil- 
dung dieser Verbalclassen zu achten hat. Mehrere Formen stimmen in beiden 
Classen völlig überein, z. B. Impf. Qal mit Wäw consecut., Pi'lel der V? und 
Poel der 9*9. Auf dieser nahen Verwandtschaft beruht es auch, dass Verba 
1*5 bisweilen Formen von den $"$ entlehnt haben, z. B. Perf. Qal ta er hat 
verachtet (von wa, wie von tta) Zach. 4, 10, HO (f. HO) [er hat verklebt^ Jes. 
44, 18; Perf. Niph. "raj Jer. 48, 11 (für Tiaj von Ita, wie von *TTö). 

9. Wie die Verba 3f$ (§. 67, 5) haben auch die Verba fs im Niph. und 
Hiph. bisweilen die aramäisch-artige Bildung, nach welcher statt des langen 
Vocal8 unter den Praeformativen ein kurzer mit folgendem Däg. forte ge- 
sprochen wird, und zwar finden sich solche Formen öfter neben den gewöhn- 
lichen, z. B. ITW reizen Impf. n**ö? (neben ?VW, rvto;); JP&Si Impf. F&2 
verrücken (von ttö), auch Hoph. Sott Jes. 59, 14; zuweilen in verschiedener 
Bedeutung, wie rpsri Ruhe machen, Ruhe verleihen, ir*sn Impf rr*£, Imp. 
fifh, pl. *rr*fri niedersetzen, niederlegen; "pij in der Bedeutung: übernachten, 



§. 73. Verba **. 161 

bleiben, dagegen "pi?, Part, "pia halsstarrig, widerspenstig sein. Andere Bei- 
spiele sind Niph. Via: er ist beschnitten worden 1 M. 17, 26. 27; Part. 34, 22 
(von Via, nicht VöJ); ir4? sie weihten Spr. 4, 21. 

Vielleicht gehören hierher auch einige Formep von Verbis primae guttu- 
ralis mit Däg. forte implicitum, die Andere anders ableiten oder emendiren 
wollen; so ttJHrn für ttSrW und sie eilte (von wn) Hioh 31, 5; ö*?! (and. LA. 
tt?f3), BSFfi 1 Sana. 15, 19. 25, 14 von trtS oder D^3> att/ 1 etwas losfahren. An 
sich wären beide Formen correcte Imperfecta apocopata von TVÜn und iiöS (tt*b) ; 
beide finden sich jedoch nur in ganz anderer Bedeutung, als sie hier er- 
fordert wird, 
f 10. Die Verba, deren mittleres Waw seinen vollen Consonantwerth be- 

hauptet, folgen durchaus der starken Bildung (sofern nicht eine Schwäche 
des ersten oder dritten Stammconsonanten in Betracht kommt), z. B. "ftn, 
Impf, "nrr weiss sein; siä Impf, m* sterben; fW weit sein; FHS schreien; 
PL V?S, Impf, hw* böse handeln; rw beugen, Hithpa. rwwi sich beugen ; 
namentlich gehören hierher alle, die zugleich rfi sind, wie ttizf, Pi. h*qfc be- 
fehlen, Snjp harren, rft^ trinken, Pi. JiJ*i und PLiph. rtj^rt tränken u. a. 

§. 73. 

Verba ^"*, z. B. *pä merken. 

1. Diese Verba stimmen hinsichtlich ihres Baues genau mit 
4en vorigen überein ; das mittlere Jöd ist hier ganz ähnlichen Ver- 
änderungen unterworfen, wie dort das Wärv. Z. B. Per f. Qal eig. 
t^tö, nach Elision des Jöd Mtö er hat gesetzt, Inf. M^tö, Inf. absol. 
rriflj, Imp. M^tö, Impf. t"Pt£, /wss. ntjh, mit Wärv consec. M#1. — Im 
Perf. Qal besteht aber bei mehreren Verbis noch eine zweite Reihe 
von Formen, die einem HiphHl mit abgeworfenem Praeformativ 
gleichen, z. B. "p^ Dan. 10, 1; irfffc Dan. 9, 2 neben tfi% Ps. 139, 2; 
ttfrH dt* streitest Hiob 33, 13 neben mS Klagl. 3, 58. Obige Per- 
fecta (*p:3, y*\ und dergl.) liessen sich zwar als Bildungen med. e 
(eig. i) begreifen, deren i zu £ gedehnt wäre (wie w zu tJ statt zu ö 
im Impf Qal von Wp); mehr Wahrscheinlichkeit hat es jedoch, 
dass wir es thatsächlich mit verkürzten Hiph'U- Formen zu thun 
haben. Dafür spricht namentlich, dass z. Th. die unverkürzten 
Formen in gleicher Bedeutung nebenhergehen, z. B. Perf "pin, 
OWbWj, Inf *pn* (neben •pä), Imp. "jnn (neben pä), Par*. pM. 
Anderwärts sind ißpÄ'«/-Formen neben wirklichen #a/-Formen in 
derselben Bedeutung im Gebrauch, so l^ia (neben y\), D^tott setzend 
(neben dte), •pSEJ schimmernd, neben P/*. ps. Dazu als Passw einige- 
mal Hoph. Impf *iti5^ zu *yitS singen, MJT* zu tn^tp setzen. 

2. Die angeführten BiphHl- Formen lassen sich eben so leicht 
auf Verba f* zurückführen und mögen zum Theil wirklich zu 

Gesenius, hebr. Grammatik. XXII. Aufl. 11 



162 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Gap. Schwaches Verbura. 

solchen gehören. Dasselbe gilt yon Niph. 'jinp, PH. iriä und Hithpa'L 
•RiSiriH (vjon *p:a oder *pa). Die engste Verwandtschaft der ^'y und 
1"? ergiebt sich auch daraus, dass sich von etlichen Stämmen im 
Qal beide Bildungen neben einander finden, so von yh (Denom. 
von V;b) übernachten, Inf. auch *pb ; Ö^to setzen, Inf. auch öTO, ifoip/l 
trt£, 2. M. 4, 11 dltej, Part. pass. d^te und tttto; bei anderen herrscht 
wenigstens die eine Form vor, z. B. b^| frohlocken (b*tä nur Spr. 23, 
24, K'thib). Am häufigsten erscheinen als Verba i"?: ftiti setzen, 
y*\ hadern, y^i richten, te^te sich freuen; vergl. ausserdem Pf. b| 
(weil im Arab. med. Jöd) fassen, messen Jes. 40, 12; tD* 1 ? (wie arab. 
und syr.) zornig anfahren, und das Denom. /y. p£ (von ■pjj) efen 
Sommer hinbringen Jes. 18, 6, und JP^ (von Jft) herausfischen, 
Jer. 16, 16. 

Die älteren Grammatiker erkannten gar keine Verba ^ an, sondern zogen 
alle die betreffenden Formen zu den l^. In der Tbat ist in zahlreichen Fällen 
eine Entscheidung nicht möglich, da Imperfecta wie tirtffj eben so gut dem 
Hiph'tl von 0*1*0 zugewiesen werden können, und Participia wie dtö und 
andere Formen ohnediess mit der Bildung der 1*9 übereinstimmen. Für die 
Auffassung von Perfectis wie *p2 (s. o. No. 1) als verkürztes Hiph. lässt sich 
noch anführen, dass auch im Vulgärarabischen die Aphaeresis des Praeform. 
in der dem Hiph. entsprechenden Conj. IV der 1*9 ganz gewöhnlich ist. 
Trotzdem aber bleiben noch etliche Formen (vergl. bes. Anm. 3), die sich 
nur auf wirkliche i"9 zurückfuhren lassen. Dazu kommt, dass im Arab. und 
Aethiop. die 1*9 und i*9 in zahlreichen Bildungen deutlich auseinander ge- 
halten werden, und dass auch das Hebr. Verba i"9 mit consonantischem J6d 
kennt, wie a^ befeinden, t)?9 matt sein, njtt werden, sein, fpn leben. 

Anm. 1. Im Per f. Qal 3. fem. Sing, findet sich einmal rtJÜJ 1 ] Zach. 5, 4 
für njVl» mit Abschwächung des enttonten ä zu 2 (wie Part. fem. ftytl Jes. 
59, 5); 1. Pers. plur. ^Sl Bicht. 19, 13 für lan-nü. Der verlängerte Imper. 
hat vor K den Ton auf der Ultima (wie bei den *f9, §. 73, Anm. 3): rfflT» hyn 
Ps. 35, 1, ebenso jedoch auch sonst (43, 1. 74, 22. 119, 154) aus Gründen des 
Bhythmu8. — Beispiele des Inf. absol. sind: sH litigando Bicht. 11, 25, Tftb 
ponendo Jes. 22, 7; aber auch rn; ^ Jer. 50, 34, *pnn pa Spr. 23, 1, beide- 
mal offenbar mit absichtlichem Gleichklang. . 

2. Das verkürzte Impf lautet pj, mit zurückgezogenem Accent z. B. S^J 
ft Bicht. 6, 31. Ebenso mit Wäw consecut., z. B ötoj^ twwJ er setefe, fa^ und 
er merkte; bei mittlerer Gutturalis ö*ia ü?J3 wid er /Wir aw/ 1 sie Jb* 1 Sam. 
25, 14 (s. §. 73, Anm. 9). Als Jussiv von )*i steht *j5f Bicht. 19, 20 (in Pausa) 
und Hi. 17, 2, für -jitj. 

3. Als Part, act Qal findet sich einmal )b übernachtend Neh. 13, 21; Parf. 
pü88. d^iü oder Ö*tÖ (nach verschiedener Lesart) 2 Sam. 13, 32. 

* 
3. In den Verbis K*9 behauptet das M fast durchgängig seinen Oonsonant- 
werth, und dieselben sind daher als Verba med. gutt. (§. 64) zu betrachten. 
"Eine Ausnahme bildet nur ttfcO sie sind lieblich (von m&tt PC hl zu rttO eig. 

T ' T ~I~ TT ^" 



§. 74. Verba vft. 163 

1&«) Jes. 52, 7. Hohe!. 1, 10. — Sehr fraglich ist dagegen y&g Pred. 12, 5 als 
Impf. Hiph. (für y»;:?); wenn die Form richtig überliefert ist, wäre sie eher 
auf yx r (mit incorrecter Schreibung für y£) zurückzuführen; vergl. Delitzsch 
z. d. St. 

§.74. 

Verba a"b, z. B. xrn finden. 

Das tt erscheint in diesen Verbis, wie in den tf'fe, theils noch 
als Consonant, d. h. als gelinde Gutturalis, theils als blosses 
Dehnungszeichen (sog. quiescirender oder Vocal-Buchstab). Im 
Einzelnen gilt folgendes: 

1. In den Formen, in welchen g den Schluss des Wortes bildet, 
hat die letzte Sylbe überall die normalen Vocale, z. B. tfsfa, Kapo, 
K*ttü, fc^apan; in allen diesen Fällen zerfliesst das g einfach in dem 
langen Vocal, ohne dass derselbe irgendwelchen Veränderungen 
unterworfen würde; höchstens könnte sich nach dem ganz hetero- 
genen ü ursprünglich noch eine gewisse Lautbarkeit des K erhalten 
haben. Dagegen fliesst auslautendes k mit vorhergehendem ä, also 
im Perf, Impf, und Imp. Qal, im Perf. NipWal, und im Pu'al und 
ffoph'al, nach §. 23, 1 nothwendig zu ä zusammen; so in ajfc, 
KXtF u. s. w. 

T J • 

Impf, und Imperat. Qal haben in letzter Sylbe beständig a nach Analogie 
der Verba tertiae gutturalis. 

2. Da wo tt vor consonantisch anlautenden Afformativen (n, 5) 
an den Schluss der Sylbe zu stehen kommt, fliesst es gleichfalls 
mit dem vorhergehenden Vocal zusammen, und zwar im Perf. Qal 
mit ä regelrecht zu Qäm#§ (ty&Tn u. s. w. für IWSia) ; dagegen geht 
ihm im Perf. aller übrigen activen und reflexiven Conjj. §er€ 
(fitfitt? u. s. w.), im Imp. und Impf aller Conjj. S'göl voraus, n?8&ü, 

t v : • 

Das 8 e gol der betreffenden Formen des Imperf und Imper. ist wohl durchweg 
als Umlaut und zugleich Dehnung eines urspr. ä zu betrachten (s. §.8, 1); 
ebenso läset sich das e der Perfectformen im Piel, HipKxl und Hithpa'el auf 
ein zu Grunde liegendes % zurückführen (wie die gewöhnliche 3. Pers. Sing. 
dieser Conjj.), mag dasselbe immerhin erst aus urspr. ä verdünnt sein. Für 
das Nipk. Hesse sich auf die Spuren einer Abschwächung des ä zu t bei den 
Verbis 5*9 (§. 67, Anm. 5) verweisen; näher liegt indess die Annahme, dass 
sich Niph. der durchgreifenden Analogie der übr. Conjj. gefügt hat. Nach 
anderer Erklärung beruht sowohl das Hjfert t als das S e gol auf dem Anschluss 
an die Analogie der Yerba rrt (§. 75, 2) vermöge der engen Verwandtschaft 
mit denselben. — (Vom Pu'al findet sich eine derartige Form nicht; vom Perf. 
Hoph. nur 2. masc. fttt*^ Ez. 40, 4, also regelrecht gedehnt.) 

11* 



164 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Gap. Schwaches Verbum. 

Vor den Suffixen ?J, 05, "|5 behauptet das K seinen Consonantwertb und er- 
hält (J, z. B. *|^a$ Hobel. $, 1, SJKÜgri Ezech. 28, 13 (vgl. §. 65, 2, Anm.), 
nicht »JWpOK u. s. w., da jene Suffixa nothwendig ä*wä mob. vor sich erfordern. 

3. Da wo tt den Anlaut der Sylbe bildet (also vor Afformativen, 
die in einem Vocal bestehen oder mit einem solchen beginnen, 
sowie vor Suffixen), ist es nothwendig fester Consonant und die 
Form folgt dann der Analogie des starken Verbum, z. B. naöftt 
mäfä, mtt u. s. w. (Pausa HK&tt, *)K&£). 

Anmerkungen. 

1. Die Verba med. e, wie ttV» voll Bein, behalten das §eri auch in den 

übrigen Personen des Perfect bei, z. B. ^r^V» (Ausn. ÖH*^ Jos. 4, 24. 1'kV» 

Estb. 7, 5). Für rwttta findet sich die Form mang sie nennet Jes. 7, 14 (aus 

- P^g, vergl. §. 44, Anm. 4), in anderer Bedeutung (sie begegnet) 5 M. 31, 29. 

Jer! 44, 23; im Niph. 3r«iw Ps. 118, 23; im Hoph. MKnri 1 M. 33, 11. 

2. Yom Infinitiv Qal findet sich, die Femininform JnfiAa füllen (vergl. rY&a 
von rrt) 3 M. 12, 4; auch nife&ö Hi. 20, 22 aL und rwtffoD Esth. 1, 5 geschrieben. 
Vergl. ähnliche Formen Bicht. 8, 1. Spr. 8, 13; vor Suff. Ez. 33, 12 und ebenso 
im Niph. Zach. 13, 4. 

3. Das Part. fem. wird gewöhnlich contrahirt rmb (für fttjäb), ebenso 
Niph. rttAw 5 M. 30, 11. Zach. 5, 7 und Hoph. 1 M. 38, 25; seltener ist r«Ä 
Hohel. 8, 10 (vergl. MKiö neben JnKiü als Jw/1 constr. von Ktö5) und ohne » (s. 
Anm. 4) nrh (von vcf;) 5 M. 28, 57. In den Formen D^üh sündigende 1 Sam. 
14, 33, vergl. Ps. 99, 6 ; öfcfj'a sie ersinnend Neh. 6, 8 ist das K syncopirt und 
nach dem Zurücktreten seines Vocals nur noch orthographisch beibehalten 
(§. 23, 2). r * 

4. Nicht selten ist ruhendes K orthographisch ausgelassen: a) im Innern 
des Wortes z. B. Vtä» 4 M. 11, 11, vergL Hi. 1, 21; ^n»S Bicht. 4, 19, vergL 
Hi. 32, 18. Im Impf rwta Jer. 9, 17. Zach. 5, 9. Buth 1, 14 (dagegen die- 
selbe Form mit pleonast. JM nach Art der rfi Ez. 23, 49, vergl. Jer. 50, 20); 
ferner im Niph. Wtoö 3 M. 11, 43. b) am Wortende: iajl 1 Kon. 12, 12 KHhtb; 
Eiph. Wtii 2 Kön. 13, 6, vergl. Jer. 32, 35. Jes. 53, 10. 

In Betreff des Uebergangs von Verbis fcrt in die Bildung der tt*i s. §. 75. 
. Anm. No. "VT. 

§.75. 

Verba rf\ z. B. nba offenbaren. 

Diese Verba umfassen, wie die Verba **"ö (§. 69. 70), zwei ver- 
schiedene Classen, nämlich sowohl ursprüngliche l"b, als V*b; beide 
werden im Arabischen und besonders im Aethiopischen noch deut-* 
lieh unterschieden. Im Hebräischen erscheint statt des ursprüng- 
lichen *i und 1 am Ende des Wortes stets ein n als Stellvertreter 
eines auslautenden Vocals (§. 23, 4), daher die Bezeichnung beider 



§. 75. Verba h"£. 165 

Classen als Verba n"b, z. B. fibj für *b* er hat offenbart; rfyfd für 
ibtö er hat geruht. Bei weitöm die meisten dieser Verba werden 
jedoch wie ursprüngliche ^"b behandelt; von l"b kommen nur 
einzelne Formen vor. 

Als ursprüngliches Vi giebt sich hitt3 ruAt# «ein in den Bildungen zu er- 
kennen, in welchen das Www als fester Consonant erscheint, vergl. 1. Sing. 
Perf. Qal wbio Hiob 3, 26, das Part. *M und das Derivat rrfoö Buhe; da- 
gegen hat das Impf. *n|5tt^ (mit JM). In rW (arab. i») antoorfen, und rW 
(arab. 135) gebeugt, bedrückt sein, erscheinen zwei urspr. verschiedene, jetzt im 
Hebräischen gleichlautende Verba (s. das Wörterb. u. hjs). — Im Syrischen 
geht die Vermischung dieser Formen noch weiter, indem dort auch noch die 
Verba K"b mit den r\"\ d. i. 1*b und ^ der Araber, zusammenfallen. 

Ganz anderer Art sind die Verba, deren dritter Consonant ein (am Mappiq 
zu erkennendes) consonantisches fl ist, z. B. POä hoch sein. Diese folgen durch- 
aus der Analogie der Verba tertiae gutturalis. 

Der grammatische Bau der Verba fi"b, welchen das Paradigma 
P übersehen lässt, beruht auf folgenden Gesetzen: 

1. In allen Bildungen, in welchen das urspr. Jöd oder Wäw 
an das Ende des Wortes zu stehen käme, wird dasselbe abgestreift ; 
an seine Stelle tritt t\ als orthographischer Ersatz , resp. als Hin- 
weis auf den vorhergehenden langen Vocal. Ein solcher Hinweis 
wäre schon aus praktischen Gründen in dem noch unvocalisirten 
Consonantentext unentbehrlich gewesen; aber auch nach der Hinzu- 
fügung der Vocalzeichen blieb mit verschwindenden Ausnahmen 
(s. §. 8, No. 4 und ä in pfeüjj u. s. w.) das orthographische Gesetz, 
dass ein auslautender Vocal durch einen sog. Vocalbuchstaben 
kenntlich zu machen ist. Bei den fi"b nun geht dem als Vocal- 
buchstab verwendeten n in den einzelnen Formen durch alle Con- 
jugationen derselbe Vocal voraus; so erscheint als Endung: 

n — in allen Perfectis, nbä, «"650, r&i u. s. w. 

T ' TT ' T : • ' T • 

n— in allen Imperfectis und Partt., nb^, nbä u. s. w. 
T\— in allen Imperativen, nbä, r6ä u. s. w. 
n— - im Infinit, absol. (ausgen. HiphHl, Hoph'al, und gewöhnlich 
auch Pi'el, s. Anm. 10. 15), rtb| u. s. w. 

Nur das Part. pass. Qal macht eine Ausnahme, indem hier das 
urspr. i am Ende wiedererscheint, ^ba, ebenso einige Nomina deri- 
vata (§. 85, V). 

Der Inf. constr. hat immer die Endung fii (mit fr feminini): Qal 

rriba, Pi. rriba u. s. w. 

Zur Erklärung dieser Formen diene Folgendes: Im Perf. Qal steht ttlä 
nach Obigem für CO^Ä, ebenso im Niph'al, Pual und HopHal. Im PCel und 



166 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Schwaches Verbum. 

Etthpa, liegen die Formen bttp, ittgfvh zu Grunde (§. 52, Anm. 1, 54, Anm. 1); 
im Hiph'U die Form böjsri nach Art des arab. 'äqtala (§. 53, 1). 

Das auslautende betonte t\-^~ der Imperfecta ist streitiger Erklärung. Am 
wenigsten kann wohl an Oontraction des urspr. Jod (resp. des», zu welchem es sich 
aufgelöst hätte) mit vorhergehendem ä gedacht werden; denn als Contraction 
des Diphthong aj kennt die Sprache sonst nur 2, welches allenfalls zu i abge- 
schwächt werden kann (s. No. 2). Nach Rödiger vertritt das stumpfe ri— 
die bestimmteren charakteristischen Vocale der entsprechenden starken Bil- 
dungen, wie sie sich im Arab. und Aeth. auch bei diesen Verbiß reiner erhalten 
haben. So entspricht dem hb^ im Arab. jaglü (vulgär jagli, indem das urspr. 
Jöd nachträglich doch auf den Vocal einwirkte), aeth, jeglü; txsff] arab. jabki, 
aeth. jebki; MW arab. jachjä, aeth. jechjaw; iiS^ arab. jar K a, aeth. jeraj. 
Ebenso im Fiel tti^, vergl. arab. jusälli; Hiph. riK^ arab. jwri u. s. w. Nach 
diesen Beispielen hat sich im Arab. und Aethiop. der charakteristische Vocal 
überall behauptet und daraus würde sich ergeben, dass auch im Hebr. in den 
Imperfectis der einzelnen Conjj. der i"t"b verschiedene Vocale zu Grunde liegen, 
die dann im Streben nach einer durchgreifenden Analogie alle gleichmässig 
zu S e gol geworden wären. Dass ein solches Bestreben obgewaltet hat, ist bei 
dem Hinblick auf die Oonsequenz der Bildung auch im Perf,, Imperf. und 
Part, zweifellos. Nur fragt sich, ob hinsichtlich der Imperfecta die Consequenz 
nicht vielmehr darin zu erblicken ist, dass durchweg zunächst ä als Vocal der 
Endsylbe zu Grunde gelegt wurde. Bei Pu'al und Hoph. würde sich dies von 
selbst verstehen; aber auch sonst (bes. im Qal, s. Anm. 4) tritt ä gelegentlich 
als urspr. Vocal hervor. Darnach wäre das betonte S e gol durchweg als Um- 
laut und Dehnung des ä in offener Sylbe zu betrachten (wie in *$>h für 'rjba) 
statt der vollen Dehnung zu ä. Auf dieselbe Weise ist dann auch das S € gol 
der Participia zu erklären, während der Status constr. derselben 0"&ä) auf 
Contraction des urspr. aj beruht; vergl. auch das Nomen ^i8 und TVfD (aus 
■^iö) Feld; stat. constr. tryü. Wie bei diesen Constructus-Formen ist auch in 
den Imperativen (Endung Jr-^- als Oontraction von aj) überall Jod als Aus- 
laut vorausgesetzt, so dass sich also auch die urspr. l"b der Analogie der **b 
gefügt haben. 

2. Da wo das urspr. Jöd vor consonantisch anlautendem Affor- 
mativ (in, i) an das Ende der Sylbe zu stehen kommt, entsteht 
a) in den Perfectis zunächst der Diphthong aj 0*— ). Dieser sollte 
im Innern des Worts durchgängig zu £ (^— ) contrahirt werden. 
Doch findet sich dieses £ beständig nur in den passiven Conjj., 
während es im Qal regelmässig, in. den übrigen activen und 
reflexiven Conjj. (bes. im Pi k el) häufig zu % abgeschwächt erscheint 
(vergl. Anm. 7. 9. 14 und §. 27, Anm. 1). — V) In den Imperfectis 
und Imperativen erscheint vor dem Afformativ nj überall betontes i— . 
Auch hier kehrt die Streitfrage wieder (s. o.), ob dieses ■*— als 
Aequivalent für ^— (d. i. S als Contraction von aj) zu betrachten 
sei, oder ob nach Ausstossung des Jöd (wie in der 3. Sing.) ä zu 
S'göl umgelautet ist; im letzteren Falle wäre das Jöd, welches noch 



§. 75. Verba n"i. 167 

überall in diesen Formen geschrieben wird, lediglich als ortho- 
graphisches Ueberbleibsel von der ursprünglichen Bildung an- 
zusehen. 

Uebersicht. Als Hauptvocal erscheint demnach vor conso- 
nan tisch anlautenden Afformativen: 
im Perfect Qal f, z. B. n*5|; 

in den Perfectis der übrigen activen, sowie der reflexiven Con- 
jugationen theils noch £, theils £, n*»5| und n^5a; ^M 
und rrtfio; 
in den Perfectis der Passiva' nur e. z. B. ri^fe; 
in den Imperfectis und Imperativen überall *»— , z. B. W5ä, 
WAR. 

t v : • 

Die diphthongischen Formen haben sich durchgehende im Arab. und Aethiop. 
erhalten, und nur ausnahmsweise und im Volksidiom wird der Diphthong zu- 
sammengezogen : im Aram. sind die contrahirten Formen vorherrschend, doch 
hat z. B. auch das Syr. im Qal 2. P. Sing, ff^lait (dagegen 1. P. Sing. ri*4ä) und 
ebenso das "Westaram. IJ^a, jedoch daneben auch tj^ä. 

3. Vor den vocalischen Afformativen (*i, 1-7-, in—) wird das Jod 
sammt dem vorhergehenden Vocal in der Regel gänzlich elidirt, 
z. B. «ibj (f. Tfta), ^ttfi (f. ^n), Part. fem. rt&,plur. m. trtbJ ; doch finden 
sich daneben nicht selten auch die alten vollen Formen, besonders 
in Pausa, s. Anm. 4. Regelmässig findet die Elision des Jöd statt 
vor Suffixen, z. B. Sjbä (Anm. 19). 

4. In der 3. Sing. fem. des Per f. wird überall die alte Feminin- 
endung n— restituirt; so entstehen mit Elision des Jöd zunächst 
Formen, wie nbä (vor Suffixen) und, mit Dehnung in betonter End- 
sylbe, nba. Doch hat sich letztere Form nur noch selten erhalten 
(s. Anm. 1 und 19); die Analogie der sonstigen Bildungen wirkte 
in solchem Grade, dass zu der Endung n— die gewöhnliche Endung 
T\— noch hinzugefügt wurde/ Vor letzterer verflüchtigte sich dann 
das Pdthäch der Endung rn- zu S*wä, und es entstanden so 
Bildungen, wie Srilnbä, ttrfaw u. s. w. (Pausa jedoch fijn5| u. s. w.). 

Aehnliche Fälle s. §. 70 Anm., §. 91, 3. 

5. Eine stark hervortretende Eigenthümlichkeit der Verba n"b 
ist endlich die Bildung des Jussiv und des Imperf. consecutivum mit 
Abwerfung der Endung in—. Diese gewaltsame Verkürzung findet 
sich in allen Conjj. und zieht z. Th. noch anderweitige Verände- 
rungen in der Vocalisation nach sich (s. Anm. 3. 8. 11. 16). Ebenso 
wird in einigen Conjj. ein verkürzter Imperativ durch Apocope der 
Endung n— gebildet (s. Anm. 12. 16). 



168 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Oap. Schwaches Verbum. 

6. Von Cohortativ- Formen des Imperf. (§. 48, 3) kommen in 
Verbis n"b nur folgende Beispiele vor: im Qal rittö» Ps. 119, 117, 
n^WiÄ (mit Beibehaltung des Jöd, s. Anm. 4) Ps. 77,4; im Hithpä. 
njttjti? Jes. 41, 23 (mit Enttonung des n— nach langem Vocal). 

Anmerkungen. 

I. Zu Qal. 

1. Die oben No. 4 erwähnte ältere Form des Feminin der 3. Sing. Perf. 
Tbl (aus rY&a vergl. die &rt, §. 74, Anm. 1) findet sich noch in nto 3 M. 25, 
2 "(vergl. 2 Kön. 9, 37 KHh.); ebenso im JEKpÄ. h^n 3 M. 26, 34;^$*? Ez. 
24, 12; Hoph. rtttj Jer. 13, 19. Dagegen hat sie sich überall vor Suffixen 
erhalten (s. Anm. 19). — In der 3 Plur. findet sich statt der gewöhnlichen Be- 
tonung (*ftä u. s. w.) Ps. 37, 20 !&3, in Pausa und zugleich im rhythmischen 
Gegensatz zu dem 5bs vorher. — Ueber die Betonung der Perfecta consecutiva 
s. §. 49, 3, Anm. 

2. Im Infin. absol. findet sich öfter die Schreibung ifcO u. s. w. (neben tt&?J). 
Die Form hirnö Jes. 22, 13 (neben imö in dems. Verse) ist wegen des Gleich- 
klangs mit o'ffiö gewählt; ebenso 42, 20 Q e ri und Hos. 10, 4. — Umgekehrt 
findet sich statt des Inf. constr. hiia einigemal auch die Schreibung, wie ffta 
oder fi>5, vergl. h&O 1 M. 48, 11; hbp Spr. 16, 16; nto 1 M. 50, 20 neben itD§ 
31, 28 (vergl. Spr. 31, 4). — Auffällig ist die Femininform rtj&'n (f. ni&O) Ez! 
28, 17, vergl. §. 45, b. 

t 3. Die Verkürzung des Imperf ect (s. im §. No. 5) verursacht im Qal folgende 

Veränderungen : 

a) InderBegel erhält der erste StammconsonantHülfs-jSfyoJ oder, wenn der zweite 
eine Gutturalis ist, Bxdfs-Päthäch (nach §. 28, 4). So W f. iyj; ftf$ und er 
baute; »tt£ er schaue f. 3tth 

b) Dabei wird zuweilen das * des Praeformativs zu e gedehnt, z. B. K 1 ^ er sehe. 
Meist geschieht dies jedoch nur nach ti praeform., während nach "» das ihm 
homogene t bleibt, z. B. istjn (neben bs% "jfcn^ (neben *JB^) ; bei mittlerer 
Gutt. 3nn, m*£ (von hftS). Die auffälligen Betonungen *nä Zach. 9, 5, fcnrYJ 
Mich. 7, 10 und fc<5- (mit e) 1 M. 41, 33 lassen sich nur einigermassen aus 
rhythmischen Gründen begreifen. 

c) Anderwärts ist unter den §. 28, 4 angeführten Bedingungen die Annahme 
eines Hülfe-Vocals unterblieben: atÖ*3 4 M. 21, 1. Jer. 41, 10, vergl. Hi. 31, 

, 27 ; dagegen mit Dehnung des X zu e (s. lit. b) tm^\, ^2^, WJ, oto*. Neben 
einander finden sich K'nf er 8ehe y fcO*1 tend er «aA, letzteres mit - dem urspr. 
Päthäch wegen des nachfolgenden 1. 

d) Beispiele von Verbis, die zugleich primae gutturalis sind (§. 63): to?5, Pattta 
\0?53, wnd er machte, von ftto$; T?^ und * r antwortete, von ftjs (stets gleich- 
lautend mit den entsprechenden Formen des Hiph.). Ueber einige hierher 
gehörige Formen von 6**0 s. §. 76, 2, c. — Ohne Bücksicht auf die anlautende 
(harte) Gutturalis ist gebildet: inf_ und er entbrannte, "jh^ und er lagerte 
wA, ■nfi* (mit Dag. lene, nach §. 28, 4) er /reue sich Hiob 3, 6. — Ueber W, 
q& o;!) (zugleich rrt und •)"») s. §. 76, 2, fc. 



§. 75. Verba h"b. 169 

c) Die Verba *mii werden, sein und Jmri Üben, deren verkürzte Imperfecta "jttj, 
im lauten sollten, bilden statt dessen *<m, TP, indem das zweite Jod den 

IS* •!'•!' 

Yocal t an sich zieht und mit demselben in langes t zusammenfliesst; in 
Pausa dagegen ifTJ, "^Ü Qut Umlautung des urspr. a zu betontem 8 e gol. 
(Vgl. die Nomina derivata wie *»D2 für -oa, in Pat^a ^aä. W für *>tt> n. s. w. 
§. 85. No. V.) Analog dem irTj von njh findet sich von TWn sein einmal 
fcWTP für -lim er wird «ein Pred. 11, 3 (über das fet s. §. 23, 3, Anm. 3). 

Nach dem Wäw consecut. kommen übrigens nicht selten vollständige Formen 
vor (ohne Apocope des tt — ), besonders in der ersten Person, und in den späteren 
Büchern, z. B. fttpjfct} wwd tcA «oä, 20 Mal und Jos. 7, 21 im KHh., jedoch nicht 
im Pentateuch (K^J 15 Mal, darunter 3 Mal im Pent.) ; ntojl und er that, 
4 Mal (to551 über 200 Mal). Ebenso zuweilen für den JussivT^WJ 1 M. 41, 
34. Jer. 28, 6. 

4. Das ursprüngliche ■» wird zuweilen auch vor den vocalischen Affor- 
mativen restituirt (vgl. oben No. 3 u. 6), besonders in und vor der Pausa, vor 
der vollen Pluralendung "j-l — , oder wo sonst ein Nachdruck auf dem "Worte 
ruht. Perf. imbri sie vertrauet Ps. 57, 2, -V^h 5 M. 32, 37, vgl. Ps. 73, 2 Qfr%\ 
Imp. spsa fraget Jes. 21, 12. Impf. -i^bttr sie sind ruhig Ps. 122, 6. Hiob 12, 
6; "j^am sie mehren sich 5 M. 8, 13. Ps. 36, 9, häufiger wie ^FRö? sie trinken 
Ps. 78, 44; Jes. 21, 12. 26, 11. Ps. 36, 8. (Vgl. Anm. 5. 7. 13. und 16.) 

5. Das Part. act. bildet auch ein Fem. mit Beibehaltung des 3.Badicals **, 
nämlich rijaia (=n*J*3) weinend Klagl. 1, 16, hjDis spähend Spr. 31, 27, MJ^B 
fruchtbar Ps. 128, 3, Plur. ni*r« die kommenden Jes. 41, 23. Im Part pass. 
zeigt sich einigemal der 3. Badical noch als \ vergl.: *liü5 gemacht Hiob 41, 
25, -IBS 15, 22, zusammengezogen aus ttto, "ABS; und vor antretender Endung 
sogar noch als Consonant, mife» (lies ' a sÄw?6<Ä) 1 Sam. 25, 18 KHhtb, Mira 0« 
tt^rätoofÄ) Jes. 3, 16 # e *Ät6. 

6. Selten ist die defective Schreibung in Formen wie r\W 2 Sam. 15, 33; 
nj^W 2 M. 2, 16, und die Aussprache r\p$V\ Mich. 7, 10, vergl. r\tttt) Bicht. 
5, 29 (nach andern Sing, mit Stoyf. der 3. fem. Sing.). Beide Fälle sind wohl 
nach §. 20, 2, c zu beurtheilen. 

IL Zu NipKal 

7. Hier sind die Formen mit *~~ in der 1. und 2. Pers. Sing, des Perf. 
vorherrschend (mit ' 1 — nur imjto i M. 24, 8); dagegen in der 1. Pers. Plur. 
stets i — , wie ^Sni 1 Sam. 14. 8. Von der 2. Pers. Plur. kommen keine Bei- 
spiele vor. — Mit beibehaltenem *» in Pausa «PI35 4 M. 24, 6. 

8. Die Apocope des Impf, bringt, ausser der Wegwerfung des fi-7-, keine 
Veränderungen weiter hervor: bj^ aus hiyj; bei einem "Per&ww tnedf. ^uft. 
findet sich jedoch eine Form mit Verkürzung des Qämes zu Päthäch, näm- 
lich rm* (f. nsa 1 ?) Ps. 109, 13 (nach Art der S*3; dagegen in Pausa rwan ebend. 
Vs. 14). Aehniich im Pi. Wi (aus rn^F.) Ps. 141, 8, und im Sithpa. :nnn 
(aus hanwn) Spr. 22, 24. 

III. Zu Piel, Pu'al und Wihpdel. 

9. In den 1. und 2. Perss. des Perf. Pi. hat die zweite Sylbe in der Mehr- 
zahl von Beispielen die Abschwächung des diphthongischen "*---- zu "*-■-, wie 



170 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Gap. Schwaches Verbum. 

Ij'il, W?p, in der 1. Pers. Plur. und vor Suffixen beständig, z. B. wba 1 M. 
37, 26, «n^ Ps. 44, 20. Im Paradigma ist die Form mit ^ als die ältere 
vorangestellt, obschon sie sich im A. T. nur für die 1. Pers. Sing, belegen lässt 
(z. B. Joel 4, 21). Im Hithpa. kommt neben *^- (Jer. 17, 16) in der Regel 
•»T- vor (Spr. 24, 10. 1 Kön. 2, 26. Jer. 50, 24). Pu. hat dagegen stets noch 
i — f wie W&S Ps. 139, 15. 

10. Der Inf. abs. Pi. lautet gewöhnlich wie ftia, itjg (nach der auch 
im starken Yerbum häufigeren Form bog, s. §. 52, Anm. 3), selten wie rfog 
Ps. 40, 2. 
-f 11. Das Impf, verliert nach der Apocope das Dag. forte des zweiten Stamm- 

consonanten (vgl. §. 20, 3), daher IS*}} und er befahl, Hithpa. b$W und er ent~ 
blÖ88te sich 1 M. 9, 21. Mit Dehnung des Päthäch zu Qämls findet sich lrY£ 
und er zeichnete 1 Sam. 21, 14; im Hithpa. SPW> Jes. 41, 10; dagegen ist Ps. 
45, 12 al. mit den besten Zeugen IKTV? zu lesen. 

12. Beispiele für den apocopirten Imperativ sind im Pi. und Hithpa.: 12t 
neben h-tt gebiete, b3 für h&5 prüfe Dan. 1, 12; ifirV? stelle dich krank 2 Sam. 
13, 5; 5 M. 2, 24. — Abnorm steht Eicht. 9, 29 naVfür ha 1 } mehre; über **V? 
Spr. 26, 7 (nach einigen Imper.Pi. für A*) vergl. Delitzsch z. d. St. — Ps. 137, 7 
findet sich zweimal JH3J entblösset statt *n$ (für W) aus rhythmischen Gründen 
(vergl. jedoch auch ^äpl im Impf, 2 Chr. 24, 11). 

13. Beispiele mit beibehaltenem Jod sind Impf. 'p^'TPl Jes. 40, 18, vergl. 
Vs. 25 und 46, 5; S|a , ^t^ ,, sie bedecken sie 2 M. 15, 5. 

IV. #u ffiptft/ twd HopKal 

+ 14. Im Per/1 ÄpA. 3. swi^. findet sich neben rAjri auch F&ÄiT, besonders 

^73» ^V? # *** e 5' ormen ni i^ ^ finden sich noch durchweg in der 1, Pers. 
sing, (ausser Spr. 5, 13), selten in der 2. sing. masc. und nie in der 1. plur. 
In den übrigen Perss. stehen sie etwa gleich oft, wie die mit t. Tor Suffixen 
sind durchgängig die Formen mit i herrschend als die etwas kürzeren. Im 
Paradigma sind die älteren mit ^- vorangestellt. Im Hoph. kommt nur 
11 — vor. 

15. Im Infin. Hiph. finden sich von fD} viel sein neben dem Inf. constr. 
mia*TJi der ab8ol. *^~p (mit Femininendung) als Ersatz für die gewöhnl. Bil- 
dung fr^il, da dieselbe durchaus in den adverbiellen Gebrauch (in der Be- 
deutung in Menge) übergegangen war (2 Sam. 14, 11 fördert das Qfri rWrt 
für das KHMb rwirt). Vgl. 1 M. 41, 49. 22, 17. 5 M. 28, 63. — Ueber n'hBn 
Hiob 17, 2 (mit Dag. f. dirimens) s. §. 20, 2, b. 

f 16. Das verkürzte Impf. Hiph. lautet entweder ohne Hülfsvocal wie WD? 

er mache weit 1 M. 9, 27; VTJ er unterjoche Jes. 41, 2; pÖ?l und er tränkte; 
VT&\ und er liess sehen 2 Kön. 11, 4; s. §. 28, 4: oder mit demselben b& (f. iA 
s. §. 27, Anm. 2, c), z. B. P5J1 und er führte weg 2 Kön 18, 11 ; ***} und er machte 
fruchtbar Ps. 105, 24. Beispiele mit Gutturalen sind: ij*} * M - 23 > 2 > ^?&J 
u. s. w., welche gegenüber den gleichlautenden Qal- Formen nur an der Be- 
deutung als Hiph'il- formen zu erkennen sind. — Der Imper. apoc. Hiph. hat 
stets einen Hülfsvocal (S*gdl oder Päthäch), z. B. S^fi mehre (für ytT, na^i) 
Ps. 51, 4 #«r$; tf^n taa ab (für f^rt, Wirt) 5 M. 9*14; b?n (für niW]) 2 M. 
33, 12. — Das Impf. Hiph. mit beibehaltenem Jod nur in *)Vfift Hiob 19, 2, 
von h}\ Vgl. Anm. 4. 



§. 75. Verba h"b. 171 

Y. Im Allgemeinen. 

17. Im Aramäischen, wo, wie bemerkt, die Yerba fi"i und K"i in eine Classe 
zusammenfliessen, endigt das Impf, und Particip aller Conjugationen auf K-j- 
oder t ^- z -. Auf Nachahmung dieser Bildungen scheint es zu beruhen, wenn 
auch im Hebr. vom Inf., Imp. und Impf. Formen auf ri-^-, seltener K-^- oder 
*-?- vorkommen. Inf. constr. Pi. ^sn Hos. 6, 9 ; Imp. Qal fcW Hiob 87, 6 (in 
der Bed. falle); Impf fcOV? er ersehe 1 M. 41, 33; nto3£ er wird thun Jes. 64, 
3 J *T**r^S Jer. 17, 17, «arrbs folge nicht Spr. 1, 10, nteJprb« thue nicht 2 Sam. 
13, 12 (dieselbe Form 1 M. 26, 29. Jos. 7, 9. Jer. 40, 16Q*rt); ritoT) Jos. 9, 
24; ftt£T\ Dan. 1, 13. Vergl. noch im Niph. 3 M. 5, 9; im Pi. 8 mT"i8, 7. 8. 
12—17. 20, 19 (überall fiten && neben rAan bei kleinem Distinctivus); h)^ 
Nah. 1, 3; fHTK Ez. 5, 12 (bei Zaqqeph). Der Umstand, dass ein grosser Theil 
dieser Formen in Pausa steht und zugleich einen Jussiv oder Voluntativ (Jos. 
7, 9) darstellt, lässt vermuthen, dass der lange Yocal vorzüglich gewählt ist, 
um die Emphase der Pausalform zu erhöhen und zugleich den Jussiv von dem 
gewöhnlichen Imperf lautlich zu unterscheiden. Anderwärts (1 M. 26, 29. 
3 M. 5, 9. Jer. 40, 16. Dan. 1, 13) soll wahrscheinlich durch den langen Yocal 
der Hiatus vermieden werden, der durch nachfolgendes fet oder 3 entsteht. 
Ob in der Wahl des §ere zugleich eine Bückkehr zu dem ursprünglich diph- 
thongischen Auslaut zu erblicken ist (so dass rTO2*J direct aus ^toSf) contrahirt 
wäre), muss dahingestellt bleiben. 

Die Endung *— findet sich statt ft-^- im Impf. Qal in *sm sie buhlte Jer. 
3, 6 (vor Maqqeph); statt fi— im Perf Hiph. ^Wi er machte krank Jes. 53, 
10 (wohl zunächst für fcObnn von «in als Nebenform zu hin, s. Anm. 21). 
Ganz aramäisch gebildet ist der Plur. TOari sie machten verzagt Jos. 14, 8. 

18. Yon drei Yerbis kommt die seltene Conjugation Pi'lel oder deren 
Beflexivum vor (§. 55, 2): hiw zusammengezogen *T|K3 schön sein, von S"ttO; 
ö^rTOQ 1 M. 21, 16 Schiessende: besonders aber mrti beugen. Pi'l. inus. mrntf, 
davon Reflex, riirrfn sich beugen, niederfallen, 2. Pers. Pp-r u °d 1. P. ^n**-^-, 
Impf, fiViftU^, apoc. «inn^l für }rjm^ (nach der Analogie von Segolatformen, 
wie siniü für irito). 

19. Yor Suffixen tritt in allen den Formen, welche ohnedies mit ft endigen, 
an Stelle dieses h und des ihm vorangehenden Yocals der sogenannte Binde- 
laut ein (§. 58, 3, b), z. B. *>MS (in P. *»3J5) er antwortete mir, fjjg, in Pausa 
^53 Jes. 30, 19 (und selbst ausser der P. Jer. 23, 37) oder wie *\i% 5 M. 32, 6; 
ferner sin», DJS, Impf «inä^, TjpSJ Hiph. *»5?ri, T^fi, sirfsri. Nur sehr selten 
ist an Stelle des auslautenden h-^- oder Ji-^ ein *-^~ eingetreten, z. B. ÖJTWÖK 
5 M. 32, 26; itt?\ Ps. 140, 10 Q*rt; ^ schlage mich 1 Kön. 20, 35. Auch 
bei diesen Beispielen könnte eine Bückkehr zu der urspr. Endung aj ange- 
nommen werden; doch beruhen dieselben vielleicht nur auf minder correcter 
Ptene- Schreibung. In der 3. Sing. Perf. fem. mit Suff, erscheint stets noch 
die ältere Form nia (s. No. 4), z. B. *in|» (f. IhPto) Zach. 5, 4 ; in Pausa 
iinfc» Hiob 33, 4. 



172 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Schwaches Verbum. 

VI. Verwandtschaft der ?V'i und K"b. 

20. Die nahe Verwandtschaft der Verba K"b und, h"b, welche im Ara- 
mäischen zur gänzlichen Verschmelzung beider geführt hat, zeigt sich im 
Hebr. wenigstens darin, dass die Verba der einen Glasse oft Formen von der 
andern entlehnen (so besonders bei den späteren Schriftstellern und bei den 
Dichtern). 

21. So finden sich Formen von Verbis fcrt, welche 

a) die Vocale der h"b angenommen haben, z. B. Per f. Qal *t)#b& ich hatte 
zurück Ps. 119, 101; Part. Köh sündigend Pred. 8, 12. 9, 18; Pi. Perf. «io 
er hat erfüllt Jer. 51, 34; vergl. 1 Kön. 9, 11. Am. 4, 2. Ps. 143, 3; inKB^ 
ich heile 2 Kön. 2, 21; vergl. Jer. 51, 9; Niph. Perf. hn&bß? (nach nrfo.j 
sie war ausserordentlich 2 Sam. 1, 26; Hiph. Perf itb&j 5 M. 28, 59; 
nn^awi sie verbarg Jos. 6, 17. Dagegen beruhen Formen, wie »*riOJ^ Jer. 
10, 5; *»3J8ttö5ft (nach rieht. Lesart) Hi. 19, 2 auf Syncope des K, s. §. 74, 
Anm. 3. 

b) unter Beibehaltung der eigenen Vocale mit T\ geschrieben sind, Imp. Qal 
rtB^ heile Ps. 60, 4; Niph. haha Jer. 49, 10 und rann 1 Kön. 22, 25 sich 
verstecken^ vergl. Jer. 19, 11 ; Pi. Impf ni^ er wird füllen Hiob 8, 21 ; oder 

c) ganz nach Art der n"b gebildet sind, Perf Qal naS du dürstest Buth 2, 9. 
vergl. 2 Sam. 3, 8; *ii3 sie hielten zurück 1 Sam. 6, 10; sfeo «ie «iwd t?o# Ez. 
28, 16, vergl. 39, 26; Inf 113*1 (s. o. Anm. 2) sündigen 1 M. 20, 6; Impf. 
rbzp (f. tibzn) er wird zurückhalten 1 M. 23, 6; fi^Ö^n sie heilen Hiob 5, 18; 
Part fem. »2p Pred. 10, 5; PaW. Pas«. *iiöj Ps. 32, 1; #tpÄ. nr.ö^r Jer. 
51, 9; rttni dt* weissagest 26, 9; Imp/1 ttjl^ Kön. 2, 22; Pi. Iwp/i «^5 
Jer. 8, 11, vergl. 1 M. 31, 39; Eithpa. rpSörtl 1 Sam. 10, 6; Inf rviainrt 
1 Sam. 10, 13. Für das KHh. TWÖrb 2 Kön. 19, 25 fordert das Qfri die 
gewöhnliche Form tiiKlönb; das K e th. wäre zu lesen inittJnb (mit Syncope 
des »). 

22. Dagegen giebt es Formen der n"^, welche ganz oder zum Theil der 
Analogie der K"b folgen, z. B. nach den Consonanten KD» er kommt Jes. 21, 
12; TOSyi Ez. 43, 27; &tä] Klagel. 4, 1; »|lö 2 Kön. 25* 29; «ft^ö Jer. 38, 4; 
ÄStth Pred. 8, 1; «in*l 2 Chr. 16, 12; nach den Vocalen WW Jer. 3, 22; ftT\TP 

V \ I ' 7 V «r.'~ ' ' TT ' ' T»» • 

Dan. 10, 14; hbsn 1 Kön. 17, 14; nach beiden Wfc&n 2 Sam. 21, 12 Q>r$. 

§. 76. 

Verba mit doppelter Schwäche. 

1. In einer ziemlichen Anzahl von Verbis werden zwei Stamm- 
consonanten als schwache Buchstaben von einer der bisher er- 
läuterten Anomalien betroffen. Der Gebrauch muss lehren, ob in 
den Fällen, wo eine doppelte Anomalie statthaben kann, beide, 
oder nur eine von ihnen, oder auch gar keine in Kraft tritt. 

So bildet sich z. B. von *rr fliehen das Impf *1YT\ Nah. 3, 7 und W 1 M. 
31, 40 (nach Analogie der *)"B); Hiph. ^il (nach Art der $ u $), im Impf.Hoph. 
aber wiederum IT» (als ) u t). 



§. 76. Yerba mit doppelter Schwäche. 173 

2. Beispiele schwieriger Formen, die von doppelt schwachen 
Verbis herkommen, sind: 

a) Verba )"t und K"b (vergl. §. 66 und 74), z. B. Ktyj tragen, davon Imp. Kte, 
Inf. constr. MML (für n&tö) neben Kto?; nach der Praefixe £ immer rwit£ 
(ausserdem die Zusammenziehung nur noch in intüa Hi 41, 17 mit Syncopt 
des K); Imp/ 1 . hjlön für MJfcttöPi Buth 1, 14. 

b) Verba )"t und n"i (vgl. §. 66 und 75), wie m» beugen, neigen, rra schlagen. 
Davon Impf. Qal IW, apoc. 05 ** n( * *** neigte, und so 13 und W und er 
sprengte (von mj); Per/ 1 . IßpÄ. hsn er schlug, Impf, trsp, apoc. ^p, ^p, 
ebenso TJJ ; Imp. r&n apoc. Tp schlage, Inf. rvisfj, Parf. fr». 

c) Verba a"B und ffi "(vgl. §. 68 und 75), wie naa wollen, *h$$ fcocÄen, r«y$ 
kommen. Z. B. Imp/1 §aJ h^, höfcb, PTur. ifib; urffl 5 M. 83, 21 für 
rtn«2; Imp/l ajpoe. r\K*! Jes.*41, 25* für Ftt£1; Imp. spf« Jes. 21, 12. 56, 
9. 12 (vergl. *BK &ac&e£ 2 M. 16, 23) für ^ »nfS« (§. 23, 3, Anm. 2. §. 75, 
Anm. 4); Eiph. Perf. J|*n für ^r«* (Wgfi) JTesT2l, 14; Impf, apoe. i»*3 
lind er beschwor 1 Sam. 14. 24, eig. r6fc^ von fAfct daraus h^K 11 und mit 
Trübung zu Fw 1 ; statt der einfachen Apocope, welche ?H*1 ergeben 
würde, ist das bereits aufgelöste fet aufs neue durch Hülfs-fifyo? lautbar 
gemacht). 

d) Verba i"B und «^ (vergl. §. 69. 70 und 74), wie K£ herausgehen, davon 
Jtwp. KSt ^eÄe heraus, Inf. n&Wt; IRpÄ. fcOtfifi herausführen. 

e) Verba i"B und h^ (vergl. §.69. 70 und 75): rrjj werfen, Eiph. bekennen, 
preisen, und rfjj werfen (beide eigentlich Verba 1"B) und fi$J (cum J<W 
ori^in.) schön sein. Inf. hhj, rvi-Vj. Jmp. *n\ Jmp/1. con*. tp*3, mit Suff. 
&7*}Q urir war/en sie (von nnf) 4 M. $ 21, 30. Fi! W für W?**) (§.69, Anm. 6). 
Eiph. rttin, rnin; In/1 inHinVlmp/l rnrh, apoc. tta 2 Kön. T3, 17. 

/*) Verba V* und K"i, besonders Kia frommen. Per/, «a, «*$, einmal *üä für 

üMta 1 Sam. 25, 8. Eiph. «rqn, naän und nähan; JBf^p/J'ca^ f. ai'qy Micha 

1, 15. Ebenso ^ er weigert sich Ps. 141, 5, von M3. 

Bemerkung verdient noch g) das Verbum *^fj leben, welches im Perf. Qal 
neben der gewöhnlichen Entwickelung zu Wn, fem. rttj'jn auch als Verbum 
med. gem. behandelt wird, und dann in der 3. Perf. *T\ lautet, Pausa *T\, mit 
Waw cons. irvi 1 M. 3, 22 u. ö.; 3 M. 25, 36 findet sich sogar die Contraction 
zu *»n. Die Form rrfrj steht 2 M. 1, 16 in P. für njft} (3. fem.) mit aufge- 
hobener Verdoppelung in Folge der pausalen Dehnung des ä zu ä. 



§.77. 

Verwandtschaft der schwachen Verba unter einander. 

Die enge Verwandtschaft, welche zwischen einigen Classen der 
schwachen Verba stattfindet (z. B. den Y'fe und *»"fe, »"b und fi"b, 
2"y und i '*) , zeigt sich nicht bloss in der Aehnlichkeit oder Ge- 
meinsamkeit, resp. der gegenseitigen Entlehnung etlicher Formen, 
sondern vor allem darin, dass nicht selten dieselbe Wurzel (radix 
tilitera, s. §. 30, 2) in verschiedenen schwachen Stämmen von 



174 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Gap. Schwaches Verbum. 

gleicher Bedeutung wiederkehrt. Es haftet somit die Bedeutung 
an den beiden gleichbleibenden Wurzelconsonanten, ohne dass der 
dritte schwache Gonsonant und durch ihn die betreffende Glasse 
schwacher Verba einen Unterschied in der Bedeutung zu begründen 
vermöchte. So findet sich von der W. -p in gleicher Bedeutung -fW, 
Spft, KOT stossen, zermalmen; von der W. *\Y. TD, YlJ, TXil fliehen. 

Auf diese Weise sind nach Form und Bedeutung verwandt: 

1. Verba V'3 und 3>"3 mit identischen ersten und dritten Consonanten als 
den für die Bedeutung wesentlichen: *?fra und ^?» verarmen; ttfta und itfön 
betasten; TO und ^j fliehen, 

2. Yerba i"& und 1"B; die gleiche Bedeutung haftet dann an den beiden 
letzten Consonanten als Wurzelbuchstaben. Z. B. 2SJ und 325 stellen, ttJ£J 
und löpj (jäqöS) Schlingen legen. Weiter aber stellen sich den *"t und 1"D 
nicht selten auch Stämme der unter 1 genannten Classen (bes. der 1"$) zur 
Seite, z. B. IIa und *ijf> fürchten; aio und So^ ^w£ sein; hBS und rtfiB blasen; 
ytl und plö zerschmettern. Seltener schliessen sich auch die fct"B hier an, 
z. B. öttJfct, ö»U$ und dtt$i zerstört werden; tihx und ttfr'n imcAen u. s. w. 

3. Verba x"b und Jl"b (bei welchen die beiden ersten Consonanten den 
Kern des Stammes bilden) theils unter sich, theils mit den vorigen Classen. 
Unter sich: Htt und rtsj zermalmen; fcOg und JTng begegnen (vergL §. 75, 
Anm. 20 ff.). Mit den vorigen: ri2$ und yxn saugen; türrn und hVJ «Jossen u. s. w. 



§. 78. 

Verba defectiva. 

In vielen Fällen, wo zwei verwandte schwache Verba in der- 
selben Bedeutung neben einander vorkommen, sind beide sogen. 
Defectiva, d. h. nicht in allen Formen gebräuchlich. Indem jedoch 
meistens die Tempora und Formen, die von dem einen Verbum 
nicht in Gebrauch sind, durch das andere ersetzt werden, ergänzen 
sich beide gegenseitig und machen so zusammen gleichsam ein voll- 
ständiges Verbum aus, wie im Griechischen Ip^ofiai, Aor. 3jXdov, 
Fut. iXeüoofiai, im Lat. fero, tuli, latum, ferre u. s. w., nur mit dem 
Unterschiede, dass im Hebräischen diese Verba fast durchgängig 
auch der Wurzel nach eng verwandt sind (wie z. B. im Griechischen 
ßaivu), Aor. 2. eßyjv, von dem Stamme ßd-co). 

Die gebräuchlichsten Verba dieser Art sind: 

tfia beschämt sein. Hiph. tthan, aher auch tttoiH (von tthj). 

aio gut sein. Perf. Sita. Impf. So*? (von aöj). Hiph. ^xstri (von iüj). 

lij sich fürchten. Impf. "ilJP (von "wa). 

yy? erwachen, nur im Impf, yp^; als Perf. dient yp?, Hiph. von y*p. 



§. 78. Verba defectiva. 175 

yt: zerschmettern. Impf, 'ps; (von y*ü). Imp. y*to. Niph. pfi;. Pi. y$; 
(von 7?J). Pi'l patia (von }«IB). Reflex. pap'Dnn. Eiph. y^n. Ferner 
Y&3to Hioh 16, 12. 

iTPflö trinken, im <J)aJ gebräuchlich; dagegen üBpA. ngürt tränken, von dem 
im Hebr. ungebräuchlichen Qal njjttj. 

Ueber *^H (^ij) ^eAen s. oben §. 69, Anm. 8. 

Anm. 1. In die oben behandelte Kategorie gehören gewissermassen auch 
die Fälle, wo die in einer Conjugation ungebräuchlichen Tempora oder Modi 
durch gleichbedeutende Formen anderer Conjugationen desselben Verbs er- 
setzt werden. 

t)bj hinzufügen. Inf. und Impf, im Qal ungebräuchlich, dafür Eiph. 
5pDin, tpw\ 

tttaa sich nähern, im Perf. Qal ungebräuchlich, dafür Niph. 113*5; dagegen 
ist das Impf, löy;, Imper. töä und Inf. noi nur vom Qal im Gebrauch. 

MH t leiten. Perf. gewöhnlich httj vom (jja/, ebenso Jmp. ririS, dagegen 
Jf»p/l immer vom Eiph. Jiri5\ 

^ro aicÄ ergiessen. Perf. Niph. ^3, neben Jtnp/1 Qal Tpl, wogegen Per/1 
$aJ und Impf. Niph. ungebräuchlich sind. 

Anm. 2. Die älteren Grammatiker reden häufig von Formte mixtis, d. h. 
solchen, in denen angeblich Charakter und Bedeutung zweier verschiedener 
Tempora, Genera oder Conjugationen verschmolzen sind. Die meisten Bei- 
spiele dieser Art fallen durch richtige grammatische Analyse von selbst hin- 
weg; einige andere scheinen auf Missverständnissen und Incorrectheiten zu 
beruhen, besonders auf irrthümlicher Auffassung ungewöhnlicher Pfene- 
Schreibungen; noch andere sind entweder überhaupt falsche Lesarten oder 
stellen eine irrthümliche Yerschweissung zweier, ursprünglich differirender, 
Lesarten dar. 



DRITTES CAPITEL 

DAS NOMEN. 



§.79. 

Uebersicht. 



1. Da sich nach §. 30, 1 die meisten Wortstämme sowohl zu 
Verbalstämmen, wie zu Nominalstämmen entwickelt finden, ist es 
(besonders lexicalisch) üblich geworden, auch die Nomina auf die 
einfachste Grundform der Verbalbildung, die 3. Pers. Sing. Perf. 
Qal, zurückzuführen und so gleichsam von derselben abzuleiten. 
Und zwar pflegt dies nicht nur bei denjenigen Nominalstämmen zu 
geschehen, die sich direct mit einem entsprechenden Verbalstamm 



176 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Gap. Das Nomen. 

zusammenstellen lassen (den sogen. Nomina verbälia oder derivativa, 
§. 83 ff.), sondern auch bei den sogen. Nomina primitiva, d. h. solchen, 
von denen ein Verbalstamm im Hebr. nicht mehr nachweisbar ist 
(s. §. 83), sowie endlich bei den Nomina denominativa, die deutlich 
erst von anderen Nominibus abgeleitet sind (§. 86). 

Die Adjeotiva folgen hinsichtlich der Form durchaus der Analogie der 
Substantiva. Ueber die Entstehung von Adjectiv-Begriffen durch Ueber- 
tragung von Abstractis auf Concreto s. §. 83, Anm. 

2. Eine eigentliche Flexion des Nomen zum Ausdruck ver- 
schiedener Casus existirt im Hebräischen nicht; kaum dass sich 
noch einige alte fast ganz erstorbene Reste von Casusendungen er- 
halten haben (§. 90). Die syntaktische Beziehung eines Nomen kann 
daher im Allgemeinen nur aus seiner Stellung im Satz oder aus 
seiner Verbindung mit Praepositionen gefolgert werden. In beiden 
Fällen erleidet die Form des Nomen (abgesehen von dem sogen. 
Status constructus, s. u.) keine Veränderung und die Darstellung 
der Casusverhältnisse gehört daher fast ausschliesslich der Syntax 
an (s. §. 117); ebenso kann der Conlparativ und Superlativ der 
Adjectiva nur durch syntaktische Fügung umschrieben werden 
(§. 119). Dagegen bringt die Anhängung der Plural-, Dual- und 
Femininendungen, sowie die der Pronominal -Suffixa, und nicht 
minder die enge Verbindung zweier Nomina im sogen. Status con- 
structus (§. 89) mancherlei Veränderungen in der Form der Nomina 
hervor 1 . 

§. 80. 
Geschlechtsform der Nomina. 

1. Wie alle semitische Sprachen, kennt auch das Hebräische 
nur zwei Geschlechter der Nomina, ein männliches und ein weib- 
liches; unbelebte, sachliche Gegenstände und Abstracta, welche 
andere Sprachstämme zum Theil durch das Neutrum bezeichnen, 
werden ebenfalls als männlich oder (und zwar überwiegend) als 
weiblich gedacht (s. die Syntax §. 107, 3). 

2. Das männliche Geschlecht als das vorherrschende und wich- 
tigere, hat keine besondere Bezeichnung. 

Zur Bezeichnung des weiblichen Geschlechts der Nomina diente 
ursprünglich die Endung n-7-, wie in der 3. Sing. Perfecti der 

1 Die übliche Bezeichnung dieser Veränderungen als einer Declinatüm des hebr. 
Nomen ist nach Obigem strenggenommen unberechtigt. 



§. 80. Vom Geschlecht der Nomina. 177 

Verba (§. 44, 1). Dieses ursprüngliche n— hat sich jedoch regel- 
mässig (sofern nicht bereits die Hauptform durch Anhängung 
eines blossen n gebildet ist, s. u. lit. b) nur in enger Verbindung 
mit einem folgenden Genetiv oder Suffix erhalten (vergl. §. 89, 2 b 
und §. 91, 4). Abgesehen von diesen Fällen erscheint als Feminin- 
endung der selbständigen Hauptform (des sog. Status absolutus): 

d) am häufigsten ein betontes Ti— , z. B. 01D equus, inölD equa; 
wie in der 3. Sing. fem. Perf. (nbüjj u. s. w.) ist dieses n — 
entstanden durch Abwerfung des schliessenden M und Dehnung 
des ä in offener Sylbe, worauf dann <n als orthographischer 
Ersatz für r% sowie als Fingerzeig auf den auslautenden langen 
Vocal hinzugefügt wurde (vergl. die ganz ähnliche Entstehung 
von Formen, wie fiba für ibä, §. 75, 1). 

b) blosses t\ an vocalisch auslautenden Nominibus, z. B. '»'Tirp 
Jude, tVTiTP Jüdin. Dieselbe Endung n tritt sehr häufig auch 
an consonantisch auslautende Stämme, jedoch nur (ausser vor 
Suffixen) unter Vermittelung eines Hülfsvocals, und zwar in 
der Regel eines S'göl, nur nach Gutturalen auch Pdthäch, 
z. B. büp fem. nbüp (Grundf. fibüp, daher vor Suffixen *»Pibüp 
u. s. w.) tödtend; jj'TYG Bekanntschaft, fem. ft?TTü. Die so ent- 
stehenden Formen folgen in jeder Hinsicht der Analogie der 
sogen. S'golat-Formen (§. ^4); die mit einem Hülfsvocal ent- 
wickelten Formen behaupten sich auch in der Verbindungs- 
form (dem Status constructus) , ausgen. fi^bt 1 , für das sonst 
gebräuchliche fribii, 1 M. 16, 11. Rieht. 13, 5. 7 und so regel- 
mässig vor Suffixen, z. B. inibt» Spr. 17, 25 *. 

Anm. 1* Die Endung n— — — ist im Allgemeinen seltener and kommt fast 
nur neben der Endung PI— vor. Häufiger ist sie nur in den Participien und 
Infinitiven (z. B. PiVop häufiger als ribipjp, rYlS häufiger als rrjb). 

2. Seltenere Femininendungen sind: 

a) rv-3- betont, z. B. rfpTS} Smaragd Ez. 28, 13 (neben njjnsa 2 M. 28, 17); 
n?Btt5 Schaar 2 Kön. 9," 17 (wenn nicht falsche LA.); nr>ip Ps. 61, 1; njn 
74, 19 ; häufiger in Nomrn. pr. t besonders in Ortsnamen der Canaaniter oder 
Phönioier (in deren Sprache P1-7- herrschend war §. 2, 2) und anderer be- 
nachbarter Stämme, z. B. pTb^s Sarepta, risaä Qib'ath, Pifnp Qirjath, nihg 
griech. Aelana in Idumäa, Pifta Goljath (Phüistäer). 

6) ri— gleichfalls in einigen Ortsnamen, z. B. fibsa, F^bn» sonst fast nur poet., 
z. B. n"JQt 2 M. 15, 2. Jes. 12, 2. Ps. 118, 14 (wahrscheinlich für ^rrnöT mein 
Gesang mit unterdrückter Endung vor nachfolgendem Jod); fibrw Erbe 
Ps. 16, 6 (entweder wiederum für ^fibni mein Erbe oder für FKjSria, vergl. 



1 Ton den Femminis ohne Geschlechtsform handelt §. 107, 1. 3. 4. 
Geseniui, hebr. Grammatik. XXII. Aufl. 12 



178 2. Hauptth, Formenlehre. 2. Gap. Das Nomen. 

lit. f., wie wahrscheinlich auch rntS Hülfe Ps. 60, 13. 108, 13). Vergl. noch 
rrife fecunda (Fruchtbaum) l M.49, 22; hjü ScÄfo/ (für npg) Ps. 132, 4 
und in Prosa PfeJ)j Pelekan (welche Lesart auch Jes. 34, 11 der Form tMXg 
vorzuziehen ist), sowie FfifiB der morgende Tag. 

e) K— , aram. Orthographie für ft— , vorzüglich in den späteren Schriften, 
z. B. &$T} Schrecken Jes. 19, 17, KttS Schlaf Ps. 127, 2, Kn*i£ Glatze Ez. 
27, 31, «733 Ziel Klagl. 3, 12. 

({) h— , abgestumpft aus PI— (§. 27, Anm.*4), nur in Vijtt f. |*TW Jes. 59, 5 ; 
vergl. njb f. hA Zach. 5, 4, 

c ) n__ — 1 unbetont, z. B. rron*} 5 M. 14, 17, f*iü ^Sn &rcwf?ew(fcr O/en [Hos. 
7, 4, vergl. Ez. 40, 19. 2 Eon. 15, 29. 16, 18. In allen diesen Stellen ist 
vielleicht das gewöhnliche betonte «1— beabsichtigt, während die Puncta- 
toren, welche die weibliche Endung ungehörig fanden, durch Zurückziehung 
des Tones eine Art Locativ-'EoTm (s. §. 90, 2) herstellten. Sicher liegt eine 
solche (resp. ein alter Accusativ) vor in ft^S (eig. noctu, vergL neugriech. 
^ vu^Öa), dem üblichen Prosawort für Nacht, welches stets als MascuL 
construirt wird; die Hauptform W, contr. VA, ist daneben noch dichterisch 
im Gebrauch (&b Jes. t 16, 3). Auch rir*i&a etwas dürfte als ein alter Accus, 
(von &*KB, M» Fleckchen, Funkt) zu betrachten sein. Ebenso Hessen sich 
als Accusative erklären: rix*]& Jes. 8, 23 und (in Fausa) Hi. 34, 13; doch 
finden sich daneben auch Formen, in denen das tonlose tt— nur noch als 
ein bedeutungsloses und höchstens der dichterischen Emphase dienendes 
Anhängsel betrachtet werden kann; so IWJJ (in F.) Hi. 37, 12; ftÖ'Tift die 
Sonne Bicht. 14, 18 (sonst trri); UnfEn der Tod Ps. 116, 15; rfcnj Bach 
124, 4 und einige andere Wörter. Doch ist hierbei Manches streitig. 

f) nr.-^- nur poetisch, z. B. rinfrig Schrecken (= rra^K), firW* Hülfe (= *T;t$), 
hroSttF Heil (= ftjWL";),- ri^l? Bosheit (=nil5), s. 2 m! 15, 16. Ps. 3,'Y 
63, 8. 92, 16. 94, 17. 120, 1. 125, 3. Hiob 5, 16 u. a. St Auch in diesen 
Fällen ist schwerlich an eine doppelte Femininendung zu denken, da sich 
bei einer solchen die Enttonung der Endsylbe kaum begreifen Hesse, son- 
dern vielmehr an einen alten Accusativ der Bichtung (Intention); derselbe 
ist in Beispielen, wie ftrnjj zu Hülfe! (Ps. 44, 27 u. s. w.) noch völlig durch- 
sichtig, anderwärts aber bedeutungslos und nur um des pathetischen Yoll- 
klanges willen verwendet; vergl. §. 90, 2. 

3. Es ist durchaus unangemessen, die vocalische Endung ft-7- 1 für die 
ursprüngliche Femininendung zu erklären und die consonantische rv^- daraus 
abzuleiten. Das Aethiopische hat noch durchgängig das n, ebenso das 
Assyrische (at, it), und auch im Phönicischen enden die Feminina meist auf 
n, welches in den bei Griechen und Römern vorkommenden "Wörtern at 
gesprochen wird, seltener auf K (s. Gesen. Monumm. Phoen. p. 439. 440. 



* Yon einem consonantischen tt h kann bei dieser Endung höchstens in dem 
Sinn die Bede sein, dass das ursprüngliche T\ als aspirirte Muta zunächst in einen 
Hauchlaut übergegangen wäre (wie denn nach der Beobachtung Socin's bei einem 
Theile der heutigen Beduinen noch ein h als Femininendung gehört wird); jedenfalls 
wäre im Hebr. dieser consonantische Auslaut späterhin völlig aufgegeben worden. 



§.81. Abstammung der Nomina. 179 

Schröder phön. Sprache S. 169 ff.). Bas Altarabische hat die abgestumpfte 
vocalische Endung fast nur erst in der Pausa; im Neuarabischen hat sich das 
Verhältnißs beider ungefähr so gestaltet, wie im Hebräischen. 



§.81. 

Abstammung der Nomina. 

Die Nomina sind ihrer Abstammung nach entweder sogen. Pri- 
mitiva, d. h. solche, deren Zugehörigkeit zu einem Verbalstamme 
aus dem gegenwärtigen Sprachschatze nicht mehr zu begründen 
ist (vergl. §. 82), z. B. Sä Vater, Da Mutter (yergl. indess zu beiden 
das W. B.), oder Derivata, und zwar entweder Derivata verbalia in 
dem oben §. 30, 1 und §. 79, 1 angegebenen Sinne (§. 83 — 85), 
z. B. p^S gerecht, p*ro, Hp'TO Gerechtigkeit, von yrSL gerecht sein, 
D^ hoch, TVOft hoher Ort, D+ra Höhe, von ÜF\ hoch sein, oder, und 
zwar in geringerer Zahl, Derivata denominativa (§. 86), z. B. fiibjfifc 
Ort zu den Füssen, von by\ Fuss. 

• ■ 

Anm. 1. Die älteren Grammatiker betrachten ausschliesslich das Yerbum 
als Stammwort und daher alle Nomina als Verbalia, wobei sie im Einzelnen 
unterscheiden a) Formae nudae, d. i. welche nur die drei (oder ztoei) Stamm- 
consonanten haben, und b) Formae auctae, welchen hinten oder vorn Bil- 
dungsbuchstaben oder -Sylben beigefügt sind, z. B. ft£&&£, W^TS. Die 
dabei verwendeten Bildungsbuchstaben sind : 1 *» M 5 & &t ri (Y^Dfith) 1 > und 
nach ihnen hat man sonst die Behandlung geordnet. 

Nach dem, was §. 30, 1, Anm. 2 über den Begriff der "Wurzeln und Stämme 
bemerkt ist, wären die Nomina (abgesehen von den Denominativa) nicht von 
dem Verbalstamm, sondern entweder aus der (idealen) Wurzel oder doch 
aus dem noch indifferenten Wortstamm abzuleiten. Im Folgenden ist jedoch 
die für den Anfänger leichtere Praxis (Zusammenstellung mit dem Verbal- 
stamm) beibehalten. Vgl. §. 79, 1. 

2. Nomina composita giebt es als AppeUativa im Hebräischen äusserst 
wenige, z. B. te^ba Nichtsnutzigheit, Schlechtigkeit; sehr häufig sind sie da- 
gegen als Eigennamen, z. B. i^p^Jä (Mann Gottes), d^pJiJTj (Jehova erhebt), 
W*p\iy] (Jehova stärkt) u. s. w. . 

§.82. 

Nomina primitiva. 

1. Die Zahl der Nomina primitiva in dem (§. 81) angegebenen 
Sinne ist sehr gering, da sich im Hebr. auch solche Nomina, die 



1 Nach dieser vox memorialis werden die Nomina aucta von den älteren Gram- 
matikern auch Nomina lieemantica genannt. 

12* 



180 2. Hauptth. Formenlehre. 3. Gap. Das Nomen. 

in anderen Sprachen als selbständige Nominalstämme gelten, mit 
Leichtigkeit auf Verbalbegriffe zurückführen lassen, z. B. Namen 
von Thieren und Naturgegenständen, wie *VWD Bock (eig. zottig, 
von n?to), rhbto Gerste (eig. stachelige, gleichfalls von ^?te); H^Dri 
Storch (eig. pia sc. avis); 2T\1 Gold (von anj = a#l| glänzen, gelb 
sein). So bleiben nur wenige Nomina, wie z. B. manche Namen 
von Gliedern des menschlichen oder thierischen Leibes, zu welchen 
sich ein entsprechender Verbalstamm entweder gar nicht, oder doch 
nur indirect (aus den übrigen semitischen Dialekten) nachweisen 
lässt, z. B. y$> Hörn, "pjjj Auge. 

2. Die Form der Primitiva ist die der einfachen Verbalia, 
z. B. Vüj?, büjj u. s. w., und hinsichtlich der grammatischen Be- 
handlung macht es keinen Unterschied, ob ein Wort zu der einen 
oder anderen Classe gerechnet wird. 

Z. B. das Wort d*JK Mensch folgt der Analogie der Verbalia No. 1 (§. 84), 
es mag von HiK roth sein herkommen oder nicht; 2M Vater, &$ Mutter, 
haben die Gestalt von Verbauen der Stämme FQ5J, &&K, nnd sind ohne 
Zweifel auch auf letztere zurückzuführen, nur dass sich eine entsprechende 
Bedeutung derselben (FDK zeugen, &ax wahrsch. vorangehen) nicht mehr in 
der Sprache erhalten hat. 



§. 83. 

Nomina verbalia überhaupt. 

1. Die Nomina verbalia schliessen sich im Hebräischen, wie im 
Griechischen und Lateinischen, nach Form und Bedeutung zunächst 
an gewisse Formen des Verbum, namentlich an die Participia und 
Infinitive an, welche häufig selbst und zwar in ihrer gewöhnlichen 
Form geradezu als Nomina gebraucht werden, z. B. n?*j Wissen, 
Erkenntniss, a^fc Feind. Noch häufiger sind jedoch gewisse, im 
starken Verbum selten oder gar nicht vorkommende, dagegen im 
schwachen Verbum und in den verwandten Dialekten gebräuchliche 
Infinitiv- und Participialformen für das Nomen verbale herrschend 
geworden; so z. B. die Participialform bttjj, die Infinitive nach der 
(aram.) Form bttjpa (als Nomen auch Vöjpfc), ferner rtbß, nbttp, 
rfjüjj, nbtpp (§. 45 b) u. 8. w. Andere sind (wie das Arabische 
zeigt) eigentlich Intensivformen des Particips. 

2. Was die Bedeutung anbelangt, so liegt es in der Natur der 
Sache, dass die an die Form des Infinitiv sich anschliessenden 
Nomina in der Regel die Handlung oder den Zustand selbst und 



§. 83. Nomina verbalia überhaupt. 181 

andere naheliegende Begriffe, mithin meistens Äbstracta bezeichnen; 
die Nomina participialia hingegen meistens das Subject der Hand- 
lung oder des Zustandes, mithin Concreto. Ausserdem lässt sich 
beobachten, dass sich an viele von den einzelnen Formen der 
Nomina derivata eine bestimmte Bedeutung knüpft, obschon die- 
selbe nicht bei allen gleichmässig hervortritt. 

Anm. Dabei kann es im Hinblick auf die Analogie anderer Sprachen nicht 
befremden, dass ein Nomen, welches seiner Form nach eigentlich ein Abstrac* 
tum ist, nachträglich concreto Bedeutung gewinnt, und umgekehrt. So im 
Deutschen: Bekanntschaft f. Bekannte; Gottheit f. Gott selbst; im Hebr. 
artia Bekanntschaft und Bekannter; umgekehrt n«an das Sündigende, für 
Sünde, und so häufig die Fem. der Concreto (§. 84, 5. 6. 11). 

Der leichteren Uebersicht wegen betrachten wir zuerst die Derivata vom 
starken Stamme oder dem starken Yerbum (§. 84), darnach die von den ver- 
schiedenen Classen der schwachen Stämme (§. 85). 

Die folgende Uebersicht theilt die Nominalformen zunächst ihrer Bedeu- 
tung nach in Concreta, die sich an das Particip, und in Äbstracta, die sich an 
den Infinitiv anschliessen, schreitet aber dabei zugleich in jeder dieser beiden 
Abtheilungen von den ihrer Lautmasse nach einfacheren und leichteren zu 
den schwereren (durch Bildungszusätze vermehrten) Formen fort. Man kann 
jedoch auch die ganze Beibe der Formen lediglich nach der letzteren Bück- 
sicht anordnen, ohne den Unterschied der Bedeutung in Betracht zu ziehen, 
zumal sich die Formen nicht überall streng nach der Bedeutung scheiden 
lassen. In diesem Fall hätte man die Nomina einzutheilen in Bildungen 1) vom 
einfachen Stamm: No. 1 — 5. 10 — 18; 2) vom gesteigerten Stamm, sei es 
durch Verdoppelung des mittleren Consonanten (z. B. No. 6—9) oder durch 
Wiederholung eines oder mehrerer Consonanten des Stammes (z. B. No.20 — 28); 
3) Nomina mit anderweitigen Zusatzbuchstaben, seien es Praeformativa (so 
z. B.^alle vom Niph. Hiph. Hithpa. abgeleiteten Formen, sowie die sehr zahl- 
reichen mit a praeform.) oder Afformativa (z. B. No. 15. 16). Von grösster 
Wichtigkeit ist überall die Unterscheidung, ob die bei der Nominalbildung 
verwendeten Vocale von Haus aus lange und daher unwandelbare seien, oder 
ursprünglich kurze, die erst in oder vor dem Tone gedehnt wurden. In 
letzterem Falle tritt beim Weichen des Tones Verkürzung oder (bei den 
Vortonvocalen, jedoch auch sonst) Verflüchtigung der tongedehnten Vocale 
ein. Im Folgenden sind daher überall da, wo solche Veränderungen ein- 
treten können, die zu Grunde liegenden Formen beigefügt. 



182 2. Hauptth. Formenlehre. 3. Cap. Bas Nomen. 

§• 84. 
Nomina derivata vom starken Stamme. 1 

I. Nomina participialia von Qal. 

1. bog, f. rätt)? (Grundf. qäfäl, qä(älät), eine der einfachsten Formen dieser 
Art, analog den beiden folgenden (No. 2 und 3), aber nicht als Particip im 
Gebrauch. Die Form h'Jg bezeichnet am häufigsten Adjectiva der Eigenschaft, 
z. B. öDft weise, ttfrn neu, "nöj rechtscliaffen, kommt jedoch auch in abstracter 
Bedeutung vor (No. 12). 

2. Vög, f. hVö£ (Grdfc {?##/, 0#&ft), Particip der Verba med. e (§. 50, 2), 
meistens mit intransitiver Bedeutung (§• 43), und daher vielfach als Adjectiv 
im Gebrauch, z. B. Igt alt, Greis, loa; trocken, ftfn fett. 

3. a) Vag oder Viag, fem. ftb&£ (Grdf.gtftöJund qäfolät), mit unwandelbarem 
ö, welches jedoch wenigstens zum Theil erweislich erst aus ä getrübt ist. 
Hierher gehören vor allem ziemlich zahlreiche Adjectiva, wie b"ttä gross, pirn 
fern, WX1% heilig; femer Subst abstr., wie 1133 JEJAre, öiW JViedc (arab. säläm). 
Nicht zu verwechseln sind hiermit: b) die Nomina der Form qäföl aus urspr. 
qätül, z. B. öHx rofA, iis rund, pfrs tief (nicht selten auch plene geschrieben, 
wie D"H$, bfaS u. s. w.). Das urspr. u der zweiten Sylbe tritt vor Afformativen 
wieder hervor, indem alsdann der nachfolgende Consonant künstlich verdoppelt 
wird (da sich ü nur in geschlossener Sylbe zu halten vermag); so in den 
Pluralen ö^pa*, D^iä* u. s. w. 

4. büp, iüip, f. ribajs (zuweilen wie rVÄ 5 *, mit beibehaltenem Sere) oder 
rftäp, das gewöhnliche acüve Particip der Transitiva, z. B. a^k Feind, pü* 
Säugling, daher auch von einem Werkzeuge, z. B. ttJjn schneidendes Werk' 
zeug (neben der persönl. Bedeutung pflügend, Pflüger). Das .Fem. zuweilen 
mit Collectivbedeutung , z. B. txryyk Karawane, eig. das Wandernde, die 
wandernde Schaar. Die Grdf. dieser Participia ist qotil (getrübt aus qäfH), 
qdfUät; dagegen liegt der F. ntop die Form qotält zu Grunde, vergl. §. 80, 2, b. 

5. b*tt£ und V*ö£ (g£#22 und ?djß/), Participia pass. von QoZ, letztere Form 
im Aram. als Particip gewöhnlich, im Hebr. mehr als Substantiv. Z. B. *A&$ 
gefangen, rTOfco gesalbt, ■VO^ Gefangener, fvntfa Gesalbter. Beide Formen 
kommen jedoch auch in intransitiver und selbst activer Bedeutung vor; vergl. 
talÄJ fflarA und die §.50, Anm. 2 erwähnten Beispiele; zu der Form V*B)J (als 
Nebenform zu iüjj No. 5) TWJ fc/etn, und act: aoaj SprecJier (Prophet), T»pf 
Aufseher u. s. w. Einige Wörter der Form i^ög bezeichnen eine Zeit, z. B. 
*TOjj Erntezeit, ti^ft Pflügezeit, wie die griech. Verbalia auf to;, z. B. Äjat)toc, 
äporo;, TpuyY)xoc (nach den griech. Grammatikern: das Schneiden, Pflügen 
XL. s. w., im Gegensatz zu a[XT)r6c u. s. w., das Eingeerntete; dem entsprechend 
sind auch die hebr. Bildungen wie T'SJJ wohl activisch gemeint, vergl. TO 
T»2RJ Jer. 50, 16. 51, 33; HL. 2, 12). Femininum z. B. r&ina die abgesonderte, 
Jungfrau. 



1 Hier mit Einschluss der Verba gutturalia §. 63 — 65, sowie derjenigen Formen 
von schwachen Stämmen, bei welchen die Schwäche nicht zur Erscheinung kommt 
<vergl. §. 41). 



§. 84. Nomina derivata vom starken Stamme. 183 

6. icpg (arab. hxxfg) mit festen Yocalen (doch s. unten), im Arab. häufige 
Verstärkungsform des Particip, daher im Hebr. von einer Gewohnheit des Seins 
und Handelns, z. B. HJ3 stössig, «|p (auch tfisp) eifrig, «an Sünder (versch. 
Ton fitiah sündigend), 3|ä Dieb, mithin oft von Beschäftigungen, Hantierungen, 
z. B. naa Koch, tthH (für tttoH) faber (sogen, tiomtna opificutn). Auffällig ist, 
dass das unwandelbare ä der zweiten Sylbe im Stat. constr. Sing, beständig 
aufgegeben wird, als ob nicht die Form gaffäl, sondern qaffäl zu Grunde läge, 
z. B. öW tthn Zimmermann Jes. 44, 13. — In dieselbe Kategorie gehört die 
Form böp (mit Verdünnung des ä der ersten Sylbe zu J), z. B. *ISK (arab. *dkkär) 
Pflüger. — Das J^emintnwm rAtfp oder r&ip geht wiederum leicht in die ab- 
stracte Bedeutung über, z. B. fttftttft Sünde (neben HKöri), tT$to brennendes 
Fieber, mit Gutt. nsio Siegelring. 

7. ^OJ? und ilttp, fast ausschliesslich von Personen, welche in intensiver 
Weise irgend eine Eigenschaft besitzen, z. B. p^TO gerecht, *V , 2X sforÄ:, *)>l»l 
barmherzig. Selten passivisch, wie *V"»ÖX gefesselt. 

8. Viap, z. B. *vi©^ Tatffer, "ristö TrMnArcncr, *riaa Starker, Held; selten 
passiv, wie 'tti? geboren. Wie z. B. das arab. gabbär (für *Viaa) zeigt, sind 
alle diese Formen nur eine Abart der Form bap, entstanden durch Verdünnung 
des ä zu i in erster Sylbe, und durch Trübung des ä zu 6 in zweiter. 

9. bap (Grdf. qttttt) bezeichnet fast durchweg die Träger anormaler Eigen- 
schaften, insbesondere körperlicher Fehler und Gebrechen, z. B. ")25i buckelig, 
r?5g kahlköpfig, ö|x stumm, *ito blind, n&a ZoAm, ttnn tauft, »p* verkehrt; 
derselben Analogie folgt jedoch auch hpö hellblickend. Als Feminin gehört 
hierher z. B. das Abstractum nMtf Thorheit (obwohl vor Suffixen ftb^jf). 

II. Nomina in der Art des Infinitiv von Qal K 

10. bap, iüp, Vüp (eig. g e f£J, g e f*7, g^uJ), neben No. 11 die einfachsten 
Formen dieser Art, von denen die letzte herrschend, die erste bisweilen als 
Infinitiv vorkommt (§• 45, a). Als Nominalformen sind sie selten, z. B. "Qa 
Mann, 1KB Schmuck, pP3 Lachen. Weit häufiger stehen statt derselben die 
nahe verwandten 

11. böp, b'db, bap, die drei im engeren Sinn sogenannten Segolatformen (ent- 
standen aus den Grundformen gäfl, gifl, qüfl, wie sie sich noch im Arab. er- 
halten haben), z. B. •$& König (für $>% malk §. 27, Anm. 2, c), *iBö (Grundf. 
8*/r) Buch, Wip (Grd£ gtkfö) Heiligthum, mit dem betonten charakteristischen 
Vocal in der ersten und tonlosem RülfS'S e gdl (§. 28, 4) in der zweiten Sylbe. 
Wenn der 2te oder 3te Stammconsonant eine Gutturalis ist, tritt für das 
S e gol WJüfa-Päthäch ein, z. B. an? Same, hsä Ewigkeit, teS Werk*. — Bei- 
spiele von Femininis sind MS^o Königin, fnja? Hülfe (neben *IJ5), tta^fi Weisheit. 



i Alle diese Formen finden sich mutatis mutandis im Arabischen als Infinitive 
oder sogenannte Nomina verbi. 

2 Nur sehr wenige Nomina dieser Art sind ohne Hülfs-Vocal geblieben, wie K*ja 
Thal (auch ** geschrieben), Kötl Sünde, Ütöp Wahrheit. In den beiden ersten Fällen 
begreift sich die Unterdrückung des Hülfs-Vocals daraus, dass das schliessende & 
seinen Consonantwerth völlig eingebüsst hat. 



184 2. Hauptth. Formenlehre. 3* Cap. Das Nomen. 

Sowohl Mose, als Feminina haben eig. und vorherrschend abstracte Be- 
deutung, wie ä'nrt Mord, Tön Huld, *dt Andenken, tf$& Einsammeln; doch ist, 
besonders bei der Form iü£, die concrete Bedeutung nicht selten, z. B. ^Vb 
König, igi Jüngling, *oi Knecht, bra .Herr, *iaS Mann, *i$a dumm. In letzterem 
Falle ist dann die concrete Bedeutung theils seeundär und erst aus der ab- 
stracten hervorgegangen, wie in "&3 eig. Dummheit, *f$l eig. Jugend (engl. 
a youth), theils ist die Form des Wortes aus einer längeren Form mit concreter 
Bedeutung verkürzt, wie rijo, ^a$ausParticipial-Adjectiven(w<i&/tfc, 'äbtd), eig. 
der Herrschende, der Dienende K Ueberhaupt aber ist die Bedeutung dieser 
Formen sehr manigfaltig, z. B. auch für Werkzeuge, wie a*Vi Schwert, ü'TfT 
Griffel, und passivisch }*W* Gewebe (eig. das Weben, daher auch instrumental: 
das Weberschiffchen). In der Form ?üp ist die passive oder doch abstracto Be- 
deutung weitaus überwiegend; vergl. bsfi Speise, 1?3 Jugend (als Abstr. zu 
^53 Jüngling). 

12. bojj (gtftöZ) wie No. 1, /"em. nbüf (qätälät), beide sehr häufig mit o6- 
stracter Bedeutung, z. B. aan Hunger, DIL 1 « Schuld, SDiö Sättigung (neben den 
Concretis a? 1 }, tatitet, sato), /cm. hjyjs Gerechtigkeit, rrajji 22acÄe. Seltener ist 
die Form bü£ (Grdf. gitöJ), z. B. *\3&temetum, ajr Traube, aab .Her*. (Richtiger 
dürfte es sein, alle diese Formen einfach zu den Participialien unter No. 1 zu 
ziehen). 

13. iüjs, VtojJ (mit Trübung des urspr. ä zu 3), b^op, btof, sämmtüchmit 
unwandelbarem Yocal (§. 25) zwischen dem zweiten und dritten, und SHod 
mobile (an Stelle eines ursprüngl. kurzen Vocals) nach dem ersten Badical, 
z. B. ans Buch (ar. Mtäb), Tian ike/ (ar. chimär), öftq Traww, b-»D3 der Thor, 
biaa Grenze, zuweilen mit K prostheticum, z. B. ?'htK=? , ht Arm, rriti» Brut. 
Die entsprechenden Feminina lauten wie finita (arab. btäärät) frohe Botschaft, 
Hafts (arab. Jcüäbät) Schrift; ft^aa Macht (letzteres in der Form zusammen- 
fallend mit den Femininis der Form Vltt£ No. 5). 

14. bopö (im Aram. bttpa als Infinitivform), z. B. BBlöa Gericht. Diese 
Form gehört in die Kategorie der sehr zahlreichen Nominal - Bildungen mit 
Mem praeformativum, welches (ohne Zweifel zusammenhängend mit *tq wer 
und rra toa«, s. §. 37) zum Ausdruck der manigfaltigsten Beziehungen ver- 
wendet wird. In allen Fällen, wo das a vor einen Gonsonanten mit tonlosem 
festen Yocal tritt, erhält es S*wä mobile (als Verflüchtigung eines urspr. kurzen 
Vocals); in denjenigen Formen aber, in welchen das a mit dem ersten Stamm- 
consonanten eine geschlossene Sylbe bildet, erhält es zunächst überall den 
Vocal ä, welcher indess sehr häufig zu X oder 2 (S e g6l) abgeschwächt erscheint. 
Dem entsprechend findet sich vor betonter erster Stammsylbe theils die Vor- 
ton-Dehnung zu ä, theils zu e. Der Bedeutung nach ist zu unterscheiden 

1 Im Arabischen drückt die Form qätU beständig eine dem Subject inhärirende 
Thätigkeit oder Eigenschaft aus, als Nebenform zu dem gewöhnlichen Paiücip ^ätÜ, 
welches die zufallige oder vorübergehende Thätigkeit oder Eigenschaft bezeichnet; 
daher z. B. von tnäläkä, herrschen: Part, mälik herrschend, mälik, selten malk 
Herrscher, König. Dieses Zurückgehen von T)5Q (malk) u. s. w. auf urspr. mältk 
wird auch durch anderweitige Erscheinungen nahe gelegt; vergi ^Jl •** Name einer 
Stadt neben dem Appellativum ^ÜJ (Grdf. gädir) Mauer, sowie die Verkürzung im 
Stat. constr. C]P3 aus P)£a (kätip) Schulter. 



§. 84. Nomina derivata vom starken Stamme. 185 

a) a subjectivum; so das a praeform. der Participia des PVel, Hiph., Hithpa. 
und anderer activischer Conjugationen; b) a objeetivum; so das a praeform. 
der Passiva (Pual, Hoph. u. s. w.), sowie zahlreicher Nomina; vergl. 'lafia 
Gegenstand des Begehrens, ttipia .Beute, ttfcaba Kleidung, ^viata Psalm; Fem. 
h?£aa Königreich, rnätoa XoÄrc, fiarÄa Kampf, ftM-ja Wagen; c) a in- 
strumentale, z. B. Ata GafaJ, ntnfia Schlüssel; mata Winzermesser, rAa&t'a 
Messer; d) a focafe, z. B. dipa (von a*»p) Standort, Ort, la'ia ZW/)£, riata 
(Opferort) Altar, arna weiter .Raum, *KJöa und -linca Bergungsort, Schlupf- 
winkel u. s. w. * Die Yocale der zweiten Sylbe sind mit Ausnahme des i und 
ü, sowie des meist aus ä getrübten ö (s. das letzte Beispiel) ursprünglich kurze 
und daher der "Verkürzung, resp, Verflüchtigung unterworfen; so geht auch 
rYTStöa (mit o, nicht o) auf urspr. t?H3iö$ zurück. 

15. lbüp(Grdf. qiflän) und yftap (getrübt aus qiflän) nebst ähnlichen Formen 
mit yi und y^-, wie yhne Deutung, )rbä Tisch, l^jD Öp/Vr, aber auch fhST 
iln&n&en, fpjri prophetisches Gesicht. In einigen alten Wörtern dafür auch 
a— und a— , z. B. abnx ForÄaße, a'h'TC und j+m Lösegeld. 

In einigen Beispielen ist das Nun afform. ohne Vermittelung eines betonten 
Vocals angehängt, so in "jrss Kandan und •pB2S Fingernagel (beidemal nur 
mit Hülfs-Yocal vor der Endung). In *)t^ Axt ist das urspr. ä statt der 
Dehnung zu ä nur zu 5 e ^6£ umgelautet (in dieselbe Kategorie gehören die 
Beispiele mit b afform., wie it^a Eisen, bans u. s. w. (s. No. 35). Durch Ab- 
wertung des Nun entsteht aus dem Afform. fi die Endung 1, auch H geschrieben, 
welche sich besonders bei Nomm. pr. findet, z. B. *naa neben ^iiaa, rittitij für 
yiailtf (vgl. ÜXAtüjv, Flato). Die Pafomymica und Gentilicia (§. 86, 5) halten 
das #wi fest, vergl. ■*A , nö von rftittS die Stadt 5i/o (noch jetzt Seilün). 

16. Mit der weiblichen Endung M, z. B. n&30 Thorheit, rVlKffn BetÄ*n^. 
Im Aramäischen ist dieses M (oder 1 mit Abwerfung des M) eine gewöhnliche 
Infinitivendung in den abgeleiteten Conjugationen (vgl. No. 28); im A. T. wird 
es erst in den jüngeren BB. häufiger. Als gleichbedeutende Endung kommt 
schon frühe zuweilen W-;- vor, z. B. rY^WÖ Ueberbleibsel. Vgl. die Deno- 
minativa §. 86, 6. 

HL Participialia der abgeleiteten Conjugationen. 

17. Von Niph. bö)», z. B. niabfc? Plur. fem. Wunder. 

18. 19. Vom PL und Hiph., z. B. fiösa Decke, rrtfflta Lichtputze, n^rnöa 

20. Von JPffeZ, wie bbi* (wahrsch. verkürzt aus bblttD Jes. 3, 12) und iVi* 
Kind, bViiö Kriegsgefangener, *i:riK Schatz, arvin £i*#e/, nfiittj Posaune, sämmt- 
lich mit urspr. ä in zweiter Sylbe. 

21. 22. Von Ptlelwaä. Polal: Aap (Grundf. qäflät) und tto^ (qütM), z. B. 
1J52 ^rün, "JJWÖ ruÄi#; bbax verschmachtet. 

23. b^iap, iaba]3 mit zugleich intensiver und iterativer Bedeutung, wie 
"TjBDfiJn flexuosus, bhbne perversus; auch als Form einer Art von Adjectivis 
deminutivis (vgl. §. 55, 3), wie a^a^a röthlich, *rt"HHltf schwärzlich, daher 
auch wohl in verächtlichem Sinne (wie miser, miseUus; Gesinde, Gesindel), 
tjbfcöK zusammengelaufenes Gesindel (hier mit pass. Form als Erweiterung 
von CpöX). 



186 2. Hauptth. Formenlehre. 3. Cap. Bas Nomen. 

IY. Nomina in der Art von Infinitiven der abgeleiteten Conjugationen. 

24. Von Niph. t wie ö'ftwntt Plur. Kämpfe. 

25. Von jPt., wie ^B3 Zerstreuung, häufiger im Fem,, wie rnöjya Bitte, mit 
unwandelbarem Qämes in der zweiten Sylbe. 

26. blEp, wie taAttJ Vergeltung, pan das Falten (der Hände), auch mit ooncr. 
Bedeutung (vgl. No. 7), 1*iab Schüler, TW stark. 

27. bW9|*|, b^oppn (letzteres als In/*. Jl im Arab. herrschend), z. B. btaift 
Fetyeßwn^, T^^rrA (Umhüllung) Mantel. 

28. Von ffipÄ., wie rrjstK Gedächtnissopfer, nJöflottSn <fa* Firftuneft^ai (mit 
unwandelbarem Qämis), ganz nach Art der aram. Infinitive. 

29. Von Hithpa. torwri Verzeichniss (eig. stcÄ i» die Geschleehtsregister 
eintragen lassen). 

30. Von Pö c e7, wie rYiiVin (Plur.) und wiiin Thorheit; verwandt sind 31. I 
die Bildungen mit langem Vocal in beiden Sylben, wie *Via"»p Bauch, p'V*& 
Kerker, Xäianp Nessel neben tth'ap (daher vielleicht das i der ersten Sylbe in 
allen diesen Beispielen erst durch Ersatzdehnung nach aufgehobener Ver- 
doppelung entstanden ist). 

32. Von jP£7. Wäö Platzregen, PjIBfiO (nur P/wr.) Ehebruch. 

33. rripnpB das Aufthun, Oeffnen Inf. zu No. 23. 

34. bapi, wie rqribitf Flamme (vgl. §. 55, 6). 

35. Quadrilitera verschiedener Form, z. B. a) mit b afform. (s. No. 15) 
bj^a .Eisen, b*n? Baumgarten (vergl. d'ns TFein&ety), bö'j? dunkles Gewölk, 
bSHFi Heuschrecke, b^ttjn Glanzerz; b) mit Insertion eines b; so wahrsch. *Wabä 
unfruchtbar, tt^air. Kiesel, das JFew. ftßsb} G7u£A u. s. w.; c) sonstige: tlha^ri 
Sichel, S*Jjy3? Skorpion, ^TüO Weinblüthe u. 8. w. — Quinquelit. (wahrsch. 
Compositum) 2n^öX Frosch. 

§. 85. 

Nomina derivata von schwachen Stämmen. 

Die Bildung derselben ist der der starken Stämme völlig analog. 
Im Folgenden ist dalier die bisherige Anordnung beibehalten; doch 
sind nur solche Formen aufgeführt, bei welchen die Schwäche des 
Stammes irgendwie von Einfluss gewesen ist. Die vorangestellten 
Nummern verweisen auf die entsprechenden Bildungen von starkem 
Stamme in §. 84. 

I. Ton Stämmen 'ft. 

An den Infinitiv Qal schliessen sich an: 14. )ftQ Geschenk, b*Q Sichel, rifcMj 
Niederlage. An den Infinitiv Hiph. : 28. fiblöi Bettung. 

II. Von Stämmen 3**. 

Vom Part. Qal (nach der Form baj:): 1. Btj unschuldig; häufiger mit PAthäch 
(um das Dag. f. implic. des Endconsonanten anzuzeigen), b? gering, 2*3 viel, 
Fem. ttVn, nr\ Vom Infinitiv: 10. 11. ta Beute, m ft Gnade, ph Gesetz, Fem. 



§. 85. Nomina derivata von schwachen Stammen. 187 

hia Wort, hjjri Gesetz. 14. Söig Umgebung, *r$n Decke, "g^ Schild, tfco Festung, 
Fem. ftiäo 2&>/fe. Durch die Verflüchtigung des Vorton-Vocals sind zuweilen 
Formen nach Analogie von No. 10 entstanden (iüjj, iüp), die dann weiter zu 
eigentlichen Segolatformen (No. 11) entwickelt sind; so Tsä Bitterkeit (ans 
■wo von *i*ro), 'Jftä Feigheit (aus -rpa von ^D 1 }). 27. hkrtn'Loft, niwj öeftef, 
auch in Segolatform, wie b£R Auflösung (aus Dan von ÖtS), viell. auch 'j'nB 
Mastbaum (von *ji*n schwirren). Von Ptfpe/ (§. 55, 4) und verwandten Bil- 
dungen: bftbft Äad und Wirbelwind (von bb|ro/2m) } piapa Flasche, * i p^p Scheitel, 
bgip vcracÄfef, u. a. 

HI. 7<w Stämmen V'D um* ''"ö. 

Die Participialformen sind regulär. Zu den Infinitiven gehören 10. 91, Fem. 
tm t rw Wissen, nss Äatö. 13. tiö für 'riö'* Diwan. 14. fcOio .FWä*. a«Ho 
Sitz, löpia Schlinge, rttMa Geburt, Wra Züchtigung, von ^ß der 2. Classe- 
(§. 70): äüTo ä*aa Beste, und nach §. 71 : yyg, F-ra (vergl. aram. $if$) Kennt- 
niss von $n\ 27. nttftn Einwohner, ITjViFt oder rrtjlin (nur im P/wr. constr. 
ninWn) Geschlecht, ffto ßföden. 

IV. * Ton Stämmen 1"* t*nä* ^*. 

Participia sind: 1. *it fremd. 2. *ia Fremdling, rrö Zeugin, Zeugniss. 3. aiü 
^w£, nniaäas Cfafe. Infinitive: 11. manigfaltige Segolatformen z.B. niq (arab. 
maut) Tod, rpä (arab. 6a#) Hau*, tfiiö (arab. sau£) Geissei, pitö (arab. 8##) 
Schenkel, n*n Geist; im Fem. hbis und fibi* Bosheit, ntöi BescÄämun^. 14. 
rrito J^cm. nn«i3Q ItaAe, öipa Ort, auch üiisa JBmoV (von ÖW5), und rnsa JSoAJe 
(von *w). 27. D-hn TFasseVto/«, nj*ian Klugheit, msisn Zeugnis*. 28. m T q 
Beruhigung. 31. nh\ WbÄ^c/aÄeti. 

V. Fon Stämmen rrt. 

Participia sind: 1. ftfc? »cÄö'n, )T2p schwer, Fem. hfcj, nopp; mit Abwerfung 
des h— : *rj JSTaw^, in Zeichen, für hin. 4. nsn Seher, Fem. fibis Brandopfer. 
5. ^pj rein, ^3? arw. — Infinitive: 11. Segolata in verschiedenen Formen: zu- 
weilen wie hDSi Weinen, Hxjb Ende; bisweilen auch verkürzt wie *& Dauer, 
Ewigkeit (Stamm w. »"HS); ferner mit dem urspr. 1 (jedoch nur noch als ton- 
losem Hülfs-Vocal), wie »irtö das Schwimmen, *nn und Via WUste; dagegen 
mit i herrschend wie ^ft Frucht (Grdf. pärj, und weiter verdünnt zu pirj), 
*Xn Hälfte (Grdf. eß$), ^H Krankheit (chülj) ; die Femininform immer mit 
consonant. 1 und ■», wie frttt? JKt^Äe, hjli Kranz. 12. (richtiger aber zu 1. 
gehörig): fish Freund; mit Abwerfung der Endung ys Baum. 13. inö TPSnfer. 
14. nspa Besitz, ntfvo J.MS»cÄen, ntosa TAwn, riirra Lager, Fem. rmo 
BefeU. Abgekürzt feö .HoAe, für rteo.^15. "j^p Besitzung, fhfca FeräV&en. 
16. nto'n Aehnlichkeit, rvnö Befreiung u. s. w. *27. rvfon TerwttfÄfwn^, rPÄtn 
Bat«, rvisnin Brwf. 28. Tj«ä testiculus f. n3«3a (eig. aSMj) von HSttS. 

VI. Ton Stämmen mit doppelter Schwäche. 

Wir führen nur einige Beispiele an, bei welchen die Auffindung der drei 
Stammconsonanten für den Anfänger Schwierigkeiten haben könnte. 



188 2. Hauptth. Formenlehre. 3. Cap, Das Nomen. 

1. von y'B und X"i, nxto und nto (Hiob 41, 17) Erhebung, für nxto («*£) 
von fito; 

2. von 1"B und h"b, z. B. JTnin ie/ire, Gesefer, Plur. rYYin; min Dflnfc; 

3. von a"S und n^b, no Tumult 4 M. 24, 17 f. nnttj = DKö von rwö; 

» - ' •• I V V TT 7 

4. von 1"3 und ri"b, -n Beioässerung f. il/i von n;^j; ^ JwseJ f. '»■J« von fiJK 
wohnen; rYitf Zeichen, getrübt aus nx, welches wiederum contrahirt ist aus 
'äväjäb (mit n femin,; vergl. arab. '^;äf, aram. T\H) von filK; lg und 1j5 5cAnur 
von hjjj; kjj Zimmer f. IIJ von rTO wohnen (secundäre Bildung zu Srja, s. o.) j 
•*i» Fo& von fna arab. confluxit. 

Auch durch das Verschwinden eines radicalen 5, % fi in Folge von Con- 
traction ist der Stamm öfters unkenntlich geworden, z. B. Hä Kelter f. FOä, inj* 
und dies f. njMP von «ja; stossen, pressen; t)K Zorn t p)3$ (änp); nag Treue fc 
trägt (von -jaK); n? Zeit für rn? ('*<# mit n fem.), von rTO; 1t Uvtf[ (von 
nhj) 6Watis. 

§• 86. 

Nomina denominativa. 

1. Hierher gehören alle Nomina, welche unmittelbar von einem 
anderen Nomen abgeleitet sind, mag dasselbe nun ein sogen. Primi- 
tivum oder ein Verbal-Derivat sein, z. B. "jitttj? östlich unmittel- 
bar von D^jb Osten, welches sich seinerseits dem Verbalstamm tiip 
unterordnet. 

2. Die meisten Formen der Denominativa sind bereits unter 
den Nomina verbalia mit aufgeführt, indem sich die Denominativa 
als secundäre (wenn auch z. Th. sehr alte) Bildungen durchaus 
an die Analogie der Verbal-Derivate anschliessen. Wie z. B. die 
Verbalia mit vorgesetztem fc (§. 84, No. 14) u. a. auch den Ort 
einer Handlung bezeichnen, so stellen die Denominativa mit tt 
locale den Fundort einer Sache oder die Gegend bei derselben dar 
(s. No. 3). 

Die gebräuchlichsten Formen der Denominative sind: 

1. Wie das Part Qal (No. 4 der Verbalia), z. B. Igiö Pförtner, von *&} 
Pforte, Iga Rinderhirt, von 1jj| Rindvieh , ta^ls Weingärtner, von Ö'JÄ 
Weinberg. 

2. Wie die Verbalia No. 6:. map Bogensehütz, von T\X&% Bogen, nfeo See- 
mann, von r&ö Salz (See). Beide Formen (No. 1. 2) gehen auf gewohnte 
(dem betr. Subjekt inhärirende) Beschäftigungen, wie im Griechischen die 
Nomina auf ttj;, reue, z. B. itöXtxrjc, Ypa/t/tareuc 

3. Mit vorgesetztem », welches den Ort anzeigt, wo sich eine Sache befindet 
(vergl. die Verbalia No. 14) oder die Gegend in der Nähe derselben, z. B. "|jrp 
Queüort, von )*i; rY&Ä'TQ, rrntf^no die Gegend zu den Füssen, zu Raupten, 
von b&, ttfeO; rTOJjDQ (statt Kupp)' Gurkenfeld, von fcttöp GWÄe. Vgl. dpwreXtbv 
von ä/iireXo;. 



§, 87. Vom Plural. 189 

4. Mit der Endung *)— , fi, als Bezeichnung adjectivischer Begriffe: ifitflg 
östlich, von ÜTJ3; V^S posterior, von "UTK; "p^fi exterior, von "pH; I^Jlb ^e- 
wunden, dah. gewundenes Thier, Schlange, von n^b TFindtwi^r; 'pnttJnr «Amt, 
von nonp ^rÄf. Von Abstractis gehört hierher z. B. fHJ* Blindheit, von W. 
Vergl. V 84, No. 15. 

Als Deminutiv-En&xmg (vergl. das syr. *}*) scheint fi verwendet in *)itt^M 
Männchen im Auge, Augapfel, von KT 1 **; dagegen ist das früher hierher ge- 
zogene )EF<BiD Cerast eig. eine Adjectiv-Bildung von q&W reiben (also etwa = 
reiberisch); ebenso •jVWlh zwar Denom. von "Wir (= *nö;), aber nicht Demin. 
{frommes Völkchen u. dergl.), sondern eig. rechtlich (Rechtsvolk) ; endlich •fhsiig 
nicht lunula, sondern künstlicher Mond (als Schmuck) und D^i'l^ nicht 
Hälschen, sondern Halsschmuck (von 'WS Hals). Vergl. Delitzsch zu HL. 4, 9. 

5. Dem Denominativ eigentümlich ist die Endung ■*-;-, durch welche Sub- 
stantiva zu Adjectivis, insbesondere Zahlwörter, Personen- und Ländernamen 
zu Ordinalia, Patronymica, GentUicia umgebildet werden. Z. B. '»'pj fremd, 
von *D3 Fremde, •nöttJ der sechste, von tt?lö «ecÄ«; iayra Moabiter, von a$i»; 
^^feF Israelit, von iK'jb^. "Wenn das zu Grunde liegende Substantiv ein 
Compositum ist, so löst sich dasselbe gewöhnlich wieder in 2 Wörter auf, 
z. B. laTö 1 ]"^ Benjaminit, von *pojja (vergl. über die Artikelsetzung in solchen 
Fällen, §. 111, 1, Anm.). — Selten ist statt *—^- a) die Endung ^-^ (wie im 
Aram.), z. B. *b*'a arglistig, und in Eigennamen wie ^it^3 (ferreus) BarsiUai; 
und b) das aus äj entstandene n-^- in tTüx zwm Feuer (ttfc<) gehörig, Feuer' 
speise, Opfer; hsab (eig. milchig) Storax- Staude, arab. lubnaj, 

6. Mit der Endung ni, rY^-^-, welche aus Concretis Abstracta bildet, wie 
unser -thum, -Schaft, -niss, vergl. ntoba KÖnigthum, zunächst von *^A ; Ftt^bK 
Wittwenschaft, von 1&h$, rt??^> Wittwer, Wittwe; n*nÖ&n principium, von 
Sfcn = ttfeh j?n«ccp8. (S. die Verbalia No. 16.) 



§.87. 

Vom Plural 

1. Der Plural der Masculina wird in der Kegel durch die Endung 
Ü*-r bezeichnet, z. B. 010 Boss, DWö Bosse; sehr häufig findet sich 
indess auch die defective Schreibung D— , besonders wenn in dem- 
selben Wort bereits ein 1 oder •* als sogen, fulcrum vorhergeht, 
z. B. 1 M. 1, 21 D?^3n. Die Nomina auf w gehen mit dieser 
Pluralendung versehen eig. auf W**— aus, z. B. •voy Hebräer, Plur. 
ÖWÜ? (2 M. 3, 18) ; gewöhnlich aber findet dann Contraction statt, 
z. B. 0^32, D^ttJ rothe Gewänder, von ^E. — Die Nomina auf n — 
verlieren diese Endung, sobald die Pluralendung hinzutritt, z. B. 
rvrh Seher, Plur. D^Th (vergl. §. 75, 3). — Ueber die Enttonung 
des D — in den beiden alten Pluralen £ph Wasser und ü^htO Himmel 
vergl. §. 96. — Die Endung ff 1 — tritt übrigens bisweilen auch an 
Feminina (vergl. D^flfc Weiber §. 96 unter ntfej; Ü^W Jähre % von njtÄ; 



190 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Gap. Das Nomen. 

trtbrp Mutterschafe, von brn) und wi?d anderseits zur Darstellung 
von Intensiv-Begriffen verwendet (§. 108, 2), so dass also die Gc- 
schlechtsbezeichnung nicht nothwendig mit ihr verbunden ist (vgl. 
auch u. No. 3). 

Die Endung im ist auch im Phönicischen herrschend, z. B. &3TO Sidonii: 
das Aramäische hat dafür in, das Arab. ün (Nominat.) und in (Cas. obliq.), 
das Aeth. an. Vergl. auch die Verbalendung *p x . 

Seltenere Endungen des Plur. masc. sind : 

a) *p-ri wie im Aram., abgesehen von dem dichterischen Gebrauch in einigen 
älteren und selbst ältesten Stücken fast ausschliesslich in den späteren 
Büchern des A. T.'s, z. B. -pa^o Könige Spr. 31, 3, ffVL 1 Kön. 11, 33, "pSH 
Läufer 2 Kön. 11, 13, pari Weizen Ez. 4, 9, defectiv "J^ Inseln Ez. 26, 18, 
•pa; Tage Dan. 12, 13. Vergl. noch p'TO Te^icAe Bicht. 5, 10 (in dem nord- 
palästin. , auch sonst sprachlich eigenartigen De&ora-Liede) ; p*5 Trümmer 
Mich. 3, 12 (wahrsch. durch nachfolgendes in veranlasst); pfe^ Worte (von 
dem aram. hfeo) Hi. 4, 2 und an 12 and. Stellen (neben C^bs, 10 Mal); ferner 
Hi. 24, 22. 31, 10. Klagel. 1, 4. — Zweifelhaft ist dagegen schon: 

b) •»— (mit abgestossenem D, wie nach einigen im Dual ^J f. D^ Ez. 13, 18, 
vergl. den Stat constr. §. 89, 2) z. B. •»£» &ai£ew Ps. 45, 9 für d^Sa (wenn 
nicht letzteres zu schreiben ist); *to$ Völker Ps. 144, 2 und wahrsch. auch 
Klagel. 3, 14 (2 Sam. 22, 44 genügt die Fassung mein Volk, vergl. in der 
Parallelstelle Ps. 18, 44 dS; auch HL. 8, 2 wird das i von ^!5a^ besser als 
Suffix genommen). Sind darnach fast alle Beispiele dieser Art (s. noch 
2 Sam. 23, 8 vergl. mit 1 Chr. 11, 11 ; 1 Sam. 20, 38 KHMb und zu der ganzen 
Frage Gesenius, Lehrgeb. der hebr. Spr. S. 524 ff.) mehr od. weniger zweifel- 
haft, so fehlt es doch nicht an Analogieen in den übrigen semitischen 
Sprachen; über die assyrische Pluralendung i vergl. Schröder in der Ztschr. 
der D. M. G. XXVI, S. 218 ff. (z. B. malki, Fürsten); im Syrischen entspricht 
der Plur. malkt (Ksia), ebenso im Idiom des babylon. Talmud ^Dä Männer; 
sehr gewöhnlich ist endlich die Apocope des » oder 3 in der Aussprache des 
Westaramäischen, z. B. *fep\ f. d^irtn Psalmen. — Noch zweifelhafter ist: 

* • • • • 

e) m ^- (wie der St. constr. im Syr.), wohin z. B. gerechnet wird: ^ifi weisse 
Zeuge Jes. 19, 9, *nto Fürsten Bicht. 5, 15, ^ftn Fenster Jer. 22, 14. Letzteres 
erklärt man auch für Dual (§. 88, Anm. 1), aber wahrscheinlich ist es ver- 
derbte Lesart f. d*\:iirj; ■nto lässt sich erklären meine F. (mit Suff.), und •*- r - 
in vyin ist Bildungssylbe (also Sing. Weisszeug). Ferner *tifiv£>r\ Jes. 20, 4 ist 
entw. Stat. constr. (vergl. §. 89, Anm.) oder gleichfalls collectiver Sing, mit 
der Endung ^-^-; ebenso ist ^W der Gewaltige von dem St. *rflÖ mit der 
Adjectivendung *— gebildet, während in dem collectiv gebrauchten Sing. 
•Oia Heuschrecken Am. 7, 1. Nah. 3, 17 (vom Stw. h^a) das i-^- zum Stamme 
gehört (vergl. *nty Ps. 8, 8 u. ö. für rNö Feld) ; endlich in ^ der Herr (eig. 
mein Herr, von dem sogen. Herrschafts-Plural d^px Herr) ist aj Ursprünge 
lieh Suffix, §. 121, Anm. 4. 



1 Ueber den Zusammenhang aller dieser Endungen s. Dietriches Abbandlungen 
zur hebr. Grammatik, Leipz. 1846. S. 51 ff. 



§. 87. Vom Plural, 191 

d) D-^- , als vermeintliche Pluralendung in ö|S == D^JÄ Mücken, welches jedoch 
vielmehr ein collect. Sing, (vom Stamme ^33) mit der Bildungssylbe D-p ist 
(vergl. §. 84, No. 15); ebenso ist Dib Leiter (nach einigen angebL Flur. = 
Stufen, engl, stairs) von Wo gebildet. 

2. Der Plural der Feminina wird durch die Endung rri (auch 
defectiv M- 1 -) bezeichnet, welche an die Stelle der Femininendung 
des Singulars fi— , fr^-, n — tritt, oder wenn eine solche nicht vor- 
handen ist, geradezu angehängt wird, z. B. Flinn Lobgesang, Plur. 
tf&nn; mäK Brief, PL rrinaa; 183 Brunnen, PL trriaa. Die Feminina 
auf tT> — bilden den Plural auf rri*-r- , und die auf ffl den Plural 
auf ni*— , z. B. tr^TTü Äegypterin, PL T\i**\YK> tPOb'ü Königreich, 
PL tni^Db"», wobei indess Singularformen auf FlJ— , rp — mit der 
Endung n— zu Grunde liegen , vor welcher Jöd , um sicn als Con- 
sonant behaupten zu können, nothwendig verdoppelt werden musste. 

♦ Auf Verkennung oder Nichtachtung dieser Femininendungen rfl — und ry-7- 

beruht es, wenn an solche "Wörter die Pluralendung ö' u t- angehängt wird, 
z. B. rv»jn Spiess, PI. öWirt und nirYW; twi Buhlschaft, PL OTjöt; öVMoi« 
TFi#wen«cAa/£, u. a. m. Nach syrischer Weise gebildet ist rW, PL (vor £t*/- 
/fccew) rVvp} ('ed*iodth) Gesetze, mit consonantischem Wäw. 

Biese Endung -oth steht zunächst für -äth (wie sie im Arab., Aethiop., im 
Stat. constr. des "Westaram., im Ostsyr. uud auch im Assyr. [Schröder, 1. 1. 
pag. 222 ff.] lautet, s. über die Trübung des d zu Ö §. 9, 10, 2), und -äth ist 
eigentlich nur eine Dehnung und Verstärkung der Singularendung des Fem. 
-äth (vergl. §. 80, 2), welche Dehnung theils eine Pluralität, theils eine Inten- 
sivität des Begriffs ausdrückt, und daher in weiterer Anwendung auch an 
solche Nomina treten kann, welche im Sing, die Endung -äth nicht haben. 

Wie die wandelbaren Vocale eines Nomen durch Anhängung 
der Pluralendungen verkürzt oder verflüchtigt werden , zeigen die 
§§. 92—95. 

3. Wörter, welche im Sing, sowohl als Masc, wie als Femin. 
gebraucht werden (§. 107, 3), haben auch im Plural oft die Masculin- 
und Femininendung neben einander, z.B. M Wolke, Plur. D^? und 
fVta£, und beiderlei Formen können ebensowohl als Masculina, wie 
als Feminina construirt werden, was bei jedem Worte besonders 
beobachtet werden muss. — Aber auch solche Wörter, bei welchen 

v das Geschlecht nicht schwankend ist, haben bisweilen beide Plural- 
formen, z. B. "Vfo m. Menschenalter, PL D^^i^ und rrinil; HJE f. Jahr, 
PL ü^t! und fiiw. Das Geschlecht bleibt bei diesen in beiden 

• T T 

Pluralformen dasselbe wie im Singular, z. B. 1^8 m. Löwe, PL rYtotf 
m. Zeph. 3, 3, rvrm m. Hiob 42, 16. 

Bisweilen sind solche doppelte Formen auch durch den Sprachgebrauch ge- 
schieden : so ist ö^a J Tage, ö^lü Jahre die gewöhnliche, nio J (nur Stat constr. 
5 M. 32, 7. Ps. 90, 15) und rYiJitf eine seltenere poetische Form. 



192 2. Hanptth. Formenlehre. 3. Gap. Das Nomen. 

Ein Unterschied der Bedentang findet statt bei mehreren Namen von Glie- 
dern des Körpers, deren Dual (s. §. 88) die lebenden Glieder selbst bezeichnet, 
während der Plural auf rri etwas ihnen Aehnliches, aber Lebloses ausdrückt, 
z. B. öW Sande, rYiY» künstliche Sande, auch z. B. die Seitenlehnen eines 
Thrones; d^ö3 Hände, rViBS Handgriffe, manubria; ü^p Hörner, rYb'Jip cornua 
aUaris; D^a? Augen, rriijs Quellen. 

4. Eine grosse Anzahl von Masculinis haben im Plural die 
Endung ni, und umgekehrt viele Feminina die Endung D^ ; doch 
bleibt dabei das Genus des Singulars in der Regel unverändert,, 
z. B. ä$ Vater i PI. trtMj; ÜtO Name, PL rvtatö; dagegen r&fc Wort, 
PL D^ti; «fafa Kebsweib] PL tttttüto. 

5. Eine durchgreifende Unterscheidung . der beiden Plural- 
endungen nach dem Genus findet hauptsächlich nur bei den Adjec- 
tiven und Participien statt, z. B. tfüitt boni, MinitD bonae, D^btDp m., 
tlbtfe f.; ebenso bei Substantiven desselben Wortstammes, welche 
sich ausdrücklich nach dem Naturgeschlecht unterscheiden, wie 
D* 1 ?! filii, rffaa filiae, Ö^bfc reges, tlbbft reginae. 

Anm. 1. In einigen wenigen Wörtern ist an die Pluralendung rvi noch eine 
zweite Pluralendung D"»— (im Stat. constr. v—-, vergL §. 89, 2), oder eine 
Dualendung d 1 ^ angehängt, z. B. rto^ Höhe, Flur, rviaa, St constr. inioa; 
i*iKiü ^nlttfeno von dem Ort zu Häupten' SauU weg 1 Sam. 26, 12; Main Mauer, 
Plur. rvrain moenia, davon Dual DTrcbin Doppe/mflwer. Eine solche doppelte 
Pluralhezeichnung liegt auch in der Verbindung der Suffixa mit der Plural- 
endung rYi vor (§. 91, 3). 

2. Einige Nomina sind nur im Singular (z. B. BTO Mensch u. coli. Menschen), 
eine Reihe anderer nur im Plural gebräuchlich, z. B. D'Vra Jfänncr (im Aethiop. 
der Sing, m^t Mann); einige der letzteren haben dabei Singularbedeutung 
(§. 108, 2), z. B. D^3ö Antlitz. Doch kann in solchem Falle dieselbe Pluralform 
auch eine Mehrheit bezeichnen, z. B. d^3Ö auch Gesichter 1 M. 40, 7. Ez. 1, $; 
D^K Gott aber auch Götter. 



§. 88. 

Vom Dual 

1. Eine schon aus ältester Zeit stammende Modifikation des 
Plural ist der Dualis, welcher jedoch im Hebräischen fast nur zur 
Bezeichnung solcher Gegenstände gebraucht wird, die ihrer Natur 
nach paarweise auftreten (s. No. 2). Niemals erscheint die Dual- 
endung an Adjectiven, sowie am Verbum und Pronomen. Bei den 
hierher gehörigen Nominibus wird in beiden Geschlechtern die 
Endung DVr~ (ohne Zweifel verwandt mit der Pluralendung D^r) 
an die Singularform angehängt, z. B. D^H? beide Hände, Dijbi 1 * zwei 



§. 88. Vom Dual. 193 

Tage; statt der Femininendung n— erscheint vor der Dualendung 
stets noch die alte Endung ath, jedoch nothwendig mit langem ä 
(weil in offener Sylbe), also D^n-^-, z. B. TOtü Lippe, D^rifcte beide 
Lippen. Von einem Fem. mit der Endung n „ " , z. B. fitöftt, lautet 
der 2>mö/ wie DW; Doppelfesseln. 

Bei den Nominibus, welche im Singular ohne Femininendung 
stehen, tritt die Dualendung zunächst an die Grundform; doch 
unterliegt dieselbe in der Regel gewissen Veränderungen in Folge 
der Fortrückung des Tones. Z. B. 5p Flügel (Grdf. känäph), Dual 
D^jbjS (mit Verflüchtigung des ersten a, da dasselbe nicht mehr vor 
dem Tone steht, und mit Dehnung des zweiten ä vor der neuen 
Tonsylbe). Nur bei den sogen. Segolatformen (§. 84, 11) bleibt 
meist die ursprüngliche Form vor der Dualendung, z. B. b;n Fuss 
(Grdf. ragt), Dual trifrn ; doch auch D^ft neben D^J? von fnjj Hörn, 
ti^Tb von ^rfe Kinnbacken (wie von den Pluralen fiüttß, Dirf?). 

Anm. 1. Seltene Formen des Duals, die jedoch meistens nur noch in 
Nomm. propr, vorkommen, sind: a) y*-^- (ebenso im Westaram., vergl. -aini 
als Accus, im Arab.) und "j— (-dni als Nominativ im Arab.), z. B. ^rfl 1 M. 
37, 17 und fjsi 2 Kön. 6, 13 (Kpr. einer Stadt, eig. Doppel-Brunnen); TTnj? 
(Dual von rYJg) Name einer Stadt Jos. 21, 32, die 1 Chr. 6, 61 ö"?rWp heisst 
(so die moabit. Städte in der Inaehr. dei Königs M&sa' Z. 10 )Tt*p Qirjathän 
oder Qwjathen^ tfpTJI? im A. T.; Z. 30 ontal Wl — tr$$Eft n n £ J«. 48, 22 ; 
Z. 31 u. 32 yrm » öW im A. T., ebenso Z.15 aTO^W^ffl Mittag; Z. 20 
■jrw» == D*jn*tt} zweihundert)] b) D-^-, so wahrsch. in dem Nom.pr. ö/W 
(die Doppelquelle), und ö''-^- bei ö^JttJ arwei, in der Verbindung 1189 ö*Vfltf 
2t0Ö7/* (neben der regelm. Form ^SttJ); c) Vi" ( m ik abgeworfenem ö) in 13; 
Ezech. 13, 18 (wenn nicht ö**n zu lesen ist); 'über liiitj angeblich Doppelfenster 
Jer. 22, 14 8. §. 87, 1, e. 

2. Nur scheinbare Duale sind die Wörter tn% Wasser und ö'TOTö Himmel; 
dieselben sind Plurale von verloren gegangenen Singularen **£, **Btt$ (vergl. 
§. 87, 1); WjSttfc'V; ist wahrscheinlich eine rein lautliche Distraction für das 
ältere ö^T;, ohne dass die Masora mit diesem Q e r%perpct. (§. 17) eine Dual- 
form beabsichtigte *; vergl. die kürzere Form d!fl£ Ps. 76, 3, und die aramäische 

2. Der Gebrauch des Dualis ist im Hebräischen, abgesehen von 
den Zahlwörtern für 2, 12, 200 u. s. w. (s. §. 97), hauptsächlich 
auf solche Gegenstände beschränkt, die durch Natur oder Kunst 
beständig zu einem Paare verbunden erscheinen, wie vor allem die 
paarweise vorhandenen Glieder, z. B. D^ beide Hände, D^äTif beide 
Ohren, ürblö Zähne (von den beiden Reihen); ferner tiÜQ ein Paar 
Schuhe, ü^iltkü bilanx u. 8. w., oder die doch zu einem Paare ver- 

i S. Qesenius Thes. ling. hebr. S. 629. 
Geflenius, hebr. Grammatik. XXII. Aufl. 13 



194 2. Hauptth. Formenlehre. 3. Gap. Das Nomen. 

banden gedacht werden, wie ITJäb zwei (auf einander folgende) Tage, 
biduum; ü^Ktß zwei Jahre (hinter einander), Uennium; D^hlS« zwei 
Ellen. 

In ersterem Falle wird der Dual auch für eine grössere unbestimmte oder 
durch eine Zahl bestimmte Mehrheit gebraucht, sofern auch eine solche in 
paarweiser Ordnung gedacht ist, z. B. D?$33 ttftd sechs Flügel (d. i. drei Flügel- 
paare) Jes. 6, 2. Ezech. 1, 6, sogar 0^5 WS«? sieben Augen Zach. 3, 9, 
tawa-is aUe Kniee Ezech. 7, 17, ö^-te aUe Hände 21, 12, tmten cymbala 
Ezr. 3, 10, taYitttf Doppelhaken Ezech. 40, 43. — Mit einigem Nachdruck steht 
beim Dual noch die Zahl zwei Rieht. 16, 28. Am. 3, 12. 

Einige andere Bemerkungen über den Gebrauch des Dual s. schon §. 87, 
No. 3 und No. 5, Anm. 1. 

Es ist nicht zu bezweifeln, dass das Hebräische in einer früheren Periode 
den Dualis in einer umfassenderen und freieren Weise angewendet hat und 
dass die angegebene Beschränkung und Verkümmerung des Gebrauchs schon 
einer yerhältnissmässig späteren Phase der Sprachentwickelung angehört. Die 
arabische Schriftsprache bildet den Dualis im Nomen, Pronomen und Yerbum 
ungefähr in gleicher Ausdehnung wie das Sanskrit oder Griechische; dagegen 
ist er im Neuarabischen beim Yerbum, Pronomen und Adjectivum fast gänz- 
lich verschwunden. Das Syrische hat ihn nur noch in einigen wenigen er- 
starrten Formen, mit denen etwa Duale, wie die lateinischen duo, ambo, 
octo verglichen werden können. Ebenso verliert sich der Dualis des Sanskrit 
in den jüngeren indischen Sprachen, und der volle Gebrauch desselben im 
Altslawischen ist nachmals, z. B. im Böhmischen, ähnlich wie im Hebräischen, 
auf Gepaartes, wie Hände, Füsse, Augen, Ohren, eingeschränkt worden. TJeber 
den germanischen Dual s. Grimm's Gramm. I. S. 814. 2. Ausg. 



§. 89. 

Der Genetiv und der Status construetus. 

1 . Die hebräische Sprache kennt den lebendigen Gebrauch von 
Casus-Endungen nicht mehr 1 , sondern bezeichnet die Casus- Verhält- 
nisse des Nomen äusserlich entweder gar nicht (so das des Nomi- 
nativ, meist auch das des Accusativ) oder durch Praepositionen 
(§. 117), das Genetiv- Verhältniss aber durch den engen Anschluss 
(die „Anlehnung 41 ) des Nomen regens an das Nomen rectum. Das 
Nomen nämlich, welches als Genetiv zur näheren Bestimmung eines 
unmittelbar vorhergehenden Nomen regens dient, bleibt in seiner 
Form ganz unverändert; dagegen hat die enge Zusammensprechung 
des regierenden Nomen mit dem regierten zunächst die Folge, dass 

1 TJeber einige abgestorbene Ueberreste von Casusendungen s. §. 90. 



§. 89. Der Genetiv und der Status constructus. 195 

der Ton auf das letztere hinübereilt 8 , und diese fast gänzliche Ent- 
tonung des vorangehenden Wortes zieht dann in der Regel auch 
anderweitige Veränderungen desselben nach sich, theils in Rück- 
sicht auf die Consonanten, theils besonders in der Vocalisation, 
indem dann die wandelbaren Vocale nothwendig verkürzt, resp. 
verflüchtigt werden. Z. B. 151 Wort, D^rfcK nnn Wort Gottes (eine 
Art Compositum, wie bei uns in umgekehrter Stellung Gottes-Wort, 
Hausherr, Königshaus); Y> Hand, ^n T die Hand des Königs; 
D*n:W Worte. D?n ^\m die Worte des Volkes. Eine Veränderung 
trifft also hier nur das Nomen, welches vor einem Genetiv steht, und 
die grammatische Sprache sagt von einem solchen Nomen, es stehe 
in der Anlehnung oder im Status constructus; von einem Nomen 
dagegen, welches keinen Genetiv nach sich hat, es stehe in der 
Hauptform oder im Status ab solutus. Uebrigens aber geht aus dem 
Obigen zur Genüge hervor, dass der Stat. constr. strenggenommen 
nicht als eine syntaktisch-logische , sondern vielmehr zunächst nur 
als eine rein lautliche (durch die Tonverhältnisse bedingte) Er- 
scheinung zu betrachten ist. 

Sehr häufig sind in solchem Falle die zusammengehörigen Wörter zugleich 
durch Maqqeph (§. 16, 1) verbunden; doch ist dies nicht nothwendig und 
hängt im Einzelnen von der Accentuation ab. Ueber den weiteren Gebrauch 
des Stat. constr. s. die Syntax §. 114. 116. 

2. Das Genauere über die Fbctf/veränderungen, welche in vielen 
Nominibus durch den Status constructus hervorgebracht werden, 
lehren die §§. 92 — 95. Ausserdem aber nehmen auch die Endungen 
des Nomen im Status constructus zum Theil eine besondere Gestalt 
an, nämlich: 

ä) Aus der Plural- und Dual-Endung ü*—r und D^r w ^ r d durch 
Abwerfung des D stets 1— (vergl. die Anm.), z. B. ffWö Bosse, 
nb*\t WO die Bosse Pharao's, D^? Augen, ^b%n ^? die Augen 
des Königs. 

V) Als Femininendung erhält sich im Stat. constr. solcher Nomina, 
die im Stat. äbsol. die Endung T\— haben, regelmässig die 
ursprüngliche Endung n-^-, z. B. n$bfc Königin, *OE? röbfc die 



* Basselbe Tonverhältniss lässt sich unschwer auch in anderen Sprachen bei 
derartigen engen Verbindungen zweier Wörter constatiren. Man beobachte z. B. im 
Deutschen den natürlichen Tonfall in „der Thron des Königs" j nur dass hier auch 
die (im Hebr. unmögliche) Umstellung „des Königs Thron" dieselbe Erscheinung 
aufweist 

13* 



196 2. Hauptth. Formenlehre. 3. Gap. Das Nomen. 

Königin von Sdba. Dagegen bleibt die Femininendung 
sowie die Pluralendung rri — , im Stat. constr. unverändert. 
c) Die Nomina auf ft— von Stämmen T\"b (§. 85, V) erhalten statt 
dessen n — , z. B. tvth\ constr. T\&\ Seher; ohne Zweifel beruht 
dieses n-7- auf Contraotion des urspr. w (mit orthographischer 
Beibehaltung des n), während der Stat. absol. nach Abwerfung 
des Jöd aus i*h zu run umgelautet ist (s. §. 75, 1); dieselbe 
Contraction findet sich bei ^, constr. *j Genüge; ^H, constr. *n 
Leben, *>j Ol), constr. fcM (*$) Thal. 
Ueber die Endung i und 1— am Stat. constr. s. §. 90. 

Ann. zu Ut. a. Das flüssige d am Ende schwand hier ebenso, wie das latei- 
nische Schluss-m vor einem Yocal in der Sprache des gemeinen Lebens und 
in der Poesie verdunkelt oder verschluckt wurde. Quinctii instit. orat. IX, 4. 
§. 40. Schneidert lat. Gramm. I, S. 153 ff. 300 ff. Ebenso schwindet das ent- 
sprechende n der Pluralendung in den Comtructus -Formen des Arab. und 
Aram., vergl. auch die Abwerfung des Nun von der Pluralendung "p — im 
Yerbum (§. 44, 1 und §. 47, Anm. 4). Der nach Abwertung des m anslautende 
Yocal i der Pluralendung ist nach der jetzt herrschenden Erklärung, deren 
Richtigkeit indess dahingestellt bleiben mag, durch ein ciavortretendes a ver- 
stärkt (Guna in der Sanskrit-Grammatik), so dass ai entsteht, welches alsdann 
der Regel gemäss in £ zusammengezogen wird (§. 7, 1 und §. 9, 6). Statt dieses 
"»-7- haben die Syrer noch "*— und auch im Hebr. findet sich eine deutliche 
Spur davon bei der Verbindung der Suffixa mit dem Nomen jplurcüe (§. 91, 2); 
ja vielleicht gehört ausserdem noch das Beispiel nti3 ^ttitin Jes. 20, 4 hierher. — 
Dass das *w des Duals aus *» — entstanden ist (*y] aus O^iJ), leuchtet von 
selbst ein. 

§. 90. 

Reste alter Gasusendungen, 

n — locale, 1 — und i am Status constructus. 

1. Wie das Arabische drei Casus durch besondere Endungen 
unterscheidet, so zeigen sich auch beim hebräischen Nomen drei 
Endungen, welche dem Laute nach jenen arabischen ungefähr ent- 
sprechen. Allerdings haben dieselben im Hebr. ihre ursprüngliche 
Bedeutung zumeist verloren und können somit nur noch als ver- 
fallene Trümmer eines volleren und lebendigeren Organismus gelten, 
da die Sprache auf der Stufe, auf welcher wir sie im A. T. finden, 
eine ordentliche Unterscheidung der Casus durch Endungen nicht 
mehr kennt. 

Die arab. Casus-Endungen sind bei den voUdeclinirten Nominibus (Triptota): 
-i* für den Nominativ, -i für den Genetiv, und -a für den Aocusativ (ent- 
sprechend den dreiHauptvocalen); bei den sogen. Diptota vertritt die Endung a 



§. 90. Reste alter Casusendungen. 197 

zugleich den Genetiv mit. Im Nenarabischen sind diese Endungen fast gänz- 
lich verschwunden, ttnd wenn sie, wie bei den Beduinen, hin und wieder ge- 
hraucht werden, so geschieht dies ohne Regel und so, dass sie mit einander 
verwechselt werden (Wallin in Zeitschr. der D. M. GL, Bd. V. 1851. S. 9. 
Bd. XII. S. 874. Wetzstän ebend. Bd. XXTT. 1868. S. 113 f.). Schon in den 
sinait. Insehriften ist ihr regelrechter Gebrauch gestört (Beer sttidia asiat. III. 
1840. p. XVHL Tuch in Zeitschr. der D. M. 0., Bd. HL S. 139 f.) und noch 
jetzt hört man unter den Arabern der Halbinsel des Sinai z. B. ( arnmuk (dein 
Onkel, Nom.) auch für 'ammik (Gen.) und 'avnmak (Acc). In Mittel-Arabien 
haben sich die drei Endungen auch im Munde der Städter noch erhalten, 
weiter südlich und östlich vertritt das -a zugleich das -i, und nach der Küste 
hin hört man diese Endungen gär nicht mehr (Palgrave narrative of a year's 
journey through central and eastern Arabia. Vol. L Lond. 1865. p. 465). 
Pas Aethiopische hat nur das -a gerettet (bei Eigennamen -ha), wendet es 
jedoch noch für den ganzen Bereich des Accusativ an und ausserdem (mit 
aufgehobenem Casusunterschied) als Endung des Status constr. zur Verbindung 
mit einem folgenden Genetiv. — Eine scharfsinnige Erörterung der hierher 
gehörigen Fragen bietet: Philippi, „Wesen und Ursprung des Status constr. 
im Hebr. — Ein Beitrag zur Nominalflexion im Semitischen überhaupt." 
Weimar 1871, pag. 96 ff. (VergL dazu die Becens. von Nöldeke in den Gott. gel. 
Anz. 1871. St. 23.) 

2. Am deutlichsten tritt im (Hebräischen noch das Accusativ- 
Verhältniss in der (fast stets tonlosen) Endung n — hervor. Die- 
selbe wird an das Substantiv gehängt: 

a) am häufigsten, um eine Richtung auf etwas, eine Bewegung 
wohin auszudrücken 1 , z. B. iTE*> nach dem Meere hin, westwärts, 

' TT ' ' 

rwiTttfc gen Norden, n^rca nach Assyrien, nbia nach Babel, mh 

T T ** ' T - " * T V T 'TV 

(von ^n) in's Gebirge 1 M. 14, 10, H3pk zur Erde, nrnä nach 
Hause , rtfiirtt? nach Tir$a (von nriPi) 1 Kön. 14, 17 al., mf? 
nach Gaza (von nj?) Eicht. 16, 1; mit dem Artikel T\yyn in das 
Gebirge, Wpjan in das Haus, nbnSn (Grdf. *6hT) nach dem Zelte 
hin (neben nbristn 1 M. 18, 6. 2 M. 18, 7); auch am Status con- 
structus vor nachfolgendem Genetiv 5]0i^ T\tp% in das Haus 
Joseph' s; njßn nanfc in das Südland 1 M. 20, 1; Dv^tt nan& 

"* V'.' - T • - ' * • - t • T J - 

nach dem Lande Aegypten 2 M. 4, 20; pfefe 1 ! ft'läTSü nach der 
Wüste von Damask 1 Kön. 19, 15; flhafl} nfllflö (hier ausnahms- 

• • ■ C • 

weise betont) gen Sonnenaufgang 5 M. 4, 41; und selbst am 
Plural mrtta zu den Chaldäern Ezech. 11, 24; iwnathl gen 
Himmel; 

b) in etwas abgeschwächter Bedeutung, um einen Ort zu be- 
zeichnen, wo sich etwas befindet 2 ; z. B. rwiJTü zu (in) M. 

- ■- *- — tm ■ — — - — — ' ■ — ■ ■ — ■ — ■ — . . ■■ ^_ —■ ■ ■ __^_^ — ^.^__— . | . , M . i . . i 

1 S. über diese Bedeutung des Accusativs die Syntax §. 118, 1, und den lat» 
Acc. der localen Richtung, wie Bomam profectus est, domum reverti, rus ire. 

2 So auch sonst der Accusativ §. 118, 1. 



198 2. Hauptth. Formenlehre. 3. Gap. Das Nomen. 

1 Kön. 4, 14; rvaiD dort (gewöhnlich: dorthin) Jer. 18, 2, vergl. 

2 Kön. 23, 8. (Dagegen sind fiblä Jer. 29, 15 und nblT Hab. 
3, 11 als gewöhnliche Accusative der Richtung zu betrachten: 
nach B., in die Wohnung, ebenso Wendungen wie njifes tttffc die 
Seite nach Norden Jos. 15, 5, vergl. 18, 15. 20. 2 M. 26, 18). 

c) ebenso tritt die ursprüngliche Bedeutung der Endung n— in 
den Fällen zurück, wo sie an Substantiva mit einer Praeposition 
angehängt erscheint, und zwar nicht bloss (was leicht erklär- 
lich) nach b oder *#, z. B. iibjflbb nach oben hin, ntflbb nach 

/ , - # T ._; # T -, 

unten hin, abwärts, «"ibatib zur Unterwelt hin; njjjbar*!? bis kpheq, 
Jos. 13, 4, sondern auch nach a und sogar nach ]ü, z. B. nätää 
im Süden Jos. 15, 21, nbiaE von Babel her Jer. 27, 16. Vergl 
ausserdem §. 80, Anm. 2, /*. 

Die örtliche Beziehung der Endung ST — ist die herrschende 
(daher die Benennung Jth— locale); doch erstreckt sie sich bisweilen 
auch auf die Zeit, so in nh? (mit betonter Endung) jetzt, zur Zeit 
(von n?), TWty mxynvon Jahr zu Jahr. Eigenthümlich ist nWJn 
eig. ad profanum! = absit! 

Auch als Accusative des Objects finden sich mit der Endung rv-^- 
nicht nur einige Ortsnamen 4 M. 32, 35. Jos. 21, 36 (nsn^m«), 
sondern auch 'pbnr rwnk terram Z. und ^bnt: ttn» terram N. Jes. 8, 
23, vergl. Hiob 34, 13 und o. §. 80, Anm.' 2, e. ' 

Da die Endung h— in der Regel tonlos ist, so übt sie, wie obige Beispiele 
zeigen, auf die Vocale des Wortes meistens gar keinen Einfluss aus; in •"HSl'Tia 
behauptet sich sogar das kurze ä in offener Tonsylbe. Die ßegolatformen, wie 
fW&, nn*ja, erscheinen vor rt-^- loc. in ihrer Grundform (ohne Hülfsvocal), 
vergl. auch rna'rotö; ebenso erscheint die Pemininendung in ihrer urspr. Ge- 
stalt (§. 80, 2), nur dass das ä der Endung rv-j- in offener Tonsylbe zu ä ge- 
dehnt ist, z.B. rttjä^Pi. — Uebrigens findet sich die Endung h— selbst zu M— 
abgeschwächt in ro5 nach Nob 1 Sam. 21, 2. 22, 9; h:& wohin 1 Kön. 2, 36. 42 
und rm* nach D. Ezech. 25, 13. 

3. Seltener und fast ausschliesslich nur noch in dichterischem 
Gebrauch sind die beiden anderen Endungen, welche muthmasslich 
neben jenem Accusativ auf n— einst den arabischen Casus-Endun- 
gen entsprachen, nämlich die sogenannten Uterae compaginis *>— 
(als urspr. Genetiv-Endung), und i, in Nomm. propr. auch 1 (als 
urspr. Nominativ-Endung). Doch hat sich bei diesen Endungen 
die Casusbeziehung im Bewusstsein der Sprache gänzlich verloren; 
sie besitzt in denselben nur noch eine archaistische Form, welche 
in der Poesie oder sonst in feierlicher Rede bisweilen zur An- 
wendung kommt und die sich ausserdem in manchen zusammen- 



§. 90. Beste alter Casusendungen« 199 

gesetzten Eigennamen aus alter Zeit unbewusst vererbt hat. Wie 
in den letzteren, so haben auch sonst diese Endungen ihre Stelle 
fast nur noch in der engsten Verbindung eines Nomen mit einem 
anderen Nomen, also am Status constructus 1 . 

a) Die Endung i— , nach dem eben Bemerkten bes. häufig am 
Status constructus und fast stets betont, z. B. iahtt *03 das Füllen 
seiner Eselin 1 M. 49, 11, fabrn inffc der die Heer de verlässt 
Zach. 11, 17, reo iJDÖ der Bewohner des Dornbusches 5 M. 33, 16; 
am Feminin nWJ irtä» DT» ^füM das bei Tag und das bei Nacht 
Gestohlene 1 M. 31, 39 (in Prosa, jedoch in bes. erregter Rede); 
Bötfta inabtt plena iustitiae Jes. 1, 21; pTSTObtt ^nw b* nacA 
<fer JFm* <fes AT. Ps. 110, 4. In dieselbe Kategorie gehören 
die ziemlich zahlreichen Fälle, wo sich zwischen den Stat. constr. 
und den Stat. absol. eine Praeposition einschiebt, ohne dass 
dadurch (vergl. §. 116, 1) das Yerhältniss der Anlehnung that- 
sächlich aufgehoben wird, z. B. D^ilö ^risfi die Herrin unter den 
Völkern Klagl. 1, 1 (die Enttonung des 1-7- scheint hier durch 
das vorausgehende D? ^21 veranlasst, wo die Zurückziehung 
des Tones durch nachfolgende Tonsylbe geboten war; doch 
vergl. auch tDTlb ^ Hos. 10, 11); )to$b 'nofc der an den Wein- 
stock bindet 1 M. 49, 11, vergl. 2 M. 15, 6.Öbadj. 3. Ps. 113, 
5 — 9 (z. Th. in freieren Verbindungen, V. 8 sogar am Infin.). 
Ausserhalb des Stat. constr. findet sich das Chir#q compaginis 
z. B. Jes. 22, 16. Mich. 7, 14. Ps. 123, 1; ausserdem aber an 
einigen Partikeln, die eigentlich Nomina im Stat. constr. sind, 
wie irfclT («fitaT) ausser, ^W (poet. = ftt) von , 'Tiba nicht, und 
in zusammengesetzten Eigennamen, wie p'TfiSbfc (d.i. König 
der Gerechtigkeit), bK^na (Mann Gottes), bapan (Gnade 
Gottes) u. a. (vergl. auch den punischen Namen Hannibal 
d. i. b?n^?r| (Huld des Ba'al). 

V) Die (stets betonte) Endung i ist weitaus seltener und findet 
sich in Prosa nur im Pentateuch, jedoch in feierlicher Rede 
1 M. 1, 24: •pir irm dasGethier der Erde (= fnarj n*n Vs. 25), 
und aus jener Stelle wiederholt Ps. 50, 10. 79*2." 104, 11. 20. 



1 Auch sonst haben sich in altgewohnten Wortverbindungen öfter alte Endungen 
erhalten, welche ausserdem geschwunden oder selten geworden sind, z. B. die Feminin- 
endung H— im Stat. constr. (§. 89, 2, b) sowie im Yerbum vor Suffixen (§. 59, 1); 
ebenso sind in Eigennamen und ausserdem von den Dichtern mancherlei alterthüm- 
liche Formen bewahrt worden. 



200 2. Hauptth. Formenlehre. 3. Cap. Das Nomen. 

Jes. 56, 9. Zeph. 2, 14; ausserdem noch in nfe» *bä Sohn des §. 
4 M. 23, 18: yffz i» der Sohn des B<*or 24, 3. 15 und D^tt ilrött 
Wasserquell Ps. 114, 8. — Ueber die Endung *) s. die Anm. 

Anm. Da bei den Endungen t ^— 7 - und i die Casusbeziehung gänzlich auf- 
gegeben ist, so können dieselben allerdings nicht mehr als Casusendungen 
gelten; dennoch hat es alle Wahrscheinlichkeit für sich, dass sie einst als 
solche in der Sprache lebten, so gut wie rt-^- (No. 2), zumal da auch das Alt- 
arabische genau die entsprechenden Endungen noch als eigentl. Declinations- 
Endungen aufweist und dieselben gleichfalls erst später unter einander ver- 
mischte oder gänzlich abwarf (s. oben). Dieselbe Erscheinung wiederholt 
sich in anderen Sprachen. Im Lateinischen z. B. finden wir noch einen ver- 
kümmerten Gebrauch des Casus localis mit denselben Endungen, wie im 
Sanskrit (in Städtenamen, ruri, domi u. s. w.); in den neupersischen Plural- 
endungen an und ha liegen alte Casusendungen vor, die aber als solche kein 
Leben mehr haben, der romanischen und germanischen Sprachen gar nicht 
zu gedenken. — Selbst in Fällen, wo im Altarabischen die Casusendungen in 
den Wortstamm eingedrungen sind und daher in stärkeren Lauten auftreten, 
wie in «Qftj, *3fy tt%# (Stat. constr. von SK Vater), gebraucht zwar das Neu- 
arabische noch alle drei Formen , aber ohne strenge Unterscheidung der drei 
Casus. Hiernach wird wohl auch in den vielgebrauchten hebr. jStat. constr. 
i!3& *T\ü eig. eine Genetiv-, im westaram. *ök, hebr. sin» (in nomm. propr. wie 
Vfitöma und rfttitorm), »nwö (h#lW$), W (ta?ffli) eine Nominativendung zu er- 
kennen sein, so dass es um so erklärlicher ist, wenn sich hipltf neben b&OB, 
■»»sin« neben , aVö l »n» findet. 



§.91. 

Das Nomen mit Proaominal-Suffixen, 

Bei der Verbindung des Nomen mit Pronominal -Suffixen, 
welche hier im Genetiv-Yerhältniss stehen (§. 33, 2, b) und daher 
nothwendig an den Stat. constr. des Nomen angehängt werden, 
kommt es, wie beim Verbum (§. 57 ff.), auf zwei Stücke an: auf die 
Form der Suffixa selbst, und sodann auf die etwaigen Veränderun- 
gen der Nominalform vor denselben. Die letzteren sind bei den 
Paradigmen zur Flexion des Nomen §. 92 ff. mitbehandelt; yergl. 
auch das Paradigma A. im Anhange. Hier haben wir es zunächst 
mit den verschiedenen Formen der Suffixa am Singular, Plural und 
Dual zu thun. 

1. Die Suffixa am Singular sind: 



§.91. Das Nomen mit Pronominal-Snffixen. 



201 



Sing. 1. c. 



m. 



2. 



3. 



- mein. 

Pausa Z\~z-} dein 
f- %*- 

sein, 
f. n, tt — , rv 1 - ihr. 

' T * »'TV 



P/tir. 1. c. 15, 13-^- unser, 
m. DD, 









} 



£W£r. 



Dn, d^, poet. 
iia-^- fAr (eorum). 

10' W> 1— * Är 
(e«rw/w). 



Anm. 1. Die Manigfaltigkeit der Formen ist hier geringer als beim Verbum 
und der Gebrauch folgender: 

ä) Die Formen ohne Bindevocal hängen sich an die wenigen Nominalformen, 
deren Stat. constr. auf einen Vocal ausgeht, wie *p2X, VP3K und VOX, ^päfif, 

^Eik, d^a«, wa», dma«, «ima*. 

• t' v • n* ' v • ":' v • "t' ' v • "s 

6) Die Formen mit den sogen. Bindevocalen (§. 58, 3, b) hängen sich an die 
Nomina, welche auf einen Consonanten ausgehen. Unter den Bindevocalen 
ist a herrschend in der 3. sing. fem. R-^- (für aha) und der 3. plur. d-^-, 
ia— J- , }— , wozu auch die 3. sing. masc. i, ri gehört , indem das d derselben 
aus ähü Olft— ) zusammengezogen ist, sowie die Pausalform der 2. masc. *j-J- 
(als halbe Dehnung für urspr. *j-r). Die Formen mit e sind in den oben 
genannten Personen nur in den Nominibus auf h— (von Stämmen ft"b), St. 
constr. rt-^- (contrahirt aus aj) häufig, z. B. Vtriq (für sadajhü oder direct 
aus saäe-hu) sein Feld; ftfcp» ihr Anblick (aus maraj-hä = marähä, mit 
Abwerfung des Jod und halber Dehnung des ä zu S e gol in betonter offener 
Sylbe; dagegen Wjiö iAr jFW aus säda\J]hä. Ausser diesen h"i-Formen 
findet sich der Bindevocal e in der 3. Pers. nur vereinzelt; vergl. *ih^S» sein 
Licht Hiob 25, 3; ^piab nach seiner Art 1 M. 1, 21. 25. Dagegen sind in 
der 2. sing. fem. tJ-T~ uad in der 1. jtfw. 13— ~ weitaus die herrschenden 
Formen, und "3 — , tt — Seltenheiten, s. Anm. 2. — Statt ^ — , dS—-, p — 

y r | T » T * • fl'VI'»VI 

(mit jS^wö mobile) steht, wenn die Nominalform auf eine Gutturalis ausgeht, 
*]— , d5-^-, 15-^-» z - B « *JWJ dein Geist t ^^ä (fein Schöpfer Jes. 43, l, 
dä^n cticr Freund Hiob 6, 27.' 

2. Seltene Formen sind: 

Sing. 2. Pers. m. in Pausa rt?-r, z. B. rtSBS (deine Hand) Ps. 139, 5 ; /fem. 
^__ Ez. 5, 12, ^S-f- Jer. 11, 15. Ps. 103, 3 (über das ganz abnorme ftS-rr 
v Nah. 2, 14 vergl. No. 2, Anm. 2); ferner ^— (Tjis) Jes. 22, 1. — 3. Pers. ri — 
z. B. in dem häufigen rön$ 1 M. 9, 21. 12, 8. 13, 3. 35, 21 (überall mit dem 
Qtfi iVw); hfcp 2 Kön.1l9, 23 ZeM., wofür Jes. 37, 24 iltp; rr>i* und fihftö 
1 M. 49*11 (Q e ri 'N, ins©). 

P/wr. 1. Pers. tt-f-, in Pausa «D^p Hiob 22, 20; vergl. Buth 3, 2. Jes. 42, 10. 
— 2. Pers. fem. rt5D Ez. 23, 48. 49. — 3. Pers. masc. drt-f- 2 Sam. 23, 6 (woraus 
auch die gewöhnliche Form d— contrahirt ist). Fem. njft-f- 1 Kön. 7, 37. 
Ez. 16, 53; F»:-^- IM. 41, 21, hJ-J- Buth 1, 19, sonst meistens in Pausa; 
endlich fn t am Nomen nur Jes. 3, 17. 

2. Im Pluralis masc. und im Dual sind die Suffixe zunächst an 
die ursprüngliche Endung des Stat. constr. (^, yergl. §. 89, 2, 



202 2. Hauptth, Formenlehre. 3. Cap. Das Nomen. 

Anm.) angehängt zu denken. Diese Endung wird jedoch nur in 
der 2. fem. »unverändert beibehalten; in den meisten Fällen tritt, 
wie im Stat. constr. ohne Suffixe, die Contraction zu v— ein (so 
im ganzen Plural), während in der 2. masc. und der 3. masc. und 
fem. Sing, (ausser in dem poet. Suffix W-7-) das thatsächlich ab- 
geworfene Jdd nur noch orthographisch beibehalten wird. Das 
vorausgehende ä erfährt dann entweder die volle Tondehnung zu ä 
(3. masc. Sing.) oder die Umlautung zu betontem S e gdl (2. masc. 
und 3. fem. Sing.)] über die 1. masc. Sing. s. u. lit. b. — So ent- 
stehen folgende 

Sufflxa Nominum pluralium. 
Sing. 1. c. * — meine. Plur. 1. c. «ovl- unsere. 



euere. 



m. Y1-7-, poet. W^-T- [ m. Ört^r* poet. 

3. { seine. 3. \ itt**T- 

/. rrvf- ihre. I /. jTp-r 



ihre. 



Sonach wird das urspr. w a) contrahirt in der 3. sing. masc. 
VT»-7" un ^ dem ganzen Plural, also tfij'nWö, WWO u. 8. w. ; &) unver- 
ändert beibehalten in der 1. masc. Sing. ip*iö, indem sich die eigent- 
liche Suffixendung 1 oder 1— mit dem auslautenden Jdd der Endung 
v— verschmilzt, und in der 2. fem. Sing. Spölö (mit Hülfs-Ohiräq 
nach dem Jöd); dagegen wird c) das Jöd von v— aufgegeben und 
et) das ä zum ä gedehnt in der 3. masc. Sing. 1W d. i. süsäw; 
ß) ä zu betontem S e göl umgelautet in der 2. masc. Sing. Spölö aus 
süsäkhä und in der 3. /fem. Sing. HW aus süsähä. 

Anm. 1. Da das J8df der unter lit c erwähnten Formen nur orthographisch 
beibehalten ist, so wird es bisweilen auch ausgelassen, obwohl dann in un- 
vocalisirter Schrift leicht Verwechselungen mit dem Nomen singulare ent- 
stehen, z. B. *jd7* für Spw deine Wege 2 M. 33, 13, *irtn für Vn?^ seine 
Freunde Hiob 42, 10, Wi3*ib nach ihren Gattungen 1 M. 1, 21; besonders in 
der 3. masc. Sing, findet sich häufig die defective Schreibung 1—, welche 
jedoch im # e r$ fast überaU in I 1 *— geändert wird, z. B. 12W1 «eine -F/feiZe 
Ps. 58, 8, (fri I^Sn. 

2. Seltene Formen sind: Sing. 2. Pers. f. Tf 1 — (nach dem zur Interjection 
erstarrten und daher unveränderten **ytä£ Heil! Pred. 10, 17; vergl. Delitzsch 
z. d. St.); ^Vf- (vergl. im Syr. ^^rV 2 Kön. 4, 3 und 7 im JSTe£^. 9 Pa. 103, 
3 — 5. Ganz abnorm ist risia!»» (so nach Qitnchi im W. W. B.) deine Boten, 



§. 91. Das Nomen mit Pronominal-Suföxen. 203 

wahrsch. für ^DÄb»^^— , Nah. 2, 14. — 3. masc. ■tfrf (eine ganz aramäische 
Form) Ps. 116, 12! — 3. fem. WT^- Ez. 41, 15. — Plw. 2. Pers. fem. r»j3V 
Ez. 13, 20; 3. masc. rwp— 40/16, f. tXf^- 1, 11. 

3. üeber ia^-f- s. noch §. 103, 2, Note. 

3. Dass das Jdd in diesen Suffixis des Pluralnomen wirklich 
zur Endung des Stat. constr. des Masculinplurals gehört, ist klar 
und unzweifelhaft. Im sprachlichen Bewusstsein ist aber diese 
Thatsache so sehr zurückgetreten, dass die auffallende Eigentüm- 
lichkeit (ja Incorrectheit) entstehen konnte, nach welcher diese 
die Pluralendung 1— einschliessenden 5«/5fcr-Formen auch an den 
Feminin-Plural auf ni gehängt werden (wrriwo, Sphiölö u. s. w.), 
so dass also im Grunde eine doppelte Pluralbezeichnung statt- 
findet 1 . 

f Dieses ist die Kegel; doch kommt an der Endung ni' auch das reine Suf- 

fixum (No. 1) vor, z. B. irYHS Ps. 132, 12 (wenn nicht Sing, für WTO, wie 
nach Qimchi im W. W. B. *T0rfc) 2 Kön. 6, 8 für VflMTfl); SjT&g 5 M. 28, 59 
(nach Analogie eines Inf. h"b behandelt), ja bei der 3. Flur, ist dieses das 
Gewöhnlichere, z. B. örYhg (ihre Väter) häufiger als taTpnb«, ebenso örYiotf 
ihre Namen, örYhi'n. ihre Geschlechter, offenbar zur Vermeidung der überlangen 
Bildungen auf OFp— . 

4. Dem folgenden Paradigma eines Nomen masc. und fem. mit 
Suffixen liegt eine Nominalbildung mit einem unwandelbaren 
Vocal zu Grunde. In Betreff der Endung rv^- am Stat. constr. des 
Femin. ist noch zu bemerken, dass sich das kurze ä dieser Endung 
nur vor den sogen, schweren Suffixen DD und "jD behauptet, vor 
allen übrigen (den leichten Suffixen) aber zu Qäme$ gedehnt wird. 



1 Eine Analogie dazu s. §. 87, 5, Anm. 1. Vergl. auch die doppelte Feminin- 
endung in 3. Sing. Per/, der Verba tt"i, §. 75, 4. 



204 



2. Hauptth. Formenlehre. 3. Cap. Das Nomen. 



Singular, 



Masc. 



010 equus 
ipID equus meu8 
SJ01D equus tuus 
•JD10 equus tuus 
ioiö equus eius (suus) 
ttölö equus eius (suus) 
15010 equus noster 
9 p. M010 equus vester 
" t f- 1?p^0 equus vester 

f m. 0010 equus eorum (suus) 
* t /*. *J010 equus earum (suus) 



Sing. 1. c. 

H7 

«• { 7 

Plur. 1. £. 



Plural. 



Sing. 1. c. 
Plur. 1. c. 



Masc. 

D^plO equi 
ipio equi 

^010 equi 
•poiö equi 
1^010 equi 

H^plO equi 

1^010 equi 



2 f m. DD^plÖ equi 

' 1 /. ^010 equi 

n j «. DrpplO equi 



mei 

tui 

tui 

eius (sui) 

eius (sui) 

nostri 

vestri 

vestri 



Fem. 



npio 

VIÖ10 

^noio 



inpio 
jnnpio 
lahoio 

~ T 

DDripio 

IDripio 

oripio 

inpio 



equa 

equa mea 
equa tua 
equa tua 
equa eius (sua) 
equa eius (sua) 
equa nostra 
equa vestra 
equa vestra 
equa eorum (sua) 
equa earum (sua) 



Fem. 



moio 
^rrioio 
?pniöiö 
tpnioio 
wriwo 
rpnioio 

15*1010 
DD^tllOlO 

^rnioio 



eorum (sui) orpffioio 
earum (sui) l^tnioio 



equae 
equae 
equae 
equae 
equae 
equae 
equae 
equae 
equae 
equae 
equae 



meae 

tuae 

tuae 

eius (suae) 

eius (suae) 

nostrae 

vestrae 

vestrae 

eorum (suae) 

earum (suae) 



§. 92. 
VocaJveränderungen im Nomen. 

1. Vocalveränderungen im Nomen können bewirkt werden 
a) durch die Anlehnung an einen folgenden Genetiv, b) durch 
die Verbindung mit Pronominal-£w/Jl*;£w, c) durch die Endungen 
des Plurals oder Duals, sowohl in der Form des Stat. äbsol., als 
in der des Stat. constr. (vor nachfolgendem Genetiv eines Nomens 
oder eines Suffixes). 



§. 92« Vocalveränderungen im Nomen. 205 

2. In allen diesen Fällen rückt der Ton des Nomons um eine 
oder zwei Stellen nach hinten oder selbst (vom Stat. constr.) auf 
das folgende Wort hinüber. Dadurch können folgende Verände- 
rungen eintreten: 

a) Wenn der Ton nur um eine Stelle fortrückt, wie dies bei dem 
Hinzutreten der Plural- und Dualendung d^t und ü^~, sowie 
bei der Verbindung mit sämmtlichen einsylbigen oder vorn- 
betonten Suffixen der Fall ist, so wird in zweisylbigen Nomi- 
nibus der ursprünglich kurze, dann aber vor dem Tone gedehnte 
Vocal der ersten Sylbe nunmehr verflüchtigt (weil nicht mehr 
vor dem Tone stehend); dagegen behauptet sich der urspr. 
kurze, dann aber durch den Ton gedehnte Vocal der zweiten 
Sylbe nunmehr als Vorton-Vocal. Z. B. in 1 ! Wort (Grundf. 
däbär), Plur. ffHM, mit vocalisch anlautenden leichten Suffixen: 
■HOT, ttSn*l, Plur. •vqtj wnM u. s. w.; a» Flügel, Dual: dtos; 
ferner bei unwandelbarem Vocal in zweiter Sylbe: ■ppft Auf- 
seher, Plur. D^J?Ö> m ^ Su ff- am Sing.: ^Tpfc, IFppfc u. 8. w., 
am Plur. ^Tf?ö» TTJ?ö u - s - w -5 bei unwandelbarem Vocal in 
erster Sylbe: öbi* Ewigkeit, Plur. D^W*, mit Suff, ifcbtr u. s. w. 
Nur in den Participialformen mit tongedehntem 8 (urspr, t) in 
zweiter Sylbe findet in der Kegel vor dem betonten Anhange 
Verflüchtigung des e und ä zu S*wd mob. statt, z. B. a^Ä Feind, 
Plur. Q^fc, mit Suff, ^fc u. s. w., ebenso in den Bildungen 
nach der Form btöf? (§. 84,' No. 9), z. B. D>« stumm, Plur. tfnfia. 

b) Wenn der Ton um zwei Stellen fortrückt, wie im Status con- 
structus des Plural und Dual und beim Hinzutreten der Suffixa 
gravia zu demselben (DD*^-, Dtt^r)* 80 W * T & der tongedehnte 
Vocal der zweiten Sylbe verflüchtigt, dagegen der vor dem Ton 
gedehnte Vocal der ersten Sylbe wiederum verkürzt, z. B. ■na^ 
D2tt die Worte des Volkes, löiw eure Worte, t3fk*W ihre Worte 
(in welchen Beispielen das i der ersten Sylbe überall aus dem 
ursprüngl. ä verdünnt ist). 

Bei den sogen. Segolatformen tritt im Sing, das Suffix überall an die Grund- 
form (''Sb» mein König, 132&n u. s. w.); dagegen schiebt sich vor den Endungen 
Öi—, ni (z. Th. auch vor D 1 ^-) ein Qämtf als Vorton-Vocal ein, yor welchem 
dann der Vocal der ersten Sylbe verflüchtigt wird <b n Aö, ttbta). Dieses 
Qämef hält sich auch vor den leichten Suff., die dem Plur. masc. angehängt 
werden, so dass also (wie bei i'J}*] u. s. w. von ^IJJ) der Schein entsteht, als 
ob die Suffixa nicht an den Stat. constr., sondern an den Stat. absol. angehängt 
seien Oafcö, *päte u. s. w.). Dagegen bildet der Stat. constr. Plur. u. Dualis 
nach lit. b. regelrecht *&B, mit schwerem Suff. tasftfta u. s. w. 



206 2. Hauptth. Formenlehre. 3. Cap. Das Nomen. 

c) Vor dem S*tvä mobile, mit welchem das Suffix ^ nach einem 
Gonsonanten anlautet, hält sich der tongedehnte Yocal der 
letzten Sylbe (nunmehr in offener Sylbe vor dem Ton), z. B. Sptf-j, 
SfW u. s. w.; dagegen wird er im gleichen Falle vor den 
schweren Suffixen öS — u. 1D — verkürzt, also W\M (d e bär e khem) 

vi i v i ' •■•:-; N ' 

u. s. w. Ebenso wird auch tongedehntes ä und e der zweiten 
Sylbe im Stat. constr. Sing, verkürzt, da derselbe den Haupt- 
ton an das nachfolgende Wort abgiebt > z. B. D^rfa* nn^r; ntn 

man (von wi). 

3. Die Vocalveränderungen in der Flexion der Feminina (§. 95) 
sind minder beträchtlich, da schon die Bildung derselben aus den 
Masculinis (§. 94) meistens mit einer Bückkehr zu den ursprüngl. 
Vocalen oder einer Verflüchtigung derselben verbunden ist. 

Ausser den oben in No. 1 und 2 erörterten Vocalveränderungen, welche sich 
nach Maassgabe der allgemeinen Bildungsgesetze (§. 25 — 28) vollziehen, 
kommen für die Nominalflexion noch einige andere Erscheinungen in Betracht, 
deren richtige Beurtheilung jedesmal ein Zurückgehen auf die ursprüngliche 
Form der betreffenden Bildung erfordert (s. §. 84 — 86). Dahin gehört z. B. 
die Abwerf ung des rt von h"VStämmen vor allen Bildungszusätzen (vergl. §.91, 
1, b), die Verdoppelung des Endconsonanten von contrahirten y?-Stämmen in 
* Fällen, wie ph, *$n u. s. w. 

f Eine bemerkenswerte Verschiedenheit zwischen der Vocalveränderung im 

Verbum und Nomen ist die, dass im Verbum von zwei wandelbaren Vocalen 
beim Hinzutreten von Endungen meistens der zweite verflüchtigt wird (b^J?, 
hbüg, Aög), im Nomen dagegen der erste fO*, ^n^r, ö^^]), vergl. §. 27, 3. 

Zur bequemeren Uebersicht über die Flexion der Nominalformen folgen in 
den nächsten Paragraphen Paradigmen mit erläuternden Bemerkungen, und 
zwar solche der Masculina §. 93, der Feminina §. 95; den letzteren ist die 
Lehre von der Vocalveränderung bei Bildung der Femininform vorausgeschickt 
(§. 94). 



§. 93. 

Paradigmen der Masculina. 

Die Nomina Masculina vom einfachen Stamm lassen sich hin- 
sichtlich ihrer Bildung und der damit zusammenhängenden Vocal- 
veränderungen in vier Glassen eintheilen, deren verschiedene Formen 
in der folgenden Tabelle übersichtlich zusammengestellt sind und 
dann weiter erklärt werden sollen. Im Allgemeinen ist noch die 
doppelte Bemerkung vorauszuschicken: 



§. 93. Paradigmen der Masculina. 207 

a) dass sich nach diesen Masculinis auch alle Feminina ohne 
Femininendung (§. 107, I. 3) bilden, z. B. ym Schwert nach 
Sjbtt, nur dass sie im Plural gewöhnlich die Endung fri an- 
nehmen, also ftteyn constr. fliyin (und so beständig vor Suf- 
fixen, s. §. 95); 

b) dass sich im Plural der drei ersten Classen auch vor den sogen, 
leichten Suffixen überall da ein wandelbarer Vocal als ge- 
dehnter Vortonvocal behauptet, wo ein solcher bereits vor der 
Pluralendung D^— statthat. Leichte Suffixe aber sind alle 
ausser dd, 75, D?Vr> )T~r> ^Trn TO^r- Ver 8 L §• 92 > 2 > *• Anm - 



208 



2. Hauptth. Formenlehre. 3. Gap. Das Nomen. 



Paradigmen der 



I. 





a. 


b. 


c. 


d. 


e. 


t 


Sing, absolut 


1 t V 






^w 




baä 




(König) 


(Buch) (Heihgthum)( Jüngling) (Ewigkeit) 


(Werk) 


— construct. 


tö 


ISO 

•• •• 


«1? 


1?5 




b?S 


— mit leicht. Suff. 




* i * 


■"tffc 




• • • 


*2» 

• t; IT 


— mit schwer. Suff. 


DDDbtt 

V I 1 " 


DD^ÖÜ 

v i : ' 


v t jIt 


ÖDItt 




DDbtt 

r S T IT 


Plur. absolut. 


• T J 


• t : 


• T »TS 


• t: 


•TS 


• T 1 


— construct. 


— • — 

• 


- i • 


•• irr 




- : • 


•4» 

-t: IT 


— mit leicht. Suff. 


^Dbia 

"• T » 


— T t 


"■tfjfe 


— T « 


•»reo 

"TS 


4*8 

- T J 


— mit schwer. Suff. DD^Dbtt 


- t • 




*■* •* *sr™ 


DDTO3 

- : • 


Dd4*8 

V -TS <T 


Dual, absolut. 


trXn 
.- . - 


o^P 


trtma 

•- : t 


• — ar 








(Füsse)(Doppelhaufen) 


(Hüften) (Schuhe) 










Nom. pr. 










— construct. 


- 1 - 




- : t 


•* -sr 







II. 





a. 


b. 


£w^. absolut. 


IDT 

T T 


T T 




(Wort) 


(Weiser) 


— construct. 


^31 


DDn 


— mit leicht. Suff". 


* T $ 


^»Dn 

• T "t 


— mit schwer. Suff". 


03W 

•f ; — } 


DDfcDn 


Plur. absolut. 


' T S 


• T "t 


— construct. 


** s • 


^t»n 


— mit leicht Suff. 






— mit schwer. Suff. DD^wi 

•• • t • 


DD^tiDn 


Dual, absolut. 


•"TS 


D^ibn 

• - T -J 




(Flügel) 


(Hüften) 



c. 



d. 
(Greis) (Schulter) 



DDSpT 

..f. • 

DD^pr 

• " •* S 

(Lenden) 



•wo 



e. 

isn 

• T 

(Vorhof) 

i*n 

DDisri 

■mn 

DD*n*n 



f. 

nife 

T T 

(Feld) 

•VW 

■HU 
• » 

[dt*] 

•* t 



— construct. 



^SOD 



§. 93. Paradigmen der Maeculina. 



209 



Nomina Masculina. 



I. 



g- 


h. 


• 

1. 


k. 


1. 


m. 


n. 


V T 


™t 


wto 


• : 


T 


DK 

• 


PH 


(Tod) 


(Olive) 


(Geissei) 


(Frucht) 


(Meer) 


(Mutter) 


(Gesetz) 


rrta 




tsto 




T ' - 


DK 


"P>7 




m — 

oarw 

•• • •• 

ottw 


• 
• • 

D^taitS 

• 


•• • • •• 

• » • • 

• T S 


1^ 


• ■ 

Das« 

•• • • 

rrteÄ 

• 




^rritt 




•* 


(Gazellen) 




rrta* 

• 


18«i 




* •• 

DDWT 


tonritf 


— • t 




WEH 

äavrtaa 

•• •• • 

•• • 


1^ 




(Augen) 


(biduum) 


(Backen) 


(Hände) 


(Zähne) 





w 



•*rib 



i» 



^stf 



HL 



IV. 



a. 


b. 


c. 


a. 


b. 


c. 


Dbi* 

T 


a* 


nrh 


TjjB 


• 


ans 

t : 


(Ewigkeit) 


(Feind) 


(Seher) 


(Aufseher) 


(arm) 


(Schrift) 


obi* 


•• 


nm 


-ns 




aro 

• 
• 


• T 




• 


n TP» 




^ana 

• T i 


öDfcbi? 

V i - 


oaa* 

v : • 


DDTh 

v : 


oafpi 




DDans) 

•• • tm • 


• T 


• • 


• 


ö^TP? 




Drains 

• t : 


■nobi* 

•• • 




•• 


h TP» 




^ana 

•• T » 


•nabi* 

- T 


• 


■»Ih 


*T*fi& 




^aina 

• 




Da^a* 


... .. 


oa^pfc 


... ~ . .. 


DD^ana 

• • 


• - fr : v 


— : 




tyiJatJ 






(Zange) 


(Wage) 

wate 




(2 Wochen) 







Gesenius, hebr. Grammatik. XXII. Aufl. 



14 



210 2. Hauptth. Formenlehre. 3. Cap. Das Nomen. 

Erläuterungen. 

1. Parad. I umfasst den grossen Kreis der sogen. Segolat- 
formen (§. 84, No. 11). In den drei ersten Beispielen von starkem 
Stamme sind die Grundformen mälk, siphr, qüdS durch Annahme 
eines Hülfs-Styd/ entwickelt zu tjbia (mit Umlautung des ä zu *), 
"\t>b (i zu e gedehnt), tfhp (ü zu ö gedehnt). Die drei nächsten 
Beispiele zeigen statt des Hülfs-S'tyd/ ein Hütfs-Pdthäch wegen 
mittlerer {d, f) oder schliessender Gutturalis (e). In allen diesen 
Fällen stimmt der Stat. constr. völlig mit dem Stat. absol. überein. 
Die Singularsuffixe treten an die Grundform an; nur bei c und / 
tritt statt des urspr. ü der gefärbte Laut ö ein, und bei d und / 
fordert die Gutturalis ein Nachklingen des ä und ö in Gestalt eines 
Chdfeph (i*\3£ f ^5)? vor einem nachfolgenden S'wä geht dieses 
Chä\eph nach §. 28, 3 in einfachen Hülfs-Vocal (ä, ö) über, also 
5p*jj u. s. w. Im Plural schiebt sich vor der betonten Endung da- 
nach §. 92, &, Anm. YoTton-Qäm^ ein, während der kurze Vocal 
der ersten Sylbe zu S'rvd verflüchtigt wird. Jenes Qämfy wird im 
Stat. constr. wiederum verflüchtigt, so dass nun der kurze Vocal 
nach dem ersten Stammconsonanten in schwebende Sylbe zu stehen 
kommt (^Dbl?, nicht: ^btt u. s. w.). Dagegen erhält sich das Vor- 
ton-Qäm2$ des Stat. absol. vor den leichten Pluralsuffixen, während 
die schweren an die Form des Stat. constr. treten. — Die Endung 
des Stat. absol. Dualis tritt in der Regel an die Grundform (so bei 
a — d und A, vergl. jedoch k); der Stat. constr. des Dual stimmt 
(ausser in Fällen, wie k) stets mit dem des Plural überein. 

Die Paradd. g und h 'bieten Formen mit mittlerem 1 und •* (§. 85, 
IV, No. 11); die Grundformen marvt und zajt sind mit Ausnahme 
des Stat. absol. Sing, überall zu möt und zet contrahirt. Parad. i 
stellt eine der zahlreichen Formen dar, bei welchen die Gontraction 
eines mittleren 1 oder i schon im Stat. absol. Sing, vollzogen ist 
(Grdf. Samt). Parad. k ist eine Bildung von einem Stamm n"b 
(§. 85, V, No. 11). 

Die Paradd. I, m, n sind Bildungen von Stämmen *"*, also 
contrahirt aus öE*, MK, pfjn mit regelrechter Dehnung zu ö?, DK, 
pH. Das DdgeS f. implic. dieser Formen tritt wieder hervor vor 
Bildungszusätzen, wie ^EP, D^E? u. s. w. (s. §. 85, II, 10. 11). 

Anmerkungen. 

1. Zu I a und d (Grundf. büp). In Pausa tritt meist die volle Dehnung 
zu ä ein, also ö*3j Weinberg, *i$J, S^f Same (von 3}t) und so stets von V"« 



§• 93. Paradigmen der liasculina. 211 

Erde mit dem Art. 7*?$*} (vergL auch bei den LXX die Schreibung XßlX, 
'layib für tajrj, fiß^)« Doch findet sieb bisweilen neben der Form mit ä in 
Pausa auch der einfache Umlaut des ä zu £. z. B. Tön neben Idri , und sehr 

VT VT* 

häufig die Form mit S'gdl allein, z. B. •$», D 1 ^ O^en, *tt£ IZfti/fe u. s. w. — 
Mit zwei S e gol trotz mittlerer Gutturalis findet sich ÖftS J5rod (Pausa Öri5) 
und Drn Mutterleib (P. DTn) neben ötn (P. örti); vor schliessendem tt steht 
bestandig Hülfs-ÄfydZ, also Ktth, KPÖ, »'TD u. s. w. (auch tVjk geschrieben). — 

Per Stat. eonstr. lautet fast stets wie der Stat. absol.; doch findet bisweilen 
eine Verlegung des charakteristischen Vocals hinter den zweiten Stamm- 
consonanten statt (s. u. No. 4), z. B. S^J, *rtri, atöh, 3>ttJ neben 3HJ u. s. w. 

Das sogen, ft— focafe tritt an die Grundform, also *"&"&, Pausa FJ£*ii$ ; doch 
vergL auch fiaäij von 335 Süden, und Fra*^ (vielleicht von einer Nebenf. Ö^Jg). 

Die Singularsuffixe treten gleichfalls an die Grundform, bei mittlerer Gut- 
turalis mit Chafeph Päthäch statt des &wä quiescens: i'ug u. s. w. (doch auch 
tQhb, ia9t u. s. w.). Bei einer ziemlich grossen Anzahl von bttp-Formen wird 
jedoch vor Suffixen im Sing., sowie im Stat. eonstr. Plur. und Dualis das ä 
der ersten Sylbe zu ? verdünnt, also '»Mffi mein Leib, "hrV*; ebenso bei ttfaö, 
3tti, 3t a, fOt und vielen anderen. In einigen Fällen dieser Art mag neben 
der Form mit ä eine solche mit urspr. % in erster Sylbe zu Grunde liegen; so 
sicher bei 3ftP neben Stth, ri2*5 neben fT3Ö u. s. w. — Mit Aufhebung des 
festen Sylbenschlusses findet sich ^21 u. s. w. von läÄ und $pp? 5 M. 15, 14. 
16, 13, in beiden Fällen offenbar durch Einwirkung der Palatalis in der Mitte 
des Stammes. Mit S e gol für 1 : •htt, SjWÖJ, *^jj u. s. w. 

Im Plural geht neben der Endung D**-;- bisweilen die Endung tvi nebenher, 
z. B. rVTCtoj, rYiaXS neben ö^ttJBp (Ez. 13, 20) u. s.w.; Stat. eonstr. nitttea, Wferig. 
Andere haben nur die Endung ni, z. B. rYi2HK, eonstr. PriS^S von ^K. Ohne 
Qämef vor der Endung &i— findet sich ö*WH Eingeweide (vergl. indess auch 
die Zahlen D'i-iiöS 20, ffwad 70 und Ö^Sttftn 90)! 

•IV * • I • • I • ' 

Im Stat. eonstr. Plur. findet bisweilen gegen die Begel fester Sylbenschluss 
statt, z. B. ifeö? 1 M. 42, 25. 35. (vor Suff.); ignft HL. 8, 6; ifp Ez. 17, 9; 
^^/ö* Jes. 5, 10 (dagegen nach den besten Zeugen nicht in "^DH Jes. 55, 3 al.). 
— Sehr häufig ist auch hier die Verdünnung des äzut (s. o.), z. B. *tt1 u. s. w., 

sogar 13^! ^ e8# 57 > * neben i'ifc Hos. 1, 2 al. 

Im Dual dbsol. finden sich neben Formen, wie ö^öb&t 2000 , ö*»5$ Schuhe, 
DWa ITntee (5 zu £ verdünnt), mit Suff. WS, auch Formen mit Vorton- Qätnef, 
wie d^p (neben fi'jä'ip) Hörner, ö^ST* Doppelweg. 

2. Zu Parad. b und e. Mit Abwerfung eines schliessenden tt (welches in- 
dess orthographisch beibehalten wird) findet sich fcttth Sünde. Anlautende 
Gutturalis erhält vor Suffixen in der Begel S e gol statt des urspr. %, z. B. ^pirj, 
iW u. s. w., ebenso im Äfatf. eonstr. Plur. ■&** u. s. w.; Kürt bildet "Wort 

»IV ' ••IV ' l " " T -I 

2 Kön. 10, 29 al. mit Beibehaltung des Qämfy von ta^üTj vor dem schwachen «. 

3. Zu Parad. c und f. Ohne Hülfsvocal steht ttftfp Spr. 22, 21 ; bei mittlerer 
Gutt. b?B u. s. w., bei h jedoch auch bfik, •))!*; bei schliessender Gutt. inaa, 
3DS u. s. w., bei K jedoch K&a. 

Vor Suffixen erscheint im Sing, bisweilen das urspr. ü wieder; z. B. iW 
(Ps. 150, 2) neben lV$ von Ws Qrösse; ft|D (mitD^./'. «ftrtwiens und Nach- 
klingen des ü in Gestalt eines Chdfeph Qämef) Jes. 9, 3 al. — Entsprechend 
der Torrn* ttJ?3üpööl e khbn steht ?|2&g Hos. 13, 14 auch ohne mittlere Gutturalis. 

14* 



212 2. Haupttb. Formenlehre. 3. Cap. Das Nomen. 

In den Formen tab Jes. 1, 31 (für ftsö) und 'htth Jes. 52, 14 (für il&tt 1 Sam. 

II * * TtiT' "J I ' N t:it 

28, 14) hat sich die Dehnung des ürspr. w zu ö sogar vor Suff, behauptet; 
vergL §. 63, Anm. 4. — Ebenso bleibt 5 vor h— Joe, z. B. MJ^a, nisnSrj 
1 M. 24, 67 (neben n^kh 18, 6). * Iffi' ' »/' 

Im 5fo£. afoo/. Plur. findet in der Regel Verflüchtigung des urspr. ü vor 
dem Qänief statt, z. B. ö^Jja von *i£ä Morgen, ö^fe^ TförÄe, b^fTO^ Lanzen; 
dagegen klingt bei anlautender Gutturalis das ü als Chafeph Qäme'f nach, 
z. B. V*&in Monate, ö^W Gazellen, *Vil?j£ Tföye, und ebenso, ohne anlautende 
Gutturalis, ö^ß 2Zei%*Ätf*ner und D'nÖ'Jttd Wurzeln (qödäs'im u. s. w. mit tf 
als orthograph. Stellvertreter für -77) ; auch vor leichten Suffixen **tthg u. s. w., 
-wobei indess die Lesart häufig zwischen '£ und ^ schwankt (letzteres be- 
sonders nach Art. lgrt); vergl. zu diesen Formen noch bes. §. 9, Anm. 2. Von 
bt}k Zelt findet sich neben &*&?§ auch ä**iftk (nach syrischer Art; vergl. oben 
■ftitt); mit leichten Suff, ^rt* u. s. w., ebenso von TT^K Weg: Wft*]i* (neben 
WTiK). Wie es scheint, sollte durch die verschiedene Schreibung der Plural 
von fttt^K Karawane und der von rMtit Weg unterschieden werden; doch findet 
sich auch in ertterer Bedeutung rvirYj$ (8tat. constr. HL 6, 19) und in letzterer 
rvirnk (z. B. Hi. 13, 27 nach der L. A. des Ben Naphtali und QimchVs). 

Im Stat. constr. Plur. mit urspr. t* nur "»OD*! Ps. 31 , 21 ; sonst wie *&tgy 
**ViÄ u. s. w. 

•* nrr 

4. Ausser den bisher behandelten Formen gehören hierher noch eine Reihe von 
Bildungen, welche den charakteristischen Vocal erst nach dem zweiten Stamm- 
consonanten haben, wie dies im Aram. das Gewöhnliche ist. So a) nach der 
Form iop (vergl. §. 84, No. 10): tt3^tj Honig, ütto wenig, Pausa: tth*, ü3J«; 
*oa Mann Ps. 18, 26 (sonst *iaa) und Infinitive, wie asitf (§. 45, 1, a); bei Da» 
Nacken mit Umlautung des #zu 2 (Pausa jedoch ÖStB); Zoe. irofitö, neben fraitf 
Hos. 6, 9. Mit Ätyf. in gewöhnlicher Weise ^öSIÖ,' ^??tt? 1 M. 19, 83. 35 (als 
Infin. mit schwebendem S e wä> nicht fr^attj). Dagegen hält sich im Plur. abs. 
das £ vor künstlich verdoppeltem Endconsonanten: b^M (constr. i»äat) 
Sümpfe, ö^tpnrt Myrthen, ö^tt?»; &) nach der Form iüp: *i$a Brunnen, a$t 
TTo^ u. s. vr.\ Loc. ft}&a, mit £t*/f. ^«a, P/ur. ö^aKT, ^aar,' dagegen rvhg^ 
contfr. rYhKSi; c) nach der Form ib£: tt»a Gestank (mit &# , fo»a), vielleicht 
auch Gfetb Nation, PI. ö^Ä&ti, und die grosse Zahl der Infinitive, wie aha, mit 
Suff. Sans u. s. w. 

5. ParaJ. ^— i umfasst die Segolata mit mittlerem 1 oder 1 a) nach der Form 
iü£ mit Waw als festem Consonanten, wobei dann das urspr. ä fast stets zu ä 
gedehnt wird (Parad. g), also mo, ))K Unheil, V* Unrecht, ^jn Ift#e, bei 
schliessendem M: KITtf Eitles: vergl. indess auch IW Weite. Im <Sfta£. constr. 

t T . 

tritt beständig Contraction ein: m'tt u. s. w. (aus urspr. mawf), ebenso vor 
Suffixen iniö u. s. w.; Ausnahme: V15 als fltotf. constr. Ez. 28, 18 (nach Qimchi) 
und mit Stqf. Sil?. Die Contraction bleibt durchweg auch im Plural (doch 
8. u. til. c); 6) von der Form iög mit consonant. JoJ (Parad. h). Mit K am 
Ende K}$ (•*$), constr. K*jj (*»J). Die uncontrahirte Form (im Äfatf. absoL mit 
Hülfs-Cftfrfy) bleibt auch vor n-^ ta\, z. B. hn^ (dagegen am fifarf. cowsfr. 
z. B. fcjfc'P ftrpa). Im Plur. absoL finden sich uncontrahirte Formen, wie 
rYiajaj Quellen, d^töjjn Böcke u. s. w. ; c) mit Contraction des 1 und * schon im. 
Stat absol. Sing. (Parad. i). Auf diesem Wege entstehen durchweg unwandel- 
bare Bildungen; so von der Grdf. iüß: &V> (aus jawm), Cfiö, ■vnti (im P/ur. 



§. 93. Paradigmen der Masculina. 213 

jedoch mit starker Bildung d^llö Binder) u. 8. w.; bei mittlerem Jdd: Wr 
(neben b*yn), Vi Jes. 21, 11 (sonst b% in Prosa fiVJj); von der Grdf. böp: ywj, 
TnÖ, TO (s. jedoch §. 96); von der Grdf. iöp: ■ui,' Wn u. s. w. Starke Bil- 
düng haben im Plur. d*»Yi*T Töp/e und d^pjtö Strassen. Endlich gehören 
hierher noch Formen mit aufgelöstem mittleren M, wie ttfeO JKop^ (getrübt aus 
rä&n = ttfcn, s. §. 96) und ]ftbt Kleinvieh. 

6. Zu Parad. £, Segolata von Stämmen H"i. Neben den §. 85, V, 11 er- 
wähnten starken Bildungen, wie hsä u. s. w., sowie Wrfa mit Verwendung des 
urspr. 1 als Hülfsvocal, finden sich a) von der Grdf. bog fast durchweg Formen, 
wie ^ö, iaa; *iä, *»*, *i£ u. s. w.; Pausa: **,'*$, V$, dagegen i-j* 
Bicht. 14, 18; mit Suffixen i^B (verdünnt aus pärjo), doch auch ^*1B u. s. w.; 
vor schwerem Suff. dlWB, doch auch ÖS^B. Plur. ti^a {constr. ^a , s. o. 
No. 2 ^Kün), d^K und WP^; mit Erweichung des i zu K: ö^KHB, d^HÖS von 
^B, 'OS;* 6) von der Grdf. top: Wi JJaJ/fe, Pausa *Xn, mit Suff. Wh tus. w. 
Wahrsch. gehört hierher auch TO Zet<, eig. l idj, dann mit Abwerfung des Jod 
und n /em. tTO, endlich mit Assimil. des *T = Wf, mit #f# to, Pfor. ÖW, 
rfi'WP. Bei Stämmen mit mittlerem TTaw entstehen Bildungen, wie *W (aus 
Hwj= *n»), V, Pfur. d*»*« u. s. w.; c) von der Grdf. iojD theils Bildungen, wie 
•inin, !)hin (aus töAw, bühw), theils wie *>bn, "'33?, und auch ohne anlautende 
Guttur. **$ (neben *yi 1 M. 37, 25), W ufs. w.- Patwa «4H u. s. w., mit £t#. 

■pin, P/wnd^in. 

7. Zu Paraii /— n, Segolata von Stämmen 5"S (s. §. 85, II, 11). In der 

a) ga^-Form wird das ä der contrahirten Bildung im Stat. absol. Sing, theils 
gedehnt, wie in dj (so auch im Stat. constr. ausser in der Verbindung CpÖ"d2 
Schilfmeer; sogar vor Maqqeph: nbatrtp Salzmeer), theils erhält es sich vor 
dem Dag. f. implic. kurz, z. B. hö Bissen, d* Fo&; doch haben auch diese 
Bildungen in Pausa, sowie meist nach dem Artikel Qämes (z. B. Ö5h). Im 
fitfak constr. werden ih Leben und ^ Genüge zu ^h, ^ contrahirt. Als 
iocaf iv-Form ist ITT? bergwärts 1 M. 14, 10 (s. §. 22, 1) zu merken (neben 
^Wr)* Uebrigens können Bildungen, wie Itt, möglicher Weise auch der 
Grdf. iyi entstammen, zumal sich Jer. 17, 3 auch ^'Wj findet (s. Parad. ET). 
Vor Suff, und im Plur. findet bisweilen Verdünnung des ä zu i statt, z. B. 'toB, 
O^PiB u. s. w. — Einige Nomina haben (bes. in dichterischer Bede) neben den 
contrahirten Formen auch uncontrahirte, z. B. d^JJi 1 M. 14, 6, Plur. constr. 
n 730; ^»«5 Neh. 9, 22. Rieht. 5, 14, "Vött? Neh7~9, 24 (sonst d^Ä?, *»?); 

b) qifrFormen: da, lÖK Feuer, )ft Gnade u. s. w.; c) qütl-Foxm%ii: ph, Vs 
Gesammtheit, vor Maqqeph -pH, -te, mit 5tqf. *>jsrt u. s. w., beim Ausfall des 
Dag. f. (nach §. 20, 3, b) auch SjjDH, d^fptj; bei T5 Stärke sogar W u. s. w. 
neben W. 

Der Analogie von Parad. l~—n folgen auch die Segolata mit assimilirtem 
mittlerem Nun, z. B. t)K Zorn 0*B», Dual d^B») für 'anp;/T9 Zie^c (dW) 
für 'wwr. 

2. Paradigma II umfasst alle Bildungen mit urspr. kurzen 
Vocalen sowohl in der ersten, als in der zweiten Sylbe; vergl. §. 84, 
1. 2. 12 und die allgem. Bildungsgesetze §. 92, No. 2. *\ 

Anm. 1. Zu Parad. a und b, Grdf. qätäl. Die Dehnung des ä zu ä erhält 
sich im Stat. constr. Sing, nur beir »"^-Formen, z. B. &02 EJeer, K32J. Zu den 



214 2. Hauptth. Formenlehre. 3. Cap. Das Nomen. 

Constructus-Formen S>rt Milch und "fA weiss 1 M. 49, 12 muss statt der ge- 
wöhnl. Absoluti airj, "j^J eine Nebenform ain, "j^b angenommen werden. — 
Bisweilen findet künstliche Verdoppelung des Endconsonanten statt, um den 
vorhergehenden Yocal kurz zu erhalten, z. B. ö*&aä Kameele, ö^SDp kleine, 
rYij&B Bäche, — Die Verdünnung des # der ersten Sylbe zu i unterbleibt im 
Stat. constr. Plur. bisweilen auch bei Nichtgutturalen, z. B. rVDJt Schwänze, 
nißSS Flügel von 3JJ, 6)3S. — Abnormes Aufgeben der Dehnung des ä vor be- 
tonter Endung zeigt der Dual ö^rtJ von *irjj ßftrow. 

Von V'3-Stämmen entstehen nach §. 72, 4 Bildungen, wie Dg (Part Qal), 
Ö"J äocä mit unwandelbarem QämZf. — In den 3>"3-Stämmen wird die Con- 
traction durch die Dehnung der beiden kurzen Vocale meist verhindert, daher 
z. B. bbfi, *)£9 u. s. w. Doch gehören hierher ohne Zweifel auch contrahirte 
Adjectiv- Bildungen, wie Vj niedrig, ig leicht u. s. w. (für bVn, big). Die 
Flexion derselben folgt dann natürlich dem Parad. I, /; unter dem Einfluss 
einer Guttur. entstehen Bildungen, wie 3>"n, D^"J, W (für D^yn u. s. w.). Ueber 
Irt Berg vergl. o. I, Anm. 7. 

Derselben Analogie folgen auch die wenigen Nomina von der Grdf. gtfäl, 
wie aab Herz, *DtÖ tumetum, 333 Trawftc u. s. w. Zu isiö Saar findet sich 
neben isto auch der Ätaf. constr. "ttä (indem *i2iö als 5e^oJa£-Bildung behandelt 
wurde); ebenso von 3>Vs Rippe, $hk und selbst sVä 2 Sam. 16, 13, beides 
wahrsch. alte Nebenformen (auch im Stat. absoL) zu 2&S; vergl. auch ^S und 
fais, sowie den Sta*. constr. Plur. ntebs; aucn von ^?J fremde steht 5 M. 31, 16 
der Stat, constr, • ta D3. 

2. Zu Parad, c—e, Grdf. gaft/. Auffällig ist hier die Verkürzung des e der 
zweiten Sylbe zu ä im Stat. constr. (ausser bei K"i, z. B. Kitt voll, tmh'ü; vergl. 
jedoch auch ngjj 1 M. 25, 26 von aß* .Ferae und -in« Ps. 35, 14 trauernd), 
z. B. Ißt, W|, *iön u. s. w. Parad. d weist auf die Bildungen hin, welche das 
zu erwartende tjro nach Art der hintenbetonten Segolat-Formen (s. Parad. I, 
No. 4) behandelt, resp. in eine wirkliche Segolatform umgesetzt haben; ebenso 
bilden z. B. "tta, ^ von "ttä Mauer, tpj Lende. — Im Plur, constr. hält sich 
das aus i gedehnte e bei den Verbal-Adjectiven dieser Bildung, z. B. Tjdiö, 
ifjttiü, ''bax, iStt?*; vergl. auch W^n 1 } (unter dem Schutze des Gegentons) von 
nn; Pflock. — Von 1"3- Stämmen entstehen Bildungen, wie t\q Todter (aus 
mäwtt), *iä Fremdling, TO Zeuge, mit unwandelbarem §er$, also ö^no, '»na u. s. w. 

Verwandt sind die Bildungen von der Grdf. qäfül. Letztere wird regelrecht 
zu qäföl gedehnt, z. B. b'Xfi rund, pfe* tief, tHt$ roth; dagegen kehrt vor Bil- 
dungszusätzen das kurze ü wieder, geschützt durch die künstliche Verdoppelung 
des nachfolgenden Consonanten, also d^lbs u. s. w. 

3. Zu Parad. f, Grdf. qtyäl von n"i-Stämmen. Neben H^itü findet sich noch 
die Form *iiö mit Beibehaltung des schliessenden Jod (vergl. §. 85, V, 2); 
ebenso erhält sich schließendes 1 in d*»W Elende, constr. ^153>. Der Plur. von 
rnb lautet rfrrty, constr, rvbiö (neben ^iUf). In die Kategorie dieser Formen 
gehört ohne Zweifel auch das Pluraletantum b*)?9 Antlitz, *VJD, ^3a, DD^SQ u. s. w. 

In einigen Bildungen dieser Art ist der Vocal der zweiten Sylbe bereits im 
Stat. absol. Sing, aufgegeben; so in 1* Hand (für irr»), constr. Y;, mit Suff. 
iT>, aber DtfiJ Plur. nii;, cow«^r. niY>, J9wa/ D'n;, vr*, mit £t#. w, &?VH u. s.w. ; 
ebenso ön Blut (für h^), con*fr. 05, mit Suff. "W, aber DSM (a zu ? verdünnt), 
P/tir. D^üW, •*$*. 



§. 93. Paradigmen der Masculina. 215 

3. Farad. III umfasst die Bildungen mit unwandelbarem Vocal 
in erster Sylbe, während der Vocal der zweiten Sylbe aus urspr. 
kurzem Vocal gedehnt und somit wandelbar ist. Näher sind hier- 
bei die Fälle zu unterscheiden, wo der urspr. kurze Vocal sowohl 
in als vor dem Tone gedehnt, ausserdem aber in offner Sylbe ver- 
flüchtigt wird (Parad. a, wohin jedoch auch Beispiele, wie D^ati« 
Kader, für ö^Bitf, zu rechnen sind), ferner die Fälle, wo die Ver- 
flüchtigung auch vor dem Tone eintritt (Parad. &), endlich die 
gänzliche Abwerfung der Endung bei den hierher gehörenden n'V 
Bildungen (Parad. c). 

Anm. 1. In die Kategorie von dW* (welches übrigens ans t äläm getrübt ist, 
gehören hinsichtlich der Flexion noch folgende Bildungen von den §. 84 auf- 
geführten: No. 14 iüpa, nur dass die N"b dieser Form das Qätnef in der 
Flexion behaupten, z. B. &OpD, Plur. constr. "»fcOpa; No. 15 Ijrbti Tisch (Plur. 
niarAtt*, constr. rvijnVttS), )**$, constr. )%*£, daher im Hur. ^constr. mit Suff. 
fi^ayjg 3 M. 7, 387 No. 17 ?a)5i; No. 35'srip?, ^ &&?%$ (mit Verdoppe- 
lung des Endconsonanten für D^)W?, vergl. auch D*H£, itt'n'Tg) ; §. 85, 1, No. 14 
•jrra; II, No. 14 }ya, T&O, sofern sich das ä der ersten Sylbe gegen die Begel 
auch ausserhalb des Vortons behauptet, z. B. *>W», ^3ftD; III, No. 14 Ütt$TO u. s.w.; 

No. 27 stbin. 

T 

2. (Parad. b.) Statt der Verkürzung des e zu dem urspr. i in Formen, wie 
dDa^k findet sich häufiger die Verkürzung zu 2, z. B. SftSP dein ScJwpfer, bei 
schliessender Gutturalis theils Formen, wie *pitti, theils wie rjj^SL — Nach 
derselben Analogie werden fiectirt: §. 84, 1, No. 3; No. 9 •)$& u. s. w. (doch mit 

Ausnahmen, wie ÖIÄÖ, Ö^SDi No - 3ö §?$*; m > N <>« 14? ^giö? ^ No - 2 
tt&iQ; doch finden sich auch hier Ausnahmen, wie &*4ft|?tt Fs- 26, 12. 

3. (Parad. c, Part. Qal der Verba h"i, verschieden von Parad. II, ^ durch 
die Unwandelbarkeit des Vocals der ersten Sylbe.) Hierher gehören der Bil- 
dung nach von den rt"b- Formen §. 85, V, No. 4 und 14. — In einigen Fällen 
ist vor consonantisch anlautendem Suff, das urspr. äj der Endung zu 2 con- 
trahirt, und es entstehen so scheinbar Bildungen mit Pluralsuffixen; so 
Ö, T*^E ihr Aussehen Dan. 1, 15. 1 M. 41, 21 (dagegen sind die früher hier 
aufgezählten Beispiele aus Jes. 14, 11. 30, 23. 1 M. 47, 17. 1 Sam. 19, 4 wirk- 
liche Plurale). Vor der Pluralendung ist die urspr. Endung aj wieder hervor- 
getreten in D^rro» Jes. 25, 6 (Part Pu. von nrra). 

4. Parad. IV umfasst die Formen mit wandelbarem (a, V) oder 
bereits verflüchtigtem Vocal (c) in erster, unwandelbarem Vocal 
in zweiter Sylbe. An Parad. c schliessen sich auch alle die Bil- 
dungen an, welche in beiden Sylben unwandelbare Vocale haben 
und daher (wie aro) irgendwelchen Flexionsveränderungen nicht 
unterliegen können. 

Anm. 1. Der Analogie von ^pö (Grdf. päqtd) folgen: §. 84, I, No. 3 
Vha u. s. w. (mit 0, nicht wandelbarem o für ü) ; in Subst, wie Difcltf, ist dieses 
3 aus ä getrübt (arab. sätäm); No. 5 "tob«, *V>Ö$ u. s. w.; n, No. 15 yh3t, constr. 



216 2. Hauptth. Formenlehre. 3. Gap. Bas Nomen. 

yhst ; rv, No. 35 ttho^n constr. tfn?Vrj; §. 85, IV, No. H öipfc u. s. w. ; V, No. 15 
•j'hifs, constr. fhte. 

2. '»Sg (Grdf. *#w$, St. M35) repräsentirt solche Bildungen, in welchen 
schliessendes Jod in $ aufgelöst ist; vor Bildungszusätzen wird das Jdd unter 
dem Schutze eines Dag. f. wiederum fester Consonant, während der (urspr. 
kurze) Vocal der ersten Sylbe verflüchtigt wird; vergl. §. 85, V, No. 5 ^JM, 
Phr. ff«|?p. . v 

3. 3TO mit unwandelbarem a in zweiter Sylbe, während das S e wä ans einem 
kurzen Vocal verflüchtigt ist (arab. kitäb); Stat. constr. "ans Esth. 4, 8 (Les- 
arten, wie 1!g\ Esth. 1, 4, SU13 4, 8. 2 Chr. 35, 4 sind einfach fehlerhaft). Im 
engern Sinn gehören hierher die §. 84, II, No. 13 aufgezählten Bildungen; im 
weiteren alle diejenigen, welche durchweg unwandelbare Vocale haben, also 
§. 84, 1, No. 6 (büp, vergl. jedoch die daselbst erwähnten Abnormitäten), No. 7. 8, 
zum Theil II, No. 15 und m, No. 23; IV, No. 26. 27. 32. 33; §. 85, IV, 27. 31; 
V, 27. — Im Gegensatz zu den abnormen Verkürzungen der Form bö£ (s. o.) 
finden sich anderwärts Fälle, wo sich Vortonvocale auch in drittletzter Sylbe 
(im Gegenton) behaupten; vergl. o. No. 2, Anm. 2 und No. 3, Anm. 3, sowie 
von der Form V*ö£ (eig. qäfU) die Beispiele Ö^b^Ö, tf^Ö, ö^V^» während 
der Stat . constr. Sing, das ä regelrecht zu ö^TO und 'p*^ verflüchtigt. (Damit 
sind nicht zu verwechseln Formen, wie 'p'tf Tyrann, für Y**9, also mit un- 
wandelbarem QämZf.) Von der Form i*Djj (qfyül) gehört hierher 2FQtt3 Woche, 
Plur. DW$ und Wöölö, constr. rYttfttf , aber beim Metkfy des Gegentones in 
fünftletzter Sylbe: DWtaÖ. 



§.94. 

Die Bildung der Feminina. 

1. Die Anhängung der Femininendung n— an die in §. 93 be- 
handelten Ma8Culinformen bewirkt fast überall dieselben Verände- 
rungen, welche bei den Masculinis durch die Anhängung eines 
leichten Suffixes hervorgerufen werden, da in beiden Fällen der 
Ton um eine Stelle weiter nach hinten gerückt wird (s. §. 92, 2). 
Der folgenden Uebersicht liegt dieselbe Eintheilung in IV Classen 
mit ihren Unterabtheilungen zu Grunde, wie in §. 93 ; einzelne be- 
sondere Bildungen werden in §. 95 im Anschluss an die Paradigmen 
der Feminina behandelt werden. 

Parad. I (Segolatformen, überall mit Anhängung der Feminin- 
endung an die Grundform) a) nsbtt Königin, nto§ und mit Ver- 
dünnung des ä zu l ntel? Lamm, njjTH Stärke (wenn nicht zu 
Parad. b gehörig); V) nnnp Hülle (masc. "iriö), nicht zu verwechseln 
mit den durch *apraef. entstehenden unwandelbaren Bildungen von 
n'VStämmen, wie ntpü Befehl, Plur. rftpj; njTO Anmuth, Wollust 
(V$); c ) n $* Nom.pr. (nbh Maulwurf), nblM* Speise (bD»); d) rrm 



§. 94. Die Bildung der Feminina. 217 

Mädchen (n?5); f) ntfaa Unkraut, rnrm Reinheit (VJÜ); g) nbl? 
Unrecht (neben nbV Parad. i); h) TVPS Wildpret (contr. aus TS, 
also eig. Parad. t);t) wa Einsicht, ntPiO Windsbraut; k) rrt* JRpä- 
schtvanz (wie von '»bat), n^atp (a zu * verdünnt) Gefangenschaft C*ati), 
rnib ifranz (wahrsch. urspr. #*{7-Form); t) um Leben, mn Mass 
(verdünnt aus iTTü); m) STET Plan; n) n^n ffesete (ph). 

Parad. II (Grdf. #a{0/0f u. s. w.) a) Http} ItacÄe (Dpj), &) T\W& 
Erde; c) fibaa Leichnam; e) T\&9 languida; f) nöj pulchra, HSp -Ewtfe 
(von nöj, tt*J?)- Von Stämmen ?"* entstehen so a) rtan »w/ta, bei 
mittlerer Gutt. itn w«/«; von i'$: rnj peregrina; c) nn? (Grdf. 
*äwid) Zeugin, von Stämmen med. o naitt &0/ia. Von der Grundf. 
qä\ül tvgtif profunda (masc. pto?), TVp9 Knechtschaft u. s. w. 

Parad. III (unwandelbarer Vocal in erster, wandelbarer in 
zweiter Sylbe: b) rViV» Gebär erin, aber auch mit Verflüchtigung 
des e (urspr. %) natF wohnend, Nah. 3, 8; meist wird jedoch in 
diesen Participial -Formen das Femin. durch rn- bezeichnet (s. u. 
No. 2); c) nbiä auswandernde Schaar {masc. nWä), aber auch mit 
Beibehaltung des schliessenden Jod njaila weinend Klag. 1, 16. 

Parad« IV (urspr. wandelbarer Vocal in erster, unwandelbarer 
in zweiter Sylbe: 0) fibhä magna, n*T»pn Storch, eig. jpta; nbVü 
Jungfrau, eig. sejuncta; V) TPjtt misera. 

2. Die Femininendung Jn wird (ausser vor Suffixen) nur sehr 
selten in dieser ihrer ursprünglichen Gestalt an das Nomen ange- 
fügt; doch vergl. Formen, wie rv»aa Weinen {masc. iaa §. 93, I, k) 
ttna Bund; ferner die Participia fem. der tf"b, wie tWl\ fiÄSb, ob- 
schon auch diese Formen erst aus fitfi^ u. s. w. contrahirt sein 
mögen, daher sich z. B. auch fifctifto findet, nach Art von Segolat- 
formen, wie n$a (§. 93, Parad. I, 4, b); vergl. §. 74, Anm. 3. Ausser- 
dem findet sich mit blossem t\ nur 'ja Mb* (Stat. constr.) IM. 16, 11. 
Eicht. 13, 5. 7 für rv* (1 M. 17, 19.' Jes. 7, 14). 

In der Regel werden die Formen, welche durch das Hinzutreten 
des M fem. an die Grundform des Nomen entstehen, ganz nach Art 
der männlichen Segolatformen entwickelt. So entsteht in I, a) aus 
pnaä (masc. naa — "Da §. 93, I, 4, a) die Form rnaä Herrin; aus 
rpbtt (Sbfc = &btt) rolJfc Königin; Parad. II, a): ÜT> levir, fem. «ep 
(aus niaa^) ; c) *\1b Mauer, tTftZ (aus rn^ä, so dass also die gewöhnl. 
Form Stat. constr. masc. 'jpT zu Grunde liegt; vergl. dagegen tWtin 
als Stat. constr. von rnBtWi, mit Dehnung des urspr. i von fitDEn); 
von Bildungen mit wandelbarem ö in zweiter Sylbe gehört hierher 

rroha Erz (aus ntfrtt) ; Parad. hl a) mann (aus nfcrti) wasc. örvin 



218 2. Hauptth. Formenlehre. 3. Cap. Das Nomen. 

Siegel; b) flgst* (eig. saugend) Sprössling, und so meist die Feminina 
des Partie, bttp, nur dass auch hier die Grundform ttbttp (Pip?i\ 
Pnb\ s. o.) vorausgesetzt werden muss; regelmässig kehrt diese 
Grundform wieder vor Suffixen und unter dem Einfluss einer Gutt., 
z. B. in?^, fem. zu TT wissend; in weiterem Sinne gehört hierher 
auch rÄib* Schädel, s. §. 95; Parad. IV, c) nahp Schrift, getrübt 
aus frihäi, §. 93, Parad. IV, c. 

Ueber die Endungen m und tt*— s. §. 84, No. 16 und §. 95 a. E. 



§. 95. 
Paradigmen der Feminina. 

Nach den §. 92, 2. 3 dargestellten allgemeinen Bildungsgesetzen 
kommen auch für die Flexion der Feminina hauptsächlich folgende 
Fälle in Betracht 1) dass ein tongedehnter Vocal beim Weichen 
des Tones in die ursprüngliche Kürze zurückfällt (so wird das ä 
der Endung jv— in der Endung des Stat. constr. tv- wiederum 
zu a); dagegen behauptet sich vor der Endung n— auch ein urspr. 
kurzer Vocal als (langer) Vorton-Vocal, z. B. iip 1 !?; V) dass ausser- 
halb des Tones oder Vortones jeder urspr. kurze Vocal zu S'wd 
verflüchtigt wird; dagegen kehrt vor einem so verflüchtigten: Vocal 
ein bis dahin gleichfalls verflüchtigtes ä der ersten Sylbe wieder, 
wenn auch meist in der Verdünnung zu t, z. B. Jng^S aus fädäqät; 
3) dass im Plur. der Feminina von Segolatformen vor der Endung 
D^— , sowie vor den leichten Suffixen wiederum ein Vorton-Qäme$ 
eingeschoben wird, unter Verflüchtigung des kurzen Vocals der 
ersten Sylbe; dagegen kehrt der letztere wieder im Stat constr. , 
sowie vor schweren Suffixen. 

In den folgenden Paradigmen sind von den §. 94 behandelten 
Bildungen (ausser I, d) nur solche berücksichtigt, bei welchen 
irgendwelche Vocalveränderungen in Betracht kommen. Alle Bil- 
dungen mit unwandelbaren Vocalen folgen der Analogie von 
Parad. I, d. 



§. 95. Paradigmen der Feminina. 



219 



I. 







a. b. 


c. 


d. 


e. 


Sing, absolut. 




e % - tjv 


nsnn 

T S T 


n^n 


rnaa 

V V t 






(Königin) (Schmach) 


(Wüste) 


(Gesetz) 


(Herrin) 


— constr. 




- t - -sv 


n:nn 

- » T 


npn 


• ■ • 


— mit leicht. , 


Suff. 


• * • aa •«»••• 


• T S T 


ingn 


• : • : 


— mit schwer 


. Suff. 


v s - : - v:-:v 


Mnsnn 

• • • ■ 


tongn 


tomaa 

v : » • : 


Plur. absolut. 




T t 


rria*in 

T TS 


nipn 




— construct. 




• s * 


rvhnn 

S T 


nipn 




— mit Suff. 




s - - : v 


: t 


^rripn 




Dual, absolut. 




t*fi*p^ 

• - T Fi • 

(doppelt Bunt- 
gewirktes) 




™ \ 


• - t • S 

(Cymbeln) 



II. 



III. 



a. b. c. 

Sing, absolut. ^#7* ^U?? *"titf 

(Gerechtigkeit) (Geschrei) (Jahr) 

— construct. npnx np?J f)?» 

— mit leicht Suff. T'JjS? T!j??jj ^J^ 

— mit schwer. Suff. DDtipns DDnpSJ D ?03^ 
/Ywr. absolut. frip7? rfoflj 

— construct. fiip^* Wbti 

2)w#/. absolut. D^höTD 

(Lippen) 

— construct. TiBto 



a. 



(Sprössling) 

v ♦ : f: - 

nipfp 
^rnpi+i 



b. 
(Schädel) 

Daababii 

• • • * • \ 

rribaba 
^nibabii 

(Fesseln) 



Anmerkungen. 

Anm. l. Farad. I (Feminina von Segolatformen) a) die .Locaftv-Form 
dieser Bildung lautet wie fitjJaa nach Gib'ä (masc. SSä); in einigen Fällen, 
bes. bei anlautender Gutt., ist nicht zu unterscheiden, ob die betreffende Bil- 
dung zur qtyl- oder zur gtj^-Form zu ziehen sei, z. B. «"iptH Stärke (vergl. 
MD^n unter b). Ein Dual dieser Bildung liegt vor in D'TOntö siebenmal (vergl. 
9312? sieben , fem.). Analog den Masculinformen, wie tth* (§. 93, J, Anm. 4) 
findet sich tl&ti Myrthe. — Von Masculinis nach der Form *^B (n"b , vergl. 
§. 93, I, k) entstehen theils Feminina, wie rm*, MjVlÖ, rrbx (s. o. §. 94, 1, I, Ä), 
theils solche, wie rPDSl (§. 94, 2); dabei ist bisweilen das schliessende n vor 



220 2. Hauptth. Formenlehre. 2. Cap. Das Nomen. 

der Pluralendung beibehalten, als ob es zum Stamme gehörte, z. B. rVir^ST] 
Lanzen. Bildungen, wie rwa, vergl. rtjMjj als gd^Z-Form, sind direct von den 
Masculinis ina Böcklein, •*?£ Schiff abgeleitet. — b) von einem Stamm )"$ ge- 
hört hierher man Weizen (für fittpn), Flur. ö^tart; nach Analogie von 'wa 
(§. 93, 1, Anm. 4, b) ist gebildet hrfna Teich (mit unwandelb. $er$) und hi&WÖ 
Pttfe, mit £«# **$$$, aber auch'%tf (= ihb$g) ffi - 6 > 8. Ps. 106, 15 (über 
HS3 u. s. w. vergl. u. lit. e); — c) von IiVtS TbrAattf lautet der Flur. absol. 
rnVjP (vergl. trkSto §. 93, Parad. I, f), constr. nü'TJ. — d) Beispiel einer weibl. 
Segolatform von einem Stamm 3>"S (Grdf. qityl f wie hjfl von der F. qäfl, JW 
von der F. qtyl)', mit 9 für ü findet sich «arj Schrecken Jes. 19, 17 (aram. 
Orthogr. für nan). — e) Segolatformen mit n fem. In dem Farad, nnaj (s. 
§. 94, 2 unter I, a) ist vor den Singularsuffixen das ä der Grundf. PH5? zu * 
verdünnt. Der P/wro/ würde lauten tYhaa. — In dieselbe Kategorie gehören 
die Infinitive der *\ u t und ) u t, welche den schwachen Buchstaben vorn abge- 
worfen haben, wie rOtt) (von 31ÖJ), W (von S^J), WÖa (von tt$3$), sowie WTß 
(von ngb) ; vergl. §. 69, Anm. 4, und §. 66. Die Infinitive der 1"& finden sich 
jedoch auch in der Form Wn, TVii, fi&CI, und ebendahin gehört auch JTW 
Versammlung (von ^), hSS Roth (von p?;), hJTÖ Schlaf (von f&;), constr. 
ni%> ^TÖ, während in den Constructus-Formen W?t Schtoeiss 1 M. 3, 19 (von 
3>t; rinnen) und n*ö6 Auswurf Ez. 4, 12 das ^e>2 fest geblieben ist. — Als 
9#£/-Form von einem Stamme 1*9 nach Analogie von ttfetä (§. 93, 1, Anm. 4, c) 
ist ohne Zweifel WÖa Schande zu betrachten (von ttftä «icÄ schämen). — Von 
einem Stamme fi"b (*"&;[) ist nach Abwerfung des schliessenden Jod das mose. 
b* und weiter das /fern. nVn 2%flr gebildet; im P?t*r. rvinVn, constr. rYir&r ist 
jedoch das n der Endung beibehalten (s. o. lit. a rYirVdTj). Aehnlich ist ent- 
standen ngü Tränkrinne (von fipö), wozu das Mose, ptö = ''pttJ lauten müsste; 
dagegen kann der P/t*r. constr. rvinjJttJ 1 M. 30, 38 (wiederum mit Beibehaltung 
des T\ fem. als eines scheinbaren Stammconsonanten) nur auf eine verwandte 
Bildung (fi|5tt$ oder r\£tt5) zurückgeführt werden. 

2. Farad. TL (Grdf. qfyälät u. s. w., vergl. §. 94, 1, Farad. II) a u. 6). Analog 
den Masculinformen, wie "jag, P/ttr. d^SOp, findet sich hier hjDjs parva u. s. w. — 
Die Constr.-Formen, wie ftgtl(fid e qäth) unterscheiden sich durch das lautbare 
S e wä von den Segolatformen, wie Xni^üd (Jcib-säth). Abnorm ist somit der Stat. 
constr. re*ia (zu FO'J? Segen) und vielleicht vielmehr zu einem ungebr. Abso- 
lutus MS*ja zu ziehen. — Unter dem Einfluss einer Gutt. (s. Parad. b) kehrt 
im Stat. constr. in der ersten Sylbe das urspr. ä wieder (vergl. auch rra 1 !^ 
Erde, t"ra*T$); anderwärts erfolgt die Umlautung desselben zu S e g$l, z. B. hba* 
Wagen, l'nba*. Nicht selten wird zu einem Stat. absol. auf h— der Stat. 
constr. mit der Endung h gebildet, z. B. rno$J .Krone, constr. rVTOSJ (aus PPö5); 
neben JTTSB} Versammlung findet sich schon im fö. o5«oZ. gewöhnlich rYj2DJ; 
.ngy; (voiTm? /evir) bildet vor Suff. *m2} fällt also mit rYnaa (Parad/l e) 
völlig zusammen. Von einem Stamme f'i (yo^) ist gebildet trog Treue (für 
frte&^'amant), vor /Styf. ■»&«« u. s. w. — Von der Masc-Form bog (qäfU) 
entsteht regelrecht fHia Mauer, h^Sp Leichnam, constr. r&S5, fnjrja TieA, 
c?onsff\ hgna (für nana). Häufiger wird jedoch vor der Endung at des Stat. 
constr. das e der zweiten Sylbe festgehalten; so von hisp einmal ^iaa Jes. 
26, 19, und stets r&ta 2fcm&, n«OD unrein, *Tyäm voÄ Jes. 1, 21 (mit*! com- 
paginis, s. §. 90, 3. — Als DuaJ findet sich D^'V? Setfen (vergl. iro'n? 1 M. 



§• 95. Paradigmen der Feminina. 221 

40, 13, von dem ungebr. nsy; als Fem. zu TpJ); Stat. constr. *rtiT£, also auf 
eine Segolatform (W, vergl. ^^ als Stat. constr. von Sp;) zurückzuführen. — 
Die Bildungen mit blossem T\ fem. gehen nicht auf die Grundform qäßl, sondern 
auf die gewöhnl. Form des Stat. constr. zurück (s. §. 93, Parad. II, c *)£t von 
IDT); so lautet zu "DR Genosse das ^em. man, zu "Hä neben rfftü auch 
n'Tia. — Die Feminina der Form qäfäl von Stämmen V$, wie JTJJ, »TJT haben 
unwandelbares a in erster Sylbe, also FHJ, JFYur. constr. rvh$, Duo/ ö^TO 1 } 
Doppelhöhe, Von haa IZoAe (Stamm tta, daher mit unwandelb. # in erster 
Sylbe) findet sich im Äta£. constr. Flur, die pleonastische Form ^niaa oder 
defect. TMa^ (s. §. 87, Anm. 1); öle Masora fordert dafür überall Wa, welches 
bätn°the (nicht bömPthö) zu lesen ist, mit abnormer Verflüchtigung des d zu 
( Tt ); vor 5tqf. dagegen ^nitta u. s. w. — Neben den Formen mit der Endung 
fi— finden sich jedoch auch solche mit T\; so entstehen unter Verkürzung des 
ä zu ä Segolatformen, wie tsni (Maso. hj) £uAe 9 WjqJ Grude, von TO und mö. — 
Die Feminina der Form qäfäl von Stämmen 9*9, wie nyi, sowie die der Form 
qäßl von 1"$, wie nno mortoa, ms Zeugin (von an'n, Wo, TO) haben gleichfalls 
unwandelbare Vocale in erster Sylbe. Die Feminina der Form qäfül, wie «Tjy$? 
(masc. pü$) behaupten in allen Fällen das urspr. ü durch die Verdoppelung 
des nachfolgenden Oonsonanten; dagegen entstehen durch Anhängung des n 
fem. Segolatformen, wie rfltfna, vor Suff. WÜrrs u. s. w., Dual ö'p^nj (im 
Parad. zu m c gezogen); vergl. jedoch "*Wtt5rip Klagel. 3, 7. 

Von n^b-Stämmen (Parad. II (?) finden sich einige Feminina mit der Endung 
äth, entstanden durch Ausstossung des schliessenden Wäw oder Jod und Con- 
traction des vorhergehenden ä mit dem ä der Endung äth; so T\!fö Antheü (für 
mänäjäth oder mänäväth), T^Ende, Hur. rvh» (Stat. constr. Neh. 12, 47. 13, 
10) und niKjo (12, 44); rvfcp 2 M. 38, 5. — ni« Zeichen (St. m«) ist getrübt 
aus f\M und dieses aus 'äjät=='äv%jät contrahirt. 

3. Parad. HI, vergl. die Aufzählung der verschiedenen Bildungen §. 94, 
No. 1, Parad. m, und No. 2. Abnorm ist der Dual ö^rvha'iH Doppelmauern, 
direct vom Plur. niairt für G^ngirt. — In weiterem Sinne gehören hierher 
die Feminina der Form bag (§. 84, No. 6), soweit dieselben das ä der zweiten 
Sylbe vor der Endung n verkürzen, z. B. ngjfa brennendes Fieber (aus daUäqt), 
r^io Siegelring; ferner der Form büp (§. 84, No. 9), wie rAjat Thorheit (f. 
'iwätt) und aller der Formen, welche bei wandelb. Vocal in zweiter Sylbe mit 
a praef gebildet sind (§. 84, No. 14), z. B. ttaiaig Königreich, constr. fobaa, 
mata Wmzfcrmmer, c. m£tB; rhStaü ZoAn, vor Suff, '»rraiöö; vergl. auch 
die §. 85, HI aufgeführten Bildungen, wie rVjVia öeft«»^ (von K"i> dagegen 
rttjxi» Ausgang), rYiVin Geschlecht, hasin Greuel, constr. nasitt, u. s. w. Bis- 
weilen geht der Plural solcher Bildungen auf eine Nebenform zurück, z. B. 
ntthrra Pflugschaar, Plur. M'tthrro (wie von rn^n?), rntntfg Astarte, Plur. 
mSijü? (mit Aufhebung der Trübung des äzu ö); dagegen sind rVhna Knäufe 
und rYirtSifi jß%en regelrechte Plurale zu rnrp und Miai'tn. — In njfcö JBocÄr 
hat sich urspr. t* der ersten Sylbe durch Verdoppelung des nachfolgenden 
Oonsonanten behauptet (vergl. arab. qütün), vor Suff. "»PiJJJÄ, Stat.constr. jedoch 
Wh» (wie schon im Stat. absol 2 M. 28, 39)» Plur. nur© und c. hiana. — Die 
Parad. m 5 aufgeführte Form rfji&ä ist eine PülpiU- Form des Stammes ibä 
vergl. np^D §. 85, H. 
4. In die vierte Classe, für welche es eines Paradigma nicht bedurfte, ge- 



222 2. Hauptth. Formenlehre. 3. Oap. Das Nomen. 

hören alle die zahlreichen Bildungen, welche gegenwärtig durchaus unwandel* 
. bare Yocale haben, nachdem der urspr. kurze Yocal der ersten Sylbe beim 
Fortrücken des Tones zu S e wä verflüchtigt ist (vergl. jedoch rfTiaa Jer. 3, 7. 
10, mit abnormer Beibehaltung des ä, obwohl dasselbe erst aus ä gedehnt ist). 
Von den §. 84 und 85 aufgezählten Formen gehören hierher besonders die 
Bildungen von 9"9-Stämmen, wie hia» Rolle, hintn Lob, hiön Gebet (§. 85, II), 
sowie die Feminina der Participia Hiph. n"*, z. B. rrrw» erleuchtend (von "Wo), 
sowie überhaupt die Feminina von 1"$-Stämmen, welche mit üpraef. zusammen- 
gesetzt sind, wie FOTOS Ruhe (von nid»), s. §. 85, IV, 14. Alle diese Bildungen 
fallen somit äusserlich mit denjenigen zusammen, welche schon in der.Mas- 
culinform durchaus unwandelbare Yocale haben (s. die Aufzählung derselben 
§. 93, Parad. IV, 3). 

5. Die Femininendung rv— beruht (abgesehen von rt"i-Formen, wie 1^33, 
§. 94, 2) auf der Anhängung des ft fem. an die zur Bildung vor Adjectivis u. s. w. 
verwendete Endung 1-7-, s. §. 86, 2, 5 und 6. Die ebendaselbst und §. 84, No. 
16 erwähnte Endung rfl tritt bei Segolatformen theils an die Grundform, wie 
rviFRD? Hi. 12, 5, theils an Formen mit lose geschlossener Sylbe, wie rVöba 
Königthum; von h^b-Stämmen entstehen theils Bildungen, wie rVQtö Gefangen- 
schaft, theils solche wie rVD$ Weinen; die letzteren behalten das ä der ersten 
Sylbe auch im Stat. constr. und vor Suff. bei. Von einer g#£t/-Eorm ist ge- 
bildet rfl^HS Schwierigkeit, von einer qäftl-Torm rVHpö u. ^. w. — Im Plural 
dieser Bildungen lässt sich eine verschiedene Behandlungsweise unterscheiden. 
Theils wird die ganze Endung Hl wie zum Stamme gehörig beibehalten (vergl. 
o. Anm. 1), z. B. tf£AttA$ von rVft&bfet, theils erscheint dieselbe aufgelöst, wie 
in ni*ai» Dan. 8, 22 (ohne Zweifel für maUeuwoth), sowie in rYh? (ed e woth, 
von nw Zeugniss, jedoch nur in Verbindung mit Suff. ^fWTfl u. s. w. 



§. 96. 

Nomina von eigenthümliclier Bildung. 

In dem unten folgenden alphabetischen Verzeichniss sind eine 
Anzahl vielgebrauchter Nomina zusammengestellt, deren Flexion 
mehr oder weniger auffallende Eigentümlichkeiten darbietet. 
Doch ordnen sich die letzteren fast durchweg den sonst geltenden 
Lautgesetzen unter und die übliche Bezeichnung dieser Nomina 
als unregelmässiger ist daher unberechtigt, sobald nur die Grund- 
formen, auf denen die jetzigen Bildungen beruhen, richtig beurtheilt 
werden. 

a$ (Vater für FDK von rtn&fc, d. i. wahrsch. erzeugen, also SM eig. Erzeuger), 
constr. iagj, mit Suffixen •»alj {mein V.), tpn», "P^ und imaj, fi^K, Plur. 
rYDM (§. 87, 4), constr. nis«. Die Femin.-Endung des Plural deutet ohne Zweifel 
auf ein urpr. Abstractum zur Bezeichnung der Würde (vergl. §• 108, 2, &)• 

MK Bruder (für hnat von nr\&), constr. ^h», mit Suff. Vfk (mein B.), ?pnK, 
D^n», Plur. constr. t vy^, ö WJS*. Der Plur. absol. lautet ö^n$ mit Däg. f. 
implicitum (§. 22, 1), mit Suff. ^TW, *prw$, rrr» tu s. w. Für ■pn« steht jedoch 



§. 96. Nomina von eigenthümlicher Bildung.. 223 

stets Vft&t (nach dem Lautgesetz §. 27, Anm. 2, 6), und so* auch iftfct in Pausa 
für ^na. Die Verdoppelung des n deutet keineswegs auf einen andern Stamm 
(RITO), sondern dient nur als ein künstliches Mittel, um das vorhergehende 
Päthäch kurz zu erhalten, wie in d^a u. s. w. (§. 93, Farad, n, a). 

in« einer (für nng, ebenfalls mit Dag. f. implicitum §. 22, 1, vgl. §. 27, 
Anm. 2, 5), constr. und sonst in enger Verbindung Tng, Fem. nn« (f. PTirjK= 
rvifjM, nach §. 19, 2) eine, in Pausa nnat Einmal in möge, (per aphaeresin 
§. 19, 3) Ez. 33, 30, wie im Aram.; Plur. d^TTttt einige, aber auch ttdem. 

M'ntj Schwester (aus 'ächäwät oder ächäjät, mit Elision des 1 oder * und 
Trübung des aus #a entstandenen d zu o), constr. nin«, mit 5n^f. ^niHK u. s. w., 
doch 4 M. 6, 7 l'nhg (mit Da^. f. itnplic. in n). Der Plur. absol. (npn&t) 
kommt zufallig nicht vor, dagegen findet sich der constr. mit Suff, in WTfK 
u. s. w. (Ez. 16, 52 Tpnq£ für TprpnK). Auf einen Singular MTW (mit abge- 
worfenem dritten Gonsonanten) gehen zurück die Formen TYir&t Jos. 2, 13 
K e th., ^nin« Ez. 16, 51. 55. 61, DDWn» Hos. 2, 3. 

ttPK Mann, entweder incorrecte Dehnung für 12$$ (aus 't££, mit Assimilation 
des Nun der Grdf. 'in8 vom Stamme ttJafcJ, welche wiederum aus 'ans* ver- 
dünnt ist), oder direct aus 'ins* erweicht; Plur. regelrecht D^M Männer (von 
TBaSt), conafr. ^Jg; jedoch Jes. 53, 3. Ps. 141, 4. Spr. 8, 3 **&*. Vgl. rrtgK. 

n^H Magd, mit &u/^. SpTOK, P/wr. nitro«, constr. ni'rnjK, mit consonant. 
n. Vgl. im Aram. iria» Väter u. ähnl., auch arab. *abahät Väter, 'ummahat 
Mütter. 

rnjtt TFetö (für ntia», /fem. von ltfa&, s. ttn«), cowdr. ntt& (für *itt mit n /emtn. 
von '*££ nach Aufhebung der Verdoppelung und Dehnung des * zu e, vergl. 
niöan als constr. von TV&otn fünf; doch wäre auch direkte Ableitung von Uta 
mit Beducirung des t zu e möglich); mit ÄK/f. *ttä», *$$& P/ur. d'ntf: (|>er 
aphaeresin aus d^J«), nur Ez. 23, 44 ntö«; consfr. ''»ltfa, mit Suff. 'mtfa, diyntfa. 

n^ä IZatw, constr. n^a, P/ur. d*nna bättun, oder vielmehr taflm, denn das 
Dag. f. (nach feststehendem MUKZg) dient nur der Unterscheidung von ti^n^ 
übernachtende (Part. Qal von rVia) ; die früher übliche Lesung böttim ist da- 
her völlig unberechtigt, vergl. Gesen. W.-B. 8. Aufl. unter n^a. Zu den dort 
angeführten Gründen kommt noch das Zeugniss der babylon. Vocalisation, 
welche über die Lesung bätim keinen Zweifel lässt. — St constr. ^na, mit 

Suff, dmna. 

" V •• IT 

•ja Sohn (aus Wn,; für &#*$; = naa von nja bauen), constr. gewöhnlich ""ja, 
selten m % einmal ^ (nach §. 90, 3, d) 1 M. 49, 11 und fta (§. 90, 3, b) 4 M. 

23, 18. 24, 3. 15. Mit Suff, r^, ?j:a. Plur. d^ia, conrfr. ^a, mit Suff, ^a, 

*paa, ornaa. 

na Tochter (aus Pipa=naa /etw. von "ja, vgl. §. 19, 2), mit Suff, ^a für ^33= 

*n a). P/wr. niaa (wie d^aaÄ'öAne, vom Sing. na$), eow«<r. rrtaa. 

Dn Schwiegervater, mit #w/f. tpan, und nfon Schwiegermutter, mit Äi/f. 

Fnton. Vgl. aa, na und nin«. 

di 1 » Ta^ (arab. jaum), Du. dW, aber P/wr. d^a; (ausd^tfn mit Elision des 
Waw), constr. ^ und ni» 1 ; (5 M. 32, 7. Ps. 90, 15)* 

^3 Gefä88, von fAi, fassen, Plur. d^ia (wie von ia, nba), constr. ^S, mit 
Su/fl ;4a, ds*s. 

D'jq Plur., Gewässer, Wasser (vgl. §. 88, 1, Anm. 2), constr. *»», aber auch 
reduplicirt *a^, mit Suff. V&n, dn^a. 



224 2. Hauptth. Formenlehre« 3. Gap. Das Nomen. 

*TO Stadt, Hur. ö*^, constr. i'iöj, entw. syncopirt ans ö^3J, wie Bicht. 
10, 4 vocali8irt ist, oder von einem verwandten Sing, ^S, welcher noch in 
Nomm. propr. vorkommt. 

hö Mund, nach Oesen. für riKö, vom Stw. n«ö hauchen; näher liegt jedoch 
die Zurückführung auf urspr. *^B (Olsh.) für rPB von einem Stamm HJS oder 
nj$. In diesem Falle wäre der constr. *»D aus phot oder p 6 j$ (mit CÄIr^g com- 
pag.) contrahirt, vergl. 'OK von n« f. rtM}; mit Suff. *B (mein M.) für püj, 
*ptt, «imb oder Y*ö, rp&, tä^Ö, ayi; P/wr. d^Q 1 Sam. 13, 21 (=G ,, *a) und 
rYi*ö Spr. 5, 4. 

«Sah Äzupf (getrübt aus ttfo^ttfot 1 ); ^«*r. fc^ao (für DTI^ §. 23, 2), constr. 
iqJK} mit #!# Wg^n u. s. w. T , nur Jes. 15, 2 li$K 

ö'TDttf Flur. Himmel (§. 88, 1, Anm. 2), constr. *at$. 



§. 97. 

Zahlwörter, a) Cardinalia. 

1. Die Cardinalzahlen von 2 — 10 sind im Hebräischen Sub- 
stantiva mit abstracter Bedeutung, wie trias, decas, 7cevxdc, und 
werden daher ursprünglich im Stat. constr. an das gezählte Wort 
angelehnt, z. B. twa twbw trias filiorum. Daneben war jedoch früh- 
zeitig auch die appositioneile Stellung im Gebrauch, z. B. titibiq 
D^a, trias, sc. filii, und aus dieser entwickelte sich die Auffassung 
der Zahlabstracta als (nachgestellter) Adjectiva, s. §. 120. (^r«* 
einer, Fem. fifia, 8. §. 96, geben sich schon durch die Form als 
Adjectiva zu erkennen, obwohl auch hier Verbindungen möglich 
sind, wie Ö'HttSi Ifitf unus e montibus). Der appositionelle und 
schliesslich adjectivische Gebrauch hatte zur Folge, dass für die 
mit Femininis verbundenen Zahlen eine besondere (kürzere) Form in 
Gebrauch kam, während die ursprünglichen Bildungen mit der ab- 
stracten Femininendung der Verbindung mit Masculinis dienten. 
Auf diese Weise entstand bei den Zahlen von 3 — 10 der Schein, 
als ob die Masculinform des Zahlworts mit dem weiblichen, die 
Femininform mit dem männlichen Substantiv verbunden würde. 
Zum Ausdruck der Zweiheit dienen naturgemäss Dualformen mit 
der üblichen Unterscheidung des Geschlechts. Darnach lauten die 
Zahlen von 1 — 10 folgendermaassen: 



/ 



§.97. Zahlwörter, a) Cardinalia. 



225 



In Yerbindung mit dem Mose. 




Absol. 


Constr. 


1. 


T t 


nn« 


2. 


Diö 


^tt 


3. 


ttfihio 

T t 


••• : 


4. • 


tt:- 


^?3"!» 


5. 


t • -: 


MI 


6. 


t\1010 

T • 




7. 


TS* 




8. 


t : 


wb«j 


9. 






10. 


mto* 


mw 



In Verbindung mit dem JPem, 



T T t 



•-• •-• -• 



.4fooJ. 


Constr. 


nna 


nna 


n^ntö 1 


IPTÜ 


tbiö 

T 


«Sbtf 

• 


»1* 


MTV* 


«ton 

" T 


tton 


•• 


1010 




• 1 


V * 




2OT) 


910F\ 


*\10f 


nw 



Dieselbe Eigenthümlichkeit in der formellen Differenzirung der Zahlen von 
3 — 10 nach dem Geschlecht findet sich auch in den übrigen semitischen 
Sprachen. Nur selten findet sich noch die volle Form der Zahlabstracta mit 
Feminina verbunden 3 , z. B. d'vrfr nttfttt) 1 M. 7, 13. Hiob 1, 4. Ezech. 7, 2 
KHhib; in Apposition: Zach. 3, 9. 4, 2, vergl. Jer. 36, 23. 



1 Verstümmelt aus Ö^nyÖ, wie die regelrechte Femininform zu D^ttp lauten 
müsste; trotzdem kann das Däges in W$& u. s. w. keinesfalls für ein Dag. forte 
angesehen werden, welches etwa durch Assimilation des Nun entstanden wäre, denn 
in diesem Falle wäre höchstens ÖTip (vergl. arab. tintäni) möglich. Vielmehr ist 
8täjim, ste (mit Dag. lene = HflüS* oder' niötf mit K prostheticum, §. 19, 4) zu lesen, 
vergl. arab. Htnätäni als anderweitige Femininform zu Htnäni, duo. 

2 Die einfachen Zahlen von 1 — 10 stimmen nicht nur durch alle semitischen 
Dialekte im Wesentlichen überein, sondern erregen auch als ein sicher uraltes Sprach- 
gut die Erwartung, dass sich in ihnen, wenn irgendwo, Anknüpfungspunkte für den 
Nachweis einer historischen Verwandtschaft zwischen dem semitischen und indo- 
germanischen Sprachstamm (§. 1, 3. 4) werden finden lassen. So vergleicht man zu: 
*tfJH sanskrit flca; Ü^IÖ (aram. T^) sanskr. dva f lat. duo; TÄ1Ö (aram. P&Pl) sanskr.. 
tri, TpeTs, tres; ttJBfi sanskr. pa/hcan, itlvte; ttflö (eig. allerdings; wie das Arab. und 
Aethiop. zeigen, «= lÜ'Tltf, Grdf. sids) sanskr. shash, ££, sex; 3?tt$ sanskr. saptan r 
kKT&, Septem. Erwägt man indess, wie ungezwungen sich mehrere der semitischen 
Zahlwörter aus noch lebendigen Wortstämmen erklären lassen, so werden alle jene 
Vergleichungen höchst zweifelhaft; so geht z. B. *HTO (arab. auch wächtd) auf den 
Stamm ^m zurück, hebr. *tf£, vereint sein; B^ auf ftjttj wenden, s. v. a. Doppelung; 
92*1$ auf '2*3 lagern (mit Zusammenziehung der 4 Füsse); ttfaFf, eig. Zusammen- 
Ziehung der 5 Finger zur Faust, auf 1ÖSH ; endlich *NÖ5 auf 1ÖK binden ■=■ Verbindung 
(vergl. *&%). 

3 In den Vulgärdialekten des Arabischen und im Aethiopischen herrscht die 
Femininform des Zahlwortes bei weitem vor; auch im Hebr. wird dieselbe gebraucht, 
wenn von der Zahl an sich (in abstracto) die Bede ist, wie bei den Multiplicativen 
1 M. 4, 15. 24. 

Geaeniug, hebr. Grammatik. XXTT. Aufl. 15 



226 2. Hauptth. Formenlehre. 3. Cap. Das Nomen. 

2. Die Zahlen von 11 — 19 werden so gebildet, dass die Einer 
ohne Copula vor die Zahl zehn (in der Form "ito m. rnte? /.) ge- 
setzt werden, ohne dass jedoch beide zu Einem Worte verschmolzen 
werden. Doch bewirkt das enge Zusammensprechen beider, dass 
die Einer fast sämmtlich in der Form des Stat. constr. (ohne Vor- 
tonvocale) auftreten; vergleiche in der folgenden Tabelle Ina und 
ntiÄ in der Zahl 11 und die Einer in den Femininzahlen von 13 an. 
Nur die eigentlichen Verbindungsformen {Stat. constr.) der männ- 
lichen Abstracta, wie twblö u. s. w., sind von der Zusammensetzung 
mit ytoy ausgeschlossen, da es sich lediglich um ein appositionelles, 
nicht um ein Genetiv -Verhältniss handelt. Auch *ot und ^ntö in 

• • 

der Zwölfzahl sind nur scheinbare Stat. constructi, wenn auch auf 
demselben Wege und aus dem gleichen Grunde der engen Ver- 
bindung entstanden (durch Contraction des aj und Abschleifung des 
Ö von D^ti, O h t?tö). In Q^t? und ö'WfS hat sich die Sprache mit der 
Contraction des aj (ohne Abwerfung des ö) begnügt, falls nicht 
beide Formen als masoretisches Q*ri perpetuum (§. 17), sc. i;tp, iftttf, 
für das eigentlich gemeinte D^?tD, D^nti zu betrachten sind. Dar- 
nach lauten die Zahlen von 1 1 an : 

Mose. Fem. 

' j vti wä? 1 irytoi ^w 

13. nte? ntfbtö rxiqy tfe«? 

und nach letzterer Analogie weiter. Diese Zahlen haben regel- 
mässig nur die obige Form; über die Syntax derselben vergl. 
§. 120, 2, Anm. 

Sehr selten erscheinen die Einer im Masc. in der Form de* Stat. constr, 
wie ^? nttaq fünfzehn Eicht. 8, 10. 2 Sam. 19, 18, *»*» n$fcü achtzehn 
Eicht 20, 25. 

* Das lange Zeit räthselhafte ^PWJ? hat sich neuerdings in den assyr. Keil- 
inschriften wiedergefunden in der Form istin = unus (s. Schröder in der Zeitschr. 
der D. M. G. Bd. 26, S. 234 f.). Darnach wäre litt? ^^ eine Zusammensetzung, 
wie sanskr. ikädagan f £vöexa, undeeim (analog der Verbindung von Einern und 
Zehnern in den Zahlen von 12 — 19) und diente zugleich auch bei der Zusammen- 
setzung der weiblichen Elfzahl, während sonst im Assyr. für una die Form ichxt 
(fifW) gebraucht wird. Uebrigens scheint sich auch im Hebr. der Verbalstamm zu 
17TC& noch erhalten zu haben in rvgS Kunstwerk und fAFtiB? Gedanke, Meinung; 
denn beide lassen sich am einfachsten auf den Grundbegriff des Verknüpfen*, Ver- 
bindend zurückführen, wodurch man für ^VS zu dem Begriff unio, Einheit gelangt 



§. 98. Zahlwörter, b) Ordinalzahlen. 227 

3. Die Zehner von 30 — 90 werden durch die Pluralform der 
Einer ausgedrückt (so dass das Pluralische hier immer ein Zehn- 
faches ist): tMjb^ 30, D^yjtf 40, ö^fctin 50, ffnto 60, OTprtJ 70, 
D^btt 80, D^?l?Pi 90. Nur zwanzig ist D*-*? (Plur. von nte? zehn) 1 . 
Alle diese Zahlen sind gen. comm. und lassen keinen Stat. constr. 
zu. — Bei zusammengesetzten Zahlen wie 22, 23, 44 u. s. w. werden 
in den älteren Schriften gewöhnlich die Einer vorangestellt (wie 
im Arab. und Deutschen), also zwei und zwanzig, z. B. 4 M. 3, 39. 
26, 14; weniger häufig ist dort, desto gewöhnlicher aber in den 
jüngeren Schriften (wie im Syr., Franz., Engl.) die umgekehrte 
Stellung zwanzig und zwei, z. B. 1 Chr. 12, 28. 18, 5. In allen 
Fällen steht zwischen den Einern und Zehnern die Copula (1, vor 
vornbetonten Zahlen auch \ vor — }, vor S e wä i). 

* • 

Die übrigen Zahlen sind die Substantiva: fitft? /., constr. tWb 
100, Dual. tFnKtt (syncopirt aus D^ttö) 200, Plur. z. B. niatt flftti 
300 (2 Kön. Ü, 4. 9. 10. 15 jedoch imK'th. rf^flan); 5|btf m. 1000, 
Dual. tP&bK 2000, Plur. D^öbtf ntübtö 3000 u. s. w.; Haan, in jüngeren 
Schriften irrian, ian, artan (eig. Menge, vergl. |xoptd;) 10000; Dual. 
D^nfcfi 20000 Ps. 68, 18 (wo indess auch die Fassung Doppelzahl 
von Myriaden möglich ist), vergl. dagegen Neh. 7, 71: rria^ *>Mi; 
Wbn *a*i« 40000, ni&ntto* Ezr. 2, 69 (wohl eig. Wfobn, w * e 
Dan. 11,12). 

Anm. 1. Der Dualis, der von einigen Einern vorkommt, bat die Bedeutung 
des deutschen -fach, "faltig, z. B. DTOiT« vierfach 2 Sana. 12, 6; b'Vötttg sieben- 
fach 1 M. 4, 15. 24. Ps, 79, 12. — Ausser dem Plural, der die gehnzahl b*r 
zeichnet, kommen als Plurale vor: tP^iHK einige, auch: Odern, und rYNgJJ 
decades (nicht decem) 2 M. 18, 21. 25. 

2. Die Suffixa an Zahlwörtern sind, wie sonst am Nomen, eig. Genetive, 
obwohl sie im Deutschen als Nominative übersetzt werden, z. B. &3ftttftti$ trias 
vestrum d. i. tAr (frei, 4 M. 12, 4. 



§. 9a. 

Zahlwörter, b) Ordinalzahlen. 

Die Ordinalzahlen von 2 — 10 werden von den Cardinal- 
zahlen durch Anhängung eines w (§. 86, No. 5) gebildet, vor 
welchem sich meist noch ein zweites ^ — zwischen dem zweiten und 

i Die abweichende Pluralbildung in Ö^to, t* 1 ?^, diSTCjPI (von den Segolatis 
*liz)3>, 3DÖ, 3flün), statt deren man ä" ,,B to, ÜWttJ, D^SNIJn erwarten sollte, findet sich 
sonst nur äusserst selten, z. B. EWn viscera von Ö^'J, B^jpiü Maulbeerfeigenbäume. 

/ 15* 



228 2. Hauptth. Formenlehre. 4. Cap. Von den Partikeln. 

dritten Stammconsonanten einschiebt: *>jttj ein zweiter; 1lM?tt, W3*\ 9 
*Wän und i«jw, "»TötÖ, ^Stt, ^^nlä, ^«te\, l n l »to*. In der Bedeutung 
erster hingegen braucht man« 'ptDÄ'i (für pt^Htt) von tfth Haupt, 
Anfang, mit der Endung Ti (§. 86, 2, No. 4). Die Feminina haben 
die Endung tv>-— , seltener t\^~r un ^ zugleich die Bedeutung von 
Theil, z. B. M^töttH quinta und quinta pars. Fünftheil, tv^to und 
njTte? Zehntheil. Daneben finden sich in gleicher Bedeutung 
Formen wie ?nn und W 2 ) Viertheil, tteH Fünftheil; dieselben sind 
als Abstracta zu betrachten, welche von den Cardinalzahlen deno- 
minirt sind. 

Wie die übrigen Zahlenverhältnisse aasgedrückt werden, für welche das 
Hebräische keine besonderen Formen ausgeprägt hat, zeigt die Syntax (§. 120). 



VIERTES CAPITEL. 

VON DEN PARTIKELN. 



§. 99. 

Uebersicht. 

1. Die Partikeln, welche im Allgemeinen die Nebenbestim- 
mungen der Rede, das nähere Verhäjtniss der Wörter unter sich 
und die gegenseitiger Beziehung der Sätze ausdrücken, sind der 
Mehrzahl nach von Nominalformen, zum Theil auch von Pronominal- 
und Verbalformen entlehnt oder abgeleitet (§. 30, 4). Von primi- 
tiven Partikeln kann dagegen (abgesehen von einigen Demonstrativ- 
Bildungen, s. §. 100, 4) nur in dem §. 81 f. besprochenen Sinn die 
Rede sein. 

2. Soweit sich die Entstehung der Partikeln mit Sicherheit 
nachweisen lässt, sind dieselben entweder 1) von anderen Rede- 
theilen entlehnt, indem gewisse Formen des Nomen, Pronomen oder 
Verdi unter mehr oder weniger starker Verwischung ihrer ursprüng- 
lichen Bedeutung die von Partikeln erhalten haben; vergl. in den 
indogermanischen Sprachen, z.B. imLat. certo, / 'also, partim, verum, 
causa, im Deutschen statt, anstatt, weg (engl, away), wegen, oder 
*2) von anderen Redetheilen algeleitet, und zwar a) durch Hinzu- 
fügung von Bildung ssylben, wie ntfr bei Tage, von Di 1 » (§. 100, 3); 
meist aber V) durch Verkürzungen manigf acher Art, und zwar 
pflegt die Verstümmelung der urspr. Form um so stärker zu sein, 



§. 99. Von den Partikeln. Uebersicht. 229 

je häufiger die betreffende Partikel gebraucht wurde; in einigen 
Fällen (s. u.) ist daher der zu Grunde liegende Wortstamm völlig 
unkenntlich geworden. 

Vgl. im Deutschen gen aus gegen, Gegend; seit von Seite; weil (urspr. Zeit- 
partikel, wie das engl, while) von Weile. 

Noch weit gewaltsamere Verkürzungen zeigen sich im Griech., Lat. und 
den Töchtersprachen des letzteren; z. B. aTrö, ab, a; ££, ex, e; ad, franz. ä; 
aut, ou, ital. o; super, ital. su x . 

Am stärksten tritt diese Verkürzung bei denjenigen Partikeln 
entgegen, welche die Eigenschaft eines selbständigen Wortes gänz- 
lich verloren haben, indem sie bis auf einen einzigen Consonanten 
mit einem meist sehr kurzen Yocallaut zusammengeschmolzen sind. 
Nach den Gesetzen der hebr. Sylbenbildung (§. 26, 4) können der- 
artige Partikelformen nicht selbständig für sich stehen, sondern 
werden (ähnlich wie die Praeformativa des Imperfect, §.47, 1. 2) 
als sogen. Praefixa mit dem folgenden Wort verbunden; so z. B. b • 
aus b$ (§. 102). 

Die Annahme, dass eine solche Verkürzung ganzer Wörter bis zu einzelnen 
Buchstaben wirklich im allmählichen Verlauf der Sprachentwickelung erfolgt 
sei, wird schon dadurch nahe gelegt, dass ähnliche Abkürzungen im späteren 
Hebräisch und im Aramäischen, kurz im Fortgange der Entwickelung des 
semitischen Sprachstammes, immer stärker und häufiger werden. So ist *ttt*< 
bereits im Phönic. in ttftt, im Hebr. in tB, tt) und selbst tt3 verkürzt und in diesen 
Praefix-Gestalten bei den Babbinen immer gewöhnlicher geworden; für i^ des 
biblischen Aramaismus zeigt sich später *!; im Neuarabischen wurde z. B. 
hattaq (jetzt) aus halwaqt, IU (warum?) aus li-ajji-Saiin, u. s. w. Vergl. auch 
die oben angeführten Analogien aus den abendländischen Sprachen. Dessen- 
ungeachtet gehört der Gebrauch der einfachsten Partikeln schon den ältesten 
Perioden der hebräischen Sprache, jedenfalls den ältesten uns überlieferten 
Sprachmonumenten an. 

3. Seltener sind Partikeln durch Composition entstanden, wie 
Tftfc warum? für Jft^-iTO, quid edoctus (xt |iaö(Ä>v;) oder quid cogni- 
tum? ^?ba (aus bä und *rp) ausser; rfbSfcbtt (aus JE, b, fibitta) von 
oben her. 

Häufiger ist die Zusammensetzung aus zwei Wörtern, ohne dass beide in 
Eines zusammengezogen sind, z. B. Isr^riK, ^S"*]**, ö&T^S, l?"^?"* 1 ?» 

1 Selbst kleine Sätze sind zu einem Worte zusammengezogen: forsitan aus 
fora 8Ü an, 8t)Aov6ti, StjXaS^, franz. peut-itre, engl, prithee aus J pray thee. — Im 
Chinesischen sind die meisten Partikeln Verba und Nomina, z. B. iü geben und 
Zeichen des Dativ; i sich bedienen, dann: zu, für; nU das Innere, in. 



230 2. Hauptth. Formenlehre. 4. Cap. Von den Partikeln. 

§. 100. 

Adverbia. 

1. Dunklen Ursprungs (obwohl sicher der Rest eines Nomens) 
ist die Negation fcfe nicht, sowie einige Orts- und Zeitpartikeln, wie 
Dtö da, daselbst. 

2. Als Formen anderer Redetheile, welche ohne weitere Ver- 
änderung adverbialiter gebraucht werden, kommen vor: 

a) Substantiva mit Präpositionen, z.B. ^nttpa (mit Kraft) sehr; 
^ab allein (eig. in Absonderung, ä pari), mit Suff, ^ab ich allein; 
r^äfc von innen, innerhalb; auch ^trate (wie Einer) zusammen. 

b) Substantiva im Accusativ (dem Casus adverbialis der Semiten 
§. 118), vergl. rJ)v ctpx^jv, 8<op$dfo, z. B. nfco (Kraft) s4hr, o&k 
(Aufhören) nicht mehr, tfW (diesen Tag) heute, "in? (Ver- 
einigung) zusammen. Mehrere derselben werden nur selten 
noch substantivisch gebraucht, z. B. a^Oö, Plur. d^ap und 
nia^ap, Umkreis, als Adverb circum, ringsum; andere gar nicht 
mehr, z. B. naa (Länge) längst, Ti* (Wiederholung, Fortdauer) 
noch einmal oder ferner, länger. 

c) Adjectiva, besonders in der Femininform (dem indogerm. Neu- 
trum entsprechend), z.B. HjitÄ^ primum, zuvor (häufiger 'üÄ^a, 
auch 'tfenb) ; Ttsft und nsn multum, viel, genug, trwbpj wunderbar 
(eig. mirabilibus sc. modis), rWWTj judäisch, d. i. in judäischer 
Sprache. 

d) Infinitivi absoluti, besonders des Hipliil, gleichfalls im Accusativ 
zu denken (§. 131, 2), z. B. SlSnn (eig. ein Vielmachen) viel, 
•"laiSlb in Menge. 

e) Pronomina und Zahlwörter, z. B. HT (eig. da = an diesem Orte) 
hier, fish hier, hierher, nn«, D^ntf, Jafc, n«fc 1-, 2-, 7-,100 Mal; 
FP31& *w/w zweiten Male. 

Eine Zusammenstellung der gebräuchlichsten Adverbia nach der Be- 
deutung s. §. 150. 

3. Einige Adverbia sind durch das Antreten der Bildungssylbe 
D — an Substantiva entstanden, z. B. öDfctf und DatÄS wahrlich (von 
1JK& Wahrheit) ; Dan (für Dank) umsonst, gratis (von )n gratia) ; Dp'n 
vergeblich, frustra (von p*n Leeres, vanum); ÖE+ 1 &e/ Ta^e (von D'P). 
Vergl. auch Dte"© f. ÖJWiö augenblicklich, plötzlich (von 2ttö Augen- 
blick). 

Die Endung ö— wird auch bei der Bildung von Substantivis verwendet, 
z. B. öfeö Leiter (von ÜO), und obige Adverbia können daher ebenfalls als 



§. 100. Adverbia. 231 

adverbial gebrauchte Nomina betrachtet werden, so dass ö-^, ö— - gleich 
•)— , fi wäre (§. 84, No. 15), vgl. cri'^jÄ s. v. a. "p^iö Befreiung, bknfia (mit 
Praep.) im Atigenblick 2 Ohr. 29, 36. Nach einer anderen, aber unhaltbaren 
Auffassung ist dieses D— obsolete Pluralendung und diese Adverbia eig. 
Nomina im Acc Plur., also Ö5EK wie ö**TCr*» als Adv. Ps. 58, 2, D*ri wie latein. 
gratis oU i. gratiis. 

4. Als Adverbia primitiv a können noch am ehesten eine Reihe 
von Bildungen betrachtet werden, die in engster Verwandtschaft 
mit dem Pronomen demonstr. stehen, indem sie direct aus einer Ver- 
bindung sogenannter Deutelaute hervorgegangen sind. Zum Theil 
haben dieselben nachträglich starke Verstümmelungen erlitten; 
doch ist der Umfang der letzteren fast nirgends mehr mit Sicher- 
heit zu ermitteln« Hierher gehören z. B. T» damals, ]$ so, ^» nur, 
•J3K fürwahr (s. über alle diese Adverbia das W. B. 8. Aufl.) , be- 
sonders aber das fragende n {Hi interrogativum), z. B. afon nonne? 
Wn num etiam? Dieses He interr. ist, wie der ihm verwandte Artikel 
(s. §. 35 Anm. 1), ohne Zweifel verkürzt aus bft, das im Arab. noch 
gebräuchlich und vielleicht auch im Hebr. 5 M. 32, 6 gemeint ist. 

Das rt inteTrogat erhält 1) vor Nichtgutturalen mit festem Vocal herrschend 
Chfyeph- Päthäch, z. B. fttt&ii hast du gesetzt? s. Beispiele §. 158» 2 (Ausn.: 
ätt^H 3 M. 10, 19). 2) vor einem Oonsonanten mit 8 e wä hat es (seinem Ur- 
sprünge aus in gemäss) gewöhnlich Päthäch mit folgendem Dag. forte (ähn- 
lich wie der Artikel), z. B. ^aft num in via Ez. 20, 30, )^n 1 M. 17, 17. 
18, 21. 37, 32, oder auch nur Päthäch, ohne Däg., o?ört 1 M. 30, lt. 27, 38; 
3) auch vor Gutturalen Päthäch (mit nachfolg. Däg. forte implicitum), z. B. 
•$$n soll ich gehen? ntn&tn num tu? ÖBH num si; auch Bicht. 6, 31 ist dPKtfi 
(nicht '&tfj) zu lesen, ebenso tt 12, 5. Neh. 6, 11; bei tt3"»»n 4 M. 16, 22 meint 
die Masora den Artikel, vergl. 5 M. 20, 19, Pred. 3, 21 und Delitzsch zu letzt. 
St.; 4) vor Gutturalen mit Qäm^f oder Ghtyfyh-Qämls aber 8 e gol z. B. 
^bfiWi, num ego? ttyift num fuit? Seine Stelle hat das Fragewort stets zu 
Anfang des Satzes. 

5. Einige Adverbia, welche einen Verbalbegriff einschliessen 
oder doch (obwohl eig. Substantiva) zu einem solchen umgebogen 
sind, lassen auch Verbal-Suffixa, namentlich solche mit Nun epen- 
theticum, zu. Vergl.: iatj? er ist vorhanden (gleichs. es giebt, hat 
ihn) ; ^8 ich bin nicht da, ^35^ er ist nicht da; witf er ist noch; 
na*8 wo bist du? i*8 wo ist er? Dasselbe gilt von in und Httl siehe! 
(eig. hier, hier ist), mit folgenden Suffixis: *>3Dfi, in Pausa ijjn 
und ^sffi siehe mich, *jsn, isfi, 1MH (s. uns), in P. *Din und *i3an, 

ODan, osn. 



232 2. Hauptth. Formenlehre. 4. Cap. Von den Partikeln. 

§. 101. 

Präpositionen. 

1. Sämmtliche Wörter, welche im Sprachgebrauche als Prae- 
positionen erscheinen, sind urspr. Substantiva, und zwar: 

a) Substantiva im Accus, und Stat. constr. , so dass das von ihnen 
regierte Nomen als Genetiv aufzufassen ist, wie es denn im 
Arabischen wirklich die Genetivendung hat, vgl. im Deutschen 
statt dessen, kraft dessen, griech. to6toü X^P IV » 1*** h u * us m 
causa , gratia, montis instar 1 ). Vergl.: ^na (hinterer Theil*) 
hinter, nach; bxk (Seite*) neben; "pä (Zwischenraum*) zwischen; 
*!?*> "T?? (Abstand) hinter, ringsum; rt*lT oder mit Chir. compag. 
^rteti (Entfernung, Mangel) ausser; y£ (Absicht) wegen; Vra 
(Vorderseite, aus bitfE, s. das W. B., gewöhnl. aber) bTO vor, 
gegenüber; yn (Theil) von, aus, 1j5 (Hervortreten, das Gegen- 
über) vor, gegenüber; "ij (Fortgang, Fortdauer*) während, bis; 
b? (Hohe, Obertheil*) auf, über; ö* (Verbindung, von dems. 
Stamm Dtt* auch ME*, MESb) mit; nnn (unterer Theil*) unter, 
anstatt. 

b) Substantiva im Stat. constr., jedoch im Genetiv zu denken , weil 
von Präpositionen (bes. untrennbaren) abhängig, z. B. *>DBb (im 
Angesicht) vor; *>5p3, ^ßb (nach dem Munde, d. i. Befehle*) zu- 
folge; bb$ä (in der Angelegenheit) wegen; 'jjijb (in der Absicht) 
wegen. 

2. Besonders werden adverbialiter gebrauchte Substantiva auf 
diese Art häufig zu Präpositionen, z. B. *>bM, "pfcta, ö&fes (mit Auf- 
hören) ohne, *rtte (in der Dauer) während, *>*£, ^"ß (nach Bedürf- 

• • • 

niss) für, nach Maassgabe. 

§. 1021 
Praepositiones praeflxae. 

1. Von den genannten Wörtern kommt )*q von, aus, schon häufig 
als Praefixum vor (s. §. 99, 2), jedoch mit Assimilation des Nun an 
den folgenden Consonanten (durch DägeS forte), z. B. 1?*£) aus dem 
Walde. 

* In den nachfolgenden Beispielen ist die Nominalbedeutung' in Parenthese bei- 
gefügt und, wo sie noch wirklich vorkommt, mit einem Sternchen versehen. — Ueber 
Aehnliches in anderen Sprachen s. W. v. Humboldt über die Kawisprache, Bd. ITT, 
S. 621. 



§. 102. Praepositiones praefixae. 233 

Näher ist folgendes zu merken. Das selbständige fo steht (und zwar stets 
mit nachfolg. Maqqeph) herrschend nur vor dem Artikel, z. B. ^Kft"iE, so- 
dann zuweilen vor weicheren Buchstaben, z. B. tH"',» Jer. 44, 18, ^ST-pa 1 Chr. 
5, 18, und sonst in späteren Büchern (wie im Aramäischen); daneben findet 
sich als poet. Form *ja (vergl. §. 90, 3, a) und *pa Jes. 30, 11 (vergl. ibst und 
*k$ §. 103). Am häufigsten ist •» mit folg, Däg., welches nur aus den Buch- 
staben mit o e wä ausfallen kann (nach §. 20, 3, b)\ mit nachfolg. *] wird £ in 
der Begel zu *n contrahirt, z. B. * 1 tT 1 ? =h, ü* : 9 oder ^TJ?» vor Gutturalen steht 
» (nach §. 22, 1), z. B. D'Jfctt), dja, vor ri und n auch » mit virtueller Ver- 
doppelung der Gutt., z. B. y^tm, nw», tt*irra 1 M. 14, 23; ebenso einigemal 
vor 1 (8. §. 22, 5, Anm.). 

2. Ausserdem aber sind drei Präpositionen, und zwar die am 
meisten gebrauchten, bis auf einen Vorsetzconsonanten mit S*wd 
(doch siehe unten) verkürzt (§. 99, 2), nämlich: 

S in, an, mit, 

b nach (etwas) hin, zu, lat. ad, und 

3 wie, gemäss 1 . 

In Betreff der Punctation merke man: 

a) Das S e wä mobile, mit welchem obige Praefixa in der Begel gesprochen werden, 
beruht auf der Verflüchtigung eines kurzen Yocals und muss daher nach 
§. 28, 1, 2 wiederum in einen solchen übergehen, sobald ein anderes & e wä 
folgt; und zwar vor SPwä simplex in i, dagegen vor Chäfeph in den Vocal 
desselben, also : i'ifii der Frucht "»"tbä wie ein Löwe u. s. w. : vor schwachen 
Buchstaben nach §. 23, 2 und 24, 1, a, z. B. hWPb, ^fcoA für "itoab. 

b) Wenn sie vor den Artikel treten, verdrängen sie fast stets das He desselben 
und nehmen seinen Vocal an. Das Nähere lehrt §. 35, Anm. 2. 

c) Unmittelbar vor der Tonsylbe, also vor einsylbigen oder vornbetonten zwei- 
sylbigen Wörtern (im Vortori), haben sie auch Qämef (wahrsch. als Dehnung 
eines urspr. ä, vergl. §. 26, 3), jedoch nur in folgenden Fällen: aa) b vor 
Infinitiven, welche die angegebene Form haben, wie nni zu geben, )**b zu 
richten, THi^ zu gebären, ausgenommen wenn sich der Inf. (als Nomen regens) 
eng an ein anderes Wort (besonders das dazu gehörige Subject §. 133, 2) an- 
lehnt und somit als eine Art Stat. constr. den Hauptton verliert, z. B. fUlÜa 
4 M. 8, 19, roifi 1 M. 16, 3; bb) vor vielen Pronominalformen wie hta, riji, 
Mt3; fiKb wie diese, namentlich CDS, ödi. ddd, und dha, dfib, Dfi3 s.' §. 103, 

V T ' V ~ T ' V T ' VT' •• T' V T» VT' VT v ' 

2; cc) b vor einsylbigen oder vornbetonten Substantivis in Verbindungen, wie 
iifcb MB Mund zu Mund 2 Kön. 10, 21, d^äb d^ä Ta zwischen Wasser und 

V T V ' ' . - T • - » — 

Wiwscr 1 M. 1, 6, in beiden Fällen vor grosser Fausa; ebenso lehrt das in- 

1 Gegenüber der von Qesen. und Rödiger gelehrten Ableitung des a von rY^a, 
aram. auch H ? (also eig. im Hause, in) oder von "pa zwischen {Ewald) haben Mühlau 
und To^cA; in der 8. Aufl. des W.-B. nach dem Vorgang Böttchers die Auffassung des 
a (arab. In) als einer weicheren Potenz des arab. fi (in) empfohlen, ohne Zweifel 
mit Becht. — J geht zunächst auf >K und weiter auf einen Stamm zurück, der 
appropinquavit, accessit bedeutet (arab. ^Vl). — Ueber 3, urspr. ein Substant. in der 
Bedeutung Betrag, Art (instar), s. das W.-B. 



234 2. Hauptth. Formenlehre. 4. Cap. Von den Partikeln. 

structive Beispiel 5 M. 17, 8, dass es zu dieser Punctation des b wenigstens 

nachfolgender kleiner Pausa bedarf; Jes. 28, 10 und 13 steht h in doppelter 

Wiederholung selbst vor kleinen und kleinsten Trennern. d£) in gewissen 

stehenden Ausdrücken, welche gleichsam zu Adverbien erstarrt sind, z. 6. 

n?b in Ewigkeit, Shb in Menge, nt£i in Sicherheit, H±& in Ewigkeit, aber 

D-m; rasi in alle Ewigkeit Jes. 34,' 10. 

d) Vor dem Frageworte rra lauten sie: tt^a durch was? iiti§ wie viel? und trni 

(Hi. 7, 20 rtoS, 1 Sam. 1, 8 ha5, sämmtlich MiVel, daher ä im tone zu ä 

gedehnt) tu was? warum? Vor den Gutturalen K n $ ist zur Vermeidung des 

Hiatus rt&b gewöhnlich, vor h bleibt jedoch rtfflS. Vor Nichtgutturalen findet 

sich ftik Ps. 42, 10. 43, 2 (unmittelbar nach einer Tonsylbe). 

Anm. Der Gottesname l"n<"H, welcher nicht seine ursprünglichen Vocale 

(wahrsch. h W), sondern die von ^iSa hat (s. d. Wb. u. d. W.), nimmt auch 

die JPraefixa nach Maassgabe des letzteren an, also njrPP, fiJrPS, WjJTjo (weil 

man lesen soll ■*«£, "tfwa, ifm). 



§. 103. 
Präpositionen mit Pronominal-Suffixen nnd in Pluralform. 

1. Sofern alle Präpositionen ursprünglich Nomina (im-Accu- 
sativ) sind (§. 101), können sie anch mit Nominalsuffixen verbunden 
werden (§. 91, 1. 2), z. B. ^sä (eig. an meiner Seite) neben mir, 
■ipifc (in meiner Begegnung) bei mir, ünnft (an ihrer Stätte) anstatt 
ihrer, wie mea causa, meinetwegen. 

Anm. 1. Die Präp. n$ bei, mit (aus WX, s. das W. B. unter fttK II) unter- 
scheidet sich von fiK, dem Zeichen des bestimmten Accusativs (§. 117, 2), beim 
Hinzutreten von Suffixis dadurch, dass erstere *<$$, toK, ö^PW, Dtj« bildet, 
letzteres vor den sog. leichten Suffixen ein ursprüngliches o festhält: ">nb< mich, 
?p«, tjtj« dich, ihfc, rrk ihn, sie; *MJK uns, aber ö^, 15^$ euch, Dtjk und 
Dnn&t Ate. In den jüngeren Büchern, besonders in den BB. der Könige, bei 
Jeremia und Ezechiel, wird jedoch bisweilen auch von h$ mit incorreoter Weise 
gebildet: *VW, dtjftt 

2. Die Präposition ÖS mit (St. ÖB3) erhält vor DD Und oft ein (Vorton-) 
Qärn^s, woduroh die Verdoppelung des Mim deutlicher hörbar wird: DSOT, 
önia^, wofür indess gewöhnlich. O^S steht. In der ersten Person findet sich 
neben *W auch i*na9. 

3. Nur selten erscheinen an Präpositionen die Verbalsuffixe, z. B. laPftft 
2 Sam. 22, 37. 40. 48 (wofür Ps. 18, 37. 40. 48 h £Htn), h|fenn 1 M. 2, 21 und 
^rtea Ps. 139, 11 (hier wegen des Beims mit ^B^). Doch lässt sich das 
Suffixum in diesen Stellen allenfalls dadurch erklären, dass dabei an eine 
Eichtung wohin gedacht ist, näml. *»anhP) unter mich 2 Sam. a. a. O. (neben 
*Wirj unter mir), nanriFi an ihre Stelle („er setzte Fleisch an ihre Stelle"), ^H^S 
um mich her. 

2. Wenn zu den Praefixen (§. 102) PronominaUSuffixe treten, 
so zeigt sich, besonders bei den kürzeren Suffixen, hier und da ein 



§. 103. Präpos. mit Pronominal-Suffixen u. in Pluralform. 235 

Bestreben, die Präposition zu verlängern, um ihr mehr Körper 
und Halt zu geben, daher bei 3 die angehängte Sylbe TD (s. d. Anm.), 
bei yn die Reduplication zu yx$n (für "po^ö, eig. a parte von Seiten 
des — ), bei 2 und b wenigstens 3, b mit vollem Vocal (§. 102, 2, 
a und c). 

a) b mit Pronominal-Suffixen: 

Sing. Plur. 

1. *>b mir 135 uns» 

T 

2 im. qb, rwb, in Pausa $ 1 , fi$ 1 . 



{»». ib »Am. 
/". !^ «Ar. 



b>*, n^nb, poet. itif 1 



Ebenso a, ausgenommen dass die 3. Pers. Plur. neben DH3, 
Stahij auch da und das Fem. neben fiflria auch 15 Mal 'jnja, aber 
nur 1 Sam. 30, 7. Jes. 38, 16. Ez. 42, i^n* lautet. 

&) 3 mit Pronominal-Suffixen: 

£w#. P/wr. 

1. ^tQ3 4 wte icä. «üite wf> wir. 

T T 

2. { * **» } n,ie du. ^ ^ 8e ^ en D ^ } wie ihr. 
3 f «. «tjfa, »fe er. m* [«»1 Bitte* ) „ <<? ^ 

* • 

1 15? kommt, gewiss nur zufällig, im A. T. nicht vor. 

2 Die noch von Eödiger durchaus verneinte Frage, ob 1&S auch für den Sing. 
*fr stehen könne, muss jetzt entschieden bejaht werden, seitdem das phönizische 
Suffix der 3. Pers. Sing, auf ö allgemein als eine Analogie zu den hebr. Suffixen 
auf fo anerkannt ist (vergL Schröder Phönife. Sprache, S. 153 ff. und daselbst S. 154 
Schlottmann's Erklärung jenes &). Allerdings lässt sich in Stellen, wie 1 M. 9, 26 f. 
5 M. 33, 2. Jes. 30, 5. Ps. 73, 10 das l'o? besser als Plural (in Beziehung auf 
Collectiva) erklären; dagegen kann es Jes. 44, 15 und 53, 8 nur höchst gezwungen 
pluralisch erklärt werden. Und selbst dann bliebe noch 1^30 Ps. 11, 7 und 'E^Ö?, 
sowie das dreimalige l'ö^i^ Hi. 20, 23. 27, 23 (neben 1^3?) und ganz besonders 
22, 2. In allen diesen Stellen entgeht man nur durch einfache Anerkennung eines 
Singularsuffixes (=* T'JÖ, 1^03, l^te) den ärgsten exegetischen Künsteleien. 

3 Die Form *)ni ist in der Bedeutung deswegen gewöhnlich. 

* Dass hier \ für V eintritt (vergl. oben No. 1, Anm. 3), beruht nur auf 
euphonischem Grunde. ^bS (defect.) nur im Pentateuch. 



236 2. Hauptth. Formenlehre. 4. Cap. Von den Partikeln. 

c) yn mit Suffixen: 

Sing. Plur. 

1. ^sfeo, poet. ^fc, in P. *ih von mir. «isiati von uns. 

f w. 5pm, in />. ritt 1 ,. Ddtt 1 , 

2. i ~ 2l '*' ' f vow ^ lr - *I ' r von euch. 
[/- *P?* J II* J 

(/». «irata, poet. in p. nn», öfifc, rafna ) 

[irtta oder ttr|fe] von iäiw. ■ poet. DHatt > von t'Anm. 
/. nraa von *Är. []rm] najrtt j 

Die Sylbe io (im Arab. tnä K» = hebr. mj was) in ^31ö3 (eig. gemäss dem 
was ich, f. wie ich), wird den drei einfachen Praefioeis a, i 3, in der Poesie 
auch ohne Suffixa angehängt, so dass iiüS, loa, lab, gleichbedeutend mit 2, 
3, b, als selbständige Wörter erscheinen. Die Poesie entfernt sich hier durch 
längere Formen von der Prosa; bei fO hat sie dagegen die kürzeren, den 
syrischen ähnlichen, bevorzugt. 

Die oben eingeklammerte Form öh® steht nur 2 Kön. 17, 15 (in P.); "jrj3 
(oder *jrj3) nur Ez. 18, 14. Yergl. Frensäorff, Massora magna, pg. 234 ff. — 
Für Wz (so früher auch in dieser Gramm.) wie ihr ist nach dem ausdrückL 
Zeugniss Qimchis d33 zu lesen (vergl. auch J5o«r zu Hi. 16, 4). 

Bei )ü mit Suff, ist «Bö von ihm, entstanden aus ItT-Ha» nach §. 19, 2 Anm., 
und föUt der Form nach zusammen mit «lScra von uns. entstanden aus «13-SBtt 1 . — 
ft|BE steht stets ohne Mapptq, und ist aus JT"pü» entstanden. — Die einge- 
klammerte Form sittia, wofür Baer nach Qitnchi u. a. IftStt schreibt, findet 
sich nur Ps. 68, 24 und ist vielleicht vielmehr Subst.= Antheil (s. Delitzsch 
z. d. St.). — *)iTQ (so in den gedruckten Ausg., in Hdschr. jedoch *jrjD) steht nur 
Ez. 16, 47. 52. 

3. Mehrere Präpositionen, besonders die des Raumes und der 
Zeit, sind (gleich unserem wegen) eigentlich Nomina pluralia (s. den 
Grund §. 108, 2, a)* und verbinden sich daher mit den Pronominal- 
suffixen in der Form des Stat. constr. Plur., ganz wie sonst die 
Nomina pluralia (§. 91, 2). Hierher gehören: 

^H8, häufiger ^nna (eig. hintere Gegenden) hinter, nach, mit 
Suff, immer ^Hä hinter mir, frnntf hinter dir, WH*, DD'nna u. s. w. 

-bis, poet. auch ^tf (Gegenden, Richtungen) gen, zu, nach (etwas) 
hin, mit Suff, immer ^b» zw mir, SpÄj, Y>btf, Dlpbtf, D*T>ba (auch 
defect. Dnbtf) und dafür poet. ■ta'flfc (Ps. 2,5). * 

• • 

1 Die babylonische Masora schreibt dafür (zum Unterschied von der 3. Sing.) 
? 5BO, was jedoch Ibn Ezra mit Becht tadelt. 

2 Einige dieser Wörter, welche von Stämmen ri"> herkommen, nämlich "w, **?3J> 
^?.i lassen sich auch auf Singularformen wie *vK> "•?§, i^Sj zurückfuhren; aber die 
Analogie der übrigen macht es wahrscheinlicher, dass sie ebenfalls als Pluralia zu 
betrachten sind. 



§. 104. Conjunctionen. 237 

^S (Zwischenraum) zwischen, hängt die Suffixe, die eine Ein- 
zahl bedeuten, an den Sing, pa, also V>5t, rj^a u. s. w. (1 M. 16, 5 
WSi doch ist das zweite Jdd durch einen Punkt kritisch verdäch- 
tigt; das dreimal vorkommende Y»y»a ist nur masor. Q'H für i^n, 
welches z. B. 1 M. 30, 36 steht); dagegen treten die Suff., die eine 
Mehrzahl bedeuten, an den Plur. ^a oder rri^a, also ly^a, ö5^a, 
D»W% neben ^hi^a und drri^a (D — auch bisw. sonst am Nom. 
^/wr. zur Vermeidung allzulanger Formen). 

a*>ao (Umkreis) ringsum, mit Suff, stets in der Pluralform, theils 
masc. rpSpao, YO^ao u. s. w., theils und häufiger fem. nia^ao (Um- 
gebungen) mit Suff. Wb^M rw^s um mich her, l^rä^ao. DWrtttjö. 

t? (Fortgang, Fortdauer, von STtP) bis, bis zu, Plur. poet. ^"j?, 
aber mit 5t#. auch in Prosa stets *tJ* Spi*, 1*#, rp}*, D?^* (mit 
Festhaltung des Qäme$ im Gegenton) Hi. 32, 12. 

-b? aw/, wfor, Stat. constr. von b* o&ew, das Obere (von fib* 01//- 
steigen), Plur. poet. ^b*, aber mit Suff, auch in Prosa stets ^, 
Sp5?» Y>b2, rrffr, Drrttf, für letzteres dichterisch oft auch iü^5^ 
(über den Sing.-Gebrauch desselben s. o. 2, ö, No. 2). 

nnr? wn^r (eig. das Untere), mit Suff, im Plur. ^TO, YWT3n u. s. w. 
Drvwm neben Dinmn (s. o. zu Dtfi^a). 

§. 104. 
Conjunctionen. 

1. Die Conjunctionen dienen zur Verbindung der Sätze und 
zum Ausdruck des gegenseitigen Verhältnisses derselben. Zu diesem 
Behufe finden sich verwendet: 

a) ursprüngliche Pronomina, wie das demonstrativum ^ dass, 
weil, denn. 

b) ursprüngliche Substantiva, die nachmals zum Werthe von 
Pronominibus oder Adverbien herabsanken, z.B. 'tflfejj (s. §. 36), 
welches theils allgemein zum Ausdruck eines Relativ- Verhältnisses, 
theils als Pronomen relativ um (■= qui, quae, quod) dient; ferner bK 
(Nichts) dass nicht; *|B (wohl eig. Abwendung , von fipp) dass nich± 
(das griech. jatq prohibitivum) u. s. w. Nicht minder gehören hierher 
adverbiell gebrauchte Substantiva mit Präpositionen, wie z. B. ö'npa 
(in dem Noch -Nicht) ehe, bevor (wofür auch D^btt). Ueber die 
Verbindung zweier Conjunctionen zur Darstellung complicirter Be- 
griffe (z. B. ^3t|Ä, dazu kommt, dass = geschweige denn) 8. §. 155, 2. 

c) Präpositionen, welche mit den beigefügten Conjunctionen nt?8 



238 2. Hauptth. Formenlehre. 4. Cap. Von den Partikeln. 

oder 13 zum Begriff einer Conjunction verschmolzen sind, z. B. ^ 
llfts weil, eig. wegen dessen dass; itötf IHK nachdem, ^fl?Ä? gleichwie 

• t • • • • 

(von 3), *>3 SJ?? und ntÖÄ ag? wt iW^e dessen dass, dafür dass, weü. 
Bisweilen wird jedoch in solchem Falle die Conjunction ausgelassen 
und die Präposition selbst als Conjunction gebraucht , wie b? (für 
mgart?) obgleich, Hi. 16, 17. 

So wenigstens Bach unserer Spraohlogik ; richtiger wäre es jedoch, zu sagen: 
statt des vermittelnden "lttJK tritt der ganze folgende Satz als ein Substantiv- 
begriff gefasst unter die unmittelbare Bection der Praeposition. Ebenso können 
auch alle Präpositionen vor dem Infinitiv im Deutschen durch Conjunctionen 
mit Verb, finit. übersetzt werden (§. 132, 2). 

2. Auch diejenigen kleinen Wörtchen, welche gegenwärtig nur 
als Conjunctionen im Gebrauch und hinsichtlich ihrer Entstehung 
oder urspr. Bedeutung mehr oder weniger dunkel sind, werden 
durchweg als Reste ursprünglicher Nomina su betrachten sein. So ist 
z. B. itf oder ohne Zweifel eig. Wille, von Sil« (vergl. Spr. 31, 4), 
wie vel, ve verwandt mit velle; dunklen Ursprungs sind dagegen DJ? 
wenn, auch oder (vor dem zweiten Glied einer Doppelfrage), g|K 
auch u. a. Auch die einzige Conj. praefixa •; und soheint von einem 
Wortstamme mit der Bedeutung des Anfügens oder des Verbindern 
ausgegangen zu sein (vergl. den Namen des Buchstabens 11, Nagel, 
Pflock). 

t Die Punctation des * ist in vielen Stücken derjenigen der Praeff. 3, S, ), 

(§. 102, 2) analog, doch hat das Waw copul. als schwacher Consonant noch 
einige Besonderheiten: 
ä) Für gewöhnlich erhält es einfaches ß e wd (1). 

b) Vor Wörtern, die als Anlaut eine Gutturalis mit SPwä compositum haben, 
erhält es den Vocal, mit welchem das 8 e wä zusammengesetzt ist (nach §• 28, 
2), z. B. Dsm und sei weise. en*p3l und Sclaven, TWi und Gewalt, tetf wd 
***> ^5j un d Krankheit Nur vor dWK Gott erfolgt stets die Contraction 
zu ÖTOKJ, toäJ u. s. w. Ueber FäUe, wie 1*2»! Hi 4, 2 vergl. §. 28, 2. 

c) Vor Wörtern mit einfachem S*wä nach dem ersten Conaonanten wird das 
Waw (mit Ausnahme der FäUe unter d) zum Tocal ü, z. B. b$p und oto, 
ebenso (jedoch den Fall unter e ausgenommen) vor den verwandten Lippen- 
buchstaben D, », fi, daher ^V»*i. Ueber die Fälle, in welchen &wä simplex 
nach *l copulat zu Chäteph geworden ist (z. B. nfitt 1 M. 2, 12) vergl. §. 10, 2, 

4 Anm., 6. 

i) Mit nachfolg. * fliegst * nach §. 24, 1 a zu *»1 zusammen, z. B. ^1 und «r 
«et. Ueber die eigentümliche Punctation des Waw copul. vor den mit Sftßft 
anlautenden Formen von ftJTi sein und hjlj leben (z. B. örfW Jos. 8, 4, rrn* 

1 M. 20, 7) vgl. §. 63, AnnJ 5. 

e) Unmittelbar vor der Tonsylbe hat es häufig Qämes, ähnlich wie 3, 3, ?» 
(s. §. 102, 2, c\ jedoch meist nur am Ende eines Satzes oder Satztheiles, z. B. 

2 Kon. 7, 4 (d^ iDijjJ, Wygj und tin&J); Buth 3, 8 (PöSJ), Ps. 10, 15 (*3J), 



§. 105. Interjectionen. 239 

1 Sam. 9, 4 CpSJ), 2 Sam. 13, 26 (aSj), Ez. 47, 9 (ifij); vergh noch (bei 
Tiphchä) 1 M. 33, 13. 2 Sam. 15, 12. Regelmässig aber steht das Wate copul. 
mit QämZf, wenn es zur Verbindung zweier Nomina dient, welche unter den- 
selben Gattungsbegriff fallen, also in ihrer Zusammenstellung gleichsam nur 
einen umfassenderen Begriff darstellen. Bedingung ist jedoch auch hier, dass 
Wäw unmittelbar vor der Tonsylbe steht, z. B. »inäj snH 1 M. 1, 2, ft^J D'n 
8, 22 (s. auch die Beispiele vorher); t|ÖD; SfJJ 2 M. 25, 3; t3fl *rh3 Ps.96, 7, 
WOI nsTl 76, 7: sogar: r*^ örV.-ött1 hV 1 M. 7, 13, "nVai tPT&« *1 Kön. 21, 
10; ha; r© «0 tmd *o; ttFKJHö^ Esth. 1, 8 (am Ende des Verses); dagegen 
Ps. 87, 5 ttPfi*i tt^fct, weil im Context mit dem folg. Praedicat; auch bei drei 
Wörtern Jes. 24, 17: MB} nij8J *ThB. Aus demselben rhythmischen Grunde 
steht daher auch regelmässig 1 (nicht 1) bei gewissen einsylbigen "Wörtern, 
die sich ihrer Natur nach enger an das Folgende anlehnen: «Tri, rW, «bl., 
Dil u. a. 

§. 105. 

Interjectionen. 

1. Unter den Interjectionen sind etliche (wie in allen anderen 
Sprachen) reine Naturlaute, gleichsam Lautgeberden, die durch 
irgend welche Eindrücke oder Empfindungen unwillkürlich hervor- 
gerufen werden, z. B. WTÄ, HÄ ah! ach! TV&'n ei! io! Ott pst! 
Dagegen gehört *in, "»ia wehe! als urspr. Subst. unter No. 2. 

2. Andere sind jedoch ursprüngliche Begriffswörter und erst 
durch lebhafte Aussprache und Gebrauch zu Interjectionen ge- 
worden, z. B. yr\ oder fisn siehe! (eig. hier); TVtiO siehe! (eig. Impet.) ; 
roh Plur. *Qn (eig. £fe&, gebt, Jmp. von inj) für age, agite, wohlan! 
rob (auch S|!d), *ob (eig. #ete, ^lAif, Imp. von -fbn) dass. 1 ; HÄn fern 
sei es! eig. ad profanum! *$ (für *>*a iföfte) *cA bitte, höre mich (vgl. 
engl, prithee, entst. aus I pray thee); BJ (tfw/7 wohlan! vgl. äthiop. 
na^, eig. hierher, aber auch wohlan! komm) doch, als Partikel der 
Aufforderung und Bitte (immer nachgesetzt) 3 . 



, 1 ' 



1 ftfct'n, rojn und h$? stehen auch in Verbindung mit dem Fem. und Plur., zum 
Beweis, dass sie völlig zu Interjectionen erstarrt sind. 

2 K £ dient zum Ausdruck der manigfaltigsten Färbungen der Bede, die an ver- 
schiedenen Stellen der Syntax behandelt sind. Hier nur eine kurze Uebersicht. 
K3 steht a) nach dem Imp. sowohl bei Befehlen als bei Bitten §. 130, 1; b) beim 
Impf, sowohl der ersten als der dritten Pers. §. 127, 3, b. 128, 1; c) einmal beim 
Perf. §. 126, 4, Not.; d) nach verschiedenen Partikeln: NJ"tt3n sieh doch, sieh 
einmal, namentlich nach den Oonjunctionen: KJ"?X ne quaeso, und M3"&M wenn 
anders, etitOTe, wenn, mit einer von Höflichkeit und Bescheidenheit eingegebenen Ein- 
schränkung. — Höflich Redende häufen diese Partikel in jeder Weise 1 M. 18, 3 f. 
19, 7 f. 19. 50, 17. 



DRITTER HAÜPTTHEIL. 



SYNTAX. 



ERSTES CAPITEL, 

SYNTAX DES NOMEN. 
§. 106. 

Umschreibung des Adjectivs, durch. Substantive Abstractum pro 

Concreto. 

Die hebräische Sprache hat im Verhältniss zu dem Reichthum 
an Substantiven einen Mangel an Adjectiven, und einige Arten der 
letzteren, z. B. die der Materie, fehlen ihr fast ganz 1 . Sie ersetzt 
diesen Mangel durch Substantiva, besonders auf folgende Arten: 

1. Das Substantiv, welches zur Umschreibung des Adjectivs 
dient, wird als Genetiv nachgesetzt. So beständig bei Angabe der 
Materie, z. B. 5|p? *>b3 silberne Gefässe, y% •j'hag eine hölzerne Lade, 
wie franz. des vases d'or; ebenso ttiXP MHä ein ewiger Besitz 1 M. 17,8; 
*nöOtt *>*]£) Männer der Zahl d. i. zählbare, wenige Männer 34, 30; 
•jrrjntf ein kostbarer Stein Spr. 17, 8. Die Umschreibung findet bis- 
weilen auch dann statt, wenn entsprechende Adjectiva vorhanden 
sind, z. B. «hpn *jp die heiligen Kleider 2 M. 29, 29; denn der Ge- 
brauch des Adj. #hjp ist durch den Sprachgebrauch auf bestimmte 
Verbindungen beschränkt. Vergl. im N. T. 6 oIxov6jjlo<; xijc dötxta; 
Luc. 16, 8; im Franz. un komme de bien. 

Anm. 1. Seltener geht das Substantiv der Eigenschaft voran und das andere 
folgt als Genetiv, z. B. tyjajapri}» die AuswaJd deiner Thaler f. deine ausge- 
wählten Thaler Jes. 22, 7, vgl 17,' 4. 37, 24. 1 M. 23, 6. 2M. 15, 4. Herrschend 
ist diese Stellung bei dem Substantiv Vs Gesammtheit für Alles, ganz, alle, 
(s. §. 111, 1). 

1 Einige wenige Adjectiva dieser Art, in der Form der Participia passiva, sind 
t*n« (Denom. von fn«) cedem, 1&ri| ehern; vergl. über die Form i*üp als Ausdruck 
inhärirender Eigenschaften §. 50, 3, Anm. 2. 



§. 107. Bezeichnung des Geschlechts. 241 

2. Statt eines Adjectivs, das als Prftdicat des ßatzes zu erwarten wäre, steht 
bisweilen geradezu ein Substantiv, z.B. 1 M. 1, 2: und die Erde war Wüste 
und Leere; Hiob 3, 4: dieser Tag sei Finsternies; Ps. 25, 10. 35, 6. 88, 19. 
110, 3. Jes. 5, 12. Hiob 23, 2. 26, 13. In einigen dieser Stellen wurde die Um- 
schreibung vermittelst eines Substantivs durch den Mangel eines entsprechen- 
den Adjectivs nöthig gemacht; in allen Fällen aber wird durch das Substantiv 
der lügenschaftsbegriff stärker hervorgehoben, als durch das Adjectiv oder 
durch ein Verbum. Dies gilt auch von den Beispielen, wo der Praedicatsbe- 
griff durch ein Substantiv mit einer Praeposiüon ausgedrückt wird, z. B. Ps. 
29, 4: die Stimme Jahwe 1 8 ist rjäa mit Gewalt für gewaltig. 

2. Insbesondere werden Adjectivbegriffe, welche den Besitzer 
einer Sache, den Inhaber einer Eigenschaft oder eines Zustandes 
u. dergl. bezeichnen, häufig durch Wörter wie Mann, Herr, Sohn, 
Tochter, mit dem Genetiv jener Sache, Eigenschaft u. s. w. in fol- 
gender Weise umschrieben; 

a) itf"»« Mann, z. B. tFTto «fr* ein Beredter 2M.4, 10; rw itf"»« ein Ein- 
sichtsvoÜer Spr. 24, 5; h^n tth« ein Jähzorniger 15, 18. b) i$5 Herr, z. B: 
^0 b?5 behaart 2 Kön. 1, 8; rvis&nn i?5 der Träumer 1 M. 37, 19. c) 15 
Sohn, und na Tochter, z. B. i^fi"!? e * n Tapferer, Wackerer; y ig-qa Morgen- 
länder; njl^h- einjährig 2 M. 12, 5; rflyi* <&* Todes schuldig (= ein Kind 
des Todes) 1 Sam. 20, 31; b?*ba-)ns eine Nichtswürdige 1 Sam. 1, 16; poet. 
auch von Leblosem Jes. 5, 1: TP^jS ein fetter d. i. fruchtbarer (Hügel); vgl. 
nW-ja Jon. 4, 10. 

In kühner dichterischer Bede steht bisweilen das Abstractum geradezu für 
das Concretum, wie b??il Nichtswürdigkeit für 'a-ja oder ^'^Nichtswürdiger; 
vergl. seelus für scelestwsmus. Vgl. §. 83, Anm. 1. 

Anm. Wie umgekehrt die Adjecüvformen und Concreto besonders im 
Femininum öfters in die abstracte Bedeutung übergehen, zeigt schon §. 84, 1. 3. 
12 u. s. w.; vgl. 107, 3, b. 

Noch ist hier zu bemerken, dass die Dichter gewisse Epitheta örnantia ohne 
weiteres für das Substantiv setzen, dem die betreffende Eigenschaft zukommt, 
z. B. i*<n$ der Starke d. i. Gott; T*ag der Starke d. i. der Stier, bei Jeremia 
das Boss; *)p gravis, augustus—der Fürst (vergl. fc^iöj elatus in ders. Bed.); 
MJtji alba d. i. luna. So auch f^H ein Lauernder d. i. ein lauernder Löwe 
1 M. 4, 7. Bei den Arabern ist dieser substantivische Gebrauch von Adjectiven 
und Participien noch viel ausgedehnter. Vgl. auch merum f. vinum, 6yp^ d. i. 
das Meer Odyss. 1, 97. 

§. 107. 

Die Bezeichnung des Geschlechts der Nomina. 

Ob sich der Hebräer ein Nomen als weiblich gedacht habe, er- 
sieht man theils aus der Femininendung desselben im Singular 
(§. 80, 1. 2), oder auch aus der weiblichen Endung des Plurals 
(s. jedoch §. 87, 4), theils bloss aus der Gonstruction mit dem 

Geientaf, hebr. Grammatik. XXII. Aufl. 1$ 



242 3. Hauptth. Syntax. Gap. 1. Syntax des Nomen. 

weiblichen Prädikate. Im Einzelnen ist über die Bezeichnung oder 
Nichtbezeichnung des Geschlechts, sowie über die eigentümlich 
hebräische Auffassung des Begriffs der beiden Geschlechter fol- 
gendes zu bemerken: 

1. Am naturgemässesten war die ausdrückliche Bezeichnung 
des Genus in den Fällen, wo das physische Geschlecht von Menschen 
oder Thieren in Betracht kommt. Hierbei zeigen sich jedoch im 
Sprachgebrauch mehrere Abstufungen, je nachdem der Geschlechts- 
unterschied für die Anschauung stärker hervortritt, oder nicht. Am 
meisten ist ersteres der Fall, 

a) wenn für das weibliche Wesen ein besonderes Wort vorhanden 
war, welches dann einer weiblichen Endung nicht mehr bedurfte, 
wie Vater, Mutter; Ochs, Kuh; im Hebr. 1K und Dtf; Vn* Widder, 
brn Mutterschaf; nittn Esel; 'jirvj Eselin; 

b) wenn das weibliche Substantiv durch die Feminin-Endung von 
einem männlichen Substantiv desselben Stammes und derselben 
Bildung unterschieden wird, wie Jitf Bruder, frina Schwester; 
Db? Jüngling, STöb? Jungfrau; nö iuvencus, #T}fe iuvenca; b^P 
vitulus, rfatf vitula. 

Eine geringere Betonung des Geschlechtsunterschiedes findet 
dagegen statt: 

c) wenn sich das weibliche Geschlecht bloss in der Construction 
zeigt (Communia), wie 6, t) ßoite, 6, iq icat<;, z. B. bttä Kameel 
masc. 1 M. 24, 63, fem. 32, 16; n)J3 m. männliche Binder 2 M. 
21, 37, f. weidliche IJiob 1, 14; 

d) wenn ohne Bücksicht auf den Geschlechtsunterschied für beifle 
physische Geschlechter nur Ein Genus im Gebrauch ist (Epi- 
coena), wie der Adler, die Katze, 6 X6xoc, 7] ^eXiöcov, im Hebr. 
z. B. Vtelö M ein der Jungen beraubter Bär Hos. 13, 8 (f. Bärin; 
als Fem. wird dagegen yj construirt 2 Kön. 2, 24. Jes. 11, 7); 
gpfrtf i?m<7 männl. construirt Ps. 144, 14, obwohl von trächtigen 
Kühen die Bede ist. 

Oefter werden in den Fällen unter a. b. c. die bestimmteren Geschlechts- 
bezeichnnngen für das Femininum, die in der Sprache vorhanden sind, durch 
allgemeinere, sonst nur für das Masc. übliche Ausdrücke ersetzt. So steht 
*Vi»H f. für yrnfcj 2 Sam. 19, 27 ; bjK f. für rfcjK Ps. 42, 2 (vergl. im Deutschen 
Gemahl für Gemahlin; umgekehrt sind im Arab. die in der älteren Schrift- 
sprache vermiedenen Femininformen, wie bdla, Herrin, *arÜ8a, Braut, bei 
Späteren immer häufiger geworden). Dagegen beruht der Gebrauch von *i?5 
Knabe, Jüngling auch für rfns_ im Pent. auf der urspr. epicoenen Verwendung 
von "lSJ; wenn jedoch Hi. 1,19. Euth. 2, 21 tai*)*} für junge Leute (beider Ge- 



§. 107. Bezeichnung des Geschlechts. 243 

schlechter) gebraucht wird, so handelt es sich dabei weniger um einen epicoenen 
Gebrauch, als um die Anschauung, nach welcher das Masc. als das vornehmere 
Geschlecht überwiegt und so zugleich das Feminin mit einschliesst (vergl. arab. 
abawäni, die beiden Väter, i. e. parentes). 

Dieselbe Sparsamkeit im Gebrauch der Feminin -Endungen zeigt sich 
in "jiaij Spr. 8, 30 Werkmeister, von der "Weisheit (tr^^n fem.) wie natura 
omnium artifex Plin. 2, 1 ; rro ein Todter, von einem weiblichen Leichnam 
1 M. 23, 4; Ö^Hi» von einer Göttin 1 Kön. 11, 5: wie im Engl, friend, teacher, 
servant, neighhour auch von der Freundin, Lehrerin, Dienerin, Nachbarin; im 
Lat. auctor, martyr. 

Unter den Epicoenis finden sich Benennungen ganzer Thiergattungen, 
welche man, je nachdem sie stark und kräftig, oder schwach und furchtsam 
erscheinen, männlich oder weiblich gedacht hat, z. B. als masc, a?}3 Hund, 2KT 
Wolf, als fem. nyr Taube, MTW Storch, h»* na Strauss, rar*' Hase. 

2. Am consequentesten findet die Bezeichnung des weiblichen 
Geschlechts durch die Femininentfung bei den Adjectiven und Parti- 
cipien statt. S. §.87, 5. 

3. Ausser dem eigentlich Weiblichen werden im Hebr. beson- 
ders folgende Dinge (ungefähr dieselben, welche im Griech. und 
Lat. Neutra sind) durch die Femininform bezeichnet: 

a) Das Leblose, zu dessen Bezeichnung das weibliche Geschlecht als das 
schwächere passender schien, z. B. ^"Yj Seite (des Menschen), Lende, tt^Yj 
oder trpp hintere Seite (eines Landes, Hauses); fitto Stirn, rtWa Beinschiene 
(von der Aehnlichkeit). Wie in diesen beiden Beispielen dient auch sonst die 
Femininform öfter, um die eigentliche Bedeutung eines (organischen) Gegen- 
standes auf einen verwandten leblosen (bes. Kunst-) Gegenstand zu übertragen. 

b) Abstracta; wenigstens ziehen dieselben die weibliche Form entschieden 
vor, wenn auch die männliche daneben vorkommt, z. B. ÖJJJ, ^P? Hache, 
*it5, ITJtS Hülfe §. 84, 11. 12. Von Adjectiven wird sehr gewöhnlich das 
Fem. im Sinne unseres Neutrum substantivisch gebraucht, z. B. ft^O] Gewisses 
Ps. 5, 10, tvfi Böses, Unglück; auch im Plur., wie nibSa grosse Dinge Ps. 12, 4 ; 
rvi&Aßa (Part. Niph.) wunderbare Dinge. 

c) Bisweilen dient die Femininform zur Bezeichnung einer Wurde oder eines 
Amtes, z. B. rvi33 (eig. Beinamen, dann Gleichbenannte) Mitbürger; rYiS'jB 
Fürsten (gleiche. Hoheiten). Näher betrachtet drückt hier die Femininform 
eig. Abstractbegriffe aus, die dann auf die concreten einzelnen Personen über- 
tragen wurden ; ebenso verhält es sich ohne Zweifel auch mit dem Plur. VYtiUjt 
Väter (eig. etwa paternitas als Würdebezeichnung). Etwas anderer Art sind 
dagegen Fälle, wie röftp concionator (Bezeichnung des Königs Salomo, Pred. 
1,*1, eig. das Predigende, so dass die Femin. -Endung dazu dient, die so be- 
nannte männliche Persönlichkeit als eine in bestimmter Richtung thätige her- 
vorzuheben) ; vgl. rn&Ö als Mannsname Neh. 7, 57. Ezr. 2, 55. Alle derartige 
Wörter werden jedoch ihrer Bedeutung nach mit dem Masc. construirt. In 
grösserer Ausdehnung findet sich diese Verwendung der Femininform im Arab., 
Aeth. und Aram., z. B. in Chalipha (Femin. von chatyph nachrückend, Stell- 
vertreter). Zu den oben zuerst genannten Beispielen vergl. noch magistratus, 

16* 



244 3. Hauptth. Syntax. 1. Cap. Syntax des Nomen. 

Herrschaft f. Herr, Obrigkeit t Oberer, Majestät, ExceUenz, Magnificenz, ital 
podestä u. A. Ferner: 

d) Coüectiva, vergl. ryyn Wanderer, rfrvytf Karavane, eig. das Wandernde ffir 
die Wandernden; nbia (von Masc. nVia) die Sehaar der Auswandernden; rta$h 
eig. das Bewohnende, die Einwohnerschaft, die Bewohner Jes. 12, 6. Mich. 1, 
11. 12, rttjfc für die Feinde Mich. 7, 8. 10. So häufig im Arabischen. VgL 
das po8t. Tis r\5 gleichbed. mit "Vi* ^S die Einwohnerschaft von Tgrm, 
•na? na^B? ^ meine Volksgenossen. Im Griech. vgl. xö lurirtxo'v und ^ Ticiro; 
für die Beiterei, ^ xafiir)Xoc (Herodot 1, 80). 

e) Umgekehrt bezeichnet die Femininform, wie im Arab., hin und wieder 
auch das Vereinzelte (Nomen unitatis), wenn die Masculinform von der ganzen 
Gattung gebraucht wurde, z. B. ^ Schiffe, Flotte (1 Kön. 9, 26), hJ3K ein 
einzelnes Schiff (Jon. 1, 3 ff.); *i5to Haar (collect.), rTjgto ein einzelnes Haar 
(s.Bicht. 20, 16. 1 Sam. 14, 45. Ps. 40, 13); *\*ti Gesang] 'häufig collectiv, ffr® 
einzelnes Lied; ebenso wohl ftxtft Feige, h$) Blume (neben dem Collect f) 
1 M. 40, 10), njttfttf eine £tfie(neben }ÜW) f ftfib ein Backstein (arab. libina, 
neben dem Collectiv libin) u. a., obwohl der Unterschied im Hebr. zum Theil 
verwischt ist. 

4. Ausser den unter No. 1, a aufgeführten Benennungen weib- 
licher Wesen giebt es noch viele andere Wörter, die der Feminin- 
endung entbehren und doch mehr oder weniger vorherrschend als 
Feminina gedacht wurden. Diese lassen sich als Feminina nur 
aus der Femininconstruction erkennen und gehören hauptsächlich 
folgenden Wörterclassen an: 

a) Kamen für Länder und Städte, indem dieselben als Mütter 1 und Er- 
nährerinnen der Einwohner gedacht wurden, z. B. *tTORt f. Assyria, dHk f. 
Idumaea, *V2C Tyrus, und ebenso die Nomina appellativa, welche Land, Stadt 
und überhaupt Oertliches, räumlich Umgrenztes bezeichnen, wie yjj Erde, 
Land, bM Erdkreis, w Stadt, Tjri und rr\ht Weg, Tjn Hof, riarro Lager, Mty 
Unterwelt, IKä Brunnen, yi&X Norden, )&ft Süden u. a., bisweilen selbst ffipq 
Ort 1 M. 18, 24 (mit Beziehung auf Sodom) und 2 Sam. 17, 12 K'thtb (wo das 
Q?r% das Masc. herstellt) 2. 

Sofern die Kamen der Völker meistens Hase, sind, wird öfter dasselbe Wort 
als Volksname mit dem Masc, als Landesname mit dem Fem. construirt, z. B, 
rmr m. Judaei Jes. 3, 8; f. Judaea Klagl. 1, 3; ÖTO m. Idumaei 4 M. 20, 20 
und f. Idumaea Jer. 49, 17. 

Doch wird ein solcher Name bisweilen auch dann als Fem. construirt, wenn 



i So steht Ott 2 Sam. 20, 19 und auf phönic. Münzen für Mutterstadt, fitjtpi- 
KoXtc (yergl. pivt^p, mater), und in demselben Bilde werden die Einwohner S&h** 
des Landes (Landes-JSTtfuler) genannt, z. B. Söhne Zions Ps. 149, 2, Söhne Babels 
Es. 23, 15 (wie sonst Sohn des Hauses, Sohn des Mutterleibes). 

* Wie bei tfipB, welches sonst überall Masc. ist, findet auch bei den übrigen 
Beispielen mehr oder weniger ein Schwanken hinsichtlich des Genus statt 



§. 108. Vom Plural und den Collectivis. 245 

das Volk gemeint ist, nach einer Uebertragung, wie unser: die Türkei schliefet 
Frieden, Hiob 1, 15. 1 Sam. 17, 21. Jes. 7, 2. 21, 2*. 

b) Glieder und Theile des menschlichen und thierischen Körpers, indem die- 
selben in der Weise von Werkzeugen als dienend, untergeordnet (und somit 
weiblich) gedacht werden, z. B. 9£3K Finger, ^3 Knie, TpJ Lende, t)t}S Schulter, 
ptä Schenkel, Y? und t)§ Hand, b\^ Fus$, )*{ Auge, jT»* Ohr, JFht Arm, fittÄ 
Zunge, )*}% Sern, 5)3$ Flügel, yb Zahn, )m Bauch, Mutterleib* ; daher auch 
Namen für fe&fo*e Werfet^ und Geräthe, wie a^H Schwert, in; Pflock, •j'h&j 
Kasten, Lade (doch auch masc), iö^ 2?e/£, b§3 /SWiwÄ, bis Becher, ts Eimer, 
auch *)3$ /Stein u. a. m. 

c) Bezeichnungen für 2Jtcft£, Feuer und andere (gleichsam dienende) Natur- 
kräfte; so (neben dem Masc.-Gebrauch) TOttJ Sonne, tt$K .Fewer (äthiop. esät); 
*YiJÄ ücä< (Hiob 36, 32, sonst masc), *Qb Lichtglanz; ferner WH Wind, 6few£, 
tis: Hauch, Seele (beide nur selten Masc.) u. s. w. 3 . 



§. 108. 

Vom Plural und den Collectivis. 

1. Ausser den eigentlichen Pluralendungen (§. 87, 1, 2) besitzt 
die Sprache noch einige andere Mittel, um eine Mehrheit von 
Dingen zu bezeichnen, nämlich a) besondere Wörter mit Collectiv- 
bedeutung, denen andere (die sog. Nomina unitatis) als Bezeichnung 
der einzelnen Stücke entsprechen; so *TitÖ Ein Rind, ngä Rinder 
(Rindvieh)^ z. B. n£} nÄpfi fünf Rinder 2 M. 21, 37; fite ein Stück 
kleines Vieh, ))kl kleines Vieh, Schafe und Ziegen (griech. fi7]Xa); 
*) die Feminin-Endung (§. 107, 3, d); c) die Singular -Nomina 
selbst, von denen viele zugleich collectivisch gebraucht werden, 
wie Wtk (nie in Pluralform) Menschen, tthtf f. Männer, Mannschaft, 
yfto der Feind, z. B. Ps. 9, 7 f. die Feinde; f ? (gleichs. Baumschlag) 
f. Bäume; soll durch einen solchen collectiven Singular die Ge- 

* Hieran knüpft sich weiter die dichterische Personifikation der Völker, Länder 
und Städte als weiblicher Wesen, z. B. Jes. 47, 1 ff. 50, 1. 54, 1 ff. Klagl. 1, 1. 
Ezech. 16, 3 ff. Daher auch "|i*2rna, tasfte von Stadt und Einwohnerschaft (oben 
No. 3, d), und die Bezeichnung der zu einer Stadt gehörigen kleineren Orte als 
Töchter derselben, Jos. 15, 45 ff. 

2 Auch bei diesen Wörtern schwankt z. Th. das Geschlecht; als Masc. finden 
sich z. B. ?ht Jes. 17, 5 al., pW 2 Mos. 29, 27, T? Zach. 3, 9 aL, T"^ Pa - 22 > 
16 al. — Beständig werden als Masc. gebraucht: E)9 Nase (eig. Schnauben), 3$t 
Schwanz, tl?ö Stirn, aß? Ferse, t(p Nacken, HB Mund, 1KJ* Sah. 

3 Vergl. über das Einzelne das Wörterbuch. Uebrigens giebt es einige Wörter, 
welche die Femininendung haben, wie rräha Etm, rflö|3 Bogen (vom Stw. ^P), n§ 
Zeit (f. rTO), und doch zuweilen als Masc construirt sind, weil man ihre Abkunft 
verkannte, d. h. n für einen Stammconsonanten hielt. 



246 3. Hauptth. Syntax. 1. Gap. Syntax des Nomen. 

sammtheit der unter denselben Gattungsbegriff fallenden Individuen 
bezeichnet werden, so wird nach §. 109, 1 der Artikel voraus- 
geschickt; übrigens vergl. noch §. 108, 4, Anm. 1 über die be- 
sondere Bedeutung des Plurals von gewissen Collectiven. 

2. Anderseits dient die Pluralendung nicht bloss zum Ausdruck 
der Mehrheit, sondern auch anderer verwandter Verhältnisse, welche 
in anderen Sprachen durch Singularia dargestellt werden. So be- 
zieht sich die Pluralform 

a) auf Ausdehnungen des Raumes und der Zeit, und steht daher 
öfter, um Bäume, Gegenden und insbea. Flächen zu bezeichnen, indem die 
Einheit derselben als eine Zusammensetzung aus einer Unzahl einzelner Theile 
oder Punkte vorgestellt ist; so ta^ati Himmel (§. 88, Anm. 2), d^o^h» Himmels- 
höhe Hiob 16, 19, d^» Wasser, d^a? poet. f. o; Meer (gleiehs. die weite Meeres- 
fläche); rY&Sfiö Gegend zu den Füssen, rYilifentt Gegend zum Kopf; ferner die 
Namen für gewisse Glieder, welche Bä um e oder Flächen am Körper 
sind, wie d^D Antlitz (auch Fläche, Vorderseite überhaupt), d^*3 Hals, 
Nacken 1 ; für Zeiten, Zeiträume, wie d^n Leben, d^Wp Jugendzeit, d^jjt 
Greisenalter, Richtiger dürften indess diese letzteren Plurale als intensive 
Zusammenfassung der an dem Stammbegriff haftenden Zustände und Eigen- 
schaften zu erklären sein, so dass d^Spt eig. den Inbegriff der Zustände eines 
*}£t ausdrückt. Sicher liegt eine solche Zusammenfassung zu einem Abstract- 
begriff vor in Fällen, wie D^na Jungfrauschaft, o??]? Verkehrtheit, d^sqs 
Kinderlosigkeit, d^iaQ Blindheit. Vgl. noch zu Obigem die Präpositionen des 
Baumes und der Zeit in Pluralform, §. 103, 3. 

b) auf Begriffe der Macht, Gewalt und Grösse. Diese sogen. Hoheits - oder 
Herrschaftsplurale bilden ein Seitenstück zu den lit. a behandelten intensiven 
Pluralen; und zwar dient hier der Plural zunächst zur Bildung von Abstractis, 
welche den Grundbegriff in höherer Potenz („innerlich multiplicirt") darstellen. 
Dies gilt vor allem von d^rtia Gott (Plur. von Pfbg). Gesetzt auch, dass 
dieser Plural als ein Best älterer polytheistischer Vorstellungen zu betrachten 
wäre, so hat doch die Sprache im Bereich des A. T. (soweit d^Ä von einem 
Gott gebraucht wird) die Idee einer numerischen Vielheit völlig von dem 
Worte abgestreift und verbindet mit demselben nur die Vorstellung von einem 
Abstractum, das in hoher Steigerung Gegenstand des Schauders und der Furcht 
ist. Wie das lat numen, unser Gottheit, ist sodann dieses Abstractum auf den 
concreten einzelnen Gott (auch der Heiden) übertragen. In dieselbe Kategorie 
gehören: d^tth(p= der Hochheilige (Gott) Hos. 12, 1. Spr. 0, 10. 30, 3 (vgl. Jos. 
24, 19 und aram. 'p'rts der Höchste Dan. 7, 18), und d^p'JPi penates immer 
im Plur., selbst wo es nur Ein Bild bedeutet 1 Sam. 19, 13. 16. Ferner DW8= 
•jiTO Herr, z. B. m$£ dWK ein harter Herr Jes. 19, 4, yytin Tpg der Herr 
des Landes 1 M. 42, 30. 39, 20, besonders mit Suffixen der 2. und 3. Person, 
wie ^p^K dem Herr (eig. deine Herrschaft), *pri^ sein Herr (dagegen ^H» mein 
Herr; '^la Gottesname, §. 121, Anm. 4). Ebenso tea Herr, mit Suff, oft 

1 Vergl. die ebenso gemeinten Plurale tä ot£pva, Td vc&xa, tä zpdyvika, prae- 
cordta, cervices, fauces. 



§. 108. Vom Plural und den Oolleetms. 247 

•rt$a sein Herr (Jos. 1, 3), Ijisa ihr Herr. VergL noch d**tÖ* Schopfer (stets 
mit Suff.) Jes. 22, 11. 54, 5 (neben t^B). Ps. 149, 2. Hi. 35, 10 *. 

Anm.. l; Uebrigens hält sich der unter b behandelte Gebrauch des Plurals 
in sehr engen Grenzen und geht nicht über die angeführten Wörter hinaus, 
welche überdies (ausgenommen Bitnft) daneben auch in der Singularform ge- 
braucht werden. Ueber die Construction dieser Plurale mit Adjectiven s. §. 112, 
1, Anm. 3 ; mit Verbis §. 146, 2. 

2. Die Plurale unter a sind in der Prosa ebenfalls auf wenige Wörter be- 
schränkt; dagegen treten sie in der Sprache der Dichter und Propheten etwas 
häufiger auf, z, B. D^stfn tenebrae (gleichs. intensive Finsterniss), d^S und 
d^»n deliciae. ö^teK Treue u. a. m. 

•\~tjr * • v» 

3. Wenn einem Substantiv ein Genetiv beigefügt ist, und der 
so zusammengesetzte Begriff in den Plural treten soll, so geschieht 
dies ä) am natürlichsten durch die Pluralisirung des Nomen regem, 
z. B. b^n i'tiaa starke Helden (eig. Helden der Stärke) 1 Chron. 7, 2. 9; 
ebenso bei Compositis, wie ^tt^ä Benjaminit, Plur. "Wo 1 * ^Sl 1 Sam. 
22, 7 ; V) durch die Pluralisirung beider Nomina, z. B. D^bjn "niSiä 
1 Chr. 7, 5; ff^kba ipüi Gefängnisshäuser Jes. 42, 22; trittj ^3 Gottes- 
söhne (nicht Götters.) Vz. 29, 1; und c) selbst bloss durch Plurali- 
sirung des Nomen rectum, z. B. 1K tY^S Vaterhaus, Familie, Plur. 
inina tTÜ Stammhäuser, Familien 4 M. 1, 2 ff., ttmäH tTO rite Höhen- 
Aäwer 2 Kön. 17, 29, neben 'an im 23, 19; omn» Mi ihre Götzen- 
häuser 1 Sam. 31, 9; vgl. über diese von den Grammatikern früher 
übersehene Beobachtung noch Rieht. 7, 25 (der Kopf von Z'eb und 
*Oreb f. die Köpfe). Der zusammengesetzte Begriff ist somit ge- 
radezu als Nomen compositum behandelt 9 . 

Bei der Beziehung eines Substantivs mit Suffix auf einen Plural 
genügt die Singularform des Substantivs, indem die Beziehung auf 
eine Mehrheit schon hinlänglich durch das Suffix ausgedrückt ist, 
z. B. TD^ö os eorum f. ora eorum Ps. 17, 10, VjFti] Ps. 144, 8 (also 
wie im Deutschen: ihr Mund, ihre Hand). 



* Etwas Aehnliches ist es, wenn Könige von sich mit Wir reden (vergl. 1 Hacc. 
10, 19. 11, 31); dagegen sind die Plurale im Munde Gottes 1 M. 1, 26. 11, 7. Jes. 
6, 8 entw. als communicative (die umgebenden Engel mit einschliessend) oder — 
und wohl richtiger — als Plurale der inneren Reflexion (Selbstberathung) zu er- 
klären. — Die jüdischen Grammatiker bezeichnen obige Plurale (OTOK **• 8 » w als 
rYiflSH ^SH (plur. virium od. virtutum), Neuere als Pluralis excellentiae, magni- 
tudinis oder Plur. majestatieus. Der Gebrauch des Plurals als Bespectsform in der 
Anrede, wie ihn neuere Sprachen haben, Hegt dem hebr. Gebrauche fern. 

2 Alle drei Weisen finden sich im Syrischen und Aethiopischen ; s. Hoffmann 
gramm. syr. p. 254. Dittmann Gramm, d. äthiop. Spr. S. 364 f. 



848 3. Haupttk Syntax. 1. Gap. Syntax des Nomen. 

4. Zu den Bezeichnungen der Mehrheit gehört auch die Wieder- 
holung eines Wortes mit oder ohne Copula. Dieselbe dient nament- 
lich zur Herrorhebung der Gesammtheit (alle, Jede), z. B. DY» 
Di^ Tag für Tag, alle Tage, «PK t^Ä Jedermann, auch tfitfi «h* Ps. 
87, 5, Di*! ßT 1 Esth. 3, 4, n^^ Geschlecht für Geschlecht 5M. 32, 7; 
anderwärts distributiv i^ab yyp *TJ? Jede Heer de besonders 1 M. 
32, 17. 4 M. 31, 4 (Marc. 6, 39 f.) ; ferner zur Bezeichnung einer 
gruppenweise vertheilten Menge, so z. B. in Pluralform 2 Eon. 
3, 16: D^lä D*0| Gruben in Menge, lauter Gruben, vergl. Joe! 4, 14. 
2 M. 8, 10, und im Stat. constr. mit folgendem Genetiv 1 M. 14, 10: 
nwi tr\Ka ti^l lauter Asphaltgruben, vergl. Rieht. 5, 22; endlich 
zur Bezeichnung eines Mehrerlei, wie auch bi ^4/fes und Allerlei 
bedeutet. So z. B. (mit der Copula) lp&T\ }ltt mehrerlei (zweierlei) 
Gewicht 5 M. 25, 13. Spr. 20, 10, abj ib zweierlei (zweideutige) Ge- 
sinnung Ps. 12, 3. 1 Chr. 12, 33. 

Die affectvolle Wiederholung desselben Wortes bei Ausrufungen (z. B. Jer. 
22, 29. Es. 21, 32. Klagl. 1, 16; auch eines Adjectivs, um den Begriffeinhalt 
desselben gleichsam nach allen Seiten hin geltend zu machen, Jes. 6, 3) gehört 
nicht hierher, sondern in das Gebiet der Rhetorik. 

Anm. 1. Zusammenhängende Materien, Stoffe u. dgl. werden meist als eine 
Einheit gedacht, und kommen daher fast nur im Sing, vor, wie 2ftT Gold, CjOS 
. Silber, f* Holz, )** Wein (dagegen &*?&, welches im Arab. gleichfalls Sing, 
ist, nach No. 2, a im Flur.). Sobald man aber an einzelne, durch Bearbeitung 
aus der Totalität herausgewonnene Stücke zu denken hat, tritt sofort der Plur. 
ein, z. B. Vtfgs Silberstücke 1 M. 42, 25 vgl. Ys. 35, CP2» ligna (zum Bauen 
oder Verbrennen). In dieselbe Kategorie von Pturalen des Products gehört 
auch: fron Weizen (als Collectiveinheit) auf dem Halme, trcsn Weizen in 
Kornern (gedroschener W.), ebenso tristo und ä">*njrä) Gerste; D-f Blut (als 
organische Einheit, daher auch von dem aufgefangenen Opferblut), D"W ver- 
gossenes Blut, sofern solches in einer Mehrheit von Blutflecken zur Erscheinung 
kommt (Plur. extensivus); doch erscheint dieser Plur. im Sprachgebrauch 
(z. B. 1 M. 10, 4) auf gewaltsam vergossenes Blut beschränkt und bedeutet da- 
her auch geradezu caedes oder Blutthat, Blutschuld. 

2. In den Fällen, wo man einen sogen, poet. Plural annimmt, ist der Be- 
griff der Mehrheit oder der Ausdehnung nicht ausgeschlossen, z.B. Hiob 17, 1: 
Gräber sind mein Laos (sofern deren viele beisammen sind «= Gräberstätte ; 
wir würden sagen: der Friedhof), vergl. 21, 32. 2 Chr. 16, 14. 

3. In einigen Fällen ist der Plural zur Bezeichnung eines unbestimmten 
Einzelnen verwendet; sicher gehört dahin Bicht. 12, 7: isba ^2 in einer der 
Städte Qüeads, wahrsch. aber auch 1 M. 8, 4. 13, 12. 19, 29. 



§. 109. Gebrauch des Artikels. 249 

§. 109. 
Gebrauch des Artikels. 

Der Artikel (n, n, n §. 35) ist ursprünglich (wie in anderen 
Sprachen, z. B. den romanischen, vergl. &, ig, x6 bei Homer) ein 
Demonstrativpronomen, wennschon — wenigstens in dem jetzt 
vorliegenden Sprachgebrauch — von so geringer Kraft, dass er 
fast nur im engsten Anschluss an das Nomen gebraucht wird. 

Stärkere Demonstrativkraft (dieser) bat *rj noch in einigen Verbindungen, 
wie di*rj diesen Tag, hodie; ttV^n diese Nacht; dran dieses Mal, Auf der 
ursprünglichen Demonstrativ -Bedeutung beruht indess noch: t) der Gebrauch 
als Relativum vor dem Verbum, z. B. IttX&Stt die gefunden werden 1 Chr. 20, 
17. 26, 28. Jos. 10, 24. Ezr. 8, 25; ebenso, nach der Auffassung der Masora, 
1 M. 18, 21. 46, 27. Buth 1, 22. 4, 3. Jes. 51, 10. Hiob 2, 11; vergl. auch rrt$n 
= rpi* Ittfet 1 Sam. 9, 24; 2) die Fälle, wo der Artikel (meist in Verbindung 
mit einem Partie.) eine neue Aussage anknüpft, indem er zugleich auf ein vor- 
angegangenes Nomen zurückweist, um dasselbe nochmals hervorzuheben, z. B. 
Ps. 19, 10: die Rechtsentscheide Jahwe 1 * sind Wahrheit .... Vs. 11: d^narj 
sie, die begehrenstoerther sind u. s. w. (der Art hat in solchem Falle fast die 
Kraft von Ttqjn <x&to(); vergl. hierzu Ps. 104, 3 (drei Hai). Jes. 40, 22. 23. 46, 6. 
1 M. 49, 21. Hiob 5, 10. 41, 25 u. ö; ferner vor einem Partie, mit Verbalsuffix 
Ps. 18, 33: i'in Wtfori i&tfj der Gott, der mich gürtet mit Kraft, vergl. Vs. 
48. Jer. 19, 13. Neh. 10, 38. — Vor absolut stehenden Substantiven findet sich 
der Art. mit ahnlicher Emphase 5 M. 32, 4. Ps. 18, 31 (= er, der Gott, dessen 
u. s. w.). 

Die Näherbestimmung (Determinirung) eines Substantivs durch 
den Artikel tritt im Allgemeinen in denselben Fällen ein, wie im 
Griechischen und Deutschen. Er steht mithin, wo von einem be- 
stimmten, bereits erwähnten (1 M. 1, 3: Gott sprach: es werde Licht. 
Vs. 4: und Gott sah das Licht FVttttTtts]; 1 Kön. 3, 24: holet mir ein 
Schwert, und sie brachten das Schwert; Pred. 9, 15), oder einem 
als bekannt vorausgesetzten (niibtö -fbian der König Salomo), oder 
einem in seiner Art einzigen Gegenstande (thatgn, f nan) die Rede 
ist; er steht nicht, wenn der Gegenstand als etwas Unbestimmtes, 
Allgemeines, noch Unbekanntes hingestellt wird, wie im Eingang 
obiger Beispiele; vergl. auch Pred. 1, 12: ich war König OfVa) über 
Israel. 

Nur in der Poesie kann der Artikel auch in den ersterwähnten 
Fällen fehlen und steht hier überhaupt viel seltener, als in Prosa, 
z. B. $tt für Sften Ps. 21, 2, pn« für pnan 2, 2 1 . Doch pflegt in 

* Gewisse alte, meist nur noch von Dichtern gehrauchte Wörter stehen immer 
ohne Artikel; so Binpi, Vfcltf, b^, hj^itn, «*fc +& TlS *% 



250 3. Hauptth. Syntax. 1. Cap. Syntax des Nomen. 

allen den Fällen, wo das n des Artikels nach einem Praefix syn- 
copirt ist (§. 35, Anm. 2), auch in der Poesie der für den Artikel 
erforderliche Vocal nach dem Praefix zu stehen, Ps. 2, 4 al. 

Herrschend ist die Setzung des Artikels in folgenden Fällen: 

1. Wenn ein G-attungswort als collectiver Singular die Totalität 
der zu derselben Gattung gehörigen Individuen bezeichnet, wie 
z. B. der Gerechte, der Frevler Pred. 3, 17; das Weib f. weibliche 
Geschlecht 7, 26; der Canaaniter 1 M. 13, 7. 15, 19. 20 (wie im 
Deutschen der Busse, der Türke, bei den Attikern 6 'AÖTjvatoc, 6 
2upaxoato<;). 

2. Wenn das Gattungswort vorzugsweise von einem bestimmten 
Individuum steht, und dadurch gewissermaassen zum Nomen 
proprium geworden ist, wie 6 icoitjttqs (Homer); so ftste Wider- 
sacher, pütt der Widersacher, Satan; bttHerr, b?äH Baal als Nom. 
propr. des Götzen; DTKfJ 1 M. 2, 7 ff. der (erste) Mensch, Adam; 
btfH, D^rtbÄn 6 de6c, der einzige, wahre Gott= nirp (doch häufig 
auch in derselben Bedeutung D^rtbtf ohne Artikel, indem dieses 
Wort, wie DTK 1 M. 5, 1 £, den Charakter eines Nom. pr. erhielt, 
s. §. 110, 1). So auch nnsn der Strom = der Euphrat, n33fi der 
Umkreis, nämlich des Jordan, die Jordansaue. 

3. Bei wirklichen Eigennamen von Flüssen, Bergen und Städten, 
wenn die zu Grunde liegende Appellativbedeutung für das Sprach- 
bewusstsein noch hinlänglich durchsichtig oder doch aus einer 
früheren Sprachperiode überliefert war (vergl. im Haag, die Neu- 
stadt, le Havre); so Tfr*n der M (eig. der Strom), "JTW der Jordan 
(wahr seh. der Fluss), *ji3a^n der Libanon (eig. der Weissberg). Bei 
Städtenamen ist dieser Gebrauch des Artikels schon seltener (doch 
vergl. nyajn eig. der Hügel, i?n der Haufe, nmn die Höhe u. a.), 
und in der Poesie fällt er meistens weg. (Vergl. §. 110, 1.) 

A nm. 1. Wenn der hebr. Artikel bisweilen für unseren unbestimmten Artikel 
zu stehen scheint, so erklärt sich dies daraus, dass der Hebräer manche Gegen- 
stände als bestimmte denkt und benennt, die wir unbestimmt zu denken und 
zu benennen gewohnt sind. Dies geschieht am häufigsten : 

a) bei Vergleichungen, indem der verglichene Gegenstand nicht individuell, 
sondern als Gattungsbegriff (s. o. No. 1) gedacht wird, z. B. weiss wie die WoÜe, 
wie der Schnee, roth wie der Scharlach Jes. 1, 18; wie das Vieh Ps. 49, 15; 
wie den Ball Jes. 22, 18; die Himmel werden zusammengerollt wie das Buch 
34, 4, vgl. 10, 14. 24, 20. 27, 10. 20, 8. 58, 6. Ps. 33, 7. Bicht. 14, 6. 16, 9. Wo 
jedoch das verglichene Substantiv schon durch ein Adjectiv näher bestimmt 
ist, steht der Artikel ebenso wenig, als wenn ein Genetiv folgt, z. B. Ig? Jes. 
10, 14, aber rittfo •)£ TrirtffrÄ 16, 2. Hiob 30, 14; vgl. Ps. 1, 4 mit Jes. 29, 5. 



§. 110. Gebrauch des Artikels. 251 

Sonst sind Ausnahmen von obiger Begel selten, wie z. B. Tiaü* Hiob 16, 14, 

nao 31, 18. 

b) bei allgemein bekannten Stoff- oder Gattungsbegriffen, wie das Silber, 
das Gold, das Yieb, das Wasser, da* Feuer. Daher 1 M. 13, 2: Abraham war 
sehr reich an dem Vieh, dem Silber und dem Golde (wo andere Sprachen 
den Artikel weglassen würden). Vgl. 41, 42. 2 M. 31, 4. 35, 32. Jes. 1, 22. 
So ttfotä t{yO mit (dem) Feuer verbrennen. 

c) häufig auch bei Abstractis (wie tö iitiuxäv, la modestie), daher bei phy- 
sischen und moralischen Uebeln, z. B. mit der Blindheit 1 M. 19, 11, die Finster- 
nis8 Jes. 60, 2, durch die Falschheit 29, 21. 

Auch in vereinzelt stehenden Fällen wird man hiernach den Grund der 
Artikelsetzung leicht herausfinden, z. B. 1 Sam. 17, 34 (vgl. Arnos 3, 12. Joh. 
10, 12). 1 Kön. 20, 36. 1 M. 8, 7. 8. 14, 13. 2 Sam. 15, 13. Das häufige W 
üi*ft steht nicht bloss mit Zurückbeziehung auf vorher Berichtetes (= des- 
selbigen Tages), sondern auch geradezu für unser eines Tages (eig.: an dem 
betreffenden Tag, wo es geschah = eines gewissen Tages), 2 Kön. 4, 18. Hi. 
1, 6. 13. 

2. Auch der Yocativ lässt den Artikel zu und zwar im Allgemeinen über- 
all da, wo er auch sonst stehen würde, z. B. ?£>Bn rttttftft hilf, o König 2 Sam. 
14, 4; Vhjri fvs/n jttHrp; o Josua Hoherpriester Zach. 3, 8. 1 Sam. 24, 9. 



§. 110. 

Der Artikel steht in der Regel nidht: 

1. bei Eigennamen von Personen und Ländern (ffi, D^Stt), des- 
gleichen von Völkern, sofern ihre Benennung mit dem Namen des 
Stammvaters oder des Landes zusammenfällt (bfcnto^, D'ntf) : dagegen 
lassen die Gentilicia im Singular und Plural den Artikel zu, 
z. B. D^a^n die Hebräer 1 Sam. 13, 3, ^tett der Canaaniier (coli. 
§. 109, 1). 

2. vor Substantiven, die bereits durch einen nachfolgenden 
Genetiv oder ein Suffixum bestimmt sind (§. 111, 1), so dass es der 
Bestimmung durch den Artikel nicht mehr bedarf, z. B. T\)tX] ^yi 
das Wort J.'s, ^n« mein Vater. 

Die Ausnahmen, in welchen der Artikel vor dem Nomen regem (Stat. constr.) 
oder vor dem mit einem Suffix verbundenen Nomen steht, sind entweder nur 
scheinbare und erledigen sich durch richtige syntaktische Analyse, oder sie 
unterliegen gerechten Bedenken hinsichtlich der masoretischen Yocalisirung. 
In der Begel zieht man hierher : 

ä) die Fälle, in welchen angeblich die Demonstrativkraft des Artikels her- 
vorgehoben werden soll. Diese Erklärung erscheint statthaft 2 Kön. 23, 17, 
doch ist auch dort "Qpii nicht St constr., sondern zu erklären: dieses Grab 
ist (das Grab) des Mannes Gottes, also dieselbe Breviloquenz (für 'K "lap ^Optf?) 
wie in den Beispielen u. lit. c. — Auch Bs. 123, 4 wäre zu erklären: unsere 



252 3. Hauptth. Syntax. 1. Cap. Syntax des Nomen. 

Seele ist satt von solchem Sohn (dem Hohn) der Sicheren; vergL noch Ez. 17, 
15. Ezr. 8, 29. 2 Ohr. 8, 16. Sehr fraglich sind dagegen: Job. 8, 33: i^SpTTj die 
(andere) Hälfte davon (?), vorher "TOT; Rieht. 16, 14, wo indes» für das uner- 
hörte *ttV]n offenbar ITOi zu lesen ist; 1 Kön. 14, 24, wo sich der nach Vs 
übliche Art. irrthümlichvor nh^iin einschlich (vergl. Jer. 25, 26); 2 Kön. 9, 4 
ist das zweite *i3>|Si durch das vorhergehende veranlasst ; 1 Ohr. 15, 27 ist der 
Text offenbar verderbt. Jer. 32, 12 ist rt^pBtt Epexegese (nicht Genet.) zu dem 
Absoluta* IfeöiTTiK, und in Fällen, wie «T3ttn Jes. 9, 12 ist das Suffix Verbal- 
suffix, also Accusativ. Dagegen dürfte der Art. in *^$3 Jos. 7, 21, ?J3*W 
(vielL Dittographie des Käph) 3 M. 27, 23, tiMl Mich? 2, 12 (oflenb. 1 ab 
Oopula zum folg. zu ziehen), 'UTEJgi Spr. 16, 4 einfach als syntaktische Un- 
möglichkeit zu tilgen sein. 

b) die Fälle, wo der Genetiv ein Nom. propr. ist, welches den Artikel nicht 
zuliess (nach No. 1), z. B. i&rrVSi H31öh der AÜar von Bethel 2 Kön. 23, 17, 
iörrv^ i»Ji der Gott von Bethel 1 M. 31, 13, TOS* ^jn der König von 
Assyrien Jes. 36, 16 (nicht aber in der Parallele 2 Kön. 18, 31); vgl. 1 M. 24, 
67. Jer. 48, 32. Ez. 47, 15 (vgl. 48, 1), ebenso in der Anrede öjw^T; nan o du 
Tochter J. Klagl. 2, 13. Nach dem ersten Beispiele (2 Kön. 23, 17) scheint 
die Masora überall Verbindung des Artikels mit dem Stat constr. angenommen 
zu haben. Auch hier dürfte es jedoch richtiger sein, die Nomina mit dem 
Art. als Absoluti aufzufassen, denen in laxer Verbindung der Genetiv beigefügt 
ist, während eig. das Nom. regens nochmals ohne Art. wiederholt sein sollte. 
z. B. iarrva (i$) b#j. Jedenfalls gilt dies von den Fällen: 

c) wo die Verbindung zwischen dem logischen Nomen regens und dem 
Genetiv eine so lockere ist, dass ersteres schon an sich einen vollständigen 
Begriff enthält, der Genetiv aber eine nachträgliche Bestimmung hinzubringt, 
besonders eine den Stoff betreffende, z. B. V»Wt *jg#i das Gewicht, das Blei 
{bleierne) Zach. 4, 10, möhsn nat^n der AÜar von Kupfer 2 Kön. 16, 14. Vs. 
17 scheint dagegen auch die Masora ein solches Appositionsverhältniss (s. §. 113 
u. 116, 5) durch die Vocalisirung *>)33)? anzuerkennen, ebenso in fhtjfj ^WM 
n^xan Jos. 3, 14. 

3. Vor dem Prädicat, welches seiner Natur nach unbestimmt 
ist. 1 M. 29, 7: Vhj Di*rt ni* noch ist der Tag hoch, ist's hoch am 
Tage; 33, 13. 40, 18. 41, 26. Jes. 5, 20: aitD *nb BniaiWj äie das 
Böse gut nennen, 66, 3. 

Doch giebt es Fälle, wo die Natur des Prädicates den Artikel fordert. 1 M. 
2, 11: agfefi K*in er ist der umgebende = er ist% der da umgiebt. 45, 12:' V**3 
*iawi dass es mein Mund (ist), der redet. 42, 6. 2 M. 9, 27. Ueber einen 
anderen Fall, wo der Artikel vor dem Prädicate steht, s. §. 109 Auf. 

§. 111. 

1. Wenn ein aus Nomen regens und Genetiv zusammengesetzter 
Begriff näher bestimmt werden soll, so steht der Artikel regel- 
mässig vor dem Genetiv, determinirt aber zugleich das Nomen 
regens (den Stat. constr.) mit, z. B. rVönb 1 » ttPtf ein Kriegsmann 



§. 111. Gebrauch des Artikels. 253 

Jos. 17, 1, rtttnVan Mfa* die Kriegsmänner 4 M. 31, 49; ngf W 
Lügenwort Spr. 29, 12, *r02>n W tftf* JPor* tfes Propheten Jer. 28, 9. 

Dieselbe Stelle nimmt bisweilen der Artikel ein, wenn nur der Genetiv be- 
stimmt, das Nomen regem» aber unbestimmt ist, z. B. TTWr\ npirj ein Theil 
des Feldes 2 Sam. 23, 11 (s. dagegen 1 M. 33, 19. Jos. 24, 32), rronWjitf 1 ** ein 
Ackersmann (wo nicht Appos» = Noah, der A.), 1 M. 9, 20 (vergl. dagegen 
TTJ€ tt^H 25, 27). Gewöhnlich wird jedoch in solchem Falle, um Zweideutig- 
keit zu vermeiden, eine andere Ausdrucksweise gewählt, s. §. 115. 

f Aus obiger Regel (No. 1) erklärt sich auch der Gebrauch des Artikels nach 

Vs eig. Gesammtheit. Dieses hat nämlich den Artikel nach sich in den be- 
stimmten (eine Totalität umfassenden) Bedeutungen: alles, ganz (wie Ums les 
hommes, toute la viUe), dagegen nicht in der unbestimmteren (vereinzelnden) 
Bedeutung: allerlei, irgend etwas, und der distributiven: jeder (tout homme, ä 
Umtprix), z. B. d*j^rj-b| alle Menschen,. yy^rb^ die ganze Erde, eig. die Ge- 
sammtheit der Menschen, das Ganze der Erde; aber *BKri3 allerlei Steine 
1 Chr. 29, 2, "tt*ri$ irgend etwas Bicht. 19, 19, b'h-tea'su jeder Zeit Ps. 7, 
12, doch auch in Verbindung mit coUectivem Singular: ^lybü jegliches Lebende= 
aües Lebende (ebenso YT^i Cfi3~i5u. s. w.). — Ueber die (appositionelle) Nach- 
stellung von Va und den absoluten Gebrauch von Vän = die Gesammtheit, alle, 
jedermann (z. B. 1 M. 16, 12) s. das W.-B. 

Selbst zusammengesetzte Eigennamen werden zum Behuf der Determinirung 
wieder aufgelöst, indem der Art. vor das zweite Wort tritt, z. B. ^^Tü^Sl Ben- 
jaminit (§. 86, 5), "W'Jt-jsi Bicht. 3, 15, Mjrifch nng derBethlehemü 1 Sam.17, 58. 

2. Wenn ein Substantiv den Artikel hat, oder (was gleich- 
bedeutend ist) durch einen folgenden Genetiv oder ein Suffix näher 
bestimmt ist, so erhält auch das zu ihm gehörige Adjectiv (desgl. 
die Pronomina nt, *Wfi, §. 122, 1) den Artikel. 1 M. 10, 12: TW 
nVlän die grosse Stadt; 28, 19: awnn ffipEn dieser Ort; 5 M. 3, 24: 
njjmn SpTJ deine starke ff and; 11, 7: Vftan rtfr^ ntott das grosse 
Werk Jahwe's. 

Nicht ganz selten steht indess der Artikel auch: . 

a) beim Adjectiv allein, so dass die Näherbestimmung erst nachträglich hin- 
zugefugt wird, z. B. *TO8ft fffr der sechste Tag, eig. ein Tag, der sechste 1 M. 
1, 31 (dagegen *<ft} öi* ein zweiter Tag 1, 8), 41, 26. 1 Sam. 19, 22. Jes. 7, 20. 
Zach. 14, 10. Ps. 62, 4. 104, 18. Neh. 3, 6. 9, 35; (dagegen ist TOM IM. 1, 21. 
9, 10 bereits durch "b$ determinirt). Wenn das Adj. eigentlich Participium 
ist, ist die Weglassung des Art. beim Subst. sogar das Gewöhnliche, z. B. 2^Ti 
nrhh das Schwert, das gewaltthätig ist Jer. 46, 16; geradezu nöthig wird sie 
bei Umkehrungen der Wortfolge, wie Jes. 11, 9. Selten hat den Artikel 

b) das Subst. allein Ez. 39, 27. 2 Sam. 6, 3 (wo vielleicht der Art. vor TOhft 
nach n irrthümlich ausgefallen ist). Etwas häufiger fehlt der Art. bei den 
JPronomm. fetift, rtig, deren Bedeutung schon an sich eine gewisse Determination 
einschliesst, und aus demselben Grunde stets bei IT, z. B. Kiri rÄ*jia 1 M. 19, 
33, vergl. 38, 21; «It *titin Ps. 12, 8, hitt Ö^Tri? * Sam. 2, 23, besonders wenn 
das Subst. nur durch ein Suffix determinirt ist, wie FÄ$ ^p 1 ^ 1 Kou. 10, 8. 



254 3. Hauptth. Syntax 1. Cap. Syntax des Nomen. 

vgL, 2 M. 10, 1. Jos. 2, 20. Ez. 43, 12. Pt. 148, 10. Absichtlich unbestimmt ist 
«n tt\3ti 1 M. 37, 2 böser Leumund über sie (WJO '* wäre: ihr böser Leu- 
mtifkJ),* vgl. 4 M. 14, 37. 1 Sam. 2, 23; 1 M. 42, 19: nriK ÖSTWt im Sinne von: 
einer eurer Bruder; 43, 14. 



§. 112. 

Verbindung des Substantivs mit dem Adjectiv. 

1. Das Adjectiv, welches einem Substantiv als Beiwort dient, 
steht nach dem Substantiv und stimmt im Genus und Numerus mit 
ihm überein, z. B. Vhä tth», W T\m. Steht das Substantiv in 
Verbindung mit einem Genetiv (§. 114), so folgt das Beiwort erst 
nach dem letzteren, z. B. Esth. 8, 15: nb^ MT mtD? eine grosse 

' ' T t TT V V t V 

Krone von Gold. — Ueber die Setzung des Artikels s. §.111, 2. 

Anm. 1. Die Fälle, wo ein Adjectiv (nach üblicher Erklärung wegen des 
besonderen Nachdrucks) vor dem zugehörigen Subst. zu stehen scheint, be- 
ruhen fast sämmtlich vielmehr auf einem Appositioiisverhältniss; vergL Jes. 10, 
30: o die Elende, 'Anathot! 23, 12: du Geschändete, Jungfrau Tochter §ldo%; 

28, 21 sind 1J und H**idj vorausgestellte Praedikate; 53, 11: ein Gerechter, 
mein Knecht; Ps. 18, 4: den Gepriesenen rufe ich an, Jahwe. Dagegen wird« 
D^sn viele bisweilen in der Weise eines Zahlworts dem Subst. vorangeschickt, 
ohne dass ein appositionelles Yerhältniss beabsichtigt scheint, vergl. Ps. 32, 
10. 80, 15. Neh. 9, 28 (Ps. 145, 7 ist y? Subst. regens). — Selten und meist 
dichterisch sind Wendungen, wie: t^jöSj n £^ glatte unter den Steinen für 
glatte Steine 1 Sam. 17, 40. Jes. 85, 9. Ez. 7, 24, und mit folgendem Collectiv 
statt des Plurals: &1$ ^"haK die Armen unter den Menschen = die Armen Jes. 

T T •• | ¥ # 

29, 19. Jer. 49, 20. Zach. 11, 7. Im Lat. ähnlich canum degeneres. Doch hat 
in aUen diesen Fällen das zum Nom. regens erhobene Adj. einen starken Nach- 
druck und kommt fast auf einen Superlativ hinaus. 

2. Wenn einem Femininum zwei Adjectiva folgen, so ist zuweilen nur das 
zunächststehende weiblich flectirt, z. B. &»$•) Mtn&: HDfitba 1 Sam. 15, 9, hn 
ptm hVft 1 Kön. 19, 11. Ps. 63, 2. VgL §/i47, T Anm.l. T ' 
f 3. Hinsichtlich des Numerus ist zuvörderst zu bemerken, dass Substantive 

im Dual das Adjectivum oder Partie, im Plural zu sich nehmen, z. B. d'y'tt 
rVi» 1 } stolze Augen Spr. 6, \7. Ps. 18, 28. Hiob 4, 3. 4. Jes. 35, 3. VgL §. 88, 1. 
Ausserdem findet öfters Constructio ad sensum statt, indem Collectivbegriffe 
mit dem Plur. des Adj. oder Partie, verbunden werden, z. B. 1 Sam. 13, 15. 
Jes. 9, 1. Jer. 28, 4; dagegen stehen die sogen. Hoheitsplurale (§. 108, 2, &) 
in der Regel mit dem Singular, z. B. p^ fi^M Ps. 7, 10. Jes. 19, 4 (doch 
mit dem Plur. 1 Sam. 17, 26). 

2. Sehr häufig ist die Anlehnung eines Adjectivs (im Stat. 
constr.) an einen nachfolgenden Genetiv zum Behuf der näheren 
Bestimmung des Adjectivs, z. B. ^arrnsp t schön von Gestalt 1 M. 39, 6, 
Di» ^ps rein an Händen Ps. 24, 4, t»r^« Seelenbetrubte Jes. 19, 10 



. 113. 114. Von der Apposition. Vom Genetiv. 255 

(vergl. im Latein, integer vitae scelerisque purus; tristes animi). 
Ebenso werden häufig auch die Participia und Adjectiva verbalia 
construirt, falls sie nicht den Accusativ (als den Casus ihres Verbs) 
^ bei sich haben; s. §. 135. 

3. Vom Adjectiv als Prädicat des Satzes 8. §. 144 ff. 



§. 113. 

Von der Apposition. 

Wenn zwei Substantive in demselben Casus neben einander 
gestellt werden, so dass das eine (und zwar in der Regel das nach- 
stehende 1 ) zur nähern Bestimmung des anderen dient, so entsteht 
(im Gegensatz zu dem Verhältniss der Unterordnung) Apposition, 
z. B. njfcb« n$l ein Weib (welches) Wittrve (ist) 1 Kon. 7, 14, 
nbVö rriflPg eine Dirne (welche) Jungfrau (ist) 5 M. 22, 28, ffnttK 
tm Worte (welche) Wahrheit (sind) Spr. 22, 21. 6, 12. Hi. 20, 29? 
27, 13. Ueber die Fälle, wo das erste der beiden Substantive (vor 
nachfolg. Stat. constr.) in der Form des Status constructus erscheint, 
s. §. 116, 5. Anderwärts stehen Substantiva, die man in Apposition 
erwarten sollte, auch im Verhältniss der Unterordnung, z. B. *nö 
üito ein Wildesel von einem Menschen; vergl. Spr. 15, 20. 21, 20. 

Auch zwei Adjectiva können in Apposition zusammengestellt werden, so 
dass das eine die Bedeutung des anderen modiflcirt, z. B. 3 M. 13, 39: FHtta 
ntab rYins mattweisse Flecken, Vs. 19: rraWiK rmb mna ein weissrother 
(hellrother) Fleck. 

Weiteres über Apposition s.noch §.116, Anm.6.§. 118, 3. §.120, 1.2. §.121, 8. 



§. 1H. 
Vom Genetiv, 

1. Nach §. 89 wird das Genetiv- Verhältniss regelmässig durch 
die enge Anlehnung des Nomen regens (im Stat. constr.) an das 
Nomen rectum (den Genetiv) ausgedrückt. Der eigentliche Charakter 
des Stat. constr. bringt es mit sich, dass nicht zwei oder mehrere 
coordinirte Nomina in Anlehnung an denselben Genetiv stehen 



1 Vorangesetzt wird das Nomen, welches zur Näherbestimmung des anderen 
dient, nur in gewissen Verbindungen, wie TH TJ^§«3, ritfotf ^9? der König David, 
der König BdUmo; seltener ist in solchem Falle die Stellung 1$$tt *m 2 Sam. 13, 39. 



256 3. Hauptth. Syntax. 1. Gap. Syntax des Nomen. 

können 1 . Ebenso vermeidet es die Sprache gern, einem Nomen 
regens mehrere durch und verbundene Genetive folgen zu lassen; 
vielmehr wird in solchem Falle das Nomen regens gewöhnlich 
wiederholt, z. B. 1 M. 24, 3: rn»n ^rtbai traaÄn ^rfbtf der Gott des 
Himmels und der Gott der Erde, Jer. 8, 1. Wohl aber kann eine 
längere Stat -constr. -kette dadurch entstehen, dass ein Nomen 
rectum wieder zum Nomen regens eines von ihm abhängigen Genetivs 
wird. Zwar bedient sich dann die Sprache häufig des Mittels der 
Umschreibung (§. 115), um die unbehülf liehe Häufung von Gene- 
tiven zu vermeiden, doch vergl. z. B. 1 M. 47, 9: Viha i*n imJ *ct> 
die Tage der Jahre des Lebens meiner Väter, und sogar sechsgliedrig 
Jes. 21, 17: der Rest der Anzahl der Bogen der Helden der Söhne 
Qedar's. 

In den zuletzt angeführten Beispielen (vgl. auch Jes. 10, 12. Hiob 12, 24 
u. a.) stehen alle Substantiva (natürlich ausser dem letzten Genetiv) im Stat, 
constr. Doch finden sich auch einige Beispiele, wo ein Genetiv inmitten der 
Kette im Stat. absol. steht, indem er zusammen mit seinem Nomen regens 
einen einheitlichen Stat. constr. bildet, von welchem GesammtbegrüF (und 
zwar vorzüglich vom Regens desselben) alsdann der folgende Genetiv abhängt. 
So Jes. 28, 1 : fj ^ibn &^arä-&oa das fette Thal (eig. das Fettigkeitsthal) der 
vom Wein Erschlagenen, 32, 13. Ps. 68, 22. 1 Chr. 9, 13. 

2. Die Anlehnung des Nomen regens an einen Genetiv findet 
nicht bloss dann statt, wenn der letztere einen sogen. Genetivus 
subjeetivus (des Besitzers, Urhebers u. s. w.) darstellt, sondern auch 
an den sogen. Genet. objeetivus. Vergl. Ezech. 12, 19: D^ntFft Ottn 
das Unrecht, welches die Einwohner verübten; dagegen Obad. Vs. 10: 
Tpfl» OWi das Unrecht gegen deinen Bruder 2 (vergl. 1 M. 16, 5 ipW 
die mir widerfahrene Unbill); ^fbtt tWtk die Furcht vor dem Könige 
Spr. 20, 2 ; nilT» ttn* die Gottesfurcht, Dto ng*T das Geschrei über 
Sodom 1 M. 18, 20; ni Jp?tS das Gerücht über Tyrus Jes. 23, 5, bb« 
Spn^Ä praeda hostibus tuis erepta 5 M. 20, 14. Ferner: f ? ^ der 
Weg zum Baume 1 M. 3, 24. Spr. 7, 27. Hi. 38, 20, Djn Jpg die 
Strasse am Meere Jes. 8, 23, D^tfb« ^nnt Gott wohlgefällige Opfer 
Ps. 51, 19, rftr; n?nti der bei J. geschworene Eid 1 Kön. 2, 43. 



* Darnach ist es unstatthaft, zu sagen W? rn ' 3 ? !| *$% ßü * ft*** Dwvidü, 
anstatt: Wbn*l TH i;a ßu Davidis eiusque filiae. Doch s. Ezech. 31, 16. Jes. 
11, 2: Erkermtniss (Jahwe's) und Furcht JJs. 

2 Im Lat. so bei muma (s. Gaes. b. gall. 1, 30), metus (wie metu* hostium, 
metue Pompeit), spes n. a. Vgl. OeU. 9, 12. Im Griech. z. B. tftvoia täv <p(X»v, 
ic(ottc toü &tou, 6 Xöyo« 6 tou oTaopoö 1 Kor. 1, 18. 



§. 115. Umschreibung «des Genetivs. 257 

3. Die Anlehnung an einen Genetiv findet sich häufig auch in 
solchen Fällen, wo eher Apposition zu erwarten wäre, z. B. *tns 
mö fluvius Euphratis, 1?53 -pj» u. s. w. S. §. 116, 5. 

Anm. 1. Einschaltung eines Wortes zwischen Nomen regens undiV. rectum 
scheint vorzuliegen 2 Sam. 1, 9 und Hi. 27, 3 (TO nach "i|), Hos. 14, 3 (HTSC) 
nach "te). In Wahrheit ist jedoch an allen drei Stellen durch die Umstellung 
der Wörter (HypaUage, für -^3 li$ u. s. w.) die Stat.-constr.-Yerbindung auf- 
gehoben und daher z. B. 2 Sam. 1, 9 zu erklären: denn als Qesammtheit ist 
noch meine Seele in mir = meine ganze Seele, 

2. Da die Anlehnung an einen Genetiv immer irgend eine Näherbestimmung 
des angelehnten Wortes (Stat. constr.) mit sich bringt, so können Nomina 
propria nicht eigentlich in den Stat. constr. treten, weil sie ihrer Natur nach 
schon an sich näher bestimmt sind. Die Verbindungen, in welchen dennoch 
Nomina propria in Anlehnung stehen, beruhen auf einer Breviloquenz, welche 
den im Nom. pr. enthaltenen und die Anlehnung vermittelnden Appellativ- 
Begriff unterdrückt. So bes. bei geogr. Namen, wie D**nü3 *flK Ur (Stadt) 
der Chaldäer 1 M. 11, 28; ü*yrs ö^K Ar am (das Gebiet) der beiden Flüsse = 
Mesopotamien; ebenso rYifcOS hjrn Jahwe der Heerschaaren für Wi»3* V&« "■ 
(2 Sam. 5, 10 al.). Vergl. §. 116, Anm. 

Umschreibung des Genetivs. 

Ausser durch die Anlehnung des Nomen regens im Status con- 
structus (§. 89 und 114) kann das Genetivverhältniss noch durch 
einige mehr umschreibende Ausdrucksrveisen dargestellt werden; so 
besonders mittelst der Präposition b, welche u. a. den Begriff der 
Zugehörigkeit und somit etwas dem Genetivverhältniss Ent- 
sprechendes ausdrückt. So 

1. b *«ÖK, hauptsächlich für den Genetiv des Besitzers, z. B: *ni5K ykltin 
«TO&A das Vieh ihres Vaters (eig. welches ihrem Vater zugehörte) 1 M. 29, 
9. 47, 4 ; ausserdem, wenn mehrere von einander abhängige Genetive auf ein- 
ander folgen würden (in welchem Falle der letzte gern umschrieben wird; 
s. jedoch §. 114, 1): b-IKräb ItÖK öWlrj -Ha« der Vorsteher der Hirten des Saul 
1 Sam. 21, 8, fiftitiÄ *itt3{s derart •vro das Lied der Lieder des Salomo HL. 
1, 1 (offenbar zugleich, in dem Bestreben, die feststehende Bezeichnung "W 
'TBSi nicht zu alteriren); 2 Sam. 2, 8. 1 Chr. 11, 10, und aus dem §. 114, 1 
Note angegebenen Grunde 1 M. 40, 5. (Im Babbinischen ist daraus die Genetiv- 
bezeichnung bu3 = b -X0 entstanden, vgl. schon HL. 1, 6. 3, 7; im Aram. dient 
das Belativum ^ *n auch für sich allein als Genetivbezeichnung.) 

2. b (ohne "Hi$&0, ebenfalls zur Umschreibung des Genetivs der AngehorigkeU 
und des Besitzes 1 , z. B. ?1KW? d^fcätti die Kundschafter Sauls 1 Sam. 14, 16. 

* Im Grunde sagt der Gascogner ebenso richtig la fille ä Mr. N., wie die 
Schriftsprache la fille de — ; ersteres hebt die Angehörigkeit, letzteres die Abkunft 
hervor. Die Araber unterscheiden einen doppelten Genetiv: einen, der sich durch 
Gesenius, hebr. Grammatik. XXIt. Aufl. 17 



258 3. Hauptth. Syntax. 1. Cap. Syntax des Nomen. 

So besonders a) wenn das Nomen regen» ausdrücklich unbestimmt gelassen 
werden soll, z. B. *&b ^ ein Sohn des Bai 1 Sam. 16, 18 (während W" - )? = 
der Sohn des L); p^b* i«i frs ein Priester des höchsten Gottes 1 M. 14, 18. 
41, 12: *#Dttfc b^W-iattf zwei Diener Simis l Kön. 2, 39, *mi liat» ein 
jR?a/m Davids (eig. David als Verfasser zagehörig) und elliptisch Wi? von 
David Ps. 11, 1. 14, 1 al.; Fälle wie "liajö TYji (z. B. Ps. 24, 1) sind nicht 
einfach als eine Umstellung zu betrachten, sondern 'a ist Epezegese zu dem 
vor /h & ausgelassenen Gattungsbegriff. Uebrigens ist die Einführung des Ver- 
fassers, Dichters u. s. w. durch dieses sogen, b auctoris auch in den übrigen 
semitischen Dialekten, bes. im Arabischen, das Gewöhnliche; b) wenn mehrere 
Genetive von einem Substantiv abhängen, z. B. T3pi rTTtött figTprj das Acker- 
stück des Boas Buth 2, 3. 2 Kön. 5, 9 hgfif] *&ni b^ojh^W *iBb das Buch 
der Chronik der Könige Israels 1 Kön. 15,* Slj'i^te'pj^ M'toV rYbfcjh "nasn 
Jos. 19, 51, wo die enger zusammengehörenden und Einen Begriff bildenden 
Paare (Chronik, Könige Israels, Familienhäupter u. s. w.) unter sich durch 
den Stat. constr. verbunden sind, während die Verbindung zwischen diesen 
Gruppen nur durch das lose anknüpfende b hergestellt wird. Doch s. §. 114, 1. 
c) nach Zahlangaben, z. B. tiHnh d*P ü^^ton TOsttfa am 27. Tage des Monats 
1 M. 8, 14. 7, 11. 

§. 116. 

Weiterer Gebrauch des Status constrnetus. 

Sofern der Status constr. zunächst nur die enge Anlehnung 
eines Substantivs an das folgende Wort (oder den folgenden 
Wortcomplex) darstellt (s. §. 89), wird er im Flusse der Rede 
auch ausserhalb des eigentlichen Genetivverhältnisses gebraucht, 
namentlich 

1) vor Präpositionen, vorzüglich im höheren Stil und am 
häufigsten, wenn das Nom. regens ein Particip ist, z. B. vor a: 
TO^a nmate die Freude in der Ernte Jes. 9, 2. (s. auch Vs. 1) 5, 11. 
19, 8. Ps. 2, 12; vor b: *wh fiSStt? Jos. 8, 13, wA ^r& Jes. 56, 10. 
30, 18. Ez. 1, 27. Ps. 58, 5. Klgl. 2, 18. Hiob 18," 2.' 24, 5; vor 
ba Jes. 14, 19; vor Ifc: abritt ibTOä von der Milch Entwöhnte Jes. 
28, 9; vor b? Rieht. 5, 10; vor der Nota accus. Jer. 33, 22. 

2) vor dem Fron, relativum (oder richtiger: in Anlehnung an 
den ganzen von *iw eingeleiteten Satz, s. No. 3), z. B. 'y\ nitftf öipti 
der Ort wo . . . 1 M. 39, 20. 40, 3. 3 M. 4, 24. 33. 2 Sam. "15, 2L 
1 Kön. 21, 19. Jer. 22, 12. 

?, und einen, der sich durch *)£ auflösen lässt. Die romanischen Sprachen mit ihrem 
de gehen von dem letzteren Begriffe aus. Im Griechischen ist das sog. o^^a 
KoXocptbvtov, j) xecpaXV) t«J> dvftpcfaccp für toi» dvftp&rcoo {s. Bernhardg Syntax S. 88) 
su vergleichen. 



§. 116. "Weiterer Gebrauch des Status constructus. 259 

3) vor relativen Sätzen ohne *utftf, z. B. Jes. 29, 1: T\m rwp 
TVj die Stadt wo David Lager schlug; Hiob 18, 21: btf ^T^b taiptt 
*ter Ort dessen, der Gott nicht kannte, 29, 2. 1 Sam. 25, iö. Ps. 90, 15*. 
Vergl. §. 123, 3. Anm. 1. 

4) selten sogar vor Wäw copuL, tWT\ ITDDri Jes. 33, 6. 35, 2. 
51, 21. Ez. 26, 10. 

5) in Appositionen (sofern nämlich nicht nach §, 114, 3 ein wirk- 
liches Genetivverhältniss stattfindet), z. B. 1 Sam. 28, 7: Mtot 
niamb?ia ein Weib, Inhaberin eines Beschwörergeistes (vergl. A€r. 
16, 16), und so auch p**rTfi nbVfi die Jungfrau Tochter Zion 
Jes. 37, 22, vergl. 19, 11. 23, 12. i M. 14, 10. 5 M. 33, 19. 2 Sam. 
20, 19. 2 Kön. 10, 6. 17, 13 Q°ri. Jer. 14, 17, 46, 9. Ps. 78, 9. 

Wenigstens z. Th. lassen sich diese Stellen auch so erklären, dau wirkliche 
Anlehnung stattfindet, nur dass der erste Stat. constr. (in Folge der Ein- 
Schiebung eines Permutativs für denselben) vorläufig in suspenso gelassen ist; 
anderwärts (Ps. 68, 34. Hi. 20, 17) findet wahrsch. direkte Anlehnung an den 
folg. Stat. constr. statt.J 

6) überhaupt in enger Verbindung; so bisweilen (selbst mit 
kleinen Distinctivis) *\n\k einer f. ^na 2 Sam. 17, 22. Zach. 11, 7. 
1 M. 48, 22. Jes. 27, 12. Vergl. dazu noch den Stat. constr. in 
einem Theile der Zahlwörter von elf his neunzehn §. 97, 2. 

Anm. Wenn in diesen Fällen meist ebenso gut der Status dbsol. anstatt 
des Stat. constr. stehen könnte, so giebt es anderseits auch Verbindungen, 
wo man statt des Stat. absol. eher einen Stat. constr. erwarten könnte. So z. B. 

a) in geographischen Namen wie ft59&-rv;ji ta« Abel Beth-Ma* a Jcha d. i. Abel 
bei Beth-Ma'*kha (zum Unterschied von anderen Orten des Namens Abel). 
Vgl. indess §. 114, Anm. 2 1 . 

b) anscheinend auch in einigen anderen Beispielen, wo indess die Verbindung 
für ein Genetivverhältniss nicht eng genug erschien, so dass das zweite Nomen 
vielmehr als Apposition zum ersten (§. 113) zu denken ist. Hierher gehört 
u. a. Ps. 60, 5: ttte^fr "p d. i. nicht sowohl Wein des Taumels, als vielmehr Wein 
der Taumel (Taumeltrank) ist, der Taumel erregt; Ezech. 47, 4: ö^Ä ü^q 
Wasser welches Maass der Kniee ist; 1 Kön. 22, 27: Bfod und ytb b^vo 
Wasser das Trübsal ist (d. i. Gefangnenkost). Vergl. Jes. 3, 24. 30, 20 und 
die gründliche Erörterung dieser specifisch semitischen Bedeweise von Fleischer 
in der Abhandlung „über einige Arten der Nominalapposition im Arab." (Be- 
richte über die Verhandl. der Kgl. sächs. Gesellsch. der Wissenschaften zu 
Leipzig, 1862, 8. 10 ff.). 

c) in der Zusammenstellung nifcOB D^ig elliptisch für rYiKSS *rfb« tftftjj Gott 
(der Gott) der Heerschaaren, indem 'b§ die Geltung eines Nom. pr. erlangt 
hat (=rniT; in '32t % §. 114, Anm. 2). * 



i Latein. Augvsta VindeUcvrvm, dagegen im Englischen z. B. Beäford Street 
Covent-garden, einfach neben einander gestellt, statt near Covent-garden. 

17* 



260 3. Hauptth. Syntax. 1. Gap. Syntax des Nomen. 

Darstellung der übrigen Casus. 

1 . Wenn in der gegenwärtigen Gestalt des Hebräischen die Casus- 
Endungen, welche nach §. 90 ehedem für den Nomin., Genet. und 
Accus, vorhanden gewesen sein müssen, bis auf wenige Beste ab- 
gestreift sind, so fragt sich, welche Ersatzmittel die Sprache etwa 
anwendet, um die Gasusverhältnisse des Nomen im Satze zu be- 
zeichnen. Der Nominativ ist immer nur aus der syntaktischen 
Fügung zu erkennen, ebenso der mit ihm gleichlautende Vocativ. 
Ueber den Genetiv s. §. ll4 — 116. Von den übrigen Casus, für welche 
die indogerm. Sprachen durchweg (wie das Sanskrit) oder doch 
z. Th. besondere Flexionsformen haben, wird der Dativ durch die 
Präposition b 1 , der Ablativ durch yn (von, aus), der Locativ und 
Instrumentalis meist durch a (in, an, durch) umschrieben. Dabei 
denkt sich jedoch der Semit das von der Präposition abhängige 
Nomen als Genetiv, weil jene Partikeln ursprünglich Nomina sind, 
und dem entsprechend haben im Arab. alle von einer Präposition 
abhängigen Nomina die Genetivendung. Vergl. §. 101, 1. 

Ueber den Gebrauch des b zur Umschreibung unseres Genetivs 
s. §. 115, 1. 2. 

2. Der Accusativ hat, wo er eine locale Richtung ausdrückt, 
häufig noch seine ursprüngliche vocalische Endung in der Form n — 
(§. 90, 2). Sonst ist er entweder nur (wie der Nominativ) aus der 
Structur des Satzes, oder an einem vorgesetzten -fitf (fitf, vor Suf- 
fixen auch nitf) zu erkennen. Doch wird dieses Wörtchen dem 
Accus, nur dann vor angeschickt, wenn derselbe bereits durch den 
Artikel, oder durch einen nachfolgenden Genetiv (also auch durch 
Suffixa), oder als Eigenname, oder endlich sonst (2 Sam. 13, 17. 
18, 18) näher bestimmt ist. Unter diesen Voraussetzungen ist der 
Gebrauch des -fitf namentlich in der Prosa herrschend : die Poesie 
dagegen bedient sich dieser Nota accusativi weit seltener. Z. B. 1 M. 

l, l: pan nwn watin na (dagegen traah pa 2, 4). 2, 24. 6, iö a . 

1 Ganz so, wie die lat. Präposition ad in den roman. Sprachen (ital. a, vor 
Vocalen ad, franz. ä, gpan. ä) und wie to (= zu) im Engl, zur Umschreibung des 
Dativs verwendet wird. 

* PiiK oder tnk (in dieser Form nur vor den sogen, leichten Suffixen, §. 103, 1, 
Anm. 1), TU* (tonlos in engem Anschluss an das folgende Wort durch Maqqeph) und 
tt$ (mit tonlangem e), phoen. TNk (wahrsch. 'ijath, punisch auch yth gesprochen), 



§. 118. Gebrauch des Accusativ. 261 

Selten sind die Beispiele, wo M$ vor einem nicht determinirten Nomen steht; 
am ehesten geschieht dies noch im höheren Stil in solchen Fällen, wo der 
Artikel nur dichterisch bei einem dem Sinne nach bestimmten Nomen fehlt 
(§. 109), z. B. Spr. 13, 21: Ö^jWS-T«, Jes. 50, 4. Ez. 43, 10. Hiob 13, 25; ganz 
selten in Prosa, wie 1 Bam. 24, 6 (wo indess das Nomen ebenfalls durch den 
Zusammenhang bestimmt wird); 2 M. 2, 1, wo vielleicht das Nom.pr* (Jokhebed) 
nach ~fiK ausgefallen ist. 



Gebrauch des Accusativ. 

Der Accusativ steht 1) als Object der transitiven Verba (§. 138); 
dient aber auch 2) zur Darstellung von mehr adverbiellen Näher- 
bestimmungen, welche nur mittelbar vom Verbum regiert werden. 

Der adverbieUe Gebrauch des Accus, hat sich allerdings erst aus dem Ge- 
brauch desselben als Objectscasus entwickelt, und in mehreren Constructionen, 
in welchen man den Accusativ als Casus adverb. aufgefasst hat, ist derselbe 
vielmehr direkt (als Object) vom Verbum abhängig (§. 138, 1, Arno. 3); keines- 
wegs aber darf man deshalb den adverbiellen Gebrauch des Accusativs über- 
haupt in Abrede stellen. 

Abgesehen von dem Gebrauch als Objectscasus steht der 
Accusativ: 



arab. vor Suff, 'ijjä, aram. jdth, jäth, ist ursprünglich ein Substantiv, welches etwa 
Wesen, Substanz, Selbst bedeutete (wie das syr. jdth, vgl. hehr. Wä Zeichen), jetzt 
aber im Stat. constr. mit einem folgenden Nomen oder Suffix verbunden das Pro- 
nomen ipse, aux6« umschreibt (vgl. Aehnliches §. 124, Anm. 3). Im gewöhnlichen 
Gebrauch hat es indess (ähnlich den Casus obliqui auxoö, auxtp, aux6v, z. Th. auch 
ipsi, ipsum, desselben u. s. w.) so wenig Nachdruck, dass es eben nur zur Einfüh- 
rung eines bestimmten Objectes dient; die Verbindung Ö^©il hfit eig. aüxöv tov 
oöpavöv .(vevgl. aärfjv XpuaqtSa Hiad. 1, 143), ihn, den Himmel, ist nicht stärker, 
als das einfache tov oüpavov. — Dass ft$ auch den Nominativ ausdrücke, ist bei 
der urspr. Bedeutung (s. o.) an sich nicht undenkbar und scheint wenigstens Hagg. 
2, 17. Dan. 9, 13 (schwerlich jedoch Pred. 4, 3) angenommen werden zu müssen. 
Anderwärts (1 Sam. 17, 34: und zwar mit dem Bären) ist vielmehr die Praepos. HK 
mit gemeint, und Jos. 22, 17. Neh. 9, 32 (beidemal nach einem Begriff des Er- 
mangeins), sowie 2 Sam. 11, 25 wird man an einen frei untergeordneten Accusativ 
zu denken haben, wie ein solcher jedenfalls in der Verbindung mit Passiven (auch 
2 Kön. 18, 30) statuirt werden muss, s. §. 143, 1 a. — Eigentliche Accusative liegen 
wohl auch Ez. 35, 10. 44, 3 vor (beidemal WS im Sinne des Lat. quod attinet ad). — 
Ez. 47, 17—19 (vergl. auch 43, 7) liegt die Oorrectur des n« in Witt nach Vs. 20 
nahe; aber schon die LXX, die nur Vs. 18 Totöra haben, kannten schwerlich eine 
andere Lesart, als HK, und dieses wird somit in allen jenen Stellen als Nota accus. 
zu betrachten sein, abhängig von einem zu supplirenden Begriff, wie ecce (LXX 
43, 7: idapaxa;), 47, 17 ff. etwa s. v. a.: da hast du. 



262 3. Hauptth. Syntax. 1« Cap. Syntax des Nomen. 

1. bei Bestimmungen des Ortes {Accus, loci), und zwar a) auf 
die Frage: wohin? nach Verbis der Bewegung, z. B. rVlten &£) wir 
wollen auf's Feld gehen 1 Sam. 20, 11; tPtplF) robb nach TarSiS zu 
gehen 2 Chr. 20, 36. Ps. 134, 2. 2 M. 4, 9 1 ;* b) auf die Frage: wo? 
nach Verbis des Seins, Weilens, Ruhens u. s. w., z. B. TpOtf ft^ä im 
Hause deines Vaters 1 M. 38, 11. Jes. 3, 6; bnfrrnnö an der fhür 
tfes Zp/fe* 1 M. 18, 1 ; c) zur Bestimmung eines Maasses im Raum, 
auf die Frage: wfe weit, Ms wohin? 1 M. 7, 20: fünfzehn Ellen . . . 
war starA- geworden das Wasser. 

In den Fällen unter a und 6, vorzüglich in ersterem, hat das Nomen nicht 
; selten die Endung ft— , worüber §. 90, 2 zu vergleichen. Das Yerhältniss der 
Bichtung kann ausserdem durch b$ ausgedrückt werden (und bei Personen 
als Ziel der Bewegung ist dies herrschend), das Yerhältniss des Weilens an 
einem Orte auch durch 2; keineswegs aber sind etwa diese Partikeln da, wo 
sie fehlen, wirklich zu ergänzen. 

> l 2. bei Bestimmungen der Zeit, a) auf die Frage : wann? z. B. DW 
den Tag, d. i. an dem (betreff.) Tage, damals; oder an diesem Tage, 
heute; oder endlich bei Tage (= Qttrt*0, w * e **!)? am Abend; nVjb 
noctu; Ps. 91, 6: Ö^ros am Mittag; 2 Sam. 21, 9 {K e tMb)\ tbrh< 
D^ljPte ^Bp fow» Beginne der Gerstenernte; b) auf die Frage: wie 
lange? 1 M. 14, 4: Wo rnto* D^I?« *wo7/ /«Are /<w^; tw nw 
s*cäs Ity* (hindurch) 2 M. 20, 9 ; CTOjbfa aw/ *w^ Znton 1 Kön. 

8, 13; auch mit Näherbestimmung durch n» und den Artikel 5 M. 

9, 25: nWn D^älK-riK^ ffi*n Ö^a^Ä MK rffe vierzig Tage und die 
vierzig Nächte {lang). 

3. zur Darstellung von mancherlei adverbiellen Bestimmungen, 
die im Deutschen durch Wendungen, wie in der Weise von . . . , 
nach Maassgabe, nach Verhältniss, in Betreff, an u. s. w. eingeführt 
ix* werden pflegen; z.B. Hi. 41, 7 geschlossen in der Weise eines 
dichten Siegels; 1 M. 41, 40: WBfc Vtt« KÖ3n M nur um den Thron 
will ich grösser sein, als du (Acc. des Maasses) ; ähnlich 2 Sam. 21, 20: 
vier und zwanzig löött an Zahl (vergl. xpeis apiö{Ji6v); dag. Hi. 1, 5: 
er brachte Opfer D^3 ^BOÄ nach der Zahl aller. — 1 Kön. 22, 13: 
*ITX% Hfi mit Einem Munde d. i. einstimmig (Accus, instrum.), vergl. 
Zeph. 3, 9: nn» d?tö mit Einem Nacken d. h. einmüthig; Hi. 24, 7: 
ffh* nackt (Acc. des Zustands) übernachten sie. Mit folg. Genetiv: 
*Y*ptQ MäT; aus Furcht vor Bornen Jes. 7, 25 (Acc. causae). Hierher 
gehören auch Fälle wie t|OD-njtfta das Boppelte an Geld 1 M. 43, 15, 

1 So herrschend im Sanskrit; im Griech. nur po8t., H. 1,317: xvCapq ft' oupavöv 
txev; vergl. lat.: ru8 vre, Römern profeetus est. 



§. 119. Umschreibung des Comparativ und Superlativ. 263 

D*W D^JtD zwei Jahre an Tagen 1 M. 41, 1 ; dagegen wird in Ver- 
bindungen, wie ffnHj nffW ein Sche/fel Gerste (Ruth 2, 17) eher 
ein Appositionsverhältniss anzunehmen sein (§. 113). 

Verwandte Fälle eines freieren Gebrauch« des Accusativs in Verbindung 
mit einem Verbum s. §. 138 und 139; auch gehört hierher der bestimmt aus- 
geprägte Gebrauch zahlreicher Substantiva als Adverbien (§. 100, 2, b). 

Anm. Gleiche Beziehung auf Ort- und Zeitverhältnisse u. s. w. kann ein 
Nomen dem Sinne nach haben, wenn es mit 3 (wie, gemäss, nach Art) ver- 
bunden ist, da dieses Praeflx (wie das lat. instar) selbst urspr. ein Substantiv 
ist. So a) vom Orte: ö}??? wie auf ihrer Trift Jes*. 5, 17. 28, 21, ttoi i»3 
wie im Gewand Hiob 38, 14, öftlng wie im Traume Jes. 29, 7, vgl. 23, 15. 
b) von der Zeit, besonders in der Verbindung: b'PS nach Weise des Tages = 
wie am Tage Jes. 9, 3. Hos. 2, 5; iffto wie in den Tagen des . . . Hos. 2, 17. 
9, 9. 1*2, 10. Arnos 9, 11. Jes. 51, 9; c) mit anderer Beziehung z. B. Hiob 28, 5: 
tt»rtD3 nach Art des Feuers = wie mit Feuer; Jes. 1, 25: "i!a? wie mit Lauge; 
Hiob 38, 30: fa» nach Art des Steines d. h. wie zu Stein (zieht sich das 
Wasser beim Gefrieren zusammen); 29, 23: 1üä§ wie auf Regen (harrten sie 
auf mich). 

Selten steht hinter solchem 5 noch eine Präposition, z. B. njfcfct'ias Jes. 1, 
26. 1 Sam. 14, 14. 

In allen den oben angeführten Stellen ist 5 als Accus, adverbialis aufzu- 
fassen; doch kann ein Substantiv mit 3 vermöge der Substantiv -Bedeutung 
des letzteren auch den Objects-Accasativ oder ein Nominativ- Verhältniss aus- 
drücken. 

* 

§• 119. 

Umschreibung des Comparativ und Superlativ 1 . 

1. Der Comparativ wird in der Weise umschrieben, dass der 
verglichene Gegenstand mit 'der Präpos. ya (fc) dem Eigenschafts- 
begriff beigefügt wird, z. B. 1 Sam. 9, 2: Dtfirtefc fch* grösser als 
alles Volk, eig. gross (noch) hinweg von allem Volk (über a. V. hin- 
aus); Rieht. 14, 18: VDTO pittt süsser als Honig; ebenso auch nach 
Yerbis (besonders nach solchen, welche einen Eigenschaftsbegriff 
einschliessen), z. B. 1 Sam. 10, 23: DlWrteD itaa** und er war grösser 

* Im Arabischen exißtirt eine besondere Form des Adjectivs für den Comparativ 
und Superlativ, welche im Hebr. ^Bfä* lauten wurde. Vielleicht gehören hierher 
*)T3* kühn, grausam, 3t Mt lügnerisch (vom versiegenden Bache) und dessen Gegen- 
satz }?}*#, (contr. aus 'aitan) beständig, perennis. Doch werden auch diese Formen 
ohne merklichen Nachdruck gebraucht, und könnten höchstens als vereinzelte abge- 
storbene Beste einer ehemaligen Elativ-Bildung gelten, etwa wie der lateinische 
Comparativ im Italienischen und noch mehr im Französischen abstirbt und durch 
Umschreibung (mit piü, plus) ersetzt wird. 



264 3. Hauptth. Syntax. 1. Cap. Syntax des Nomen. 

als alles Volk; 1 M. 37, 3: Wa"b3to tlP+^K Jana er liebte den Joseph 
mehr als alle seine (andern) Söhne. Hi. 4, 17. 7, 6. 

Auf derselben (zunächst räumlichen, den Ausgangspunkt und die Trennung 
von Etwas bezeichnenden) Bedeutung des "ja beruht auch der Gebrauch des- 
selben in Wendungen, wie ya *m HL 7, 15, "jö fhrY} Vorzug vor Pred. 2, 13, 
ygl. 5 M. 14, 2, wo gleichfalls die Vorstellung von einem ^sondern und so- 
mit von einer Aufzeichnung zu Grunde liegt (vgl. den latein. Ablativ beim 
Oomparativ, ferner die Etymologie der latein. Wörter eximius, egregius, sowie 
das homer. ix xcavTojv ptaXtata II. 4, 96, und bloss ix iraoicov 18, 431). Die 
Bedeutung: mehr als knüpft sich daher an die Grundbedeutung: von etwas ab. 

Der Eigenschaftsbegriff, von welchem fa logisch abhängt, muss 
bisweilen vermöge eines prägnanten Gebrauchs des yn aus dem 
Zusammenhange ergänzt werden, z. B. Jes. 10, 10: ihre Götterbilder 
sind zahlreicher (mächtiger) als die in Jerusalem; Mich. 7, 4: 
schlimmer als eine Hecke; Hiob 11, 17: D^nstta heller als der Mittag; 

* ' •-■KIT* 

Pred. 4, 17: besser als u. s. w. 

Die correlativen Gomparative: grösser, kleiner, werden einfach 
durch: gross, klein, ausgedrückt, vergl. 1 M. 1, 16. 

2. Die verschiedenen Umschreibungen des Superlativ kommen 
sämmtlich darauf hinaus, dass man ihn ebenfalls durch den blossen 
Positiv bezeichnet, aber mit einer durch den Artikel oder einen 
folgenden Genetiv gegebenen Andeutung, dass die fragliche Eigen- 
schaft Einem bestimmten Individuum vorzugsweise zukomme (vgl. 
le plus grand), z. B. 1 Sam. 9, 21 (rn?2*n), 17, 14: David war der 
Kleine Cjttj^n) d. i. der Kleinste, und die drei Grossen d. i. Aelte- 
sten u. s. w.; 1 M. 42, 13. Jon. 3, 5: D|T?jr ,l l? , l üVhin? von dem 
Grössten unter ihnen bis zum Kleinsten unter ihnen; 2 Chr. 21, 17: 
W3 fbfj der Jüngste seiner Söhne; so wohl auch 1 M. 9, 24. 

Zu den Umschreibungen des Superlativ gehört auch die Verbindung eines 
Substantivs mit dem Genetivus partitivus desselben Wortes im Plural, wie 
mh$n vHp das AUerheiligste, tpytän *rti das Hohelied; vergl. 1 M. 9, 25 
(der niedrigste Knecht) t 4 M. 3, 32; ebenso bei einem Partie. Jer. 6, 28, und 
mit dem Genet. Sing. Hos. 10, 15. Ebenso hat bisweilen ein Adjectiv in An- 
lehnung an einen Genet. partit. durch den Zusammenhang superlativische Be- 
deutung; vergl. Bicht. 5, 29. 1 Sam. 9, 21. Hi. 30, 6 (= in den fürchterlichsten 
Thalern). 41, 22. Yergl. §. 112, 1, Anm. 1. Endlich gehört hierher noch 
die Zusammenstellung zweier etymologisch oder doch laut-verwandter Sub- 
stantiva, wie Ez. 6, 14. 33, 29. Nah. 2, 11. Zeph. 1, 15. Hi. 30, 3. 



§. 120. Syntax der Zahlwörter. 265 

§. 120. 

Syntax der Zahlwörter. 

1. Die Zahlen von 2 bis 10, ursprünglich Substantiva abstracta 
(vergl. §. 07, 1), können auf dreierlei Weise mit dem zugehörigen 
Substantiv verbunden werden. Sie stehen entweder a) im Stat. 
constr. vor dem Substantiv (das Gezählte demnach im Genetiv), 
z. B. DW niöbtö drei Tage, eig. Dreiheit von Tagen, D^TMSn ^St6 die 

•TV: v i %j %r * . T _ srr ..j 

zwei Männer; oder b) im Stat. absoL voran (das Gezählte in Appo- 
sition), z. B. D^Jl TXtiklö drei Söhne (eig. eine Dreiheit, nämlich 
Söhne), d^tMtf D^fl? zwei Männer; oder c) die Zahl steht im Stat. 
absoL, gleichfalls in Apposition, hinter dem Gezählten, z. B. rvba 
tMbtD tfm Töchter 1 Chr. 25, 5; letzteres bes. in späteren Büchern, 
indem die substantivische Auffassung des Zahlworts mehr und 
mehr der adjectivischen wich. 

Ebenso findet sich gleich häufig ilDtt? fix*) (1 M. 17, 17) und fiittä T\KQ .25, 7. 
17 hundert Jahre. 

2. Die Zahlen von 2 bis 10 haben mit sehr wenigen Ausnahmen 
(z. B. 2 Kön. 22, 1) den Plural bei sich. Die Zehner (von 20 
bis 90) nehmen, wenn sie voranstehen, in der Regel den Singular 
(im Accusativ) zu sich; dagegen, wenn sie in Apposition dem Ge- 
zählten nachstehen, den Plural. Z. B. Rieht. 11, 33: *Vtf d'nto* 
zwanzig Städte; dagegen Ö^to? t1W& zwanzig Ellen 2 Chr. 3, 3 ff. 
In ersterem Falle kann auch der Plural stehen (2 M. 36, 24. 25), 
nie aber im zweiten (überhaupt selteneren) Falle der Singular. 

Die Zahlen von 11 bis 19 haben nur gewisse häufig gezählte Substantiva 
(b*h Tag, MjttS Jahr, && Mann, ts/sti Stamm, auch *i£3 coli. Binder u. s. w., 
vergl. unser hundert Mann, sechzig Pfund) in der Begel im Accus. Singul. bei 
sich, z. B. tot* *ito iriK elf Tag 5 M. 1, 2 (doch vergl. Ausnahmen, wie 5 M. 
1, 23. Jos. 4, 2 u. a.), sonst den Plural; im letzteren Falle steht das Zahlwort, 
bes. in späteren Büchern, auch nach: 4 M. 7, 87 f., 1 Chr. 4, 27. 25, 5. 

3. Bei den aus Zehnern und Einern zusammengesetzten Zahlen, 
wie 21, 62, steht der gezählte Gegenstand entweder im Singular 
(Accus.) nach, z. B. HDTÖ ü'MSttft d^rttä 62 Jahre 1 M. 5, 20 (so nach 
No. 2, indem sich njtö nach dem nächstvorhergehenden Zehner 
richtet), oder im Plural voran, wie bes. in späteren Büchern (Dan. 
9, 26); oder er wird wiederholt, so dass er (nach No. 1) bei den 
Einern im Plural, bei den Zehnern (s. No. 2) und Hunderten da- 
gegen im Singular steht, z. B. 1 M. 12, 4: HJ1B D^StDI ö^stö tö'on 
75 Jahre; 23, 1: tratö »Mh TOtÖ tmtoyi rfclB fi«£l27 Jahre. Vergl. 

' • T - ••• : T T •JVITT'T" '"' 

1 M. 5, 6 ff. 



266 3. Hauptth. Syntax. 1. Oap. Syntax des Nomen. 

4. Für die Ordinalzahlen über 10 giebt es keine besonderen 
Formen. Man gebraucht statt deren die Cardinalzahlen, und zwar 
können dieselben sowohl vor, als nach dem gezählten Gegenstande 
stehen; z. B. DT» ltom*Mfca am siebzehnten Tage 1 M. 7, 11, tTOS^*© 
T\ytÖ im vierzigsten Jahre 5 M. 1, 3. 2 Kön. 25, 27, mit Wieder- 
holung des naiB in zusammengesetzter Zahl 1 Eon. 6„ 1 ; oder 
*ath D^to rotiä im Jahre 27. 1 Kön. 16, 10. In letzterem Falle 
wird häufig TXTO noch einmal nachgebracht, z. B. 1 M. 7, 11. 2 Eon. 
13, 10. — Bei Zählung der Monatstage und der Jahre wird selbst 
für die Zahlen von 1 bis 10 statt der Ordinalzahl häufig die Gar- 
dinalzahl gebraucht, z. B. D^tp fttVä im Jahre zwei, thw MMDä im 
Jahre drei 1 Eon. 15, 25. 2 Eon. 18, 1 ; flfthb nnaa, thhb nSOTte, 
am ersten, am neunten des Monats 1 M. 8, 13. 3 M. 23, 32. 

Anm. 1. Den Artikel haben die Zahlwörter, wenn sie ohne anmittelbare 
Verbindung mit dem Gezählten in Zurückbeziehung auf ein vorangegangenes 
Substantiv stehen, z. B. I \vbm die Drei 1 Chr. 11, 20. 21; vergl. 25, 19 (die 
Zwölf) und bei Zehnern z. B. 1 M. 18, 29. 31. 32. Fälle wie W£rj rTOltf die 
stehen Tage (Rieht. 14, 17) sind nach §.111, 1 zu erklären. 

2. Gewisse Substantiva, die sich auf Maass-, Gewicht- oder Zeitangaben 
beziehen, werden nach den Zahlwörtern gewöhnlich ausgelassen, z. B. IM, 
20, 16: tfOS V\h& tausend (Sehet) Silbers; ebenso vor am Gold 1 Kön. 10, 16. 
Ruth 3, 15: tefna^ täü sechs (Epha d. i. Scheffel) Gerste. 1 Sam. 17, 17: rrtos 
öji zehn (Laib) ßrod. Ebenso fehlt Wh 1 M. 8, 5, tthh 8, 13. — Die Zahl 
der Ellen wird öfters auf folgende Art angegeben: rrasa m#Q hundert Ellen, 
eig. hundert an der EUe, 2 M. 27, 18. 

5. Die Distributiv a werden entweder durch Wiederholung der 
Cardinalzahl ausgedrückt: D^tp D^tD je zwei und zwei 1 M. 7, 9. 15, 
vergl. tDtft flftö je sechs 2 Sam. 21, 20; oder durch ein nachträg- 
liches b "in« umschrieben, 5 M. 1, 23; vergl. Jes. 6, 2 Oltt»!? nach 
dem zweimaligen sechs Flügel). Ein Mal ist fifiK d?fe (eig. ein 
Tritt), vergl. D?ÖH dies Mal; D^?fi zwei Mal, D^ttM ttfrlB (auch 
Ö^biH thlä) drei Mal. Doch genügt hierfür auch das blosse Cardi- 
nale fem.: nn« Ein Mal. d'WB zwei Mal sytO sieben Mal, vergl. auch 
nntö Ein Mal 4 M. 10, 4. Ebenso von Ordinalzahlen rvw *wm 
zweiten Male 1 M. 22, 15. , Jer. 13, 3. Vergl. tertium consul. 



§. 121. Gebrauch des Personalpronomen. 267 



ZWEITES CAPITEL. 

SYNTAX DES PRONOMEN. 



§. 121. 

Gebrauch des Personalpronomen. 

1. Wenn ein Personalpronomen Subject des Satzes ist, so be- 
darf es ebenso wenig als ein anderes Subjectsnomen zu seiner Ver- 
bindung mit dem Prädicat eines besonderen Ausdrucks für die 
Copula (vergl. §. 144); z. B. ruriH *pba ich (bin) der Seher 1 Sam. 
9, 19, *on?» tr>53 Redliche (sind) wir IM. 42, 11, nn« ffW unbe- 
scholten (warst) du Ezech. 28, 15, D#l D^W **? dass sie nackt 
(waren) 1 M. 3, 7, *wn nn» Dibn Ein Traum (ist) es 1 M. 41, 26. 

2. Das Pronomen der dritten Person dient öfter, die Verbindung 
zwischen Subject und Prädicat zu vermitteln, und vertritt dann 
gewissermaassen die Gopula; genauer: das Prädicat wird in Gestalt 
eines selbständigen Nominalsatzes (§. 144a) beigefügt. Z. B. 1 M. 
41, 26 : die sieben fetten Kühe nsn ü^tj JOE sieben Jahre (sind) sie. 
Pred. 5, 18: fc^n d^ilbtf filTO fiV dieses, eine Gabe Gottes (ist) es. — 
Zuweilen bezieht sich ein solches Pronomen der dritten Person auf 
ein Subject der ersten oder zweiten Person, z. B. 5 M. 32, 39: sehet 
nun ffln *%k *W *»S dass ich, ich es (bin), gleichsam: dass ich der- 
jenige; Ps. 102, 28 (du bist derselbe); 1 Chron. 21, 17. Vergl. franz. 
c'est moi, c'est vous. Anderer Art sind dagegen Fälle, wie Ps. 44, 5 : 
•^btt wrrnPM eig. du, er ist mein König, so dass das Pron. der 
2. Person nachdrücklich durch das der 3. Person wiederauf- 
genommen wird =- du, du bistm. K; vergl. Jes. 43, 25. Neh. 9, 6. 7, 
und im Aram. Ezr. 5, 11. 

3. Von der Grundregel (§. 33, 1), nach welcher das Pronomen 
separatum den Nominativ, das Pron. suffixum die Casus obliqui be- 
zeichnet, giebt es nur folgende scheinbare Ausnahme: Wenn das 
in einem Casus obliquus stehende Pronomen des Nachdrucks wegen 
wiederholt werden sollte (mich, mich; dein, dein), so wird ihm viel- 
mehr das Pronomen separatum derselben Person beigefügt. Dasselbe 
tritt jedoch damit keineswegs in einen Casus obliquus, sondern ist 
als Subject eines selbständigen Satzes zu betrachten, dessen Prä- 
dicat je nach dem Zusammenhange ergänzt werden muss. So zur 



268 3. Hauptth. Syntax. 2. Gap. Syntax des Pronomen. 

Verstärkung eines Accusativ-Suffixes am Verbum 1 M. 27, 34: ^&% 
^XTVl segne mich, auch mich (eig. auch ich will gesegnet sein), Zach. 
7, 4. Spr. 22, 19 und sogar mit Voranstellung des Pron. separ. 
1 Mos. 49, 8; häufiger zur Verstärkung des Genetiv -Suffixes am 
Nomen, z. B. 1 Kön. 21, 19: nn*naa WTTttJ dein Blut, Ja deines 
(eig. sanguinem tui, utique tut), 4M. 14, 32. 1 Sam. 20, 42. Ez. 34, 11. 
Ps. 9, 7. Spr. 23, 15. Ebenso kann das Pron. separ. verstärkend 
zu einem Suffix treten, welches unter der Rection einer Präposition 
(also nach §. 101, 1 gleichfalls im Genetiv) steht, z. B. Hagg. 1, 4: 
DP\« dDb euch, euch; 1 Sam. 25, 24: ^fcnä in mir, mir; 19, 23: Yto 
tfirra» auch auf ihm; 2 Chr. 35, 21: nna T^r^^ nicht wider dich - 
Aus demselben Gesetze erklärt sich 1 M. 4, 26: ÄW«TD| ntfe dem 
Seth, auch ihm (nicht: iVtü); 10, 21. 

4. Das Suffixum Verbi ist eigentlich immer Accusativ (§. 33, 2, a. 
§. 57), und bildet daher das gewöhnlichste Mittel (s. jedoch die 
Anm.) , um den von einem Verbum regierten Accusativ des Pro- 
nomen auszudrücken. Nur in einigen wenigen Stellen ist es ver- 
möge einer fast incorrecten Breviloquenz auch für den Dativ ge- 
braucht, z. B. Zach. 7, 5: ijä *Wn* . . . n habt ihr mir (zu meinem 
Besten) gefastet? für: ^b Dttoin;'Hiob 31, 18: aap ^b^ä er (der Ver- 
waiste) wuchs mir auf, wie einem Vater; Jes. 44, 21. Ezech. 29, 3, 
vergl. Vs. 9. 

Anm. Der Aceusativ des Pronomen muss mittelst des hM (§. 117, 2) aus- 
gedrückt werden, a) wenn das Pronomen nachdrücklich voranstellt, z. B. risrk 
^PÜ'Tij dich hätte ichgetödtet 4 M. 22, 33; b) wenn das Verbum einen doppelten 
Pronominalaccusativ bei sich hat, indem dann nur der eine durch ein Ver- 
balsuffix ausgedrückt werden kann, z. B. l'rik ^M^ft 2 Sam. 15, 25; doch auch 
ausserdem 1 M. 4, 14 (wo irViSJi auch heissen könnte: damit er nicht schlüge), 
15, 13. 

5. Die Suffixa Nominum, welche nach §. 33, 2, b eig. Genetive 
sind nnd die Pronomina possessiv a 1 vertreten, können sich, wie an- 
dere Genetive (§. 114, 2), nicht bloss auf das Subject, sondern oft 
auch auf das Object beziehen, z. B. *ü1än das Unrecht gegen mich 
1 M. 16, 5. Jer. 51, 35. Hi. 20, 29, 23,' 14. 34, 6; irury; die Furcht 
vor ihm 2 M. 20, 20. 

* Die Pronomina possessiva können auch (wie im Aramäischen gewöhnlich) auf 
folgende Art umschrieben werden: Buth 2, 21 : ^■"HCÄ tP'Wh die Knaben, die mir 
(sind), für: meine Knaben. So besonders nach einem Substantiv, auf welches noch 
ein Genetiv folgt, z. B. 1 Sam. 17, 40. (Vergl. die analoge Umschreibung des Genetiv 
§. 115.) Doch wird in solchen Fällen auch wohl das Suffix pleonastisch noch bei- 
gefügt, z. B. nfcibll&tg in^a eig. seine Sänfte, des Salomo HL. 3, 7, vergL 1, 6. 



§. 121. Gebrauch des Personalpronomen. 269 

6. Wenn die Anlehnung eines Substantivs (im Siat. constr.) an # 
ein anderes Substantiv (im logischen Genetiv) zu dem Behnfe statt- 
findet, um durch das zweite Substantiv nach §. 106, 1 ein Adjec- 
tivum zu umschreiben, so tritt das Pronominal-Suffix, welches sich 
eigentlich auf den Gesammtbegriff bezieht, zu dem zweiten Sub- 
stantiv (dem Genetiv), analog der Artikelsetzung, §. 111, 1. 
Z. B.: "WTjrnn mein heiliger Berg Ps. 2, 6; qthg W deine heilige 
Stadt Dan! 9, 24; ifito *brh\k seine silbernen Götzen Jes. 2, 20. 31, 7; 
ittK *gl seine kräftigen Schritte Hiob 18, 7. 

Nur scheinbare Ausnahmen sind Stellen wie Ez. 16, 27: fnjt TJ?779 toegen 
deines Wandels, (der) Unzucht, oder deines Wandels in Unzucht (ftrfi in 
Apposition oder adverbialer Acc.) ; Ps. 35, 19 : *ij5tt$ ^K die mich befeinden 
um Täuschung d. i. ohne Ursach (IJDIÖ Acc. adverb., parall. b|fi "Httto); vergl. 
71, 7. 2 Sam. 22, 33. Spr. 23, 29. 

Anm. 1. Vermöge einer gewissen Incorrectheit, die vermuthlich aus der 
Volkssprache in die Büchersprache überging, werden zuweilen Pronomina mascu- 
lina auf weibliche Substantive bezogen, 1 M. 31, 9. 32, 16. 41, 23. 2 M. 1, 21. 
Am. 4, 1 ff. (vergl. über dasMasc. als das allgemeinere Geschlecht §. 107, 1 Anm.). 

2. Der Accusativ des Pronomen wird da, wo er als Object eines Verbum 
leicht aus dem Vorhergehenden ergänzt werden kann, nicht selten ausgelassen, 
besonders der sachliche Accus, (das deutsche es) nach Verbis des Sagens, z. B. 
*W?3 und er zeigte (es) an 1 M. 9, 22; vergl. jedoch auch 1 M. 38, 17: Vis du 
(ihn) sendest, u. a. 

3. Nachdrückliche Fülle oder auch blosse Umständlichkeit des Ausdrucks 
ist es dagegen, wenn das Nomen, für welches das Pronomen steht, dem letzteren 
sogleich noch besonders (in Apposition) beigefügt wird. 2 M. 2, 6 : sie sah ihn, 
den Knaben. 1 Sam. 21, 14. Spr. 5, 22. Aehnlich sind die Fälle, in welchen zu 
einem Nominalsuffix das entsprechende Substantivum (mit oder ohne Artikel) 
als verdeutlichendes Permutaüv tritt, z. B. Ezech. 10, 3 : tt^$n itthä als er ein- 
trat, der Mann. Jes. 17, 6. Spr. 13, 4. 14, 13. Ebenso 1 M. 2, 19: rtJH ttfej . . ft 
zu ihnen, den lebenden Wesen; mit "Wiederholung der Präposition Jos. i, 2. — 
Anderer Art sind die Fälle, wo das Permutativ mit eignem Suffix eine Art 
Correctur des vorhergehenden Suffixes nachbringt, z. B. Jes. 29, 23: wenn er, 
(oder vielmehr) seine Kinder sehen . . . ; vergl. Ps. 83, 12, viell. auch Hi. 29, 3. 

4. In einigen Beispielen ist die Bedeutung des Nominalsufhxes oder Fron, 
possess. so abgeschwächt, dass sie dem Sprachbewusstsein fast ganz entschwun- 
den ist. Z. B. ijh« eig. mein Herr (s. §. 108, 2, b), nämlich in derAnrede 
an Gott (1 M. 15, 2. 18, 3. Ps. 35, 23), dann aber ohne Bücksicht auf das Pro- 
nomen: der Herr, von Gott gebraucht 1 (stets rmtQä/mty zum Unterschied von 

T^K meine Herren > jedoch nie — der urspr. Bedeutung gemäss — mit dem 
Artikel). Eine ähnliche Erstarrung der Suffixbedeutung zeigt sich in I^TP 
(eig. in seinen Verbindungen = er u. s. w. zusammen), z. B. Yjrp KMi"b3 2 M. 

i S. Oesenius Thes. ling. hebr. S. 329. Vergl. den phönicischen Götternamen 
Adonis OpÄ), sowie das franz. Monsieur, Monseignew, und Notre Dame, unsere 
liebe Frau. 



270 3. Hauptth. Syntax. 2. Gap. Syntax des Fronomen. 

19, 8, dann ohne Bücksicht auf das Suffixum selbst nach der ersten Person: 
W toftjgt 1 Kön. 3, 18, vgl. Jes. 41, 1 ; nach der 2. Person Jes. 45, 20. Aehn- 
lich: kört, ihr Völker dis = insgesammt, 1 Kön. 22, 28. Mich. 1, 2, und sogar 
mit Yoranstellung des bis Hi. 17, 10. 

» 

§. 122. 

Vom Demonstrativ- und Interrogativpronomen. 

1. Das Pronomen person. der dritten Person tfin fem. yr 1 pt. 
TVBT] fem. nsn (is, ea, id oder ?7fe u. s. w. ; #, eae, ea oder t7/i u. 8. w.) 
wird auch als Pron. demonstrativum gebraucht. In Verbindung mit 
einem determinirten Substantiv hat es alsdann (vermöge seines 
adjecti vischen Gebrauchs, §. 111, 2) regelmässig den Artikel (Aus- 
nahmen s. §.111, 2, b)j z. B. wnn «WJ is (ille) vir, tfinn Di*a illa 
die (dagegen WfH *WH das ist das Wort, welches u. s. w. 1 M. 41, 28). 
— Fast enklitisch steht awn bisweilen zur Verstärkung des Pron. 
interr. (wie nt, No. 2, Anm.), z. B. nj Kin ^tt wer *$* er doch 
Ps. 24, 10. 

Von dem Demonstrativum rn unterscheidet sieh fcttft so, dass ht = 3öe, Ate, 
stets auf eine vorliegende (neue) Person oder Sache hinweist, fctift = aoxö^, 
ixeivot, w, i#e (ähnlich dem Artikel §. 109) eine schon erwähnte oder schon 
bekannte Person oder Sache bezeichnet. Vergl. die für den Unterschied beider 
besonders instruetive Stelle Rieht. 7, 4: von welchem ich dir sagen werde: 
dieser (fit) soll mit dir gehen, der (»Vi) gehe mit dir, und jeder von welchem 
ich dir sagen werde: dieser (ht) soll nicht mitgehen, der (fctth) gehe nicht mit. 
Daher ist fijfi bi*h dieser Tag = der heutige Tag, an welchem jem. spricht 
oder schreibt (1 M. 26, 33), dagegen Mfifi DW der Tag oder die Zeit, von 
welcher der Historiker eben erzählt (1 M. 15, 18. 26, 32), oder der Prophet 
so eben geweissagt hat (Jes. 5, 30. 7, 18. 20 ff.) und zu erzählen oder zu weis- 
sagen fortfährt. 

2. Das Demonstrativ nt sammt den Nebenformen *it und ft wird 
in dichterischer Rede auch (IT sogar gewöhnlich) in der Bedeutung 
des Pron. relativum gebraucht, wie im Deutschen der für welcher , 
damit für womit; z. B. Spr. 23, 22: gehorche deinem Vater Sfb* HT 
der dich gezeuget (vergl. unser: so dich gez.); Ps. 104, 8: an den 
Ort dnb nntr nt den du ihnen gegründet hast. Wie *t1D8 (§. 123, 1) 
kann nj in solchem Falle noch durch ein nachfolgendes Pronominal- 
suffix näher bestimmt werden, z. B. Ps. 74, 2: der Berg Zion nt 
is r£?TÖ auf welchem du wohnest (vergl. Luther' s: da du auf wohnest); 
für'den Plural Hi. 19, 19. 

Das lautlich entsprechende aram. *>.i, *| ist stets relativ. 
Adverbiell wird ht gebraucht a) in local hinweisendem Sinne, z. B. Ps. 
104,25 DJh ht das Meer da; ht-h]h siehe da; b) temporal hinweisend öWB nt 



§. 122. Vom Demonstrativ- und Interrogativpronomen. 271 

nun (schon) zwei Mal 1 M. 27, 36. Zach. 7, 3; rtt ftrt? nunmehr; c) zur Ver- 
stärkung von Fragewörtern aller Art, z. B. iip» Hi. 38, 2 : wer da verdunkelt . . . , 
m-na (auch n&W-rra.l M. 12, 18) wo« da oder wie doch (1 M. 27, 20), warum 
doch? (Rieht. 18, 24); m mab warum denn? Vergl. auch 1 M. 27, 21 m *TPU*n 
ob du da mein Sohn Esau seist, oder nicht (Analog dem ftt Ta u. s. w. ist 
der enklitische Gebrauch des nam in quimam; vergl. auch quis tandem). 

3. Das Interrogativpronomen TD wer? kann sich ebensowohl 
auf männliche, wie auf weibliche Personen (HL. 3, 6) oder auch 
auf einen Plural beziehen, z. B. öttK ^tt wer seid ihr? Jos. 9, 8, 
nlsrTD 1 M. 33, 5. 4 M. 22, 9 (wofür jedoch genauer auch Tg) TD 
2 M. 10, 8); auf Sachliches jedoch nur dann, wenn der Begriff von 
Personen zu Grunde liegt, z. B. ÖDtJ -1 *? wer sind die Sichernden? 
Rieht. 9, 28. 13, 17. 1 M. 33, 8, und schon kühner mit Wieder- 
holung eines persönlich gebrauchten 'na 1 Sam. 18, 18. 2. Sam. 7, 18. 
— TD kann ferner auch im Genetiv stehen, z. B. tttf ^ttTfi wessen 
Tochter bist du? 1 M. 24, 23. 1 Sam. 17, 55. 56. 58J TD W nre****» 
JForf? Jer. 44, 28. 1 Sam. 12, 3; im Accus. TDintf quemnam? 1 Sam. 
28, 11. Jes. 6, 8, und mit Präpositionen, z. B. TDä 1 Eon. 20, 14, 
Tob 1 M. 32, 18, TD 'HHK 1 Sam. 24, 15. — STD, ITD, STD was? steht 
als Nominativ und als Accusativ (Beispiele s. §. 37), als Genetiv 
(Jer. 8, 9), mit Präpos. z. B. STert? worauf? Hiob 38, 6, warum? 
SWT? quousque? Ps. 74, 9. — Beide, To und JTD, stehen übrigens 
sowohl in directer als in indirecter Frage (nach indogerm. Sprach- 
logik, denn für die semitische ist jene Unterscheidung nicht vor- 
handen) und zuweilen auch als Pronomen indefinitum (= quisquis, 
quodeunque oder quiequam) Rieht. 7, 3. 2 Sam. 18, 12: ^ nach- 
gestellt = wer es auch sei; ebenso iiE = sonst etwas Hiob 13, 13. 
2 Sam. 18, 22. 23; vergl. TTD W 4 M.23, 3 (was irgend). Für das 
neutrische quidquam, irgend etwas hat die Sprache ausserdem das 
Wort ntwm. 

t : 

§. 123. 

Relativpronomen und Relativsätze. 

1. Das indeclinable ItJ» 1 dient zunächst häufig nur als Zeichen der 
Relation, um nachfolgenden Adverbien oder Pronominibus relative 

1 "TOfcJ ist wahrscheinlich eig. ein Substantivum (vergl. arab. *atar, aram. ^K 
Spur, Ort; nach anderen eig. ein Demonstrativum oder eine Composition aus mehre- 
ren Pronominalwurzeln; vergl. die Monographie von Sperling „Die Nota relationis 
im Hebräischen", Lpz. 1876), dient aber gegenwartig als Nota relationis oder (wie 
zuweilen auch fit, *lt, §. 122, 2) geradezu als Fronomen relativum, nicht selten noch 



272 3. Hauptth. Syntax. 2. Gap. Syntax des Pronomen. 

Bedeutung zu verleihen. Z. B. Dflj daselbst, Dtä — ^W& woselbst; JTEtö 
dahin, matt — ^tDÄ wohin; DtDtt von da, DIBtt ntitf von wo. Auf diese 

' TT V -I T • ' T • VI 

Weise drückt der Hebräer namentlich die Casus obliqui des Belativ- 
pronomen aus, nämlich 

Dativ. ib ihm — ib ntöÄ welchem: Dlrtb, irtb tAftm — "ittÄt 

V "~ # V T ' 1 V T V -5 

Dlrtb, inb ItDK welchen. 

V T ' » V T V -: 

Accus. irtt, ftflfe, t*n. ste — infc ntDÄ, «ntifc niDtf welchen, 

Mit Präpos. iä w *A*w, darin, 1313t) von welchem — ia *lt5tf w welchem, 

• • • 

worin, 13131a ItJtf von welchem. 

* • • 

tf£/t£*. istft itÖK tfm*/i Sprache 5 M. 28, 49. 

Der Accusativ #t/£*», #waw kann jedoch auch durch das blosse ntöa 
ausgedrückt werden, 1 M. 2, 2 (gleichsam: sein Werk, so er ge- 
macht hatte). 

Anm. 1. In der oben dargestellten Weise können auch die Casus obliqui 
der ersten und zweiten Person des Personalpronomen relativ gemacht werden, 
z. B. 1 M. 45, 4: ^ha ^ittSa so ich, den, 4 M. 22, 30: *\$ *itt5«; Jes. 41, 8: Jacob 
(du) SprHna ^nöfcfc den tcÄ erwählt habe. Hos. 14, 4. Nur bei dem Nominativ der 
ersten und zweiten Person ist dies auch im Deutschen möglich, nämlich: der 
ich, der du, die wir, wo der für welcher steht und (gleich dem hebräischen 
"TCftt) seinen bestimmten Inhalt erst durch das nachfolgende Pronomen erhält 

2. *itt$£ ist von dem Pronomen oder Adverb, welchem es relative Bedeutung 
verleiht, in der Regel durch ein oder mehrere Wörter getrennt, z. B. SlJfT—nAt 
dlö woselbst war IM. 13, 3. Nur selten sind beide unmittelbar verbunden 
5 M. 19, 17. 2 Chr. 6, 11. 

2. Häufig schliesst *itÖ» (für unsere Constructionsweise) zu- 
gleich noch ein dem Relativum vorangehendes Demonstrativum in 
sich = der {derjenige) welcher (wie im Lat. qui auch für is qui). 
Z. B. 4 M. 22, 6: ntej Tftisp und (derjenige) welchen du verfluchst; 
Jes. 52, 15: VMHfö ^tÖÄ (das) was sie nicht gehört haben. Fast 
immer ist dies der Fall, wenn Präpositionen vor nria stehen; die- 
selben sind dann mit dem in^ ^tÖK enthaltenen Pronomen derjenige 
zu verbinden, während das Relativum selbst in dem Casus zu 
denken ist, welchen der folgende Satztheil fordert. Z. B. ^Wb ei 
qui, quae, oder ei quem u. s. w., oder iis qui, quae u. s. w. s ^thtfü ab 
eo qui, quem u. s. w., und ab eis qui, quos u. s. w.; ^IDHD eig. d#w- 
gemäss was, aber auch gemäss dem Umstand dass, daher: wie, gleich- 
wie (als Conjunction vor dem Verbum an der Spitze von Com- 
parativ-Sätzen, §. 155, 2, A); ^Eirritf eum qui, oder eos qui, oder 

mit Einschluss des Demonstrativs (s. No. 2). Vermöge seiner urspr. Bedeutung (als 
blosse Nota relationis) kann sich *>£?&* sowohl auf Persönliches, wie auf Sachliches 
beziehen. 



§. 123. Eelativpronomen und Eelativsätze. 273 

auch id quod 1 . Vergl. endlich Fälle, wie iwri^a in die Sand des- 
jenigen, welchen (du hassest) Ez. 23, 28. 

Zu dem in *ittfct liegenden derjenige kommt bisweilen noch der Begriff des 
Ortes oder der Zeit hinzu, z. B. ^ittJxa an (dem Orte) wo 1 M. 21. 17; ^ittfctfa 
von (der Zeit an) wo. — Ueber ^ittJK als Oonjunction s. §. 155, 1. e. 

3. In allen unter No. 1 und 2 behandelten Fällen kann das 
Belativverhältniss auch ohne ntja durch einfache Beifügung (Unter- 
ordnung) des Relativsatzes ausgedrückt werden (vergl. im Eng- 
lischen: the friend I met; the book I told you of). Dies ist, und 
zwar am häufigsten in dichterischer Rede, der Fall, wenn *itÖ8 
stehen würde 

a) als Pronomen im Nominativ oder Accusativ. Z. B. 1 M. 15, 13: 
Dr£ & Tyfe i n einem Lande (welches) nicht ityien (gehört). 
Ps. T 16, 4; 7,' 16: bw nrnöa bfevj und er fällt in die Grube (welche) 
er macht. 1 M. 39, 4: ib-flh-bs alles (was) ihm war d. i. gehörte, 
vergl. Vs. 5, wo ntÖÄ steht. Pred. 10, 5 (vergl. 6, 1, wo die- 
selben Worte mit ntÖ»). Hi. 31, 12 a ; 

b) als Zeichen der Relation, z. B. Ps. 32, 2: Heil dem Manne 
ffr ft JVirp äÖn^b dem Jahwe die Sünde nicht anrechnet; Hiob 
3, T 3. 2 T M S . 18, ~20. Jes. 41, 2. 3. Ps. 49, 14. So bes. häufig 
nach Zeitbestimmungen in der Bedeutung wo. 2 Chr. 29, 27: 
ttbfan ^n«n n?ä zur Zeit (wo) das Opfer begann. Ps. 4, 8: 
mehr als zur Zeit (wo) ihr Korn und Most in Fülle ist. 49, 6. 
56, 10: anpS DY>a 0*w Tfr^tf (wo) ich rufe, Vs. 4: *n^8 D+> #*w 
T 7 «^ (wo) ich mich fürchte; 2 M. 6, 28: nirn Wn-ffri «*» Tage 
(wo) Jahwe redete. Jer. 36, 2: ^btf iPHM Di^ia #0ft dem Tage 
an (wo) m?ä zu dir geredet habe, Ps. 18, 1 ; in äusserster Kürze 
Jes. 51, 1: schauet auf den Felsen DPQ&n (aus welchem) ihr ge- 
hauen seid; 

c) zugleich mit Einschluss des Pronomen derjenige (s. No. 2). 
Jes. 41, 24: DDä *IH^ rQ$iP\ ein Greuel (derjenige), welcher euch 
Erwählt. Hiob 30, 13: (sie) denen kein Helfer ist; 24, 19: die 

1 Aeusserst selten sind die Beispiele, in welchen eine Präposition unmittelbar 
mit "HO** als Pron. relat. verbunden ist, also unsere Ausdrucksweise stattfindet, z. B. 
n$j t» bei wem 1 M. 31, 32 (LXX icap' <]>) für 1'»? "flgs* (44, 9. 10); "HööOa Jes. 
47, 12 für ana im 

2 Im Arabischen gilt hier die Regel, dass das Fron, relatavum nach einem nicht 

determinirten Substantiv fehlt (wie oben), nach einem detenninirten aber gesetzt wird. 

So gewöhnlich auch im Hebräischen in Prosa (Jer. 23, 29. 1 M. 15, 13 u. a. St.); 

doch fehlt "I1&K auch nach dem determinirten Substantiv 2 M. 18, 20, bes. in der 

Poesie Ps. 18, 3. 49, 13. 21. 5 M. 32, 17. Hiob 3, 3. 

Gesenitu, hebr. Grammatik. XXII. Aufl. 18 



274 3. Hauptth. Syntax 2. Cap. Syntax des Pronomen. 

Unterwelt rafft weg Wjn (die, welche) gesündigt haben. Ebenso, 
wenn zu dem derjenige noch der Begriff des Ortes oder der Zeit 
hinzukommt, z. B. 1 Chr. 15, 12: ib ^riiywrt» an (den Ort, 
welchen) ich ihm bereitet (s. dag. 2 M. 23, 20); Hi. 38, 19. 

Anm.1. Wie an ")tt?K (No. 2, a. E.), kann sich auch an einen solchen ein- 
fach untergeordneten Belativsatz das regierende Substantiv im Stat. constr. 
anlehnen, so dass der Belativsatz virtuell im Genetiv steht. Z. B. 2 M. 4, 13: 
nbti&r^ä durch die Hand (dessen, den) du schicken wirst. Hos. 1, 2: f&nft 
ttjrfpa'n Anfang (dessen, was) J. redete. Ps. 81, 6: W^ift rfcto die Rede 
(eines, den) ich nickt kannte. 65, 5. Hiob 29, 16. Klagl. 1, 14. Jer. 48, 36. 
Vergl. §. 116, 3. 

2. Belativsätze werden auch durch die Copula angelehnt, z. B. Hiob 29, 12 : 
der Verwaiste ft itfc-KVj und der keinen Helfer hat (falls nicht zu über- 
setzen ist: und den somit helferlosen Verwaisten; vergl. Ps. 72, 12). 



§. 124. 

Ausdruck solcher Pronomina, für welche die hebräische Sprache 

keine eigenen Formen hat. 

1. Das Pronomen reflexivum (se, sibi u. s. w.) wird ausgedrückt 

a) mittelst der Conjugationen Niptial und Hithpdel, s. §. 51, 2. 
§. 54, 3. 

b) durch das Pronomen suffixum der 3. Person, besonders an Prä- 
positionen, z. B. Eicht. 3, 16: und Ehud machte ib sich (sibi) ein 
Schwert. 1 M. 22, 3: Abraham nahm seine beiden Knechte iftK 
mit ihm, f. mit sich. 8, 9 (Tb&). 33, 17. 1 Sam. 1, 24 (WD? mit 
ihr f. mit sich). Jer. 7, 19:ürfc sich selbst. Ez. 34,. 2. 8. 10 1 ; 
auch scheinbar pleonastisch, als sogen. Dat. ethicus, Hi. 12, 11. 
13, 1. — Ebenso findet das Pronomen suus, sua seinen Aus- 
druck durch das Suffix der 3. Person am Nomen, sofern ioiO 
ebensowohl equus suus (eig. swi, Genet.) bedeutet, als equus eins. 

c) das deutsche mich selbst, dich selbst, sich selbst u. s. w. theils 
ebenfalls durch Suffixa *>r&, rjlnfc, tan» (vergl. HU b), theils durch 
Umschreibung mit Substantiven, besonders t5??, z. B. Jes. 53, 10.' 
Jer. 37, 9. Spr. 19, 8. 16. 29, 24. Hi. 18, 4; ffia^pa bei sich selbst 
(in ihrem Inneren) 1 M. 18, 12. Vergl. Anm. 3. 

Wie yyg in dem letzten Beispiel, so ist auch ttfc) nirgends (auch nicht Jes. 
46, 2 öttteft sie selbst) ganz müssige Umschreibung, sondern deutet auf das 
geistige Substrat der Persönlichkeit, welches durch die von ihr ausgehenden 
Handlungen, Gedanken u. s. w. afficirt wird. — Das Arabische umschreibt 

i So Luther jm, jr für: sich, und die engl. Bibel htm, her für: himsel/, herseif. 



§. 124. Besondre Aasdrucksweisen für das Pronomen. 275 

auf ähnliche Weise den Begriff selbst durch Seele, Geist, ebenso das Sanskrit 
(ätman); das Arabische auch durch Auge, das Babbinische durch Ö2EP (s. u. 
Anm. 3), d^ä (Gebein), C]-1ä (Körper), das Aethiopische und Amharische durch 
Kopf, das Aegyptische durch Mund, Hand u. s. w. Vergl. mittelhochd. min 
lip, d%n ftp. 

2. Das deutsche derjenige, diejenige, dasjenige (in allen Casus 
des Singular und Plural) ist gewöhnlich in nitftf mit enthalten 
(s. §. 123, 2). Die Verwendung des Frageworts TMß in gleicher 
Bedeutung beruht auf einer weiteren Abschwächung des indefiniten 
Gebrauchs von ritt (§. 122, 3, a. E.) und nähert sich bereits dem 
aram. Sprachgebrauch; vergl. ."firm? das was Pred. 1, 9. 3, 15 
(syr. "jag). 

Anm. 1. Jeder, jefflicher wird in Beziehung auf Personen (und selbst Thiere, 
1 M. 15, 10) ausgedrückt durch tth$ Mann 1 M. 42, 25. 4 M. 17, 17, oder das 
wiederholte tÖ*K tt$-»K 2 M. 36, 4, tt3W HPK Ps. 87, 5; in Beziehung auf 
Personen und Sachen durch Vs (s. §. 111, 1); ferner durch Wiederholung des 
Subst.: "JgSia ^gaa jeden Morgen; auch durch den Plural: ö'ngai jeden 
Morgen Ps. 73, 14. Hiob 7, 18 (mit sog. distributiyem \). 

2. Irgend einer, jemand ist W* 2 M. 16, 29. HL. 8, 7; d^if 3 M, 1, 2; 
irgend etwas (besonders in Verbindung mit einer Negation) ^«J, "tt'-rte (ohne 
Artikel). 1 M. 18, 14. 3 M. 5, 2. 4 M. 31, 23, nach Neg. 1 M. 19, 8* Pred. 
8, 5; vergl. "qypfc 4 M * 20 > 19 = Nichts. Vergl. noch §. 122, 3. 

3. Selbst wird, abgesehen von der oben No. 1, c erwähnten Ausdrucks- 
weise, in Beziehung auf Personen und Sachen durch MIR, K">ri ausgedrückt, 
als Mh i}H« der Herr, er d. i. der Herr selbst Jes. 7, 14, n^n diWf»n die 
Juden selbst Esth. 9, 1. — Ebenderselbe (selbiger) ist fitih, »**! mit dem Artikel, 
z. B. fctffth tffit&i selbiger Mann, VWlft P155 in selbiger Zeit (doch kann dies 
auch heissen: jener Mann, in jener Zeit, vergl. §. 122, 1). In Beziehung auf 
Sachen wird es ausserdem durch Umschreibung mit dem Worte &£? Gebein, 
Körper (dann trop. für Wesen, Substanz) ausgedrückt, daher rwrj di*!! MM 
an e&en<?em*e&en Ta^e 1 M. 7, 13. Jos. 10, 27. Ezech. 24, 2; öW Dabs 
(so rein) wte der Himmel selbst 2 M. 24, 10 ; fan ö2t$a in seinem Wohlstande 

\ • • • 

selbst, mitten in seinem Wohlstände Hiob 21, 23. 

4. J.#er, a#er, der Eine xmd der Andere, wird ausgedrückt : durch doppeltes 
Mt (Jes. 6, 3) oder 1h$ (2 Sam. 14, 6), oder durch w*K Einer mit lirflj «ein 
Bruder oder mit Von sein Genosse, im Fem. durch rn&< .Eine (Frau) mit 
min&t iÄre Schwester oder mit ftrittn iÄre Genossin; Masc. und Fem. auch, 
wenn von Thieren oder leblosen Dingen die Bede ist. S. das Wörterb. u. 
obigen Wörtern. Ebenso wird auch der Begriff einander umschrieben, z. B. 
1 M. 13, 11: und sie trennten sich vriK b&n Vfa* Einer von dem Andern d. i. 
von einander. 2 M. 26, 3: die fünf Teppiche sollen gebunden sein »nnirig-b&j; rflöx 
an einander. 

5. Einige wird öfter durch den blossen Plural 'ausgedrückt, z. B. D^öJ 
einige Tage 1 M. 24, 55. 40, 4. Jes. 65, 20. Dan. 8, 27; W.Xß einige Jahre 
Dan. 11, 6. 8. Zuweilen du\ch ^ittjtf & sunt qui Neh. 5, 2—4, oder durch 
D^K 1 M. 27, 44. 

18* 



276 3. Hauptth. Syntax. 3. Cap. Syntax des VerbL 

DRITTES CAPITEL. 

SYNTAX DES VBBBI. 



§. 125. 

Gebrauch der Tempora im Allgemeinen 1 . 

Bei der Armuth der hebräischen Sprache an bestimmten Formen 
für die absoluten und relativen Zeitverhältnisse (§. 40. 48) ist es 
nicht anders zu erwarten, als dass eine gewisse Vieldeutigkeit der- 
. selben entstehen musste. 

Trotzdem wäre es irrig, zu glauben, dass die beiden vor- 
handenen Tempusformen ganz unbestimmt und regellos gebraucht 
würden; im Gegentheil hat jede von beiden ihre bestimmt abge- 
grenzte Sphäre, wie dies im Allgemeinen schon oben S. 103 Note * 
dargelegt ist und in den folgenden §§. (126 ff.) im Einzelnen er- 
läutert werden wird. Ausserdem wird vorzüglich das Imperfect in 
modificirter Form (§. 48) auch angewandt, um die Modus-Verhält- 
nisse des Optativ, des Jussiv und des Subjunctiv auszudrücken 
(s. §. 128). Endlich kommt dazu noch die bereits §. 49 erwähnte 
Eigenthümlichkeit der hebräischen Rede, mittelst des Wäw con- 
secutivum Imperfecta an ein Perfect und umgekehrt Perfecta an ein 
Imperfect anzuknüpfen (§. 126, 6. §. 129). 

Einige Beispiele, in welchen Perfect und Imperfect in einem bes. deutlich 
ausgesprochenen Gegensatze des Zeitverhältnisses stehen, sind Jos. 1, 5: 
Tp$3> fr"Pfi$ rnüa-tt? VJj "ittj&ö wie ich mit Mose gewesen bin, so werde 
ich mit* dir sein. Vs. 17. Jes. 46, 4: Kta* i:»i imto *5K ich habe (es) ge- 
than und ich werde (ferner) tragen, Vs. 11: WS? n|fcpaart)K Wi^-t)« 
ft|\&2ftr&)K geredet habe ich und werde es kommen lassen, entworfen habe ich 
und werde es ausfuhren. 2 M. 10, 14. 5 M. 32, 21. 1 Eon. 2, 38. Joel 2, 2. 
Pred. 1, 9. 

§. 126. 

Gebrauch des Perfect 

Das Perfect steht: * 

1. an sich und eigentlich zum Ausdruck der absolut und voll- 
kommen vergangenen Zeit (Praeteritum perfectum), z. B. 1 M. 40, 8: 

1 Vergl. Driver A Treaüse on the use of the Tenses in Hebrew (Oxf. 1874), 
mit der Bec. von A. Müller in der Ztschr. f. luth. Theol., 1877. I, S. 198 ff. 



§. 126. Gebrauch des Perfect. 277 

Wabn tffcn wir haben einen Traum geträumt. 3, 10. 11: ab T*rt *»fc 
wer hat dir angezeigt? Vs. 13: was da hast du gethan? Vs. 14. 17. 22. 
Daher in Berichten und Erzählungen von vergangenen Dingen, 
z. B. Hiob 1, 1 : . . tfinft «rwn mm . . rirnw mn ttha es war ein 
ifdwin tm Lande U$ . . tinrf selbiger Mann war (fromm . .). Vs. 4: 
Und es gingen hin (/Dbm) seine Söhne und machten (itap) u. b. w. 
Dan. 2, 1 : im zweiten Jahre seiner Regierung träumte (ttbn) Nebucad- 
nesar Träume. Eicht. 6, 3. Ruth 4, 7. 

Li erzählender Bede schliesst sich dann in der Regel das Imperfect mit 
Wäw consecut. an, §. 129, 1. 

2. zum Ausdruck der in der Vergangenheit vollendeten Hand* 
lung (Plusquamperfectum). So bes. (der Natur der Sache nach) in 
Relativsätzen, denen im regierenden Satze ein auf die Vergangen- 
heit bezügliches Tempus (Perf. oder Imperf. consec.) vorangeht, 
z. B. 1 M. 2, 2: und er ruhet e . . . von alT seinem Werk, welches er 
gemacht hatte; doch auch absolut Vs. 5: Jahwe hatte noch nicht 
regnen lassen. 7, 9. 19, 27. 20, 18. 27, 30. 29, 10. 31, 19. 
1 Sam. 6, 19. 

3. für das abstracto Praesens unserer Sprachen, wo dieses 
a) einen schon länger bestehenden und noch fortdauernden (in die 
Gegenwart hereinreichenden) Zustand oder eine Eigenschaft solcher 
Art bezeichnet, z. B. ^Pi? 1 ^ ich weiss (eigentl. ich habe erkannt) 
Hiob 9, 2. 10, 13, TtifT! & ich weiss nicht 1 M. 4, 9 (doch auch 
nach No.. 2: ichwusste nicht 4 M. 22, 34); ^rfcttto ich hasse Ps. 31, 7 1 , 
•»Pifp^S ich bin gerecht Hiob 34, 5, r\Via du bist gross Ps. 104, 1* 
^FObjj ich bin klein 1 M. 32, 11, oder b) eine schon dagewesene, aber 
noch immer sich wiederholende Handlung (daher oft zum Ausdruck 
anerkannter Erfahrungsthatsachen) , z. B. ^PHttK ich spreche, Ps. 
31, 15. Hiob 7, 13. Ps. 1, 1: Heil dem Manne, der nicht wandelt 
OjbJl) im Bßth der Gottlosen, den Pfad der Sünder nicht betritt (yti%), 
und im Kreise der Spötter nicht sitzt (nti;). 10, 3. 119, 40; c) zum 
Ausdruck gegenwärtiger Händlungen mit dem Nebenbegriff der 
festen Versicherung (vergl. No. 4), z. B. ^JWMfe ich schwöre Jer. 
22, 5, ^rta^irj ich erhebe (meine Hand zum Schwur) 1 M. 14, 22. 

Hier im Bereiche unseres Präsens begegnen sich das hebr. Perfect und 
Imperfect. Fast in allen oben erwähnten Beispielen sind beide Tempora 
möglich, je nachdem der Bedende die betreffende Handlung oder Situation 
als eine früher schon dagewesene, indess auch jetzt noch fortbestehende. 



1 Vergl. im Lat. novi, memini, odi, im Griech. oT5a, jj.ijj.viQp.at, 8£8opxa, Soixa,. 
%£xpaYa u. a., im N. T. fjXittxa, %aiiT)xa. 



278 3. Hauptth. Syntax. 3. Cap. Syntax des Verbi. 

vielleicht eben erst vollendete betrachtet, oder als eine erst werdende, im 
Vollzug" begriffene, andauernde, ja vielleicht im Augenblick erst eintretende 
(vergl. §. 127, 2). Daher findet sich in ungefähr gleicher Bedeutung ifribj-ift 
Ps. 40, 13 und iaw & 1 M. 19, 19. 31, 35. Häufig stehen in solchen Fällen 
Perfecta und Imperfecta neben einander, z. B. Jes. 5, 12. Spr. 1, 22. Hiob 3, 17. 

4. Selbst zum Ausdruck zukünftiger Handlungen dient das 
Perfect, nämlich bei Betheuerungen und Versicherungen, indem der 
Wille des Redenden die Handlung als abgemacht oder so gut wie 
vollzogen betrachtet. Auch im Deutschen wird in solchem Falle 
leicht das Präsens statt des Futurum gebraucht. So bei Verträgen 
oder vertragsmässigen Versprechungen 1 M. 23, 11: ich gebe ('»Ftoj) 
dir den Acker; Vs. 13: ich gebe CMnj) das Geld für den Acker. So 
besonders, wenn Gott der verheissende ist, 1 M. 1, 29. 15, 18. 
17, 20, und sonst in zuversichtlicher Rede (sog. Perf confidentiae), 
namentlich wo von Gott bestimmt erwartet wird, dass er etwas 
thun werde (somit in der Ueberzeugung, dass es im göttlichen 
Rathschluss thatsächlich schon vorliege), z. B. Ps. 31, 6: ntY^ 
•»rri* du (o Gott) erlösest mich; daher häufig in lebendiger Schil- 
derung der Zukunft und in Weissagungen (sogen. Perfectum pro- 
pfieticum), z.B. Jes. 9, 1: das Volk, das im Finstern wandelt, stehet 
(Wi) ein grosses Licht; 5, 13: darum geht in die Verbannung (»lb|) 
mein Volk. 

Auch im Arab. steht das Perfect (in der Begel durch die Partikel qad ver- 
stärkt) bei nachdrücklichen Versprechungen u. dgl. Man sagt: ich habe es 
dir schon gegeben, d. h. es ist so gut als ob es geschehen wäre, es ist abge- 
macht. — Aehnlich ist der Gebrauch des lat. perii, griech. 5XcoXa, 6*u<pf)opa; 
II. 15, 1281. 

5. Von den sogenannten Temporibus relaüvis kann das Perfect 
diejenigen bezeichnen, in welchen die Vergangenheit der Haupt- 
begriff ist, und zwar a) unser Imperf od. Plusquamperf. conjunctivi 
(für welches indess auch das Imperf ect stehen kann, §. 127, 5), 
z. B. Jes. 1, 9: wenn uns nicht übrig gelassen hätte (nwift) Jahwe 
ein wenig, wie Sodom wären wir geworden (VF(), Gomorrha glichen 
wir (Wtfj); 1 M. 21, 7: wer hätte wohl gesagt? (quis dixerit?); 4 M. 

1 Die Versicherung, dass etwas geschehen werde, kann auch zum Ausdruck dea 
Wunsches dienen, dass etwas geschehen möge. So 1 M. 40, 14: und thue Liebe an 
mir (eig. <iu thust wohl Liebe an mir, hoffe ich) und erwähne mich bei Pharao. 
Bat beigefügte *<} macht diesen Sinn des Perfect hier unzweifelhaft. Im Arabischen 
wird das Perfect gleichfalls häufig bei Wünschen und Obtestationen gebraucht Im 
Hebr. noch Hiob 21, 16. 22, 18: der Math der Frevler ^20 ftjjljj sei fern von mir! 
Yergl. das Perf. consec. nach einem Imperativ No. 6, e. 



§.126. Gebrauch des Perfeet. 279 

14, 2: 'OTrtr^b wenn wir doch gestorben wären (*fc mit Impf, wäre: 
wenn wir doch stürben, §. 136, 2). Kich. 13, 23. 1 Sam. 13, 13 
(TW)- Hiob 3, 13. 10, 18. 19. 23, 10. Ruth 1, 12: wenn ich 
dächte u. s. w.; b) das Futurum exactum Jes. 4, 4: fnr\ Dtf wenn ab- 
gewaschen haben wird, eig. abgewaschen hat; 6, 11. — 1 M. 43, 14: 
*V\bDtD *V\bbtD 'ntkte wenn ich verwaist bin (sein soll, ubi orbus fuero\ 
so bin ich es (Ausdruck verzweifelnder Resignation); Esth. 4, 16. 

6. In allen bisherigen Fällen betrachteten wir das Perfeet 
unabhängig von der logischen Verbindung mit vorhergehenden 
Verbis. Nicht minder manigfaltig ist jedoch der Gebrauch des 
sogen. Perfectum consecutivum, welches sich mit 1 {Wäw consec. 
Perfecti) an den vorhergehenden Satz anschliesst, indem es so ent- 
weder einem anderen Perf. consec. coordinirt wird oder eine Fol- 
gerung aus solchen Handlungen darstellt, die im Imperfect oder 
einem Aequivalent desselben (Imper., Partie.) vorangegangen sind. 
Jene Folgerung kann eine unmittelbare und nothwendige (finale, 
consecutive im engeren Sinn =- so dass), aber auch eine mehr äusser- 
liche, auf der blossen Zeitfolge beruhende sein (s. die Beispiele). — 
Ueber die formelle Unterscheidung des Perf. consec. durch Fort- 
rückung des Tones s. §. 49, 3. 

Dieser Wechsel des Perf. mit dem Imperf. oder den Aequivalenten des- 
selben, und umgekehrt des Imperf. mit dem Perf. ist eine hervorragende 
Eigentümlichkeit der hehr. Consecutio temporum; derselbe bietet nicht nur 
einen gewissen Ersatz für den Mangel an Tempus- und Modusformen, son- 
dern verleiht auch dem hebr. Styl den Beiz einer bedeutsamen Gliederung, 
indem die im Fluss begriffene Handlung (Imperf.) alsbald im Perf. zum 
ruhigen und festen Absohluss gelangt, um dann im weiteren Verlauf abermals 
in Fluss zu gerathen. Allerdings gehört die Begelmässigkeit dieses Wechsels 
mehr dem höheren Style an und auch hier hängt es von der Anschauung des 
Bedenden ab, ob er eine Handlung als die logische Folge der vorhergehenden 
oder als einfach coordinirt (dann in demselben Tempus) betrachten will. — 
Die früher übliche Bezeichnung des Wäw consec. als Wäw conversivthn (S. 110, 
Note 1) verkannte das eigentliche Wesen der hebr. Tempora. Nicht um die 
Verwandlung eines Fraeteritum in ein Futurum oder umgekehrt handelt es 
sich, sondern um eine logische Folge; daher kann ein Perf consec. auch der 
Sphaere unserer Gegenwart oder Vergangenheit angehören (s. u. lit. d). 

Das Perf. consec. stellt dar: 

a) zukünftige Handlungen oder Zustände als Folge von Hand- 
lungen, die im Imperfect (im Sinne unseres Futurum) voraus- 
gegangen sind, z. B. 1 M. 24, 40: Jahwe wird seinen Engel mit dir 
senden qsrj tffxxtt\ und deinen Weg beglücken (eig. und so beglückt 



280 3. Hauptth. Syntax. 3. Cap. Syntax des Yerbi. 

er (=* dass er beglücke; vergl. Vs. 7 : dass du nehmest); Eicht. 6, 16. 
1 Sam. 17, 32. Hi. 22, 30. Ebenso nach einem Partie, (als Aequi- 
valent für das Impf.) 1 M. 41, 29 f. 1 Kön. 2, 2. Knth 3j 2 f. 

b) Handlungen, die als möglicherweise in der Zukunft ein- 
tretende gedacht sind (Conjunct. Praesentis oder Imperfecta) nach 
Imperfectis in gleicher Bedeutung (vergl. §. 127, 3). 1 M. 3, 22: 
bDKl . . . rtpbl •h 1 * JlbtJ^fi damit er nicht seine Hand ausstrecke und 
nehme und esse, eig. und so nimmt und isst. 19, 19. 32, 12. 4 M. 
15, 40. 2 Sam. 15, 4. Jes. 6, 10. Ez. 14, 13 f. 

c) Befehle, im Anschluss an einen vorhergegangenen Imperativ 
und als weitere Folgerungen aus demselben 1 M. 6, 21: tjbTtj? 
ft&Dfett . . nimm dir . . und sammle, eig. und dann sammelst du 
(=» tföss tf w sammelst); 27, 43. 44. 1 Kön. 2, 36. Wie lit. a die An- 
kündigung, so geht hier der Befehl in die Beschreibung dessen 
über, was geschehen soll. 

d) gegenwärtige oder vergangene Handlungen, nach Imperfecüs 
(oder Aequivalenten desselben) , die sich in jenen Zeitsphären be- 
wegen, z. B. 1 M. 2, 6. 10. 1 Sam. 2, 19. Am. 5, 19. Nah. 3, 12; 
nach Partie, z. B. Jos. 6, 13. 

Anm. 1. Das Aequivalent für ein Imperf, welchem sich alsdann ein Per f. 
con8ec. anschliesst, kann auch in einer abgerissen hingestellten Zeitbestim- 
mung bestehen, z. B. 2 M. 16, 6. 7: DP)2n* ,>1 ^1?? a™ Abend (eig. wenn es A. 
werden wird), da werdet ihr erfahren; 17, 4: noch ein Weniges ^Pjjö* so 
werden sie mich steinigen. 1 Sam. 20, 18. 1 Kön. 2, 42. Ez. 39, 27. Spr. 
24, 27. . 

Ebenso steht das Perf. consec. als logische Folgerung (für unser Fut. oder 
im Sinne eines Imper. oder Optativ) nach Vordersätzen, die a) eine Ursache, 
oder b) eine Bedingung enthalten. Vergl. für lit. a 4 M. 14, 24: weil ein 
anderer Geist mit ihm war Tr&OljJTI so werde ich ihn bringen; 1 M. 20, 11: 
es ist keine Gottesfurcht an diesem Ort * I JWJ1T|1 und (darum) werden sie mich 
tödten (f. weil nicht ist, so). 45, 12. 13. 2 M. 6, 6. Vergl. Ps. 25, 11: um 
deines Namens willen Prteii so wägest c'u vergeben). Für lit. b. 1 M. 33, 10: 
wenn ich Gnade gefunden habe thr'gb'j so nimm, und ohne Bedingungspartikel 
vorher (§. 155, 4, a) 44, 22: verlässt er seinen Vater trgj so stirbt dieser. 
Vs. 28. 29. 33, 13. 42, 38. 1 Kön. 3, 14. — Auch an andere sehr verschieden- 
artige Angaben gegenwärtiger Thatsachen knüpfen sich solche durch 1 mit 
dem Perf. eingeführte Ankündigungen (Rieht. 13, 3: du bist unfruchtbar 
^iVj! *^yTl aoer du wirst empfangen und gebären. 1 Sam. 9, 8: hier ist 
ein Viertelsekel *^lnj1 t den tcill ich geben), oder Befehle und Wünsche (Ruth 
3, 9 : ich bin Buth frto^SI so breite denn aus), oder auch Fragesätze (2 M. 
5, 5: viel ist des Volkes im Lande önk ötnattSr^ und ihr wollt sie feiern 
lassen? 1 M. 29, 15. 1 Sam. 25, 10. 11)/ 

2. Sehr häufig ist in der prophetischen Sprache (wie *im und es geschah 
in der Erzählung) die Formel: mV) und es wird geschehen, sowohl in Coordi- 



§. 127. Gebrauch de« Imperfect. 281 

nation mit anderen Perff. consec. oder nach Imperfecta (resp. Aequivalenten 
derselben, s. Anm. 1), besonders wenn eine Zeitangabe beigefügt wird, z. B. 
Jes. 7, 18: p-w* Mrt-t di*a mm. 



- §. 127. 

Gebrauch des Imperfect. 

Obwohl der Gebrauch des Imperfect fast noch weitschichtiger 
ist, als der des Perfect, so hat doch die Sprache für gewisse Modal- 
verhältnisse, die in der Sphäre des Imperfect liegen, einen be- 
stimmteren Ausdruck durch die §. 48 behandelte Verkürzung und 
Verlängerung des Imperfect gewonnen (Jussiv und Cohortativ 
§. 128); auch das Wäw consec. findet vor dem Imperf. eine sehr 
eingreifende und bedeutsame Anwendung (§. 129). Doch ist jene 
Verkürzung, wie schon §. 48 bemerkt wurde, wenigstens ortho- 
graphisch nicht bei allen Formen ersichtlich, und auch sonst findet 
einiges Schwanken im Gebrauche statt, so dass fast in allen Ver- 
hältnissen, für welche die verkürzte Imperfectform ausgeprägt ist, 
gelegentlich auch die gewöhnliche Form vorkommt. 

Das Imperfect bildet im' Allgemeinen den Gegensatz zum Per- 
fect und bezeichnet demnach das Unvollendete, theils als ein neu 
Eintretendes, Werdendes und selbst schlechthin Zukünftiges, theils 
aber auch als ein wiederholt Geschehendes oder noch Andauerndes 
in jeder Zeitsphäre, selbst in der Vergangenheit (s. oben S. 103 
Note *). Es steht daher: 

1. Von der Zukunft schlechthin. 1 M. 9, 11: Vom Ti* *WJT* 
es wird keine Fluth wieder sein; 2 M.'4, 1: fcftl *b WOffnfe in 
*H*Äb ^3 ibpa Wütt^ siehe! sie werden mir nicht glauben und werden 
nicht hören auf meine Stimme, sondern sie werden sagen u. s. w., 
6, 1. 9, 5. 1 Kön. 1, 13. 24, 30: ^n» ^tf» er wird (oder soll) nach 
mir regieren. In der Erzählung auch für die Zukunft von einem 
Punkte der Vergangenheit aus 2 Kön. 3, 27: seinen Erstgebornen, 
welcher regieren sollte (regnaturus erat). 1 M. 43, 25: sie hatten 
gehört, dass sie daselbst essen sollten (^bpsh). Ps. 78, 6: damit es 
kennen lernten *Hb^ 0^33 die Kinder, die geboren werden würden 
(qui nascituri essent, zugleich mit dem Nebenbegriff der in der Zu- 
kunft sich wiederholenden Handlung). — Für Fut. exact. nur im 
Anschluss an ein Perfect desselben Sinnes (§. 126, 5, b) Jes. 4, 4. 6, 11. 

2. Ebenso häufig von der gegenwärtigen Zeit (vergl. §. 126, 3, 
Anm.). 1 Kön. 3, 7: yi» ab ich weiss nicht. Jes. 1, 13: teanft ich 



282 3. Hauptth. Syntax. 3. Gap. Syntax des Yerbi. 

vermag nicht, 1 M. 19, 19. 31, 35; 37, 15: ©JjöflTflJ was suchst du? 
44, 7. 2 M. 5, 15. 1 Sam. 1, 8. Ps. 1, 2. 3. Fast in allen diesen 
Beispielen stellt das Imperf. zugleich eine in der Gegenwart an- 
dauernde Handlung dar; noch stärker kommt der Begriff der 
dauernden oder immer aufs neue eintretenden Handlung da in Be- 
tracht, wo von bleibenden Thatsachen, die jetzt statthaben und 
immer statthaben werden, oder von allgemein anerkannten Er- 
fahrungen die Rede ist. 1 M. 43, 32: denn die Aegypter dürfen 
nicht mit den Hebräern essen. Hiob 4, 17: ist ein Mensch gerechter 
als Gott? 2, 4. Spr. 15, 20: ein weiser Sohn erfreut den Vater , und 
so äusserst häufig im Hiob und den Proverbien. Yergl. auch die 
Formel: )s nte£p& nicht pflegt (und daher darf, soll, 8. u. No. 4, d) 
so gethan zu werden 1 M. 29, 26. 34, 7. 2 Sam. 13, 12. — Seltener 
steht in obigen Fällen auch das Perfect, §. 126, 3, a. b. 

Oft kommen in derselben Formel Perf. und Imperf. nebeneinander vor, 
z. B. ttbl-j *p$& Hiob 1> 7 woher kommst du? (indem das Kommen als noch 
im letzten Stadium begriffen gedacht ist, dagegen) rfett Fttö^K 1 M. 16, 8 
woher bist du gekommen? 

3. Für eine Reihe von Verhältnissen, welche im Lateinischen 
durch den Subjunctivus, insbesondere des Praesens, ausgedrückt 
werden. Das Eintreten eines Zukünftigen oder dessen, was ge- 
schehen soll, ist alsdann von einem subjectiven Ermessen, Wol- 
len u. s. w., oder von sonstigen Voraussetzungen abhängig ge- 
dacht. So 

a) Für den Subjunctiv in Fällen wie Hi. 10, 18: yjag ich hätte 
verscheiden sollen u. s. w.; Vs. 19: 5T5T8 ich hätte werden sollen. 
Sodann häufig nach Partikeln, welche dass, dass nicht (ut, ne) 
bedeuten, wie mö», besonders ntD» 1?ttb, und fjqb (ohne *ilöa), 
auch 1t}8 }?? dass, damit, auf dass, also in Consecutiv- und 
Finalsätzen 1 . 1 M. 11, 7: WütJI *& "ittoj auf dass sie nicht ver- 
stehen; 4 M. 17, 5: a^pf^ ^tötf *J?ttb damit sich nicht nahe; 
5M.4,l: w*3 ]?ttb auf 1 dass ihr lebet; Ps. 78, 6. Ezech. 12, 12: 
ftfYpft 1tÖ8 1?? damit er nicht sehe; ebenso nach ffi dass nicht, 
damit nicht ,z. B. iY> nbtp-'jfi 1 M. 3, 22. Auch bloss durch "j 
angeknüpft, z. B. Klagl. 1, 19: sie suchten sich Speise, W*t}*j 
DlAMfitf dass sie ihre Seele erquickten. 

b) Zum Ausdruck des Optativ. In der Regel wifcd derselbe durch 

* Wenn jene Partikeln causale Bedeutung haben, so tritt an die Stelle des 
Imperf. das Perfect, %. B. ^H 1£? weil mit dem Perf. Rieht. 2, 20, *rä$ weü 1 M. 
34, 27. 



§. 127« Gebrauch des Imperfect. 283 

den CohortaUv (in der 1. Pers.) oder Jussiv (in der 2. und 
3. Pers.) ausgedrückt (§. 128, 1), und letzterem Modus gehören 
auch alle diejenigen Beispiele an, in denen sich die Form des 
Jussiv nicht von der gewöhnlichen Imperfectform unterscheidet. 
Bisweilen ist dann die Optativbedeutung an der beigefügten 
Partikel 8} 1 ersichtlich (§. 128, 1.2), z. B. »r'itty! möchte doch 
enden! Ps. T 7, 10. 1 M. 44, 18: 5f?n? Knsrp möchte doch dein 
Knecht reden dürfen. Vs. 33 : KJ-atJ;; möchte doch bleiben dürfen. 
Doch findet sich bisweilen die vollständige Form des Imperfect 
auch in solchen Fällen, wo eine Verkürzung möglich gewesen 
wäre, z. B. nfctTP) es zeige sich 1 M. 1, 9 (und so häufig bei 
Imperff» fi"b, vergl. 41, 34); rvngfl Spr. 22, 17. 

c) Für den Imperativ, sobald derselbe mit einer Negation ver- 
bunden werden müsste (was nach §.46, 1 unmöglich ist), also 
zur Darstellung von Verboten u. s. w. Und zwar steht dann 
entweder fcft mit dem reinen Imperf. im Sinn einer bestimmten 
Erwartung (vergl. unser: das wirst du nicht thun! als stärkste 
Befehlsform), daher bes. bei göttlichen Geboten, z. B. itari fcfö 
du sollst (eig. wirst) nicht stehlen 2 M. 20, 15, ebend. Vs. 3. 4. 
5. 7. 10 ff. — oder ba mit dem Jussiv im Sinne der Abmahnung, 
des Wunsches oder (bei der 3. Pers.) des Meinens, dass etwas 
nicht geschehen sollte: aniirrb» fürchte dich nicht 1 M. 46, 3. 
Wie in diesem Beispiel, fällt auch sonst der Jussiv nach b$ 
sehr häufig mit der gewöhnlichen Form des Imperf. zusammen 
(vergl. oben lit. &.); doch findet sich bisweilen auch hier (bes. 
von Verbis JrVb) die unverkürzte Form nach ba, z. B. fttaPFrbtf 
.2 Saux. 13, 12; bei der 3. Person, also. zum Ausdruck eines 
negativen Wunsches, Hi. 3, 9: run^b»; doch auch p^rrt» IM. 
19, 17; ttOJ-ba Ps. 121, 3 (vergl. §. i28, 2, b). — Endlich ge- 
hören hierher noch Fälle, wo das Imperf. in erster Person ein 
Sollen oder Müssen der betr. Handlung darstellt, wie Hi. 9, 29: 
2flTUÄ ich soll nun einmal Unrecht haben; 12, 4 (rpntf), vergl. 
9fl5. 19, 16. 

4) Für den sogenannten Potentialis, wo von einem Können, Mögen, 
dürfen oder einem möglicherweise Eintretenden die Rede t ist. 
Z. B. 1 M. 2, 16: bom bD» du darfst essen. 3, 2. Spr. 20, 9: 
nttah-na wer kann sagen? 1 M. 43, 7: t vg& ">s jpg ?1^n konnten 

i Die Part fett ($. 105) giebt dem Optativ zugleich das Gepräge der demüthigen 
Bitte. Ueber den Gebrauch des fett bei der 1. Person s. §. 128, 1. 



284 3. Hauptth. Syntax. 3. Gap. Syntax des Verbi. 

wir denn wissen, dass er sagen würde . . . ? 20, 9: itomkb *ltDK 
(Handlungen) die nicht gethan werden dürfen (oder sollten), 
vergl. zu dieser Formel o. No. 2, a. E. 

4. Selbst in die Sphäre der Vergangenheit kann der Zeitbegriff 
des Imperfect fallen, und zwar hauptsächlich in folgenden Fällen: 

a) nach den Partikeln T8 damals 1 , D^tt noch nicht, D^ttä ehe, 
z. B. ^TöirT' näf T» damals redete Josua Jos. 10, 12. 2 M. 15, 1. 
4 M. 21, 17. 1 Kön. 3, 16; nw D'l'O es war noch nicht geworden 
1 M. 2, 5. 19, 4. 24, 45 (dagegen* Vs. 15 Perf), 1 Sam. 3, 7, 
überall im Sinne unseres Plusquamperf ; für unser Imperf. 
37, 18; 8SI3 D^pa ehe du hervorgingst Jer. 1, 5. — 1 Sam. 3, 7 
steht nach D'ntD Perf. und Imperf. in demselben Satze. 

V) öfter, wenn von stetig wiederholten Handlungen, von einem 
Pflegen und gewohnten Thun die Rede ist (analog dem Imperf. 
im Lateinischen und Französischen). Die beständige Wieder- 
holung schliesst von selbst den Grundbegriff des Imperf., den 
der unvollendeten Handlung, in sich. Z. B. Hiob 1, 5: so that 
(fita^) Hiob immerfort. 22, 6. 7. 29, 12. 13. 2 M. 1, 12. Rieht. 
6, 4. 14, 10. 1 Sam. 1, 7. 2 Sam. 13, 18: denn so pflegten sich 
zu kleiden (njtthbtt) die Königstöchter; V Kön. 5, 25. Ps. 42, 5. 
78, 40. Hi. 23, 11. Nicht minder gehören hierher die Fälle, 
wo das Imperf das längere Andauern einer Handlung u. s. w. 
in der Vergangenheit darstellt; z. B. 1 M. 2, 6: Nebel stieg (fort 
und fort) auf (fibr;); Rieht. 2, 1 (rt?«), Jes. 6, 4 (kbtf;), Ps. 32, 4 

CteDt?), 18, 31 (C|tn$), Hi. 15, 8 (SraA?). 

c) als Darstellung momentaner Handlungen, wo man eher das 
Perfect erwarten sollte; so besonders bei Dichtern in lebhaft 
erregter Schilderung, wobei indess immer die Auffassung der 
betr. Handlung als einer ehedem noch im Vollzug begriffenen 
hereinspielt (s. 0. lit. &), z* B. Jes. 51, 2. Hi. 3, 3. 11. 4, 12. 
15. 16. 10, 10. 11. 15, 7 f. Ps. 18, 7; in Prosa wahrsch. 1 Kön. 
3, 4 (nb£). 

5. Für das latein. Imperfectum (od. Präsens) Subjunctivi, be- 
sonders in Bedingungssätzen (Modus conditionalis) , und zwar im 
Vorder- und Nachsatze, oder nur in letzterem. Ps. 23, 4: -^ D| 
KT^K-Äb . . . -fbR auch wenn ich wandere oder wandern müsste . . ., 

> Nach tM in der Bedeutung alsdann (bei Ankündigung zukünftiger Ereignisse) 
hat das Impt die Bedeutung eines Futur (2 M. 12, 48. Ps. 2, 5). 



§. 128. Gebrauch des Cohortativ und Jussiv. 285 

fürchte oder würde ich mich nicht furchten. Hiob 5, 8: ich würde 
mich an Gott wenden (wenn ich an deiner Stelle wäre). 9, 20: DA 
pTOtf wenn ich Recht hätte, so würde u. s. w. 3, 13. 16. 14, 14. 15. 
23,Io. Butt 1, 13 (nach Per ff. in den Vordersätzen, Vs. 12). 
Uebrigens sind die Imperfecta in diesen Beispielen wohl z. Th. als 
Jussivformen aufzufassen, vergl. §. 128, 2, c. 



§. 128. 

Gebrauch des Cohortativ und Jussiv. 

1. Das durch die Endung in— verlängerte Imperfect (Cohor- 
tativ), welches fast nur in der ersten Person vorkommt (§. 48, 3), 
stellt ein auf die Handlung gerichtetes Streben dar, und steht daher 
a) wenn eine Selbstermunterung, ein Entschluss mit einer gewissen 
Emphase ausgesprochen wird, z. B. Ps. 31, 8: nirotati nW» auf! 
ich will frohlocken und mich freuen oder lasst mich frohlocken; 2, 3: 
JljjPü? auf! lasst uns zerreissen; 1 M. 11, 3. Mit geringerer Emphase 
bei Selbstgesprächen und einfachen Willensäusserungen, 2 M. 3, 3: 
ich will doch hingehen und sehen; 1 M. 18, 21. 32, 21; b) bei einem 
Wunsche, einer Bitte (um Erlaubniss) ; 5 M. 2, 27 : Irn2i3?8 lass mich 
doch durchziehen; 4 M. 20, 17: 83VH132W lass uns doch durchziehen; 
c) bei einer Absicht in Anlehnung (durch i) an einen Imperativ; 
z. B. 1 M. 27, 4: bringe mir SnbDkl und ich will essen = dass ich 
esse. 29, 21. 42, 34. 5 M. 32,' 1. ' Ps. 2, 8. 39, 14. Hiob 10, 20. 
Seltener d) in Bedingungssätzen (mit od. ohne Da), z. B. Hiob 6, 10. 
16, 6 (mag ich reden . . . und unterlasse ich es). 11, 17. 19, 18. 
30, 26. Ps. 73, 16. 139, 8; so wohl auch WH* 2 Sam. 22, 38: 
wenn ich verfolgte, doch vergl. Ps. 18, 38. — Ausserdem e) öfter 
nach dem Wäw consecutwum §. 49, 2. 

2. Das verkürzte Imperfect (der Jussiv) steht hauptsächlich 
zum Ausdruck a) von Befehlen, Wünschen und Bitten, z. B. KSift 
proferat 1 M. 1, 24 (dag. Indicat. »nsin proferet Jes. 61, 11), DJ?} 
stabiliat Jer. 28, 6. 4 M. 6, 25. 26, ^ w es gehöre dir 1 M. 33, 9, 
W ib utinam fiat 1 M. 30, 34; durch 1 an einen Imperativ ange- 
schlossen (vergl. No. 1, c) Ps. 27, 14: rpa!? fV$?\ p?n sei muthig, und 
stark sei dein Herz. 2 M. 8, 4: betet zu Jahwe ^Cpl und er möge 
wegschaffen = dass er wegschaffe. 10, 17. Rieht. 6, 30. 1 Sam. 7, 3. 
1 Kön. 21, 10. Spr. 20, 22. Esth. 7, 2: to*rn und es soll gethan 
werden; b) nach einer Negation zum Ausdruck von Verboten u. s. w., 



286 3. Hauptth. Syntax 3. Gap. Syntax des Verbi. 

und zwar nach §. 127, 3, c in der Regel nach b», z. B. ntüfe^K 
2 M. 23, 1; im Tone der Bitte: nntirn!*» vertilge nicht 5 M. 9, 26, 
WtTK MSrrtlA weise mich nicht zurück 1 Kön. 2, 20. Ps. 27, 9. 
69, 18; der Warnung: "pasrt» ne confidat Hiob 15, 31, ■»fiPrt« sei 
nicht Spr. 3, 7; bisweilen im Sinne einer negativen Versicherung, 
indem der Inhalt derselben als Etwas hingestellt wird, das nicht 
geschehen dürfe, z. B. Jes. 2, 9. Ps. 41, 3. 50, 3. 121, 3. Spr. 3, 3. 
25. Hi. 5, 22. 20, 17. Selten steht* der Jussiv auch nach & (1 M. 24, 8. 
1 Kön. 2, 6), indem der anfangs beabsichtigte strikte Befehl ($b mit 
dem Indiel Imperf., vergl. §. 127, 3, c) nachträglich durch die 
Jussivf orm noch etwas gemildert wird; c) häufig in Bedingungs- 
sätzen (wie im Arab. herrschend) , und zwar sowohl im Vorder- 
ais im Nachsatze. So Ps. 45, 12 (nar^ begehrt er — , so); 104, 20 
(Märi und ^n^ machst du Finsterniss, so wird Nacht)] Hos. 6, 1 (*p). 
Jes^. 41, 28 (srwi). 1 M. 4, 12 (5|Dh-*fc). 2 M. 7, 9 Ow). 3 M. 15, 24 
(WA . . . D«).' Hiob 10, 16. 13, 5. 22, 28. 

Ohne Zweifel liegt auch diesem Gebrauch des Jussiv (in Bedingungssätzen) 
die ursprüngliche Voluntativ- Bedeutung desselben zu Grunde: mag Etwas 
so und so sein, so muss das und das als Folge eintreten. Bass jedoch im 
Spraohbewusstsein der Voluntativ in solchen Fällen fast zum Potentialis ab- 
geschwächt ist, der Jussiv also zum Ausdruck solcher Thatsachen dient, 
welche eventuell eintreten oder angenommen werden können, lehren die Bei- 
spiele, wo der Jussiv auch ausserhalb von Bedingungssätzen in solcher "Weise 
angewendet wird; z. B. Hi. 9, 33» nicht giebt es einen Schiedsrichter zwischen 
um, der da lege (rMÖJ, also deutlich Subj. — qui ponat). Hierzu kommen 
jedoch auch nicht wenige Fälle, wo die Jussivform ohne jede Nebenbedeu- 
tung an Stelle der gewöhnl. Imperf ectf orm steht, und zwar nicht bloss solche 
Formen, die auf einer Verkennung der Defectiv-Schreibung beruhen könnten 
(Ps. 25, 9. 47, 4. Hi. 13, 27. 20, 23 b. 27, 22), sondern auch verkürzte Formen, 
wie *r\* Hi. 18, 12. 20, 23. 28 (ijy. Schwerlich ist dieser Gebrauch des 
Jussiv bloss auf eine dichterische Licenz, sondern vielmehr auf rhythmische 
Gründe zurückzuführen. Alle die oben angeführten Beispiele zeigen den 
Jussiv an der Spitze des Satzes (also am weitesten vom Hauptton entfernt), 
andere unmittelbar vor der Hauptpausa (Hi. 24, 14. 29, 3. 40, 19), ja selbst 
in Pausa (Hi. 28, 9. 11) als eine rein lautliche Verkürzung in Folge der straffen 
Anziehung des Tones. — Da sich übrigens die Jussivform in zahlreichen Fällen 
von der gewöhnlichen Imperfectform nicht unterscheidet (§. 48,4. §.«127, 3,6.c), 
so bleibt es vielfach zweifelhaft, welche von beiden der Schriftsteller beab- 
sichtigt habe. 



§. 129. Gebrauch des Imperfect mit Wäw consecutivum. 287 

§. 129. 

Gebrauch des Imperfect mit Wäw consecutivum. 

1. Das Imperfect mit Wäw consec. (§. 49, 2) steht nur in enger 
Anknüpfung an Vorhergehendes. In der Regel beginnt die Er- 
zählung mit einem Perfect und schreitet dann in Imperfecta mit 
Wäw consec. fort, z. B. 1 M. 4, 1 : und Adam erkannte (TP) die Eva 
sein Weib, und sie ward schwanger und gebar (^brn ^«TO?) den 
Kain u. s. w.; 6, 9 ff. 10, 9. 10. 15. 19. 11, 12 ff. 27 ff 14," 5 ff. 15, 
1. 2. 16, 1. 2. 21, 1 ff. 24, 1. 2. 25, 19. 20 ff. 36, 2—4. 37, 2 1 . 

Doch kann das Imperfect 'mit Wäw consec. auch eine selb- 
ständige Erzählung (oder einen neuen Abschnitt der Erzählung) 
einleiten, sobald: nur überhaupt eine, wenn auch noch so lose, An- 
knüpfung an früher Erzähltes stattfindet. Besonders häufig be- 
ginnt so eine Erzählung mit ^rw (xat iy^vero) und es geschah 
1 M. 11, 1. 14, 1. 17, 1. 22, 1. 26, 1. 27, 1*. 

Als Darstellung einer zeitlichen oder logischen Folge kann das Imperf. 
consec. zu sehr verschiedenartigen Vordersätzen (oder Satzgliedern) den Nach- 
satz bilden. So steht es: a) nach einem Gausalsatze, z. B. 1 Sam. 15, 23 : 
weil du verworfen das Wort Jahwes, ?|tt^3 so verwarf er dich; b) nach 
einem absoluten Substantiv. 1 Kon. 12, 17: was die Kinder IsraU betrifft, 
b$nm Drrto , n*»* , i so herrschte Eehabeam über sie. 9, 21. Jer. 6, 19. Dan. 

8, 223. 

Bein consecutiv steht das Imperf. mit 1 auch nach Fragesätzen, wie Ps. 
144, 3: was ist der Mensch (gleichsam: was ist an ihm?) WW dass du ihn 
beachtest! (vergl. Ps. 8, 5, wo **S folgt). Hi. 7, 17 f. Jes. 51, 12: wer bist du 
(d. h. bist du so gering?) 'W' 1 *-)} dass du dich fürchten müsstest? 

2. Was die Zeitsphäre betrifft, so kann sich das Imperf. consec. 
je nach dem Zusammenhang mit dem vorhergehenden Tempus 
oder Tempus- Aequivalent auch beziehen: 



1 Das Perfect ist bisweilen nur dem Sinne nach im Vorhergehenden (bes. häufig 
in Zeitangaben) vorhanden, z. B. 1 M. 11, 10: Sem (war) 100 Jahre alt, lVi*3 da 
zeugte er. 10, 1. 1 M. 22, 4: am dritten Tage W?~r« fcttö*; da erhob er seine 
Augen, vollst: es geschah am dritten Tage, da — ; 1 Sam. 4, 20. Jes. 6, 1. 37, 19. 

2 Herrschend ist diese Art der Anknüpfung, wenn zugleich eine Zeitbestimmung 
eingeführt werden soll, z. B. 1 M. 22, 1: und es geschah nach diesen Begebenheiten, 
da versuchte Qott den Abraham. 26, 8. 39, 13. 15. 18. 19. Bicht. 16, 16. 25. S. 
die zahlreichen Stellen in Oesenius Thes* ling. hebr. S. 372. Yergl. über die ver- 
wandte Formel H??}, bei Anknüpfung zukünftiger Ereignisse, §. 126, Anm. 2. 

* Ueber die "Wiederaufnahme eines Infinitiv oder Particip durch Imperf. consec. 
im weiteren Verlauf der Bede s. §. 132, Anm. 2 und §. 134, Anm. 2. 



288 3. Hauptth. Syntax. 3- Cap. Syntax des Yerbi. 

a) auf die Gegenwart, als Folge und fortgesetzte Darstellung von 
gegenwärtigen oder noch in die Gegenwart hereinragenden (in 
ihren Wirkungen fortdauernden) Handlungen und Zuständen, 
oft mit dem Nebenbegriff der beabsichtigten Folge. So nach 
Perf 1 M. 19, 9 (um immerfort zu richten). Jes. 2, 7. 8. Ps. 7, 16. 
16, 9. 29, 10. 33, 9. Hiob 7, 9. 14, 2, oder Imperfect (als 
Praesens) Ps. 3, 5. 42, 6. Hiob 4, 5. 14, 10. 1 Sam. 2, 29, 
oder Particip 2 Sam. 19, 2. Am. 9, 6. Nah. 1, 4. Hi. 12, 4, 
oder nach sonstigen Aequivalenten des Praesens Ps. 144, 3. 

* Hi. 10, 22. Jes. 51, 12 (s. oben No. 1, Anm.). 

b) seltener auf die Zukunft, nach Perfect consec. oder prophet. 
(im Sinne eines Futur): Jes. 5, 15. 16. 9, 10. 13. 22, 7. 8. 
Joel 2, 23. Mich. 2, 13. Ps. 120, 1 (zu Jahwe rufe ich — da 
erhört er mich; vergl. Hi. 9, 16: wenn ich rufen würde und er 
erhörte mich); auch in Anknüpfung an einen Zustandssatz 
ohne Verbum 1 M. 49, 15, oder an ein absolut stehendes Sub- 
stantiv Jes. 9, 11, oder zur Einführung solcher zukünftiger 
Ereignisse, die sich als nothwendige Folge eben geschilderter 
Thatsachen ergeben werden, Jes. 2, 9. 

Im Nachsätze nach fctfft xdinam steht Wi Jes. 48, 18. 19 f. 80 dass wäre 
(== so wird sein); in einem Bedingungssatze ^öKJ Ps. 139, 11 und (wenn) ich 
spräche (eig. und sprach ich in Folge dessen); Ex. 4, 23: spreche ich nun zu 
dir Cwkl) . . . und du weigerst dich ("|$^Pi3) , siehe so werde ich u. s. w., vergl. 
§. 127, ö" 

§. 130. 

Vom Imperativ. 

1. Der Imperativ drückt nicht bloss eigentliche Befehle aus, 
sondern bisweilen auch Ermahnungen (Hos. 10, 12), Bitten (dann 
mit *ft 2 Kön. 5, 22. Jes. 5, 3), Wünsche (nach *fc, als dringlichere 
Form statt des Perf. oder Imperf, 1 M. 23, 13), oder auch eine 
Erlaubniss (2 Sam. 18, 23. Jes. 45, 11). Insbesondere aber steht 
der Imper. bei Verheissungen , festen Zusagen, wie (vergl. unsere 
Zusageformel: du sollst es haben) Ps. 128, 5 f. sehen sollst du (rw$l) 
dqs Glück Jerusalems. 1 M. 45, 18. Jes. 37, 30. 65, 18 1 . 

Sehr häufig wird dem Imperativ zur Belebung des Ausdruckes' die Part. 
ÄJ agel (§. 105) beigefügt; dieselbe dient ebensowohl dazu, einen Befehl zu 

" ' ' ' ' " ' — ' ' ' " ■—■■■■ ■ » f ■ ■ I I II ■■ -— — ■ ■■ — ■- ■-— - - — I, II ■■■ - ■■■ I ■ . . | ■ ■ ■ . ■ 

1 Analog diesen Zusagen in Gestalt eines Imper. ist bei den latein. Komikern 
die Drohformel vapvla Ter. Phorm. V, 0, 10, vapvlare te iubeo Plaut CurcuHo 
IV, 4, 12. 



§. 131. Gebrauch des Infinitivus absolutus. 289 

mildern und mehr in Form einer Bitte hinzustellen (s. o.), 1 M. 12, 18. 24, 2, 
als zur Verstärkung einer scheltend und drohend ausgesprochenen Aufforderung 
4 M. 16, 26. 20, 10. Spöttisch auffordernd steht K}~niJ5> beharre nur Jes. 47, 
12, vgl. Hiob 40, 10. 

2. Der oben erwähnte Gebrauch des Imper. zum Ausdruck 
fester Zusagen findet bes. auch in den Fällen statt, wo ein Imper. 
mit •, an einen anderen angeschlossen wird, nicht sowohl in ein- 
facher Coordinirung (wie z. B. Jes. 56, 1), sondern so, dass der 
erste eine Bedingung hinstellt, der zweite das Ergebniss der er- 
füllten Bedingung ankündigt (vergl. divide et impera). Z. B. ä) bei 
Verheissungen : 1 M. 42, 18: wn W? ntfr dieses thut, und ihr sollt 
leben. Spr. 20, 13: öffne deine Augen (sei wacker, thätig), habe 
(d. i. so wirst du haben) satt Brod. 4, 4. 7, 2. 9, 6- 2 Kön. 5, 13. 
Jes. 36, 16. 45, 22. Arnos 5, 4. 6. Ps. 37, 3. 27. Hi. 22, 21; ebenso 
nach einem Imperf. (Jussiv oder Optativ) 1 M. 20, 7. Hi. 11, 6. 
Ruth 1, 9; sogar nach Imperf. in deliberativer Frage 2 Sam. 21, 3. 
b) in drohendem Sinne, wenn der erste Imper. spöttisch erlaubend, 
der zweite drohend steht. Jes. 8, 9: iflin D^E? Vh tobet nur, ihr 
Volker, ihr sollt schon verzagen. 29, 9. Statt des zweiten Imper. 
tritt beim Uebergang in die 3. Person das Imperf. ein, Jes. 8, 10. 

Anra. 1. Ueber die Verwendung des Perfect und Imper fect zum Ausdrucke 
eines Befehles oder Verbotes s. §. 126, 3, c. 127, 3, c. 

2. Durchaus irrig ist die früher von Manchen aufgestellte Behauptung, der 
Imper. beziehe sich in gewissen Beispielen auf die dritte Person; z. B. 1 M. 
17, 10: "OJ-te wA Viari beschnitten werde euch jeglicher Mann (Vs. 12 dafür 
ÜB'J). Aber Vian ist vielmehr Infinitivus absol., vergl. §. 131, 4, &.; Ps. 22, 9 
(^a), 1 M. 31, 50. Eicht. 9, 28. Jes. 45, 21 liagen überall wirkliche Imperative 
der 2. Person vor. 

§. 131. 

Gebrauch des Infinitivus absolutus. 

Der Infinitivus absolutus (vergl w §. 45) steht im Allgemeinen, 
wenn die Handlung an sich, d. h. weder in enger Verbindung mit 
etwas Folgendem (z. B. einem Genetiv), noch in Abhängigkeit von 
einem vorhergehenden Nomen oder vonPraepositionen 1 , dargestellt 
werden soll. So steht der Infin. absol.: 

i Nach Präpositionen steht nothwendig der Inf. constructus, da dieselben als urspr. 

Substantiva den Genetiv regieren. Wenn jedoch mehrere Infinitive nach einander 

eine Präposition haben sollten, so steht dieselbe öfter nur vor dem ersten, und der 

zweite, vor welchem sie wiederum hinzuzudenken ist, erscheint in der absoluten Form, 

z. B. iMÖ 1 ] ^3Kj3 um zu essen und (zu) trinken 2 M. 32, 6, vergL 1 Sam. 22, 13. 

Jer. 7, 18. 44, 17. Der Fall ist analog dem §. 121, 3 erläuterten. Vergl. auch 

No. 4, a dieses Paragraphen. 

Gesenius, hebr. Grammatik. XXII. Aufl. 19 



290 3. Haaptth* Syntax. 3. Cap. Syntax des Verbi. 

1. Als Object zu einem Verbum transitivum, mithin im Accusativ. 
Jes. 42, 24: SffcH WVEl *fiUT»b sie wollten nicht auf seinen Wegen 
gehen; 1, 17. 7, 15: afea *riJWl T^ OIKtt tartb #& *r »ms das Böse 
verwerfen und das Gute erwählen; nachdrücklich vorangestellt : Jes. 
57, 20. Jer. 9, 4. Häufiger steht jedoch iu solchen Fällen der Inf. 
constr. mit oder ohne Praeposition, je nach der Construction des 
vorangehenden Verhums, §. 142, 1. 2. 

Ebenso dem Sinne nach Jes. 22, 13: und siehe da! Lust und Freude, :nfi 
"ttl 1)k* \ärtä\ "iga Binder tödten und Schafe schlachten, Fleisch essen 
und Wein trinken, essen und trinken Ganter Accusative, von siehe! regiert). 
5, 5: ich wiU euch kund thun, was ich thun werde mit meinem Weinberge, 
*hn} -plj iwjdieo i§n entfernen seinen Zaun, niederreissen seine Mauer will ich. 

2. Adverbiatiter im Accusativ 1 (ähnlich dem lat. Gerundium auf 
tfo), z. B. 3OTJ bene faciendo für bene; na*ti? multum facienda für 
multum. Hi. 15, 3. (4 M. 15, 35 nimmt ein solcher adverbieller Inf. 
absol. — oi*J, von Bödiger zu No. 4, a gezogen — nachträglich 
sein Subject zu sich; s. No. 4, Anm. 1). Daher 

3. In unmittelbarer Verbindung mit dem entsprechenden 
Verbum finitum, und zwar: 

ä) in der Regel vor dem Verbum zur Verstärkung des Verbal- 
begriffs in manigfachen Nuancirungen , z. B. 1 Sam. 20, 6: 
^"Bfc btftfe bfcflfe er hat es sich dringend von mir ausgebeten. 1 M. 
43, 3: er hat es uns nachdrücklich betheuert (eingeschärft *tPH 
W). Besonders instructiv ist Arnos 9, 8: ich will es ver- 
tilgen von dem Erdboden, nur dass ich nicht gänzlich vertilgen 
werde u. s. w. hwti* ffcttfci *&). Rieht. 1, 28: •W^vimfe tfnin 
er vertrieb ihn nicht vollständig. Dann häufig bloss zur Hervor- 
hebung der Handlung, wo sich andere Sprachen entweder mit 
der stärkeren Betonung des betr. Wortes begnügen, oder auch 
besonderer Partikeln bedienen , wie z. B. bei Versicherungen, 
Fragen (besonders affectvollen, ein Befremden ausdrückenden) 
und bei der Einführung von Gegensätzen. 1 M. 43, 7: konnten 
wir denn wissen? 37, 8: Vb* tfVön rfbfcn willst du etwa herrschen 
über uns? Vs. 10. 31, 30: nun aber, du bist nun einmal gegangen 
(rpbil ffbn = magst du nun auch geg. sein; Vulg. esto)> weil du 
dich so sehr sehntest (fitJSM? 5|DD3). Rieht. 15, 13: wir werden 

1 Vom Accus, als Casus adverbialis s. §. 118. Im Arab. hat der Infin. in diesem 
Falle ausdrücklich die Accusativendung. Ueberhaupt stellt der Inf. absol. in den. 
meisten Fällen (No. 1. 2. 3. des §.) deutlich einen Accusativ dar, und auch die Fälle 
unter No. 4 sind grossentheils auf einen solchen zurückzuführen. 



§. 131. Gebrauch des Infinitivuö absolutus. 291 

dich binden, aber tödten werden mir dich nicht. 2 Sam. 24, 24. 
1 Sam. 9, 6 (das trifft gewiss ein). Hak 2, 3. 

b) nach dem Verjtum finitum, theils wiederum intensiv, wie lit. a 
(s. Anm. 1; so bes. bei Imperativen, da der Inf. dbsol. in 
diesem Falle stets nachsteht, Hi. 13,, 17. 21, 2. 37, 2 = höret 
aufmerksam), theils besonders, nm die Fortdauer der Handlung, 
das Nachhaltige derselben auszudrücken. Jes. 6, 9: ywtö WDti 

i - r . . 

hört (nur) immerfort. Jer. 23, 17. 1 M. 19, 9: ttiölg Wtlft] und 
er will immerfort den Richter spielen. Auch mit zwei Inff. dbsol. 

1 Sam. 6, 12: i*yi Ifbn nrfjfj sie gingen fortgehend und brüllend 
f. sie gingen immerfort und brüllten. 1 Kön. 20, 37. Für den 
zweiten Inf. steht dann auch wohl das Verbum finitum Jos. 6, 13. 

2 Sam. 13, 19, oder das Participium 2 Sam. 16, 5. 

Anm. 1. Die obige Unterscheidung hinsichtlich der Wortstellung findet 
allerdings gewöhnlich statt, aber keineswegs durchgängig. Aach der nach- 
stehende Infin. dbsol. dient zur Verstärkung und Hervorhebung des Verbalbe- 
griffs in Fällen, wo der Zusammenhang nicht an Wiederholung und Fortdauer 
denken^lässt, Jes. 22, 17. Jer. 22, 10. i M. 31, 15 (Inf. abs. noch durch Da ver- 
stärkt, ebenso 46, 4). Im Syr. steht dieser verstärkende Infinitiv regelmässig 
vor , im Arab. stets nach dem Verbum. — Die Negation steht gewöhnlich 
zwischen Inf. und Verb. fin. 2 M. 5, 23, seltener vor beiden 1 M 3, 4. Am. 
9, 8. Ps. 49, 8. 

2. Mit den abgeleiteten Oonjugationen wird nicht bloss der Infinitivus dbsol. 
derselben Conjugation verbunden (1 M. 17, 13. 40, 15), sondern auch, und 
zwar häufiger der des Qal als die nächstliegende und allgemeinste Darstellung 
des Verbalbegrifls, z. B. Cj'lb tptt 1 M. 37, 33. Hiob 6, 2, zuweilen auch der 
einer anderen bedeutungsverwandten (3 M. 19, 20. 2 Kön. 3, 23). Nieht minder 
kann endlich der Inf. dbsol. durch ein stammverwandtes Substani. ersetzt 
werden, z. B. Hab. 3, 9. Hi. 27, 12 (verschieden von der §. 138, 1, Anm. 1 
behandelten sogen, figura ett/mologica). 

3. Bei dem lit. b. erläuterten Gebrauch des Inf. ab 8. zum Ausdruck der 
Fortdauer wird häufig das Verbum ^n verwendet in der Bedeutung fortgehen, 
fortdauern, und drückt dann auch fortgehende Zunahme aus. Der Hauptbe- 
griff wird dann .entweder in Gestalt eines zweiten Inf. abs. beigefügt, z. B. 

1 M. 8, 3: nittäj yjfcn . . B'TBtt ISläjj und die Gewässer verliefen sich immer 
mehr; vergl. Vs. 5, oder in Gestalt eines Partie, oder Adject. verbale, z. B. 

2 Sam. 3, 1. 5, 10. 1 Chr. 11, 9; 1 Sam. 2, 26: der Knabe Samuel wurde immer 
grösser und besser. 14, 19. 2 Sam. 18, 25 (und er kam immer näher), 1 M. 26, 
13. Doch ist in den vier letzten Beispielen aueh die Auffassung des Via u. s. w. 
als 3. Fers. Perf. möglich. — Aehnlich im Französischen: le mal va toujours 
croissant, la maladie va tovßours en augmentant et en empirant, nimmt immer 
zu und wird immer schlimmer. 

4. In Stellvertretung für das Verbum finitum: 
a) wenn bereits ein Verbum finitum vorangegangen ist. Nicht selten 

19* 



292 3. Hauptth. Syntax. 3. Gap. Syntax des Verbi. 

wird nämlich, besonders in den späteren Büchern, bei der Auf- 
zählung mehrerer auf einander folgender Handlungen nur das 
erste Verbum nach Tempus und Person flectirt, das zweite 
(auch dritte u. s. w.) dagegen mit einfacher Nennung des Verbal- 
begriffs (im Inf äbsol.) beigefügt. So nach mehreren Perfectis 
Dan. 9, 5 wir haben gesündigt . . . und sind widerspenstig gewesen, 
T101 und sind gewichen (eig. und ein Weichen fand statt; doch 
kann selbst in diesem Falle der Jnfin. als Accus, gefasst werden, 
abhängig von dem im Verbum fin. liegenden allgemeinen Begriff 
des Thuns). 1 Sam. 2, 28. Jes. 37, 19. Jer. 14, 5. Hagg. 1, 6 
(vier Inff.)> Zach. 3, 4. 7, 5; nach Verf. consec. Zach. 12, 10; 
nach Imperf. consec. 1 M. 41, 43: er Hess ihn auf dem zweiten 
Wagen fahren, infc •piTJ'l und setzte ihn. 2 M. 8, 11. Rieht. 7, 19. 
2 Chr. 7, 3; nach reinem Imperf ect 3 M. 25, 14, Jer. 32, 44 
(drei Inff.). Ueber 4 M. 15, 35 s. oben No. 2. 
b) zu Anfang der Rede. Als reine Bezeichnung (Nennung) des 
Verbalbegriffs kann» der Infin. absol. emphatisch für jedes 
Tempus und jede Person des Verbum stehen, die der Zusammen- 
hang erfordert. Z. B. a) für das Perfect in lebhafter Erzählung 
und Schilderung, wie der lat. Infinitivus historicus. Jes. 21, 5: 
nhtO Vbtf r^B$n nbS inb^n *p* die Tafel ordnen, die Wache aus- 
stellen, essen, trinken (sc. dies thun sie) f. sie ordnen u. s. w., 
59, 4. Ez. 1, 14. Hos. 4, 2. Hiob 15, 35. Ebenso ß) für das 
Imperf ect, namentlich im Sinne eines Futurum 2 Kön. 4, 43: 
essen und übrig lassen (werdet ihr); Hi. 40^ 2 in missbilligender 
Frage: hadern will er... der Tadler? (s. Anm. 1). Am häufigsten 
für den nachdrücklichen Imperativ (wie im Griech.), wie nitttD 
beobachten (sc. sollst du, sollt ihr) 5 M. 5, 12; niDT gedenken 
(sollst du) 2 M. 20, 9 ; vergl. die vollst. Formeln ^ntttta nittri 
5 M. 6, 17, nbm nbj 7, 18. Ebenso (als Ausruf) für den Cohor- 
tativ Jes. 22, 13: ir#] Vb$ essen und trinken sc. lasst uns (doch 
stehen vielleicht diese Infinitive, parallel den vorhergehenden, 
für das Verb, fin.; s. No. 1, Anm.); 1 Kön. 22, 30: mich ver- 
kleiden und kommen (will ich). 

Anm. 1. Bisweilen ist dem Inf. absol. als dem Stellvertreter des Verb. fin. 
das Subjectsnomea beigefügt: 1 M. 17, 10. Ps. 17, 5. Spr. 17, 12. Hi. 40, 2. 
Pred. 4, 2; vergl. 4 M. 15, 35. 

2. In einigen Beispielen findet sich statt des Infin. absol. zur Verstärkung 
desYerbalbegriffs der Inf.öonstr. verwendet; so 4M. 23, 25 (np, in Attraction an 
d|.; ebenso hxb Buth 2, 16), -rYnh 50, 21, Van Neh.l, 7, überall in raschem Fluas 
der Bede (Ps. 50, 21 viell. zugleich aus Widerwillen gegen den Hiatus '« rm). 



§. 132. Infiniiivus coustmctua. 293 

§• 132. 

Inflnitivuß congtructns. 

1. Als Substantivum verbale kann der Infinitivus constructus, 
völlig entsprechend den eigentlichen Nominibus (§. 117), in allen 
Casusverhältnissen gedacht werden. Also a) im Nominativ als 
Subject des Satzes, 1 M. 2, 18: i%b man nt*n aitnft nicht gut ist 
das Alleinsein des Menschen; b) im Genetiv, 1 M. 29, 7: f|Otffi tW 
tempus colligendi. Hierher gehören auch alle die Fälle, wo der 
Infinitiv von einer Präposition (als ursprünglichem Nomen) ab- 
hängig ist, s. No. 2; c) im Accusativ, 1 Kön. 3, 7: aßn ntfX ^K *ft 
ich weiss nicht aus- und einzugehen , eig. ich kenne das Aus- und 
Eingehen nicht. (In solchem Falle auch der Inf. absol. §. 131, 1.) 

2. Die Construction des Infinitiv mit Präpositionen (wie im 
Griech. ev TtjieTvat) ist im Deutschen gewöhnlich durch das Verbum 
finitum mit einer Conjünction aufzulösen. Z. B. 4M. 35, 19: iyitfWDia 
wenn (sobald) er auf ihn trifft . . . Jer. 2, 35: -pjttfcrt? weil du sprichst, 
eig. wegen deines Sprechens. 1 M. 27, 1 : seine Augen waren blöde 
hinfc so dass er nicht sah, eig. vom Sehen hinweg (]£) auch vor dem 
Nomen zum Ausdruck der Entfernung, des Ermangeins u. s. w.). 

3. Was die Zeitsphäre betrifft, so kann sich der Infin. constr. 
auch auf die Vergangenheit beziehen (vergl. §. 134, 2 über den 
analogen Gebrauch des Particip), z. B. 1 M. 2, 4: Dfcparte als sie 
geschaffen wurden (bei ihrem Geschaffen- Werden). 

Anm. 1. nitöS^ ttjrt (auch mit Auslassung des i"Pft) bedeutet 1) er war im 
Begriff, war daran, damit beschäftigt zu thun (vergl. engl, he was to do 
something), wie 1 M. 15, 12: «inb iöo«n w und die Sonne war im Begriff 
unterzugehen, und dient daher auch (mit dem Nebenbegriff der dauernden 
Handlung) zur Umschreibung des Imperfect 2 Chr. 26, 5: D'tfÄöj tth'ii "W und 
er suchte Gott u. s. w. ; ohne fn#i Jes. 38, 20 : ir^ttHnb iiim Jahwe ist da, ist 
bereit, mich zu retten. 21, 1. Spr. 19, 8, vgl. 16, 20. Pred. 3, 15: n*hn? iti» was 
zukünftig ist. Ferner 2) es ist zu thun f. muss gSthan werden (vgl. das engl. 
I am to give ich muss geben). Jos. 2, 5: Tiatpi *»§iön W und das Thor war 
zu schliessen f. sollte geschlossen werden. Jes. 37, 26. Gewöhnlich ohne fijn, 
z.. B. 2 Kön. 4, 13: tji nto£ Ha was ist für dich zu thun? 13, 19: nis>rt> €8 
war zu schlagen = du hättest schlagen sollen. Jes. 5, 4. Ps. 32, 9. Hi. 30, 6. 
Hos. 9, 13. Arnos 6, 10. 2 Chr. 19, 2. Endlich auch 3) für: er vermag zu 
thun (vgl. das lat. non est solvendo). Bicht. 1, 19: tt3"»^inb ab er konnte nicht 
austreiben 1 . 

* Diese Fassung wird nothwendig durch den Zusammenhang und die Parallel- 
stelle Jos. 17, 12: «h^ir* fajg fcfc. Vergl. Am. 6, 10 und die Formel: * fB 
non licet mihi; ebenso syr. ** SV? non est mihi, non possum. 



294 3. Hauptth. Syntax. 3. Cap. Syntax des Verbi. 

2. Sehr häufig, ja fast regelmässig, werden die unter No. 2 beschriebenen 
Constructionen des Infinitiv mit einer Präposition im weiteren Verlauf der 
Bede durch das Verbumfin, (also durch einen selbständigen Satz) aufgenommen 
und so fortgesetzt. Für unsere Betrachtungsweise ist dann zu dem Verb. fin. 
eine Conjunction hinzuzudenken, welche der vor dem Infinitiv stehenden 
Präposition entspricht. So wird ein Perl angeknüpft Arnos 1, 11: ~- iSTTi \o 
T^qj njn^ weil er ihn verfolgte und sein Mitleid, erstickte. Vs. 9. 1 M. 27, 
45; «in Impf, mit Waw consecut. 1 H. 39, 18: «3Jf»3 typ ^T^? V^l wd & 
geschah, als ich meine Stimme erhob und rief, da . . . Jes 30, 12. 38, 9 ; am 
häufigsten ein Impf, mit einfachem 1 vorher, z. B. Jes. 5, 24. 10, 2. 13, 9. 
14, 25. 30, 26. (Vgl. die ähnliche Folge von Particip und Verbum -/?».«§. 134, 
Anm. 2.) , 

§. 133. 

Verbindung des Inf. constr, mit Snbject und Object. 

1. Der Infinitiv kann zunächst mit dem Casus seines Verbi con- 
Qtruirt werden, bei transitiven Verbis also mit dem Accus, des 
Ofye&ts, Zr£; 4M. 9, 15: ]3tp?r}-rK$ V^T\ ffto <m Tage des Auf- 
richterfs das Zelt; 1 Sam. 19,1: .^rhct t\r^> 4en David zu tödten; 
IM. IS, ?5: ptra tNfij* den Gerechten zu tödten. 1 Köa. 12, 15. 
15, 4. 2 Kim. 21, 8. JEau4A, 30. 3 M. 26, 15: ^i$trt|-n$ nito ^p6ab 
nicht zu thun alle meine Gebote; 1 M* 19, 29: ü^rrtttf &*$ *f* er 
die Städte zqfftifrte; 48, 11: 5pjp/niTj d*fa Angesicht zu schauen; 
Spr. 21, 15: &$t$P nitDJT Recht thun 1 ; mit dem Accusativ des Pro- 
nomen, z. B. ^fcrWgHi IjPXfc y,um dich zu bestätigen 5 M. 29, 12; 
•»ja^Sl ^5!j rnich nicht zurückzubringen Jer. 38, 26; ^3?n«$ tyich zu 
tödten 2 M, 2, 14;. ^1$%l\mich zu suchen 1 $am. 27, L 28,^9, 1 Chr. 
12 v 17. 1 M<> 25, 26: *$rfi> t\$$#wuw <*»«&*) tos pareret; *tfc t\$i* 
mich zu er kennen J$r. 24, 7. — Regiert djas* Verbum einen doppelten 
Acousativ, so folgt dieser auch Wer, z. JJ> •^Tfttf-D l »rfctf $***#% ^n* 
WfcrtytT&J nachdem Gott dich dieses alles hat wissen lassen 1 M. 41, 39. 

Biese verbale Eectionskraft findet sieh auch bei solchen Neben- 
formen des Infin. (den sog. nomina verbalia), welche sonst ganz die 
Geltung von Substantivis erlangt haben, z. B. rvjTVprißj tVtt Er- 



i * 



* In Beispielen wie das letztere könnte man tt&Vfa leicht als Genetiv des Ob- 
jecto (§. 114, 2) ansehen, welche Oonstruction im Arab. die gewöhnliche ist; aUein 
da in anderen Beispielen die Nota accusativi TO folgt und niemals in solcher Ver- 
bindung eine Form wie Q**prj vorkommt, welche entschieden auf den Stat. constr. und 
somit auf ein Genetiwerh&ltniss deuten würde (vergl. auch B^Ä? f^ Jes. 8, 13. Ps. 
50, 4, nicht ^ "pro), so ist anzunehmen, dass der Hebräer wenigstens vorherrschend 
das Object des Infin, im Aeeusafiv gaMacht hat. Vergl. No. 2 und 3. 



§. 133. Verbindung des Inf. constr. mit Subject und Object. 296 

kenntniss Jahwe' s (eig. das Erkennen den J.) Jes. 11, 9; tfife *W?$ 
, mich zu fürchten 5 M. 5, 26. Jes. 30, 28. 56, 6 1 . 

2. Das Subject der Handlung wird dem Infinitiv gewöhnlich in 
unmittelbarer Folge untergeordnet, und zwar theils (wo der Infin. 
nach Form und Bedeutung mehr als Substantiv betrachtet wird) 
im Genetiv, theils und wohl zumeist im Nominativ, Z. B. 2 Chr. 7, 3 : 
thWl rm das Herabkommen des Feuers; Ps. 133, 1 : "fTTHaä tFHK rat? 

- V .* * -IT - * - V ••* 

eig. das Wohnen von Brüdern beisammen; 2M. 17, 1 : es gab kein Wasser 
U%n rtwb dass das Volk trinken konnte (eig. zum Trinken des V.). 
Der Genetiv des Subjects ist deutlich nach Infinitiven mit Feminin- 
endung, wie 1 M. 19, 16: vb$ Hin 1 ) inbtirta vermöge der Schonung 
Jahwe' s für ihn; Jes. 47, 9: nfcö tpnan nfcitta obwohl sehr zahlreich 

' ' ' t » • - T «1 -IT« 

sind deine Zauberspruche, und nicht minder, wenn er in einem Suffix 
besteht, wie ^fcHJja wenn ich rufe Ps. 4, 2. 4. Dagegen ist allem 
Anschein nach der Genetiv ausgeschlossen und das Subject viel- 
mehr im Nominativ 2u denken in Beispielen wie Ps. 46, 3: "^"ÖTIÄ 
(nicht TWö) "pK wenn die Erde wankt; 5 M. 25, 19: $6 rtt'rp rrwa 
wenn Jahwe dir Ruhe giebt. Bei dem Mangel an Casusendungen * 
konnte allerdings in sehr zahlreichen Fällen (a. B. bei Inff. wie 
bbp, ü^p u. S.' w.J der 'Unterschied von Genetiv- und Nominativ* 
Constructiön nicht zum Bewusstsein kommen, und auch in Fällen, 
wie *vn?nu. ß. w., könnte sich die Vorton-Dehnung als zum Charakter 
der Bildung gehörig trotz eines nachfolgenden Genetiv behauptet 
haben (obschon mit Sttffixen stets *W*tart u. s. w.): dajgegen muss 
auf jeden Fäll öin Nominativ des Subjects angenommen werden, 
wenn vor dem Infin. ein b praefixum mit Vorton -Qäme$ steht, 
z. B. 2 Barn. 19, 20: tib^» Sfbfcn WteV däss der König darauf achte, 
und nicht minder, wenn Inf. und Subject getrennt sind, z. B. Rieht. 
9, 2: *lr\& -th* BM^ShTt» . ..ifak WPUti DDS bföfcrt ob herrschen 
über euch siebzig oder ob herrscht über euch Ein Mann; Hiöb 34, 221 
T1K *^Ä tttf ^rfert rfarw rffe Uebelthäter sich daselbst verbergen; Ps. 
76, 10. S. auch No. 3. 

3. Wenn'ftMPoA? Subject als Object mit dem Infinitiv verbunden 
sind, so steht in der Regel zunächst hinter dem Inf. das Subject, 



1 Beispiele eines Accus, des Objeets beim Inf. passiv, s. §. 143, 1, a. 

2 Im Arab., wo die Casusendungen über die Constroetion keinen Zweifel lassen, 
kann man sowohl sagen: qatlu Zaidin (Genet. des Subj.) *Amran (Aca), eig. das 
Tödten des Z. den K A^ als: qatlu K Amrin (Gen. des Obj.) Zaidun (Nom. des Subj.), 
und selbst: d-qaüu (mit Art.) Zaidun (Nom. des Subj.) *Atnran. 



296 3. Hauptth. Syntax. 3. Cap» Syntax des Verbi. 

darauf das Ofeject. Wenn letzteres in solehem Falle nothwendig 
Accusativ ist, so steht dagegen das Subject, wie bei No. 2, theik . 
im Genetiv, theils und zwar meistens im Nominativ. Der Genetiv 
(im Arab. vorherrschend) zeigt sich z. B, 5 M. 1, 27: nirp ftft^ta 
W)fc weil Jahwe uns hasset; 7, 8: D^n« nw toniTD »eüJ- euch liebt; 
1 Kön. 10, 9. Jes. 13, 19: thffT^ xf*f*& W^ü? eig. wie das Um- 
kehren Gottes (die Stadt) Sodom; 29, 13: *nfc arttTp. *Är (eorum) 
mich — Fürchten; 1 M. 39, 18: ^bip WJJ als ich meine Stimme 
erhob. Dagegen scheint wiederum (s. oben No. 2) der Nomin. 
statuirt werden zu müssen in Fällen wie Jes. 10, 15: töü 5TW5 
IW^trttJ als wenn der Stock schwingen könnte die, die ihn erheben 
(nicht 5p?ri3, wie man erwarten sollte, wenn MTD Genetiv wäre), 
und so wohl auch in Fällen, wie 1 Kon. 13, 4: nynttK ABO *bl85 
Q^rfb^S^nD^ «/$ <fer König das Wort des, Mannes Gottes hörte. Jes. 
32, l\ n xsatn itOK W* w>#m der ,4m* Recht redet. Hiob 33, 17: 
JltO^ti aiK foro dtess ifer Mensch entferne die (böse) 7%dtf. 1 M. 
13, 10. Jos. 14, 7; getrennt vom Jn/fn. steht das Subject (welches 
somit nothwendig Nomin. ist, s. No. 2 a. E.) z. B. Jer. 21, 1. 

Selten ist die Wortstellung jso, dass auf den Infinitiv zuerst das Object, und 
dann erst der Nominativ des Subjects (wie eine nachträgliche Ergänzung) 
folgt, z. B. Jes. 20, 1: fia^b in« rfttth als ihn Sargon schickte; Ezr. 9, 8: 
s^rft« WP T>«nb dass unser Gott unsere Augen erleuchtet; Jos. 14, 11. Jes. 
5, 24. Ps, 50, X. 

§. 134, 

Gebrauch des Particip. 

1. Das Particip hat zwar besondere Formen für die Activ- und 
Passiv-Bedeutung, nicht aber solche für die verschiedenen Zeit- 
sphären (Gegenwart, Vergangenheit u. s, w.). Vielmehr kann sich 
das Particip aller Conjugationen je nach dem Zusammenhang der 
Bede auf jedes Zeitverhältniss beziehen, z. B. Wo sterbend (Zach. 
11, 9); der gestorben ist (mortuus), todt (so gewöhnlich, bei substan- 
tivischem Gebrauch sogar stets); der sterben wird, moriturus (IM. 
20, 3) ; bsb der da fällt , gefallen ist (1 Sam. 5, 3), fallen will (Jes. 
30, 13); nto facturus (1 M. 41, 25. Jes. 5, 5); ^Vto natus und nasci- 
turus (Ps. 22, 32, vergl. *n:w creandus 102, 19); am häufigsten aller- 
dings auf das Praesens. Nur das passive brojj entspricht fast immer 
einem latein. oder griech. Part, per f.pass., wie üVß scriptus, ft^pa^- 
(iivoc (doch s. §. 50, Anm. 2). — Die Participia passiva stehen bis- 
weilen auch für das lateinische Gerundivum, z. B. *niD metuqndus. 



§. 134. Gebrauch des Particip. 297 

furchtbar Ps. 76, 8, Ton? begehr enmerth Ps. 19, 11, birtp laudandus, 
preiswürdig Ps. 18, 4. 

/ 2. Sofern das Particip als Prädicat des Satzes für das Verbum 
^finitvm steht, bezeichnet es: 

ä) am häufigsten das Präsens 1 , bes. in Nominallätzen (s. §. 144 a), welche 
feststehende Thatsachen und Zustände beschreiben, z. 6. Pred. 1, 4: ^{?h ^ 
K^ TiTi ein Geschlecht geht, ein anderes kommt, und die Hürde stehet (TVvab) 
ewig; Vs. 7: ö n ?Vn ö^h|n"i|» dUe Bäche /Hessen, oder von zufällig soeben 
stattfindenden (andauernden) Ereignissen 1 M. 4, 10. Ist das Subject ein 
Pronom. person., so wird dieses entweder neben das Particip gesetzt, z. B. 
irfc rpa^ *n; ich fürchte ihn 1 M. 32, 12, D -1 ^ •-• - ^» «*r fürchten uns 

1 Sam. 23, 3; oder es wird als ßuffixum an das Wort u£ (iitf) angehängt» z. B. 
Rieht. 6, 36: 3Wia ?|lüJ"DK wenn du rettest. Bei negativen Sätzen ebenso an 
■pK, z. B. 1 M. 43, 5 : r&töa 5jp» DK wenn du nicht entlassest. 

b) die Zukunft (als Gegenwart gedacht, vergl. §. 126, 4). Jes. 5, 5: ich will 
euch kund thun rra» •ijsr'ttfet na was ich (demnächst, sofort) thue, zu thun 
im Begriffe bin. 1 M. 15, 14. 19, 13. 41, 25. 1 Kon. 1, 14 (bei einer in der 
Zukunft noch fortdauernden Handlung). 

c) die Vergangenheit, besonders häufig in Zustandssätzen, welche Hand- 
lungen oder Zustände darstellen, die mit anderen vergangenen Handlungen 
gleichzeitig stattfanden. Hiob 1, 16: Ka hrj "tSRo m nis noch (war) der eine 
redend, da kam der andere. "Vs. 17. 1 M. 19, 1. 42, 35. Rieht. 13, 9. 1 Sam. 
17, 23. 1 Eon. 1, 22. Doch auch in selbständigen Nominalsätzen, wie 5 M. 
4, 3: niarh fi^rj? eure Äugen waren } s, welche sahen*. 1 M. 39, 22 (t^töS), 23. 

2 M. 2, e/l Kön.' 1, 5. 

Mit i"Ph dient das Partie, zur Umschreibung des Imperfect. Hiob 1, 14: 
nilö^h W Igatt die Minder pflügten (wiederum mit dem Nebenbegriff der in 
der Vergangenheit gleichzeitigen dauernden Handlung), 1 M. 39, 22. 2 M. 3, 1. 
Bicht. 1, 7. 16, 21 3 . 

Anm. 1. In allen drei unter No. 2 erwähnten Fällen geht dem Nominal- 
satz nicht selten zum Zweck lebhafter Hinweisung it|fi voraus, z, B. (lit. a): 
r\yj ?|Sh siehe! du bist schwanger 1 M. 16, 11. 27, 42; zu lit. b. 1 M. 6, 17. 
20, 3. 2 M. 31, 11. Jes. 3, 1. 7, 14. 17, 1; zu lit c: 1 M. 37, 7. 41, 17. 

2. Sehr häufig geht eine mit dem Particip anhebende Construction in das 
Verbum finitum über, vor weichem dann (nach unserer Oonstructions weise) 
das im Particip Hegende welcher C"itt&) hinzugedacht werden muss. So Part. 
und Per f. Jes. 14, 17: der den Erdkreis zur Wüste machte (Dl^) und (der) seine 
Städte zerstörte (trri). 43, 7; Part, und Imperf. (Praes.), Jes. 5, 8: lyag *in 
«GPlp* mta n'iiü rvoa rva wehe denen, welche Saus an Maus stossen lassen, 
(und welche) Acker an Acker reihen. 1 ßam. 2, 8. Spr. 19, 26. Auch mit An- 

■ ■ ■ - - ■ ■--■ * ■ ■ - ■! ■ ■!■ ^ ifc I — III I III. 1.1 III - ■ II 

i Im Aramäischen ist dieser Gebrauch des Partie» (als Umschreibung des Präsens) 
häufiger geworden, als die eigentliche Participialbedeutung. 

2 Ueber den Artikel, der hier vor dem Prädicate steht, s. §. HO, 3, Anm. 

3 Im Syrischen dient das Partie, mit KJrjJ (= hjfj) regelmässig zur Umschrei- 
bung des Imperf., wie das Partie, mit dem Pron. person. (lit. a) zur Umschreibung 
des Präsens. 



296 3. Hauptth. Syntax. 3. Cap. Syntax des Verbi. 

knüpfung des zweiten Satzes durch 1 Jes. 5, 23, oder durch Wavo consec. 1 M. 
27, 33: *b aojj "ryry? der das Wildpret jagte und mir brachte. 35, 3. Ps. 18, 
33. (Genau analog ist die Ablösung des Infinitiv durch das Verbum finitum, 
§. 132, Anm. 2.) 

3« Das als Subject eines Partizipialsatzes zu erwartende Fron. perwn. 
(s. o. lit. a) ist nicht selten ausgelassen, wenigstens das Fron, der 3. Person 
(bflil, hat!); vergl. 1 M. 39, 22 (p4Ö9), Jes. 26, 3. 29, 8. 40, 19. Ps. 22, 29. 55, 
20. BS. 12, \1. 19 ff., 25, 2; da» Fron, der 2. Fers, (rtfttt) scheint ausgelassen 
Ps. 7, 10 <bei )r\$) und ;Hab. 2, 10 (bei Köln); das Fron, der 1. Per». 0»p Hab. 
1, 5 (bei Tb§B) und Zach. 9, 12 (bei T»Aö). 

, §. 135. 

Constrnotlon des Partkip. 

1. Wenn die Participia das Object der Handlung bei sich haben, 
so stehen sie entweder als Verbaladjectiva, d. h. mit Verbalrections- 
kraft, im Stat. absol. und haben dann den Accusatir oder die Prä- 
position nach sich, mit welcher das Verbum coristruirt wird, 
z. B. 1 Sam. 18, 29:"nSTTi» 3^ ** David befeindend; 1 Kon. 9, 23: 
Dtta Q^n die das Volk beherrschenden: Ps. 5, 5: 2th fori Frevel 
liebend; tt*to tfrüb angethan mit leinenen Kleidern Eis. 9, £; ; 0<fcrafi 
Nomina im Stat. consir^ mit folgendem Genötit (rergl. §. 112, 2), 
z. B. D^rfe» an 1 » Gott fürchtend 1 M; 22, 12; »fta latöi* bewohnet 
tfm^s Hauses Ps. 84, 5; D^tan flfilb tf*r *mf leinenen Kleidern be- 
kleidete Ez. 9, 11 ; D^ÄS i?Hp (eig. laceratt vestibus) die zerrissene 
Kleider haben (mit 8. Kleidern) 2 Sam. 13, 31, und mit poetischer 
Färbimg: «ria-iTfP *fc «*'* ßra ^ hinabgestiegenen Jos; 38, IS; *2$ 
♦ttg w» £rate liegende Ps. 88, 6; ^üte-nto (levatus culpa) dem Schuld 
vergeben ist Ps. 82, 1; selten auch wie ^fti* WW tffe toich be- 
dienenden Jer. 33^ 22 (— .wä Vi. 21). 

Iietztere Gonstruction (mit dem Gaaetiv) ist eigeatljcli auf die Participia 
der transitiven Verba (§. 138) beschränkt, wohin z. B. auclugehärt_ 1 H. 23, 
10: "Uttü "»§a die in da« Thor eingeJien, sofern Kiä eingehen direct mit dem 
Aocusativ verbunden sein kann (vgl. ingredi portam); allein auch da, wo das 
Verbum nur in Verbindung mit einer Präposition vorkommt, ist das Particip 
bisweilen mit einem Genetiv verbünde», z. B. Top, "rop die gegen ihn, mich 
aufstehen, für 'nte D"nD£, ^s D^ap, Ps. 18, 40. 49. 5 M. 33, 11. 9$b ^ die 
sich vom Frevel abwenden Jes. 59, 20. Mich. 2, 8. 

2. Der in No. 1 dargelegte Unterschied verbaler und nominaler 
Rection gilt auch für die Verbindung der Participia mit Pronominal- 
en, vergl. z. B. ^y (mit Accus.-Sti/Jfa;) der mich schuf, selbst 

na Art.: ittttn d$r, der ihn schuf RL 40, 19; dagegen *Ü>9 mein 
r; ^ttrtrts Jeder der mich findet 1 M. 4, 14, 



§§. 136. 137. Ausdruck de* Optativ» Personen des Verbum. 399 

§. 136. 

Ausdruck des Optativ. 

Der Optativ kann ausser durch das Imperfect (insbesondere in 
der Torrn des Jussiv oder des Cohortatiy mit der Partikel B2, 
§. 127, 3, b) noch auf folgende Arten umscnrieben werden: 

1. Durch wünschende Fragen, z. B. 2 Sam. 15, 4: xaM 'Wte'pti 
wer setzt mich zum Richter ein? d. i. möchte man mich doch zum 
Richter einsetzen! Rieht. 9, 29: ^TO rwn D^rrriÄ tm TD o möchte 
t*an dieses Volk in meine Hand geben! Ps. 55, 7. Hiob 29, 2. In der 
Phrase ypp i£ ist jedoch häufig der Begriff des Gebens ganz in den 
Hintergrund getreten, und es ist nur s. v. a. nun am. In dieser 
Bedeutung einer Wunschpartikel wird IPp *% construirt ä) mit 
einem Accusativ 5 M. 28, 67: an? fl?^^ o wäre es doch Abend! 
Ps. 14, 7. Hiob 11, 5. 31, 35; mit Pronm.-Sufftx Jes. 27, 4 ai.; 
b) mit eipem Infinitiv 2 M. 16, 3: ittfitt ^rro .9 wären wir doch 
gestorben! c) mit dem Verbum finiium (mit oder ohne •}) 5 M%5, 26: 
onb nj DMb HJiT! , p?'p*J ° hätten sie doch ein solches Herz u. s. w..; 
Perf. ohnV 1 ] folgt Hiob 23, 3; Imperf. mit i Hi. 19, 23; ohne •) 6, 8. 

13, 5. 14, 13. — In noch stärkerer Abschwächung der, urspr. Be- 
deutung steht ISR^plj geradezu im Sinne einer Verneinung, z. B. Hi. 

14. 4: könnte nur ein Heiner von einem Unreinen kommen! 

2. Durch die Partikeln Da, ib si, o si! utxnam! besondere die 
letztere. Es folgt das Imperfect Ps*. 81, 9. 139, 19 (nach OK); IM. 
17, 18 (nach <6); das ParticipPs; 81, 14 (nach *fe)} der Imperativ 
1 M. 23, 13 nur vermöge eines Anakoluths (s. §. 130, 1). Wenn 
auf *ib das Perfect folgt, so drückt dasselbe in der Regel den 
Wunsch aus, dass etwas geschehen sein möchte (§. 126, 5, fr), 4 M. 
14, 2: «otTörtb o wären wir doch gestorben! 20, 3; vergl. jedoch Jes. 
48, 18. 63*, 19. 

§. 137. 

Personen des Verbum. 

1. In den PersonaUaffixen des Verbum findet nicht selten eine 
JBnaUage (Vertauschung) des Genus in der Weise statt, dass das 
Masculinum (als das nächstliegende, allgemeinere Geschlecht) in 
Bezug auf Feminina gesetzt wird, z. B. ü^y?*) Ez. 28, 49; ÜtfQ2 
Euth. 1, 8; "TV^rH du (/".) bedangst dir aus Jes. 57, S, Rieht. 4, 20 



300 3. Hauptth. Syntax. 3. Oap. Syntax des Verbi. 

(nto t *tö?); vergl. Jer. 3, 5. Joe] 2, 22. Am. 4, 1. HL. 2, 7 (über 
ähnliche Anomalien im Gebrauch des Personalpron. s. §. 121, 
Anm. 1). 

2. Die dritte Person steht häufig impersonell, vorzüglich im 
Masc., z. B. **n^ und es geschah; iV^lX und ft *W5 es ward ihm enge 
(bange) 1 Sam, 13, 6. 1 M. 32, 8; Dftb Dfi es wird ihnen warm Pred. 
4, 11 ; doch auch im Feminin, z. B. ^TVjb ^SP£ i/fltf £$ wäre? tf#w David 
hange 1 Sam. 30, 6. Jer. 10, 7. 19, öV Ps. 50, 3. 

Im Arabischen und Aethiopischen steht in solchem Falle herrschend da« 
Masc,, im Syrischen das Feminin. 

3. Die dritte Person mit unbestimmtem Subject (das deutsche 
man sagt u. dergl.) wird ausgedrückt: a) einfach durch die dritte 
Person des Singular, z. B. anjj man nannte 1 M. 11, 9. 16, 14; 
V) häufig durch die dritte Person des Plural, z. B. 1 M. 41, 14: 
iwn^ und sie holten ihn eilends, f. man holte; 1 Kön. 1, 2; e) durch 
die zweite Person, z. B. Jes. 7, 25: TV&t) Kianraft man wird nicht 
dorthin gehen (eig. du wirst . . .); vergl. ^tfhT? oder bloss rfcö W« 
zw deinem Kommen d. i. Wä man kommt; d) durch das Passiy, 
z. B. 1 M. 4, 26: tfhJÄ brfitt TfcJ damals begann man anzurufen 1 . 

Anm. L Statt der einfachen 3. Fers, Sing. (Ht. a) findet sich 1 Sam. 9, 9: 
tä^ari "i^K-nip iK'jfep'ja b^Bi vor Zeiten sprach man (tt^fijth eig. tfer Jfann) in 
Israel sq. Zuweilen wird man (oder vielmehr das deutsche jemand) auch durch 
das Farticip desselben Verbi ausgedrückt, z. B. Jes. 16, 10: Tp*«i 1p^ der 
Kelterer keltert f. man "keltert. 28, 4, vgl. Vs. 24. Arnos 9, 1. Ezech. 33, 4. 4 M. 
6, 9. 5 M. 22, 8. So auch nicht selten im Arabischen. 

2. Wenn auf dem Pronomen ein Nachdruck liegen soU (ich sprach), so steht 
dasselbe nochmals (als Fron, separ.) vor dem Verbum, z. B. tnsna ftp|$ du hast 
gegeben Eicht. 15, 18. 1 Kön. 21, 7. Ps. 2, 6. 139, 2; doch auch nach demselben 
Rieht. 15, 12, letzteres bei späteren Schriftstellern auch ohne merklichen 
Nachdruck, z. B. *>5K ^W Pred. 1, 16. 2, 11 ff. 8, 15. (Vergl. Delitzsch, HL. 
und Koh., S. 207, 3). 

3. Bei Dichtern und Propheten findet sich zuweilen der U ebergang von 
einer Person zur andern in demselben Satze, s. die Stellen Jes. 1, 29. Mal. 2, 
15. 5 M. 32, 15. 17. — Hiob 13, 28 steht die dritte Person wahrscheinlich 
$£lxtixu>c für die erste, vergl. auch 6, 21 (nach der Lesart ib). 



* Zuweilen ist umgekehrt das impersonelle dieunt geradezu durch das passive 
dicitur aufzulösen. Hiob 7, 3: Nächte der Mühsal haben sie mir tugethcilt fax sind 
mir zugetheüt worden (näral. von Gott oder von anderen unsichtbaren Mächten). 4, 19. 
Spr. 2, 22. So im Aram. sehr häufig, s. Dan. 2, 30. 3, 4. 5, 3, und ebenso im 
Syrischen. 



§. IBS* Verba mit dem Accusativ. 801 

§• 138. 

Verba mit dem Accusativ. 

Einen Accusativ regieren im Allgemeinen alle Verba transitiva 
(§. 118). Dabei ist jedoch zu bemerken: 

1. Viele Verba können sowohl ohne (absolut) als mit Bezug 
auf ein Object stehen (welches letztere im Deutschen dann gewöhn- 
lich durch eine Vorsylbe angezeigt wird). Z. B. fiDa weinen und 
"beweinen, y& und *JD1Ö wohnen und belohnen; W&herawgehen; aber 
auch wie egredi urbem (1 M. 44, 4), 

Insbesondere ist hier zu merken: 

Anm. 1. Manche Yerba dieser Art. ergänzen nicht selten den Objectsbe- 
griff durch ein Substantiv desselben Stammes, z. B. *\TTB *IHB Ps. 14, 5, ys* 
MS? 1 Kön. 1, 12, STKon Ktpn Klagl. 1, 8, wie ßöoXöt; ßooXeuYtv IL 10, 147, am 
häufigsten (wie auch im Griech.), wenn noch eine erweiternde Bestimmung 
zu dem Subst. hinzutritt» z, B.l M. 27, 34: reify rbh* hg&t p?2p5 und er 
schrie ein grosses und bitteres Geschrei. Vs. 33. 2 M, 32, 31. 2 Sam. 18, 15. 
36. 2 Kön. 13, 14 (Acc. mit -n$); Jon. 4, 6. Zacji. 1, 14. 15. 1 Chr. $9, 9. 
Vergl. voffstv voaov xaxTjv, i^apirjaav x a P& v H« e j4^3^ (Matth. 2, 10), magnani 
pugnare pugnam, tutiorem vitam vivere, u. a. 

2. Verba, die ein Fliessen f Strömen u, s. w. bedeuten, nehmen bei Dichtern 
auch den Accusativ dessen zu sich, womit etwas fliesst, resp. überfliesst Klagl. 
3, 48: **p§ *nP! D^»-*>Ab Wasserbäche strömt mein Auge herab (eig. mit W. 
geht m. A. nieder); Joel 4, 18: die Hügel werden strömen (mit) Milch. So 
!>JJ rinnen Jer.9, 17, t]ü$ träufeln Joel 4, 18, und CjttttJ schwemmen {schwemmend 
herführen) Jes. 10, 22. Kühner nachgebildet ist Spr. 24, 31: i!b rh$ ron 
ö^iiüBg siehe er (der Acker) war ganz in Unkraut aufgeschossen; Jes. 5, 6. 34, 

. 13. Vergl. im Griech. rcpopeeiv 88o>p, Saxpua <jTa£eiv. Obige Verba bilden 
übrigens nur eine Kategorie der Yerba abundandi, von denen u. No. 3, b die 
Bede ist. 

3. Bei Verbis wie reden, schreien, wirken, retten u. a. wird nicht selten 
(bes. in dichterischer Bede) der Modus der Handlung näher bestimmt durch 
Nennung des Instrumentes oder Gliedes, mittelst dessen die Handlung voll- 
zogen wird, und zwar in einem dem Verbum frei untergeordneten Accusativ 
( Acc. instrumenti). Unserer Betrachtungsweise ist dieser Gebrauch des Accus, 
besonders in den Fällen adäquat, wo der Acc. ein Adjectiv bei sich hat, z. B: 
Wn} Vip p?J eine laute Stimme schreien (vergl. Anm. 1) t s mit lauter Stimme 
schreien Ez. 11, 18. 2 Sam. 15, 23; ebenso wenn ihm statt des Adjectiys ein 
Substantiv (als Umschreibung des, Adjectivs) im Genetiv beigegeben ist (vergl. 
§. 106, 1); so Ps. 12, 3: sie reden ttipbn n#ö mit glatter Lippe, Ps. 109, 2: 
*i£lö )w)> mit falscher Zunge, Spr. 10, 4: arbeitend hj»'TT)3 mit lässiger Hand 
(gleichsam: eine lässige Hand arbeiten, analog unserem: eine schöne Stimme 
singen, eine tüchtige Klinge schlagen, Schlittschuhe laufen u. dergl.); lockerer 
ist die Verbindung des Accus, mit dem Verbum in Fällen, wie Ps. 3, 5 : *>blp 
&np* mit meiner (ganzen) Stimme (d. i. laut) rufe ich, 27, 7. 142, 2. Jes. 10, 



302 3. Haupttb. Syntax 3. Oap. Byntaz des Verbi. 

30. Ps. 66, 17; "»r^nU"*» mit meinem (mit vollem) Munde rief ich; ferner Ps. 
17, 10: sie reden mit ihrem Munde; Ps. 17, 13. 14: rette meine Seele . . . mit 
deinem Schwerte (?ja^li), mit deiner Hand (?]*£)• 44, 3: du, mit deiner Hand 
(ypn h&8) hast du die Volker vertrieben. 60, 7: sjraj nynrfifi Atf/'dtt mit deiner 
Rechten. 108, 7. (Dagegen ist 1 Sam. 25, 26. 33 *f£, ^J vielmehr Subjects- 
Nominativ zu dem Inf. Sttftft, nach §. 133, 2). In allen den oben genannten 
Fällen kann jedoch das Organ oder Instrument der Handlung auch mit a instrum. 
eingeführt werden, z. B. Ps. 89, 2: icÄ will kund thun deine Treue mit meinem 
Munde fW). 109, 30. Hiob 19, 16: mit meinem Munde muss ich zu ihm flehen*. 

2. Viele Verba regieren vermöge ihrer Grundbedeutung oder 
einer möglichen Wendung derselben den Accusativ, während die 
entsprechenden deutschen Wendungen mit anderen Casus oder 
auch mit Präpositionen construirt werden, z. B. nj? antworten (wie 
ajxeißeodai xiva jemanden bescheiden); :rn causam alicuius agere 
{ihn vertheidigen vor Gericht); *\Wi jemandem frohe Nachricht bringen 
{ihn erfreuen) ; 5|fctt Ehebruch treiben mit (yergl. adulterare matronam) , 
S^y sich verbürgen fUr {jemanden vertreten). 

Anm.1. Auch Verba intransitiva, ja selbst die passiven und reflexiven Con- 
jugg. Niph.y Hoph. und JEKthpa. können vermöge einer eigenthüml. TJmbiegung 
ihrer ursprüngl. Bedeutung einen Accus, zu sich nehmen; yvn geneigt sein, 
meist mit 3, doch auch mit dem Acc. (etwas oder jemand wünschen, wollen) 
Jes. 1, 11; KS? weissagen Jer. 25, 13; nöj umgeben (eig. sieh herumstellen) 
Bicht. 19, 22; bSöWi zum Gegenstand der Ärglist machen 1 M. 37, 18 ; 'ß'iann 
beachten BGob 37, 14. 

2. In viel gebrauchten Formern kann dann der Accus, auch wohl fehlen 
(elliptischer Ausdruck), z. B. n*TO f. rvnsi rn$ einen Bund schliessen 1 Sam. 
20, 16; fbü ausstrecken näml. TJ dee üimd 2 Sam. 6, 6. Ps. 18, 17 (vergl unser 
nach etwas langen). 

3. Ganze Classen von Verbis, die einen Accusativ zu sich 
nehmen, sind: a) die ein An- oder Ausziehen eines Kleides u. dergl. 
ausdrücken, z. B. th^ anziehen, tDtÖÄ ausziehen. TT® als Schmuck an- 
fe^ew, auch poet., z. B. Ps. 65, 14: ffitatn D^D TOlb die Fluren haben 
sich mit den Heer den bekleidet (vergl. auch 14 Z>); 104, 2. 109, 29; 
b) die ein Vollsein oder ein Mangelhaben bedeuten, z. B. abtt tföW 
sein, pro wimmeln (1 M. 1, 20. 21), 2ytß satt sein, 'JHÖ überfliessen 

m^— ■ ■ ■ , , i I ■ »■ lll.^ ■ ^ I ■■■■ | ■ ^i | ■ M > > » * »!■■■■■■ 1^ I» I ■ ^ ■ l -,» M ■■■ P— f ■ I IM » ■ ■ ■ iMIl ^— ^^^»^»^^— ■ ■■ .11 ■■ I I ■ ■■ ■ ■ ■ ■ ■ — ■ 

i Umgekehrt braucht der Hebräer auch das & imtrumenti, wo wir den Accus, 
setzen. Gleich gebräuchlich sind, wie im Deutschen, die Gonstrucüonen: den Kopf 
schütteln Ps. 22, 8 und mit dem Kopf e schütteln Hiob 16, 4. Jer. 18, 16; die Zähne 
knirschen Ps. 35, 16 und mit den Zähnen knirschen Hiob 16, 9, wo Kopf und Zähne 
sowohl als Object des Yerbi, wie als Instrument betrachtet werden konnten. Ab- 
weichend von unserer Ausdrucksweise ist dagegen: FI&& "i?f den Mund aufsperren 
Hiob 16, 10 (eig. eine Oeffnung machen mit dem Munde), Ps. 22, 8; JIMS dTO er 
erhob den Stab, 2 M. 7, 20; KlagL 1, 17, vergl. Vip3 inj (Jer. 12, 8) und Vip "jnj. 



§. 139. Verb» mit doppeltem Accusativ. 308 

(Spr. 3, 10; s. o. No. 1, Anm. 2), yqn entbehren, bbtö verwaist sein. 
Z.B. 2 M. 1, 7: tirm f *W} xtySFft und das Land ward voll von 
ihnen. 1 M. 18, 28: rttten öp^srfi tFtfttn Wiorp *&to vielleicht er- 
mangeln die fünfzig Gerechten noch an fünfen, d. i. vielleicht fehlen 
noch fünf an fünfzig. 1 M. 27, 45 : DD'OtS-Öä bsti» Hfcb warw/w so// 
ich sogar euch beide verlieren? c) mehrere Verba des Wohnens, 
z. B. "jgtö, Tiä, M£, nicht bloss an, bei einem Orte oder Gegenstande 
(Rieht. 5, 17. Jes. 33, 16. 1 M. 4, 20), sondern auch bei (unter) 
einem Volke, bei jemandem (Ps. 5, 5. 120, 5); df) die ein Gehen, 
Kommen nach einem Orte (petere locum) bezeichnen, dah. sogar 
Kia mit Acc. der Pers. : über jemand kommen, ihn überfallen. Vergl. 
hierzu den Gebrauch des Acc. loci §. 118, 1. 

§. 139. 
Verba mit doppeltem Accusativ. 

Einen doppelten Accusativ regieren: 

L die causativen Conjugationen (Ptel und Hiph'il) solcher 
Verba, die im Qal Einen Accusativ naoh sich haben, z. B. 2 M. 28, 3 : 
HMH Tpr\ WÄt^ö lljJK den ich erfüllt habe mit dem Geiste der Weis- 
hext; 1 M. 41,* 42: tStth'tte in« flfcjbyi und er Hess ihn Byssuskleider 
anziehen (kleidete ihn in Byssus). So z. B. ferner: *w& jemand um- 
gürten mit Ps. 18, 33; SftSi jem. segnen mit 5 M. 15, 14; ^flD? jemand 
krönen mit, und ItDH jemand (etwas) entbehren lassen Ps. 8, 6. 

2. viele andere Verba, die schon im Qal jene doppelt causative 
Bedeutung haben, z. B.jem. mit etwas bedecken, bekleiden (Ps. 5, 13. 
Ez. 13, 10), daher auch Ausdrücke für besäen, bepflanzen Jes. 5, 2. 

17, 10. 30, 23. Rieht. 9, 45; jem. salben mit etwas (Ps. 45, 8), er- 
füllen, beschenken, berauben (Ez. 8, 17. 1 M. 27, 37. Spr. 22, 23), 
jemandem etwas anthun (1 Sam. 24, 18), jem. oder etwas zu etwas 
machen (1 M. 17, 5). 2 M. 30, 25: ttnp^Wa )Vt0 infc tpwy] und 
mache es zu heiligem Salböl 1 ' 

Wie in letzterem Beispiel, steht auch sonst häufig die Materie, 
aus welcher etwas gemacht wird (vergl. zu Obigem die deutsche 
Wendung: mache daraus heil. Salböl) im Accusativ. Z. B. 1 Kön. 

18, 32: rüTa D^tfSTfttf rfca*1 und er .bauete aus den Steinen einen 
Altar, eig. er bauete die Steine zu einem Altar. 3 M. 24, 5; auch in 
kühnerer Wortstellung, so dass die Materie nachsteht, z. B. 2 M. 

* Ueber die Passiva dieser Verba s. §. 143, 1. > 



304 3. Hauptth. Syntax* 3. Gap. Syntax des Verbi. 

38, 3 : ntJTB nto Y»b3"fe alle seine Geräthe machte er aus Kupfer (an 

* V S TT T - t •* ' \ 

sich könnten die Worte auch bedeuten: alle s. G. machte er zu 
Kupfer); 1 M. 2, 7. 

Eine andere Art des doppelten Accusativ stellen die Fälle dar, in welchen 
der zweite Acc. eine nähere Bestimmung des ersten enthält, indem er ep- 
exegetisch das Glied oder den Theil des Objects nennt, welcher specieU von 
der Handlung betroffen wird, z. B. du zerschlugst alle meine Feinde am Kinn- 
backen (*r&) = ihnen dm Kinnb. Ps. 3, 8, vergl. 5 M. 33, 11. 2 Sam. 3, 27; 
E3BS *itt3h er schlug ihn am Leben = schlug ihn todt, vergl. IM. 37, 21 ; ebenso 
bei tpü 1 M. 3, 15. Vergl. die analogen Gebrauchsweisen des Acc. §. 118, 3. 

§. 140. 

Verba mit Präpositionen. 

Modifikationen des Verbalbegriffs, welche in anderen Sprachen 
durch die Zusammensetzung des Verbalstammes mit Präpositionen 
ausgedrückt werden, stellt der Hebräer dar a) durch eigene Verbal- 
stämme, wie tfiä eingehen, 8SJ ausgehen, 2W zurückkehren; V) durch 
Präpositionen, die er auf das Verbum folgen lässt (vergl. im 
Deutschen: ich rufe zu vom Infinitiv zurufen), z. B. fcng rufen, mit 
b zurufen, mit 3 anrufen, mit •ntltf nachrufen; b?3 fallen, mit b? 

• • m ■ ft 

überfallen, auch abfallen zu, mit ^th niederfallen vor; lf}T\ mit ^HHä 
nachgehen, nachfolgen. 

Das Nähere ist bei jedem einzelnen Verbum im Wörterbuche zu ersehen j 
über die Verbindung ganzer "Worterclassen mit dieser oder jener Praepos. 
s. §. 154, 3. 

§. 141. 

Constructio praegnans. 

Die sogen. Constructio praegnans findet im Hebräischen be- 
sonders da statt, wo Verba, welche an sich nicht eine Bewegung 
auf etwas hin ausdrücken, doch mit Präpositionen (oder dem 
Accus.) der Richtung construirt werden. In solchem Falle ist dann 
zur Verdeutlichung des Sinnes noch ein Verb der Bewegung hinzu- 
zudenken, um den Uebergang zu der Präposition zu vermitteln, 
z. B. btf fn^on sich staunend an Jem. wenden 1 M. 43, 33, vergl. 42, 28. 
btf tth"3 sich fragend an jem. wenden Jes. 11, 10, vergl. 41, 1. KVö^ 
vina f. ^HK robb 'tF\ er erfüllte mir zu folgen, d. i. gehorchte mir 

AT ™* I™ AT ™"T***VV X ^ » *r • / %r 

völlig, 4 M. 14, 24. Ps. 22, 22: WO? ffW WJgtt du erhörst (und 
rettest) mich aus der Büffel Hörnern. Jes. U, 17: W»t6 T^T?* 
nrpa seine Gefangenen löste er nicht (und entliess er nicht) nach 
Hause. Ps. 89, 40. 



§. 142. Verbindung zweier Vertat zu Einem Begriffe. 305 

. §. 142. 
Verbindung zweier Verba zu Einem Begriffe. 

Wenn ein Verbum, welches einen sogen, relativen (der Er- 
gänzung bedürftigen) Begriff darstellt, seine .nähere Bestimmung 
durch ein zweites Verbum erhält, so kann letzteres stehen: 

1. im Infinitiv, sowohl dem Inf. äbsolutus (§. 131, 1), als (und 
so gewöhnlich) dem Inf. constr., z. B. 5 M. 2, 25 DP) bna ich fange an 
zu geben; Vs. 31. 1 M. 37, 5: ihk abto *ri* *topi*j und sie fügten noch 
hinzu, ihn zu hassen (hassten ihn noch stärker). 2 M. 18, 23: t-to^ 
*lb? und du kannst bestehen. Jes. 1, 14: gto Wk!» ich bin müde zu 
tragen. Noch häufiger aber 

2. mit b vor dem Infinitiv, z. B. 5 M. 3, 24: rtfcnnb rfftnn du 
hast angefangen zu zeigen, 1 M. 11, 8: ttüab *lbin^ und sie hörten 
auf zu bauen. 27, 20: ÄSttb fcHJTö du eiltest zu finden, du hast schnell t 
gefunden u. s. w. 

Beide Constructionen sind in Prosa herrschend nach Ausdrücken für: an" 
fangen (V?*?, Vw'h), fortfahren (t)tyirt), eilen ("Uro)» aufhören (Vth, ni»), /%r% 
sein (Dan); £t«f machen (3W), viel machen (ü^Vi) und ähnliche (meistens 
durch Hiph'tl ausgedrückte) Modalitäten von Handlungen; desgleichen nach 
Verbis, wie wollen («"Ha, T?*?)» &*& weigern 0}K»), awcÄen, trachten (ttfjsa), 
können (ibj, 3T>, letzteres: efwo* st* JÄwn wissen), lernen ("rai), erlauben 1 ; 
doch lässt sich bemerken, dass in der Poesie das h öfters weggelassen wird, 
wo es in der Prosa steht, z. B. ttü wollen, mit i 2 M. 10, 27, mit dem blossen 
Inf. Hiob 39, 9. Jes. 28, 12. 30, 92/ 

3. mit folgendem Verbum finitum, und zwar: 

a) so dass das zweite Verbum mit und angefügt ist, und dem 
ersten in Tempus (doch s. Anm.) oder Modus, Genus und Numerus 
entspricht, wie im Deutschen: er Hess es sich gefallen und blieb für: 
zu bleiben; ich bin im Stande und thue es; yergl. Rieht. 19, 6: 
f&) tfrttfin lass dir y s doch gefallen und übernachte. 1 M. 26, 18: 
nfen?1 atDJ5 und er wiederholte und grub f. er grub wieder auf; 2 Kön. 
1, 11. 13. Jes. 6, 13. 1 M. 25, 1: er fuhr fort und nahm ein Weib 
f. er nahm abermals. HL. 2, 3. 

1 Jemandem erlauben etwas zu thwn wird ausgedrückt durch Wftög? 'B "JPJ und 
tYito '& "jna eig. jemanden heraeben (in den Stand setzen), etwas zu thun. 1 M. 20, 6 : 
5*J? *pWJ~fc& ich habe dir nicht erlaubt zu berühren. 

2 Ebenso nach Nominibus, die einen Verbalbegriff einschließen, z. B. 8*0? T&t 
es ist nicht erlaubt einzugehen Esth. 4, 2; po3t. ?p9 *p$ es ist nicht zusammenzu- 
stellen Ps. 40, 6 ; fTO bereit, fertig, gewöhnl. mit \ ohne dass. Hiob 3, 8. 

Geseniug, hebr. Grammatik. XXII. Aufl. 20 



306 3. Hauptth. Syntax 3. C*p. Syntax des Yerbi. 

Die Bede kann jedoch auch im Imperfect anfangen und im Pcrf. fortfahren 
(vergl. §. 126, 6), wie Esth. 6, 8. 5 M. 31, 12: dass sie lernen (Impt) und fürchten 
(Perf.) f. zu furchten; Hos. 2, 11. Dan. 9, 25, oder fbigekehrt im Pcrf. an- 
fangen und im Impf, fortfahren, z. B. Jos. 7, 7. Hiob 23, 3. Pred. 4, 1. 7. 

b) ohne jenes und (douvSetcoc) , so dass eine mehr innerliche 
Verknüpfung der. beiden Verba stattfindet, zunächst wie unter 
lit. a mit Uebereinstimmung des Tempos oder Modns: 5 M. 2$ 24: 
th bmj fange an und nimm in Besitz. Hos. 1, 6: DrnR *W tpOIK *fe 
fcA werde nicht fortfahren und mteA erbarmen « mich nicht ferner 
erbarmen« 1 Sam. 2, 3 : sHStttt tWrtK machet nicht viel und redet 
*= redet nicht so viel. Klagl. 4, 14: Wp. *5T» fcfta oArc* dass sie be- 
rühren können. Hiob 19, 3. Hos. 5, 11. 9, 9. 

Letztere Construetion ist (als die lebhaftere and kühnere) mehr dichterisch, 
die unter lit. a dagegen in Prosa gewöhnlich. Vergl. z. B. 5)itrirt mit folg. *] 
1 M. 25, 1. 38, 5, dagegen ohne 1 Hos. 1, 6. Jes. 52, 1. — Doch fehlt es auch 
in Prosa nicht an Beispielen von Asyndetis, vergl. 5 M. 1, 5. Jos. 3, 16. Neh. 
3, 20. 1 Chr. 13, 2. 

c) gleichfalls aauv8£r<o<;, jedoch so, dass sich das zweite Ver- 
bum im Imperfect enger unterordnet, und daher im Deutschen 
pagsend mit dass oder mit zu und dem Infin. angefügt werden 
kann. Hiob 32, 22: TXSStk *F\2*P fcft ich weiss nicht zu schmeicheln; 
1 Sam. 20, 19: Tto MÄ1Ü*] und thue es übermorgen, (dass) du herab- 
kommst f. übermorgen komm herab. Jes. 42, 21 : V^JP . . . "pDH «TW 
/. gefiel es gross zu machen. Hiob 24, 14 : bbf^ KTh EFlpi der Mörder 
erhebt sich, um zu tödten u. s. w. 

Im Arab. und Syr. ist diese Construetion sehr häufig 1 , im Hebräischen seltener, 
aber wenigstens da nothwendig, wo das zweite Verbum der Person und dem 
Numerus nach von dem ersten verschieden ist. Jes. 47, 1 : TjV"W^ m V*üfa Ä 
dm wirst nicht fortfahren, (dass) sie dich nennen *= du sollst femer nicht ge- 
nannt werden. 4 M. 22, 6: «^göp ^arra. ^3** *4*K vielleicht vermag ich es, 
(dass) wir ihn achlagen und ich ihn vertreibe. 

4. Die Ergänzung des Verbalbegriffs kann endlich auch (wie 
häufig im Syr.) in einem Particip bestehen, z.B. Jes. 33, 1 : rpanro 1 
^TTifl? wenn du fertig bist als Verwüster = zu verwüsten; 1 Sam. 16, 16 
(nach Part.)'. 

1 Der Araber sagt volebat düaeeraret (er war geneigt, dass er zerrisse) f. er 
wollte gerreissen, der Syrer nolebat tolleret (Luc. 18, 18) f. er wollte nicht aufheben; 
häufiger wird jedoch die Conjunction dass eingeschoben. Vergl. übrigens auch das 
Latein.: Quid vis faeiam? Ter., Volo hat oratori conüngat Cic. Brut 84, und das 
Deutsche: ich wollte, es wäre; ich dächte, es ginge. 

a Für 5pa«3 (§. 20, 3, Anm.) Inf. Hiph. von BQQ. 



§. 143. Constmction der Passiva. 307 

Statt des Partie, steht ein Aäj. verbale 1 Sam. 3,2: seine Augen rviftD l^nn 
begannen blöde (zu werden). Dagegen ist 1 M. 9, 20 n^n ttP$ Appos. zu nb 
und die Stelle gehört somit unter No. 3, lit. a (= Noah t der Landmann, fing 
an zu pflanzen u. 8. w.). 

A nm. 1. In vielen der obigen Beispiele enthält das erste "Verbum im Grunde 
nur eine adverbielle Nebenbestimmung zu dem Hauptbegriff, welcher im zweiten 
Verbum liegt. Vergl. noch 1 M. 31, 27: mA tjfitaris du bist heimlich geflohen; 
2 Kön. 2, 10: bmfo ij^üpi du hast Schweres gebeten. Bas die Nebenbestimmung 
enthaltende Verbum kann aus besonderem Grunde wohl auch an zweiter Stelle 
stehen, z. B. Jes. 53, 11: 9^ H^ er schaut (und) sättigt sieh (des Anblicks), 
denn die Sättigung folgt erst auf den Genuas. Vergl. Jes. 66, 11. — Jer. 4, 5: 
*&&» *iK*Jp rufet (und zwar) mit voller Stimme. 

2. Anderer Art ist die Constmction der sogen. Yerba cordis (d. i. der Verba, 
die irgend eine geistige Thätigkeit bezeichnen) mit einem durch ^ oder *WK 
dass eingeleiteten Objedsatz. Hierher gehören bes. die Ausdrücke für sehen 
(1 M. 1, 4. 10), wissen (1 M. 22, 12), glauben, sich erinnern, vergessen, sagen, 
denken u. s. w. Ueber die Weglassung der Gonjunction vor dem Otyectiatz 
8. §. 155, 4, c. 

§. 143. 

Constmction der Passiva. 

1. Wenn eine causative Conjugation (Pi, ffiph.) einen doppelten 
Accusatiy regiert (§. 139, 1), so behält das Passivum derselben nur 
noch Einen Accusativ (den des zweiten, entfernteren Oljects), so- 
fern der andere (das nächste Object) zum Subject wird und somit 
in den Nominativ zu stehen kommt. Dieser Subjectsnominativ kann 
dann entweder in einem selbständigen Nomen oder Pronomen be- 
stehen oder (als Pronominalsubjeet) in der Verbalform mit ent- 
halten sein, z.B. Ps. 80, 11: fcfts Ö^H *l©5 bedeckt wurden Berge 
von seinem (des Weinstocks) Schatten. 2 M. 25, 40: TMXyn rDnfcritDK, 
welches dir gezeigt worden (eig. welches du sehen gemacht bist). 
Hi. 7, 3. 

Einiges Auffallende in der Constmction der Passiva erledigt sich, wenn man 
dieselben in ein impersonelles Activum umsetzt (dicitur=man sagt, sie sagen), 
wie umgekehrt das impersonelle Activum öfter das Passivum vertritt (s. §. 137, 
Note). Diese Umsetzung ist übrigens nicht etwa ein blosser Nothbehelf, sondern 
in der Intention der semitischen Syntax begründet. Wenigstens nach den 
arab. Grammatikern ist ein schlechthin unpersönliches Passiv undenkbar; 
vielmehr muss in den Fällen, wo ein solches zu stehen scheint, ein verstecktes 
Agens angenommen werden. So erklärt sich 

a) dass beim Passiv das logische Subject bisweilen im Accusativ steht. 1 M. 
27, 42 : li$5 "TO^-tt* nj»ni iä*i = und man verkündete der Rebecca die Worte 
Esau's. 4, 18: WsrTt£ triifib iVw und es wurde geboren *= man gebar dem 
ühanokh den Irad (eine Wendung, die ohne Zweifel aus dem Hinblick au/ 

20* 



308 3. Hauptth. Syntax. 3. Oap. Syntax des Verbi. 

polygamische Verhältnisse zu erklären ist). 17, 5: d'TÖK *föTÖ"i"« Ti* $?&?& 
nicht 80Ü man ferner deinen Namen Abram nennen. 2 M. 10, 8: ntfo-ru* naj^i 
rtnyi« und man brachte den M. zurück zum Pharao. 3 M. 16, 27. 4 M. 32, 5. 
Jos. 7, 15. 2 Kön. 18, 30. Jer. 50, 20. So auch beim Inf. der Passiva 1 M. 
21, 5: pW ngft ^Wna °& ihm Jhaak geboren wurde. 40, 20: rfcnB-r« rvilh Di"» 
der To^, an welchem Pharao geboren war. 

b) dass das Passiv hiernach im Genus und Numerus nicht mit dem Nomen 
übereinzustimmen braucht, selbst wenn dieses vorangeht (§. 147), sofern es 
nämlich nach hebräischer Auffassung nicht Subject des Verbi passivi, sondern 
der von ihm regierte Objecto -Accusativ ist. Vergl. ausser obigen Beispielen 
Jes. 21, 2: ■'V" 1 ^ ^U n!,w 3 visionem diram nunciarunt mihi. Dan. 9, 24: 
septuaginta septimanas destinarunt (Tpnna). l Kön. 2, 21. IM. 35, 26. Jes. 14,3. 
Hos. 10, 6. HSob 22, 9 (rvfcHj). 30, 15. 

2. Die wirkende Ursache (resp. der persönliche Urheber) steht 
beim Passiv am häufigsten mit b, also im Dativ (wie im Griech.), 
z. B. btfb »pna gesegnet von Gott (xeji deo)) 1 M. 14, 19. Spr. 14, 20. 
Seltener, aber vollkommen gesichert, steht in gleicher Bedeutung 
das sogen, "pj des Ausgangspunktes (von — her), z. B. 1 M. 9, 11. 
Ps. 37, 23. Hiob 24, 1. 28, 4, ferner ijötj von Seiten 1 M. 6, 13, 
3 durch 1 M. 9, 6. 4 M. 36, 2. Hos. 14, 4; auch wohl der blosse 
Accus at. instrum. (vergl. §. 138, 1, Anm. 3) Jes. 1, 20: *63Kfc T\n 
vom Schwerte werdet ihr verzehrt werden, vergl. Ps. 17, 13. 

Anm. Mehrere. Verba intransitiva werden vermöge einer besonderen 
Wendung ihrer Bedeutung auch im Sinne von Passiven gebraucht, z. B. "HJ 
hinabsteigen, von einem Walde: niedersinken = gefällt werden; tW für hin- 
aufgebracht, aufgelegt werden SM. 2, 12, eingetragen werden (in ein Buch) 
1 Chr. 27, 24; fett? hinausgeschafft werden 5 M. 14, 22. 



VIERTES CAPITEL. 

VEBBINDTJNG DES SUBJECTS MIT DEM PBÄDIOATE. 



§. 144 a. 

Unterschied des Nominal- und Verbalsatzes. 

1. Jeder Satz, der mit einem selbständigen Subject (Nomen 
oder Pron. separ.) beginnt, heisst ein Nominalsatz, und zwar a) ein 
einfacher N., wenn das Prädicat wiederum in einem Nomen (Subst., 
Adj. oder Partie.) besteht; b) ein zusammengesetzter N., wenn das 
Prädicat in einem Verbum fin. besteht. Da nämlich jedes Vertom 
fin. (s. unten No. 2) sein Subject bereits- in sich trägt, also schon 



§. 144 a. Unterschied des Nominal- und Verbalsatzes. 309 

an und für sioh einen selbständigen Satz bildet, so beruht ein 
solcher Satz, in welchem auf das Subjectsnomen ein Verbum fin. 
als Prädicat folgt, auf der Zusammensetzung eines Subjects mit einem 
selbständigen Verbalsatz (s. u.). 

Anm. Sehr häufig findet sich gerade im Hebräischen die VoransteUung 
des Prädicats im einfachen Nominalsatz; so fast regelmässig, wenn das 
Prädicat in einem Adjectiv besteht, z. B. hjrn p*TO Jahwe ist gerecht Das 
substantivische Prädicat steht wenigstens dann voraus, wenn ein besonderer 
Nachdruck auf ihm ruht, wie z. B. Hiob 5, 24. 6, 12 (vergl. §. 145, X, b). — 
XJeber die Verwendung selbständiger Nominalsätze als Prädicat zusammen- 
gesetzter Nominalsätze s. §. 145, 2. 

2. Jeder Satz, der mit einem Verbum fin. beginnt, heisst ein 
Verbalsatz. Ein solcher trägt in allen Fällen, sein Subject bereits 
in sich, und zwar in Gestalt des Pron. personale, welches noth- 
wendig mit der betr. Verbalform verbunden ist (wie tu in dicis, du 
sagst). Dies gilt jedoch nicht bloss von den Fällen, wo das Subject 
bereits vorher genannt und daher näher bestimmt ist, sondern auch 
da, wo das Subject erst nachträglich, gleichsam als Epexegese zu 
dem im Verbum latenten Subject, hinzugebracht wird. Denn wo 
der Begriff unseres Neutrums (oder neutralen Subjects) gänzlich 
mangelt, vielmehr jede Verbalform in Verbindung mit einem persön- 
lichen oder doch generisch bestimmten Subject gedacht wird, kann 
ein Satz, wie $?*an "YöK, nicht (nach unserer Weise) aufgefasst 
werden: es sprach der König ^ sondern nur: er sprach , nämlich der 
König. 

3. Diese ganze scheinbar mechanische Unterscheidung des 
Nominal- und Verbalsatzes wird doch von den arabischen Gram- 
matikern mit guten Gründen nachdrücklich hervorgehoben. Denn 

ä) besteht in der That ein wesentlicher Unterschied zwischen 
solchen Prädicatsaussagen, die in der Form des Nominalsatzes, 
und solchen, die in der Form des VerbaJsatzes auftreten. Erstere 
stellen immer ein Starres, Zuständliches, kurz ein Sein dar, letzteres 
ein Bewegliches und Fliessendes, ein Geschehen und Handeln. 

b) der mit Wärv an einen Verbalsatz angeknüpfte einfache 

Nominalsatz beschreibt stets einen der Haupthandlung gleichzeitigen 

Zustand (nicht einen Fortschritt der Handlung). Z. B. 1 M. 19, 1: 

%nd es kamen die beiden Engel nach Sodom hinein, während Lot sass 

(Mp üftl) u. s. w. 

Auch der mit Wäw angeknüpfte zusammenges. Nominalsatz kann dazu 
dienen, ein den Hauptfactis der Erzählung vorangegangenes (also noch zu- 
ständlich fortwirkendes) Ereigniss nachzuholen. Z. B. 1 Sam. 28, 3: und 
Samuel war (damals bereits) gestorben . . . und Saul hatte vertrieben u. s. w. 



810 3. Hauptth. Syntax. 4. Gap. Verbind, d. Subj. mit d. Präd. 

(nicht etwa, wie z. B. Vutg.: und S. Starb . . and B. -vertrieb). Hi. 21, 32. 
Doch giebt es auch Beispiele, wo die Ercahlnng selbst in Gestalt einet zu 
«anUMnge*. Nominalaat«w fortrüekt (vacgl. I M. 1, t, 3, 1), Immerhin be- 
schreibt auch dann der Kern.- Satz nicht ein neues Geschehen, sondern einen 
im Fortgang der Ereignisse stattfindenden Zustand. 



§. 144 b. 
Ausdruck der Copula Im Nominalsatz. 
Subject und Prädicat des einfachen Nominalsatzes (s. §. 144 a, 

1, -a) -werden stets ohne irgendwelche Copula nebeneinandergestellt. 
Z. B. 1 Kön. 18, 21 : OTtbxn rffin 1 » Jahwe (ist) Ser wahre Gott. 1 M. 

2, 12: 3iD tWin flim ant "das hold jenes Land (ist) fein. Jes. 31, 2: 

auch er (iBt) »eise. — Ueber die Verknüpfung des 
1 Pr-adicats durch ein Fron, tepar. der S. Person (als 
ig und deutlichere Hervorhebung des Subjectsbegriffes) 

irfrd die Copula durch das Verbvm T\yn sein, Werden 
i und es entsteht dann ein zusammengesetzter Nominal* 
r, 1, b). Z. B. 1 M. 1, 2: und die Erde (sie) war (ntW) 
er-; 3, 1: und die Schlange war (n^n) listig, Va. 20. 
Wird dagegen die Verbindung zwischen einem Pro- 
iibject und einem Particip als Prädicat durch et oder 
y% (§. 134, 2, a) hergestellt, so entstehen einfache Nominalaätze, 
da 101 Uü( l V* eigentlich Substantiva sind. 

Anm. Die Verwendung eines abstracten Substantivs als Prädicat des 
Nominalsatzes (§. 108, 1, Anni. 2) findet besonders dann statt, wenn ee der 
Sprache (nach $■ 108, 1) an einem entsprechenden Adjeoüv gebricht, a. B. Es. 
41,82: 75 •mriip leine Wände waren Höh = fon Holz, hölzern. Bisweilen 
wird die Härte solcher Verbindungen dadurch gemildert, dass das Subjects- 
nomen nochmals in Anlehnung an den Prsdicatsbegriff wiederholt wird 
(f» nrnp VWijS), z. B. Hiob 6, 12: ins n^ia« ns-Dst ist Fehenkraft meine 
Kraft? Ps. 45, T *. Tergl. dagegen die kühneren Wendungen HL. 1, 15: 
eijv> 1\yy deine Äugen sind Tauben = Taufen-Angen. Ezr. 10, 18: oiaifiS nsrj 
die Zeit (ist) Regengüsse ~ die Itagenzzit. 8o besonders auch mit dem ver- 
gleichenden S Jes. 63, 2: worum (sind) t-.js tjto Jp^a oeine Kleider une die 
Kleider jemandes der die XeÄer tritt? Jer. 50, 9 :' *yi'b» l^sn seine i^eife (sind) 
wie die Pfeile eine» Helden. 



§. 145. Stellung der Bedetheile im Satze. Sogen, casus absoloti. 311 

§. 145. 

Stellung der Bedetheile im Satze. Sogen, casus absolnti. 

1. Nach dem §. 144a Bemerkten ist die natürliche Wortstellung 
innerhalb des einfachen Nominalsatzes: Subject, Prädicat; inner- 
halb des zusammenges. Nominalsatzes Subject , verbales Prädicat 
(resp. verbale Copula mit dem ergänzenden nominalen Prädicat); 
innerhalb des Verbalsatzös : Verbum, eventuell darnach das Subject 
und weiter das Object. Adverbielle Nebenbestimmungen, z. B. der 
Zeit oder des Ortes, stehen vor oder nach dem Verbum, die Negation 
dagegen fast stets unmittelbar vor demselben 1 . 

Ausnahmen von der oben angegebenen natürlichen Wortstellung 
finden besonders dann statt, wenn ein Satzglied durch Voran- 
stellung hervorgehoben werden soll. So steht: 
ä) in Verbalsätzen das Object bisweilen vor dem Subject, z. B. 4 M. 
. 5, 23. Ps. 34, 22; das Object vor dem Verbum Spr. 13, 5: Sache 
des Trugs hasset der Gereckte; 1 M. 47, 21. 2 M. 18, 23. Jes. 
49, 6. Sehr selten ist dagegen die Stellung: Obj., Subj., Verbum 
2 Kon. 5, 13. Endlich findet sich auch, obwohl gleichfalls 
selten und nur poetisch, die Stellung: Subj., Obj., Verbum, wie 
Ps. 6, 10: ngl T^W? ri 3 r V;; H> 5. Jes. 13, 18 (ziemlich gewöhn- 
lich dagegen im Aram., z. B. Dan. 2, 7. 10, vergl. Gesen. Comm. 
zu Jes. 42, 24). 

b) in Nominalsätzen das Prädicat vor dem Subject; so fast regel- 
mässig, wenn das Prädicat in einem Adj. besteht (vergl. 
§. 144 a, 1, Anm.), indem ein solches dann eben durch seine 
Eigenschaft als Prädicat einen besonderen Nachdruck erhält. 
Jer. 10, 6: qwJ Vhtt rUBÄ Vftä gross bist du und gross ist dein 
Name. Substantivisches Präd. findet sich vorangestellt Jes. 
18, 5: reifende Traube wird die Blume. Hi. 6, 12. 

c) die adverbielle Nebenbestimmung vor dem Verbum; so (natur- 
gemäss) bes. Zeitbestimmungen 1 M. 1, 1. Von den Adverbien 
der Zeit stehen einige, wie nn$, TM, fast stets an der Spitze des 
Satzes (Jos. 10, 12. Rieht. 5, 22), andere, wie ^riy, Tt3P|, in der 
Regel nach dem Verbum. 

lieber die Unbiegsamkeit des vorangestellten Prädicats s. §. 147. 

— ■ ■ ■■■■ ■ ■!■! ■ ■«»■■»- — ■ ■■■»■! ■ ■■■■■. — ■ i ■■.— ■■■!■■■!■ — »— _ i) ■ «^ ■ ■ ^ ■ ■ ■ ■■ ■■■ — m^ m ■ ■ ■ ■ ■ !■■■■■ ■ 

1 Selten ist zwischen Negation und Verbum das Object eingeschoben Hiob 22, 7, 
vergl. 84, 23. Pred. 10, 10; das Subject 4 M. 16, 29. 2 Kön. 5, 26, oder eine Neben- 
bestimmung Ps. 6, 2. 49, 18. Jer. 15, 15. 



312 3. Hauptth. Syntax. 4. Gap. Verbind, d. Subj. mit d. Ptäd. 

% Die kräftigste Hervorhebung eines Substantivs (bes. des 
Subjects, doch auch des Objects oder einer Nebenbestimmung) er- 
folgt in der Weise, dass es absolut voran (an die Spitze des Satzes) 
gestellt, in dem nachfolgenden selbständigen Satze aber in Gestalt 
eines Pronomen wiederholt wird (vergl. c'est tnoi, qu'on a accusi). 
Z. B. Ps. 18, 31: is-fs D^jn bawn Gott — unsträflich ist sein Weg f. 
Gottes Weg ist unsträflich. Das Ganze bildet einen zusammenges. 
Nominalsatz, in welchem das Präd. nicht durch einen Verbalsatz 
(§. 144 ä, 1, fc), sondern wiederum durch einen selbst. Nominalsatz 
vertreten wird; ebenso 104, 17. HL 21, 4, während 1 M. 24, 27. 
Ps. 11, 4 das Prädicat in einem Verbalsatz besteht. Vergl. noch 
Ez. 33, 17. — Auch in dem Beispiel Ps. 74, 17: Winter und Sommer 
— du hast sie geschaffen, ist Winter und Sommer nicht als Object, 
sondern als Subject des zusammenges. Nom.-Satzes aufzufassen; 
dagegen steht das Object absolut voraus 1 M. 47, 21: DSTTTUä 
ink ^*\J das Volk, er führte es hinüber, 21, 13, vergl. Jer. 6*, 19 1 . 
Das Suffixum kann jedoch auch fehlen (so viell. Ps. 9, 7), und die 
Anknüpfung durch *] (ah Zeichen des Nachsatzes) erfolgen. 2 Sam. 
22, 41 (vergl. Ps. 18, 41). Hiob 36, 26: Igrnfc 1 ] W» ^öDtt sc. )tb 
die Zahl seiner Jahre, die ist nicht zu erforschen. 4, 6. 23, 12. 25, 5. 
Vergl. zu diesem Wärv apodosis noch 1 M. 3, 5. 4 M. 23, 3. 1 Sam. 
25, 27. 2 Sam. 15, 34. Hiob 6, 14. 15, 17. 21, 6. 

Bisweilen steht in obiger Weise ein JParticip voraus im Sinne eines Con- 
ditionalsatzes, z. B. Spr. 23. 24K e th.: ia Traten Ö5H nVn wer einen weisen Sohn 
zeugt, d. i. wenn jem. einen w. S. erzeugt, so kann «r sich an ihm erfreuen. 
1 Sam. 2, 18: frST} *&} «^ rnt rüt ttr^-b^ wenn irgend jemand ein Opfer 
pr achte y so kam der Diener des Priesters. 1 M. 4, 15. Hi. 41, 18. 



§. 146. 

Verhältniss von Subject und Prädicat in Rücksicht auf Genus 

und Numerus. 

Wie in anderen Sprachen, so richtet sich auch im Hebräischen 
Genus und Numerus des Prädicats im Allgemeinen nach dem des 
Subjects. Von dieser Grundregel finden sich indess ziemlich zahl- 
reiche Ausnahmen, welche theils auf einer Constructio ad sensum 
(Ueberwiegen des Begriffsinhalts über die grammatische Form), 
theils auf der Stellung des Prädicats vor dem Subject beruhen. 

* Ein solcher absoluter Casus kann «ueh durch i (wm anbetrifft) eingeführt 
werden. 1 M. 17, 20. Jes. 32, 1. Ps. 16, 3 (?). Pred. 9, 4. 2 Chr. 7, 21. 



§; 146. Verh&ltn. von Sübj. n. Präd. in Chemie u. Numerus, 313 

In ersterer Hinsicht bemerke man: 

1. Singulare, die an sich einen Collectivbegriff enthalten, wie 
D?, *iä Volk, jn^a Familie, oder gelegentlich Cöllectivbedeutung an- 
genommen haben, wie tthfc Männer (s. §. 108, 1), werden gern (ihrer 
Bedeutung gemäss) mit dem Plural construirt. Eicht. 9, 55 : ww 
\NrptfT&* äa sahen die Männer Israels. 15, 10. 1 Kön. 20, 20: wj?5 
DI« Jes. 16, 4. Spr. 11, 26. 28, 1. Hi. 8, 19; dies gilt auch, wenn 
das Colleetivum an sich gen. fem. ist, mit demselben aber (nur oder 
doch Torwiegend) männliche Individuen gemeint sind, z. B. 2 Sam. 
15, 23: D^DS f^ÄtT^S das ganze Land d. h. die Einwohner weinten 1 . 
1 M. 48, 6. 1 Sam. 2, 33. 17, 46. 1 Kön. 8, 5. 10, 24. Hi. 30, 12, 
vergl. dagegen Hiob 1, 14: hithh W; ^an die Binder (Kühe) 
pflügten. Beispiele , wo trotz des Collectivbegriffs im Subject der 
Singular des Prädicats geblieben ist, sind 1 M. 35, 11. Jes. 2, 4 
(vergib Mich. 4, 3). 

Besondere Beispiele von kühner Enallage des Numerus sind 1 M. 34, 30 
"löbö TTO **:&£» während ich (und die Meinigen) Männer von (geringer) Zahl; 
Hi. 29, 15: Augen bin ich gewesen dem Blinden (vergl. dag. 4M. 10, 31). 

Oft beginnt die Construction mit dem Singular (besonders wenn 
das Verbum vorangeht §. 147, 1), schreitet aber dann, nachdem 
das collective Substantiv genannt ist, mit dem Plural fort. 2 M. 
33, 4: *lbaari*1 — D?fi ^tttJ^i und es hörte das Volk — und sie 

1 AT - : •" TT - t •- 

trauerten. 1, 20. 

2. Andererseits werden Plurale mit Singularbedeutung (§. 108, 
2) nicht selten mit dem Singular construirt, so namentlich der sog. 
Pluralis excellentiae. 1 M. 1, 1. 3 2 . 2 M. 21, 29: nm» «rt» sein Be- 

1 7 TT T T : 

sitzer soll getödtet werden. Ebenso tritt zu Femininformen mit 
Masculinbedeutung das Masculinum, z. B. üyn rf?np «TH der Pre- 
diger war weise Pred. 12, 9. 

3. Plurale, welche Thiere oder sachliche Gegenstände bedeuten, 
sie mögen gen. masc. oder fem. sein, werden gern mit dem fem. 



* Salkcst, Jug. 16: Pars in crucem acti, pars bestiis obieeU sunt. 

2 Q^rö^t' wird mit dem Plw. nur hie und da in den älteren biblischen Büchern 
und in gewissen Formeln gebraucht, die vielleicht auf urspr. polytheistische Vor- 
stellungen oder doch auf die Anbequemung an solche zurückzuführen sind. 1 M. 
20, 13 (im Gespräch mit einem Heiden), 35, 7. 2 M. 22, 8 (?). Jos. 24, 19. Ps. 
58, 12. Die Späteren vermieden diese Construction geflissentlich aus Scheu vor 
einem polytheistischen Gedanken, vergl. 2 M. 32, 4. 8 mit Neh. 9, 18; 2 Sam. 7, 23 
mit 1 Chr. 17, 21. S. d. Lex. 



314 3. Haupttk Syntax. 4. Cap. Verbind, d. Subj. m. d. Prad. 

sing, construirt 1 , vergl. über die Collectivbedeutung der Feminin- 
form §. 107, 3, d. Joel 1, 20: ftm 5?$ rrteta das WVd des Feldes 
lechzet. Hiob 14, 19: nWßO^bttB es schwemmen weg seine Fhithen. 
Jer. 49, 24: nijfn» tf&Sn Schmerzen ergreifen sie. % 15 JPÄ. Ps. 
37, 31. Hiob 12, ll VergL auch 2 Kim. 3, 3. Jes. 35, 7. Jer, 36, 23. 
Pa. 69, 36 £ Hiob 39, 15, wo sich überall das Suffix der 3. Sing, 
fem. auf Plurale von Thieren oder Sachen bezieht. 

4. Auch der Plural von Personen wird bisweilen (bes* bei Parti- 
cipien) mit dem Singular construirt, wenn statt der Pluralität und 
Totalität der Individuen mehr jedes Einzelne ins Auge gefasst wird 
(yergl. M& f. omnes und omnis). Beispiele yon diesem distributiven 
Sing* sind 1 M. 49, 22: m» rvfea die Töchter (Zweige) steigen empor; 
4M.24, fl: w* ^^'IfPia *rWM die dieh segnen , (jeder von 
ihnen) sei gesegnet, und die dich verfluchen, (ein solcher) sei ver- 
flucht. 1 M. 27, 29. 2 M. 31, 14. Spr. 3, 18: ntätta rc*$dB\ -.»er sie 
(die Weisheit) festhält/ ist glücklich. 27, 16. 28,' i. Vergl. noch 
Hiob 6, 20: mn-TD Itfei; Jes. 8, 20. 

AT T • 

5. Substäntiva im Dual nehmen das Pr&dicat im Plural zu sich, 
da Verba, Adjectrva und Pronomina der Dualformen ermangeln 
(§. 88, 1) 1 M. 29, 17: mVi ru*b Wl und die Augen der Lea waren 
blöde. 2Sam. 24, 3. Jes." 30*" 20. "-Pb. 18, 28. 1 Sam. 1, 13: pl 

r?to »T*ttriö nur ihre Lippen bewegten sich. 2 Chr. 7, 15: ^? HPtt 

ttiatte wln ninnt wr». 6, 40. Hos. 9, 14. Mich. 7, 10: na nsw^ w 

meine Augen werden ihre Lust an ihr sehen. Jer. 14, 6. Jes. 1, 15. 
Hiob 10, 8. 20, 10. 27, 4. Ps. 38, 11. Nur selten steht bei einem 
Dual das Pradicat im Sing. fem. (s. oben No. 3) 1 Sam. 4, 15. 
Mich. 4, 11. 

§. 147! 

Sehr häufig finden Abweichungen von der Grundregel (s. §. 146 
zu Anf.) statt, wenn das Pradicat voransteht. Sofern nämlich dem 
Redenden bei der Nennung des Prädicats das nachzubringende 
Subject noch nicht in seiner grammatischen Bestimmtheit deutlich 
vorschwebt, beginnt er häufig mit der einfachsten und nächst- 

* Yergl. im Griechischen die Verbindung des Flurais der Neutra mit dem Sing* 
des Präd.: xöl icp6ßaTa ßatvei, wo die Attiker den Plural des Praed. nur zulassen, 
wenn mit dem Neutrum eig. Personen bezeichnet sind, xot dväpdbtoSa £Xaßov. Im 
Arabischen steht ein solcher Plural (Phtr. inhumanus d. h. nicht auf Personen be- 
züglich) herrschend mit dem Sing. fem. des Attributs oder Prad., ebenso alle sogen. 
Plurälia fracta (CoUectivformen). 



§. 147. Verhältn. von Snbj. u. Prad. in Genus «. Numerus. 315 

liegenden Form des Prädicats, dem Sing, masc, wenngleich als 
Subject ein Feminin oder ein Plural folgt: das Prädieat bleibt ohne 
Flexion. So 
a) das Verbum. Jes. 47, 11: r\T\ *&>% 8$ es kömmt über dich Un- 
glück. Mich. 2, 6: rfhlte iff\ *& es »eichen nicht die Be- 
schimpfungen, b. M. 32, S5. PS. 57, 2. Esth. 9, 23: tFWW baj? 
die Juden nahmen an. 2 Kön. 3, 26: nwbfcn nsteri pm es mar 
für ihn der Kamp f zu hart 1 Sam. 25, 27/Ps. 124^ 5. ffi. 42, 15. 
Seltener steht vor dem Flur. fem. wenigstens der Plur. masc, 
z. B. Rieht. 21, 21: r fJW i i' b a WH3K nenn die Töchter Silos 
ausziehen. 
V) das Adjectivim Nominalsatz. Ps. 119, 137: TptÄtfo ^1£ gerecht 
(sind) deine Gerichte, wo wir auch im Deutschen das Adjeotiv 

nicht flectiren. Vs. 155: nOTBh . . pirn fern (ist) das ff eil. 

Nicht gehören hierher Fälle, wie Hiob 24, 7. 10. Bort ist Df-tt vielmehr 
Zustandsaccusativ <§. 118, 3)** im Zustande eines Nackten, 
c) das Particip als Substantiv im Nominalsatz. 1 M. 47, 3: nsn 
TJ9? 1** Schäfer (sind) <tew* Knechte (wenn nicht bloss ortho- 
graphische Differenz oder geradezu Fehler für ijjft). 
i?) das als Copula verwendete Verbum rpn, wenn es vor dem Sub- 
ject steht. Jes. 18, 5 : nap rWT bttf* "TOh *w£ reifende Traube 
wird die Blume. 1 M. 31, 8 erklärt sich rpST nacÄ dem Plural- 
subject aus der Attraction an das nachfolgende singularische 
Prädieat 1 . 

Wenn jedoch eine solche Construction über die Nennung des 
Subjects hinaus fortgesetzt wird, so muss alsdann Genus und 
Numerus des Präd. mit dem des Subjects übereinstimmen. Ezech. 
14, 1: ^fib «Qtf»l . . . fftb» ^K tfh*l 1 M. 1, 14. 4 M. 9, 6.1 

Anm. 1. Ueberhaupt ist die Sprache namentlich mit dem Gebrauch der 
Feinininformen zuweilen sparsam gewesen (vergl. §. 112, 1, Anm. 2) und hat 
sich begnügt, das dem weiblichen Substantiv zunächststehende Prädieat ins 
Femininum zu setzen. Instructive Beispiele sind : Jes. 33, 9 : *|^M rÄ^R ta&t 
es trauert, verwelket das Land. 14, 9 : ta'*»^ sfo *ni3 . . mV} niW Vwö die 
Unterwelt drunten geräth in Aufruhr, — sie reget dir die Schatten auf. «Vergl. 
1 Kön, 19, 11 und den auffallenden Wechsel des Genua 1 3C 32, 9; im unter- 
geordneten Satze erscheint das Masc. statt des Femin. BS. 20, 26 : r)B£-fiib ttftt 
Feuer, das nicht angeblasen wurde. — Anderer Art sind dagegen Fälle, wie 
3 M. 2, 1, 5, 1, 20, 6, wo tttej (fem.) im Fortgang der Bede in den Begriff einer 
mannl. Person umgesetzt ist. 

l Ebenso steht das die Copvla vertretende Pron. fcW* in Attraction an das Prä- 
dieat hinsichtlich des Numerus Jos. 13, 14: ^irji fiWi . . . ** "TOÄ die Opfer 
Jahwe's . . . das ist sein Erbtheü; in Num. und Genus Jer. 10, 3. 



316 3. Haupttk Synftsx. 4. Cap. Verbind, d. 8nbj. m. d. Prad. 

Betaehung von Suffixen im (distributiven) Singular auf vorangegangene 
Plurale findet fiicb z. B. 5 H. 21, 10. 28, 48. 1 Kon, 6, 28. Jes. 5, 26. HL 38, 32. 

2. Die Fälle, in welchen sich das nachstehende Pradicat im Genus und 
Numeros nicht nach dem Subjecte zu richten scheint, beruhen theils auf der 
Construction von Passiven mit dem Accus. (§. 143, 1, Anm.), theils ist das 
Prftdicat ein substantivisch zu lassendes Particip. So 1 M. 4, 7: TWf} TT& 
•JOS an der Thür (ist) die Sünde cm Lamrer, gleich», ein lauernder Lowe» ~- 
Pred. 2, 7: *b rrri trar^a (wo *4 rnn, obwohl nachstehend, gleichsam voa 
Neuem einsetzt: und Haussklaven — es ward mir auch dieser Besitz zu Theü). 
Aehnlich ist 1 M. 15, 17 (H^ MtAsi und Finsterniss wurde es) das Verbum 
im unbestimmten Genus (dem Masc.) verblieben, obgleich das Nomen um des 
Nachdrucks willen vorangestellt ist. 

§.148. 

Construction zusammengesetzter Subjecte. 

1. Wenn das Subject des Satzes aus einem Nominativ in Ver- 
bindung mit einem Genetiv besteht, so richtet sich das Pradicat 
bisweilen im Genus und Numerus nach dem Genetiv (statt nach dem 
Nomen regens), sofern derselbe den Hauptbegriff in der Subject- 
kette bildet. Doch scheint bisweilen die Attraction des Prädicats 
an den Genetiv lediglich durch die Nebeneinanderstellung bewirkt 
zu sein. Z. B. Hiob 32. 7: rrasn W*f* fi^tö an die Menge der Jähre 
d. i. die vielen Jahre mögen Weisheit kund thun. 1 Sam. 2, 4: ffläj) 
D^nn D^Vaa der Bogen der Starken ist zerbrochen; 2 Sam. 10, 9 (bei 
voranstehendem Präd.); Jes. 2, 11. Hiob 15, 20. 21, 21. 29, 10. 
38, 21. (Dag. ist 1 M. 4, 10. Jes. 52, 8. Jer. 10, 22 u. a. Vip nicht 
als Subj., sondern als Ausruf zu fassen, also z. B. 1 M. 4, 10: Stimme 
des Blutes deines Bruders, welches schreit . . . / so viel als: horch! 
das Blut d. B. schreit u. s. w.) 

Fast durchgehends steht der Plural des Prädicats bei dem Substantiv fe 
Gesammtheit z. B. 1 M. 5, 5: d^K "Wte W*i und alle Tage Adams waren; 
2 M. 15, 20; ebenso, wie leicht begreiflich, bei den Singularabstractis der Zahlen 
3—10, 100 und 1000. 

2. Wenn mehrere Subjecte mit einander durch und verbunden 
sind, so steht das Pradicat meistens im Plural, z. B. 1 M. 40, 1. 
Hiob 3, 5, besonders wenn es nachsteht, 1 M. 8, 22: Aussaat und 
Ernte, und Frost und Hitze . . werden nicht aufhören OtriatT 1 . *&)* und 
zwar bei ungleichem Genus der Subjecte im Masc., 1 M. 18, 11: 
DWT m«tt fimna Abraham und Sara (waren) alt 5 M. 28, 32. 
Wenn dagegen das Präd. voransteht , so richtet es sich öfters im 
Genus und Numerus nach dem ersten, als dem nächststehenden 
Subjecte, 1 M. 7, 7: 'y\ YttM ftb 10*5 und es ging Noah und seine 



§• 150. Uebersicht über die Adverbien. 317 

Söhne u. s. w. 2 M. 15, 1. 4 M. 12, 1: 'jhnKVö^tt 12W und es 
redete Mirjam und Äharon. 1 M. 33, 7. 44, 14. Rieht. 5, 1. 2 Sam. 
5,21. Seltener ist der Singular, wenn dasPrad. nachsteht, z.B. Spr. 
27, 9: abtTgte^ FttbjPI yatb Oel und Rauchwerk erfreut das Herz (wo- 
bei zugleich das Masc. den Vorzug hat). Schreitet die Construction 
weiter fort, so folgt dann stets der Plural des Präd. , z. B. 1 M. 
21, 32. 24, 61. 31, 14. 33, 7. 



FÜNFTES CAPITEL. 

GEBBAUCH DER PARTIKELN. 



§. 149. 

Nachdem oben in der Formenlehre (§. 99 — 105) von dem for- 
malen Verhältniss der Partikeln zu den übrigen Redetheilen, 
d. h. von ihrer Herleitung, resp. Verstümmelung, aus den letzteren 
gehandelt worden ist, haben wir es hier mit der Bedeutung und 
dem Gebrauch der Partikeln zu thun. Wie anderwärts, so bilden 
dieselben auch im Hebr. gleichsam die feinsten und geistigsten 
Bestandteile der Sprache und sind daher nicht nur für die scharfe 
Auffassung des Sinnes, sondern auch für ein tieferes Eindringen in 
den Geist der Sprache yon höchster Wichtigkeit. Die folgenden 
§§. enthalten eine Uebersicht über das Wichtigste aus der Partikel- 
lehre, wobei indess das Einzelne, wie die manigfaltigen Zusammen- 
setzungen der Partikeln und namentlich die Belege dem Wörter- 
buche überlassen bleiben müssen. 

§. 150. 
Uebersicht über die Adverbien nach ihrer Bedeutung. 

1. Adverbia des Ortes: dtö da, daselbst; Hb, rio, ht und nt$ hie, hier; 
rtÄ-15 dorthin, fibl h'S hierhin und dorthin, efeh und hsin hier, hierher; h&Aft 
dorthin, weiter fort, daher h|hj ?pra (von dir ab hierher) diesseits von dir, und 
rwbnn 5\W2 (von dir ab weiter fort) jenseits von dir 1 Sam. 20, 21. 22. Jes. 
18, 2; by, ta», gewöhnlicher isgg. oben, droben, b b$h% oberhalb Über etwas, 
firfha unten, drunten, fite» nach oben, doch auch darüber, hüä nachernten, 
doch auch drunten oder darunter, *ph dr aussen, "pfia aussen, auswendig, rY^ao 
und *w5d innen, inwendig, ffijb, fi^a vorn, östlich, *i1>ä< hinten, rückwärts, 
rv»nh« rücklings, 153 coram, gegenüber, T»a? rechts oder nachjder Rechten, l*»ayo 



318 3. Haupttk Syntax. 5. Gap» Gebrauch der Partikeln. 

zur Reckten, d}o westlich (eig. von der Meerseite), n^b und Mfc* ringsum, 
rvtooip aufrecht. 

Häufig wird die Bichtung woher? durch die Präpos. "jB, und die Bichttmg 
wohin? durch die Accusativ -Endung h— bezeichnet, z. B.: CO (2a f DE» von 
da, fifi^ dahin; y%T\ draussen, trpin hinaus; mehrere Adverbien kommen in- 
dem nur mit angehängtem tt— vor, wie TO^, f*$> 

Beide Zusätze können jedoch nach den obigen Beispielen auch den Zustand 
der Ruhe an einem Orte bezeichnen, wie TOg^ auch daselbst (nicht bloss da- 
hin), und *p»J» zur Rechten (nicht von der Rechten her). Das n— ist nach 
beiden Beziehungen Acousativ-Endung (§. 90, 2), und f» bezeichnet eigentlich 
das Ausgehen oder Abhängen von einem Gegenstande, wie Ix 8e£id;, a dextra, 
a sinistra, a latere, a tergo, im Franz. dessous, dessus, dedans, dehors K 

2. Die Adverbia der Zeit sind zum Theil dieselben, die schon oben in 
räumlicher Bedeutung genannt wurden. So findet sich die Uebertragung des 
Orts- auf den Zeitbegnff in ü6 damals, vergl. h.ti; rxsTXP bis jetzt; h$q 
weiter fort, fortan; njn 15, und contr. nrtaj, T& bis jetzt. 

Nur Zetf-Adverbia sind: >1F\§ zur Zeit, daher jetzt, nun (auch als Partikel 
der Folgerung und Ueberleitung, wie vuv, vov, vuv{), nnd: bei Zeiten, alsdann, 
alsbald; w'*h {diesen Tag) heute; tai*»S, di*ro *u der Zeit, jetzt; M0P1, War« 
vordem, gestern; ttfcofe gestern Abend, vorige Nacht; tfiaSW thegestem (fest 
: Jtets in der Verb, tö &Dft gestern nnd efepertem); "«TD iMDrpm (cra*), künftig; 
rvjrttra of» folgenden Tage; DDT des TYtyc, **■$ oet JVocM ; igä und DSW de* 
Morgens, früh; ölVfi^ de» ganzen Tag, dann allezeit, immerdar; l'nott itmner- 
/br£, «feto; dVis, dVisi ewiglich; nx|, hsft beständig; tK damafe von der Ver- 
gangenheit, und dann von der Zukunft (§. 127, 4, ä); ftw vor Zeiten, vor- 
dem, d*»a|b vor Zeiten; TM längst; TO trtederum, abermals, gew. noefc, mit 
der Negation: meW nwnr; irttO (wie einer) zugleich; 1**irp du».; hJ'fäK'J 
zuerst; 1? TW? (nachdem es so war) darauf; rrnrnj eilends, dknö augenblicklich. 

3. Adverbia für andere Modalitäten, wie die Beschaffenheit: M2 y n^| (aus 
hb 'rfp getrübt) und "J3 »0; 18» seÄr, *inj vorzüglich, sehr, Wh weAr, st* «eÄr, 
ftis #an$ und #ar, yjftÄ, B?BS (um nicht, um wenig = wenig fehlt) beinahe; 
K*ifet$ unser enklitisches denn, ntm, daher häufig zur Belebung der Frage ge- 
braucht (s. §. 153, 2, letzte Anm.), 2iö und nt^n £t*£. 

Für die Menge: TXaTf} viel, zhh in Menge, "pfi (Beiohthum) genug, ** mit 
folg. Genetiv (eig. Genüge) genug, z. B. JJ5 was dir genug ist; Mai, gew. ns"? 
viel, genug; 1?b, Tja, *Tjnb(in Abgesondertheit) allein, ersteres auch mit Suffixen 
i'tob ich allein; *ift* zusammen, insgesammt 

Für die Bekräftigung: )W, da»K wahrlich; ^, IDK^eu*»*, fürwahr; to$ 
ja, gewiss, auch vielmehr, imo 1 M. 17, 19. 1 Kön. 1, 43; n? soow (Hi. 25, 5), 
in negativem Satz auch nicht einmal (2 M. 14, 28); ^K vielleicht^ 

1 Hohel. 4, 1 ist: 13&ä 1ft$ *!&&$ *£e lagern am Abhänge des Berges Qüead, 
quasi pendentes de rupe. Vergl. Virg. ecl. 1, 77. Soph. Ant. 411: xaft^petf £*pa>v 
ix itcfcyaiv. Od. 21, 420: ix 5(cppoto xaO^jxevo;. 

2 Vermuthlich zusammengesetzt aus ^K und *4 = ^, *&, vergl. aram. ^9?*! 
ob nicht, vielleicht, (j^icoxe. Es ist einmal s. v. a. *fyb wenn nicht 4 M. 22, 33, 
dann ob nicht (wer weiss ob nicht), daher vielleicht, Ausdruck des Zweifels und der 
Besorgniss, sowie der Hoffnung. 



§• 151. CoDstruotion der Adverbien. 319 

Der Ausdruck der Versicherung kann leicht übergehen in den des Gegen- 
satzes (vergL verum, verö) und der Einschränkung, daher obige Versichertmgs- 
partikeln zum Theil auch diese Modalitäten bezeichnen, z. B. ?|$ nur, )2&,. 
baK aber, beide vorzüglich im späteren Sprachgebrauch. Zur starken Her- 
vorhebung des Gegensatzes dient tb*tk dagegen, im Gegentheil (LXX 06 jitjv 
aXXa), fast nur im Pent. und Htob. Zur Einschränkung dient ausser ^a auch 
p"T, unser bloss — nur. 

Den Grund, die Ursache geben an: *g"i?, )d*, )rb deshalb, darum; eine 
Einzufügung: Da (Zorn, aieoA, und das dichterische und steigernde t)K adeo, 
gar, sogar, welche beide indess häufig in das Gebiet der Oonjunction über- 
gehen. 

4. Von den Adverbien der Verneinung s. §. 152. 

5. Die Adverbien der Frage umfassen wieder alle vorigen Classen. Ueber 
die reinen Fragepartikeln fi, &K s. §. 153; die Frage nach dem Orte wird 
eingeleitet durch ^K, h*8 wo? ersteres mit Suffixen i*t* ioo pst) er? desgl. in 
den Zusammensetzungen hj *& rrr^ W»«, h3"W wo? Wpa *K, "p^O woher? 
na$ (aus Mi^) wohin? Die Frage nach der Zeit: *Fa wann? va-*ö, rii^-ny 
bis wann? wie lange? nach der Beschaffenheit: ?p», MD^ ttxpto wie? nach 
der ZaM; rna$ wie tfieJ? teie ojft? nach der Ursache: M3$ (§. 102, 2, i) und 
?wa (§. 99, 3) warum? 

Die meisten Fragepartikeln werden durch Vorsetzung der Partikel *K, ^ 
gebildet, welche an sich wo? bedeutet, weiter aber bloss dazu dient, den 
Partikeln des Ortes, der Zeit, der Beschaffenheit u, s. w. fragende Bedeutung 
zu geben (vergL wovon, wohin ?). 

So entstehen theils durch die Anwendung der Endung rt-7-, theils durch 
die Zusammensetzung mit der Prüpos. *)& und dem relat. *itt$$t ganze Keinen 
von correlativen Adverbien, z. B. : m Wer, Tita von hier, ht *k wo? ms *K 
woher? rwo *\m woher (relat.); WB daselbst, fittö dahin, tttta von da, bti TOtf 
woselbst, rifcib *ntfot woAtn, öü« "mfet softer. 

§. 151. 

Construction der Adverbien. 

1. Die Adverbia dienen nicht bloss als Nebenbestimmungen des 
Verbum, sondern auch des Adjectiv, z. B. *riwy aitt sehr gut, und 
selbst des Substantiv (wie tq ybiz ijjjipa); in letzterem Falle 
stehen sie a) in Apposition hinter dem Subst., z. B. tJ?£ D^lDJK 
*0*m^ Männer (eig. ilf. w Wenigkeit) Neh. 2, 12, nfcfc Win nwSn 
s*Är we/ Klugheit 1 Kön. 5, 9, oder &) im Genetivverhältniss, z. B. 
D3ln rtbp *w oÄwe Ursache ausgesprochener Fluch Spr. 26, 2, D3TT*7? 
ein grundloser Zeuge 24, 28, in welchen Fällen das Adv. gleichfalls 
als Substantiv behandelt ist. 

Ebenso erlangen die Adverbia bisweilen bei späteren Schriftstellern Sub- 
stantiv-Kraft durch die Vorsetzung von Präpositionen, z. B. )tt in dem 80 
= •$ Esth. 4, 16, ö|rri$ eig. für umsonst Ez. 6, 10 (vergl. in oder ad 
irritum). 



380 3. Hauptth. Syntax. 5. Cap. Gebrauch der Partikeln. 

2. Die Wiederholung desselben Adrerb drückt tbeils eine Ver- 
stärkung, theils fortwährende Zunahme aus, z. B. I i&p k riti9 gar 
sehr, überaus, 1 M. 7, 19. 4 M. 14, 7; HtfE MtÄ immer tiefer 5 M. 
28, 43; ürn ÜTD /utcä wntf nach (peu ä peu) 2 M. 23, 30. 

Ueber die Umschreibung adverb. Begriffe durch Verba g. §. 142, Anm. 1. 

3. Hinsichtlich der restrictiren Partikeln ^f», p'i, sowie der 
steigenden D|, fc|8 fet zu bemerken, dass sich die Wirkung derselben 
häufig (bes. nach Fragepartikeln) nicht auf das nächstfolgende 
Wort, sondern auf den ganzen nachfolgenden Satz , ja selbst über 
einen Vordersatz hinweg auf den Nachsatz erstreckt. Vergl. zu 
tl| 1 Sam. 22, 7. Zach. 9, 11. Hi. 2, 10; zu 5|8 Hi. 14, 3; zu lp* 
16, 7. 23, 6; zu p^ Ps. 32, 6. Spr. 13, 10. Ueber die gleiche Er- 
scheinung bei Fragewörtern s. §. 153, 2. 

§. 152. 
Von den Verneinungswörtera. 

1. 'Die wichtigsten Adverbia der Verneinung sind: üb (Subst. 
Hi. 6, 21) = ou, nicht, ba = jatq, nicht doch (Subst. noch Hi. 24, 25), 
*pH (Gegensatz von tP) es ist nicht, ü^b noch nicht, OÖ& nicht mehr. 
Fast nur dichterisch sind ba, ^ba, ifibä nicht; verneinende Con- 
junctionen: btf, "jfi, n Ffea, ^ftWj dass nicht. 

Das Genauere über den Gebrauch obiger Adverbia ist: 

*& steht wie ou, oox hauptsächlich zum Behuf der objectiven, unbedingten 
Verneinung, und wird daher gewöhnlich mit dem Perfect oder Imperfect (als 
Indicativ) verbunden ; über die Verbindung mit dem Imperfect zum Ausdruck 
des Verbots s. §. 127, 3, c. — In Verbindung mit Vs (ohne folg. Art. = irgend 
ein, irgend etwas) bedeutet es: nuüus, kein, gar kein (vergl. das franz. ne . . 
personne, ne . . rieh). 2 M. 12, 16: nto3£-*& HDK^tj-bs kein Geschäft soü ge- 
than werden, Hi. 33, 13; gewöhnlich in der Stellung Vs ••• aß 2 M. 10, 15. 
20, 4. 2 Ohr. 32, 15. Spr. 12, 21. 30, 30. Ebenso )•*» mit Vs, z. B. Pred. 1, 9: 
tthh"bs *pK es giebt nicht irgend etwas Neues, d. i gar nichts Neues. Anders, 
wenn V» determinirt ist, 4 M. 23, 13 : rtfcfun *ft iis sein Ganzes siehst du 
nicht, bloss einen TheiL (Doch vergl. auch Fälle, wie IM, 3,1: ihr sola 
nicht essen von allen Bäumen des Gartens, s. v. a. von gar keinem B.) Ueber 
den Gebrauch des &ft in Fragesätzen s. §. 153, 1. — Endlich steht vb auch 
absolut als verneinende Antwort: nicht doch! nein! IM. 19, 2. Jos. 5, 14. 
Hiob 23, 6. 

Zuweilen bildet vb, wenn es einem Substantiv oder Adjectiv vorgesetzt 
wird, mit diesem eine Art Compositum, wie Vk"ö& ein Nicht-Gott, TJngott, der 
zwar ein Gott heisst, aber nichts weniger als ein Gott ist 5 M. 32, 21 ; "Q"7 & 
Unding Am. 6, 13; ;T*ÖH"&& impius Ps. 43, 1. 

Ueber die Stellung des vb s. noch §. 145/ 1, Note *. 



§. 152. Von den VerneinuBgswörtern. 321 

bg, welches wie jt^ und ne die subjective und bedingte Negation ausdrückt* 
wird mit dem Imperf (Jussiv) verbunden; wiefern die Verbindung fcOJ i& 
ne veniat, er soll nicht kommen, auch für er möchte wohl oder darf nicht 
kommen stehen kann, s. oben §. 128, 2, Anm. 

Wie & steht auch b$ bisweilen absolut (ohne Yetbxxm)^= nicht doch f nicht 
also, p^ f. ja-*) 7^vt)tat. Z. B. Ruth l, 13: ifc» h$ nie** doch, meine Töchter. 
1 M. 19, 18 (KJ-^g). Ueber den fragenden Gebrauch a. §. 153, 1. 

•pfc (eig. Stat. constr. von y% Nichtigkeit) ist die Negation von tin (er, sie, 
es) ist, und schliesst das Verbuni sein in allen Temporibus in sich, z. B. 4 M. 
14, 42: öaa^pa rrirr; "pa JaAwe ist nicÄ* tn eurer Mitte; 1 M. 37, 29: -pK 
liSfi J^di*» Joseph war nicht in der Grube. Formeln, welche positiv mit tt£ 
ausgedrückt werden, haben in der negat. Fassung pM, z. B. nta P bfctVltf;? es 
«teÄf in meiner Macht (es ist in der Macht meiner Hand) 1 M. 31, 29, *p$ 
WJ Vfci Neh. 5, 5. — Daraus folgt ferner: a) Wenn Personalpronomina das 
Subject des Satzes ausmachen, so werden sie als Suffixa dem Worte *p$ an- 
gehängt, z. B.: ^SipK ich bin nicht, war nicht, werde nicht sein; ^ip^, 
OJ^tf u. s. w. ß) Wenn das Prädicat ein Verbum ist, so steht dieses fast 
durchgängig im Particip (weil *pK das Verbum sein einschliesst). 2 M. 5, 16: 
in. *p« ian Stroh wird nicht gegeben. Vs. 10 : ^na 'WK ich gebe nicht. 8, 17. 
5 M. 1, 32. 7) Wie tn ein Da« und Vorhandensein ausdrückt, so *p$ das 
Gegentheil davon, ein Nichtdasein, ttS^X er war nicht (mehr) vorhanden 1 M. 
5, 24. 42, 13. — Ganz abnorm steht )*& Hi. 35, 15 vor dem Perf. als nach- 
drückliche Verneinung (vergl. Delitzsch z. d. St.). 

Aus )*k (oder *p« 1 Sam. 21, 9) abgekürzt ist auch die im Hebr. nur in 
wenigen Compositis vorkommende Verneinumjssylbe *&, z. B. ^J?}""^ nicht 
schuldlos Hiob 22, 30 (im Aethiop. die gewöhnlichste, auch den Verbis vorn 
angefügte Negation). 

Mntei (eig. Stat. constr. mit der Endung **-t-, §. 90, 3, a, von rAa das 
Verschwinden, Nichtsein, Stw. r6$) steht am häufigsten, wenn ein Infinitiv mit 
Präpositionen negativ ausgedrückt werden soll, z. B. bb^i zu essen, **$>& 
-iaa nicht zu essen 1 M. 3, 11 ; selten mit dem Verbum finitum f. dass nicht 
Jer. 23, 14, oder ohne dass Ez. 13, 3. 

•}B (eig. Abwendung, Wegschaffung, Wegräumung, Stw. MJ^) dass nicht, 
damit nicht, ne forte, an der Spitze von Sätzen, die den Inhalt einer Be- 
fürchtung oder Besorgniss angeben, also bes. nach Ausdrücken für fürchten, 
sich hüten (vergl. äe/oo) u/q, vereor ne) 1 M. 31, 24. 31 ; doch kann sich der 
Ausdruck der Besorgniss schon aus dem Zusammenhang der Bede ergeben, 
vergl. 1 M. 11, 4. 19, 15 und sogar 1 M. 3, 22: in; Mitt^S iW] und nun, 
dass er nur nicht seine Hand ausstrecke. 

2. Zwei Negationen in demselben Satze heben einander nicht 
auf, wie im Lateinischen, sondern machen im Gegentheil die Ver- 
neinung nachdrücklicher, wie oöx oöSelc, oux oöSap&c. 1 Kön. 
10, 21 : rvfflfct'öb .... monj *fc t|03 *pK Silber wurde für gar nichts 
geachtet (in der Parallelstelle 2 Chr. 9, 20 fehlt &>). Vergl. 2 M. 
14, 11. — Zeph. 2, 2: »ia;*-*6 ö^ttä bevor nicht kommt; Jes. 5, 9: 

Gesenius, hebr« Grammatik. XXII. Aufl. 21 



322 3. Hauptth. Syntax. 5. Cap. Gebrauch der Partikeln. 



atät» "PKtt ©ig* ohne keinen Bewohner = so ddss kein Bewohner mehr 
Ja &*. 

3. Wenn zwei verneinende Sätze auf einander folgen, so hat 
häufig, besonders im poetischen Parallelismus, nur der erste die 
Negation, indem dieselbe als fortwirkend, also auch zum zweiten 
Satze gehörig betrachtet wird. 1 Sam. 2, 3: redet nicht so viel 
Stolzes, (nicht) gehe Vermessenes hervor aus eurem Munde. Jos. 23, 4. 
Ps.9, 19. 35, 19. 38, 2. Hiob 28, 17. 

§. 153. 

Von den Fragewortern und -Sätzen. 

1. Eine Frage kann allenfalls schon durch den blossen Ton 
der Rede ausgedrückt werden, z. B. 2 Sam. 18, 29: n?ab DiblD stehfs 
wohl um den Jüngling? 1 M. 27, 24: nto* i£l fit n&8 du da bist mein 
Sohn Esau? 1 Eon. 1, 24. Häufiger ist dies der Fall bei der An- 
knüpfung an einen vorhergehenden Satz durch *i, z. B. Jon. 4, 11 : 
WTIK fcft ^fcTl und ich sollte nicht schonen? Rieht. 11, 23. 14, 16. Hiob 
2, 10; ebenso nach D3 Zach. 8, 6. Insbesondere aber können nega- 
tive Sätze leicht fragend ausgesprochen werden; so Sätze mit fc&, 
indem bejahende Antwort erwartet wird (nonne?) 2 M. 8, 22. 2 Sam. 
23, 5. Klagl. 3, 38; einmal auch ein Satz mit btt, indem verneinende 
Antwort erwartet wird, 1 Sam. 27, 10: DW Dfttttt» b& ihr habt doch 
heute nicht überfallen? (s. jedoch unten) 1 . 

2. Am häufigsten steht in der einfachen Frage das He interro- 
gativum t\ num*j in der disjunetiven n (num, utrum?) mit folgendem 
D$ an? im zweiten Gliede. 1 Kön. 22, 15; b^HJ D* . . tfttn sollen 
wir gehen . • oder (es) lassen? 

im Einzelnen ist zu bemerken: 
Die Partikel ri steht zunächst vor der einfachen und reinen Frage, bei der 
man über die zu erwartende Antwort nngewiss ist. Hiob 2, 3: hast du ge- 
achtet (r\ib frtpigrj) auf meinen Knecht Hiob? Bisweilen auch vor Fragen, auf 
welche schon nach ihrem Ton und Inhalt eine verneinende Antwort erwartet 
wird (num?), z. B. 1 M. 4, 9: iDJK irq* "raiört bin ich denn der Wächter 

1 So steht im Griechischen dem oux (nonne) in Erwartung bejahender Antwort 
Hom. H. 4, 242. 10, 165, jjnj in Erwartung verneinender gegenüber, Od. 6, 200. 
Diese Analogie reicht jedoch nicht aus, um der Frage 1 Sam. 27, 10 im Zusammen- 
halt mit der Antwort Davids einen Sinn abzugewinnen. Vielmehr ist dort für *>t* 
nach LXX (i«l t(v<x) ^fc? su lesen. 

3 Die "Weglassung des ^ findet sich bes. vor nachfolg. Guttur. (so deutlich vor ft 
Hiob 38, 18) zur Vermeidung des Hiatus. 



§. !53. Von den Fragewörtern und -Sätzen. 823 

meines Bruders? Hiob 14, 14: wenn der Mensch stirbt rWtt wird er dann 
wieder aufleben? Solche Fragen können geradezu die Bedeutung einer negat. 
Versicherung bekommen, z. B. 2 Sam. 7, 5: r^5 , A"hiaft ftWtf} du solltest 
mir ein Haus bauen? (wofür in der Parallelstelle 1 Chr. 17, 4: läl rang fcft 
nicht du sollst mir ein Haus bauen), sowie umgekehrt mit der Negation die 
Kraft einer posit. Versicherung: Äfi nonne? isfs nicht so? s. v. a. rt|H siehe! 
2 Kön. 15, 21. 20, 20, vergl. 2 Chr. 27, 7. 32, 32*. Andererseits kann die 
Frage so gesprochen Verden, dass man Bejahung und Beistimmung erwartet; 
im Deutschen ist alsdann ein nicht einzuschieben, während der Grieche in 
gleichem Sinne rj yap und 7] -yap ob gebraucht, der Lateiner ~ne auch für 
nonne? Hiob 20, 4: 1W nwrt toeissi du das nicht? — Die seltenen Fälle, 
in welchen eine einfache Frage durch OK eingeleitet scheint, beruhen in 
Wahrheit auf der Unterdrückung des ersten Gliedes einer Doppelfrage (vergl. 
im Deutschen oder etwa, lat. an), z. B. 1 Kön. 1, 27. Jes. 29, 16. Hiob 6, 12. 

Vor disjunctiven Fragen (utrum — an?) steht in der Regel: b$ — n, auch 
d&O — rt Hiob 21, 4, und mit Nachdruck auf der ersten Frage : &K t -J- fcjtfi 
34, 17. 40, 8. 9; vor der zweiten jedoch auch 1K oder Hiob 16, 3. Pred. 2, 19. 
Uebrigens ^ führen Fragen mit b$ — n nicht nothwendig Gegensätze ein ; 
vielmehr dient die Disjunction (bes. im dichterischen Parallelismus, doch auch 
sonst, s. 1 H. 37, 8) häufig nur dazti, dieselbe Frage mit anderen Worten zu 
wiederholen und so nachdrücklicher zu gestalten. Hiob 4, 17: ist ein Mensch 
gerechter als Gott, oder (b$) ist rein ein Mann mehr als sein Schöpfer? 
6, 5. 6. 8, 3. 10, 4. 5. 11, 2. 7. 22, 3; die enge Zusammengehörigkeit solcher 
Fragen zeigt sich bisweilen darin, dass vor dem zweiten Gliede (statt ÖX) 
"J steht, Hiob 13, 7. 15, 7. 8, oder gar nichts, 22, 4. — Selten steht im zwei- 
ten Gliede wieder ft Bicht. 14, 15 (bei einem strikten Gegensatz); 1 Sam. 
23, 11, wo indess nicht eine Disjunction, sondern vielmehr Aneinanderreihung 
zweier einfacher Fragen stattfindet. Hiob 6, 12 steht &K schon im ersten 
Gliede einer Doppelfrage, worauf dann Vs. 13 in der dritten Frage ßKfi folgt. 

Was die sogen, indirecten Fragen 2 anbelangt, so steht in einfachen Fragen 
dieser Art nach Verbis der Frage, des Zweifels, des Zusehens sowohl tt (ob) 
1 M. 8, 8, als ÖN HL. 7, 18. 2 Kön. 1, 2; in disjunctiven (ob — oder) 
dK-niM. 27, 21. 2 M. 16, 4, doch auch n — ' h 4 M. 13, 18, worauf dann 
wieder fiK — h folgt. — Affirmative Kraft hat die Formel DM tfth *ü wer 
weiss ob nicht, ähnlich dem lat. nescio an Esth. 4, 14. 

Von den Adverbien, die eine Frage nach Ort, Zeit, Beschaffenheit aus- 
drücken, s. §. 150, 5. 



1 Ebenso steht ?TB was? mit Indignation gesprochen fast für nicht, oder als 
scheltender Vorwurf für das Verbot. HL. 8, 4: *TflW?rrra was wecket ihr? Hiob 
16, 6. 31, 1. Im Arab. ist das entspr. Mtt sehr häufig Negation. 

2 Hierbei ist allerdings zu erinnern, dass der Unterschied der directen und in- 
directen Frage dem Hebräer nicht in dem Grade zum Bewusstsein kommen konnte, 
wie dem Lateiner oder Deutschen, da ihm für die Unterscheidung weder eine Ver- 
änderung des Modus, noch eine solche der Wortstellung (wie im Deutschen) zu 
Hülfe kam. 

21* 



324 3. Hauptth. Syntax. 5. Gap. Gebranch der Partikeln. 

Zur Belebung der Frage dienen die Wörter ftt §. 122, 2, and tfito$ denn, 
nun (§. 150, 3); z. B. tti&$ ^ftg was ist dir denn? quid tibi tandem est? 
Jes. 22, l ; öttS« ft*K wo (ist) denn nun? Hiob 17, 15. 

Wie andere Partikeln (§. 151, 3), so erstrecken auch die Fragewörter bis- 
weilen ihre Wirkung nicht auf den nächstfolgenden, sondern erst auf den 
zweiten von zwei coordinirten Sätzen; so ft HL 4, 2, fcfth 4, 21, 9t*na Jes. 5, 4. 
50, 2. . 

3. Die bejahende Antwort wird, wie im Latein., durch Wieder- 
holung des in der Frage betonten Wortes (resp. mit Umsetzung 
der zweiten Person in die erste, 1 M. 27, 24. Rieht. 13, 11) «aus- 
gedrückt 1 M. 29, 6. 1 Sanu23, 11; die verneinende durch tib nein 
1 M. 19, 2 (s. §. 152, 1). 

§• 154. 
Von den Präpositionen. 

1. Die einfachen 1 Präpositionen bezeichnen, gleich den Adverbien, 
ursprünglich grösstentheils physische, und zwar räumliche Ver- 
hältnisse, die dann auf die Begriffe der Zeit, Ursache und andere 
intellectuelle Verhältnisse übertragen wurden. Die Präpositionen 
des Ortes drücken entweder das ruhige Befinden an einem solchen, 
oder die Bewegung von oder nach einem Orte aus. 

a. Die wichtigsten Präpositionen des Ortes sind: 

a) .für den Zustand der Ruhe: 3 in, an, b? auf und über, fittn unter, an 
Stelle, *irj& ^riK hinter, nach, *Vjöi vor, läS, hsS, Vra vor, gegenüber, £*&, 
zur Seite, neben, r\K (T\K) nahe bei, bei, neben, "15a, St constr. von 1$| (eig. 
in Abstand von . . , insbes.) hinter, um (aji.<p(), *pa zwischen, ^55 jenseits von, 

ß) für die Bewegung: )n von (etwas) her, i$ und i nach (etwas) hin, zu, 
15 bis an (etwas) hin, ausserdem aber auch 2 in (etwas) hinein, an (etwas) 
hin u. s. w., i§ auf (etwas) hin. 

b. Viele der oben genannten sind zugleich Präpositionen der Zeit, z. B. 
a in, innerhalb, "ja, i&, ^5 u. s. w. 

c. Von den Praepos. für andere Verhältnisse merke man: 3 instar, wie 
(15? so oft als, *»B3 nach Maassgabe), öS sammt, mit, F&*iY, ^iAla ohne, ausser, 
1?5» l^? w^en, ag5 (in Folge, zum Lohne) für. 

2. Grosse Gewandtheit und Schärfe der Begriffsdarstellung ent- 
wickelt die Sprache in der Zusammensetzung der Präpositionen. 
Insbesondere treten die Präpositionen der Bewegung vor andere 
locale Präpositionen, um das örtliche Verhältniss zu bezeichnen, 

1 Wir rechnen zu diesen auch Wörter wie *\Äb, ]*$%?, die an sich zwar zu- 
sammengesetzt sind, aber als Präpositionen doch nur Einen geschlossenen 
darstellen, im Gegensatz zu den Composifcis No. 2, wie n 5fifeo von vor. 



§. 154. Von den Präpositionen. 325 

welches vor der Handlung statt hatte, oder nach derselben ein- 
treten soll, wie im Franz. de chez, d'aupres 1 . So 

ä) mit ffc: MWü (von) hinter (etwas) weg, y>$& (von) zwischen 

(etwas) her, b?ü oben von (etwas) weg, ötfö, rutfo de chez 

quelqü'un, ffllfatt (von) unter (etwas) weg. 
b) Seltener mit b$: *nn* ba hinter (etwas) hin; *prt^ bis aus 

(« selbst aus) Hiob 5, 5; b fitm dr aussen vor, b "pmrtK hinaus 

vor 4 M. 5, 3j 

Ferner gehen Adverbia, welche mit einer Präposition zusammen- 
gesetzt sind, durch Nachsetzung von b (seltener von yn) wieder in 
Präpositionen über: bJflö oberhalb, b b?iü oberhalb von = über; Wiffla 
unterhalb, b nnnfc unterhalb von «=» unter; b 'priÄ ausserhalb des — ; 
15b besonders; yn ^?b ausser, ausgenommen. 

Die anknüpfende Präposition kann auch wohl vorn stehen, z. B. "D^p 
== 19 nsV ausser, ^aAao ausser, ohne, syr. "ja *tAa 2 ; seltener fehlt sie ganz, 

wie rrfra f. V nnfoo' Hioh 26 r 5. 

3. Die nachfolgende Uebersicht über die Hauptbedeutungen 
einiger der häufigsten und zugleich vieldeutigsten Präpositionen 
soll zugleich dazu dienen, die Construction derselben mit Yerbis 
(§. 140) und die wichtigsten Idiotismen zu erläutern. 

a. 3, die vieldeutigste der Präpositionen, bedeutet 1) eig. das Befinden 
in einem Orte (iv), daher weiter das Befinden in der Zeit, in einem Zustande, 
rY]S2, rY v ü$a , 3a, öftttSa; in Bezug auf eine Menge: inter, z. B. d^l'aa, in Bezug 
auf die einschliessenden Grenzen: intra. z. B. tT'TSlBa innerhalb der Thore. 
*wa in den Augen, d. i. im Bereiche der A. (iv o<pfr aXp.otc D. 1, 587) ; bei 
hohen Gegenständen: auf, d^D-IS? auf Bossen Jes. 66, 20 (zugl. Uebergang 
in den Begriff des Haftens an etwas, s. u.); seltener dieses alles nach Yerbis 
der Bewegung = eU (wie ponere in loco). Zu bemerken ist, dass der Hebräer 
sagt: a) in einem Becher trinken (indem sich ein Theil des Gesichts in dems. 
befindet) 1 M. 44, 5 (ebenso im Arab. und Aram., Dan. 5, 2, iv 7COTT)p(otc, 
h ^fpudcojjiadt rcCveiv Xen. Anab. 6, l, 4. 3 Ezr. 3, 6, in ossibus btbere bei 
Florus, franz. boire dans une fasse) ; ß) in der Weise, in der Norm f. nach 
der "Weise oder Norm (vergl. iv x(j> v6jjlcj), hunc in modum), z. B. "D *Q*]2i 
nach dem Befehle jemandes, 'B r\23>a nach dem Bathejem.; 1 M. 1, 26: ttaisa 

1 Wenn der Hebräer sagt (Jes. 6, 6): er nahm den Olühstein riattiil b$ö oben 
vom Altar weg (von der Oberfläche des Altars weg), so erschöpft er den Begriff ganz, 
während der Franzose mit seinem: il prend le chapeau sur la table, und der Deutsche: 
er nimmt den Hut vom Tische weg, den Begriff, jeder auf seine Art, nur halb aus- 
drücken. 

2 Im Syr. steht )Q i?i oberhalb von als Präposition, ^3Ä *pD oberhalb als Ad- 
verbium (s. Hoffmann, gramm. syr. S. 280 unten). Im Hebr. ebenso )i& von (einem 
Ziele) an, ganz wie das lat. usque a, usque ex, vergl. auch inde. 



$26 3. Hauptth. Syntax. 5. Cap, Gebrauch der Partikeln. 

•nsh^ians tri {nach) unserem Bude und naeh unserer Ähnlichkeit (vergl. Ys. 
27 und 5, 1). 5, 3: Adam zeugte einen Sohn lö^SS friWüL Auch in diesen 
Beispielen mischt sich der Begriff des Seins in einer Sphäre mit dem des 
Hdflens, Sichanschliessens an eine Norm; vergL noch 1 KL 21, 12: in Isaak 
(pns|?;a) wird dir Same genannt werden, d. i. an Isaak soll es haften (auf ihm 
beruhen), dass man von Nachkommen Abrahams redet. — * In dieselbe Kategorie 
(der Sphäre, Norm u. s. w.) gehört endlich auch das sog. 2t instrunu, z. B. DStt&a 
mit dem Stabe (Mich. 4, 14), selbst vom persönl. Auetor: *ja durch dich (Ps. 18, 
30). — Eine Abart des S instr. ist das sogen. 3 preiii (der Preis als Mittel 
des Erwerbs gedacht). — lieber die Umschreibung des Objects durch das so- 
gen. 21 objeeti s. §. 138, 1, Anm. 3, Note. Eine besondere Beachtung verdienen 
noch .7) die Stellen, wo die Grammatiker ein sog. $ eseentiae annehmen, zu 
übersetzen durch als, in der Eigenschaß von, tanquam (franz. en), 2 M. 6, 3 : 
ich erschien dem Abraham . . . iTO ifctä als allmächtiger Gott; Jes. 40, 10. Ps. 
35, 2. 37, 20. e», 5: foitf WZJahist sein Name (vergl. Jes. 28, 4). *- Hiob 23, 
13: Tttaa Wn er ist ein einziger (bleibt sich stets gleich). Im Arab. ist dieser 
Idiotismus häufig, s. Gesenius, Thes, ling. hebr. S. 174 f., Delitzsch zu Ps. 35, 2. 

2) das Befinden an einem Orte = nahe bei demselben, "lftää = ev Tcotafjuo, 
am Flusse (Ez, 10, 15); häufiger von der Bewegung: an (etwas) hin, jedoch 
verschieden von b» nach (etwas) hin (ohne dass das Ziel erreicht zu sein 
braucht), und 19 bis zu etwas hin (mit Erreichung des Zieles): so, wenn von 
einem Anrühren, Anstossen, Hinanreichen (also wiederum von einem Haften 
an) die Bede ist. 1 M. 11, 4: ein Thurm bTOöa ittfrh dessen Haupt an den 
Himmel reiche. Nach transitiven Verhis dient daher ä häufig zur Einführung 
des Objects, wo im Lat. und Deutschen Composita mit ad, in und an gebraucht 
werden, z. B. ^ IRK anfassen, a SM anrühren, 3 bfc«§ anfragen bei, n aOJj an- 
rufen, ^ n&O ansehen, a 3»tt5 anhören; bei letzteren Verbis oft mit dem Neben- 
begriffe der Theilnahme, der Freude oder (wiewohl selten) der schmerzlichen 
Empfindung, womit man etwas ansieht, anhört. Yergl. a rtfcO seine Lust an 
etwas sehen, dag. 1 M. 21, 16: ich könnte den Tod des Knaben nicht mit an- 
sehen. Derselbe Grundbegriff des Haflens an zeigt sich auch in der Construction 
gewisser Verba cordis mit a, z. B. $ riD^, a 'pagft vertrauen, sich verlassen 
auf; a fijgtü sich freuen über, Freude haben an etwas u. s. w. — Endlich ge- 
hört hierher noch der partitive Gebrauch des 3, wie } Kttjj an etwas mittragen 

4 M. 11, 17. Hi. 7, 13. 21, 25. .39, 17. Neh. 4, 4. 

An den Begriff der Nachbarschaß schliesst sich endlich der Begriff: mit; 
von der Gesellschaft, Begleitung, z. B. 1 M. 32, 11: mit meinem ßtabe C^poa) 
ging ich über den Jordan, wobei zu bemerken ist, dass Verba des Kommens 
und Gehens mit a ein Bringen, Kommen mit etwas bezeichnen, z. B. Bicht. 
15, 1 : Simson besuchte sein Weib mit einem Bocke, brachte ihr einen Bock, 

5 M. 23, 5. 

6. 55 bedeutet auf (lic() und über (Git^p, super) und wird sehr häufig auf 
die Bewegung übertragen: auf (etwas) hin, über (etwas) hin. In der Bedeutung 
auf, auf (etwas) hin, steht es bei den Verbis schwer sein f. lasten, lästig sein 
(eig. schwer liegen auf) Jes. 1, 14. Hiob 7, 20. 23, 2, ferner bei Ausdrücken 
für gebieten, beauftragen (b§ *J)?Ö), indem der Befehl, die Pflicht u. s. w. auf' 
erlegt wird; sich erbarmen über etwas (b? Wt\ auch in der Bed, versehontn). 



§. 154. Von den Präpositionen. 327 

i 

Daran knüpft sich ferner die Bed. : hinzu (da« Hinzufügen als ein Darauflegen 
gedacht), nach, zufolge (hergenommen von dem Master and Vorbild, auf welches 
man etwas legt), wegen (auf Grund von . . , vergl. das lat. ob, unser daro6), 
o&sohon. In der Bedeutung über steht i$ häufig bei den Verbis des Deokens 
und Schützens, i$ hea, to *p$, eig. eine Decke, einen Schutz machen über, und 
ebenso bei verwandten Begriffen, wie i$ örii} für jetn. streiten (eig. um ihn 
zu schützen) Eicht. 9, 17. Für an, bei, vor, neben, wenn es sich um einen 
Standpunkt oder eine Bewegung handelt, bei der jem. (oder etwas) über den 
andern emporragt, wie der Stehende über den Sitzenden (HL 1, 6), der Baum 
am Bach über die Wasserfläche (Ps. 1, 3) u. s. w.j vergl. auch 1?"V$, *«3T^? 
(HL 1, 14) neben, T 1 h$ auf der Seite. In der Bewegung gedacht bed. i?: 
auf (etwas) hin, auf (etwas) los (bes. in feindlicher Absicht); im späteren Stile 
und in der Poesie häufig geradezu für i» und i gebraucht (s. das W.-B.). 

c. yü (§. 102) bezeichnet die Bewegung, Entfernung von (etwas) hinweg. 
Die Grundbedeutung ist die der Absonderung von einem Ganzen, der Abkunft, 
Herkunft; denn als Stat. oonstr. eines Nomen yo Theü ist )v eig. Theil von 
(etwas), daher von (etwas) ab. Am deutlichsten ist die Grundbedeutung, wenn 
yo in der Bedeutung einige, etwas (seltener einer) von vor dem Ganzen steht, 
von welchem ein Theil ausgeschieden ist, z. B. 'i2P Tlfy? *W0 e von den Fürsten 
Israels 2 Ohr. 21, 4, fifra etwas von dem Bhde (franz. du sang). Dieselbe Bed. 
hat *)& in dem oft verkannten Idiotismus der Hebräer und Araber, wo es bei 
den Wörtern einer, keiner scheinbar pleonastisch steht, nämlich non ab uno 
f. auch nicht irgendeiner, nickt der Geringste, eig.: nicht ein Theil, ein Stück, 
das Geringste von Einem ; so im Hebr. ohne Negation ab uno £ uUus 3 M. 
4, 2. 5 M. 15, 7. Ez. 18, 10*. 

In der gewöhnlichsten Bedeutung der Bewegung von etwas hinweg (aus 
etwas heraus, e numero 2 Kön. 10, 24, und sogar absolut: fern, ledig von Hi. 
19, 26) bildet )"ü den Gegensatz zu bfcjj, 1? und steht nicht bloss nach Aus- 
drücken, wie weggehen, fliehen von (etwas) weg, sondern auch nach den ver- 
wandten Begriffen sich fürchten, verbergen, sich hüten, wo wir im Deutschen 
vor setzen, im Griech. und Lat. aber gleichfalls &rcö, ab steht; vergl. xaXwcTco 
dit6, custodire ab. In der Uebertragung auf die Zeit bed. "p? theils von (einer 
Zeit) an, wo nämlich von dem Anfange, nioht vom Ende des Zeitraumes ab 
gerechnet wird (wie <xtc6 wxt<S<, de nocte, vom Anbruch der Nacht an), 9pa?a 
vom Anfang deiner Lebenstage an Hiob 38, 12; theils (vom Ablauf einer Zeit- 
dauer an gerechnet) zunächst von d. L gleich nach (££ dp/axov, ab itinere) Ps. 
73, 20; y^prgi gleich nach dem Erwachen. 1 M. 38, 24 : Wftn ttfo^p ungefähr 
nach Verlauf von drei Monaten, Hos. 6, 2; sehr oft so fga vom Ende ab, d. i. 
nach Verlauf von . . . Auf dem Begriff des Ausgehens von beruht endlich auch 
der sehr häufige causatwe Gebrauch f. wegen, in Folge von (vergl. unser: das 
kommt von . .) 

Ueber den Gebrauch des ]* für den Begriff der Buhe an der Seite eines 
Gegenstandes, wobei die nahe Entfernung von dem Gegenstande ab (das prope 
abesse ab, pender e ex aliqua re) ins Auge gefasst ist, s. schon oben '§. 150, 
1 ; über den Gebrauch beim Comparativ §. 119, 1. 

* S. GeseniuB, Thesaur. II, 801. 



328 3. Hauptth. Syntax, 5. Cap. Gebrauch der Partikeln. 

d. Vit, ^Vk (eig. Gegend, Richtung, dah. gen) bezeichnet die Bewegung 
oder auch nur Richtung nach (etwas) hin, sowohl im physischen als im in- 
tellectu eilen Sinne, mag man nun das Ziel erreichen (dann =13?, z. B. <T*firifii 
bis an Beinen Mund Hiob 40, 23), selbst hineindringen (dann = TpFT^ z. B. 
riapjrri» Kia in die Arche eingehen), oder nicht. 

Seltener and nnr vermöge einer Prägnanz des Ausdrucks, die statt des Zieles 
die zu ihm fahrende Bewegung ins Aage f asst, wird ifct bisweilen auch von der 
Buhe an dem erreichten Orte gebraucht Jer. 41, 12: sie fanden ihn &7&~ta 
DW an dem grossen Wasser bei Gib'on, dipsrri« an dem Orte 5 M. 16, 6. 
1 Kön. 8, 30 ; vergl. das griech. el;, i< f. iv, z. B. elc oojxooc fiivetv Soph. Aj. 
80. In unserem zu Hause, zu Leipzig ist diese Verwechselung geradezu Sprach- 
gebrauch geworden. 

e. b unterscheidet sich von Ja, aus welchem es abgekürzt ist, erstlich da- 
durch, dass es zunächst nur ganz allgemein eine Richtung (nicht Bewegung) 
auf etwas hin ausdrückt 1 , sodann dadurch, dass es mehr in übertragener Be- 
deutung gebraucht wird. Aus dem Grundbegriff der Hinneigung zu, der Richtung 
auf etwas erklärt sich ebensowohl der Gebrauch des i als Nota datwi und 
als Umschreibung des Genet. possessoris od. auctoris, §. 115, 2 (Begriff der 
Zugehörigkeit), wie die Bedd. bezüglich, in Hinsicht auf, wegen, zum Besten 
jem. Ein durch i eingeführter Dativus commodi tritt, vorzüglich in der Um- 
gangssprache und im spätem Stile, pleonastisch zu vielen Verbis, besonders 
im Imperativ, z. B. ?(**$> gehe, mache dich auf, SjV-rTna fliehe (um dich zu 
retten), vergl. jedoch auch S|J rro'n gleiche HL. 2. 17. Zu den Solöcismen 
der späteren Zeit gehört die Einführung des Objects durch b (wie häufig im 
Aram. und Aethiop.), z. B. nach fftttf Ezr. 8, 16. 2 Chr. 17, 7. 

Sehr gebräuchlich und gleichfalls leicht aus dem Grundbegr. erklärlich ist 
ferner die Bedeutung des ruhigen Befindens am Orte, in der Zeit, 5|5' l ö'& zu 
deiner Rechten (eig. gegen deine R. hin befindlich), yyh am (gegen) Abend, — 
Ueber den Gebrauch des i beim Passiv und passiven Begriffen s. §. 143, 2. 

f. 3 (eig. Substantiv, lat. instar, als Adverbium ungefähr, etwa) bed. als 
Präp. wie, zur Einführung eines Vergleichs, verdoppelt S — S wie — WIM. 
18, 25, aber auch so — wie 1 M. 44, 18, bei Späteren » — S; zufolge, nach, 
gemäss von der Uebereinstimmung mit einer Norm ; bei Zeitbestimmungen : 
um (d. i. nicht ungefähr um, sondern z. B. 1 M. 18, 10: njh n?S um diese Zeit 
= zu derselben Zeit, wenn sie wieder auflebt). Die Annahme eines sogen. Käph 
veritatis ist berechtigt, sofern man nur den richtigen Begriff damit verbindet. 
Nach den älteren Grammatikern steht ein solches pleonastisch, nicht zur Be- 
zeichnung der Aehnlichkeit, sondern der Sache selbst, in Fällen wie Neh. 7, 2 : 
denn er war n»K 1Ö*HS; dies ist jedoch nicht schlechtweg Praedicatsbegriff = 
ein treuer Mann, sondern: wie ein treuer Mann nur irgend sein kann; 1 Sam. 
10, 27. 25, 26. Jes. 1, 7. Hi. 27, 7. — Vergl. auch BttDS in Stellen, wie Ps. 
105, 12 *=gar wenig (sonst: beinahe, leicht). 

4. Bisweilen erstreckt sich die Wirkung einer Präposition inner- 
halb des poetischen Parallelismus noch auf das entsprechende Sub- 



Vergl. Qieaebreeht, die hebr. Praepos. Lamed (Halle 1876), S. 4 ff. 



§. 155. Von den Conjunctionen. 329 

stantiv des zweiten Gliedes, so dass sie dort aus dem ersten Glied 
zu ergänzen ist. So z. B. ä Jes. 48, 14: er wird seinen Willen aus- 
führen an Babel (bMa) und seine Macht an den Chaldäern (D^to? für 
'toa). Hi. 15, 3. Ebenso b Hiob 34, 10. Jes. 28, 6, n? 15, 8,'lStft 
48, 9, nnfe 61, 7. Vergl. §. 152, 3. 



§. 155. 

Von den Conjunctionen. 

1. Die im Verhältniss zu der sonstigen Einfachheit des 
Hebräischen nicht unbeträchtliche Anzahl und Vielseitigkeit der 
Conjunctionen beruht namentlich auf der Möglichkeit, aus den 
meisten Präpositionen durch Anfügung yon ^tgÄ oder *® Con- 
junctionen zu bilden (§. 104, 1, c). Doch haben sich die hebr. 
Schriftsteller nicht immer aller in der Sprache vorhandenen Mittel 
zur scharfen Bestimmung des Satzverhältnisses bedient 1 ; sehr 
häufig begnügen sie sich vielmehr mit allgemeinen und unvoll- 
kommenen Andeutungen desselben: daher die zahlreichen Bedeu- 
tungen, durch welche einzelne viel gebrauchte Conjunctionen 
(namentlich die einfachen 1, *3, *11D») bei der Uebersetzung in die 
abendländischen Sprachen, welche die Beibehaltung einer so losen 
und unbestimmten Verbindung nicht immer erlauben (s. No. 3), 
ausgedrückt werden müssen. 

Bei weitem am vielseitigsten ist der Gebrauch des *], 1 (§. 104, 2) 2 ; das- 
selbe steht: 

a) eig. und vorwiegend copulativ: und, sowohl bei Verbindung einzelner 
Wörter, als ganzer Sätze. Bei der Verbindung von drei, vier "Wörtern steht 
es entweder zwischen allen (2 Kön. 23, 5), oder nur zwischen den beiden letzten 
(1 M. 13, 2), seltener den beiden ersten (Ps. 45, 9); in gewissen Formeln ist 
es beständig ausgelassen, z. B. gestern (und) ehegestem 2 M. ö, 8, ebenso in 
lebhaften Schilderungen mit besonderem Affect (constructio asyndeta): Bioht. 
5, 27: zwischen ihren Füssen krümmte er sich, fiel, lag da, Hiob 20, 19. HL. 
2, n. 5, 6. 

Bei der Verbindung einzelner Worte steht es bisweilen erklärend (wie isque, 
et — guidem) » und zwar (sogen. Waw explicativum), z. B* 1 Sam. 28, 3: 
iT^a* ft^ä in Borna und zwar seiner Vaterstadt, 17, 34 (und zwar mit dem 
Bären), 2 Sam. 13, 20. Arnos 3, 11. 4, 10; auch so, dass der zweite Begriff sich 
als Genetiv unterordnen könnte (§v Öta öuotv der Grammatiker), z. B. 1 M. 3, 



* Vergl. ein ähnliches Verhältniss §. 107, 1, Anm. §. 147, Anm. 1. 
2 Ausfuhrlicheres über den Gebrauch des Waw copulativum s. in Qesenius Thes. 
I, 393 ff. 



330 2. Hauptth. Syntax. 3. Cap. Gebrauch der Partikeln. 

16: deine Beschwerde und deine Schwangerschaft «■ die Beschw. d. Sehw. 
(wenn nicht Waw in emphatischem Sinne steht &*und besonders deine Schw.); 
vielleicht auch Hi. 10, 17. 2 Chr. 16, 14. — Ein sicheres Beispiel für das so- 
' gen. Waw concomitantiae ist Hi. 41, 12: ein siedender Topf)b}&) mit Binsen 
(-feuer). Im Arab. hat dieses „ Waw des Dabeisein*" den Accus, nach sich. 

Bei der £ateverbindung steht Waw theils fortschreitend f. da, dann, dah. 
auch vor dem Nachsatze (im Deutschen überall da, so) und nach absoluten 
Zeitbestimmungen (s. 1 M. 3, 5. 27, 30. 2 M. 16, 6. Jos. 2, 8. Spr. 24, 27 : *in$ 
*ßVQ fp\\fi dann, da baue dein Haus, vergl. §. 145, 2); theils steigernd Hiob 
5, 19: in sechs Nöthen rettet er dich, und selbst in sieben geschieht dir kein 
Unglück. 1 Kön. 2, 22: *4ltlfr fordere doch Reber gleich . . . ; theils endlich 
vergleichend, bes. häufig in der Spruchpoesie, wenn Thatsachen aus der sitt- 
lichen Welt mit solchen aus der physischem Welt zum Behuf des Vergleichs 
zusammengestellt werden. Vergl. Hiob 5, 7 : der Mensch ist zur Mühsal ge- 
boren, und hoch fliegen die Söhne der Flamme, d. h.: gleichwie die Funken 
ihrer Natur nach emporfliegen, so ist u. s. w. 12, 11. 34, 3. Spr. 17, 3. 25, 3. 

12. 25 f. 

b) zur Einführung des Subjects von Zustandssätzen (vergl. über diese Art 
von Nominalsätzen §. 144 a, 3, b) = während, z. B. 2 Sam. 4,7: sie kam in das 
Haus, und er liegend (= während er lag) auf seinem Bette, 1 M. 19, 1. Sicht. 

13, 9; auch wenn der Zustandssatz zugleich einen Gegensatz enthält (und da» 
bei doch, da doch, während doch). Bicht. 16, 15: wie magst du sagen: ich liebe 
dich, *VU "pK t^V und doch ist dein Herz nicht mit mir, während doch dein 
Herz nicht mit mir ist. 1 M. 15, 2. 18, 13. 20, 3. Ps. 2g, 3: die Frieden reden 
mit ihren Freunden b^a Wfi und (= während doch) Böses ist in ihrem 
Herzen' Jer. 14, 15 : die da weissagen in meinem Namen, dW^^ *<}&£ und 
ich habe sie doch nicht gesandt. 

c) zur Einführung eines begründenden Satzes, z. B. Ps. 60, 13: Schafe uns 
Hülfe vor dem Dränger und (denn) eitel ist MenschenJMfe. Hi. 22, 12* 

d) vor Folgerungssätzen f. also, darum (im Deutschen reicht meistens so 
aus). Ez» 18, 82: ich will nicht den Tod dessen, der stirbt .... WÄtj so be- 
kehrt euch denn. In diesem Sinne möglicher Weise sogar au Anfange der 
Bede, wenn eine Folgerung aus etwas Vorhergehendem stattfindet, z. B. 
2 Kön. 4, 41: und er sprach: rtigrWfX so holet Mehl Ps. 4, 4: W so wisset 
denn; 2, 10. 2 Sam. 24, 3. 

e) vor Sätzen, die einen Zweck anzeigen : auf dass, damit, dann meistens 
mit dem Perf consec. (§. 126, 6), dem Cohortaüv oder Jusaiv (§. 128). 

Fast ebenso vielseitig ist der Gebrauch der beiden relativen Conjunctionen 

IVftt und *0 « 8tt, quod, quum; dass, weil, welche mit ihren Bedeutungen fast 
ganz parallel laufen, nur dass IWM zugleich als Nota relationis und weiter ge- 
radezu als Pronomen relativum dient und auch Präfixa annimmt, **5 dagegen 
als Conjunction viel häufiger und von manigfaltigerem Gebrauche ist. 

Beide stehen, wie quod, an der Spitze von Sätzen, welche (wie ein Ä£c. ob- 

jecti) von einem vorhergehenden Verbum actwum regiert werden. Vor *nü$t 

findet sich in solchem Falle sogar die Nota accusativi ttft, Jos. 2, 10: ttStfä 

*■» tttain- 4 "«^ W$ wir haben (das) gehört, dass J. ausgetrocknet hat (wofür 

sonst bloss 'im *&»$, gewöhnlich aber *id tttttfti). 1 Sam. 24, 11. 19. — Da- 



§. 155. Von den Conjunctiotten. 331 

ran knüpft «ich weiter a) der Gebrauch bes. des ^5 stur Einführung der directen 
Bede, wie gr. ort (sehr selten *ra*t 1 Sam. 15, 20); 6) als temporale Cmj.**faz, 
eig. (zu der Zeit) da*«, (zu der Zeit) wo, dah. ofe, da, wenn, bald dureh die Be- 
dentang ut, gesetzt dass (falls) scharf geschieden von dem conditionalen DK 
wenn (s. das dafür sehr instructive Oap. 2 M. 21), bald im Uebergange zu dem- 
selben Hiob 38, 5, vergl. Vs. 4 und 18 (auch hier seltener ^tt3x 3 M. 4, 22. 
5 M. 11, 27). c) als causak Conj>=*eo quod, weil (vollst ^ )$*, ^l^X bäufig 
auch durch denn (fap) wiederzugeben. Nicht selten geht die causale Bedeutung 
des iS in die einer Versicherungs -Partikel über (= gewiss isVs, dass; ja, für- 
wahr), besonders nach anderen Partikeln dieser Art. — Nur *»3 steht d) ad- 
versativ nach einer Negation: sondern (eig. aber doch denn, z. B. 1 M. 24, 3 f. 
du sollst meinem Sohne nicht ein Weib nehmen von den Töchtern der Ca- 
naaniter, sondern du sollst gehen, = denn du sollst u. s. w.); so auch, wenn 
die Negation vorher nicht ausdrücklich dasteht, aber doch im Sinne der Bede 
liegt, z. B. nach einer Frage, die eine Veneinung enthält (§. 153, 2), dann unser: 
nein sondern, bisw. auch durch ein eingeschobenes ja auszudrücken (aXXa 7<xp). 
Mich. 6, 3 f. was that ich dir? ... . ich führte dich ja u. s. w. Hiob 81, 18 
(vielmehr). S. über DM i$ unten No. 2, u — Nur *ti$* steht e) auch final= da» 
mit, auf dass (gew. 'tt "jÄoi, s. No. 2, e), z. B. 1 M. 11, 7. 5 M. 4, 40 u. s. w. 

2. Wir geben im Folgenden noch eine kurze Uebersicht über 
die verschiedenen Classen der Conjunctionen unter Beifügung des 
Wichtigsten über den Gebrauch derselben. Für das Einzelne, sowie 
die Belegstellen, jnuss auch hier auf das Wörterbuch verwiesen 
werden. 

o. Copulativ stehen ausser dem Wäw noch die Adverbia d| auch, dazu, 
und das steigernde Eß* dazu kommt, noch, sogar, einmal verbunden da-t)^ und 
sogar auch 3 M. 26, 44. d$ dient oft, um eine Mehrzahl zusammenzufassen, 
b^ttS ds alle beide, Vs üä alle zusammen; bisw. auch bloss, um dem folgenden 
Worte besonderen Nachdruck zu geben, wie IM. 29, 80: und er liebte "d| 
brVTTu* die Bahel (nicht: auch die Bahel) noch mehr als Lea; 1 Sam. 24, 
12. — i& t)$ ist eig. dazu kommt auch dass, dah. geschweige denn, je nach dem 
Zusammenhange: quanto magis, quanto minus. 

b. disjuncHv ist vorzüglich ißt oder (etym. freier WUk, Wahl), dah. eig. 
lat. vel; doch steht es auch für aut bei einem ausschließenden Gegensatze 
(2 Kön. 2, 16). Zuweilen ellipt. für id 1*2* oder (es sei, es müsste sein) dass 
Jes. 27, 5, daher der Uebergang in die Conditionalbedeutung wenn, wenn aber 
2 M. 21, 36 (LXX las* o&. Vulg. sin autem). Vergl. auch vi« in *taft §. 150, 3, 
Note. Im Sinn von sive — sive steht sowohl i« — i«, als d$ — fi$ oder 

c. temporal: ^3, "ilÖK = öre, gttum (s. oben), seltener die Conditionalpartikel 
dK, wie wenn f. wann (Jes. 4, 4. 24, 13); 1?, *Rö«r*i?, "»Ä-l? bis dass, auch 
ü&ri?, dfcr*ttö$r"i$ bis dass wenn; 12 auch während, so lange als; -flg&p?™ 
nachdem dass; 18Q (f. "ittS» Y$ja) seitdem dass; d'naa und d^a cÄe, 'fi^g f. 'p 
*>$$ fcetwr (Ps. 129, 6). 

d. causal ausser **3 und *TC» (s. oben): "ttä$ 13"i§ deswegen weü; dagegen 
bedeutet ",3"^?"^ (1 M. 18, 5. 19, 8. 2 Sam. 18, 20 Qfrt und T3-i? *itt& (Hiob 



3S2 3. Hauptth. Syntax. 5. Gap. Gebrauch der Partikeln. 

34, 27) überall denn deshalb (dazu), s. das W. B. 8. Afl. unter iS; *TC* *QPri?, 
*nÖK niniÄ-i? eig. ob der Umstände = darum dass, und nachdrücklich -iiA? 
-nÖK nfriK e&en darum dass. *o* wsa und *nÖK *a* darum dass, *S wi, 
*HÖK nnn tfa/ftr <2o#9, und TD ag? dass. (eig. in Folge, zum Lohne dass). 

e. linal: 11ÖK *öe!? tn der Absicht dass, "räft -wnsa eldrum dass (auch causal), 
1 dornt* (s. oben), ? (wie das arab. ß) nach jetziger Lesart 1 Kön. 6, 19. Mit 
der Negation: ta, ya dass nicht (s. §. 152). 

f. conditional: DK und A (wofür selten und spät Ak= A DK) tmm. Ersteres, 
sonst auch Fragepartikel (§. 153, 2), bezeichnet die reine Bedingung, wobei 
dahingestellt bleibt, ob etwas als geschehend oder geschehen gedacht werde 
oder nicht (häufiger indess das erste = wenn ich thue, that, thun werde) ; A 
dagegen schliesst die bestimmte Andeutung in sich, dass etwas nicht geschehe, 
geschehen sei, geschehen werde, oder dass dieses wenigstens ungewiss und un- 
wahrscheinlich sei (wenn ich thäte, gethan hätte 1 ). Daher kann wohl DK 
stehen, wo man eher A erwarten sollte (Ps. 50, 12. 139, 8. Hos. 9, 12), aber 
nicht umgekehrt. Insbesondere pflegt bei Betheuerungen und bedingten Ver- 
wünschungen stets DK zu stehen, z. B. Ps. 7, 4—6 : lai. tp^£ — tlKT Wto-DK 
wenn ich das gethan habet — *o erjage der Feind meine Seele u. s. w. Man 
setzt als möglich und wirklich, dass man Dieses oder Jenes begangen habe, 
um sich zu der furchtbarsten Strafe erbieten zu können, wenn es sich so be- 
finde. Ps. 137, 5, vergL auch 44, 21. 73, 15. 

Das über DK und A Bemerkte gilt natürlich auch von den Zusammensetzungen 
dieser Partikeln mit einer Negation (fcft DK, k)?A, AA). Von DK ist ausser- 
dem zu merken, dass es nach Schwurformeln, z. B. ttjtt*) ^ so wahr J. lebt, 
verneinend (folglich kb-DK versichernd) steht 2 Sam. 11, 11. 20, 20. Diese 
Erscheinung erklärt sich einfach aus der Unterdrückung der Verwünschungs- 
formel, die dem Satz mit DK oder öA"DK als Hauptsatz übergeordnet ist. Voll- 
ständig findet sich diese Formel z.B. 1 Sam. 25, 22: wa^fiA D*»rAK JTto^-rtS 
"ttl ^K«JK~DK tpö* Hb\ so möge Gott den Feinden Davids thun und so ferner, 
wenn ich übriglasse u. s. w. (doch steht statt DK nach jener Formel auch *& 
DK 2 Sam. 3, 35). Uebrigens steht DK und fcft-DK in dieser Weise als Schwur- 
oder Versicherungspartikel nicht bloss nach Schwurformeln und Verbis des 
Schwörens (= nicht HL. 2, 7. 3, 5), sondern auch absolut als starke Negation 
(DK Bicht. 5, 8. Jes. 22, 14) oder Betreuerung (&-DK wahrlich, z. B. HL 22, 
20). Ueber die Conditionalbedeutung von 1*K, n 3, *N0K s. oben. 

g. concessiv steht DK mit dem Perf. (wenn gleich ich bin) Hiob 9, 15, mit 
dem Impf, (wenn- gleich ich wäre) Jes. 1, 18. 10, 22, i? (f. *hükA?) obgleich 
Jes. 53, 9. Hiob 16, 17 (eig. zu dem hinzu, dass= trotzdem dass); ^3 Da wenn 
auch (auch umgekehrt DA *<3 oder Da allein). 

h. comparativ: "NÖKS wie, quemadmodum, worauf häufig im Nachsatze "g: 
wie — so Jes. 31, 4. 52, 14 f. Doch kann ^ttJ&O auch im Vordersatze fehlen, 

i A steht daher auch in Sätzen, die einen Wunsch ausdrücken, wie ttftg'A 
wenn wir doch gestorben wären! 4 M. 14, 2; f^ . . . A wenn doch Ismael lebte 
vor dir! 1 M. 17, 18, selbst mit dem Imp. (§. 130, 1. §. 136, 2). — Vergl. über A 
Kohler in Geigers Ztschr. f. Wissensch. u. Leben, VI (1868), S. 21 ff. (wo indess 
manches, nam. die Etymologie, zu modificiren ist). 



§. 155. Von den Conjunctionen. 333 

indem derselbe vielmehr als Aussagesati hingestellt wird, Jes. 55, 9. Ps. 48, 6, 
und ebenso fS im Kachsatze Obad. 15. Die genaue Uebereinstimmnng be- 
zeichnet: -V rqp Vs geradeso wie, Pred. 5, 15. 

u Die Partikeln des Gegensatzes s. oben bei den Adverbien. Bestimmt hier- 
her gehören: T» &6% nur da***=zaber, jedoak, und das schwierige tat *D zunächst 
und eig. dose wenn, denn wenn, sondern w en n . In diesen Fällen gehören beide 
Partikeln eigentlich zu verschiedenen Sätzen (*tt zum Haupt-, Oft zum Be- 
dingungssatz). Anderwärts bilden jedoch beide zusammen einen untrennbaren 
Begriff und zwar entw. sondern (bes. nach Negationen oder Aequivalenten solcher, 
vergl. *3 o. No. 1, a. E.), eig. sondern wenn, wie z. B. Ps. 1, 2 noch deutlich 
ersichtlich ist, — oder ausser wenn, ausser. In beiden Bedeutungen kann *<3 
&K sowohl vor einem Verbum, als vor einem Nomen stehen. In letzterem 
Falle ist es für uns einfach sondern oder ausser. Bisweilen mnss der Satz, zu 
welchem &K ^3 eine Ausnahme statuirt, aus dem Zusammenhang ergänzt 
werden, z. B. 1 M. 40, 14: (sonst begehre ich nichts) ausser dass du meiner ge- 
denkest = nur mögest du u. s. w. Mich. 6, 8. Hi 42, 8. 

k. Ueber die Fragewörter s. §. 153, 

l. über die Wunsch- und Jawörter A oben lit. /. Not. *, ÄJ- §. 105, 2, Not. a 
und §. 126, 4, Not. *. 

3. Eine gewisse Kürze und Unbestimmtheit 1 des Ausdrucks 
(s. No. 1) entsteht häufig dadurch, dass von zwei zusammen- 
gesetzten Gonjunctionen nur die eine, und zwar bald die erste, bald 
die zweite gesetzt wird. So findet sich statt des vollständigen )2n 
ntDK deswegen dass = weil auch bloss ^ oder nt?K; für ntttö wie 
(Conj.) bloss ifM 2 M. 14, 13. 1 Kön. 8"," 24. 

4. Noch weiter getrieben ist die Kürze des Ausdrucks, wenn 
die Conjunction, welche das Verhältniss des Satzes anzeigen sollte, 
ganz und gar fehlt. Dies ist bisweilen der Fall 

d) in Bedingungssätzen. 1 M. 33, 13: triebe man sie (die Schafe), 
so stürben sie, f. wenn man sie triebe. 42, 38. (In beiden Fällen 
ist jedoch das conditionale Verhältniss des ersten Satzes zum 
zweiten für die hebr. Auffassung hinlänglich durch die An- 
einanderreihung zweier Per f. consec. ausgedrückt.) Hiob 7, 20: 
habe ich gesündigt — eig. (nun gut!) ich habe gesündigt! — was 
könnte ich dir thun? 19, 4. 

i Die Falle, wo man umgekehrt Pleonasmus (im Sinn einer müssigen Häufung 
der Partikeln u. s. w.) annahm, erledigen sich bei genauerer Betrachtung. So steht 
z. B. DK 13 2 M. 22, 22 keineswegs pleonastisch für &$; vielmehr wird mit D$ ^3 
die angehobene Bede lebhaft unterbrochen und die Partikel bed. auch hier denn wenn 
(unser ja wenn). Eher kann von einem gewissen Pleonasmus der Partikeln im 
Ai^m&igAfum die Bede sein, z. B. 'irizfirbs eben deswegen weü (unser oUdieweil 
■* weü, ftj 1 * tafta ebendeswegen f. deswegen. Ficht Pleonasmus, sondern Emphase 
ist die nachdrückliche Wiederholung der Conjunction in T?5a* T3£ weü und weü 3 M. 
26, 43, ein Ausdruck wie sintemal und aUdieweü. 



334 3. Hanpttb. Syntax. 5. Gap. Gebrauch der 

b) in Vergleichungssätzen. Ps. 14, 4: DTib *» iß? •*» <to? m«» 
Volk verzehren, als ässen sie Brot, eig. mein V. verzehrend essen 
sie Brot. Hiob 24, 19: Trockmss und Hitze raffen das Schnee- 
wasser weg, *K3n tat? (so rafft weg) die UnUrwelt die (welche) 
gesündigt haben. 3er. 17, 11. 

c) in Sätzen, die sonst durch eine Conj. relativ a eingeführt zu 
werden pflegen {oratio obliquä). 1 M. 12, 13: sage doch VTB g 
BK <fc $mf »ws/w? Schwester (für na ^nrw ■*